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Rezensionen von Anndlich:

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Das Blut der Fabelwesen

Die Schule der Fabelhaften, Band 1 - Das Erbe des Phönix von M. J. Brandon

Colt fühlt sich bei seiner aktuellen Pflegefamilie endlich wohl, bis ihm erneut etwas ungewöhnliches passiert und er sonderbare Kräfte während eines Football-Spiels entwickelt. Zwei Unbekannte sammeln Colt ein und klären ihn darüber auf, was er ist: in seinen Adern fließt das Blut eines mächtigen Fabelwesens.

Um herauszufinden, welches Fabelwesen-Blut es ist, wird Colt an die geheime Schule der Fabelhaften gebracht.

Das Erbe des Phönix von M. J. Brandon ist der erste Teil der fantastischen Reihe Die Schule der Fabelhaften für Kinder ab zehn Jahren. Der Einstieg beginnt direkt turbulent und packend, der Schreibstil und Weltenaufbau gefiel uns dabei sehr gut.

Im Laufe der Geschichte verlor sich jedoch etwas das Tempo, die große Frage des Klappentexts wird schnell beantwortet und die Suche nach der Quelle seiner Kraft ist damit schnell beendet. Im Fokus standen eher das Ankommen an der Schule, die Fehden, die wiederum die einzelnen Kräfte der Fabelwesen etwas erklären konnten und das Kennenlernen der Mitschüler:innen. Außerdem entdeckt Colt etwas mysteriöses, dem er auf die Spur kommen möchte.

Gerade am Anfang war alles etwas viele, viele neue Gesichter, die alle unterschiedlichen Fabelwesen zugehörten und unterschiedliche Kräfte besitzen. Viele Informationen, die zu Beginn eher erzählt und weniger gezeigt wurden.

Doch Colton, der von allen lieber Colt genannt werden möchte, wurde sehr schnell zu einem sympathischen Protagonisten, weswegen wir die Welt unbedingt mit ihm erkunden wollten und seine Gefühle komplett nachvollziehen konnten. Zwar ist das Tempo der Geschichte etwas abgeflacht, dennoch haben sich immer wieder Fragen ergeben, die zum Weiterlesen animierten und insgesamt das Gefühl vermittelten, dass Das Erbe des Phönix einen erstmal die neue Welt zeigen wollte. Das Ende lässt vermuten, dass es im nächsten Teil spannend(er) weitergeht. Band eins hat mit der Einführung auf jeden Fall das Potenzial für eine herausragende Reihe gelegt.

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Das Blut der Fabelwesen
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Zwei Leben

Chimaira: Malin & Maira von Sabine Giebken

Malin liebt es auf der Bühne zu stehen und zu tanzen, doch sie kann ihre Nervosität nicht bändigen und wenn sie Sarina scheinbar mühelos den perfekten Tanz abliefern sieht, packt Malin die Unsicherheit noch mehr und sie verliert ihre Leichtigkeit. Und dann ist da auch noch Yannick…

Maira ist die Neue an der Schule und um sie gibt es viele Gerüchte.

Das alles interessiert Maira jedoch nicht, sie möchte nur ihren Durst stoppen. Doch vielleicht benötigt sie mehr als ein bisschen Zeit…

Chimaira von Sabine Giebken ist ein Jugendbuch für Kinder ab 12 Jahren. Das Wendebuch erzählt die Geschichte von Malin und Maira, deren Leben sich auf ungewöhnliche Weise kreuzen.

Die Aufmachung von Chimaira fand ich unfassbar spannend. Eine Geschichte, die aus zwei Perspektiven geschrieben wurde und wir können selbst entscheiden, mit welcher wir beginnen.

Aber egal mit welcher Perspektive wir starten, auf beiden Seiten werden weitere Fragen aufgeworfen, sodass man Lust auf die nächste Sicht bekommt. So beantworten beide Seiten nicht nur Fragen über die eigene Person, sondern auch über die jeweilige andere und das hält einen auch in der zweiten Perspektive bei Laune.

