Kunden em pfehlungen
Rezensionen von clematis:
Chan oder Chan
Belladonnas von Liann Zhang
Die Zwillingsschwestern Julie Chan und Chloe Chan werden nach dem Unfalltod der Eltern getrennt. Während Chloe in eine reiche Adoptivfamilie kommt, muss Julie bei ihrer geizigen Tante und dem unliebsamen Cousin aufwachsen. Als Chloe, die sich zu einer bekannten Influencerin entwickelt hat, plötzlich nicht mehr erreichbar ist, fliegt Julie aus ihrem kanadischen Dorf nach New York – und verwickelt sich in ein Netz von wirren Geschehnissen.
Kann sie nahtlos in das Leben ihrer Schwester wechseln?
Liann Zhang schafft es immer wieder, unterschiedliche Welten aufeinanderprallen zu lassen, so sind es zu Beginn die Gruppe der Influencerinnen rund um Chloe und das harte Arbeitsleben von Julie an der Supermarktkassa, später die Welt der „Normalsterblichen“ versus der eingeschworenen Gruppe von Belladonnas auf einer Privatinsel. Bemerkenswert ist, wie sich die Atmosphäre im Buch im Laufe der Zeit wandelt, von einer verführerischen Illusion in eine dunkle Phase von Gruppenzwang und Machtausübung. Während ich vom Beginn der Geschichte durchwegs gefesselt war, ist mir das Ende aber dann doch ein wenig zu stark in eine sektenähnliche Stimmung abgedriftet. Aber wer weiß, unter dem Einfluss von allen möglichen Drogen empfindet und tut man vielleicht wirklich so verstörende Dinge. Die Auflösung kommt kurz und bündig daher, lässt den Leser verwundert den Kopf schütteln und das Buch dennoch zufrieden zur Seite legen.
Außergewöhnliche Szenen, ein mitnehmender Schreibstil und gelungene Charakterstudien verleihen dem spannenden Roman seine Besonderheit.
Rezensionen von Lorenz Bruckner:
Ein magisches Herzensbuch – nicht nur für Kinder
Mira und der Regenbogenring von C. L. Lanner
Ein Hauch von Magie, der in der Luft liegt
Schon auf den ersten Seiten spürt man, dass „Mira“ kein gewöhnliches Kinderbuch ist. Die Geschichte öffnet sich leise, fast flüsternd, und entfaltet eine geheimnisvolle Stimmung, die sofort neugierig macht. Sprache, Rhythmus und Atmosphäre greifen ineinander – man riecht den Wald, hört den Wind, fühlt das Kribbeln in Miras Fingerspitzen.
Der wundervolle Autor C. L. Lanner versteht es, Spannung nicht durch Lautstärke, sondern durch Andeutung zu erzeugen. Es ist dieses feine, kaum Greifbare zwischen den Zeilen, das junge Leser*innen in den Bann zieht und auch Erwachsene mitlesen lässt. Besonders stark ist, wie das Buch Nähe zu Natur, Neugier und innerer Stimme weckt – ohne belehrend zu wirken.
Mira ist eine Figur, mit der man mitfiebert: mutig, unsicher, echt. Ihre Entdeckung im Wald wirkt wie der Beginn eines größeren Abenteuers – aber auch wie eine Einladung, sich selbst zu vertrauen.
Ein poetisches Kinderbuch mit Spannung, Herz und einer Prise Magie – ideal für alle, die Geschichten lieben, in denen sich das Alltägliche langsam in etwas Besonderes verwandelt.
Rezensionen von brauneye29:
Hat mir gefallen
In den Scherben das Licht,2 Audio-CD, 2 MP3 von Carmen Korn
Zum Inhalt:
Der Krieg ist erst ein Jahr vorbei, die Stadt zerstört und das Leben hart. In einem Keller des Hauses von Friede Wahrlich begegnen sich der sechzehnjährige Gert und die vierzehnjährige Gisela. Beide haben ihre Familie verloren und kämpfen ums Überleben. Während Gert die Suche nach den Eltern weiter betreibt, will Gisela nicht suchen.
Ist sie doch überzeugt, dass sie Eltern nicht mehr leben können.
Meine Meinung:
Ich mag Geschichten, die in der Nachkriegszeit spielen. Hier dann auch mal aus der Sicht von doch recht jungen Protagonisten, aber die hat es nun mal auch gegeben, das hat mir schon mal gut gefallen. Wen ich als Charakter sehr interessant fand, war aber auch Friede. Diese Frau hat etwas Besonderes, was mich durchaus in den Bann gezogen hat. Ich fand die Beschreibungen, wie schwer das Leben war, wie mit der Vergangenheit umgegangen wurde, aber auch wie hoffnungsvoll die Protagonisten sich daran machen, etwas positives zu erreichen. Ich hatte die Hörbuchversion, die ich gut gelesen fand.
