Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lesemama:
Projekttage mit tierischer Unterstützung
Schule mit Juli von Petra Eimer
Zum Buch:
Kurz vor den Sommerferien sind in Pauls Schule Projekttage zum Thema Tiere. Alle dürfen ihre Haustiere mitbringen, alle, außer Anna und Paul. Pferde seien zu groß.
Dann erfahren Paul und Anna dass Max Versetzung gefährdet ist und Max eine Präsentation halten darf, um seine Note zu verbessern.
Paul, Anna und Max schmieden einen Plan der ganz nebenbei noch viel mehr bewirkt als nur eine Versetzung von Max.
Meine Meinung:
Ich liebe Juli. Schon seit dem ersten Buch von Paul und Juli bin ich ein großer Fan der yReihe. Ich mag die Personen, die in den Büchern eine Rolle spielen und ich mag natürlich Juli und alle anderen tierischen Chatakteren.
Aber auch der Aufbau der Bücher ist toll gemacht, es ist so gemacht, dass es großem Spaß macht, es zu lesen. Verschiedene Schrifttypen lockern auf, dazu noch die wunderbaren Illustrationen, die einfach nur Freude bereiten, gut zu dem Gelesenen passen und auch für jüngere, denen man vielleicht noch vorliest, genug zu entdecken bietet.
Die Geschichte an sich hat mir natürlich auch sehr gut gefallen, ich fand die Idee mit den Projekttagen gut, auch wenn es ein wenig im Chaos endete. Und ich finde den Rektor toll, der so um seine Schule kämpfte.
Auch das Thema Assistenttiere wurde gur aufgegriffen und kindgerecht erklärt,so das sich wohl so einige lesenden Kinder ein paar Therapietiere in der Schule wünschen würden. So eine Juli würde den Schulalltag schon ordentlich spannend machen.
Mir hat es jedenfalls wieder sehr gut gefallen und ich kann es nur weiterempfehlen.
Rezensionen von clematis:
Drei Jahre und sieben Monate
Schwestern der Freiheit von Heather Morris
Die japanische Armee übernimmt 1942 Singapur, wer kann, flieht. Auch Musikerin Norah Chambers und Krankenschwester Nesta James (zwei reale Charaktere) begeben sich an Bord der HMS Vyner Brooke und setzen ihre Hoffnung auf eine rechtzeitige Flucht Richtung Australien. Diese wird aber schon bald durch Fliegerbomben zunichte gemacht, die Überlebenden werden auf indonesischen Inseln interniert.
Drei Jahre und sieben Monate dauert das Martyrium unter japanischer Aufsicht.
Chronologisch geht Heather Morris bei ihren detaillierten Beschreibungen vor, lehnt sich dabei sehr genau an Berichte von Überlebenden und deren Angehörigen an. Das brennende Singapur ist Ausgangspunkt, weiter geht es durch verschiedene Lager bis hin zur Befreiung im September 1945. Schnörkellos und mit bedrückender Sachlichkeit erzählt Morris im Präsens, wodurch eine ganz besondere Atmosphäre im Roman entsteht. Obwohl Verletzungen – durch Abseilen vom Schiff, Schwimmen im Mangrovengebiet und später physische und psychische Gewalt durch die Aufseher im Lager – allgegenwärtig sind, findet sich immer irgendwer, der Zuversicht und Trost spendet, auch wenn die Lage hoffnungslos scheint. Insbesondere die Tätigkeit der australischen Krankenschwestern, aber auch aller anderen Kriegsgefangenen wird von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Die Geschichte zeigt einmal mehr, wie groß der Zusammenhalt in einer erzwungenen Gemeinschaft sein kann, wenn jeder aufgrund seiner Fähigkeiten und Stärken seinen Teil beiträgt, wie lindernd die Musik wirkt. Aber auch zu welchen Grausamkeiten Menschen leider fähig sind, wird offenbar. Drei Jahre und sieben Monate unter den beschriebenen Bedingungen sind unvorstellbar, völlig verständlich, dass die vierundzwanzig (von über sechzig) Krankenschwestern bei ihrer Rückkehr nach Perth als Heldinnen gefeiert worden sind.
Ein Roman nach einer wahren Geschichte – unfassbar, was damals passiert ist. Leseempfehlung für all jene, die den Zweiten Weltkrieg nicht nur unter den Gesichtspunkten von Nazis und Konzentrationslagern in Europa näher beleuchten möchten.
