Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tinten_fischchen:
Amore im Rückspiegel
Dass es uns überhaupt gegeben hat von Marco Wanda
In „Dass es uns überhaupt gegeben hat“ erzählt Marco Wanda die Geschichte seiner Band und anderer Wegbegleiter. Man bekommt auch einen persönlichen Einblick in die Wiener-Musik Szene. Marco Wanda verneigt sich auch vor jenen, die es nicht geschafft haben. Während die Gründung und der Aufstieg der Band eher zäh erzählt wird, vermögen die Schilderungen des Schattenseins des Ruhms und des Auseinanderdriften der einzelnen Bandmitglieder zu überzeugen und auch zu berühren.
Für Fans ist das Buch ein Muss, erfährt man vieles über Marcos Liedtexte und ihre Inspirationsquellen.
Dafür dass Marco Wanda beim schreiben seiner Text ein wahrer Wortkünstler ist, wirkt das Buch auf mich teils etwas zu brav. z.B. das Gründen der Band: Nach und nach wird erzählt wie sich die einzelnen Bandmitglieder kennengelernt haben. Und über wie viele Ecken das alles ging. Für Leute die keine Fans sind, ist das eher ermüdend.
Irgendwie blieb mir der Autor nach dem Lesen eher fern. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass Marcos Wegbegleiter teils spannender sind/waren als er selbst. Mir gelang es auch nicht hinter die Kunstfigur Marco Wanda zu blicken. Er erzählt mehr über andere als über sich. Für die anderen findet er kurze, knappe Passagen, die sie beschreiben. Für sich selbst nicht. Stattdessen erfährt man wie die einzelnen Songs entstanden sind. Erfährt seine Haltung. Seine Reisen. Der Marco aus dem Buch scheint ein ewig Suchender, der sich über und zu anderen, definiert geblieben zu sein. Es scheint mir, dass der Autor das Buch zuallererst für sich selbst geschrieben hat. Der Text ist auch eine Hommage an alte Wegbegleiter und die gemeinsame Zeit zu sehen.
Was bleibt ist eine eindringliche Erzählung über das Leben in und auch außerhalb einer Band. Über Freundschaft, Verlust, Drogen und das Erwachsenwerden.
Informativer Zoo-Besuch
tiptoi® Wieso? Weshalb? Warum? - Tiere im Zoo von Inka Friese
„Tiere im Zoo“ ist nicht unser erstes Tiptoi Buch. Daher haben wir auch einen guten Vergleich zu anderen Büchern.
Die Idee ist natürlich super, die Umsetzung könnte ein wenig verbessert werden.
Das Buch ist bei den Kindern sofort eingeschlagen. Bevor ich die Datei auf den Stift laden habe können, haben sie es schon in Beschlag genommen gehabt.
Das heißt, dass das Buch sich auch ohne Stift Prima anschauen lässt.
Nutzt man den Stift erwarten einen viele Informationen, Tiergeräusche und sogar Quizze. Dadurch ist das Buch auch über Jahre interessant. Sind es anfangs noch die Tiergeräusche die man entdecken möchte, werden später sicher die Hörspiele und Quizze spannender. Außerdem findet man im Buch einige Tiere die ich selbst gar nicht gekannt habe.
Was mir nicht gefallen hat: Selbst ich als Erwachsener habe mich teilweise mit den Tippen schwer getan. Es ist nicht immer ersichtlich, wann man gesprochene Informationen und wann Tiergeräusche erhält. Oft muss man zur Erzielung des gewünschten Ergebnisses mehrfach draufdrücken. Das ist auch für kleine Kinder frustrierend. Zudem hätte ich mir mehr Lieder gewünscht und uns hat das Zoo-Lied auch nicht wirklich gefallen. Mein Kleiner war eher begeistert vom Titellied und hat es ständig angehört.
Das ist natürlich jammern auf hohem Niveau. Hätte ich keine Vergleiche mit anderen Tiptoi Büchern, würde ich diese Punkte sicherlich nicht so stark bemängeln. Obwohl das Buch toll geworden ist, glaube ich, dass ein bisschen mehr drinnen gewesen wäre. Wobei das Buch bei den Kindern aber besser ankommt als unser Tiptoi-Wimmelbuch
Witzige Wissensvermittlung
Das Lexikon gruseliger Tiere von Philip Bunting
Sachbücher für Kinder sind eine eigene Kunst. Allein die Auswahl der Stichpunkte, die es ins Buch schaffen, ist nicht leicht. Was ist wichtig? Was ist interessant genug?
