Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Pusteblümchen:
Sehr packend
Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht. von Katie Kento
Mich hat schon lange kein Buch mehr so mitgerissen wie dieses.
Das hatte gleich mehrere Gründe:
Die Handlung ist fesselnd und voller Wendungen, so dass die Spannung enorm hoch ist.
Zudem sind die Charaktere sehr gut ausgearbeitet. Die 17-jährige Robyn wird durch ihre ME/CFS-Erkrankung daran gehindert das Haus zu verlassen und ist eine interessante Persönlichkeit, die mir nicht immer sympathisch.
Die Handlung selbst ist nicht als einfacher Fließtext geschrieben, sondern wird durch e-Mails, Chatverläufe, Notizen und Skizzenzeichnungen ergänzt.
Diese Mischung macht das Buch zu etwas Besonderem.
Mangels Abwechslung und anderen Möglichkeiten beobachtet Robyn das Hotel Ambrosia von ihrem Fenster aus. Zudem hat sie ausgiebig die Geschichte des Hotels recherchiert. Diese ist durchaus spannend, es gibt zahlreiche Ungereimtheiten. Nachdem Robyn dann dort ein echtes Verbrechen beobachtet, wird es richtig unheimlich.
Die Atmosphäre ist düster und es liegt durchgehend Spannung in der Luft. Aber es gibt auch Momente, in denen ich einfach lachen musste. Insgesamt habe ich das Buch wirklich geliebt und wollte es gar nicht aus der Hand legen.
Eine beeindruckende Reise
Die Eisbrecherin von Geertje Marquardt; Kathrin Nord
Über 35 Tage und 550 Kilometer dürfen wir Geertje Marquardt bei der Verwirklichung ihres Lebenstraumes, einer Grönlandexpedition auf Skiern, begleiten.
Die Autorin hat sich zunächst mit kleineren Übungstouren über zwei Jahre auf die Überquerung des grönländischen Inlandseieses vorbereitet.
Sie ist zusammen mit Mads, einem Extremsportler, und Aenne unterwegs. Die kleine Gruppe wird gefordert, von Kälte, knappen Lebensmittel und der gnadenlosen Natur. Gleichzeitig wird sie aber auch immer wieder von den Erfahrungen der Weite und ihrer Liebe zum Schnee und zum Eis entschädigt.
Dieser Erfahrungsbericht ist spannend und packend geschrieben. Dabei schreibt Geertje Marquardt wie in einem Tagebuch Tag für Tag ihre Erlebnisse und die zurückgelegte Strecke auf. Trotz guter Vorbereitungen verläuft bei weitem nicht alles nach Plan.
In der Mitte des Buches befinden sich Fotos der Expedition, die dafür gesorgt haben, dass ich mir alles noch besser vorstellen konnte.
Auch wenn ein solch extremes Erlebnis nichts für mich ist, habe ich die Autorin nur zu gerne aus der Ferne begleitet und ihre einzigartigen Erlebnisse regelrecht in mich aufgesaugt.
Aufrüttelnd und auch motivierend
Moralische Ambition von Rutger Bregman
Rutger Bregman war mir bisher als Journalist und Autor bekannt, der Klartext spricht. Das macht er auch in diesem Buch, verwendet dabei eine sehr eingängige Sprache und ab und an ein wenig Augenzwinkern.
Dabei geht es nicht darum über Gutes zu reden, sondern es zu tun und dem inneren Wunsch etwas zu bewirken.
Er gibt hier Beispiele von Menschen, die gehandelt, etwas bewirkt haben und das nicht aus der Moral heraus, sondern aus Überzeugung.
Die Kapitel tragen Überschriften die neugierig machen und direkt verdeutlichen wie vielfältig der Inhalt ist. Rutger Bregman gibt einen neuen Blick auf unsere Gesellschaft und verdeutlicht wie wichtig moralisches Handeln ist, um damit sein Leben sinnvoll und zielführend zu gestalten.
Vor jedem Kapitel steht ein ausdrucksstarker kurzer Gedanke, eine Lebensweisheit, die zum Nachdenken anregt.
Es geht hier nicht darum wer Du bist, sondern wer Du werden kannst. Dabei kommt hier gelegentlich auch ein moralischer Zeigefinger heraus, aber diesen sehe ich als berechtigt an.
Eigentlich ist dies eines von den Büchern, die zur Pflichtlektüre werden sollten, vielleicht nicht in diesem Umfang, aber inhaltlich stelle ich mir das durchaus zielführend vor.
Roy und Carl
Der König von Jo Nesbø
Ich habe bereits den ersten Band um die beiden ungleichen Brüder Roy und Carl gelesen und möchte zunächst empfehlen mit diesem zu beginnen. Die Entwicklung der Charaktere ist einfach zu wichtig und zu interessant, um direkt mit Band zwei loszulegen.
