Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Murksy:
Familie am Rande des Nervenzusammenbruchs
Verlorene Schäfchen von Madeline Cash
Nach den ersten Seiten der Geschichte will man die Familie Flynn dysfunktional nennen, was vielleicht eine Spur überzogen wäre. Aber Eltern, die sich auseinandergelebt haben, teilweise keinen Sinn mehr im Leben sehen, drei Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten, deren Namen und Geburtstage vergessen werden.
..man sieht das Krisenpotential. Madeleine Cash zaubert aus diesem Familienchaos eine teilweise absurde, witzige, stellenweise überzogene Satire, die im Stil an große Vorbilder wie Irving erinnert. Jede Seite ist voll mit humorvollen, klug konstruierten Sätzen, ein Lesevergnügen vom Anfang bis zum wunderbaren Ende. Dieser chaotische Familienroman ist dabei aber keineswegs nur skurril und satirisch. Die Autorin zeigt dabei eine Lebensweisheit, die man mit ihrem jungen Alter kaum verbinden kann. Vielschichtig und genau blickt sie in die Gefühlswelt der Personen und unter der witzigen Oberfläche finden sich viele Erkenntnisse, die der Leser beim ehrlichen Betrachten auch in seinem Leben finden kann. Ein äußerst gelungener Familienroman, der auch das eine oder andere Klischee der amerikanischen Lebensverhältnisse aufgreift. Für aufmerksame Leser zeigt das Buch auch noch kleine Feinheiten. Das Cover zeigt sowohl die heile Welt, als auch die aufziehenden Gewitterwolken. Und ein kleines Pünktchen über dem c symbolisiert die kirchliche Fliegenplage, herrlich.
Ein Roman, der gut unterhält und uns allen zeigen sollte, das es immer eine Lösung gibt. Vielleicht keine einfache, vielleicht keine, die alle absolut zufriedenstellt, aber auf jeden Fall eine Lösung, nach der es wert ist, zu suchen.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
Rezensionen von Murksy:
Klassischer Horror
Komm spielen von Linwood Barclay
Die Geschichte, die so langsam und fast schon gemütlich beginnt, entpuppt sich bald als Horrorroman in der klassischen Stephen-King-Art. Dieser Autor wird im Buch nicht nur zitiert, sondern er durfte auch die Vorabversion des Romans begutachten, wie Linwood Barclay in seiner Danksagung erwähnt.
In Teilen erinnert die Handlung und Machart tatsächlich an Needful things. Die Schockmomente des Buches sind perfekt gesetzt, verzichten auf blutige Höhepunkte, treffen durch ihre Platzierung aber perfekt den Nerv des Horrorfans. Alle, die das Buch gelesen haben und einen Thriller oder Krimi erwartet haben, hätten sich vielleicht vorher schlau machen sollen. Der Autor beschreibt genau wie sein Vorbild präzise die kleine, amerikanische Stadt und das schleichende Grauen, das sie befällt. Geschickt und klug wird ein Netz gesponnen, aus dem es weder für den Leser noch die Figuren des Buches ein Entrinnen gibt. So muss ein Horrorroman aufgebaut sein. Sich langsam steigernd, raffiniert geschrieben und immer mit dem Grundrauschen des Bösen, das man erwartet, das einen dann aber doch eiskalt erwischt. Übersetzung und Machart des Buches sind einwandfrei, es gibt keinerlei Druckfehler oder Logiklücken. Einzig mit der Umwandlung des Titels von whistle in Komm spielen muss man sich etwas anfreunden, doch beide passen letztendlich zum Konzept und der Hauptidee des Buches. Wer King und Co. liebt, findet hier neues Lesefutter. Wer dazu noch Fan von Modelleisenbahnen ist, hat doppelt so viel Vergnügen, versprochen.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen unterliegt dem Urheberrecht.
Rezensionen von JD:
Eine Straße voller Menschen
Die Straße von Robert Seethaler
Das Cover von "Die Straße" hat mir gut gefallen- schlicht und dennoch passend zum Inhalt des Buches. Im Grunde geht es nämlich um viele Menschen, von deren Leben man als Leser einen kleinen Einblick bekommt. Immer nur in kurzen Sequenzen und man muss tatsächlich sehr aufmerksam lesen, um alles aufnehmen zu können.
