Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gute_Laune:
Jeder ist besonders!
Eine Oma für alle Fälle von Christian Wichmann
Edgar hat Ferien, ist aber fast den ganzen Tag allein zu Hause, weil die Eltern beruflich gerade ein wichtiges Projekt haben. Für Edgar ist das kein Problem, dennoch ist es spannend, als eine neue Bewohnerin ins Mietshaus einzieht. Sie ist ganz eindeutig das ganze Gegenteil von Edgar. Er liebt Ordnung und gesunde Ernährung, sie liebt das Chaos und Süßigkeiten.
Doch die beiden werden blitzschnell zu besten Freunden.
Ich finde das Buch einfach entzückend, bezaubernd, liebenswert! Jede Figur ist hier auffallend auf eigene Weise. So hat Edgar für jeden Wochentag eine Farbe, die er in der Kleidung ausdrückt. Außerdem trägt er immer Krawatte! Frau Koschitz hängt alle Bilder verkehrtherum auf. Es macht Freude und Spaß und Mut und zeigt, dass jeder auf seine eigene Art besonders ist und das gut und richtig ist. Frau Manteufel, die ebenfalls im Haus wohnt, ist eine Paragrafenreiterin und immer schlecht gelaunt. Bisher hat Edgar sich davon einschüchtern lassen, doch Frau Koschitz zeigt ihm, dass er das gar nicht muss. Die beiden erleben herrliche Abenteuer, haben Spaß und zeigen Groß und Klein, wie wichtig es ist, Freude zu haben und Freude zu geben, jeden zu akzeptieren, denn Edgar macht am Ende etwas sehr Liebes.
Man könnte sich jetzt daran aufhängen, dass man 8jährige Kinder nicht alleine zu Hause lässt und es ganz schrecklich ist, wenn sie zu Fremden in die Wohnung gehen. Ich denke aber, dass die Realität manchmal eben nicht perfekt ist und man auch 8jährigen ein gewisses Maß an Urteilsvermögen zutrauen darf. Edgar hat das meiner Meinung nach großartig gelöst. Und die Eltern können beim Vorlesen ja auch darauf hinweisen, das Kind fragen, wie klug es ist, ohne Bescheid zu geben, zu jemandem zu gehen. Für mich ist dies also kein schwerwiegender Kritikpunkt.
Die Illustrationen von Julia Christians sind perfekt! Sie hat es geschafft, die Figuren perfekt zu treffen, lebendig zu machen und die Texte damit noch lebendiger zu machen. Ich hätte sogar gern noch mehr davon im Buch gefunden. Die Länge der einzelnen Kapitel ist gut gelungen. Es gibt Kapitel mit viel Witz und welche mit Spannung. Eine sehr schöne Mischung. Die Altersangabe ab 6 Jahren finde ich stimmig.
Für mich ein tolles Kinderbuch zum Vorlesen und später selbst lesen. Fünf Sterne!
Rezensionen von brauneye29:
Interessant
Spielverderberin von Marie Menke
Zum Inhalt:
Lotte und Sophie stammen aus der gleichen Bauernschaft und kennen sich seit Kindesbeinen auf. In der Oberstufe stößt die Städterin Romy dazu. Sie ist unkonventionellen, aber auch unzuverlässigen. Die Dreierfreundschaft ist geprägt von einer gewissen Faszination. Als Romy plötzlich verschwindet, reißen alte Wunden auf, denn in der Vergangenheit lag auch eine Nacht, an die eine nicht erinnert werden darf.
Meine Meinung:
Das Buch hat eine ungeheure Sogwirkung auf mich ausgeübt. Ich wollte immer weiterlesen, weil mich die Geschichte der drei Freundinnen ungeheuer fasziniert hat. Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen, die dann nach und nach auch die Vergangenheit der Mädchen etwas klarer werden lässt. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, denn das Buch liest sich enorm gut. Das Cover hätte mich im Geschäft vermutlich eher nicht angesprochen.
Fazit:
Interessant
Rezensionen von S.L. :
Ein Geist als Mörder
The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love von Josie Silver
Melody Bittersweet kann Geister sehen und hören. Sie beschließt, daraus ein Geschäft zu machen. Sie möchte also Geister vertreiben; klar, wer will schon mit Geistern zusammen wohnen. Und die selbst wollen erlöst werden oder Botschaften überbringen lassen. Könnte so schön sein, wenn nicht ihr Ex einen trickreichen Konkurrenzkampf anzetteln würde.