Das Lexikon der gruseligen Tiere kommt gruselig daher. Das Cover stimmt den Betrachter schon ein wenig auf Halloween ein.
Inhaltlich bietet es vor allem Angeberwissen – sogenanntes unnützes Wissen.
Genau die Dinge, die Kindern im Gedächtnis bleiben, weil sie einen Wow-Effekt haben. Dazu kommen scherzhafte, oft absurde Bemerkungen, wie „Hat schon als Kleinkind Kampfsport trainiert“ oder „Der beste Staubsauger von Mutter Natur“.
Leider stimmen nicht alle Fakten. z.B. ist die Aussage, dass wir 60% unserer Gene mit Bananen teilen falsch. Tatsächlich haben etwa 60% unsere Gene ein Gegenstück im Bananengenom. Das ist etwas anderes.
Der Text ist gut ansonsten gut aufbereitet. Für Größenangaben werden regelmäßig Alltagsgegenstände zum Vergleich herangezogen. Der Autor wendet sich direkt an die Leser, wodurch der Stil sehr kindgerecht und keineswegs trocken ist. Layout und Bilder gefallen uns ebenfalls: Die Zeichnungen sind klasse, und die liebevollen Details machen Spaß.
Fazit: Das Lexikon der gruseligen Tiere bietet humorvolle Wissensvermittlung. Der Humor steht eindeutig im Vordergrund, da darf auch ruhig ein wenig Quatsch im Buch vorkommen. Auch Erwachsene können mit dem Buch Spaß haben und Neues lernen.
Porträt einer Frau, die sich nie gefunden hat
Heimat von Hannah Lühmann
Heimat ist das erste Buch, das ich von Hannah Lühmann gelesen habe. Anfangs fiel es mir schwer, ins Buch einzusteigen. Der Text wirkt teils schlampig und verwirrend geschrieben. z.B. „Wie auf das Stichwort hin kam Clemens nach oben, legte das Holz neben die Verandatür und berührte Karolin leicht an der Schulter.
Jana verstand, dass es Zeit war zu gehen“. Weil er seine Frau mit der Hand berührt hat? Oder wegen dem Holz? Oder „aber er riss sich los und rannte in Richtung der Kletterwand“. Die Kletterwand wird hier das erste Mal erwähnt. Dazu kommen Formulierungen wie„sein Schlaf war unverwüstlich“. Ich wollte das Buch schon genervt weglegen, da es aber unter 200 Seiten hat, lass ich dann doch weiter. Das war eine gute Entscheidung.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist der Fokus auf die Hauptfigur. Als Leser nimmt man nur das wahr, was Anja wahrnimmt, und sieht nur das, was sie sieht. Diese Erzählweise erstreckt sich auf die gesellschaftlichen und politischen Themen, die zwar stets im Hintergrund präsent sind, aber nur am Rande behandelt werden – je nachdem, wie sehr sie Anja tatsächlich betreffen. Auch über Anjas neue Freunde bleibt vieles im Unklaren. Es wird nicht gezeigt, wie es um Karolin und ihren Mann steht. Das Verhalten des ältesten Sohnes von Karolin bleibt ebenfalls unerklärt. Diese Erzählstrategie erzeugt eine beklemmende Atmosphäre, da sie die fehlende Verbindung zwischen Anja und ihrer Umwelt schonungslos aufzeigt.
Dass die "Tradewife"-Frauen sich als AfD-Sympathisantinnen entpuppen, überrascht nicht wirklich. Man könnte es als Klischee abtun, doch leider entspricht es oft der Realität. Besonders interessant fand ich die Darstellung der älteren Generation vor Jana, sei es in der Figur der ehrgeizigen Ex-Chefin oder der ach so toleranten Hippiemutter, deren Toleranz jedoch schnell an ihre Grenzen stößt. Ihre Erziehungsmethoden sind zudem alles andere als zeitgemäß, was schmerzlich real wirkt.
