Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nele33:
Komplex
Fünf Fremde von Romy Fölck
In "Fünf Fremde" beschreibt die Autorin Romy Fölck was passiert, wenn traumatische Ereignisse der Vergangenheit wieder ans Licht geholt werden und die Beteiligten nicht daran gearbeitet haben.
Es scheint wie zufällig, 5 Menschen auf der Fähre nach Neuwerk die sich scheinbar nicht kennen, die jedoch durch etwas aus ihrer Vergangenheit verbunden sind.
1995 verschwanden während eines Schulaufenthalts die beiden Teenager Isa und Janosch. Ungewöhnlich daran, Isa taucht nach einigen Tagen wieder auf, bleibt aber Wortlos und äußert sich nicht zu dem, was Geschehen ist. Janosch hingegen bleibt verschwunden und so bleibt sein Schicksal ungeklärt.
Da kommen die Protagonisten ins Spiel, jeder von ihnen hat eine Erinnerung an das Geschehen, war aber nicht unbedingt unmittelbar daran beteiligt. So wechselt die Perspektive der Story zwischen 1995 und 2025 lebhaft hin und her. Als ein Sturm ein wegkommen von der Insel unmöglich macht, eskaliert die Situation und die Protagonisten sind augenscheinlich in Lebensgefahr.
Romy Fölck konnte mich durch ihren dichten und dadurch sehr atmosphärischen Schreibstil von der ersten Seite an fesseln, zumal ich die zu Hamburg gehörende Insel sehr mag. Die einzelnen Charaktere waren sehr gut gezeichnet und haben ein stimmiges Gesamtbild abgegeben.
Es wurde mir einiges zum Rätseln angeboten und so manche falsche Fährte gelegt.
Die Auflösung war dann im Verhältnis doch etwas konstruiert, konnte aber die gute Spannung des Buches nicht schmälern. Darum kann ich "Fünf Fremde" für ein spannendes Sofa Wochenende durchweg empfehlen.
Luft nach oben
Ungelöst – Die erste Zeugin von Arno Strobel
"Ungelöst-Die erste Zeugin" ist der Auftaktband zu einer neuen Cold-Case-Reihe des Autors Arno Strobel.
Als Luisa Menkhoff die Uni verlässt, sieht sie auf einem Flugblatt das Gesicht einer Frau, die ihr sehr bekannt ist. Es handelt sich um Nicole Klement, die Frau, die an ihrer Entführung als 5- jähriges Mädchen beteiligt war.
Gleichzeitig fühlt sie sich beobachtet und beschließt direkt die Polizei zu kontaktieren. Dort trifft sie auf Ramin Brunner, den Kommissar, der eigentlich gerade das Ressort wechselt, sich aber ihre Ausführungen noch anhört. Er beginnt zu ermitteln und wird wie in einen Sog gezogen und verschiebt seinen Start als Leiter der neu gegründeten Abteilung mit Einverständnis seines Chefs. Besonders brisant ist die Tatsache, dass Luisas mittlerweile verstorbener Vater damals schon in einem Mordverdacht gegen den Entführer seiner Tochter ermittelt hat.
Arno Strobel überzeugt auch hier wieder durch einen packenden, in kurzen Kapiteln verpackten Schreibstil. Die Ermittler gefallen mir nach dieser Einführung schon mal sehr gut, haben allerdings auch noch einiges an Ausbaupotential. Luisa war mir persönlich zu involviert und die sich anbahnende Liebesgeschichte hätte es für mich nicht gebraucht. Daher befürchte ich fast, dass sie fester Bestandteil der Reihe sein wird, was mich ein wenig abschreckt. Dies ist wie so vieles im Leben einfach Geschmackssache, meiner ist es nicht.
Insgesamt ein lesenswerter Krimi mit Luft nach oben.
Durchschnitt
Polarblut - Tödliches Leuchten von Tuva Bro
Der Kriminalroman"Polarblut-Tödliches Leuchten" der Autorin Tuva Bro spielt im beschaulichen Tromsø in Norwegen.
