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Rezensionen von Anndlich:

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Das fehlende Etwas

Summer Tides von Sarah Fulmar

Scarlett kehrt London den Rücken und möchte in St. Ives einen Strandkiosk eröffnen, um sich aber vor allem ihrem beziehungsunfähigen Partner Eric etwas zu beweisen. Jonah arbeitet momentan wieder in seiner Heimat als Rettungsschwimmer, doch er möchte weit hinaus und auf einem Kreuzfahrtschiff als Arzt arbeiten.

Doch als die beiden sich begegnen scheinen alle Pläne zu verschwimmen.

Summer Tides von Sarah Fulmer ist der erste Roman aus dem Örtchen St. Ives. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, sodass man unfassbar schnell durch die Geschichte kommt, aber mir an einigen Stellen dann doch eben genau das war: zu einfach. Die Dialoge wirkten dadurch an manchen Stellen auf mich nicht wirklich authentisch und es fehlte mir das gewisse Etwas, das die verschiedenen Figuren voneinander unterscheidet.

Wir erleben die Geschichte aus Scarletts und Jonahs Perspektiven, wobei Scarletts deutlich anstrengender ist. Sie wirkt an vielen Stellen unfassbar naiv und nicht besonders gut in ihrer Kommunikation und das obwohl sie doch schon sehr viele extravagante Jobs hatte, die einen anderes vermuten lassen würden. Jonah wirkte aus Scarletts Perspektive auch eher langweilig, hatte aber doch ein paar spannende Seiten, die man aus seiner Sicht erlebt, die gerne noch tiefgehender behandelt werden könnten, aber leider blieb alles sehr oberflächlich.

Die starke Anziehung zwischen den beiden war aus meiner Sicht gar nicht nachvollziehbar. Außer den optischen Vorteilen, die beide erkennen, gibt es kaum Szenen, die eine charakterliche Anziehung ermöglichen und doch ist es die große Liebe? Da hätte ich mir mehr von erwartet.

Ausgesprochen gut hat mir jedoch das Setting gefallen, das direkt für Fernweh sorgt und die Bewohner:innen St. Ives geben auch einen guten Vibes mit. Doch das reicht leider nicht und am Ende bleibt Summer Tides mir in vielen Dingen zu oberflächlich.

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Das fehlende Etwas
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Der wilde Mann

Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte von Skye McKenna

Cassandra widmet sich ganz der Arbeit, ein neues Hexenabzeichen zu erhalten als in ihrem Dorf Hagley seltsame Dinge geschehen. Einzelne Bewohner Hagleys stehen unter einen Bannfluch, der sie nach einer alten Lanze suchen lässt. Doch wer diese Lanze berührt, der ist dem Tod geweiht. Ein Grund mehr für den Herrscher Faeries, diese Waffe unbedingt in seinen Besitz zu bekommen.

Können Cassandra und ihre Freundinnen die Bewohner von ihrem Fluch befreien und die Lanze vor dem Erlkönig finden.

Die magische Flöte von Skye McKenna ist der zweite Band der Reihe der jungen Hexe Cassandra Morgan. McKenna hat eine wunderschöne Welt erschaffen, die sich während des Lesens direkt aufbaut und mit ihren unterschiedlichen Wesen ein ganz besonderes Abenteuer erschafft. Kater Montague als tierischer Begleiter fällt durch einen ganz besonderen Humor auf mit dem er sich ins Herz schleicht. Besonders gut gelungen sind wieder die Wesen, die sich im Hag befinden. Besonders der wilde Mann "Lailoken" gefiel uns sehr gut und die Zeichnung am Ende des Buchs von Viktoria Gavrilenko, welche die drei Freundinnen und Lailoken zeigt, hätten wir unheimlich gerne als Poster, weil es einfach nur zauberhaft aussieht und die Atmosphäre des Buchs unheimlich gut widerspiegelt - ein wahrer Hingucker.

