Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Odina:
Gefühlvoller Roman
Brombeerblaue Tage von Simone Veenstra
Mit "Brombeerblaue Tage" hat Simone Veenstra eine gefühlvolle Geschichte geschrieben, die einen berührt. Schon das Cover hat mich sehr angesprochen, denn es ist wunderschön gestaltet und strahlt eine wohltuende Ruhe aus, die perfekt zur Atmosphäre passt. Im Mittelpunkt steht Elisa, eine gestresste Landschaftsarchitektin, die widerwillig das Gutshaus ihres Vaters auf Rügen hütet.
Dort erwartet sie ein verfallenes Haus, ein verwilderter Garten und kaum Komfort. Doch während sie das Grundstück wiederbelebt, entdeckt sie alte Geheimnisse und ihre Liebe zu den Pflanzen neu. Am Ende muss Elisa entscheiden, ob sie ihr altes Leben hinter sich lässt und auf Rügen neu beginnt. Der Schreibstil ist flüssig und sehr bildhaft, sodass man sich die Landschaft, den Garten und die besondere Stimmung auf Rügen wunderbar vorstellen kann. Besonders die Beschreibungen der Natur und der Pflanzen sind sehr liebevoll gelungen. Die Protagonisten sind klar und übersichtlich dargestellt. Elisa war mir sehr sympathisch und ich konnte gut mit ihr mitfühlen. Ihre Erschöpfung, ihre Zweifel, aber auch ihre langsame Veränderung wirkten auf mich glaubwürdig. Den Hund Aurel hatte ich sofort ins Herz geschlossen und auch Henk ist mit seiner Art auf seine Weise liebenswert. Insgesamt ist das Buch ein sehr schöner Roman für gemütliche Lesestunden.
Überzeugt auf ganzer Linie
Nebelbeute von Benjamin Cors
"Nebelbeute" von Benjamin Cors ist ein atmosphärischer und packender Thriller, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Im Mittelpunkt steht Mila Weiss, die in den Bergen einem Phantom aus ihrer Vergangenheit nachjagt: Johannes Toblach. Schon bei ihrer Ankunft sorgt eine in Seilen gefundene Leiche für einen beklemmenden Einstieg, und als Mila ihrem Ziel immer näherkommt und schließlich spurlos verschwindet, nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf.
Die Suche der Gruppe 4 unter Jakob Krogh führt in ein abgelegenes Bergdorf, in dem das Schweigen fast noch bedrohlicher wirkt als der Nebel selbst. Besonders gut gefallen haben mir das düstere Setting und die konstant hohe Spannung. Der Autor schreibt sehr flüssig und bildhaft, die Kapitel haben eine angenehme Länge, und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Auch die Figuren sind klar und übersichtlich gezeichnet, sodass man der Handlung jederzeit gut folgen kann. Mila Weiss war mir dabei besonders sympathisch und ich habe sie sehr gern begleitet. Das dunkle Cover passt außerdem perfekt zur Geschichte und zur Reihe. Obwohl es bereits Band 3 ist, lässt sich das Buch problemlos eigenständig lesen. Insgesamt ein sehr gelungenes Buch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.
Highlight
Komm spielen von Linwood Barclay
Mich hat "Komm spielen" von Anfang an mitgerissen. Der Autor, Linwood Barclay, erschafft schon nach wenigen Seiten eine Atmosphäre, in der man spürt, dass unter der ruhigen Oberfläche von Castle Creek etwas Dunkles lauert. Annie zieht nach einem schweren Jahr gemeinsam mit ihrem Sohn Charlie in den kleinen Ort um dort neu anzufangen und gerade dieser Wunsch nach Sicherheit und Ruhe verleiht der Geschichte eine besondere Intensität.
Denn mit jedem seltsamen Unfall verliert die zunächst fast idyllische Stimmung mehr von ihrer Unbeschwertheit und schlägt immer stärker ins Unheimliche um. Der Schreibstil des Autors ist unglaublich flüssig, bildhaft und fesselnd, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Einen großen Teil des Reizes macht für mich auch die Erzählweise mit den zwei Handlungssträngen aus. Beide entwickeln auf ihre eigene Art Spannung, werfen neue Fragen auf und treiben die Geschichte immer weiter voran, bis sie sich am Ende auf packende Weise zusammenfügen. Auch die Horrorelemente sind hervorragend eingebunden und verstärken die düstere Atmosphäre zusätzlich. Gleichzeitig lebt der Roman von seinen Figuren. Die Protagonisten sind klar gezeichnet und dennoch so gut ausgearbeitet, dass sie lebendig wirken. Jeder Charakter hat seine Eigenarten und trägt auf seine Weise zur Handlung bei, was die Geschichte besonders stimmig macht. Insgesamt ist das Buch ein rundum gelungener Thriller und für mich definitiv ein Highlight in diesem Jahr.