Fazit:
Hat mir gefallen
Rezensionen von Shilo:
Zwischen Freundschaft und Liebe
Nitnatsnok ist kein Palindrom von Kai Bischof
Schon von den ersten Seiten an fällt die ruhige und einfühlsame Erzählweise auf. Konstantin und Hannah wirken sofort lebendig, ihre Welt ist nah und greifbar. Die beiden kennen sich schon seit Jahren, doch ganz langsam verändert sich etwas in ihrer Freundschaft. Diese Veränderung zeigt sich Schritt für Schritt in den Momenten, die sie miteinander teilen.
Viele Szenen wirken harmonisch und vertraut. Ein Blick, ein kurzes Lächeln oder ein stiller Augenblick sagen oft mehr als Worte. Auf der Klassenfahrt nach Berlin wird das besonders deutlich. Die Stadt bleibt nur im Hintergrund und gibt den beiden Zeit, ihre Gefühle leise entstehen zu lassen.
Der Autor vermittelt sehr ehrlich, wie unsicher diese ersten Emotionen sein können. Konstantin und Hannah begegnen sich auf Augenhöhe, offen und verletzlich. Und sie beginnen dem anderen gegenüber dünnhäutig zu werden.
Die Geschichte erzählt leise und klar von Freundschaft, vom ersten Verliebtsein und davon, wie es Mut braucht, seinen eigenen Weg zu gehen. Alles wirkt echt und glaubwürdig. Am Ende bleibt eine angenehme Wärme zurück und die Erinnerung daran, wie besonders die ersten Momente der Nähe sein können.
Fazit:
Dieses Buch kann auch wunderbar von Erwachsenen gelesen werden. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Vobabooks:
Berührend
Eden von Auður Ava Ólafsdóttir
„Eden“ ist ein Roman von Auður Ava Ólafsdóttir. Die Sprachwissenschaftlerin Alba aus Reykjavík krempelt ihr Leben um und zieht kurzerhand aufs Land und pflanzt in ihrem Garten Eden Bäume - mit Danyel, dem 16jährigen Flüchtling.
Ein leises Buch, das nachklingt. Entspannend zu lesen. Alba ist eine sympathische, ruhige und interessante Hauptfigur.
Und auch einige Nebencharaktere werden näher dargestellt. Ausserdem gibt es immer wieder linguistische Erläuterungen, zudem spielen Island, Umwelt, Natur und die Gesellschaft eine wichtige Rolle. Besonders fand ich den Schreibstil, ich fand ihn angenehm, interessant, berührend und mitunter humorvoll. Der Schreibstil ist eher beobachtend/dokumentierend und sachlich - es werden viele Gedanken und Situationen beispielsweise geschildert, doch Gefühle werden kaum genannt. Ein berührendes Buch.
Rezensionen von Gavroche:
Wunderbar
Mr. Saitos reisendes Kino von Annette Bjergfeldt
Ich liebe einprägsame erste Sätze in Romanen und dieser rangiert definitiv ganz weit oben.
Fabiola und Lita, geboren auf einer Tangotanzfläche, im Jahr 1927, führen ein unkonventionelles Leben. Als Fabiola mal wieder wegen ihrer Liebe zum Tango und zu Schuhen in Probleme gerät, verlassen sie Argentinien.
Eigentlich wollten sie in das glamouröse Paris, doch dann landen sie in Kanada auf der Insel Upper Puffin Island. Und Neufundland ist nun wirklich nicht der Nabel der Welt. Highlight ist immer der Besuch des Japaners Mr. Saito, der einmal im Jahr mit seinem Wanderkino auf die Insel kommt.
Im Seemansheim "Bethlehem", das zugleich eine Pension ist, treffen die beiden auf ganz unterschiedliche Charaktere, die alle wunderbar beschrieben werden.
Der auf dem Cover abgebildete Papageientaucher hat auch seine Rolle in dem Roman.
Eine große Bandbreite an Emotionen und Geschichten, ein wunderbarer Roman.
Rezensionen von Gavroche:
Persönlicher Fall
Dann ruhest auch du von Sandra Åslund
Maya Topelius und ihr Kollege Pär ermitteln in ihrem dritten Fall und auch wenn ich die Vorgänger nicht gelesen habe, so wurde mir spannende Unterhaltung geboten.
Eigentlich sollte es nur ein Besuch bei ihren Eltern in Südschweden, in Öland, sein, aber schnell wird Maya in eine Mordermittlung reingezogen und auch Pär reist aus Stockholm an.
Der Fall weist Verbindungen zu einem ungeklärten Fall aus Mayas Jugend auf und darum ist dies auch eine persönliche Sache für Maya.
Es gibt Verbindungen zur rechtsextremen Szene und es bleibt nicht bei dem einen Mord. Aber warum diese Inszenierung der Opfer?
Fragen über Fragen, die alle gut beantwortet werden. Ein spannender Fall mit einer guten Prise Schweden-Ambiente.
Und definitiv mit einer Ermittlerin, die ihre ganz eigenen Wege geht und natürlich gibt es auch eine Reihe von Überraschungen bis zur Auflösung.