Der Schreibstil der Autorin macht es leicht, sich wieder in Hagley zurechtzufinden und ohne Probleme an das Geschehen anzuknüpfen. Uns gefiel auch, dass der Name Aoife eingebaut wurde, auch wenn es für Leser:innen ab zehn Jahren ohne Hilfe sicherlich schwierig ist, diesen Namen auszusprechen. Cassandras Entwicklung aus dem ersten Band ist im Laufe der Geschichte immer wieder zu erkennen und macht sie zu einer starken Protagonistin, die Freundinnen Tabitha und Rue sind mit ihren Eigenschaften ein tolles Paket und machen aus den drei eine interessante Gruppe. Auch Cassies Cousin Sebastian gibt eine ganz besondere Gefühlswelt frei.

Etwas verwundert bin ich - auch nach dem Lesen - über den Titel des Buchs. Die magische Flöte ist zwar ein kleiner Teil der Geschichte, doch irgendwie war für uns die (Suche nach der) Lanze deutlich präsenter. Das aber nur nebenbei bemerkt und ohne Auswirkung auf die Bewertung eines tollen Kinderbuchs, das auch Erwachsenen noch Spaß machen kann. Die magische Flöte kommt mit ruhigen Tönen daher wirft einen jedoch in ein unheimlich atmosphärisches Abenteuer mit vielen kleinen Botschaften und einer tollen Freundschaft. Eine gelungene Fortsetzung, welche die Vorfreude auf den nächsten Band steigert.

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Der wilde Mann
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Ruhige Magie fürs Herz!

The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota

Finlay ‚Fin’ Ashowan tritt seine neue Stelle als königlicher Koch in Daxaria an. Keiner ahnt jedoch, dass Finlay mehr als nur ein Koch ist und am liebsten seine Kräfte wirken lässt, um in der Küche die leckersten Gerichte zaubern zu können. Finlay ist eine Haushexe und hat nicht nur für Essen ein gutes Gespür, sondern auch für seine Mitmenschen.

Während die Hexe seine Küche zum Wohlfühlort für Alle werden lässt und eine schwarze Katze namens Kraken aufnimmt, werden die Spannungen zwischen den Königreichen immer größer.

The House Witch ist der erste Band um die Haushexe Finlay Ashowan von Delemhach und für mich ein wahres Highlight, wobei ich kaum greifen kann, wie die Autorin das gezaubert hat. Denn The House Witch ist kein Page Turner, der mit Spannung und Action daherkommt. Auf den gut 600 Seiten passiert eigentlich gar nicht viel und doch mochte ich jede Seite des Buchs unheimlich gerne, das Setting besteht auch meistens aus der Hausküche und hat nur wenige weitere Orte parat.

Dennoch schafft Delemhach ein absolutes Wohlfühlwerk, was vor allem an Finlay Ashowan liegt, der ein wundervoller Protagonist ist. Finlay hat so viele schöne Charaktereigenschaften, die es einfach machen, ihn ins Herz zu schließen. Er legt wert auf das Wohl der anderen, stellt sich unter einen kleinen Scheffel und steht für die Schwachen ein. Trotzdem hat Finlay auch Ecken und Kanten, die unheimlich lustige Dialoge zutage fördern, auch sein Versuch seine Herkunft zu verbergen bringt lustige Szenen hervor und vor allem im Verbund mit Magier Lee gibt es immer etwas zu Lachen. Auch die Entwicklung einiger Nebencharaktere ist einfach wundervoll zu Beobachten und erweckt Freude beim Lesen.

Ich kann jedem der Lust auf ein langsames, ruhiges Wohlfühlbuch mit magischen Background hat The House Witch nur ans Herz legen. Ich warte nun ganz gespannt auf den Erscheinungstermin des zweiten Bands, der für mich ein absolutes Muss sein wird und freue mich bald mehr von Finlay Ashowan lesen zu können!

