Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anndlich:
Der Zirkel
Ashfield Academy - Der Ruf des Wasserspeiers von Sophie Oldenstein
Nicky erhält ein Stipendium für die Ashfield Academy, doch auf dem Weg dorthin merkt sie, dass kaum jemand über die Academy sprechen möchte. Zwischen ihrem neuen Alltag im Internat, den seltsamen Regeln und neuen Bekanntschaften muss Nicky erkennen, dass an diesem Ort irgendwas nicht stimmt. Sie stößt auf einen alten, ungelösten Kriminalfall, den sie gemeinsam mit Agatha, Pauly und Shu lösen möchte.
Doch können die Vier das wirklich schaffen?
Ashfield Academy - Der Ruf des Wasserspeiers ist der erste Band der Reihe von Sophie Oldenstein für Kinder ab 11 Jahren. Die Stimmung des Buches ist eher düster, weswegen ich es vor allem jenen Kindern empfehlen würde, die auf etwas mehr Spannung und Gruselfaktor stehen, denn dann bekommt man auf jeden Fall eine spannende Geschichte.
Die Freundschaft zwischen Nicky, Agatha, Pauly und Shu ist besonders gelungen. Die Inklusion innerhalb der Geschichte ist so selbstverständlich, dass sie eine tolle Wirkung erzielt und Nicky zeigt sich als besonders loyale Protagonistin, die selbst kurze Bekanntschaften für wertvoll erachtet und alles gibt, um behilflich zu sein.
Die Atmosphäre des Buches ist düster, löst sich aber zum Ende hin etwas auf. Ich hätte mir noch mehr Tiefe im Internatsleben bzw. der Beschreibung der Academy gewünscht und damit selbst die Wirkung, die sie auf Ausstehende hat, erlebt. Das ist jedoch meine einzige Kritik am Auftakt der Ashfield Academy.
Norderney, 1860.
Sturmland von Miriam Georg
Hamburg, 1860. Cora nimmt unter falschen Namen eine Stelle als Hauslehrerin bei Familie Klassen an. Gemeinsam mit der erkrankten Emmi und ihrem Vater Alexander macht sie sich auf den Weg nach Norderney und entflieht ihrem alten Leben. Doch dort kommen Emmi und Cora schneller in Gefahr als ihnen lieb ist.
Onnen sieht nicht nur das Unglück, sondern wird den beiden in nächster Zeit auch als helfende Hand zur Seite stehen. Bald ist Onnen nicht nur von der wissbegierigen Emmi verzaubert, sondern auch Cora wird ihm immer sympathischer.
Doch nicht nur Cora trägt eine dunkle Vergangenheit mit sich, auch Onnen hat Geheimnisse auf seiner Heimatinsel Borkum.
Sturmland ist der erste Teil der Sturmland-Saga, welche das Schicksal von Cora Kröger und Onnen Haart erzählt. Wie gewohnt schafft es Miriam Georg eine Welt zu kreieren, die authentisch wirkt, deren kalten Luftzüge man an den eigenen Armen spürt und deren Schicksale ans Herz gehen, auch wenn Sturmland dafür etwas länger gebraucht hat.
Zu Beginn hatte ich meine Schwierigkeiten mit Cora und Onnen warm zu werden. Ich vermutet dass dies an den großen Geheimnissen lag bzw. vor allem bei Cora auf der ‚zweiten Identität‘, die von Beginn an angenommen wird und mir Cora daher etwas distanziert und unnahbar wirken ließ. Im Laufe der Geschichte verflüchtigt sich das Gefühl jedoch bald und die beiden Protagonist:innen werden mit jeder Seite sympathischer.
Insgesamt merkt man trotzdem, dass der erste Band sehr viele Stränge öffnet und nur wenige Fragen in diesem auch beanwortet werden, die ein oder andere Antwort hätte ich mir jedoch bereits gewünscht.
Besonders beeindruckend fand ich die Geschichten zur Norderney und Borkum, die perfekt in die Geschichte eingebunden und eindrücklich erzählt wurden. Wieder einmal ein tolles Werk der Autorin, die es erneut schafft, dass ich mich nicht nur unterhalten fühle, sondern auch geerdet. Ihre Bücher geben den damaligen Zeitgeist mit, zeigen die Strukturen der damaligen Zeit auf und damit auch die Veränderungen. Beeindruckend, wie sie den Geist der Zeit trifft, Gedanken der damaligen Welt widerspiegelt, damit den Fortschritt aufzeigt, aber auch deutlich macht, woher gewisse Strukturen und Denkmuster auch noch heute kommen.