Maira ist ein interessanter Charakter, ihre Sichtweise ist durchweg eher düster und mysteriös, teilweise kaum greifbar, aber dennoch authentisch und interessant. Ihrer Persönlichkeit kommen wir im Laufe der beiden Perspektiven immer näher, dennoch fehlte mir am Ende etwas mehr Information zu dem, was sie ist und warum sie diese Dinge macht. Das wird zwar durchaus erläutert, hätte aber gerne noch etwas mehr Tiefe besitzen können. Malin hingegen hat typische Teenagerprobleme, die sie zu einem nahbaren Charakter machen und im Laufe ihrer Geschichte entwickelt sie sich zu einer starken Persönlichkeit, die eine tolle Entwicklung nimmt.

In den Handlungen der Geschichte schwingen sehr viele Botschaften mit, die aber meist eher durchdrungen und weniger offensichtlich da liegen.

Die Aufmachung sorgt natürlich auch dafür, dass manche Handlungsstränge repetitiv wirken. Die Sorge hatte ich bereits vor dem Lesen und war positiv überrascht, dass es meist dennoch unterhaltsam blieb. Nur einmal hat die Geschichte dadurch etwas an ihrer Sogwirkung verloren. Auch das wir das Ende der zweiten Perspektive bereits durch die erste Geschichte kannten, machte das Lesen überraschenderweise nicht uninteressanter.

Die beiden Enden der Geschichten waren mir jedoch zu plötzlich und hätten gerne noch mehr Tiefe besitzen können, dennoch hat mir gefallen, dass die eine Perspektive, die jeweilige Zukunft der anderen Perspektive erahnen lässt und somit dann doch ein ganz gutes Ende findet.

Chimaira ist ein tolles Jugendbuch, das durch starke Figuren und eine ganz besondere Geschichte zu überzeugen weiß.

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Zwei Leben
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Welcher Wunsch leitet dich?

Wolkenberührpunkt von Christoph Kramer

Christoph Kramer trifft in einer Buchhandlung auf Roman, einen jungen Mann, der Kramers Romandebüt mit abgezählten Münzen zahlt. Die beiden kommen ins Gespräch und Roman erzählt Kramer seine Geschichte.

Romans Leben ändert sich in der Silvesternacht 2000 schlagartig, sein Leben wirft Fragen auf und die Suche nach dem mysteriösen „J“ beginnt.

Auf dem „Wolkenberührpunkt“ fühlt er sich frei von seinen Problemen und er eignet sich perfekt, um seine Wünsche in die Welt zu tragen.

Wolkenberührpunkt ist der zweite Roman des ehemaligen Fußballers Christoph Kramer. Diesmal steht jedoch nicht Kramer im Mittelpunkt, sondern Roman und seine Kindheit. Kramer schreibt in einfachen Sätzen über eine Kindheit, die nicht immer leicht war. Und obwohl der Satzbau simpel ist, die Worte leicht gewählt und dadurch ein Gefühl von Einfachheit vermittelt wird, gibt der Text zwischen den Zeilen so viel mehr mit und baut dadurch eine schöne Tiefe auf!

Romans Leben ändert sich zum Jahreswechsel ohne Vorwarnung und er beginnt alles zu hinterfragen. Romans Zerrissenheit, den Blick auf die Welt und auf seine familiären Strukturen ist sehr gut gelungen, alles war spürbar und es fühlte sich an als lege sich die Last Romans auf die eigenen Schultern. Seine Gefühle sind nicht nur nachvollziehbar, sondern spürbar.

Neben der sehr gefühlvoll erzählten Geschichte Romans gibt es nach jedem Kapitel auch einen Einblick von Christoph Kramer, eine Art Vergleich zwischen den beiden Lebenswelten in denen sich Roman und Christoph befanden. Er erkennt Unterschiede, sucht Gemeinsamkeiten und reflektiert auf eine Art, die auch mich als Leserin zum Nachdenken gebracht hat.