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Ruhige Magie fürs Herz!
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Auszeit in Wilsgrave

Ein Zuhause im Frühling von Julie Caplin

Ella benötigt dringend eine Pause von ihrem Leben im London und vor allem von ihrem Partner. Deswegen nutzt sie die Gelegenheit, die sich ihr bietet und bezieht für ein halbes Jahr das Cottage ihrer verreisten Patentante und zieht ins kleine Örtchen Wilsgrave.
Allerdings hat Ella nicht mit der vierbeinigen Mitbewohnerin Tess gerechnet und auch die Dorfbewohner sind aufdringlicher als Ella vermutet hätte und der Tierarzt merkt schnell, dass Ella wenig Ahnung im Umgang mit Tess hat.

Während der gemeinsamen Spaziergänge lernt Ella nicht nur einiges über Labradore, sondern auch über den verschlossenen Tierarzt.

Ein Zuhause im Frühling ist der erste Band der Country Escapes Reihe von Julie Caplin. Ich habe von der Autorin schon viel Gutes gehört und wollte deswegen unbedingt auch einen Roman von ihr lesen.

Caplins Schreibstil ist angenehm flüssig und ruhig erzählt, selbst kleinere und größere inhaltliche Dramen fügen sich gut in dieses Bild ein, sodass das Buch durchgehend einen wohlfühlendes Gefühl erzeugt. Die Protagonistin Ella macht im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch, die sie nicht nur nahbarer wirken lässt, sondern auch sympathischer. Die Entwicklung ist durchgehend authentisch, weswegen es leicht fällt sich in die Protagonistin hineinzuversetzen. Während ich mit Ella erstmal warmwerden musste, konnte ich Devon schneller einordnen und fand vor allem seine Story ganz interessant.

Ich mochte die ruhige Erzählweise total gerne, gleichzeitig hat mir aber das gewisse Etwas gefehlt, das mich unbedingt einen weiteren Roman der Autorin lesen lassen möchte. Den zweiten Teil kann ich mir jedoch definitiv vorstellen, weil einem im Laufe der Geschichte nicht nur die Protagonist:innen ans Herz wachsen, sondern auch die Nebencharaktere!

Ein Zuhause im Frühling ist ein toller Wohlfühlroman, der sich hervorragend zum Runterkommen und Abschalten eignet.

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Auszeit in Wilsgrave
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Fünf Freunde - Eine Suche

FREI - Bester Anfang (FREI 3) von Sarah Welk

Koray möchte endlich eine Antwort auf die wohl größte Frage seines Lebens - wer ist sein Vater? Seine Mutter schweigt wie gewohnt, doch Koray möchte Gewissheit und finanzielle Stabilität. Gemeinsam mit seinen Freunden macht er sich auf die Suche und begegnet dabei Marc, der etwas ganz Neues in ihm auslöst.

Frei - Bester Anfang ist eine Coming-of-Age-Story von Sarah Welk für Jugendliche ab 12 Jahren und ist der dritte Band der Reihe, kann jedoch auch unabhängig von seinen Vorgängern gelesen werden. Dieses Mal nehmen wir die Sicht von Koray ein, der mit seiner Mutter wieder zurück in Rottloch bei seiner Oma ist, nachdem die Influencer-Karriere seiner Mutter Knall auf Fall gescheitert ist. Dieses Scheitern war für mich ein kleiner Knackpunkt, denn sonderlich realistisch ist er nicht. Ein gehackter Account ist für eine große Influencerin sicherlich problematisch, allerdings hat sie auch schnell einen großen Teil ihrer Community wieder an Bord, davon konnte man hier nicht sprechen. Außerdem ärgern mich Fehler, wenn man Dinge aus dem ‚wahren Leben‘ einbaut, wer bei ‚Wer wird Millionär?‘ die falsche Antwort auf die 200€-Frage einloggt, der geht am Ende nicht mit 200€ nach Hause.

Ausgesprochen gut gefallen hat mir jedoch das Innenleben Korays, der unglaublich reflektiert und gegenüber seiner Mutter extrem reif ist. Die Beziehung der beiden hat mich einige Nerven gekostet, weil der 15-jährige ständig den reiferen Part eingenommen hat und die Chiara von Arken/Karin Ark einfach unfassbar unselbstständig ist. Außerdem gefiel mir die sich anbahnende Beziehung zu Marc gut und auch wie Karin an dieser Stelle reagiert hat. Die Clique hat mir ganz gut gefallen, nur Nico fiel an einigen Stellen doch etwas ab.