Ein gelungener Auftakt der Sturmland-Saga, dessen Ende mich ganz gespannt auf Salzwind warten lässt.
Feenabenteuer
Die gute Fee mit der schlechten Laune (1). Der Wunschperlen-Auftrag von Emma Flint
Molli Mandala eckt in ihrer Feenwelt an, denn ihr Verhalten ist ganz anders als das der anderen Feen und weil Molli etwas Verbotenes getan hat, bekommt sie Wandelwicht Pepito an ihre Seite. Doch kann er wirklich dafür Sorgen, dass Molli nicht ins nächste Schlamassel schlittert?
Die gute Fee mit der schlechten Laune ist ein kunterbuntes Abenteuer von Emma Flint für Kinder ab acht Jahren.
Die Ich-Perspektive Mollis hat über weite Strecken Spaß gemacht, Molli spricht die Leser:innen direkt an und bringt einen dadurch immer wieder zum Kichern. Jedoch verliert die Geschichte durch die Vergangenheitsform etwas an Lesefluss und mein Lesekind hat sich nicht wirklich wie in einem Abenteuer gefühlt, sondern lediglich das Gefühl, dass von einem berichtet - etwas, das durch die Erzählweise natürlich beabsichtigt war - wurde, was ihr nicht wirklich zugesagt hat.
Die Aufmachung des Buches ist toll, bestimmte Wörter werden besonders durch Schriftgröße und/oder Farbe besonders dargestellt. Auf manchen Seiten ist dadurch extrem viel los, weil außerdem noch kleine pinke Zeichnungen die Seite ausschmücken. Für meinen Geschmack hätte das ein bisschen weniger, dafür jedoch detaillierter sein dürfen.
Insgesamt ein lustiges Buch, das uns aber nicht wirklich neugierig auf mehr macht, auch weil die einzelnen Figuren zu oberflächlich blieben oder es - im Falle vom Wandelwicht Pepito - waren.
Tierisches Theater
Worst Pets Ever - Eingesperrt! von Matt Cosgrove; Eva Amores
Käpt’n Flauschebär muss in die Erziehungsanstalt für die schlimmsten Haustiere der Welt. Während die Akte seiner Mitbewohnerin Bitzi nur das Stibitzen von Gegenständen umfasst, können Flauschebärs Vergehen kaum noch gezählt werden. Kein Wunder, dass der Kater unbedingt wieder gehen möchte.
Damit das gelingt schmiedet er einen Plan, indem auch seine unbeliebten Hundeanhängsel Bitzi und Brutus einen ganz wichtigen Part einnehmen. Kann der Ausbruch gelingen oder wird Käpt’n Flauschebärs Akte immer größer?
Worst Pets Ever ist ein urkomischer Comic des australischen Autorenduos Eva Amores und Matt Cosgrove. Egal ob die Zeichnungen oder die Geschichte selbst, alles hat eine Menge Humor und wirkt skurril. Käpt’n Flauschebär ist wohl eine Katze wie aus dem Lehrbuch und trotzdem auf ihre Art ganz eigen, aus die anderen Charaktere sind gut gelungen und besonders ihre Einführung über die Fallakten ist smart umgesetzt.
Die Verwendung von etwas schwierigeren Wörtern, die Käpt’n Flauschebär noch mehr Charakter verleihen sollen, ist ebenso gut umgesetzt, da diese Wörter im Nachgang (oder zum Nachschlagen) erklärt werden und damit auch den Wortschatz der Lesenden erweitern können.
Last Hope
Das Internat für magische Talente. Unruhestifter willkommen! (Band 1) von Nicki Pau Preto
Die zwölfjährige Lavinia ‚Vin‘ hat versehentlich etwas in Brand gesteckt und das bedeutet für sie erneut ein Schulwechsel. Vins letzte Hoffnung: das Internat für magische Talente. Eine Schule, die sich mit den Unruhestiftern beschäftigt und jenen eine Chance gibt, die auf herkömmlichen Schulen keine mehr bekommen.
Hier trifft Vin nicht nur auf Schüler:innen, die ähnliches wie sie erlebt haben, sondern findet auch zum ersten Mal Freund:innen. Während Vin sich mit ihren magischen Fähigkeiten und der Beherrschung jener beschäftigt, kommt etwas Dunkles auf das Internat zu und Vin steht im Mittelpunkt all dessen.