Und: Geister sind nicht immer ehrlich!
Glücklicherweise hat sie eine hilfreiche und flippige Freundin und findet einen schüchternen, aber treuen Partner. Dazu kommen eine liebevoll dominante Mutter mit nervigen Kuppelversuchen und eine champagnerverliebte Großmutter, die Melody mal unterstützt, mal nervt. Und dann noch dieser heiße Reporter… .
Josie Silber hat eine amüsante Romcom mit Krimielementen geschrieben.
Locker, witzig, leicht = gute Unterhaltung!
Rezensionen von brauneye29:
Hat was
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand von Baek Seungyeon
Zum Inhalt:
Nach einem schweren Schicksalsschlag muss Hyoyeong erstmal wieder zu sich kommen. In dem Briefladen, in dem die Zeit stillstand, lernt sie langsam das Leben wieder zu spüren. Durch die Geschichten von Menschen, die ihre Hoffnungen, Ängste und Träume zu Papier bringen lernt sie nicht nur neue Freunde kennen sondern auch, wie man wieder zu sich selbst findet.
Meine Meinung:
Nachdem ich mich zunächst besonders mit den Namen etwas schwer getan habe, entwickelte das Buch dann irgendwann eine Stimmung und einen Sog, der einen nicht mehr loslässt. Man lernt viele Menschen im Laufe des Buches kennen, es geht viel um das Briefeschreiben selbst. Der Schreibstil ist ruhig und unaufgeregt, was zum Thema gut passt. Es gibt unterschiedliche Stilelemente, die das Buch auflockern ohne zu es unruhig werden zu lassen. Mir hat das Buch gut gefallen.
Fazit:
Hat was
Rezensionen von Peachybookdreams :
Enttäuschende Prüfungen
Empire of Whispers and Shadows von Ursa Jaumann
Als großer Fan der japanischen Kultur war dieses Buch, nachdem ich den Klappentext gelesen habe, ein absolutes Must Read für mich. Leider musste ich feststellen, dass ich etwas ganz anderes erwartet habe.
Der Schreibstil der Autorin hat mir durchwachsen gefallen. Die japanisch inspirierte Welt ist wirklich wunderschön und ausgiebig beschrieben, sodass ich beim Lesen sehr schnell in diese eintauchen konnte.
Was für mich gar nicht zum Setting gepasst hat, waren die Kraftausdrücke der Protagonisten. Was mich sehr am Stil gestört hat, war, dass spannende Themen oft nur kurz angeschnitten, jedoch relativ schnell oder nur am Rand abgewickelt wurden.
Zum Beispiel, was mich richtig enttäuscht und während des Lesens verwirrt zurückgelassen hat, waren die Prüfungen, auf die ich mich persönlich am meisten gefreut habe. Als ich den Klappentext gelesen habe, stachen die Sieben Prüfungen sehr heraus, weshalb ich eine ziemlich große Erwartungshaltung hatte. Die ersten zwei Prüfungen werden noch verfolgt, jedoch plätscherten diese eher nebensächlich dahin. Dann gab es Zeitsprünge, bei denen plötzlich mehrere Prüfungen abgeschlossen worden sind, ohne dass man groß etwas davon mitbekommt. Wäre der Klappentext zu den Prüfungen etwas anders formuliert gewesen, glaube ich, wäre meine Enttäuschung weniger groß gewesen.
Saya war eine tolle Protagonistin. Ihr Leidensweg als Gezeichnete und das Verlangen nach Rache konnten mich emotional packen. Im Laufe der Geschichte kristallisiert sich immer mehr heraus, wie viel das Leben als Assassine ihr abverlangt. An ein paar Stellen erscheint sie aber noch etwas blass, besonders im Hinblick auf ihre Vergangenheit hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht.
Teno hat es mir anfänglich schwer gemacht, Sympathie für ihn zu empfinden. Seine Hintergrundgeschichte bietet zwar Erklärung für seine Tat, trotzdem konnte ich ihm nicht so schnell verzeihen wie Saya. Ein Punkt, welcher der Autorin aber sehr gelungen ist, sind die zarten und romantischen Momente, die echt zum Schmelzen waren. Die sanfte und fürsorgliche Seite von Teno, besonders in Bezug auf Traumata, hat meine Abneigung ihm gegenüber ins Wanken gebracht.