Was mich erneut gestört hat, war die häufige Verwendung von „der/die“ anstatt „er/sie“, generell ist das Buch sprachlich eher in einer Sprache verfasst, die sich vermutlich als typisch Jugendlich verorten lässt und in diesem Ausmaß dann doch nicht authentisch wirkt. Aus diesen Gründen ist der Band für mich leider schwächer als der Erste, auch wenn mir vor allem Korays Innenwelt, sein Charakter und der Humor gut gefallen haben, dennoch gab es auch einige Kritikpunkte.

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Schneewittchens gute Tat

Die Märchenponys, Band 1 - Schneewittchen hat jetzt vier Hufe von Nicole Roling-Brügging; Nadine Schreiber

Was haben Aschenputtel, Dornröschen, der Froschkönig, Hans im Glück, die Meerjungfrau, Rapunzel und Schneewittchen gemeinsam? Sie alle wurden verzaubert und verbringen ihre Zeit nun als Pony auf dem Reiterhof und dürfen erst zurück, wenn sie alle eine gute Tag vollbracht haben. Auf dem Reiterhof freunden sich die sieben Ponys schnell mit Jonna an und als ihre Freundin Mila Hilfe benötigt, scheint die erste gute Tat in greifbarer Nähe, denn Schneewittchen hat einen Plan.

Schneewittchen hat jetzt vier Hufe ist der erste Teil der Die-Märchenponys-Reihe von Nicole Roling-Brügging und Nadine Schreiber. Das Buch ist durch kurze Kapitel, eine einfache Satzstruktur und kurze Sätze bestens für Leseanfänger geeignet, aber auch zum Vorlesen eignet sich bestens. Der Einstieg fiel hier etwas schwer, weil die entsprechenden Märchenfiguren erstmal aus diesem genommen und in dieses Buch gedacht werden mussten, aber als das gelang kam die Idee großartig an und der Lesespaß stieg ordentlich an.

Die Geschichte ist eher ruhig, was für die Selbstleserin manchmal zu wenig Action war, während die Jüngere die Geschichte genau in dem Tempo sehr gemocht hat und vor allem wenn die Kinder pferdebegeistert sind, werden sie diese märchenhafte Geschichte lieben.

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Auf zum Drachenfels

Hilda Hasenherz. Das Abenteuer am Drachenfels von Tobias Goldfarb

Zusammen mit ihren Freunden Igromir, Robinius und Eicho macht sich Hilda auf den Weg zum Drachenfels. Denn der Adler hat ihr verraten, dass Baron von Ratzezahn dort zuletzt gesehen wurde und Hilda ist gewillt ihn zu finden, um mehr über ihre verschollenen Eltern herauszufinden.

Das Abenteuer am Drachenfels ist der dritte Hilda-Hasenherz-Band von Tobias Goldfarb.

Das Buch ist durch kurze Kapitel, eine einfache Satzstruktur und kurze Sätze eigentlich bestens für Leseanfänger geeignet, verliert diese Eignung jedoch gegen Ende, weil das Axolotl einen Sprachfehler hat und damit das Lesen erschwert und für vermeidbare Fehler im eigenen Schrifterwerb sorgen könnte. Aber zum Vorlesen eignet es sich wunderbar. Durch die Zeichnungen der Illustratorin Verena Körting wird auch dem Auge ganz viel geboten, denn über das ganze Buch hinweg begleiten uns ihre farbenfrohen und niedlichen Zeichnungen des Hasenabenteuers.

Das Abenteuer bietet eine gute Portion Spannung und die Dialoge sorgen immer wieder für ein Lächeln. Die Freundschaft zwischen den vier Tieren ist unglaublich schön gestaltet und zeigt, was ein festes Band bewirken kann. Hilda Hasenherz wächst während des Abenteuers immer wieder über sich hinaus, zeigt Mut und ist eine wundervolle Protagonistin.