Das Internat für magische Talente von Nicki Pau Preto ist ein magisches Abenteuer für Kinder ab zehn Jahren. Der Einstieg ist die Geschichte ist etwas ruhiger und benötigt ein wenig Geduld, um in das Abenteuer zu kommen. Zwar ist Vin direkt eine sympathische Protagonistin, dennoch wiederholt sich einiges und es passiert erstmal wenig. Auch auf dem neuen Internat geht es zu Beginn erstmal etwas ruhiger daher, doch sobald es zu den ersten Unruhen kommt, beginnt der Lesespaß und es bleibt bis zum Schluss spannend. Besonders das Ende konnte Gefallen, das direkt Lust auf den nächsten Band macht, ohne einen allzu großen Cliffhanger darzustellen, es zeigt viel mehr das nächste (noch größere) Abenteuer.
Neben spannenden Szenen kann das Buch vor allem mit einer besonderen Freundschaft zwischen den ‚Unruhestiftern‘ Vin, Araminta, Gilly und Theo überzeugen. Die Vier unterstützen sich nicht nur, sondern geben vor allem Vin eine Sicherheit, die sie zuvor nie kennengelernt hat. Ein besonderes Highlight ist jedoch der Feuergeist mit dem wunderbaren Namen ‚Brucifer‘, der nicht nur für humorvolle Szenen sorgt, sondern auch zeigt, wie man Vertrauen und Loyalität gewinnt.
Das Internat für magische Talente beginnt zwar ruhig, wird dann aber ein interessanter Auftakt, der Lust auf mehr macht.
Wem kannst du trauen?
Weil sie lügt von Caroline Seibt
Annas Schwester Juli ist vor über einem Jahr verschwunden. Die Polizei ist sich sicher, dass sie ermordet wurde und beschuldigt den Vater der beiden Mädchen. Anna leidet nicht nur unter dem Verlust ihrer Schwester, sondern auch an den Beschuldigungen, trotzdem versucht sie stark zu sein, für sich, ihre Eltern und vor allem für ihren kleinen Bruder Leon, der Anna am dringendsten benötigt.
Doch während Anna kämpft und nach den wahren Ereignissen sucht, erzeugt die Polizei einen immer größeren Albtraum für ihre Familie.
Weil sie lügt von Caroline Seibt ist ein temporeicher Psychothriller. Seibt schafft eine unglaubliche Atmosphäre und erzeugt durch mehrdeutige Sätze ein unfassbares Spannungsfeld, sodass am Ende kaum ein Charakter übrig bleibt, dem man zu Hundertprozent trauen würde. Durch kurze Kapitel, die ständig mit einem Cliff enden und einem stetigen Perspektivwechsel zwischen Anna Brunner und der Ermittlerin Katharina Engels entwickelt sich das Buch schnell zu einem Pageturner.
Ich bin wirklich begeistert von dem Tempo, dass das Buch innerhalb kürzester Zeit erzeugen konnte und aufgrund der geladenen Atmosphäre wollte ich ständig weiterlesen. Auch das Ende hält einige Überraschungen parat, trotzdem gab es auch ein paar Kritikpunkte. Für mich bleiben nach Beenden des Buchs leider noch zu viele Fragen offen, die sich am Ende nach einer Lücke bzw. teilweise nach Logikfehler anfühlen. Durch die unterschiedlichen Perspektiven bekommen wir auch eine tiefgründige Geschichte, daher fehlte mir bei der Auflösung genau das.
Trotzdem kann ich Weil sie lügt jedem empfehlen, der auf temporeiche Psychothriller steht!
Part 5: Josie Blythe
A Girl Named Josie von Kristina Moninger
Josie, Avery, Isabella, Lee und Odina haben sich in den Sommerferien in einem Surfcampf auf einer kleinen Insel kennengelernt und genießen seitdem jeden Sommer zusammen. Bis Josie eines Tages spurlos verschwindet, die Gruppe daran zerbricht und erst Jahre später wieder zusammen findet und erfährt, dass Josie am Leben ist.
Josie war jahrelang auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, doch sich selbst hat sie dabei nie gefunden. Nun begibt Josie sich auf ihre letzte Suche, zurück in die Vergangenheit und weg von dem Mann, den sie ihr Leben lang geliebt hat - Andrea.