Rezensionen von lectrice:
Schonungslos
Der Absturz von Édouard Louis
Ich habe bereits "Das Ende von Eddy" des Autors gelesen und die Leseprobe des neuen Buche von Louis hat mich schon tief getroffen und die Lektüre des gesamten Buches ebenso. Schonungslos - das ist der Begriff, der für mich am besten passt für die traurige Geschichte des Halbbruders, von der Louis berichtet.
Zehn Jahre älter als der Autor und es bestand im vergangenen Jahrzehnt kein Kontakt. Trauer stellt sich bei ihm nicht ein, aber er schreibt gewissermaßen eine Reportage über diesen Bruder, der nicht einfach war, dennoch zeigen sich immer wieder einige positive Eigenschaften, wobei Eigenschaften eigentlich zu hoch gegriffen ist.
Der Bruder bleibt ohne Namen, hatte viele Träume, die alle an seiner Herkunft scheitern, stattdessen bestimmt der Alkohol sein Leben. Gegen die Sucht kann er nicht gewinnen, er gerät zunehmend in eine Abwärtsspirale und der Autor stellt sich immer wieder die Frage, ob er ihn hätte retten können.
Sprachlich wieder einmal ein Juwel und eine Geschichte, die aufrüttelt.
Rezensionen von Nele33:
Jahreshighlight
Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104 von Susanne Abel
Das Hörbuch"Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" der Autorin Susanne Abel eingelesen von Vera Teltz erzählt das Leben von Hardy und Margaret Willeiski, die als Kriegskinder eine unbeschreibliche Zeit erleben mussten. Dies alles im Namen der Kirche und deren Abkömmlingen.
Hardy wird als ca.
4-jähriger Junge mit einem nicht lesbaren Zettel um den Hals in einem Flüchtlingstreck aufgefunden. Sein Alter wird geschätzt und er wird fortan Hartmut genannt. Das Heim, in dem er schließlich Margret begegnet, wird mit unerbittlicher Härte von Nonnen geführt. Die Kinder werden nicht einmal beim Namen genannt, sondern mit Nummern aufgerufen. Die kleinen Seelen, die sämtliche Sicherheit in ihrem Leben verloren haben, haben nur sich selber. Margret wird für Hardy, der nur mit ihr spricht, seine Beschützerin. Als Margret von Verwandten aufgenommen wird, bleibt Hardy zurück. Beide erleben in den darauffolgenden Jahren weiteres Leid, bis Margret Hardy mehr durch Zufall wieder findet und sie sich ein gemeinsames Leben aufbauen. Ein Leben, welches besonders für Margret durch Ängste und starke psychische Beeinträchtigungen geprägt ist. Dennoch versuchen sie nach außen hin ein geregeltes Leben zu zeigen und schweigen auch gegenüber ihren Kindern, Enkeln über ihre Vergangenheit. Emely, ihre Urenkelin, die bei ihnen aufwächst, beginnt eines Tages Fragen zu stellen und weckt dadurch die alten Geister.
Mich hat das Hörbuch sehr bewegt, waren doch auch meine Eltern Kriegskinder, aber auch bei uns wurde nicht darüber gesprochen, geschweige denn aufgearbeitet. Die Autorin versteht es gekonnt, die transgenerationale Weitergabe eines Traumas in einen fesselnden Roman zu verpacken. Vera Teltz als Sprecherin hat wunderbare Arbeit geleistet, die einzelnen Personen werden durch exzellente Betonung mehr als lebendig, wenn das überhaupt möglich ist.
Du musst meine Hand fester halten Nr. 104 hat meine Erwartungen weit übertroffen.
Dieses Hörbuch ist für mich ein absolutes Jahreshighlight und ich kann es nur jedem ans Herz legen.
Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:
Auch für die Elternarbeit interessant
Lasst uns reden von Lou Elvarsdóttir; Julia Dibbern
„Lasst uns reden. Die Familienkonferenz. Wo Klein und Groß zusammen wachsen“ von Julia Dibbern und Lou Elvarsdóttir ist ein praxisnahes Buch, das den Blick auf gelingende Kommunikation zwischen Erwachsenen und Kindern richtet. Besonders wertvoll ist es nicht nur für Eltern, sondern auch für Lehrkräfte oder Lehramtsstudierende, die Anregungen für den Klassenrat oder für die Elternarbeit suchen.
Gerade für Menschen, die selbst (noch) keine Kinder haben, eröffnet es einen Zugang zu Methoden, mit denen demokratische Prozesse und ein respektvolles Miteinander eingeübt werden können. Für den häuslichen Rahmen erscheinen die beiliegenden Arbeitsblätter dagegen eher weniger geeignet.