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Drama Lama!

Little Miss Frankenstein - Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama! von Astrid Göpfrich

Nelly ist die Urururenkelin des berühmten Dr. Frankenstein und lebt mit ihrer Familie in einem alten Schloss, indem ständig seltsame Dinge passieren. Ihre Eltern sind sich des Erfindergens bewusst und wollen unbedingt verhindern, dass jemand in die Fußstapfen des berüchtigten Dr. Frankenstein tritt.

Doch Nelly kann gar nicht anders als ihrer Passion zu folgen und werkelt immer wieder an neuen Erfindungen, dabei ist sie meist nicht ganz so erfolgreich.

Little Miss Frankenstein von Astrid Göpfrich ist ein skurriles Abenteuer aus dem Hause Frankenstein. Nelly ist eine urkomische Protagonistin, die einen seltsamen Humor hat und damit für einige Lacher sorgen konnte. Doch ganz besonders wird die Geschichte durch das zum leben erweckte Alpaka Monserrat, das einfach Spaß macht! Durch sehr kurze Kapitel kommt man unglaublich schnell durch die Geschichte und verliert nie den Spaß am weiterlesen, außerdem werden immer mal wieder Tagebucheinträge eingestreut, welche die Geschichte nochmal auflockern.

Nicht gut gefallen hat mir der Umgang mit Elektrizität. Besonders der Tagebucheintrag in dem Nelly einen Füller in die Steckdose steckt, ist mir absolut unverständlich. Zwar wird erwähnt, dass man dies nicht nachmachen soll, dennoch erschließt sich mir die Beschreibung grundsätzlich nicht. Aus dieser Szene entsteht nichts lustig oder skurriles, das ggf. auch die Gefahren der Aktion beschreiben würde, sie wird auch nicht weiter erklärt und führt nur zu einer weiteren misslungenen Erfindungen. Aus diesem Grund hätte die Szene ziemlich einfach verändert werden können, ohne eine Situation zu erstellen, die für Leser:innen zu einer potenziell realen Gefahr werden könnte (leicht nachzumachen, was sicherlich nicht durch den Hinweis verhindert werden würde). Aus diesem Grund fällt es mir auch sehr schwer das Buch zu bewerten, grundsätzlich ist der Humor toll und die skurrilen Figuren machen wirklich Spaß, aber es widerstrebt mir das Buch zum alleine Lesen weiterzuempfehlen.

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Zwischen den Tagen

Marie und die Woche ohne Donnerstag von Elke Michel

Marie muss am Donnerstag zu ihrem absoluten Nicht.Lieblingsarzt, dem Zahnarzt. Das vermiest ihr ihre Ferien bereits am Sonntag, umso glücklicher ist sie über ihre neuen T-Shirts, die sich als magisch herausstellen und mit dem sie zwischen den Tagen wechseln kann. Wie praktisch, wenn man immer wieder den Besuch auf dem Rummel und das Lieblingsessen essen kann, doch dann fällt Marie auf, dass sie in dieser Woche feststeckt.

Kann sie dafür sorgen, dass sich die Zeit wieder weiterdreht?

Marie und die Woche ohne Donnerstag von Elke Michel ist ein magisches Abenteuer, das ziemlich ruhig daherkommt, aber eine unheimlich schöne Botschaft hat. Marie findet die außergewöhnlichen, magischen T-Shirts und kann durch sie zwischen den Wochentagen hin- und herwechseln, doch irgendwann verliert sie auch an den schönsten Dingen die Lust, weil diese ihre Besonderheit verloren haben. Durch Mut kann sie sich aus der Tristesse befreien und in eine neue Woche wechseln, doch dafür muss sie zum unbeliebten Zahnarzt.