Rezensionen von Schlafmurmel:
ein kurzer, aber packender Fall für Eric Holler
Eric Holler: Gelsenblut von Roman Just
Der neueste Fall von Eric Holler hat es wirklich in sich. Was zunächst wie ein harmloser Routineauftrag wirkt, entpuppt sich schnell als verwirrend komplexer Fall. Holler soll eine Ehefrau beschatten – eine Art Treuetest. Doch weit kommt er nicht, denn sein Auftraggeber wird ermordet. Als wäre das nicht genug, stellt sich heraus, dass die Frau, die Holler observiert hat, die Zwillingsschwester der Ehefrau ist – und der andere Zwilling hat das Opfer gefunden.
Verwirrung vorprogrammiert.
Offenbar liebten beide Schwestern denselben Mann, der nun plötzlich tot ist. Aber warum? Und welches Motiv steckt dahinter? Gemeinsam mit Kommissar Werthofen arbeitet Holler an dem rätselhaften Fall und tappt lange Zeit im Dunkeln. Doch Holler wäre nicht Holler, wenn er nicht irgendwann die losen Fäden zusammenführen und Licht ins Dunkel bringen würde. Und tatsächlich: Die Auflösung ist deutlich überraschender, als ich erwartet hatte.
Die Geschichte ist erneut äußerst spannend geschrieben, voller Wendungen und mit einem Ende, das man so nicht kommen sieht
Rezensionen von Liselottchen:
Mütter, Töchter und Geheimnisse
Liebe kennt keine Vergangenheit von Annette Chavez Macias
Die mexikanisch stämmig Yesica hat es beruflich geschafft und Karriere bei einer Firma gemacht. Der plötzliche Unfalltod ihres Mannes wirft sie aus der Bahn. Sie unterdrückt sämtliche Gefühle, wird immer gereizter, bis sie in der Firma explodiert, ihr Team anschreit und das Handy durch die Gegend schmettert.
Ihr Chef zwingt sie zu einer Auszeit und auch dazu, eine Trauergruppe zu besuchen. Zur gleichen Zeit ziehen ihre Mutter Ana und Großmutter bei ihr ein, weil deren Haus wegen eines Wasserschadens renoviert werden muss. Die Frauen verbindet, dass sie alle Witwen sind. Während Yesica sich widerwillig dazu entschließt, die Trauergruppe zu besuchen, brechen bei allen drei Frauen alte Krusten auf, Geheimgehaltenes wird endlich ausgesprochen und langsam heilen alte Wunden.
Es ist ein Roman der leisen Töne – der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Die Story wird abwechselnd aus der Sicht von Yesica und ihrer Mutter Ana erzählt, sodass ich mich sehr gut in die Gefühle und Ängste der beiden hineinversetzen konnte. Nach und nach können sich Mutter und Tochter einander anvertrauen, Großmutter Melda ist die vermittelnde Person, jedoch hat auch sie ihr ganz eigenes erschütterndes Erlebnis, das sie bis in Alter verfolgt. Ganz zart kommt auch die Liebe zu Wort.
Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, ich konnte zahlreiche Gefühle nachvollziehen und habe mit den Frauen gelitten. Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle, an alle Leserinnen, die sich gern mit tiefgehenden Familiengeschichten mit historischem Hintergrund befassen. Die Geschichte rund um die Vertriebenen aus Chavez Ravine, die dem riesigen Dodgers-Stadion in Los Angeles weichen mussten, hat mich tief erschüttert.
Ein Buch, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Rezensionen von Liselottchen:
Herzschmerz im Ambiente des Gardasees
Das kleine Café am Gardasee: Stracciatellaküsse von Sara Pepe
Gina findet sich nach Trennung von ihrer langjährigen Freundin Trixi in einer WG am Gardasee wieder, zusammen mit Luna und Diego. Durch ihn lernt sie Lorenzo kennen, der Koch ist und ein eigenes Restaurant führt. Bereits bei der ersten Begegnung verstehen sich die beiden auf Anhieb, leider macht Gina eine Beobachtung und verdächtigt ihn, dass er Drogen nimmt.
Aus diesem Grund hält sie Abstand. Nur weil sie das Geld braucht, hilft sie ihm bei dem Catering einer Hochzeit aus. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse.
Der Roman besticht besonders durch das Ambiente am Gardasee. Es ist mein erstes Buch der jungen Autorin, der freche Schreibstil liest sich locker und mit der fröhlichen Gina, die in der Liebe keinen Unterschied zwischen Mann und Frau macht, hat sie eine eigenwillig moderne Figur geschaffen. Selbst das ernste Thema Drogenmissbrauch, dass auch vor der Gastronomie keinen Halt macht, wird gut in die Story eingewoben. An manchen Stellen hätte ich mir einen Tick mehr Tempo gewünscht. Unter dem Strich ist es ein leichter Wohlfühlroman, der durch das italienische Flair die Sehnsucht nach Sommer und Süden weckt.