Anjas Einstieg in die Szene wird überzeugend dargestellt. Unkommentiert wird sie mit Karolins Weltanschauung konfrontiert. Anfangs geht es um Studien zu den Stressfaktoren für Kinder in Kitas, doch schnell kippt das Ganze in Themen wie Impfungen und Freie Schulen. Die Gruppen, mit denen sie zu tun hat, sind entweder extrem liberal oder stark konservativ – einen Mittelweg scheint es nicht zu geben. Leider erlebe ich persönlich zunehmend das gleiche Phänomen. Ebenso wird im Buch die fehlende Diskussionskultur thematisiert, die ich ebenfalls immer häufiger beobachte.
Aufgrund des fehlenden moralischen Zeigefingers, der ein wenig bei der Einordnung helfen könnte, ist das Buch alles andere als eine leichte Lektüre. Als Leser muss selbst mitdenken und Grauzonen aushalten
Der lange Kampf um Selbstbestimmung
Wohin du auch gehst von Christina Fonthes
Christina Fonthes zeigt in ihrem Debütroman eindrücklich was es bedeutet in einer Gesellschaft zu leben in der Frauen unterdrückt und Minderheiten diskriminiert werden. Für mich persönlich eine Warnung wie eine Gesellschaft aussehen kann, wenn es reaktionären Kräften gelingt in der Gesellschaft bereits erkämpfte Freiheiten wieder zu beschneiden.
Im Deutschlandfunk Podcast über den rechts-konservativen Investor und Polit-Lobbyisten Peter Thiel war von einem „Mindshift“ in Amerika, die mit Trumps zweiter Amtszeit begann die Rede. Damit ist gemeint, dass sich die Denkweisen und -muster innerhalb einer Gesellschaft oder Kultur verändern. Ein gutes Beispiel sind die Silikon-Valley unternehmen, die nun offen eine andere Richtung einschlagen. Setze man vormals auf Inklusion und Frauenförderung wird nun darauf verzichtet und es wird ein veraltetes Bild von Leistung gezeichnet.
Der Roman spielt nämlich in einer für uns ungewohnt konservativen Gesellschaft.
Fonthes behandelt eine breite Palette an Themen wie: Entwurzelung, Trauma, Missbrauch, häusliche Gewalt, HIV, Homophobie, Femizid, Zwangsheirat und Korruption.
Das ist viel. Dabei gelingt der jungen Autorin das Kunststück, die Geschichte nicht überladen wirken zu lassen. Im Kern ist „Wohin du auch gehst“ einfach eine extrem fesselnde Geschichte mit Sogwirkung. Beim Lesen möchte man wissen wie es mit der Hauptfigur Bijoux weitergeht, man lacht und leidet mit ihr. Gleichzeitig fragt man sich auch, was ist mit ihrer Tante passiert, dass sie so geworden ist. Die Figuren sind oft impulsiv, was sie aber auch glaubwürdig wirken lässt. Lediglich das Ende fand ich etwas überhastet.
Es sind vor allem die Details, die den Roman großartig machen. Wie die Mehrdeutigkeit des Titels, die sich erst beim Lesen erschließt. Mir machen solche Sachen Spaß.
Schön gestalteter Kinder-Krimi mit historischem Flair
Aristide Ledoux - Meisterdieb wider Willen von Frank Maria Reifenberg
Aristitde Ledoux – Meisterdieb wider Willen ist ein Buch, welches sofort ins Auge sticht. Das detaillierte Cover mitsamt Einband ist ein wahrer Eye-Catcher und das Buch fühlt sich, einmal in die Hand genommen, sehr hochwertig an. Blättert man rein, verstärkt sich der Eindruck, findet man drinnen sogar Farbdruck, was heute schon eine Seltenheit darstellt.
Die Kombination aus Bildern, Comicteilen und Text ist sehr gut gelungen. Es macht Spaß nur durchs Buch zu Blättern und die Bilder anzuschauen und gleichzeitig werden junge Leser durch die Textteile auch zum Lesen animiert. Dadurch, dass der Aufbau der einzelnen Kapitel sich ähnelt, wirkt das Buch geordnet und man wird nicht von Bildern erschlagen.