Wolkenberührpunkt hat mich auf eine Weise berührt, die ich nicht für möglich gehalten habe. Eine Geschichte, die direkt in mein Herz ging und eine, in denen sich manche Erwachsene vielleicht wiederfinden, weil sie es kennen, wenn die eigene Kindheit steinig war.

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Welcher Wunsch leitet dich?
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Das Geheimnis um Prašina

DunkelZone von Vojtech Matocha

Die Dunkelzone breitet sich aus. Immer mehr Orte in Prag müssen ohne Strom auskommen. Jirka, En und Tonda ist klar, dass sie den Grund für dieses Phänomen aufdecken müssen, um die Dunkelheit vor ihrer Ausbreitung zu stoppen. Doch dabei bringen sie sich in große Gefahr, denn drei skrupellose Gegenspieler sind auf ihren Fersen und schrecken vor nichts zurück.

DunkelZone von Vojtěch Matocha ist ein aktionsreiches Abenteuerbuch für Kinder ab 11 Jahren, die mit einer düsteren Atmosphäre gut umgehen können.

Die Charaktere waren leider eher schwach ausgearbeitet. Wir erleben die Geschichte aus Jirkas Perspektive und kennen seinen Background daher etwas besser, doch außer den Eckdaten, dass seine Eltern verreist und sein Opa in Prašina lebt, erfahren wir kaum etwas über ihn oder seine Gefühlswelt, das macht es schwer sich ihm und seiner Geschichte anzunähern. Auch seine Freund:innen Anastasia ‚En‘ und Tonda werden nur grob vorgestellt, die Beziehungen untereinander werden zwar leicht thematisiert, aber auch hier fehlt mir das Gefühl für ihre Gefühle, vor allem in Anbetracht der Entwicklung zwischen ihnen.

Die Namen der Figuren, Persönlichkeiten und Orte der Geschichte stammen aus dem tschechischen und sind daher teilweise nicht ohne Hilfe lesbar. Hier hätte ich mir ein Verzeichnis mit der entsprechenden Aussprache gewünscht. Aus Respekt gegenüber der tschechischen Sprache und ihren Namen, aber natürlich auch um Kindern das Lesen zu erleichtern.

Das Setting Prag gefiel mir ausgesprochen gut, vor allem weil es selten in Kinderliteratur zu finden ist. Die Atmosphäre ist durchgehend düster und wird von der Autorin gut transportiert, inhaltlich sind die Gefahren durch den Tod, Gewalt und Verfolgungen spürbar und definitiv nichts für jedes Kind, vor allem weil das Buch in der jetzigen Zeit spielt und damit relativ wenig Abstand zwischen Fiktion und Realität für das lesenden Kind sein könnte.

Das Ende konnte mich wiederum nicht überzeugen. Nicht auf Ebene des Plots, den fand ich durchaus gut, auch wenn er sehr vorhersehbar war. Aber auf der freundschaftlichen Ebene, fand ich es schlecht aufgelöst, weil so viel unausgesprochen und offen bleibt, dass es sich nicht gut anfühlte, das Buch zu beenden. Das Offene ist aber nichts, was sich wie eine offene Frage für den nächsten Band anfühlt und ich war nach Beenden des Buchs überrascht, dass es sich um einen Auftaktband handelt.

DunkelZone gefällt mir in seiner Grundidee, dem Setting und der Atmosphäre sehr gut, verliert mich aber aufgrund der fehlenden Tiefe der Figuren und ihren Beziehungen zueinander. Gestolpert bin ich auch über wechselnde Zeitformen, die nicht in mein Sprachgefühl gepasst haben. Daher konnte mich DunkelZone leider nicht ganz von sich überzeugen.

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Das Geheimnis um Prašina
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Die Kakerlaken-Gang

Das verfluchte Gold von Hell Gate von Davide Morosinotto

1927, New York. Rico hat etwas grauenhaftes entdeckt und wendet sich direkt an seine Freunde aus der Kakerlaken-Gang. Ein toter Mann liegt unter der Eisenbahnbrücke. Wer war er und warum musste er hier sterben? Und was hat es mit der Streichholzschachtel auf sich? Gefesselt von ihrem Fund machen sie sich auf die Suche nach Antworten und stoßen auf ein versunkenes Geheimnis.