Das Ermittlerteam Anta Thorsen und Hans Vigeland haben es selten mit Mordfällen zu tun, eher mit verloren gegangenen Touristen, die die Polarlichter bestaunen wollen.
Dies ändert sich als der überaus erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg vor seinem sehr luxuriösen Haus erschossen wird.
Anta und Hans beginnen mit den Ermittlungen, doch schon bald wird eine zweite Leiche gefunden. Diesmal wurde das Opfer erstochen in einer abgelegenen Waldhütte. Die Frau des zweiten Opfers scheint emotionslos mit dem Tod ihres Mannes umzugehen, dies rückt sich vor allem bei Hans in den Fokus der Verdächtigen. Beide Opfer haben allerdings auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun. Da sind die Konkurrenten des Geschäftsmanns eher mit Motiven bedacht.
Die Autorin versteht es gut, die Atmosphäre in Norwegen bei den Polarlichtern zu transportieren und damit eine gute Stimmung zu schaffen. Leider waren mir sowohl Anta als auch als Protagonisten nicht sehr sympathisch, was besonders mit den sehr ausschweifende Beschreibungen der Sporteinheiten von Anta zusammenhängt. Dadurch wurde zu viel der Spannung genommen und der Fall plätscherte dadurch etwas vor sich hin.
Die angedeuteten Vergangenheitsprobleme der Ermittlerin hätten dann auch aufgelöst werden können.
Ein durchschnittlicher Krimi in einer ansprechenden Umgebung.
ungewöhnlich
Das Signal von Ursula Poznanski
Mit "Das Signal" hat Ursula Poznanski endlich wieder einen Stand Alone Thriller geschrieben.
Viola, lebt seit einiger Zeit mit ihrem Mann nach einer Zeit im Großstadtdschungel in der Einöde auf dem Land. Sie haben sich ihren Traum vom Eigenheim verwirklicht. Um diesen Traum perfekt zu machen, fehlt nur noch der Umbau des alten Kellers zu einem exklusiven Weinkeller.
Doch gerade da passiert es, Viola stürzt und ist ab dem Zeitpunkt auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen.
Dieser überschüttet sie teils mit Fürsorge, hindert sie allerdings auch daran Fortschritte zurück in die Selbstständigkeit zu machen. Da kommen ihr Zweifel an seiner Liebe und sie beginnt ihn zu verfolgen. Die Technik macht es möglich und da es so gut funktioniert, spioniert sie immer weitere Menschen aus ihrem Umfeld aus. Schon bald ahnt sie, dass ihr Leben nicht mehr sicher ist.....
"Das Signal" punktet durch den spannenden Schreibstil der Autorin, auch wenn es zwischenzeitlich zu viel der sich drehenden Gedanken von Viola wird, schaffte es Ursula Poznanski mich am Lesen zu halten.
Die Auflösung war für mich schlüssig und ich empfehle das Buch gerne weiter.
beeindruckend
Ausreden von Florian Klenk
Der Journalist und Publizist Florian Klenk hat mit seinem Buch "Ausreden" den Versuch gewagt das Leben der Serienmörderin Elfriede Martha Blauensteiner anhand von Protokollen zusammenzufassen.
Elfriede Blauensteiner, in Österreich auch als "Schwarze Witwe" bekannt, suchte sich ihre Opfer per Kontaktanzeigen, um nach ihrem Tod an ihr Vermögen zu gelangen.
Sie war im höchsten Maße spielsüchtig und verspielte ihre "Beute" anschließend in den Casinos.
Florian Klenks Schreibstil war im ersten Moment für mich gewöhnungsbedürftig, aber war absolut stimmig zum Text. Die zugrundeliegenden Protokolle der Gerichtspsychiaterin lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Sätze ohne Gefühl oder gar Reue gehen tief und ließen mich öfter den Kopf schütteln.
Das Aufwachsen von Blauensteiner war ein hartes und entbehrliches Stück Kindheit, geprägt von Kälte und Gewalt. Doch dies war in der damaligen Zeit leider üblich und dennoch wurden nicht alle Kinder als Erwachsene zu Serienmördern. Ein Gedankenspiel, welches bis heute Gültigkeit hat, wann entscheidet es sich, welche Mensch durch seine Kindheit zum Mörder wird und welcher nicht.