Ich finde es schön, dass man einiges aus dem Alltag von einfachen Menschen erfährt, jedoch finde ich es sehr schade, dass die Figuren mir nicht sonderlich ans Herz wachsen konnten. Sie bleiben für mich alle relativ farblos und unscheinbar. Die Sprache des Autors gefällt mir, ich finde sie allerdings nicht immer leicht zu lesen. Alles in allem war das Buch ein netter Zeitvertreib, aber keins, dass ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Eher für richtige Fans von Robert Seethaler geeignet. Von mir gibt es daher 3 von 5 Sternen.
Rezensionen von brauneye29:
Emotionale Geschichte
Fünf Tage im Licht von Rhiannon Lucy Cosslett
Zum Inhalt:
Malerin Sophie verbringt mit drei Freundinnen den Sommer auf Sifnos. Da eine von ihnen bald heiraten wird, ist es das letzte Mal, dass sie gemeinsam und unverheiratet Zeit miteinander verbringen können, Sophie genießt die Auszeit, denn ihr Freund setzt sie mit seinem Kinderwunsch unter Druck.
Als sie Ky begegnet, beginnen die beiden eine leidenschaftliche Affäre. Zudem arbeitet sie an einem Aktportrait ihrer Freundin Alessia, doch es entstehen immer mehr Unstimmigkeiten.
Meine Meinung:
Ja, es gibt die Momente, die auf einmal alles in Frage stellen, was einem zuvor noch als logisch und richtig erschien. So ergeht im Grunde Sophie, die sich durch den Kinderwunsch ihres Partners sehr unter Druck fühlt. Als sie dann den sympathischen Griechen kennenlernt, ist endlich wieder etwas Leichtigkeit da, aber noch mehr Unsicherheit zu dem, was vorher war. Auch ihre Unstimmigkeiten mit Freundin Alessia machen das Ganze nicht besser. Was ich durchaus interessant fand, war dass immer wieder auch die Rede von anderen Künstlerinnen und ihren Gemälden, das hatte schon was besonderes. Ich hatte die Hörbuchversion, die ich auch gut gelesen fand. Das Buch ist emotional geschrieben und hinterfragt so manches, dass sich sicher nicht nur die Protagonistin gefragt hat.
Fazit:
Emotionale Geschichte
Rezensionen von beavielleser :
Wieder sehr spannend
Nebelbeute von Benjamin Cors
Mila begibt sich ohne ihr Team in ein kleines Dorf in den Bergen. Sie hat einen Hinweis bekommen, dass sich dort Johannes Tobler, den sie schon lange sucht, aufhalten soll.
Auf langen Wanderungen sucht sie nach seinem Unterschlupf und dann verschwindet Mila plötzlich.
Während Milas Aufenthalt passieren in dem Dorf zwei schreckliche Morde.
Nachdem die ortsansässige Polizei mit den Ermittlungen nicht weiter kommt, werden Jakob und die Gruppe 4 um Amtshilfe gebeten und nutzen die Gelegenheit, um auch nach Mila zu suchen.
Wieder ein Thriller aus dieser Serie bei dem die Geschichte überzeugend und gut inszeniert ist. Pure Spannung, in einem flüssigen Schreibstil. Es gibt viele Wendungen, die einen immer wieder auf die falsche Fährte führen.
Von dem Team bin ich begeistert. Jeder hat ein besonderes Talent und einen liebenswerten Charakter. Sie halten zusammen und stehen füreinander ein. Das sichert ihren Erfolg.
Rezensionen von PeWie:
Eine besondere Wohngemeinschaft
Die Glorreichen 77. Rache kennt keinen Ruhestand von Angelika Niestrath; Andreas Hüging
Eine Seniorenresidenz der gehobenen Klasse ist teuer, wer es sich leisten kann ist glücklich dran. Aber nun wurde an der Preisschraube gedreht und dazu noch massive Drohungen. Kein Wunder das die Senioren und Seniorinnen dagegen sich wehren wollen, mit allen Mitteln.
Jo ein Profikiller in ihrem Alter kommt ihnen da gerade recht.
Problem ist nur, das sie ihn nicht machen lassen sondern das sie mithelfen wollen.Chaos ist vorprogrammiert und dazu auch der eine oder andere zufällige Todesfall.
Die Figuren sind alle sehr detailiert beschrieben, mit der einen oder anderen sehr besonderen Eigenart. Sie sind mir dabei alle sofort beim Lesen ans Herz gewachsen, auch Jo.
Die Investoren mit ihrer ungeheuren Gier nach mehr, obwohl sie schon im oberen Drittel der Finanzgesellschaft stehen, waren dementsprechend unsympathisch.
