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Rezensionen von Anndlich:

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Das Flussmädchen

Die Jagd nach den magischen Münzen von Jessie Burton

Bo findet eine schimmernde Münze im Schlamm der Themse, sie scheint nicht nur unheimlich wertvoll zu sein, sondern auch magisch, denn Bo hat das Gefühl, dass der Fluss zu ihr spricht. Und plötzlich ist da der Billy, ein Junge von der anderen Seite des Ufers, der Bo versteht und die Besonderheit der Münze erkennt und er weiß, dass es noch eine zweite Münze gibt.

Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach ihr, doch sie müssen schnell sein, denn auch Frederick Muncaster möchte die beiden Münzen unbedingt besitzen. Können sie die zweite Münze finden und wird sie ihnen den wertvollsten Verlust zurückbringen?

Die Jagd nach den magischen Münzen von Jessie Burton ist ein atmosphärisches Abenteuer für Klein und Groß. Kinder ab zehn Jahren können das Buch durchaus lesen, allerdings ist es nicht für jede:n etwas, denn Themen wie Verlust, Krieg, Tod und Sterblichkeit sind allgegenwärtig und sorgen für eine düstere Stimmung.

Ich muss gestehen, dass ich aufgrund des Klappentextes und Titels niemals auf die Idee gekommen wäre, dass es in dem Buch primär um diese Themen geht. Ich finde jedoch, dass die Themen durchaus kindgerecht erzählt werden und vor allem eine wunderschöne Botschaft mitgeben. Es geht nicht nur um den Verlust, sondern auch die Akzeptanz dessen und die Erkenntnis, dass die Erinnerungen an die Verstorbenen bleiben und immer im Herzen getragen werden. Der Krieg wird mir hingegen zu oberflächlich behandelt, er existiert, wird erwähnt, aber die Bedeutung kann man nicht erahnen (und wird bei Kindern im Altern von zehn Jahren auch noch nicht durch Geschichtswissen vorhanden sein) und dabei spielt er für Bo und ihre Familie eine tragende Rolle.

Außerordentlich gut hat mir jedoch die Beschreibung des Settings gefallen. Ich konnte mir alles unglaublich gut vorstellen, weswegen auch die Atmosphäre gut rüberkam. Die Charaktere sind toll, vor allem die Freundschaft zwischen Bo und Billy entwickelt sich wunderschön. Auch die Beziehung zwischen Bo und ihrem großen Bruder Harry wird unglaublich toll beschrieben, nur die Freundschaft zu Eddie war für meinen Geschmack nicht ganz so fein ausgearbeitet. Auch Billy Background ist unfassbar gut durchdacht, lässt sich zwar erahnen und dennoch bleibt eine Spur Überraschung nicht aus, die der Geschichte eine ganz andere Tiefe gibt.

Die Jagd nach den magischen Münzen ist ein atmosphärisches Abenteuer, das nicht nur das starke Band zwischen Freunden und Geschwistern herausstellt, sondern auch den Verlust und die Akzeptanz dessen beleuchtet. Ein Thema das bei einem Kinderbuch durchaus vorab angemerkt werden könnte, das von der Autorin jedoch sehr bedacht erzählt wird.

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Das Flussmädchen
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Die Evers

House of Blight von Maxym M. Martineau

Edira Brillwyn besitzt die besondere Threadmender-Gabe, viele Jahre konnte sie ihr Geheimnis bewahren, doch dann traf ein Schicksalsschlag sie, der ihr Handeln dringend benötigte. Kaum hat sie ihre Gabe eingesetzt, wird die mächtige Familie Fernglove auf sie aufmerksam und das Oberhaupt Orin bietet ihr ein verlockendes Angebot an.

Auf dem Anwesen der Familie gerät Edira nicht nur beim Kampf gegen die Seuche in Gefahr, auch die Familienangehörigen und andere Evers werden auf die Threadmenderin aufmerksam und wollen Ediras Gabe zu ihrem eigenen Vorteil nutzen. Wem kann Edira vertrauen und ist es ihr möglich, die Seuche zu bekämpfen?