Ich selbst lebe nach dem Prinzip der „Neuen Autorität“. Dieser Ansatz, geprägt unter anderem von Haim Omer, setzt auf eine Haltung von Präsenz und Stärke ohne Gewalt. Anstelle von Kontrolle und Macht stehen Beziehung, Standhaftigkeit und Selbstkontrolle im Vordergrund. Die sieben Säulen der Neuen Autorität sind: Präsenz, Selbstkontrolle, Unterstützung durch ein Netzwerk, transparente Handlungen, beharrlicher Widerstand, Wiedergutmachung und der Verzicht auf Eskalation. Diese Grundhaltung stärkt die Bindung zwischen Erwachsenen und Kindern und eröffnet neue Wege im Umgang mit Konflikten.
Das Buch von Dibbern und Elvarsdóttir überzeugt durch seine Niedrigschwelligkeit und eignet sich auch für den Direkteinstieg in die Praxis, ohne lange theoretische Vorarbeit leisten zu müssen. Bedauerlich ist allerdings, dass nur eine geringe Anzahl an Handlungsalternativen angeboten wird, wenn die vorgeschlagene Vorgehensweise nicht sofort greift. Hier wäre mehr Vielfalt wünschenswert gewesen, um flexibel auf unterschiedliche Situationen reagieren zu können.
Insgesamt jedoch ein empfehlenswertes Buch, das wichtige Impulse für Schule und Familie gibt. 4/5 Sterne.
Rezensionen von Miro:
Was wäre wenn ...
Im Leben nebenan von Anne Sauer
Toni hat das Kleinstadtleben hinter sich gelassen, lebt mit ihrem Hipsterfreund in einer tollen Altbauwohnung und ist erfolgreich in ihrem Job. Doch ihre Freunde ziehen mit Kleinfamilie ins Umland, während Tonis eigener Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Der Druck, den das Umfeld unbeabsichtigt ausübt und die Tatsache, dass Sex keinen Spaß mehr macht, sondern zur Aufgabe wird, lassen sie fast zusammenbrechen.
Doch plötzlich wacht sie in ihrer ehemaligen Heimatstadt auf mit einem Baby und den Mann, den sie zu Schulzeiten liebte, neben sich. Ihre Verwirrung ist groß, das plötzliche Kind überfordert sie und sie versucht anfangs diesem "neuen" Leben zu entfliehen.
Erzählt wird in abwechselnden Abschnitten. Wir lesen von Toni und Antonia. Die eine hat den Absprung geschafft, die andere ist geblieben. Das Szenario ist so nicht ganz unbekannt und die Frage, was wäre wenn, hat sich wohl jede*r schon mal gestellt.
Auch die Problematik des unerfüllten Kinderwunsches ist in unserer Zeit allen ein Begriff. Ich denke, alle Menschen kennen Paare die damit hadern oder den steinigen Weg der künstlichen Befruchtung beschreiten. Mit Antonia zeigt die Autorin auf, dass auch mit Nachwuchs nicht alles eitel Wonne ist. Als Mutter bleibt man anfangs selbst auf der Strecke. Man muss sich in die neue Rolle einleben und sich seine Freiräume schaffen.
Warum ich es so empfinde, dass das "was wäre wenn" hier nicht ganz aufgeht, ist die Tatsache, dass Toni, die in der Großstadt weiter sozialisiert wurde, plötzlich als Antonia wieder Kleinstädterin ist. Doch Antonia ist nie weggezogen, hat nie Großstadtluft geschnuppert und hat nie den Mut bewiesen, ihre eigenen Wege zu beschreiten. Antonia wäre ein komplett anderer Mensch! Sie würde anders denken und handeln. Viele ihrer Zweifel hätte sie nicht, denn sie würde bestimmt weniger hinterfragen. Und die Tatsache, im anderen Leben aufzuwachen, ist ausreichend, um komplett durch den Wind zu sein und als verrückt zu gelten.
Es ist völlig normal, dass Antonia mit dem Baby vorerst nicht zurecht kommt, denn sie hatte keine neun Monate Zeit, sich darauf vorzubereiten, kann sich an keine Geburt erinnern und kennt ihren Mann eigentlich nicht, denn dieser war ein Junge, als sie sich von ihm getrennt hatte.
Also ich würde wahrscheinlich durchdrehen!
Stilistisch ist das Buch wenig aufregend. Es liest sich flott und flüssig, ist nicht zu emotional. Die Sprache ist klar, es gibt nicht zu viele Metaphern und die Trennung der zwei Lebensentwürfe gelingt durch die Verwendung des Kosenamens im ersten Strang problemlos. Die Idee finde ich prinzipiell nicht schlecht, aber die Antonia hier erscheint mir nicht ganz glaubwürdig. Von mir gibt es nur eine bedingte Empfehlung.