Die HMS Hussar versank in den Tiefen von Hell Gate und nahm siebzig Truhen voller Gold mit.

Das verfluchte Gold von Hell Gate von Davide Morosinotto ist ein atmosphärisches Jugendbuch für Leser:innen ab 12 Jahren.

Wir erleben die Geschichte aus den Perspektiven der Kakerlaken-Gang, die aus Amy, Lucy, Mario, Rico und Tommy besteht. Die fünf Freund:innen könnten unterschiedlicher nicht sein und doch eint sie, dass sie sich ausgestoßen fühlen. Ihre Familien sind eingewandert und nun leben sie in New York in einem ‚italienischen‘ Viertel.

Tommy und Mario sind zwei Italiener, die in einem Gebäude wohnen, allerdings wird Marios Mutter selbst von den Hausbewohner:innen verachtet und für verrückt erklärt. Mario lebt allein mit seiner Mutter, die immer wieder in Depressionen ertrinkt und damit viel Verantwortung an ihren Sohn übergibt, der sich nicht nur um seine Bildung kümmert, sondern auch um den Verdienst und um einen vollen Kühlschrank. Tommy ist das jüngste Kind einer Großfamilie. Amy ist Koreanerin, deren Eltern ein Pub betreiben, Lucy ist ein kluges Mädchen, dass aufgrund ihrer Hautfarbe jedoch ständig mit Rassismus konfrontiert wird und Rico hat alles in seinem Leben verloren, weswegen er auf die Hilfe von Fremden angewiesen ist.

Die fünf Kinder und ihre Familien sind toll herausgearbeitet, jeder hat seine persönlichen Päckchen zu tragen, die für ihr Alter unfassbar groß sind. Zusammen finden sie etwas, dass sie auf eine aufregende Schatzsuche begibt und den Zusammenhalt ihrer Freundschaft verdeutlicht. Insgesamt gefiel mir die Ausarbeitung der Freundschaft sehr gut, es gab unterschiedliche Meinungen und trotzdem hat man immer einen Weg gefunden, den alle akzeptiert haben.

Neben der Geschichte der Freund:innen reisen wir auch in die Vergangenheit und lernen das Leben des Lotsen Bill Swan kennen. Dieser Part ist gut vom Rest der Geschichte zu unterscheiden, indem es kursiv abgedruckt wurde und bettet sich hervorragend in die Hauptstory ein.

Die Geschichte ist sehr melancholisch und trist, der Tod, Korruption, Gewalt und Angst zieht sich durch das komplette Buch und ist gewiss auch ein Zahn der Zeit. Hinzukommen haarsträubende Aktionen, welche die fünf Freund:innen teilweise durchführen, um dem Schatz näher zu kommen. Immer wieder bringen sie sich in Gefahr und dienen absolut keiner Vorbildfunktion.

Das Ende konnte in jeder Hinsicht überzeugen, sie zeigt das Herz der Fünf und rundet Bill Swans Leben perfekt ab. Ein tolles Buch, dass für manch junge:n Leser:in vielleicht etwas zu langsam erzählt wird, dass aber durch seine Atmosphäre und den Transport des damaligen Zeitgeist bei uns sehr gut ankam und für viel Gesprächsstoff sorgte. Ein Buch, dass sicherlich auch erwachsene Leser:innen abholen kann.

Selten wird es bei mir erwähnt, aber in diesem Fall fühlt es sich nach einem Muss an. Die Aufmachung des Buchs ist der Wahnsinn. Ich liebe es, wenn Cover den Inhalt des Buchs widerspiegeln, das ist hier absolut der Fall und wirklich grandios umgesetzt. Auch die schwarz-weiß Illustrationen vor jedem Kapitel sind toll und machen das Buch zu einem echten Hingucker.

