Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gletscherwoelfchen:
Ich bin gespannt auf die Fortsetzung!
Vesselless – Mein verräterisches Herz von Cortney L. Winn
Düstere Romantasy mit einem Geist als Love-Interest? Dieses Schmuckstück musste ich mir näher ansehen! Und ich finde, das Debüt von Cortney L. Winn kann sich in vielerlei Hinsicht sehen lassen.
Winns Schreibstil ist ruhig, direkt und auf innere Monologe fokussiert, lässt das Worldbuilding und insbesondere auch das Magiesystem aber dennoch keineswegs zu kurz kommen.
Dadurch entsteht eine dichte, stellenweise fast beklemmende Stimmung, die sich konsequent durch den gesamten Roman zieht. Ich empfand das zum einen als sehr eindringlich, zum anderen allerdings auch als ein wenig fordernd, da sich Gedanken und Emotionen teilweise wiederholen. Für Leser, die gern tief in die Gefühlswelt einer Figur eintauchen, dürfte genau das jedoch ein Pluspunkt sein.
Besonders gelungen fand ich die Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Nähe wirkt hier selten einfach nur unbeschwert, sondern ist oft von Unsicherheit, Abhängigkeiten und emotionaler Schwere geprägt. Dies fühlt sich durchweg authentisch an und passt gut zur intensiven Grundstimmung des Buches.
Thematisch setzt sich Vesselless intensiv mit innerer Leere, Selbstzweifeln und dem Gefühl auseinander, nicht richtig im eigenen Leben anzukommen. Diese Themen werden ernst genommen und nicht romantisiert, was ich als sehr positiv empfunden habe. Dennoch ist das Buch dadurch nicht für jede Stimmung geeignet und verlangt Aufmerksamkeit sowie emotionale Bereitschaft.
Insgesamt halte ich Vesselless für eine lesenswerte Lektüre für alle, die intensive, etwas düstere Geschichten mögen und keine Angst vor schweren Themen haben.
4/5 Sterne
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Zwischen Stricknadeln, Wolle und Ostsee
Ostseebriefe von Jane Hell
Ich liebe die Bücher von Jane Hell sehr : für mich sind sie eine absolute Wohlfühlgarantie und obwohl es heute keine Fischbrötchen gab, habe ich mich sehr gerne mit ihr auf den Weg an die Ostsee gemacht :
Mira liebt die kleine Wollmaus, den Strickladen ihrer Freundin Ingeborg, die leider verstorben ist.
Bei der Testamentseröffnung, bei der sie anwesend sein soll, wird sie zu ihrer Überraschung auf letzten Wunsch von Ingeborg Eigentümerin der Wollmaus. Ganz zum Entsetzen von Elias, Ingeborgs Enkel – der aus dem Haus mitsamt der Wollmaus ein neues Gebäude erschaffen möchte.
Erst einmal habe ich mich in der Wollmaus mit Mira so wohl gefühlt – ich konnte richtig nachempfinden, wie sie vor dem Laden mit ihrem Tee sitzt und strickt; schon da war ich komplett im Buch drin. Gefallen hat mir auch, wie Elias sich vom Ekel zum Woll-Neuling entwickelt hat und wie die beiden sich näher gekommen sind.
Jane Hell versteht es so toll, einen in ihre Bücher zu ziehen, die Geschichten miterleben zu lassen und dabei noch eine Prise salzige Meeluft zu versprühen.
Mich hat das Buch komplett begeistert und deshalb gebe ich gerne eine absolute, ganz klare und von Herzen gemeinte Leseempfehlung !
Rezensionen von milky:
Einfühlsamer Roman
Und alles zerbricht (Paper Hearts 1) von Maxine Reuker
Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut, da es thematisch sehr gut zur Geschichte passt: es werden alle wichtigen Bereiche in Milas Leben abgedeckt. Die Farbgestaltung und den Farbschnitt finde ich auch sehr gelungen.
Mila ist 16 Jahre alt und hat das perfekte Leben in Berlin: sie hat tolle Eltern, ein großes Haus und ihre beste Freundin und deren Mutter direkt in der Nähe und sie können jede freie Minute gemeinsam verbringen.
Plötzlich ziehen Mila und ihre Familie nach Zürich und ihr Leben gerät aus den Fugen. Dort gerät Mila in eine Essstörung und findet sich bald in einer Klinik wieder, wo sie sich in den mysteriösen Nicolas verliebt.