Verdrängte Erinnerungen
Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir
Der Thriller „Home Before Dark" wurde von Eva Björg Ægisdóttir verfasst und erschien am 7. Mai 2026 im Kiepenheuer & Witsch Verlag. Das Buch umfasst 416 Seiten und das Cover weckt bereits das Interesse. In der Geschichte geht es um Marsibil, die sich 1967 heimlich mit einem Brieffreund treffen will, wobei sie sich als ihre Schwester Stina ausgibt.
Als Marsi nicht zu dem Treffen erscheint, verschwindet Stina spurlos. Zehn Jahre später ist der Fall noch immer ungelöst, bis ein Brief aus der Vergangenheit Marsi dazu zwingt, sich der Wahrheit zu stellen.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und schafft von Anfang an eine dichte, spannende Atmosphäre. Besonders gelungen sind die zwei Zeitebenen, durch die nach und nach immer mehr Hintergründe ans Licht kommen und die Geschichte zusätzlich an Reiz gewinnt. Der Wechsel zwischen den Perspektiven von Marsibil und Kristin bringt dabei Dynamik in die Handlung und hält die Spannung konstant hoch, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Auch die Figuren sind klar und nachvollziehbar gezeichnet. Sie wirken authentisch, entwickeln sich glaubwürdig weiter und sind emotional gut greifbar, was die düstere und beklemmende Stimmung noch verstärkt. Insgesamt ist Home Before Dark ein starker Thriller mit viel Atmosphäre und psychologischer Tiefe.
Solide
Das Gesetz der Elite von Sandrone Dazieri
Der Thriller "Das Gesetz der Elite" von Sandrone Dazieri erschien am 28. April 2026 im HarperCollins Verlag. Das düstere Cover hat mich sofort neugierig gemacht und auch der Einstieg in die Geschichte war vielversprechend. Colomba Caselli untersucht als Privatdetektivin den rätselhaften Tod eines Milliardärs und stößt gemeinsam mit Dante Torre auf weitere Opfer unter den Superreichen.
Die Grundidee fand ich spannend, der Schreibstil ist flüssig und die Kapitellänge angenehm. Leider ließ die Spannung nach dem starken Beginn für mich etwas nach. Teilweise wirkte die Handlung langatmig und durch die vielen Charaktere musste man aufmerksam bleiben um den Überblick nicht zu verlieren. Dante und Colomba blieben für mich zudem eher oberflächlich, sodass ich emotional nicht richtig mit ihnen mitfühlen konnte. Insgesamt ein solider, aber eher durchschnittlicher Thriller, von dem ich mir mehr erhofft hatte.
Gelungener Sommerroman
Sommer ist mein Lieblingsort von Franziska Blum
"Sommer ist mein Lieblingsort" von Franziska Blum ist ein gefühlvoller Roman, der perfekt in die warme Jahreszeit passt. Die Geschichte rund um Cäcilia, die auf Sylt ein Tierheim leitet und dringend eine Auszeit braucht, liest sich leicht, bildhaft und sehr angenehm. Auf ihrer Reise begegnet Cäcilia dem charmanten Camper Roman, der sie sofort fasziniert.
Doch er scheint ein Geheimnis zu verbergen, während ihre Gefühle für ihn immer stärker werden. Das Cover ist sehr schön gestaltet und wirkt direkt einladend. Der Schreibstil ist flüssig, gefühlvoll und bildhaft, die Kapitel sind angenehm aufgebaut, sodass man gern weiterlesen möchte. Cäcilia ist eine sehr sympathische Protagonistin und auch ihren Hund Adonis schließt man sofort ins Herz. Roman wirkt zwischendurch etwas unsympathisch, doch im Verlauf klärt sich alles auf. Auch die Nebenfiguren sind stimmig und fügen sich wunderbar ein. Ein rundum gelungener Sommerroman mit viel Gefühl, Herz und Wohlfühlatmosphäre.
Zu skurril
REM von Annika Strauss
„REM“ von Sebastian Fitzek und Annika Strauss ist ein düsterer Thriller mit Horror- und Mysteryelementen, dessen schaurig-schönes Cover hervorragend zur unheimlichen Atmosphäre der Geschichte passt. Im Mittelpunkt steht Alysee, die als Kind ihren Vater unter grausamen Umständen verliert und seitdem von Angst begleitet wird.