Man konnte herrlich schmunzeln bei dem aufeinander Treffen der beiden Gruppen, vor allem wenn der moralische Kompass bei der einen funktionierte und bei der anderen Gruppe nicht.
Ein bisschen übertrieben waren die öfteren Wiederholungen bestimmter Eigenschaften aber das ist vielleicht dem Alter geschuldet. Hat jedenfalls der Geschichte nicht geschadet.
Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Silberrücken.
Rezensionen von tonton:
Ein bisschen gruselig aber absolut kindgerecht
Licht ins Dunkel von Steffen Gumpert
Meinem Sohn (sieben Jahre alt) hat dieses Buch richtig gut gefallen!
Er liebt Rätsel, und in diesem Buch gibt es ein Rätsel auf jeder Doppelseite, der eng mir der Geschichte verknüpft ist. So hat man wirklichden Eindruck, an der Handlung mitzuteilen. Mit gefällt es besonders, dass man in der Regel dem Text lesen muss, um die Rätsel lösen zu können.
Da musste mein Sohn, der dazu neigt, einfach zu den Rätseln zu springen (auch bei Comicbüchern), tatsächlich das Buch lesen.
Die Aufgaben sind sehr gelungen und konzentrierten sich auf Beobachtung, was ich für ein Krimibuch für angemessen halte. Es gibt Labyrinthe, Sachen suchen, Fehler finden, Codeknacken, und Aufgaben, wo man keine Details oder Hinweise merken muss.
Die Geschichte ist kindgerecht: der Anfang mag etwas gruselig wirken, aber die Figuren sind freundlich und das Ende herzerwärmend.
Ein perfektes Buch für kleine Sherlocks!
Rezensionen von M:
Kraft von Natur und Leben
Brombeerblaue Tage von Simone Veenstra
Elisa ist Landschaftsgärtnerin und zieht für kurze Zeit auf die Insel Rügen, um Haus und Hund ihres Vaters zu versorgen, der zu einer Behandlung ins Krankenhaus muss. Dort versucht sie mit ihrem Beruf und ihrem derzeitigen Auftrag, der sie sehr in Anspruch nimmt, der Krankheit ihres Vaters und ihrem Verhältnis zumVater, der die Familie früh verlassen hat, und den Gegebenheiten auf der Insel zurecht zu kommen.
Die Geschichte ist anschaulich und interessant geschrieben, Elisa und ihr Vater als Hauptpersonen so gut vorstellbar, dass ich sie manchmal am liebsten schütteln wollte, um ihre Aktionen zu beeinflussen. Auch alle anderen Personen sind besondere Persönlichkeiten, die gut beschrieben sind, sei es Per oder Ivy, die Nachbarin, die Bratkartoffel Freundin des Vaters oder oder. Eine Geschichte, die nicht oberflächlich bleibt, sondern auch Stoff zum nachdenken übers eigenen Leben bietet.
Das Buch ist sehr schön gestaltet, außen mit angenehmen Blau und Lilafarbtönen, erhabener Schrift und Bildgestaltung und im Inneren jedem Kapitel vorgesetzt, die Beschreibung und Zeichnung einer Blume oder einer Pflanze, denn auch darum geht es, um alte Sorten von Gewächsen.
Rezensionen von Ameland:
Hilfreich nicht nur vor Ort, sondern auch zur Vorbereitung
DUMONT Reise-Taschenbuch Reiseführer Brandenburg, Potsdam, Uckermark, Spreewald von Ulrike Wiebrecht
Wie auf der Karte mit den 10 Highlights in Brandenburg im Klappen-Innenteil ist dieser Teil Deutschlands auch auf meiner persönlichen Landkarte noch ein weißer Fleck. Bisher kenne ich einige Orte nur aus Dokumentationen, Büchern wie z. B. den Spreewald-Krimis oder Gedichten wie Ribbeck. Dieses Reise-Taschenbuch von DUMONT sollte mich dabei unterstützen, dies zu gegebener Zeit zu ändern.
Aufgeteilt ist das handliche Taschenbuch in die Regionen Potsdam und Umgebung, Der Westen, Der Süden, Der Osten, Der Nordwesten und Der Nordosten. Reiseinfos von A – Z und ein Magazin mit interessanten Beiträgen runden das Ganze ab. Neben der Reisekarte mit Entfernungstabelle gibt es noch 5 Citypläne und zur groben Orientierung noch diverse Tourenkarten und Detailpläne.