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König der (Haus)Tiere

Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack! von Franziska Höllbacher

Kater Knutbert hat ein Problem. In der Nachbarschaft wird von einem Ungeheuer gesprochen, das Müll verstreut, Autos zerkratzt, Gärten verwildert und damit die Menschen in Schrecken versetzt. Das Schlimmste an der Sache, ausgerechnet Knutbert gerät unter Verdacht. Daher bleibt dem Kater nichts anderes übrig, als der Bestie auf die Schliche zu kommen und seinen guten Ruf wiederherzustellen.

Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack von Franziska Höllbacher ist ein tierisches Abenteuer für Kinder ab neun Jahren. Die Geschichte lässt sich sehr gut lesen, durch unterschiedliche Schriftgröße oder -anordnung wird das Lesen zum Erlebnis und die vielen kleinen Zeichnungen der Autorin machen die Geschichte lebhaft.

Knutbert selbst ist der typische Kater, weswegen er auch nicht unbedingt sympathisch daherkommt. Aus seiner Sicht auf die Welt entsteht der typische Katzenhumor, der meistens wirklich lustig ist, aber auf Dauer auch mal etwas auf die Nerven gehen kann.

Die Suche nach dem unbekannten Biest ist auf den insgesamt 28 kurzen Kapiteln nicht immer der Fokus der Geschichte, sodass man sich manchmal in Knutberts Alltag verliert und vergisst, worum es eigentlich ging. Trotzdem ist es ein kurzweiliges Lesevergnügen für Klein und Groß!

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König der (Haus)Tiere
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Vom Leben in Bonhomie

Buckeye von Patrick Ryan

1945, Bonhomie: Die meisten Männer sind im Krieg, doch Cal bleibt in seiner Heimat. Sein verkürztes Bein macht ihn für den Dienst untauglich und so schmeißt er den Haushaltswarenladen seines Schwiegervaters. Auf der Suche nach einem Radio trifft Margaret auf Cal und im Freudentaumel über die Kapitulation der Deutschen kommt es zu einem Kuss zwischen den beiden.

Bald entsteht daraus eine Affäre und Jahre später wird sich Cal fragen, ob Tom sein Sohn sein könnte.

Buckeye von Patrick Ryan nimmt einen mit in die Kleinstadt Bonhomie in Ohio. Ich muss gestehen, dass ich mich auf eine andere Geschichte eingestellt hatte und dachte, dass wir die Jahre lediglich aus Cals Perspektive erleben werden. Den Umschwung zwischen den einzelnen Figuren fand ich im ersten Moment daher eher schade, weil ich eher eine tiefgründige Einzelfigur erwartete. Doch im Laufe der Geschichte gefiel mir der Perspektivwechsel ausgesprochen gut, denn es entstand ein tiefgründiges Konstrukt zwischen zwei Familien, das gut erzählt wurde.

Mir gefiel der eher ruhige Ton, der nicht auf Spannungsaufbau oder Effekthascherei aus ist, sondern eine Atmosphäre erschaffen hat, der mich ins Örtchen Bonhomie versetzte. Dennoch gefiel mir sprachlich manches nicht. An eignen Stellen empfand ich die gewählten Worte zu neuzeitlich (z.B. die Abkürzung ‚Sanis‘), gerade im Anbetracht dessen, dass häufig heute ungebräuchliche Worte eingebaut wurden, an anderen gefielen mir die Bilder, die sie hervorriefen nicht (z.B. Sexszenen, die eher an Einparken erinnern).

Die einzelnen Figuren mochte ich hingegen sehr und egal ob Mann, Frau oder Kind, ich hatte das Gefühl, dass der Autor das Innenleben authentisch wiedergeben konnte. Lediglich Becky stehe ich skeptisch gegenüber. Ich mochte ihre Art, wie sie mit ihrer Gabe umging, dass sie kein Geld für ihre Dienste entgegen nahm, sehr offen darüber kommunizierte und das, was sie sah, nicht größer machte. Und doch gefiel es mir nicht, dass daraus das Bild gezeichnet wurde, dass Beckys Gabe wirklich existiert.