Die Geschichte verknüpft eine Krimi-Geschichte mit historischen und sogar gesellschafts-kritischen Themen. Immer wieder erfährt man etwas über Paris sowie über das Leben im 20. Jahrhundert. Jedoch nicht Oberlehrerhaft, lediglich Bruchstücke die ein Interesse an weiterer Nachforschung und Diskussion wecken können.
Es fehlt auch nicht an Witz, wobei im Vordergrund sicherlich Spannung steht. Streckenweise wird es auch ein wenig unheimlich. Aber nicht zu sehr, die Altersempfehlung ab 10 passt sicherlich.
Die drei Kinder, die die Hauptrolle im Buch spielen sind symphytisch und man fiebert mit ihnen mit. Die Erwachsenen-Figuren hingegen haben alle ihre Schwächen. Nach der Auflösung der Geschichte bekommt der Buchtitel gleich einen anderen Beigeschmack.
Das Ende wirkt auch etwas überhastet. Ja, es wird alles aufgelöst, jedoch bleiben Logik-Löcher. Und ich hätte gerne gewusst wie die Figuren sich weiterentwickeln. Daher hoffe ich auf eine Fortsetzung.
5 Punkte für die Zeichnungen und Gestaltung, 3,5 Punkte für die Geschichte
Sooo schön
Der OktoBus auf großer Fahrt von Sven Gerhardt; Nina Dulleck
Ich glaube ich bin verliebt. Das Buch ist soo schön, dass ich es ständig ansehen muss. Die liebevollen Zeichnungen gefallen mir sehr und es macht einfach Spaß, das eine oder andere lustige Detail in ihnen zu entdecken. Auch Cover und Layout sind wunderschön.
Die Bilder versprühen Retro-Charme.
Giraffendame Gerlinde trägt beispielsweise ein weiß gepunktetes Kopftuch. Das Zebra führt den Nachwuchs in einem richtigen Retro-Kinderwagen spazieren und trägt rosarote Schnürstiefelchen. Bei den Kindern weckte das neue bunte Buch sofort großes Interesse. Es wird gerne angeschaut und darin geblättert.
Die Geschichte selbst versteht es mit Reimen, Witz und lustigen Details zu punkten. Leider geizt sie aber ein wenig mit Spannung. Die Reime sind auch eher einfach. Da wird schon mal „Bus“ auf „muss“ und „Fluss“ auf „OktoBus“ gereimt. Aber zumindest können auch kleine Kinder die Reime schon gut verstehen. Da im Buch recht wenig passiert, denke ich, dass es eher für Jüngere, so ab Drei, interessant ist.
Auf jeden Fall ein wunderschönes Kinderbuch, das eine Bereicherung meiner Bibliothek darstellt. Allein schon aufgrund der wunderbaren Zeichnungen von Nina Dulleck.
Applaus, Applaus
Standing Ovations von Charlotte Runcie
Die Kulturkolumnistin Charlotte Runcie hat mit ihrem Debütroman „Standing ovations“ einen spannende Roman, der das Verhältnis zwischen Künstlern und Kritikern auslotet, geschrieben. Bei der Beleuchtung des Machtgefälles geht es auch um „Me Too“. Auch die Schwierigkeit als Frau Beruf und Kind unter einem Hut zu bringen sowie Mental Load wurden thematisch reingepackt.
Und auch um die Grauzonen. Wann ist etwas okay? Nur weil es gesetzlich erlaubt ist und die Frau den Konsens gegeben hat? Und was ist schlimmer: Ein Mann der nach außen hin den Nerd und Softie gibt, trotzdem eine Affäre beginnt und sich dann in der Opferrolle suhlt oder der stadtbekannte Herzensbrecher, der mit seinem Lausbuben-Charme die Frauen reihenweise ins Bett kriegt und sie dann fallen lässt wie eine heiße Kartoffel? Und wie weit darf ein Shit-Storm gehen? Was ist noch fair? Wo sind die Grenzen?
Das Buch macht es sich durch das Ausloten der Grauzonen nicht gerade leicht. Alex Lyons ist zwar überheblich, aber ist kein Harvey Weinstein der seine Position missbraucht. Auch ist er kein Gerard Depardieu der über Frauen herfällt. Die Frauen gehen aus freien Stücken mit ihm ins Bett, meist ohne zu wissen wer er überhaupt ist.