Für jede Region gibt es neben ausgesuchten Touren per Pedes, Rad oder Boot Informationen zu den unterschiedlichsten Bereichen, egal ob Historie, Sehenswürdigkeiten, Architektur, Museen und vielem mehr. Da Sightseeing auch ermüdet, dürfen Tipps zu den Bereichen Schlafen und Essen natürlich nicht fehlen. Mir gefielen besonders die kurzen Artikel über die so unterschiedlichen Lieblingsorte gut.
Ich habe bisher nicht gewusst, dass es in Brandenburg so viel zu entdecken gibt. Dieses Reise-Taschenbuch macht mir die Entscheidung nicht einfach. Natürlich möchte ich jetzt Potsdam erkunden, mit einem Floß gemütlich über einen der vielen Seen tuckern, eine Wanderung durch den Naturpark Schlaubetal von Mühle zur Mühle machen, Deutschlands wichtigste Mumie und den liegenden Eiffelturm besuchen und in der Traditionsgaststätte Wotschofska ein kühles Getränk zu mir nehmen, um nur einige Punkte meiner Liste aufzuzählen. Da wird ein Urlaub wohl nicht reichen.
Mit dem Reise-Taschenbuch von DUMONT ist man für einen Besuch Brandenburgs bestens gerüstet. Hier wird das Augenmerk nicht nur auf die gängigen Orte und Sehenswürdigkeiten gerichtet, sondern auch auf nicht so bekannte Kleinode und Besonderheiten.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Kunst, Feminismus und Betrug
Fünf Tage im Licht von Rhiannon Lucy Cosslett
Die vier britischen jungen Frauen Sophie, Helena, Alessia und Iris verbringen gemeinsam fünf Tage auf einer wunderschönen Insel in Griechenland, um Helenas Junggesellinnenabschied zu feiern. Nach diesen Tagen ist geplant, dass die jeweiligen Partner nachkommen.
Der Roman ist aus der Perspektive von Sophie geschildert.
Sophie träumt davon, Künstlerin zu sein, hat auch einen Bachelor in diesem Bereich gemacht, doch bis jetzt hat es damit noch nicht so recht geklappt und auch mit Anfang 30 arbeitet sie noch unterbezahlt und perspektivenlos als Verkäuferin in einem Museumsshop, während ihr Partner Greg als Kurator Karriere macht. Greg wünscht sich Kinder und das Thema steht zwischen ihnen, denn Sophie hat sich mit vielen Biografien von Künstlerinnen beschäftigt und fürchtet, eine Mutterschaft würde ihren Traum von einer künstlerischen Laufbahn stark einschränken oder sogar zerstören. Sie ist sehr feministisch eingestellt und wartet auf subtile Signale von Greg, dass er sie als Künstlerin voll und ganz anerkennen und in dieser Hinsicht mehr unterstützen würde, doch die kommen nicht so wirklich. Greg hingegen fühlt sich mit seinem Kinderwunsch ungesehen.
Eine weitere Schwierigkeit für Sophie ist, dass sie aus einer wenig privilegierten Familie stammt und eine nach einem Unfall schwer beeinträchtigte Schwester hat. Der Vater ist Alleinverdiener, die Mutter kümmert sich aufopferungsvoll um die Schwester, die wohl ihr Leben lang Betreuung brauchen wird und nach dem Tod der Eltern Sophies Verantwortung werden könnte. Noch ein Grund mehr, um nicht noch eine weitere Verpflichtung für eigene Kinder zu übernehmen. Zudem wird Sophie mit zunehmendem Alter auch immer klarer, was für enorme Privilegien mit Klasse, Status, Kontakten und Reichtum einhergehen und dass viele ihrer ehemaligen Studienkolleginnen auf der Kunstakademie aus der Oberschicht stammen und ihnen sich damit Türen öffnen, die ihr oft verschlossen bleiben. Auch die Freundinnen, mit denen sie nun auf der Insel feiert, sind überwiegend aus solchen Verhältnissen.