Buckeye nimmt einen mit nach Bonhomie und erzeugt eine tolle Atmosphäre. Wer Lust auf die Gefühlswelt zweier Familien zur Kriegszeit hat, auf ruhige Töne steht und auch übernatürliche Aspekte spannend findet (oder zumindest nicht störend findet), der kann sich mit Buckeye auf ein schönes Leseerlebnis freuen.

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Schaschas Sicht

Schascha und der Buchspazierer von Carsten Sebastian Henn

Die neunjährige Schascha liebt Bücher und hat von ihrem Zimmer den perfekten Überblick über den Münsterplatz. Dort läuft täglich ein älterer Herr vorbei, Carl Kollhoff ist mit Büchern bepackt und Schascha ist ganz fasziniert von ihm, sie nennt ihn den Buchspazierer und möchte unbedingt wissen, wohin ihn seine Wege bringen.

Eines Tages schließt sich Schascha ihm an, lernt neue Menschen kennen und verbreitet Mut und Freude in der Stadt. Bis der Buchspazierer nicht mehr auftaucht und Schascha mutig sein muss.

Schascha und der Buchspazierer von Carsten Henn adaptiert den Roman ‚Der Buchspazierer‘ und richtet sich an Leser:innen ab 9 Jahren. Durch den Perspektivwechsel hin zur neunjährigen Schascha gelingt der sprachliche Wandel perfekt, der Text ist kindgerecht, aber im Schriftbild durchaus anspruchsvoll - keine Absätze und geringe Schriftgröße lassen die Kapitel länger wirken.

Mir hat der Roman ‚Der Buchspazierer‘ unheimlich gut gefallen, weswegen ich mich auf das Kinderbuch gefreut habe und der Geschichte natürlich sehr gerne gefolgt bin. Meine Mitleserin (10 Jahre) empfand das Buch phasenweise jedoch eher langweilig und konnte mit den wunderschönen Verbindungen innerhalb des Buchs wenig anfangen. Kritischer sehe ich in dem Fall auch die eingebettete Themen wie häusliche oder generelle Gewalt, die stattfindet, erwähnt, teilweise deutlich beschrieben und gezeichnet, aber nie richtig verarbeitet wird. Gerade häusliche Gewalt kann von Kindern in dem Alter erlebt werden und sollte - wenn es offensichtlich angesprochen wird - auch entsprechend thematisiert werden, das wurde mir leider zu schwach aufgelöst.

Besonders hervorheben möchte ich allerdings die Zeichnungen der Illustratorin Annelie Schulze, welche die Geschichte lebendig werden ließen. Wir hatten unheimlichen Spaß daran, die vielen Zeichnungen zu betrachten. Annelie Schulze hat mit diesen die Geschichte zum Leben erweckt und eine tolle Begleitung zum Text erschaffen!

Am Ende steh ich daher ein bisschen im Zwiespalt. Als Liebhaberin des Romans hat mir die Geschichte aus Schaschas Perspektive auch gut gefallen und ging mir wieder ans Herz. Dennoch muss ich es als Kinderbuch etwas kritisieren und für Kinder gehört es auch eher zu einer ruhigen Geschichte, die jedoch sicherlich ihre Leser:innen finden wird.

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Schicksalsschläge!

FIVE - Das Ticken der Zeit von Ilona Bannister

Fünf Menschen, die sich zeitgleich an einem Londoner Bahnsteig befinden, ahnen nicht, dass auf einen von Ihnen der Tod wartet. Sie alle haben eine Vergangenheit, ein Schicksal, doch nur eines wird enden. Und wir erfahren während der fünf Minuten, bis der Zug endlich ankommen soll, was die fünf Personen erlebt haben und wen es am Ende trifft.

FIVE - Das Ticken der Zeit ist ein außergewöhnlicher Roman von Ilona Bannister. Die kurzen Kapitel am Bahnhof erleben wir dabei beinahe in Echtzeit, dabei spricht die Autorin uns immer wieder direkt an und fordert die Leser:innen zudem auf, sich die Situation nochmal vorzustellen. Eine direkte Ansprache, die durchaus gewöhnungsbedürftig ist, manchmal etwas den Lesefluss nimmt, aber dennoch etwas ganz außergewöhnliches ist und an einigen Stellen eine grandiose Wirkung erzeugt.