Jahre später führt ein geheimnisvolles Erbe sie immer näher an die Wahrheit heran, doch zugleich erwacht auch der Schrecken von damals erneut. Der Schreibstil ist sehr flüssig und flott, sodass sich das Buch angenehm schnell lesen lässt. Die eher kurzen Kapitel sorgen zusätzlich für Tempo, während die zahlreichen Perspektivwechsel Abwechslung in die Handlung bringen. Spannung ist grundsätzlich vorhanden, dennoch konnte mich die Geschichte leider nicht vollständig mitreißen. Die Handlung wirkte auf mich stellenweise etwas zu skurril und teilweise zu science-fiction-lastig. Dadurch fiel es mir schwer das Geschehen wirklich glaubwürdig zu finden und mich ganz darauf einzulassen. Auch zu den Figuren konnte ich keine richtige Nähe aufbauen. Diese blieben für meinen Geschmack eher blass und wenig greifbar. Insgesamt hatte das Buch zwar interessante Ansätze und eine düstere Grundstimmung, konnte mich persönlich aber leider nicht abholen.
Nicht überzeugend
Noch fünf Tage von Helena Falke
Der Thriller „Noch fünf Tage" wurde von Helena Falke verfasst und erschien am 21. April 2026 im Suhrkamp Verlag. Das Buch umfasst 303 Seiten und das düstere Cover ist geheimnisvoll gestaltet. In der Geschichte geht es um Lis, eine Weltklasseköchin, die nach Davos gelockt wird, dort im Harman-Sitz beim Silvesterfest vergiftet wird und fünf Tage zu leben hat.
Aus der Luxusklinik versucht sie, Zeit mit ihrer Tochter zu gewinnen und herauszufinden, wer hinter dem Anschlag steckt, während sie sich fragt, ob sie Kollateralschaden oder tiefer in die Intrigen der Superreichen verstrickt ist. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und erinnert an Einträge in einem Tagebuch. Ebenso wechseln Gegenwart und Vergangenheit sich ab. Die Spannung bleibt eher mittel bis leicht langatmig, überraschende Wendungen bleiben aus und der Täter war für mich früh erkennbar, wodurch der Nervenkitzel etwas einschläft. Die Figuren sind klar und übersichtlich gezeichnet, doch Lis kam mir emotional zu distanziert vor, wodurch ich keine enge Verbindung zu ihr aufbauen konnte; die übrigen Charaktere blieben ebenso blass. Insgesamt ist das Buch eher ein durchschnittlicher Krimi, dessen Grundidee zwar vielversprechend klingt, doch die Umsetzung trifft nicht ganz den gewünschten Treffer und überzeugt daher nicht dauerhaft.
Tödliche Wogen der Insel
Bachelorette Party von Camilla Sten
Der Thriller „Bachelorette Party" wurde von Camilla Sten verfasst und erschien am 16. April 2026 im dtv Verlag. Das Buch umfasst 336 Seiten und das Cover ist passend zum Titel gestaltet. In der Geschichte geht es um eine isolierte Junggesellinnenabschieds-Idylle auf einer schwedischen Schäreninsel, die sich zu einem tödlichen Psychothriller wandelt.
Geheimnisse aus der Vergangenheit, eskalierende Spannungen und eine unheimliche Bedrohung fesseln die Gruppe. Eine Teilnehmerin wird tot aufgefunden, und Tessa muss hinter die Fassaden blicken, bevor der Täter erneut zuschlägt. Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd, mit Kapiteln, die eine angenehme Länge haben und so ein gleichmäßiges Lesetempo ermöglichen. Die Spannung ist hoch: Spärliche Hinweise begleiten die wachsende Bedrohung, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Die Figuren sind klar und übersichtlich dargestellt. Die Protagonistinnen bleiben größtenteils vielschichtig, doch wirken einige Frauen teils distanziert, wobei Tessas Sichtweise eine labilere, verletzlichere Stimmung transportiert. Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und ich kann es daher empfehlen.
Durchwachsen
Tödliche Freundinnen von Tess Sharpe
Der Thriller "Tödliche Freundinnen" wurde von Tess Sharpe verfasst und erschien am 11. März 2026 im Suhrkamp Verlag. Das Buch umfasst 364 Seiten und das Cover wirkt bereits bedrohlich. In der Geschichte geht es um Mel und Chloe, die sich als Jugendliche sehr nahestanden. Jahre später soll Mel ihre verschwundene ehemalige Freundin finden und nach Hause bringen.
Doch bei der Suche in der kanadischen Wildnis stoßen nicht nur alte Gefühle, sondern auch lange verdrängte Geheimnisse und die Geschichte um Toby Dunne wieder an die Oberfläche. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen, wird jedoch durch verwirrende Zeitsprünge und Perspektivwechsel stellenweise unruhig. Zwar gelingt es ihr zu Beginn eine gute Spannung aufzubauen, doch im weiteren Verlauf verliert diese etwas an Kraft und wirkt insgesamt eher wechselhaft. Die Figuren sind klar und übersichtlich gezeichnet, bleiben emotional jedoch recht oberflächlich und gewinnen nur wenig an Tiefe. Insgesamt ist das Buch ein solider, aber eher durchschnittlicher Thriller, der mich letztlich leider nicht überzeugen konnte.