Rezensionen von Daggy:
Erste Instrumentenvorstellung, sehr gelungen
Der Elefantenpups, Direktor Fröhlich und das Zoo-Orchester, m. Audio-CD von Heidi Leenen
Schon auf dem Cover machen die Zootiere fröhlich Musik. Wie es dazu kam, davon erzählt dieses musikalische Bilderbuch.
Zu Beginn sehen wir Direktor Fröhlich mit den Händen auf dem Rücken und sein Lieblingslied pfeifend in den Zoo marschieren. Während die Besucher noch ihre Tickets kaufen, strahlen die Tiere Herrn Fröhlich an und bewegen sich zum Takt der Musik.
Doch dann fällt Herr Fröhlich über eine Wurzel und „von diesem Tag an veränderts ich das Leben im Zoo.“ Wieso der Zoodirektor stolpert? Das hat etwas mit dem Titel des Buches zu tun. Ja richtig, der Elefant pupst. Ohne Herrn Fröhlich und seine gute Laune, langweilen sich die Tiere, die Kinder finden den Zoo doof, weil nichts passiert und Tierpfleger Timo merkt, dass da was fehlt. Nämlich die Musik!!! So geht er zu Herrn Klanghuber ins Musikgeschäft und er kann wirklich helfen. Er schickt dem Zoo eine Menge Instrumente und hilft den Tieren sie zu erlernen, was rasant schnell geht. So empfängt den genesenen Herrn Fröhlich ein ganzes Tierorchester.
Neben den sehr schönen Zeichnungen vom Zoo wird eine schöne Geschichte in kurzen verständlichen Texten erzählt. Dazu erfahren wir einiges über die Instrumente, die sie Tiere sich aussuchen. Da macht es Freude zu erfahren, dass „der Löwe sich den Bass schnappt und mit seinen Krallen gekonnt einige Saiten zupft.“
Das Hörspiel mit der Erzählstimme von Knister und den Melodien des Buches kann man mittels CR-Code herunterladen. Der Swing „Musik tut gut“ ist hinten im Buch mit Text und Noten abgedruckt. Dieses wundervolle Buch wird auch immer wieder als Musical weltweit aufgeführt.
Rezensionen von Ruth:
Fesselnd und berührend
Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104 von Susanne Abel
Susanne Abel hat mit ihren ersten beiden Büchern Bestseller gelandet und auch dieser Roman hat das Zeug dazu. Wieder versteht sie es, mit einer intensiven Familiengeschichte zu fesseln und zu berühren.
Über 300.000 Kinder suchten nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Familie bzw. wurden gesucht. Hardy ist einer von ihnen.
Mit einem Kindertransport aus Danzig kommt er an, ohne Angaben zu seiner Herkunft und seiner Person. Man schätzt ihn auf ca. drei Jahre und gibt ihm den Namen Hartmut. Er kommt, wie viele Kinder mit ähnlichem Schicksal, in ein von Nonnen geleitetes katholisches Kinderheim. Doch von christlicher Nächstenliebe ist nichts zu spüren. Statt Liebe und Zuwendung erfahren die elternlosen Kinder Kälte, Gewalt und Hunger. Hardy verstummt angesichts dessen, wird deshalb als „debil“ eingestuft. Einzig die Fürsorge der 11jährigen Margaret, die wie er alles verloren hat und im Heim lebt, hilft ihm, den schrecklichen Alltag zu ertragen. Sie nennt ihn liebevoll „Hardy“ und beschützt ihn, so gut sie kann.
Obwohl ich schon wusste, welche unmenschlichen Zustände in den Kinderheimen im Nachkriegsdeutschland geherrscht haben, war ich doch schockiert beim Lesen. In vielen eindringlichen Szenen beschreibt die Autorin, wie die Kinder seelisch und körperlich misshandelt wurden.