A Girl Named Josie ist der Abschlussband der Geschichte um die fünf Freundinnen Josie, Avery, Isabella, Lee und Odina. Aus den vier Vorgängerbänden kennt man Josies Geschichte schon relativ gut, nun wollte ich aber mehr von Josie erfahren und habe mich total über diesen letzten Band gefreut. Auch Josies Geschichte erleben wir aus zwei Perspektiven: Vergangenheit und Gegenwart, aber auch Andreas Perspektive bekommen wir zu lesen und die Vergangenheit rückt immer näher an die Gegenwart.
Ich habe mir wirklich viel von diesem Band versprochen, dementsprechend war es womöglich auch leicht enttäuscht zu werden. Josies Perspektive hat mich in sehr vielen Belangen gestört. Da wären viele Aspekte, die wir durch die Vorgängerbände bereits gelesen haben und die durch Josies Perspektive leider kaum Tiefe gewann und das obwohl sie die Hauptbeteiligte war, dennoch wirkte es eher repetitiv und weniger mit neuen Gefühlen besetzt. Das mag aber auch daran liegen, dass Josie mir mit jeder Seite unsympathischer wurde. Denn das Schlimmste waren für mich Josies Handlungen gepaart mit ihrer Gedankenwelt. Ja, sie hatte ein toxisches Umfeld und litt darunter, aber sie entschied sich jedesmal bewusst (!) dazu, Menschen die sie scheinbar liebte, zu verletzen und das macht sie nicht weniger toxisch. Hätte ich hier eine Zerrissenheit gespürt oder unsichere Gedanken wahrgenommen, dann wäre das sicherlich anders, so war es für mich leider der Inbegriff einer 'Red flag'. All ihre Aktionen waren auch super unnötig und simples reden hätte eine Menge leid erspart, dass sie von allen Seiten auch noch Verständnis für ihr Verhalten bekommt - furchtbar! Daher konnte ich die ganze Geschichte um Josie und Andrea nicht fühlen, vor allem weil Josie sich auch über zehn Jahre später null entwickelt hat und weiterhin die gleichen Fehler macht.
Deswegen bleibt A Girl Named Josie leider weit hinter meinen Erwartungen zurück und das einzig Positive war die Rückkehr nach Harbour Bridge.
Zwischen Verwirrung und Genialität!
Tokyo von Tokuro Nukui
1990, Tokyo. Ein weiteres Mädchen wird vermisst und plötzlich findet man die Leiche der ersten Vermissten. Die Angst steigt und die Ermittler geraten immer mehr unter Druck, während ein verzweifelter Vater Zuflucht in einer Glaubensgemeinschaft findet und damit Zugang zu seltsamen Ritualen erhält.
Tokyo von Tokuro Nukui ist ein japanischer Thriller aus den 90ern. Positiv überrascht war ich davon, dass ich dem Buch das Alter weniger angemerkt habe und das obwohl mehr als 30 Jahren vergangen sind. Möglicherweise liegt das auch an der Übersetzung von Heike Patzschke, die den heutigen Zeitgeist mitfließen lässt und daher kaum Distanz vorhanden ist.
Doch inhaltlich konnte mich das Buch über weite Strecken kaum überzeugen. Den Einstieg fand ich noch gut, wir beginnen mit dem Fund des Mädchens, doch das war es dann lange an spannenden Szenen. Die zwei Perspektiven wechseln kapitelweise, das hat mir das Lesen erleichtert, weil es eine Abwechslung reingebracht hat, die ich nach jedem Kapitel benötigte, denn es ist kaum etwas passiert und die Story plätschert nur so vor sich hin.
Obwohl Glaubensgemeinschaften und Sekten nicht mein liebstes Thema sind, war die Perspektive am Ende doch die interessantere, denn die Perspektive des Ermittlerteams dreht sich vorwiegend lediglich um private Probleme einzelner und gibt kaum Aufschluss über die eigentlichen Taten/Ermittlungen. Ein weiterer Thriller, der mir eher das Gefühl eines Kriminalromans vermittelt hat, aber vom eigentlich Genre meilenweit entfernt blieb.
Und eigentlich wären das zwei Sterne für Tokyo geworden, doch dann kam das Ende und das hat eine Menge in mir bewegt. Die Auflösung war nicht nur unglaublich überraschend, sondern sie hat auch den ganzen Aufbau des Buchs in Frage gestellt. Mit dem Wissen, das ich jetzt habe, hätte mir das Buch vermutlich unheimlich Spaß gemacht, weil die Konstruktion wirklich genial ist. Trotzdem kann ich nicht mehr als drei Sterne geben, weil das Lesegefühl lange eher mau war.
