Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Pusteblümchen:
Ein magischer Reihenauftakt
Birds of Paris - Das magische Pendel von Kathrin Tordasi
Die zwölfjährige Léa ist gerade mit ihren Eltern in eine Dachgeschosswohnung in Paris gezogen. Sie erkundet die Umgebung und entdeckt dabei ein Mädchen namens Alex, dass sich mit einer Taube zu unterhalten scheint. Durch sie lernt Léa auch die Straßenkinder Ari, Coralie und Roux kennen. Mit ihnen taucht sie in eine magische Welt ein und wir haben eine vollkommen neue Seite von Paris kennengelernt.
Die Geschichte ist spannend und steckt voller Magie. Die meisten Kapitel werden aus Léas Perspektive geschildert.
Jeder, der schon einmal in Paris war, wird die Schauplätze wiedererkennen. Die Übergänge zwischen der realen und der magischen Welt sind fließend und genau das macht beim Lesen wirklich großen Spaß. Es gibt sehr viele Details, dass wir uns alles gut vorstellen konnten.
Die Charaktere sind jeder für sich einzigartig und durch sie erfahren wir, was Freundschaft und Zusammenhalt bedeutet.
Da es sich um den ersten Band einer neuen Reihe handelt, sind einige Fragen offen geblieben, die uns nun gespannt auf die Fortsetzung warten lassen.
Eine vielschichtige Story
Das Comeback von Ella Berman
Das Buch beginnt ein wenig verwirrend. Teeniestar Grace Turner taucht ein Jahr nachdem sie verschwunden ist einfach wieder auf. Zunächst gibt es keine weiteren Erklärungen und ich musste mich erst einmal innerhalb der schwierigen Familienverhältnissen zurechtfinden.
In Grace Familie gibt es keine Nähe und keine Herzlichkeit, sondern Distanz und Kälte.
Jeder ist irgendwie mit sich beschäftigt und die Spannungen zwischen ihr und ihrer Mutter sind groß.
Die Handlung wechselt zwischen der Gegenwart und Rückblicken in Grace Kindheit bzw. Jugend. Dadurch ergibt sich langsam ein etwas runderes Bild.
Es gibt interessante Einblicke in die Welt eines Kinderstars und in die der High-Society.
Durch die zerrütteten Familienverhältnisse, Alkohol, Drogen und fehlenden Halt wird hier eine düstere Stimmung gezeichnet, die sich durch die Handlung durchzieht.
Auch wenn sich das Buch leicht lesen lässt, thematisch ist es dies nicht.
Es ist eine tiefgründige und vielschichtige Story, die erschreckend aktuell ist.
Amüsant und lebensnah
Wohnverwandtschaften von Isabel Bogdan
Das Buch beginnt mit dem Einzug von Constanze in die WG von Jörg, Murat und Anke. Dabei handelt es sich um eine Zweckgemeinschaft und für Constanze ist dies nach der Trennung von ihrem Freund nur eine Übergangslösung bis sie etwas eigenes gefunden hat.
Die Geschichte wird im Wechsel aus der Perspektive der vier WG-Bewohner geschildert.
Mal ist es einer alleine, mal ein Dialog von Zweien oder auch Situationen, in denen sich alle vier gemeinsam austauschen. Durch diese Perspektivwechsel ergibt sich schnell ein gutes Bild von jedem Einzelnem, da Isabel Bogdan ihren Schreibstil entsprechend anpasst. Unterschiedlicher könnten die vier kaum sein und genau das macht dieses Buch aus.
Die Charaktere werden facettenreich beschrieben, sie wirken sympathisch, haben ihre Eigenarten und verändern sich im Laufe der Handlung.
Ich habe Constanze, Jörg, Murat und Anke gerne ein Stück durch ihr Leben begleitet, in denen es um Fragen des Lebens geht, aber auch eine Menge gelacht wird.
Ein wenig verrückt
School of Beastly Island Band 1 - Gestrandet von Christian Tielmann
Das ist der ungewöhnlichste Manga, den ich bisher gelesen habe.
Zunächst werden die wichtigsten Charaktere kurz vorgestellt. Die Protagonisten sind Tapio und seine große Schwester Aina.
Aina hat eine Besonderheit, sie kann Dinge zum Leben erwecken und wird deswegen gemobbt. Um dem zu entgehen, soll sie aus ihrer Umgebung heraus.
Deswegen eschließt die Familie ein Jahr auf Hohe See zu gehen. Tapios Aufgabe ist es das Logbuch zu führen. Sie geraten in ein Unwetter und stranden auf einer Insel. Damit beginnt für die Geschwister ein ziemlich verrücktes Abenteuer.