House of Blight von Maxym M. Martineau ist der Auftakt einer Reihe um die Threadmenderin Edira Brillwyn. Der Einstieg war für mich etwas zäh, was vor allem am Klappentext des Buches liegt, der mir schon zu viel vorweg nimmt und gute 50 Seiten spoilert. Doch dann zog das Tempo und die Spannung an.

Die Amtosphäre ist düster und an jeder Ecke erwartet man einen neuen Intriganten, der Edira das Leben schwermachen möchte. Martineau beschreibt die Szenarien sehr detailliert und erschafft so eine Welt, die man sich sehr gut vorstellen kann. Wenige actionreiche Szenen waren für meinen Geschmack, gerade im Vergleich, dann etwas zu schnell abgehandelt, dennoch gefielen mir vor allem diese, denn sie boten auch Überraschungen.

Edira als Protagonistin war mir etwas zu unrund dargestellt. Einerseits hegt sie von Beginn an große Zweifel an den Evers, andererseits wirkt sie dann ihnen gegenüber doch meistens eher naiv und ihr Handeln entspricht nicht immer ihrem Denken. Dennoch ist sie über weite Strecke eine Protagonistin, in die man sich gut hineinversetzen und deren Last, aufgrund ihrer eigene Gabe, man verstehen kann.

Das Ende hat mich positiv überrascht, viele aufkommende Fragen werden beantwortet und nehmen dennoch absolut keine Vorfreude auf den nächsten Band. Im Gegenteil, durch spannende Nebenfiguren ist die Lust auf den nächsten Band besonders groß! Ein toller Auftakt mit kleinen Schwächen.

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Die Evers
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Für Samir!

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt? von Nick Brooks

Während einer Black-Lives-Matter-Demostrantion soll Cooper Schmiere stehen, während sein bester Kumpel Jason einen Laden plündert. Bereits dazu hat Cooper sich nur schwer überreden lassen, aber nun zieh Jason ihn auch noch in den Laden. Dann geschieht etwas furchtbares und Schüsse ertönen in der Nähe: eine Frau stirbt.

Einen Tag später sind vier Verdächtige in den Nachrichten: Cooper und seine Freunde. Jason landet im Gefängnis und Cooper ist klar, dass er den Schuldigen finden muss, um nicht nur Jason zu retten, sondern auch sich selbst. Gemeinsam mit Jasons Schwester Monique macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt von Nick Brooks ist ein packender Jugendthriller(/-krimi). Die Geschichte wird durch den Autor sehr durchdacht aufgebaut und durch den Perspektivwechsel zwischen Monique und Cooper bekommt er eine besondere Tiefe. Der Schreibstil ist angenehm und eignet sich perfekt für Jugendliche!

Besonders gefallen hat mir, dass wir durch die beiden Protagonist:innen die Perspektive schwarzer Jugendlicher in Amerika einnehmen und ihre komplette Gefühlswelt durchleben. Das öffnet Perspektiven, zeigt auf beeindruckende und beklemmende Weise, wie sehr ihr Leben von Rassismus geprägt wird. Selbst wenn sie ihn nicht erfahren, ihre Handlungen sind von möglichen Reaktionen ihnen gegenüber geprägt. Und genau das bekommen wir vor allem durch Cooper und seinen Vater mit. Eine Perspektive, deren Sichtbarkeit unheimlich wichtig.

Der Fall selbst ist spannend dargestellt und verspricht ein paar interessante Momente, außerdem zeigt sich auch hier wieder die Ängste, welche die Jugendlichen haben müssen. Die Auflösung hat mir gut gefallen, wenngleich es mir am Ende etwas zu schnell ging und auch die Aktionen von Monique und Cooper teilweise etwas bedenklich sind. Etwas bedenklich finde ich auch, dass der Satz „Besser um Vergebung bitten als um Erlaubnis fragen“ von beiden Protagonist:innen gedacht wurde und keinerlei Gegenkraft erfährt. Da sich der Roman vor allem an Jugendliche richtet, ist das eine Botschaft, die aus meiner Sicht nicht unbedingt geteilt werden muss.