Neben der in Echtzeit erlebenden Szenen am Bahnsteig, lernen wir auch die fünf Protagonist:innen genauer kennen. Das sind Gideon, ein kleiner Junge, der seine Mutter mächtig auf Trab hält. Gideons Mutter Emma, die von Gideon stärker gefordert wird als sie jemals vermutet hätte. Liam, ein erfolgreicher Geschäftsmann. Mrs Worth, die schon lange keinen Kontakt mehr zu ihrem Sohn und ihren Enkeln hat und Sonny, der alles in seinem Leben verspielt hat. Fünf Protagonist:innen, die mehr oder weniger unsympathisch sind. Und genau da beginnt mein Problem mit dem Inhalt. Ich fand den Aufbau des Buchs durchaus interessant, mochte auch die Einschübe in das Leben der Fünf, der den meisten Platz im Buch einnimmt, aber ich hätte mir insgesamt mehr Sympathien gewünscht. Es gab zwar 1-2 Personen, denen man das eintreffende Schicksal weniger gewünscht hat und doch war es am Ende eigentlich fast egal, wen es trifft. Außerdem gefiel mir weniger, dass es mehr Verbindungen zwischen einzelnen gab und damit die verschiedenen Leben weniger interessant wurden, weil die Verbindung schon erkenntlich war. Total schade, weil der Aufbau unfassbares Potenzial hatte.

Dennoch haben der Schreibstil und die gute Idee am Ende dafür gesorgt, dass ich schnell durch das Buch kam. FIVE - Das Ticken der Zeit kann ich jedem empfehlen, der einmal etwas Neues ausprobieren möchte!

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Gefangen in der eigenen Geschichte!

If Books Could Kill von Kate Eberle

Roxie Mitchell wünscht sich, dass sie die nächste Heldin im Roman ihrer Lieblingsautorin wird, denn sie liebt ihre Liebesromane. Doch Roxie hätte nie geglaubt, dass ihr Traum wahr werden könnte bis sie den charmanten Jack trifft und mit ihm ein echtes Traumdate hat. Doch Jack ist nicht ihr Loveinterest und Roxie ist nicht in einem Liebesroman, sondern in einem Thriller gelandet.

Roxie kämpft um ihr überleben und trifft dabei auf den schüchternen Literaturdozenten Grant, der nun auch in ihrer Geschichte gefangen ist. Können die beiden dem Killer entkommen oder sind sie doch ein Teil eines echten Liebesromans?

If Books Could Kill von Kate Eberle habe ich zu Beginn als Buch gelesen, musste aber feststellen, dass es mich nicht richtig abgeholt hat und ich immer wieder lieber zu einem anderen Buch gegriffen habe, anstatt weiterzulesen. Doch das lag weniger am Inhalt und mehr am Tempo, das mir zum Lesen einfach zu langsam war, weswegen ich das Buch als Hörbuch weitergehört habe. Gesprochen von Viola Müller konnte das Buch sich auch inhaltlich bei mir entfalten.

Der Thrill-Aspekt ist für wahre Thrillerfans definitiv zu schwach, aber er erzeugt innerhalb der Geschichte doch einige spannende Szenen und vor allem gefiel mir der Humor, der sich dadurch aufgebaut hat. Die Dialoge zwischen Grant und Roxie gefielen mir vor allem in solchen Szenen gut.

Die Auflösung auf Thrill-Ebene kommt nicht überraschend, hat aber doch ein paar Twists, die ganz interessant gelöst sind. Die Romance Auflösung gefiel mir sehr gut!

If Books Could Kill ist definitiv ein ganz besonderes Buch, dass eine unfassbar gute Grundidee hat und mich als Hörbuch wirklich von sich überzeugen konnte. Gelesen fehlte es mir leider etwas an Tempo.

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Gefangen in der eigenen Geschichte!