Die Story beginnt im Mangastil und im Anschluß erzählt Tapio die Ereignisse durch sein Logbuch. Auch dieses beinhaltet zahlreiche schwarz-weiß-Zeichnungen im Mangastil, wodurch sich das Buch schnell und leicht liest.
Der Einfallsreichtum in dieser Story ist genial. Ich habe über die unterschiedlichen magischen Kräfte und deren Auswirkungen eine Menge gelacht. Vieles ist einfach schräg, macht aber Spaß.
Die Mischung aus Manga und Fließtest macht das Buch auch für Kinder die weniger gerne lesen zu einem leichten Leseerlebnis.
Britischer Humor und spannende Unterhaltung
Mrs Potts' Mordclub und der tote Bürgermeister von Robert Thorogood
Während einer Stadtsratsitzung wird der Bürgermeister von Marlow vergiftet. Die Umstände sind unklar und Suzie, die bei der Sitzung dabei ist, informiert direkt ihre Freundinnen Judith und Becks. Damit haben die drei einen neuen Fall.
Ich liebe Cosy-Crime und britischen Humor, deswegen habe ich mich nur zu gerne erneut mit Mrs.
Potts und ihren Freundinnen Becks Starling, der Ehefrau des Pfarrers und Suzie Harris, einer Hundesitterin, in das britische Marlow begeben. Das kleine idyllische Städtchen an der Themse hat einen ganz besonderen Charme und eignet sich damit perfekt für den Schauplatz eines Cosy-Crime-Falls.
Mir hat es Spaß gemacht herumzurätseln, was sich ereignet hat. Obwohl alles äußerst amüsant dargestellt wird, mangelt es nicht an Spannung. Judith, Suzie und Becks sind ein ganz wunderbares Team, jede hat so ihre Eigenheiten, die sie irgendwie liebenswert machen.
Eigentlich wünsche ich den Einwohnern von Marlow auch mal ruhigere Zeiten wünsche, aber gleichzeitig hoffe ich natürlich auch, dass es bald wieder Arbeit für den Mordclub gibt.
Beeindruckend
Als wir Schwäne waren von Behzad Karim Khani
Reza ist zehn Jahre , als er mit seinen Eltern aus dem Iran in das Ruhrgebiet geflüchtet ist. Seine Eltern sind Akademiker und legen Wert auf Bildung, aber hier kommt die Familie in einem Viertel in Bochum unter, in dem die vorherrschende Sprache Gewalt lautet. Trotz guter Voraussetzungen ist Integration ein schwieriges Thema.
In kurzen Kapitel erzählt der Autor in einer schnörkellosen Sprache über seinen Alltag.
Der Schreibstil ist sehr atmosphärisch und gefüllt mit Kontrasten aus Poesie und Gewalt.
Behzad Karim Khani beschreibt eine Zeit, die ich wiedererkenne, allerdings aus einer anderen Perspektive, aber er nimmt seine Leser mit und zeigt ihnen die andere Seite.
Dabei werden viele Emotionen spürbar, wie Wut und Hoffnungslosigkeit, aus der dann wieder Gewalt resultiert.
Es werden viele gesellschaftspolitische Themen angesprochen, die heute noch ebenso aktuell sind wie damals.
Die Probleme der Integration und die Schwächen unserer Gesellschaft werden hier in Worte gefasst und präzise aufgezeigt. Für mich ist es eines der besten Bücher, das ich bisher über das Thema gelesen habe.
Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Tage mit Milena von Katrin Burseg
Annika lebt mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck. Sie arbeitet in einem Schreibwarengeschäft, das sie von ihrem Schwiegervater übernommen hat. Ihr Leben ist ruhig und überschaubar, nichts deutet auf die Schatten in ihrer Vergangenheit hin. Aber als die siebzehnjährige Luzie in ihren Laden kommt und sich wenig später als radikale Klimaaktivistin entpuppt, kommen ihre Erinnerungen wieder hoch.
Erinnerungen an eine Zeit, in der sie vor über 30 Jahren zusammen mit Milena und Matti sehr engagiert in der Hausbesetzerszene in St. Pauli war. Annika wurde damals verhaftet, kam ins Gefängnis, Milena starb und Matti verschwand.
Nun ist es Luzie, die für ihre Ideale einstehen will und überzeugt von ihrem Handeln sich total verrennt.
Ich fand es interessant wie es der Autorin gelungen ist zwischen der Hausbesetzerszene der 1980er Jahre und den heutigen Klimaaktivisten Parallelen herzustellen.
Durch Luzie wird bei Annika etwas aufgerüttelt, sie kann ihre Vergangenheit nicht weiter verdrängen und muss sich dieser stellen.