Das Ende war für mich etwas überfordernd, so viele Dinge passierten gleichzeitig. Generell empfand ich die Beschreibungen von Kämpfen als einen großen Wortschwall, bei dem ich schnell den Überblick verloren habe. Auch das plötzlich perfekte Beherrschen von Kräften wirkte für mich unrealistisch.
Fazit: Für mein Empfinden hat diese Geschichte mehr mit den Romance Aspekten punkten können. Die Welt wird zwar optisch toll beschrieben, jedoch fehlt mir bei so vielen Themen der rote Faden, um die Fantasy Elemente vollständig begreifen zu können. Besonders die Prüfungen haben mich enttäuscht. Der Plot Twist war interessant, jedoch bin ich noch nicht ganz sicher, ob ich zum nächsten Buch greifen werde.
Rezensionen von Julchentim:
Minnesota mit starkem Ende und viel Leerlauf
Minnesota von Jo Nesbø
Minnesota von Jo Nesbø hat mich zwiegespalten zurückgelassen.
Der Einstieg zieht sich. Ich musste mich durch die ersten Seiten kämpfen und hatte lange das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig in Gang kommt. Die Perspektivwechsel wirkten teils sprunghaft, vor allem in den Abschnitten, die zeitlich anders gelagert sind.
Dieser zusätzliche Erzählstrang hat für mich wenig Mehrwert gebracht und ist mit der Zeit fast verschwunden.
Der Ermittler konnte mich diesmal absolut nicht packen. Er erinnert stark an bekannte Figuren des Autors, bleibt für mich aber blasser und wenig sympathisch. Seine privaten Probleme nehmen viel Raum ein, ohne dass sich daraus eine echte Entwicklung ergibt. Das hat mich eher genervt als berührt.
Positiv ist die eigentliche Krimihandlung. Der Fall ist gut konstruiert, die Idee hinter dem Täter fand ich interessant. Auch das Thema Waffenrecht in den USA spielt eine wichtige Rolle und gibt dem Ganzen einen gesellschaftlichen Rahmen. Das letzte Viertel hat mehr Tempo. Hier zieht die Spannung deutlich an, und die Auflösung ist packend erzählt. Dafür vergebe ich die Sterne, mit ganz viel Gnade.
Insgesamt solide Unterhaltung, aber für mich eines der schwächeren Bücher des Autors.
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Überforderung und Staunen
Schleifen von Elias Hirschl
Du liest gerade meine Leseeindrücke zu dem neuen Roman von Elias Hirschl. Diese Leseeindrücke sind in Sätzen geschrieben und dieser Satz wird gerade von dir gelesen. Der vorherige Satz wird jetzt gerade nicht von dir gelesen, weil du stattdessen diesen Satz hier liest.
„Dieser Satz enthält kein ö, außer das ö, das darauf aufmerksam machen soll, dass dieser Satz kein ö enthält, sowie die sechs anderen ö (insgesamt also sieben ö), die darauf aufmerksam machen sollen, wie viele ö in diesem Satz sind, um darauf aufmerksam zu machen, dass kein ö in diesem Satz ist.
“
Wenn es dir Spaß macht, solchen Sätzen und wahren wie unwahren Absurditäten zu folgen, dann ist „Schleifen“ von Elias Hirschl ein Roman für dich. Ich hatte wirklich kolossalen Spaß und große kafkaeske Verwirrung beim Lesen. Oder hatte ich … klangwirres Lesen, dunkel kolossal, kafkaesk funkelnd?
Es ist eigentlich kaum möglich, von einer Handlung zu sprechen. Für die, die es konkret wollen, versuchen wir es mal so: Hirschl erzählt quasi den Lebenslauf von Franziska Denk nach. Die Sprachwissenschaftlerin ist auf der Suche nach einer Universalsprache, die nicht tot sein soll, sondern die lebendig und fluide ist und sie soll ihre eigene Bedeutung selbst verändern können. Und eigentlich träumt sie davon, die Sprache selbst und die damit einhergehenden Verwirrungen und Missverständnisse zu überwinden. Gewünscht wird die postsprachliche Utopie. Zeitweise wird sie dabei vom Mathematiker Otto Mandl unterstützt.