Gefahren aus der Tiefe
Dead Girls Don't Dance von MK Pagano
Fiona wurde vor einem Jahr tot in einer Schlucht gefunden. Bis heute bereut ihre Schwester Addie Blackwood jene Nacht, denn Fiona und sie sind nicht im Guten auseinander gegangen und im Gegensatz zur örtlichen Polizei ist Addie sich sicher, dass Fiona keinen Suizid begangen hat, sondern von jemanden gestoßen wurde.
Ein Jahr lang beschuldigt sie Thatcher Montgomery ihre Schwester umgebracht zu haben, doch dann wird auch Thatchers Leiche am Grund der Schlucht gefunden und Addie wird zur Verdächtigen. Der einzige dem Addie vertrauen kann ist Seth, denn mit ihm war sie zum Todeszeitpunkt zusammen und die beiden versuchen alles, um den wahren Mörder zu überführen.
Dead Girls Don’t Dance von MK Pagano ist ein atmosphärischer Jugendthriller, der bereits mit der ersten Seite eine Sogwirkung erzeugt. Die Geschichte erleben wir aus der Perspektive der 18-jährigen Addie Blackwood, die vor einem Jahr ihre Schwester verloren hat und unter Schuldgefühlen und Verlustängsten leidet. Genau diese Gefühle kommen unfassbar schnell zur Geltung, sodass ich mich gut in Addies Gefühlswelt hineinversetzen konnte. Ich war zudem positiv überrascht, dass das Buch nicht langsam anfängt, sondern sehr schnell eine starke Atmosphäre aufbaut, die einen angespannt zurücklässt und einen durch die Seiten peitscht.
Die Story selbst ist für Erwachsene möglicherweise zu seicht, für einen Jugendthriller empfand ich es über weite Strecke jedoch sehr stark. Der Thrill kommt allerdings weniger über Gefahren und Ermittlungen, sondern mehr über die Gefühlswelt Addies und die Frage nach dem möglichen Täter, die bis zuletzt offen bleibt und überraschen kann. Gegen Ende nimmt dann jedoch auch die Spannung nochmal zu!
Lediglich die Konstellation zwischen den Blackwoods und den Montgomerys war mir etwas zu viel und auch das Tatmotiv wirkt im Kontext sehr heftig und ihm hätte wohl etwas mehr Tiefe in der Auflösung gut getan. Dennoch konnte mich Dead Girls Don’t Dance wahnsinnig gut unterhalten!
Wem kannst du trauen?
Alles ihre Schuld von Andrea Mara
Marissa Irvine möchte ihren vierjährigen Sohn Milo von einem Playdate abholen. Doch als sie an der Tudor Grove 14 ist, öffnet ihr nicht Jenny die Tür, sondern eine fremde Frau, die von Milo noch nie etwas gehört hat. Marissa muss erkennen, dass Milo spurlos verschwunden ist und das niemand weiß, wo Milo sich aufhalten könnte.
Marissa und Peter tun alles, um ihren Sohn wieder zu finden, doch wem können sie vertrauen und wer weiß vielleicht mehr?
Alles Ihre Schuld ist ein atmosphärischer Thriller von Andrea Mara. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven geschildert und gewinnt durch den Wechsel deutlich an Tempo, denn inhaltlich ist die erste Hälfte doch eher ruhig und setzt den Fokus auf Figurentiefe und Atmosphäre. Dies gelingt auch ganz gut, wenngleich ich mit dem Schreibstil nie ganz warm wurde und die Protagonistinnen deswegen doch eher unnahbar auf mich wirkten, obwohl ich beide unfassbar sympathisch fand. Die präsentesten Perspektiven sind die von Milos Mutter Marissa und der angeblichen Playdate Mutter Jenny. Beide Charaktere sind extrem unterschiedlich dargestellt und doch sind beide Frauen auf ihre Weise extrem sympathisch und haben das Potenzial mit ihnen Mitleiden und -fiebern zu können.
Während die erste Hälfte des Buches eher ruhig daherkommt und durch die Atmosphäre für ein unruhiges Lesegefühl sorgt, entwickelt sich die zweite Hälfte zu einem wahren Pageturner. Die Auflösung ist unheimlich gut, an manchen Stellen etwas zu viel, aber trotzdem überzeugend und birgt die ein oder andere Überraschung.
Wer auf ruhige, atmosphärische Thriller steht, die sich langsam aufbauen und temporeich enden, der ist bei Alles Ihre Schuld genau richtig!