Sehr gut gefallen hat mir, wie vielschichtig und bewusst dieses Buch Themen von modernem Frau-Sein, Feminismus, Benachteiligung und Unsichtbarkeit von Frauen als Künstlerinnen, Mutterschaft vs. Berufung, Klasse und vieles mehr miteinander verwebt. Klug und authentisch zeigt die Autorin in vielen kleinen Szenen, wie diese Themen zu Distanz und Unverständnis zwischen den aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen stammenden Frauen, aber auch zwischen den Geschlechtern, führen können. Speziell die Beziehungen zwischen den vier Frauen, die zum Teil von Zuneigung und Respekt, zum Teil aber auch von Konkurrenz, Neid und Verrat geprägt sind, werden sehr authentisch und interessant dargestellt und bis zum Ende gibt es dabei so manche Überraschungen.
Am Ende jedes Kapitels finden sich außerdem noch Künstlerinnenbiografien aus der Sicht von Sophie, mit speziellem Fokus darauf, ob die Künstlerin auch Fehlgeburten, Schwangerschaften, Geburten, Kinder usw. hatte und ob und wie dies mit ihrer Laufbahn als Künstlerin interagiert hat. Dabei kann man viele spannende Künstlerinnen entdecken, über die es sich lohnt, parallel zur Lektüre noch weiter nachzurecherchieren. Deutlich wird dabei, wie stark der Blick auf Kunst über die Jahrtausende männlich geprägt war, wie sich das schön langsam ein bisschen ändert und was sich dabei Neues zeigt, sobald man den Blickwinkel ändert (z.B. ob wohl all die "Venus"-Figuren aus der Steinzeit tatsächlich nur von Männern geschaffen wurden oder vielleicht auch weibliche Selbstbildnisse waren?).
Wäre die Rezension hier zu Ende, dann würde ich mit klaren 5 Sternen für dieses interessante Buch schließen.
Allerdings gibt es noch einen weiteren Themenstrang, der in diesem Buch sehr viel Raum einnimmt und der mir weit weniger gut gefallen hat. Ich erwähne ihn, obwohl es ein Spoiler sein könnte - allerdings kein sehr schlimmer, denn auch dieser Themenstrang beginnt schon sehr früh: kaum auf der griechischen Insel angekommen, stürzt sich Sophie Hals über Kopf in eine hitzige Affäre mit einem ach so gut aussehenden, erotischen Griechen, Ky, der - der Klassiker! - als Kellner in der Taverne arbeitet, in der die Frauengruppe gerne einkehrt. Sie wirft alle Skrupel, so sie jemals ernsthaft welche hatte, über Bord, und betrügt ihren in ein paar Tagen nachkommenden langjährigen, treuen Partner leidenschaftlich, hemmungslos und auf eine Weise, dass auch alle anderen Frauen und wohl sonst noch viele Menschen das mitbekommen. Natürlich fühlt sie sich von Ky gesehen und verstanden wie noch nie und hat mit ihm den allerbesten Sex ihres Lebens. Selbst nach den fünf Tagen, als ihr Partner Greg da ist, kann sie die Finger nicht von Ky lassen, und nützt jede Gelegenheit für heimlichen Sex mit Ky, auf eine Art und Weise, die zutiefst demütigend für ihren Partner ist.
Diese Sexszenen sind auch ausführlichst geschildert, auf eine Art und Weise, die man fast schon pornographisch nennen könnte und die sich für interessierte Personen bestens als Vorlage zur Masturbation eignen würde. Wer solche Szenen in dieser Ausführlichkeit also nicht mag oder mit einer letztendlich recht unsympathischen Hauptfigur ohne jegliche moralische Prinzipien ein Problem hat, dem empfehle ich dieses Buch klar nicht.
Insgesamt ist es also ein Buch, das viele sehr interessante Aspekte in sich trägt, die differenziert dargestellt werden und zum Nachdenken und Nachrecherchieren anregen, das aber in meinen Augen durch die so schamlose, prinzipien- und empathielose, selbstbezogene Hauptfigur und vor allem durch die wiederholten detaillierten Darstellungen der Sexszenen an Niveau verliert. Ob das einen persönlich stört, hängt sicher auch viel mit der eigenen Wertsicht und den eigenen Wertvorstellungen zusammen. Ich ziehe dafür einen Stern ab und vergebe in Summe noch vier Sterne für ein interessantes, durchaus lesenswertes Buch.
Ich selbst habe es in der Hörbuchversion des Argon Verlages genossen, die ich sehr empfehlen kann, da die Sprecherin sehr gut darin ist, die verschiedenen Charaktere und Stimmungen auch stimmlich authentisch darzustellen und so das Buch im Vergleich zum eigenen stillen Lesen deutlich davon profitiert.