Die Botschaft, dass auch unschöne Dinge wie der Besuch eines Zahnarztes dazu gehören, finde ich super. Gleichzeitig zeigt sich auch, dass schöne Erlebnisse auch irgendwann ihren Zauber verlieren könnten, wenn man sie ‚zu oft‘ erlebt. Marie vermittelt dadurch, dass man den Moment genießen muss und durch Mut belohnt wird. Und auch Tage mit unliebsamen Terminen sind nicht automatisch schlechte Tage, sie können dennoch schöne Momente erschaffen.

Die Geschichte kommt jedoch sehr ruhig rüber, durch den ständigen Wechsel zwischen den Tagen wirkt sie gleichzeitig zwangsläufig an einigen Stellen repetitiv, was etwas die Spannung und das Tempo herausnimmt und der Geschichte eher ruhige Töne mitgibt. Das Ende lässt erahnen, was im nächsten Band passieren könnte und obwohl die Idee wirklich toll war, weiß ich nicht, ob sie ein zweites Mal auf diese Weise funktionieren kann. Aber vielleicht ist genau das die große Überraschung für des nächsten Bands.

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Die Fohlenschau

Judiths kleine Farm, Band 3, von Judith Rakers

Für Charlie geht es in diesem Band zur Fohlenschau und auf der ganzen Farm herrscht Aufregung, kann Charlie überzeugen? Davon wollen sich Kater Jack und Katze Lotti live überzeugen und reisen als blinde Passagiere mit.

Judiths kleine Farm ist ein Kinderbuch der Moderatorin Judith Rakers, deren tierische Charaktere auch im echten Leben zusammen leben.

Die Illustrationen von Julia Weinmann sind wunderschön gezeichnet und verdeutlichen den Textinhalt wunderbar für die zuhörenden Kinder.

Das Buch selbst wird ab vier Jahren empfohlen und daher eher als Vorlesebuch gesehen, außerdem gibt es über eine App die Möglichkeit, sich die Geschichte von der Autorin vorlesen zu lassen. Auch ich sehe das Buch als Vorlesebuch und würde es eher nicht zum Erstlesen empfehlen. Denn der Text ist auf den Seiten doch relativ klein gedruckt, was das Lesen erschwert. Zudem wurde der Text in die Zeichnungen integriert, was dem Schriftbild weniger zu Gute kommt, auch haben sich ein paar Schreibfehler eingenistet. Für gekonnte Leser:innen ist das sicherlich kein Problem, für Erstleser:innen jedoch eine weitere Herausforderung.

Die Geschichte konnte uns leider nicht so überzeugen, vor allem als Charlie am Strick gezogen wurde und sein Hals immer länger wurde, was die Illustration auch noch extrem verdeutlicht hat, war hier ein enormes Gefühl von Unwohlsein vorhanden und der Spaß verpuffte. An der Stelle hätte ich mir eher gewünscht, dass Charlie entweder wirklich Spaß am Lernen hat und sich auf diesen Tag freut oder dass Kritik an den von Menschen gemachten ‚Shows‘ aufkommt (was als Vorlesebuch vielleicht etwas zu früh wäre), aber die gewählte Darstellung finde ich unpassend. Ebenso die Erkenntnis, dass Judith erst dann Stolz ist, wenn Charlie den Trab perfekt beherrscht und einen Preis abräumt. Eine Botschaft, die Druck erzeugt.

Spannender hätte ich es auch gefunden, wenn Lotti und Jack den Rückweg nicht über Himmelsrichtungen erkannt hätten, sondern wie für Katzen üblich durch sich selbst. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Katzen absolut kein Problem haben, solche Strecken zurückzugehen (auch wenn sie diese vorab gefahren sind).

Gut gefallen haben mir die eingebauten Tipps, vor allem jene mit den Kartoffeln, die für alle Kinder umsetzbar sind. Doch der dritte Band von Judiths kleiner Farm ist leider einer, den ich nicht weiterempfehlen kann. Das hat in dem Fall aber natürlich ganz klar etwas mit der eigenen Einstellung zu solchen Themen zu tun und der individuellen Reaktion meines Lesekindes auf die angesprochene Szene.

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Die Fohlenschau