Die Geschichte wird wieder aus der Ich-Perspektive von Roy erzählt.
Er ist der ältere der beiden Brüder und wirkt trotz seiner kriminellen Energie und Neigung zur Gewalt sympathischer als sein Bruder Carl. Das Verhältnis zwischen den beiden ist schwierig.
Auch dieses Mal ist die kleine Stadt Os im Norden Norwegen Handlungsort. Os lebt vom Tourismus, aber der Bau eines Tunnels würde diesen um die Stadt herumleiten. Damit würden auch die Pläne von Roy und Carl der Vergangenheit angehören und somit versuchen die beiden alles, um dies zu verhindern. Alles, bedeutet hier wirklich alles und da die Brüder ohnehin keinen guten Ruf haben, haben sie auch nichts zu verlieren.
Neben der Gier nach Macht spielt die Vergangenheit und damit die familiären Beziehungen eine Rolle. Dabei gibt es Einblicke in die menschliche Psyche und einen durchgehenden Spannungsbogen.
Mir hat dieses Buch ebenso gut gefallen wie der Vorgängerband und auch alle anderen Bücher von Jo Nesbø. Für mich gehört er zu den besten Spannungsautoren Norwegens.
Mann & Müller
Gefährliche Betrachtungen von Tilo Eckardt
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Žydrūnas Miuleris erzählt. Žydrūnas Miuleris ist Übersetzer und stammt aus der litauischen Stadt Kaunas. Er bewundert den Schriftsteller Thomas Mann und versucht an diesen heranzukommen, was ihm auch tatsächlich gelingt. Die beiden freunden sich an und Mann nennt ihn nur noch vereinfacht und eingedeutscht Müller.
Mann ist gerade dabei eine Rede gegen den Nationalsozialismus zu schreiben. Nachdem diese verschwunden ist, versuchen die beiden Männer alles, um diese wiederzuerlangen und größeres Unheil zu vermeiden.
Ich mag die Werke des Autors Thomas Mann und fand die Idee, ihn als Protagonisten in einem Kriminalroman einzusetzen, ausgesprochen spannend. Tilo Eckardt hat ihn dabei gut getroffen. Genau so habe ich mir den Schriftsteller vorgestellt und die Dialoge zwischen ihm und Müller haben ein authentisches Bild - der Zeit und des Autors - aufgezeigt.
Die kriminalistische Handlung war durchaus spannend, aber weniger relevant als ich es erwartet habe. Mir gefiel die Kombination aus Fiktion und Realität. Der konstruierte Fall hat sich gut in die Zeit und das politische Zeitgeschehen eingefügt.
Neben guter Unterhaltung ist das Buch ein Blick in die Vergangenheit, die auch hier wiederholt zum Nachdenken anregt.
Ein Buch auf das man sich einlassen muss
Wir leben jetzt von Catherine Ryan Hyde
Das Buch ist aus der Sicht der Protagonistin Ru geschrieben, die ihre Geschichte zwei Mädels erzählt und diese direkt anspricht. Diese ungewöhnliche Perspektive hat mich zunächst ein wenig stolpern lassen, aber nach einigen Seiten konnte ich mich darauf einlassen und hatte das Gefühl, dass ich dadurch Ru nach und nach richtig gut kennengelernt habe.
Die außergewöhnlich kluge Ru besucht ein College in Kalifornien und lebt bei einer Gastfamilie. Dort lernt sie den vier Jahre älteren Gabriel kennen.
Nachdem Rus Mutter an Lungenkrebs verstirbt, soll zu ihrer Tante Bitsy von Kalifornien nach Kentucky ziehen. Ihre Tante ist eine wenig herzliche Person und Ru und Gabriel beschließen gemeinsam abzuhauen. Was die beiden gemeinsam erleben, wird toll beschrieben, ein tiefes Gefühl der Freundschaft und eine Freiheit, von der man nur Träumen kann.
Das Buch lebt von Ru. Sie lässt uns an ihren Gedanken teilhaben und in ihren Kopf schauen und steht hier permanent im Vordergrund, alle anderen Personen bleiben leider eher blass. Im Grunde fand ich das okay, nur über Gabriel hätte ich gerne mehr erfahren.
Dicht und spannend
Das Haus der Bücher und Schatten von Kai Meyer
Die Handlung beginnt 1933. Nachdem der 42jährige ehemaligen Polizeikommissar Cornelius Frey von den Nazis aus dem Dienst entlassen wurde, bewacht er als Nachtwächter die Bücher der Deutschen Bücherei. Bei einem seiner Rundgänge kann er verhindern, dass eine junge Frau sich vor einen Zug in den Tod stürzt.
Beim Abschied flüstert sie ihm mysteriöse Wörter zu.