Doch Susanne Abel geht es mit ihrem Roman um weitaus mehr als um das Schicksal von Heimkindern. Sie will aufzeigen, wie die traumatischen Kindheitserlebnisse sich auswirken auf das gesamte Leben, nicht nur des Einzelnen, sondern über Generationen hinweg. Deshalb schlägt sie auch den Bogen bis in die Gegenwart. Ein zweiter Erzählstrang setzt sechzig Jahre später an; dabei wechselt die Autorin gekonnt zwischen den Zeitebenen. Hardy und Margaret sind ein altes Ehepaar und kümmern sich fürsorglich um ihre Urenkelin Emily. Sie haben das Kind bei sich aufgenommen, weil deren Mutter mit der Erziehungsaufgabe überfordert war. Denn trotz ihrer Liebe und trotz ihren guten Willens schaffen es Margaret und Hardy nicht, ihrer Tochter das zu geben, was sie braucht. Tochter und Enkelin sind beides haltlose Frauen, die dafür ihrer Margaret die Schuld geben. Denn natürlich sind Margaret und Hardy gefangen in ihrer Welt voller Traumata und Dämonen. Sie haben zwar gelernt, damit zu leben, aber nur, indem sie verdrängen. Margaret schafft das aber meist nur mit Hilfe von Psychopharmaka und Hardy verfällt auch im Alter in Verhaltensweisen aus seiner Kindheit. Gerade wenn es auf sein Eingreifen ankäme, ergreift ihn eine Schockstarre, die ihn unfähig macht, richtig zu handeln. Und Margaret hat einen Kontrollzwang, unter dem auch Emily noch leidet. Erst als Jugendliche beginnt Emily sich mit der Vergangenheit ihrer Urgroßeltern auseinanderzusetzen.
Susanne Abel macht hier ganz eindringlich klar, dass Verdrängen und Verschweigen keine Lösung sein können. Doch das war gängige Praxis für diese Generation. Zu sehr war das Erlebte mit Schmerz und Scham verbunden und es galt, den Blick nach vorne zu richten. Wenn wir heutige Leser das Verhalten der Figuren beurteilen, sollten wir immer im Blick behalten, dass damals anders mit Problemen umgegangen wurde als heutzutage.
Die Autorin hat glaubhafte Charaktere geschaffen, deren Verhalten, auch wenn wir es nicht immer billigen, psychologisch nachvollziehbar wird. Als Lesender verfolgt man gespannt deren Lebensweg, leidet mit ihnen und hofft mit ihnen. Vor allem Hardy und die kleine Emily sind mir richtiggehend ans Herz gewachsen. Mag auch das Ende manchen kitschig erscheinen, so braucht man das nach all dem Schrecken. (Eine Wendung dagegen wäre nicht notwendig gewesen.)
Davon abgesehen gab es solche Schicksale, wie hier beschrieben. Die Autorin hat ausführlich recherchiert und belegt dies in ihrem Nachwort mit einer längeren Literatur- und Dokumentationsliste.
„ Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ ist ein zu Herzen gehender und ungemein fesselnder Familienroman, der zugleich einen tiefen Einblick in die Mentalitäts - und Zeitgeschichte liefert. Ein Roman, dem ich sehr viele Leser wünsche, gerade auch in heutigen Zeiten, wo wieder viele Flüchtlinge bei uns stranden.
Rezensionen von Bibibabby:
Lehrreich und wunderschön gestaltet, kann ein neugieriges Kind stundenlang beschäftigen
Wieso? Weshalb? Warum? - Das Lexikon der Antworten von Andrea Schwendemann; Dela Kienle; Stefan Greschik; Andrea Erne; Sabine Lipan; Susanne Gernhäuser; Lena Thiele; Carola von Kessel; Tom Dauer
Diese Buch hat meinem siebenjährigen Sohn sehr gut gefallen. Die Texte sind kurz und leicht verständlich, die Fotos und Abbildungen sehr gelungen. Alles wird klar erklärt, und die Seiten wirken nie überladen. Besonders schön finde ich die kleinen Experimente zwischendurch, mit denen Kinder die Phänomene auch selbst untersuchen können.
Am Ende jedes Kapitels gibt es zudem ein kleines Quiz – das hat meinem Sohn besonders gut gefallen.
Auch die Struktur des Buches überzeugt. Es ist keine lose Sammlung von Wissenshäppchen, sondern die Themen folgen einer klaren Logik. Das bedeutet allerdings auch, dass die Fragen nicht in der üblichen „Warum ist der Himmel blau?“-Art gestellt sind, sondern eher dazu dienen, das Wissen in übersichtliche Abschnitte zu gliedern. Manchmal gibt es auch Fragen wie „Warum sind Pferde so beliebt?“, die nicht wirklich beantwortet werden, sondern vielmehr als Gesprächsanstoß dienen.
Der einzige Punkt, mit dem ich nicht ganz zufrieden bin: Die Themen im Bereich Geschichte sind sehr stark auf Europa, bzw. Deutschland konzentriert. So findet sich zum Beispiel nichts über die Entdeckung Amerikas.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Manuela Meierhofer:
Himmel ohne Ende von Julia Engelmann
Mich konnte das Buch weder inhaltlich noch sprachlich erreichen.
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