„Zur Frage, ob Denk und Mandl jetzt gefickt haben oder nicht, gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Dr. Anke Fiszank von der Kieler Christian-Albrechts-Universität geht davon aus, dass die beiden gefickt haben. Azsad Kernfink vom Germanistikinstitut der Universität Wien vertritt hingegen die These, dass die beiden nicht gefickt haben.“
Nur leider, leider werden die Nonverbalisten um Franziska Denk dann zu einer Art Terrorgruppe und es eskaliert ein bisschen.
Nichts an dem Roman ist Zufall: nicht die Namen, nicht die Geschichten, nicht die Referenzen (oder doch?). Es ist unmöglich, alle Eastereggs und MacGuffins (!) zu erkennen. „Schleifen“ ist ein Wunderhorn der absurden und surrealen Geschichten, auf jeder Seite erwarten mich neue Kuriositäten und Spielereien. Eine Metabene in der Metaebene in der Metaebene in der Möbiusschleife, die natürlich beim Zsolnay Verlag erschienen ist.
Ich bin schon seit „Salonfähig“, das bist heute eine meiner liebsten und abgefahrensten Politsatiren ist, begeisterte Leserin des österreichischen Schriftstellers, der mich mit mit seinem genialen Ideenreichtum und der intellektuellen Stimulans in seinem neuen Roman aus meiner Comfortzone bombt. Diese Art der permanenten geistigen Überforderung und des ungläubigen Staunens beim Lesen kenne ich sonst nur von Raphaela Edelbauer.
Rezensionen von S.:
Ein Geist als Mörder
The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love von Josie Silver
Ein Geist als Mörder
Melody Bittersweet kann Geister sehen und hören. Sie beschließt, daraus ein Geschäft zu machen. Sie möchte also Geister vertreiben; klar, wer will schon mit Geistern zusammen wohnen. Und die selbst wollen erlöst werden oder Botschaften überbringen lassen. Könnte so schön sein, wenn nicht ihr Ex einen trickreichen Konkurrenzkampf anzetteln würde.
Und: Geister sind nicht immer ehrlich!
Glücklicherweise hat sie eine hilfreiche und flippige Freundin und findet einen schüchternen, aber treuen Partner. Dazu kommen eine liebevoll dominante Mutter mit nervigen Kuppelversuchen und eine champagnerverliebte Großmutter, die Melody mal unterstützt, mal nervt. Und dann noch dieser heiße Reporter… .
Josie Silber hat eine amüsante Romcom mit Krimielementen geschrieben.
Locker, witzig, leicht = gute Unterhaltung!
Rezensionen von Paul Kretzschmar:
Terror auf Ganymed
Das Ganymed-Fragment von David Reimer
Der Autor David Reimer hat mit "Das Ganymed-Fragment" eine Mischung aus Sci-Fi, Thriller und Horror verfasst, in der korrupte Konzerne ihre wirtschaftliche Macht skrupellos auszunutzen wissen..
Beim Fund eines geheimnisvollen Alien-Artefaktes, auf dem Jupitermond Ganymed, werden plötzlich Moral, Loyalität und Verstand außer Kraft gesetzt.
Menschenleben gelten nur noch als notwendige Kollateralschäden. Es entwickelt sich ein dramatisches Szenario in dem selbst das Überleben der gesamten Menschheit nunmehr gefährlich auf dem Spiel steht.
Der Schreibstil zeichnet sich durch einen glaubhaften Plot, düster-kühle Stimmung, gelungene Protagonisten, Tempo und Spannungsreichtum aus.
Auch ethische Fragen, wie Machtmissbrauch und Ausbeutung, werden nicht ausgeklammert und hinterlassen gelegentlich ein beklemmendes Gefühl.
Ich habe mich durchgehend bestens unterhalten gefühlt und spreche gern eine Leseempfehlung aus!
Der Autor David Reimer hat mit "Das Ganymed-Fragment" eine Mischung aus Sci-Fi, Thriller und Horror verfasst, in der korrupte Konzerne ihre wirtschaftliche Macht skrupellos auszunutzen wissen..
Beim Fund eines geheimnisvollen Alien-Artefaktes, auf dem Jupitermond Ganymed, werden plötzlich Moral, Loyalität und Verstand außer Kraft gesetzt. Menschenleben gelten nur noch als notwendige Kollateralschäden. Es entwickelt sich ein dramatisches Szenario in dem selbst das Überleben der gesamten Menschheit nunmehr gefährlich auf dem Spiel steht.