Einen Abend später findet er sie neben einem Kriminalkommissar, beide wurden erschossen und es ist unklar was passiert ist.
In einem zweiten Handlungsstrang, der 20 Jahre zuvor angesiedelt ist, geht es um Paula und Jonathan.
Für mich war zunächst vollkommen unklar in welchem Zusammenhang die beiden Handlungsstränge stehen, gefesselt war ich dennoch.
Kai Meyer beschreibt die Umgebung sehr detailliert und ich konnte die düstere Atmosphäre der Zeit regelrecht spüren. Es geht um Fanatiker, Okkultisten, Freimaurer und Verschwörungen. Durch diese Mischung ist schnell eine unheimliche Spannung entstanden, die durch die historischen Ereignisse noch gefördert wird.
Das Buch ist genauso lesenswert wie die vorherigen Werke des Autors, allerdings ist es sehr düster und nichts für schwache Nerven.
Rätselhaft und ein wenig mystisch
Nach uns der Himmel von Simone Buchholz
In dem Buch gibt es zwei Handlungsstränge.
In dem einen stranden acht Menschen nach einem turbulenten Flug auf einer griechischen Insel. Diese dürfen wir nun nach und nach näher kennenlernen. Was auf der Insel selbst vorgeht, ist allerdings ein wenig merkwürdig und verwirrend.
Der andere Erzählstrang ist ein Dialog, der aus der Ich-Perspektive geschrieben ist und in Los Angeles in einem Büro spielt.
Für mich blieb lange Zeit vollkommen unklar wie die beiden Handlungsstränge zusammenhängen und ich fühlte mich ein wenig verloren. Vermutlich fühlten sich die acht sehr unterschiedlichen Protagonisten ähnlich, da sie scheinbar nicht wahrgenommen werden.
Für meinen Geschmack dauerte es ein wenig zulange, bis sich die ersten Zusammenhänge auftun. Letztendlich hat Simone Buchholz die beiden Handlungsstränge gelungen verbunden und dabei eine gute Portion griechischen Mythologie mit der Handlung verwoben.
Mich hat das Buch während des Lesens mehr verwirrt als begeistert, aber im Nachhinein freue ich mich doch, dass ich es gelesen habe. Dranbleiben lohnt sich hier wirklich.
Berühmte Schwestern
Die Mitford Schwestern von Marie Benedict
Auch wenn ich schon mal von den Mitford-Schwestern gehört habe, war mir nichts Näheres über diese bekannt. Da ich zuvor schon interessante Romanbiografien von Marie Benedict gelesen habe, war ich sehr gespannt auf dieses Buch.
Die Mitford-Schwestern waren zu sechst und hier stehen Nancy, Diana und Unity im Vordergrund.
Die Schwestern haben Kontakt zu bekannten Persönlichkeiten wie Politikern, dem Königshaus und Schriftstellern, mit denen sie sympathisierten oder sich ihnen entgegenstellen. In ihrer Haltung waren sie keineswegs immer einer Meinung.
Wie auch die bisherigen Bücher von Marie Benedict ist auch dies wieder ein gut recherchierter Roman über starke, intelligente und einflussreiche Frauen. Leider bleiben dabei die Männer der Frauen sehr blass und die wären hier sicherlich auch noch einmal sehr interessant gewesen.
Mir hat dieser biografische Roman über die Mitford-Schwestern gut gefallen und ich kann diese hervorragende Lektüre nur empfehlen.
Sehr spannend und emotional, aber auch ein wenig vorhersehbar
Everything We Never Said - Liebe lässt uns böse Dinge tun von Sloan Harlow
Ella hat ihre beste Freundin Hayley durch einen Unfall verloren. Sie ist voller Schuldgefühle. Sawyer, der Freund von Hayley, leidet ebenfalls unter dem Verlust, versucht aber Ella zur Seite zu stehen. Dadurch nähern sich die beiden aneinander an. Als Hayleys Tagebuch auftaucht und Ella beginnt darin zu lesen, kommt Unfassbares ans Tageslicht….
Ich habe schon lange kein Buch mehr so schnell durchgelesen wie dieses, da der Schreibstil der Autorin einfach genial ist.
Ella und Sawyer berichten im Wechsel. Ein Kapitel ist auch aus Hayleys Perspektive geschrieben, ansonsten wird sie durch ihre Tagebucheinträge lebendig.
Obwohl ich die Handlung ein wenig vorhersehbar fand, hat mich diese Mischung aus Spannung und Romantik total gepackt.
Die Story steckt voller Emotionen, fesselt durch seine authentische Protagonisten, Geheimnisse, Liebe und Abgründe, über die ich einfach mehr erfahren musste.
Für mich war es das perfekte Buch für einen düsteren Herbsttag.