Die Handlung informiert ganz nebenbei sowohl über die Ziele der Klimaaktivisten als auch über die der Hausbesetzer in der Hafenstraße in Hamburg. Die persönlichen Schicksale werden authentisch erzählt und haben mich berührt.
Ich kann diesen spannenden und informativen Roman empfehlen.
Eine außergewöhnliche Familienkonstellation
Ein anderes Leben von Caroline Peters
Bisher war mir Caroline Peters nur als Schauspielerin bekannt. Mit diesem Roman gibt sie ihr Debüt als Autorin und schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass sie ebenso gut schreiben wie schauspielern kann.
Der Roman ist aus der Ich-Perpsektive von Hannas jüngster Tochter geschrieben. Hanna ist, obwohl sie bereits einige Jahre zuvor verstorben ist, die eigentlich Protagonistin dieses Romans.
Sie ist der Dreh- und Angelpunkt und ein ganz außergewöhnlicher Charakter. Sie hat nacheinander ihre drei Studienfreunde geheiratet und von jedem eine Tochter bekommen.
Die Handlung beginnt mit der Beerdigung ihres letzten Ehemanns, bei dem sie alle gemeinsam gewohnt haben.
Das mag jetzt ein wenig verworren klingen. Aber Caroline Peters Schreibstil ist so klar, dass es ihr problemlos gelingt die Familienkonstellation gut sortiert aufzuzeigen.
Dennoch bleibt es eine ungewöhnliche Familie in deren Leben die Autorin ihre Leser mitnimmt. Es ist ein Familienleben, das vor allem durch die Figur der Hanna Fragen aufwirft, die nie gestellt und nie beantwortet wurden.
Es ist spannend in die Vergangenheit dieser ungewöhnlichen Familie einzutauchen und damit in ein Leben, das Vielfalt und Humor zeigt, aber auch nachdenklich macht.
Eine wundervolle Reise
Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig
Das Leben steckt manchmal voller Überraschungen und so ist es auch für Grace.
Grace ist bzw. war Mathematiklehrerin und nun befindet sie sich im Ruhestand. Ihr Leben ist trostlos, ihr Mann Karl und ihr Sohn Daniel sind verstorben und das Geld ist auch knapp. Völlig überraschend erbt sie von ihrer Kollegin Christina ein Haus in Spanien und sie bucht ein One-Way-Ticket nach Ibiza.
Damit beginnt eine wirklich magische Geschichte.
Grace ist eine sympathische alte Dame, die sich durch ihre Schuldgefühle und die Trauer um ihren viel zu früh verstorbenen Sohn aus dem Leben entfernt hat. Nun beginnt für sie eine neues Leben. Sie stellt sich ihrer Vergangenheit und findet neuen Lebensmut.
Das Leben von Grace zeigt, dass es nie zu spät für einen Neuanfang ist und führt ihre Leser in eine magische Welt.
Matt Haig erzählt eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Seine Erzählweise zwischen Magie und Realität ist wieder einmal einfach einzigartig. Ich fand dieses Buch wundervoll und empfehle es gerne weiter.
Schwestern
Blue Sisters von Coco Mellors
Der Tod von Nicky verändert das Leben der drei lebenden Schwestern Avery, Bonnie und Lucky.
Die drei Schwestern sind vollkommen unterschiedlich, aber die Trauer um Nicky ist eine Gemeinsamkeit, die sie mehr vereint als alles andere.
Die Charaktere werden nacheinander eingeführt.
Avery ist Anwältin in London.
Bonnie war Boxerin, hat sich aber nach einer Niederlage aus dem Sport zurückgezogen. Lucky ist Model, war schon so ziemlich überall auf der Welt und Drogen sind ihr alles andere als fremd.
Avery, Bonnie und Lucky treffen sich ein Jahr nach Nickys Tod in New York, in ihrem Elternhaus, das verkauft werden soll.
Die Lücke, die Nicky hinterlassen hat und das sich dadurch verändernde Familiengefüge zwischen den Schwestern ist spürbar. Es wird im Wechsel aus der Perspektive der verbliebenen Schwestern erzählt und jede geht anders mit der Situation um. Das ändert aber nichts an der tiefen Verbundenheit, die zwischen ihnen besteht und an der gemeinsamen Vergangenheit, die sie auf ewig verbinden wird.
Der Roman beinhaltet viele Themen wie Gefühle, Verlust, Familie, Veränderungen, Zusammenhalt, Sucht, Trauer und Schmerz, die zum Leben einfach dazugehören. Bisher habe ich noch keinen Roman gelesen, der in dieser Deutlichkeit zeigt, wie Schicksalsschläge verbinden und verändern.
Coco Mellors hat dies gekonnt in Worte gefasst, berührt ihre Leser damit zutiefst, bringt sie zum Lachen und zum Weinen.