Besonders Lesenswert fand ich die Passage, in dem Klenk aus der Sicht der Tochter Blauensteiner berichten kann, mit der er persönliche Gespräche führen konnte. Ein völlig konträres Bild zu den Einlassungen der Mutter, die sich immer als Versorgende, pflegende und liebende Person darstellte, die nie morden, sondern nur helfen wollte.
Florian Klenk hat mit "Ausreden" ein beeindruckendes Bild einer Serienmörderin geschaffen.
gzte Unterstützung
Nichtraucher in 90 Minuten von Jan Becker
"Nichtraucher in 90 Minuten" des Autors und Coaches Jan Becker - da hat mich als Raucherin schon der Titel sehr neugierig gemacht.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, und der Autor versteht es hervorragend, die Mechanismen, die ein Raucher in den Jahren übernommen hat zu beschreiben.
Besonders erwähnenswert empfinde ich das große Hintergrundwissen über das Rauchen und die Techniken, die helfen können, diesen Kreislauf zu unterbrechen.
Die 90 Minuten sind für mich nicht realistisch, können allerdings für andere Personen absolut realistisch sein.
Die unterschiedlichen Aufgaben und Tipps, die der Autor gibt, haben viel Potenzial und auf Dauer hoffe ich dadurch mit dem Rauchen aufhören zu können. Dabei wird nicht moralisiert, sondern unterstützt und immer wieder motiviert.
Vielleicht kann ich nach nochmaligem Lesen und anwenden der Aufgaben zur Nichtraucherin werden.
gemischte Gefühle
Schattenmädchen von Frida Skybäck
Mit Schattenmädchen ist der dritte Band um die Ermittlerin Fredrika Storm und Henry Calment der Autorin Frida Skybäck erschienen.
Eine Studentin wird vermisst gemeldet und erst einmal wird dem Fall nicht sehr viel Bedeutung beigemessen, doch die Mutter der verschwundenen jungen Frau lässt nicht locker und so beginnen die Ermittlungen.
Eine Spur für zu dem Tech-Unternehmen BubbleBy in dessen Räumen eine Party stattgefunden hat, auf der die Studentin anscheinend war. Als ihr Handy bei einem der CEOs gefunden wird, gerät er schnell als Verdächtiger in den Fokus. Nachweisen könne sie ihm nichts, bis Fredrika und Henry auf einen Fall von vor 7 Jahren stoßen, der einiges an Parallelen aufweist. Der Verurteilte hatte damals Suizid begangen.
Mich konnte der Band nicht ganz so überzeugen wie die ersten beiden Bände, die Ermittlungen zogen sich für meinen Geschmack ein wenig in die Länge und nahmen dem Fall einiges an Spannung.
Die private Seite und die Probleme beider Ermittler nahm auch einiges an Raum ein, was mir teilweise zu viel war.
Insgesamt ein guter 3 Sterne Krimi.
tolle Story
Dunkellicht Anelie Andersson ermittelt von Madita Winter
"Dunkellicht" ist der mittlerweile vierte Band um die Ermittlerin Anelie Andersson und ihrem Kollegen Sigge. Eingelesen wurde das Hörbuch exzellent von Yvonne Esins.
Als die beiden an einen Tatort gerufen werden, scheint das Szenario klar. Ein ehemaliger Kollege aus dem Drogendezernat hat zuerst seine Frau und Tochter erschossen und anschließend Suizid durch Erhängen begangen.
Schnell ist für den Staatsanwalt ein Verdächtiger gefunden, doch der beteuert unablässig seine Unschuld. Auch Anelie zweifelt mehr und mehr an dem Vorgang der Tat. Während der Ermittlungen offenbart sich den Ermittlern ein Sumpf aus Kriminalität, Korruption und menschlicher Abgründe, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Das Autorenpaar versteht wie auch in den vorherigen Bänden eine "kalte" Atmosphäre zu schaffen, die ihresgleichen sucht. Nicht nur die Landschaft, auch die handelnden Personen sind äußerst kalt und berechnend dargestellt, was der Story von der ersten Seite eine hohe Spannung verleiht. "Dunkellicht" ist ein toller skandinavischer Krimi mit einigen Wendungen und Überraschungen.
Die Sprecherin hat dazu viel beigetragen und ich kann das Hörbuch nur weiterempfehlen.
Hörbuch-Highlight
Himmelerdenblau,2 Audio-CD, 2 MP3 von Romy Hausmann
Das Hörbuch "Himmelerdenblau" der Autorin Romy Hausmann ist mein absolutes Hör-Highlight der letzten Jahre. Dazu haben neben dem genialen Plot vor allem die herausragenden Sprecher*innen beigetragen. Felix von Manteuffel, Anna Maria Mühe, Uve Teschner, Florian Gregorzyk, Leslie Malton und die Autorin selbst haben es eingelesen.
In diesem Thriller trifft ein Cold Case auf einen Podcast als sich das Verschwinden der damals 16-jährigen Julie Novak zum 20. Mal jährt. Liv nimmt für Recherchen zum Fall Julie Kontakt zu deren Vater Theo auf, der mittlerweile allerdings an Demenz erkrankt ist. Doch auch er kommt über das ungeklärte Verschwinden seiner Tochter nicht hinweg und willigt entgegen dem Rat seiner Tochter Sophia einem Treffen mit Liv zu. Der Kontakt gestaltet sich aufgrund seiner Erkrankung und den damit verbundenen Sprüngen zwischen der Realität, der Vergangenheit und seinem Wunsch Julie endlich zu finden, teilweise recht schwierig. Felix von Manteuffel hat Theo herausragend gesprochen und bei aller Schwere der demenziellen Erkrankung musste ich bei manchen Wortkreationen etwas schmunzeln.
Liv und Theo werden ein tolles Team und scheinen der Auflösung um Julies Verschwinden näher zu kommen, doch dann wendet sich das Blatt in der Story noch einmal komplett und wirft ein anderes Licht auf die Situation.
Das Hörbuch hat mich so gefesselt, dass ich es quasi in einem durch Hören musste und nur zum Schlafen eine Pause machte. Für mich ist dies nach Liebeskind mit Abstand das beste Buch der Autorin und hat mich zum Ende, trotz meiner Ahnung noch überraschen können.
Absolute Hörempfehlung von mir für dieses Buch und vor allem für die Sprecher und Sprecherinnen.
guter Auftaktband
Die weiße Nacht von Anne Stern
Mit "Weiße Nacht" startet die Autorin Anne Stern eine neue historische Kriminal-Reihe, die im Jahr 1946 kurz nach Beendigung des Krieges in Berlin ihren Anfang nimmt.
Der Nachkriegswinter 1946 wird für Marie-Louise Faber auf einem ihrer Fotospaziergänge durch das eiskalte und frostige Berlin zu einem Wendepunkt in ihrem Leben.
Auf einem ihrer morgendlichen Streifzeuge fotografiert sie eine Leiche. Mit den Ermittlungen betraut wird der Kommissar Alfred König, der zu Kriegszeiten die Gestapo-Haft überstanden hat. Da die Alliierten ihn als unbelastet einstufen, wird er in Berlin eingesetzt, um die Stadt "rein" zu halten. Er wird im Laufe der Vermittlungen auf Lou angewiesen sein, und so kommt ein unterschiedliches, aber interessantes Ermittler-Duo zusammen.
Die Autorin versteht in "Weiße Nacht" genau wie in ihren anderen Büchern ein komplettes, äußerst gut recherchiertes Szenario zu schaffen, welches mich schnell in seinen Bann ziehen konnte. Die Situation der Menschen in diesem kalten Berlin, den Hoffnungen, aber eben auch der tiefen Verletzungen der Bevölkerung werden hervorragend transportiert.
Mit König und Faber hat sie zwei unbelastete Protagonisten aus der Nazi- Zeit geschaffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und gerade deshalb sehr gut harmonieren.
Mir hat der Auftaktband sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf eine Fortsetzung.