Der Schreibstil zeichnet sich durch einen glaubhaften Plot, düster-kühle Stimmung, gelungene Protagonisten, Tempo und Spannungsreichtum aus.
Auch ethische Fragen, wie Machtmissbrauch und Ausbeutung, werden nicht ausgeklammert und hinterlassen gelegentlich ein beklemmendes Gefühl.
Ich habe mich durchgehend bestens unterhalten gefühlt und spreche gern eine Leseempfehlung aus!
Der Autor David Reimer hat mit "Das Ganymed-Fragment" eine Mischung aus Sci-Fi, Thriller und Horror verfasst, in der korrupte Konzerne ihre wirtschaftliche Macht skrupellos auszunutzen wissen..
Beim Fund eines geheimnisvollen Alien-Artefaktes, auf dem Jupitermond Ganymed, werden plötzlich Moral, Loyalität und Verstand außer Kraft gesetzt. Menschenleben gelten nur noch als notwendige Kollateralschäden. Es entwickelt sich ein dramatisches Szenario in dem selbst das Überleben der gesamten Menschheit nunmehr gefährlich auf dem Spiel steht.
Der Schreibstil zeichnet sich durch einen glaubhaften Plot, düster-kühle Stimmung, gelungene Protagonisten, Tempo und Spannungsreichtum aus.
Auch ethische Fragen, wie Machtmissbrauch und Ausbeutung, werden nicht ausgeklammert und hinterlassen gelegentlich ein beklemmendes Gefühl.
Ich habe mich durchgehend bestens unterhalten gefühlt und spreche gern eine Leseempfehlung aus!
Rezensionen von Shilo:
Freundschaft im Wedding der dreißiger Jahre
Die Musketiere vom Wedding von Orlando Stein
Der Roman führt in den Wedding der frühen dreißiger Jahre, in enge Straßen, kleine Wohnungen und ein Leben, das vom Zusammenhalt geprägt ist. Vier junge Männer stehen im Mittelpunkt, verbunden durch eine Freundschaft, die nach einem einfachen Grundsatz funktioniert: einer für alle, alle für einen.
Diese Verbindung ist fest und selbstverständlich. Sie halten zusammen, ohne große Worte, getragen von Vertrauen und gemeinsamer Herkunft.
Der Alltag ist bestimmt von Armut, von kleinen Hoffnungen und von dem Wunsch, sich trotz allem ein eigenes Leben aufzubauen. Politische Spannungen drängen sich immer stärker in ihr Leben und beginnen, ihren Alltag spürbar zu verändern. Einer der Freunde gerät in den Sog der neuen Macht, ein anderer bewegt sich durch eine verborgene Liebesgeschichte, die beglückend ist und zugleich von Unsicherheit begleitet wird. Diese Entwicklungen gehören ganz selbstverständlich zur Geschichte.
Besonders eindrücklich ist, wie selbstverständlich queere Identität Teil der Erzählung ist. Sie wird nicht hervorgehoben und nicht erklärt, sondern einfach gelebt. Die Beziehung zu dem amerikanischen Journalisten ist von Nähe und Wärme geprägt, doch es bleibt unklar, ob sie eine Zukunft haben kann. Diese Offenheit passt zur Zeit und zur Situation der Figuren.
Die politische Entwicklung rückt näher, ohne den Roman zu beherrschen. Der Zerfall der Demokratie zeigt sich in Gesprächen, in Haltungen und in Entscheidungen. Man spürt, wie sich Denkweisen verändern und wie Loyalität zunehmend an Bedeutung gewinnt. Trotz aller Unterschiede und Wege bleibt die Freundschaft der vier jungen Männer der feste Kern der Geschichte. Sie ist nicht idealisiert, sondern tief verwurzelt und glaubwürdig.
Der Stil bleibt klar und zurückhaltend. Die Wirkung entsteht aus Nähe, aus Alltagsszenen und aus dem Gefühl, diese Figuren wirklich zu kennen. Beim Lesen wächst eine innere Spannung, gleichzeitig bleibt eine Wärme, die aus dem Zusammenhalt der Freunde entsteht.
Am Ende bleibt ein starkes und nachhaltiges Lesegefühl. Die Geschichte wirkt nach, nicht wegen einzelner dramatischer Momente, sondern wegen der Menschen, die sie trägt. Ein Roman, der still überzeugt und zeigt, wie wichtig Freundschaft und Haltung in schwierigen Zeiten sind.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung