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Für Samir!
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Wo ist Perry?

Phineas und Ferb - Monstermarathon von Disney

Phineas und Ferb begeben sich in diesem Comic auf zwei Abenteuer. Im Ersten müssen sie in einer alternativen Welt die Menschheit vor mutierten Insekten und anderen Tieren retten. Dabei sind sie auf Doof van de Dunkel angewiesen, der als Erforscher des Paranormalen bekannt ist. Im zweiten Abenteuer ist dann alles wie gewohnt und Phineas und Ferb haben Dr.

Doofenshmirtz wieder als Bösewicht und Candace als Schwester.

Die Mischung der beiden Abenteuer ist toll, während das Erste durch neue Perspektiven, andere Beziehungen, aber doch teilweise gleiche Eigenschaften der Charaktere ein ganz besonderes Abenteuer darstellt, schafft das zweite Abenteuer ein nostalgisches Gefühl hervor. Es ruft die Musik und Stimmen der Serie ins Gedächtnis und überzeugt durch Witz und eine lustige Geschichte.

Wer die Serie mag, der wird auch den Comic lieben!

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Wo ist Perry?
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Bees und Bear!

Die Namen von Florence Knapp

1987, Cora ist mit ihren beiden Kindern auf dem Weg zum Amt, sie möchte die Geburt ihres Sohnes anmelden und ihm seinen Namen geben. Doch für welchen Namen soll Cora sich entscheiden? Coras Mann ist ein beliebter Arzt, sein Name wird seit Generationen weitergegeben und auch sein Sohn soll Gordon heißen.

Doch Cora sträubt sich gegen den Gedanken, dass ihr Sohn so werden soll, wie sein Vater und Großvater. Cora würden ihren Sohn gern Julian nennen, damit er eine eigene Persönlichkeit entwickeln und auch seine Schwester hat einen passenden Namen, sie würde ihren Bruder gerne Bear nennen. Ein Baby - drei Namen und drei Leben?

Die Namen von Florence Knapp beschäftigt sich mit dem Gedanken, wie eine Entscheidung das Leben verändern kann. Die Geschichte wird uns in siebenjährigen Abschnitten erzählt, dabei wechseln wir die Perspektiven und erleben die Geschichten von Gordon, Julian und Bear. Eine unglaubliche clevere Idee, die sich zu einem unfassbar guten Leseerlebnis entwickelt.

Vielleicht war ich für das Thema besonders zu begeistern, weil ich mich schon viel mit Namen und ihrem Einfluss auf das Leben beschäftigt habe. Florence Knapp setzt den Fokus jedoch anders und beleuchtet wie die Entscheidung des Namens das Leben der Familie und einzelnen Personen verändert. Das hat meiner Begeisterung für das Buch aber überhaupt keinen Abbruch getan und ich war bereits sehr früh sicher, dass das Buch absolutes Highlightpotenzial besitzt. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und wollte doch nicht, dass es endet und das obwohl es inhaltlich keineswegs leichte Kost ist.

Knapps Schreibstil sorgt für ein unfassbar hohes Tempo, die Perspektivwechsel verstärken das zudem und obwohl wir ständig im Wechsel sind, bekommt jede Perspektive ihre eigene Tiefe und überall findet man etwas, das einem das Herz erwärmt und Charaktere, die einem an eben jenes wachsen. Ich mochte zum Beispiel Cian sehr gerne, der besonders ins Julians Perspektive einen tollen Platz einnimmt.

Ein Baby - drei Namen und drei Geschichten, die mich tief berührt haben!

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Bees und Bear!
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Stent by me!

Wir Freitagsmänner von Hans-Gerd Raeth

Henri muss sich eingestehen, dass er aktuell nicht ganz so glücklich ist. Seine Ehe mit Jenny ist Geschichte, seine Affäre Sue hat ihn auch verlassen und mit seiner Angebetenen Emily hatte er einen äußerst unglücklichen Start. Und wäre das alles noch nicht genug, hat er nun auch noch ein Loch in seinem Bart.

Henris Arzt diagnostiziert ‚die Wechseljahre‘ und damit steht für Henri fest, dass er dringend einen Plan für sein Wochenende benötigt.

Wir Freitagsmänner von Hans-Gerd Raeth ist ein Roman über das Älterwerden, Innehalten und sich selbst nicht zu ernst nehmen. Wir nehmen die Perspektive von Henri Albers einen, einem Anfang 50-jährigen, der durch seine Affäre mit Sue seine Ehe an die Wand gefahren hat und jetzt doch wieder alleine ist. Henri Albers nimmt sich selbst nicht zu ernst, weswegen es super lustig ist, den Beginn seiner ‚Wechseljahre‘ mitzuerleben. Schlagfertig, nachdenklich, aber eben auch humorvoll werden wir durch die Geschichte getragen. Das Buch lässt sich aufgrund des lockeren Schreibstils kaum aus der Hand legen und neben vielen Lachern gibt es auch immer wieder Erkenntnisse Henris, die auch den Leser:innen etwas zum Nachdenken mitgeben können, ohne zu schwer zu wirken.

Der Autor schafft es ein Gleichgewicht zwischen stereotypischen Handlungen und dynamischen Figuren herzustellen, sodass die Geschichte smart und humorvoll anstatt platt wirkt. Henris schlagfertige Antworten sorgen immer wieder für kleiner und größere Lacher und auch sein ‚nicht aufgeben‘ wirkt nicht penetrant.

Einzige Kritik ist für mich Cindy, die mir im Laufe der Geschichte doch zu überspitzt dargestellt wurde und mir irgendwann eher auf die Nerven ging. Trotzdem ist Wir Freitagsmänner ein empfehlenswerter Roman für diejenigen, die etwas zum Lachen brauchen und wie Henri nicht alles zu ernst nehmen.

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Normal ist anders!

Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn von Sabine Bohlmann

Muh und Wolfi dürfen endlich auf eine ganz normale Schule. Doch die Vorfreude auf ihren ersten Schultag und ihr erstes Schuljahr verfliegt rasend schnell, denn Muh und Wolfi fallen schnell auf und die Familienliste füllt sich mit grauen Punkten. Und auch Ottilie verhält sich auf einmal ganz anders und muss erkennen, was Freunde und Freundschaft wirklich ausmacht.

Der normale Schulwahnsinn von Sabine Bohlmann ist der dritte Teil der Willkommen bei den Grauses-Reihe, die sich um die urkomische Familie Grause dreht. Familie Grause, das sind der Dilldapp Muh, die Werwölfin Wolfi, die Felfe Holger, der Dschinn Olga und der Schrat Fladimir. Alle sechs haben eins gemeinsam: sie kommen ursprünglich vom Institut für andersartige Wesen und das Leben in der Sackgasse 13 ist für sie weiterhin alles andere als normal.

Die sechs Mitglieder der Familie Grause sind nicht nur sechs ganz unterschiedliche Charaktere, sondern auch sechs unterschiedliche Wesen. Diese Wesen lassen sich auch aufgrund ihres Auftretens, ihrer Handlungen und ihrer Sprechweise unterscheiden und jeder Charakter ist auf seine Weise eine tolle Figur. Nicht nur die mitsenden Kinder, sondern auch ich mit Mitte 20 saß lachend vor dem Buch, weil einzelne Szenen urkomisch gestaltet sind.

Die Familie Grause wird im ‚Normalsein‘ von Ottilie Schmidt unterstützt, die kaum Freunde hat und bisher nur durch ihr ‚anders sein‘ aufgefallen ist.

Untermalt wird die Geschichte durch die wunderschönen Illustrationen von Daniel Steudtner, die das Buch zu einem perfekten Lesevergnügen machen!

Der Klappentext suggeriert, dass der Fokus dieses Mal auf die Schule mit Wolfi und Muh gelegt wird. Das empfanden wir während des Lesens allerdings als weniger präsent, weiterhin geht es vor allem um Familie Grause und jedes Mitglied, das sich in ihrem neuen Leben einfinden muss. Der Schulfokus legt sich daher sehr schnell und ist zwischenzeitlich kaum präsent. Das fanden wir etwas schade, weil sich in der Schule immer viel Lustiges abgespielt hat und wir gerne mehr davon miterlebt hätten. Gestutzt wurde hier auch bei der Erwähnung von ‚alle fünf‘ oder ‚fünf Anhänger‘, während bei der Aufzählung dann immer sechs Namen oder Dinge genannt wurden.

Das ist aber nur eine kleine Kritik an dem ansonsten wieder sehr tollen Werk, das unglaublich schöne Momente hat. Nicht nur der Humor ist perfekt, sondern auch die Botschaften, welche die Familie Grause und die Nachbarn übermitteln. Am Ende zählt nicht, was man sagt, sondern wie man handelt! Und auch Freundschaft wird wieder ganz groß geschrieben.

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1000 Tage

Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab von Kristina Ohlsson

Alva hat sich ein Ziel gesetzt, sie möchte den Tod ihres Vaters innerhalb von 1000 Tagen auflösen. Die magische Grenze rückt immer näher und Alva ist ihrem Ziel scheinbar noch kein Stückchen nähergekommen als seltsame Ereignisse Hovenäset überschatten. Denn plötzlich kreuzen ein seltsames Mädchen und ihre stumme Mutter ständig Alvas Weg und dann ist da noch die schwarze Katze mit der weißen Pfote, die sich ganz seltsam verhält.

Dann lässt eine Notiz ihres Vaters in der neugekauften Strandhütte Alva aufhorchen…

Sternengrab von Kristina Ohlsson ist der zweite Band der Gänsehaut in Hovenäset Reihe für Kinder ab 11 Jahren, die ihre Angstlust gerne herausfordern. Die Teile bauen nicht aufeinander auf, sodass Sternengrab auch ohne Vorwissen gelesen werden kann. Im Gegensatz zum ersten Band empfanden wir die ersten 2/3 des Buchs jedoch weniger düster, über Alva und ihre Familie liegt zwar ein Band der Trauer, das durchaus für eine triste Atmosphäre gesorgt hat, jedoch fehlte das Gefühl der Anspannung, dass jeden Moment etwas außergewöhnliches passieren könnte. Das nimmt im letzten Drittel dann jedoch ordentlich zu und die einzelnen Szenen wirken teilweise noch gruseliger als in Band 1, weswegen auch Sternengrab nur für jene Kinder etwas ist, die sich gerne gruseln.

Insgesamt war das Muster jedoch dem ersten Band sehr ähnlich, was gewisse Teile des Buchs etwas langweilig erschienen ließen. Mir als Erwachsene haben auch die einzelnen Stilelemente (Brief und Zeitungsbericht) nicht sehr gut gefallen, weil sie nicht besonders authentisch wirkten. Doch dadurch ist das Buch durchweg gut für Kinder zu lesen, da durchgehend kurze und einfache Sätze die Geschichte gut lesbar machen. Das Ende hat mir hingegen deutlich besser gefallen als in Band 1, denn Sternengrab endet für Leser:innen mit einem guten Gefühl.