Die Autorin Maxine Reuker erzählt in ihrem Roman sehr feinfühlig und empathisch von Milas Leben und den Umständen, die sie in die Essstörung treiben. Ihre Schreibweise ist sehr angenehm und trotz des schwierigen Themas bleibt der Ton stets positiv und liebevoll.
Fazit: ein toller Roman, den jedes junge Mädchen lesen sollte - you are enough.
Rezensionen von jori1020:
Wenn aus Liebe Obsession wird
Ultramarin von Ann-Christin Kumm
Mit 'Ultramarin' legt Ann-Christin Kumm ein spannendes und stellenweise sehr packendes Debüt vor. Der Roman funktioniert vor allem als intensives Kammerspiel, das von den komplexen Beziehungsdynamiken seiner drei Protagonist*innen lebt.
In der flirrenden Hitze eines dänischen Sommers verbringen Lou, sein Freund Raf und Nora einige Tage am Meer.
Doch schnell wird deutlich, dass unter der Oberfläche einiges im Argen liegt – insbesondere in der Beziehung zwischen Lou und Raf. Mit Noras Auftauchen scheinen alte Konflikte und unausgesprochene Verletzungen wieder aufzubrechen. Als Nora schließlich plötzlich verschwindet, spitzt sich die Situation weiter zu.
Die Geschichte entfaltet sich in verschiedenen Zeitebenen. Nach und nach erfahren die Leser*innen mehr über die Vorgeschichte, über ihre Beziehungen zueinander und über die Ereignisse während dieses gemeinsamen Urlaubs. Daraus entsteht eine in weiten Teilen mitreißende und spannungsgeladene Erzählung.
Sprachlich konnte mich der Roman allerdings nicht durchgehend überzeugen. Besonders die häufige und teilweise monotone Wiederholung von Inquit-Formeln in der wörtlichen Rede empfand ich mit der Zeit etwas störend. Auch das Verhalten der Figuren erschien mir in manchen Situationen nicht immer ganz nachvollziehbar.
Gehört habe ich den Roman als Hörbuch aus dem Der Audio Verlag, gelesen von Jannik Schürmann. Er ist für diese Geschichte eine sehr passende Besetzung. Durch seine Interpretation gewinnt die Handlung zusätzlich an Spannung, und die dichte, sommerlich aufgeladene Atmosphäre wird sehr gut transportiert.
Alles in allem bleibt 'Ultramarin' ein intensives und kurzweiliges Lese- beziehungsweise Hörerlebnis, das mit starken Momenten überzeugt, auch wenn es einige kleinere Schwächen hat.
Rezensionen von Gavroche:
Anfang der 1990er Jahre
Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson
Die Welt ist im Umbruch, der Eiserne Vorhang ist gefallen, es gibt nicht mehr die jahrelange Trennung zwischen Ost und West. Und das ist natürlich nicht einfach für einen Doppelspion, denn der alte Feind ist jetzt kein Feind mehr, die Sowjet-Union existiert nicht mehr.
Dieter Germeshausen war nie sonderlich gut als Doppel-Spion, aber dennoch ist er wichtig, denn er ist im Besitz von brisanten Informationen.
Gleich zu Beginn befinden wir uns in Kasachstan und Dieter wird vergiftet. Dann gibt es einen Zeitsprung zurück, wir befinden uns in Rom.
Das Buch ist hauptsächlich abwechselnd aus den Perspektiven von Dieter und dem jungen Dichter Jakob Dreiser geschrieben.
Jakob Dreiser freut sich, hinter die Mauern der Botschaft zu schauen, er hat in der Schule Russisch gelernt, ist recht erfolgreich als Dichter und wirkt ein wenig gelangweilt und braucht etwas mehr Pepp in seinem Leben. Und so wird er von Dieter als Spion angeworben.
Eine skurrile Geschichte entwickelt sich im Verlauf des Buches, mit ganz viel 90er Jahre Flair - Mode, Musik, Politik,... - und anfangs hatte ich ganz viele Fragen an das Buch. Ein Buch, das sich abhebt und anders ist, kein klassischer Spionageroman, aber mit vielen "Seitenhieben" auf diese Romane.
Rezensionen von liesmal:
Sowas von keine Ahnung
Kalt wie die Luft von Orjan N. Karlsson
So wie die kalte und raue Landschaft nördlich des Polarkreises in der Kleinstadt Bodø, so empfinde ich die gesamte Stimmung. Ich fühle mich wohl, auch wenn gerade die 19-jährige Iselin Hanssen nicht von ihrer Joggingtour nach Hause zurückgekehrt ist.