Den Schluss fand ich etwas überhastet und es gibt auch einige Klischees. Die Beziehung zwischen der Icherzählerin Sophie und ihren Mann Josh ist auch nicht sonderlich gut herausgearbeite. Was solche Dinge betrifft hat mir „Verheirate Frauen“ von Christina Campos deutlich besser gefallen. Dennoch habe ich das Buch gerne und vor allem schnell durchgelesen. Ein richtiger Page-Turner.
Klassischer Krimi mit Retro Feeling
Im Finsterwald von Marie Hermanson
Bereits das wirklich gut gemachte Papp-Cover in Retro-Optik verspricht einen Krimi der altmodischen Art. Soll heißen: Spannung anstelle von blutigen Folterszenen, klassische Rätsel anstelle erzwungen Humor.
Auch die Liebschaften des Kommissars und die Hilfe von Kommissar Zufall erinnern an vergangene Zeiten.
Das Setting im Museum und in den Wäldern außerhalb ist gut gewählt und bietet einige unheimliche Momente. Und überaschenderweise gibt es auch ein paar humorvolle Momente.
Das Buch bietet spannende Unterhaltung für Zwischendurch. Es werden auch schwere Themen angeschnitten. Das Schicksal einiger Figuren ist traurig und nicht immer siegte am Ende die Gerechtigkeit. Die Auflösung und auch das Schicksal der Familie des verschwundenen Mädchens hat mich überrascht.
Interessant ist auch das Zeitporträt. Die Geschichte spielt in den 20ern Jahren des vergangen Jahrhunderts. Die Gesellschaftliche Stellung und auch die Rollenaufteilung zwischen Männern und Frauen ist recht gut herausgearbeitet. Wobei mit Ellen und vor allem Dr. Iversen eher modern anmutende Frauenfiguren den Roman bevölkern. Hier und da gibt es auch gesellschaftskritische Momente.
Mit über 400 Seiten ist das Buch recht dick, hat aber tatsächlich keine Durchhänger. Ich habe es wirklich gerne gelesen und konnte es nicht mehr weglegen.
Bei dem Buch handelt es sich um den dritten Band einer Reihe. Die Vorgänger-Bücher kenne ich nicht. Das Buch lässt sich auch eigenständig lesen, jedoch bleibt einiges nebulös. Die Vorgeschichte zwischen den Hauptfiguren bleibt nur angedeutet.
Die Verwandlung des Lewis W.
Shark Heart von Emily Habeck
Ganz ehrlich: Die Idee das ein Mensch sich einen Hai verwandelt ist so absurd, dass ich das Buch unbedingt lesen musste. Das Buch hat meine Erwartungen jedoch meilenweit übertroffen. Es ging viel tiefer als erwartet, überraschte mich mit seiner Kompromisslosig-, aber auch Zärtlichkeit. Die Geschichte von Wren und Lewis beschäftige mich lange und verfolgte mich bis in meine Träume.
Die Verwandlung ist natürlich eine Metapher für eine Krankheit die den geliebten Menschen mehr und mehr verändert. Bis sie einem diesen weggenommen hat. Weitere Erzählstränge führen in ähnlich schmerzhafte Abgründe. Es geht um die große Fragen und Herausforderungen vor denen manche Menschen geworfen werden. Und vor denen man nur allzu gerne die Augen verschließt.
Der ungewöhnliche, oft theatralische Schreibstil gefällt mir außergewöhnlich gut. Aber ich habe auch ein heimliches Faible für Theater. So wie die Hauptfigur Lewis und die Autorin, die ein Studium in dem Bereich abgeschlossen hat. Die Mischung aus Theater und kurzen, in sich geschlossenen Storys entwickelt einen Sog, den ich mich selbst in meinen Träumen nicht entziehen konnte.
Das Buch ist ein Meisterwerk. Eines der ungewöhnlichsten Bücher die ich jemals lesen durfte. Voller Brutalität und Schönheit, Absurditäten aber auch Humor. Keine leichte Kost, da die Themen oft schmerzhaft tief gehen.