Es sind viele Menschen, die zu Beginn vorgestellt werden, allen voran Kriminalkommissar Jakob Weber und seine neue Kollegin Noora, die von Oslo nach Bodø versetzt wurde.
Ich wünsche mir, dass die beiden ein tolles Gespann werden.
Zunächst hat mich die Spannung noch nicht ergriffen, der Schreibstil ist eher ruhig, aber keineswegs langweilig. Dann verschwindet eine weitere Frau und ein Cold Case wird damit in Verbindung gebracht.
Viele Menschen, viele Verdächtige, Spekulationen – und zwischendurch immer wieder Texte in Kursivschrift. Haben sie mit dem Cold Case zu tun? Oder kommt hier der Täter zu Wort?
In relativ kurzen Kapiteln stehen wechselnde Protagonisten im Vordergrund, es wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Ohne irgendeine Idee im Blick auf den Täter lese ich gebannt bis zum Schluss, um dann zu erkennen, dass ich wirklich überhaupt keine Ahnung hatte. Gut gemacht!
Einige Fragen sind noch da. Ob wohl der Folgeband Aufschluss gibt?
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und gebe gern eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Niko:
wenn du entscheiden kannst, wer du bist, entscheide dich für gut sein
Die Namen von Florence Knapp
Der Debütroman von Florence Knapp, "Die Namen", ist ein sehr emotionaler Familienroman, der verschiedene Möglichkeiten erforscht.
Als erstes war das Cover, das mich sehr angesprochen hat. Der Klappentext beschreibt das Buch ziemlich wortwörtlich, ohne die Bedeutung tatsächlich zu verraten.
Cora und Gordon bekommen im 1987 ein zweites Kind, dieses Mal einen Sohn, einen Bruder für ihren Tochter, Maia. Laut Tradition müsste das Kind Gordon heißen, wie der Vater und der Großvater väterlicherseits. Gordon schickt Cora zum Meldeamt und ahnt nicht, dass sie überlegt, den Sohn anders zu nennen. Cora's Entscheidung ist impulsiv, sie hat keinen anderen Namen vorbereitet, sie wollte nur die Tradition abbrechen.
Des Weiteren macht die Autorin ein interessantes Experiment, wir verfolgen die Familie alle 7 Jahre, bis die Kinder 35 Jahre alt sind und wir sehen, wie sie (auch) von deren Namen beeinflusst wurden. Die Entwicklung jeder Person in der Familie ist nicht nur von der Auswahl der Namen beeinflusst, sondern auch von den Entscheidungen der Eltern. Was in dem Klappentext nicht erwähnt wurde, ist welche großen Anteil die häusliche Gewalt im Buch einnimmt.
Florence Knapp schreibt sehr präzise und die Struktur des Buches ist sehr interessant und anspruchsvoll. Wir bekommen Einblicke in das Familienleben alle 7 Jahre, als der Sohn Bear, Julian oder Gordon heißt. Es startet immer von dem in sieben Jahren aktuellen Status und es wird rückwärts erzählt, was in diesen sieben Jahren passiert ist. Die Entwicklung der Charaktere ist in allen drei Versionen glaubhaft und so sensibel erzählt, dass mir jedes Mal die Geschichte unter die Haut gegangen ist.
Der Klappentext bewirbt nur, welchen Einfluss der Name auf eine Person hat. Wichtiger als das sind aber so viele anderen Themen im Buch, wie zum Beispiel das häusliche Gewalt, mit Verlust und Familientrauma weiterleben, Familienstrukturen, Rollenbilder in einer Familie, Macht und Kontrolle innerhalb der Familie, Identität und Selbstfindung, wie man aus der Schatten unseren Eltern rauskommen kann.
Diese Themen sind überall präsent, in allen drei Bear, Julian und Gordon Versionen, jedes Mal in unterschiedlichen Proportionen, aber immer da.
Der Epilog ist ziemlich kalt, leise und sachlich gehalten. Es gibt keinen Abschluss, sondern man erkennt nochmal, dass kleine Entscheidungen große Auswirkungen im Leben haben. Die Auswahl der Namen ist eine diesen Entscheidungen, aber was uns ausmacht, sind nicht nur unsere Namen, sondern alle kleinen Entscheidungen, die wir treffen.
Fazit:
Ich habe dieses Buch in jeder Hinsicht geliebt: die anspruchsvolle Struktur, die Themen, die sich durch alle Ebenen der Geschichte ziehen, den eindringlichen Erzählstil und auch das Cover.
Wer mit dem Thema häusliche Gewalt umgehen kann, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.
Rezensionen von lectrice:
Düster
The Crane and the Nightjar von Ada Bailey
Erstmal kurz zum Cover, denn das ist mit so viel Liebe zum Detail gestaltet worden und macht sofort Lust, mit dem Lesen zu beginnen.
Und die Lektüre hat es in sich, hat mich gefesselt und es fiel mir so schwer, das Buch - einmal begonnen - wieder aus der Hand zu legen. Zum Glück kam es pünktlich zum freien Wochenende bei mir an.
Die Protagonistin Zara wartet zu Beginn des Buches im Kerker auf ihre Hinrichtung und das Buch legt in medias res los. Puh, war das spannend. In ihrem Königreich sind Kartenspiele (findet sich auf dem Cover wieder) verboten und werden nur illegal gespielt.
Zara entkommt schon der Hinrichtung, allerdings muss sie einen hohen Preis dafür zahlen. Auch Crane wird frei gelassen, der ebenso erwischt wurde. Nun werden die beiden vom König zu einem gefährlichen, tödlichen Wettkampf getrieben.
Eine düstere Welt voller Machtspiele, gut ausgearbeitete Charaktere und eine Romanze, die zum Glück nicht so viel Raum einnimmt.
Absolut ein Highlight für mich.
Rezensionen von Ameland:
Heimatgefühle und Familie
Und das Glück duftet nach Wolken und Meer von Susa Bartel
Die 33-jährige Kayla hat ihrer Heimat vor einigen Jahren den Rücken gekehrt und ist nach Berlin gezogen. Nun ist ihr Vater gestorben und mit den schmerzvollen Gedanken an den großen Streit mit ihrem Bruder und dem Verlust der Mutter in Kindheitstagen, weil diese von jetzt auf gleich verschwand, kehrt Kayla zurück nach Irland in das kleine Dorf Old Quay.
Zum Glück stehen ihr ihre Gran und ihre Sandkastenfreundin Maeve zur Seite. Aber nach und nach kehren auch schöne Erinnerungen an ihre Zeit in Irland zurück und sie merkt wie sehr sie ihre Heimat vermisst hat. Ehrlich gesagt hätte ich sie gerne mal geschüttelt. Für ihr Alter fand ich sie teilweise ziemlich naiv. Es hat auch gedauert bis Verständnis für die Sichtweise und das Handeln anderer Personen in ihrem Umfeld erkannt hat, aber besser spät als nie.
Mir gefiel der bildhafte Schreibstil gut. Und ich mochte diese Mischung aus problembehafteter Familiengeschichte, Freundschaft, Romantik und Landschaftsbeschreibungen. Letztere haben mich auch zurück an Irlands Küste kolportiert.
Insgesamt ein unterhaltsamer Roman vor einem wunderschönen Setting.
Rezensionen von lectrice:
Gesellschaftskritischer Jugendroman
Happy Head von Josh Silver
Bei diesem Buch muss ich einfach ein paar Worte zu dem Cover schreiben, denn es ist so genial gemacht und passt perfekt zu dieser Geschichte. Auch der farbige Buchschnitt ist gut darauf angepasst - und der kleine Smiley ein gut platziertes Detail.
Seb freut sich, denn er ist einer von hundert, die ausgewählt wurden, um am Programm Happy Head teilzunehmen.
Das ist ein Programm, bei dem Kinder und Jugendliche lernen sollen, wie sie zu glücklichen Menschen werden und müssen sich dabei unterschiedlichen Challenges stellen.
Aber so harmlos und gut gemeint, wie es klingt, ist es dann doch nicht und das Buch wird mit jeder Seite spannender. Denn es geht hier eben nicht um harmloses Teambuilding und Ausloten von Grenzen, es ist viel ernster und spätestens ab der Hälfte des Buches konnte ich es kaum noch aus der Hand legen.
Erzählt wird das Buch aus der Sicht von Seb, so dass man bis zum Schluss mit ihm mitfiebert, leidet etc. Auch Finn war ein interessanter Charakter.
Und das Ende ist leider kein Ende, denn dies ist der erste Teil einer Dilogie, deren Fortsetzung ich nun mit Spannung erwarte.