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MoMos

Mo & Moritz von Julya Rabinowich

Mo & Moritz von Julya Rabinowich ist ein (Jugend-)Roman, der mich wie kaum ein Buch in einen absoluten Zwiespalt versetzt. Einerseits ist hier die sprachliche Ebene, die schön poetisch, aber leicht daherkommt und ein tolles Leseerlebnis beschert. Manchmal kommt das Gefühl, dass dieser Schreibstil, der auch die Gedankenwelt Mos präsentiert, nicht authentisch wirkt, nicht wie Mo.

Nicht weil Mo ein Moslem ist, sondern weil er sich selbst als ‚Nicht-Leser‘ bezeichnet und die Sprachvielfalt, die erweckten Bilder, das genaue Gegenteil hervorrufen. Doch das konnte ich gut abschütteln, weil mich der Schreibstil wirklich durch die Geschichte tragen konnte.

Dann ist da Mos Familie. Queere Beziehungen haben (leider) häufig ihre Probleme, dass Mos Familie nun aber komplett dem Vorurteil entspricht, kommt dem natürlich noch weniger zu Gute und genau hier sitzt mein ganz großes Problem: es werden wirklich alle Vorurteile ausgeschöpft. Mos Vater, dessen Erscheinungsbild eher als bedrohlich dargestellt wird, der kein Deutsch spricht und dennoch einen Aufstand in der Schule macht. Mos Bruder Faris, der nicht nur aggressive Verhaltensweisen an den Tag legt und unter den Geschwistern für Krawall sorgt, sondern auch Anschläge organisiert und Eltern, die dennoch eher zu ihm, als zu den anderen Geschwistern halten. In einer Welt, die leider sehr geprägt von diesen Vorurteilen ist, hätte ich mir etwas weniger davon gewünscht, denn Mo & Moritz müssen laut Klappentext ‚Vorurteile‘ überwinden, dass aber sehr viele auf Mos Familie zutreffen, hilft der Geschichte für meinen Geschmack absolut nicht.

Denn die Liebe zwischen Mo & Moritz hat genug eigene Probleme, die in der Geschichte deutlich tiefgründiger erarbeitet hätten werden können. So hatte ich das Gefühl, dass die Annäherung der beiden nur ein Nebenstrang der Familienprobleme darstellt und die zu überwindenden Vorurteile ihrer queeren Beziehung gar nicht im Fokus standen, sondern eher das sich-lösen von toxischen Familienverhältnissen, was durchaus ein wichtiges Thema darstellt, aber so gar nicht das war, was ich von dieser Geschichte erwartet hatte.

Neben der Sprache gab es aber zwei Charaktere, die mir während des Lesens wirklich eine pure Freude bereitet haben. Das wären Mos kleine Schwester Maryam, die unglaubliches Feingefühl und eine Reife besitzt, von der sich manch Familienmitglieder etwas abschauen können. Gleichzeitig mochte ich auch die Thematik, die ihre Figur aufgeworfen hat, denn die (leider vorhandene) Wichtigkeit des eigenen Namens wird manchmal unterschätzt. Und dann noch die ‚blaue Fee‘, die einem mitgibt, dass man zwar ein gutes, aber kein erfülltes Leben hat, wenn man nicht auf sich selbst hört.

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MoMos
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Aufgepasst

Obacht! von Kerstin Hau

Vor einer Stadt liegt ein großes Tier, das den Eingang zur Stadt versperrt. Die Bewohner:innen versuchen das Problem auf ihre eigene Weise zu lösen, nur Mienchen ist damit nicht zufrieden, denn das Problem ist immer noch da. Also nimmt sie all ihren Mut zusammen und spricht das riesige Tier einfach an.

Obacht! von Kerstin Hau und der Illustratorin Stella Dries vermittelt die Macht von Worten und dass sich Probleme dann am besten lösen lassen, wenn man miteinander redet. Auf humorvolle Art und mit einer wunderschönen Zeichenart wird den Leser:innen gezeigt, dass es manchmal einfachere und sinnvoller ist, den direkten Weg zu wählen und die Kommunikation mit dem Unbekannten zu suchen, anstatt das Problem anders lösen zu wollen und dadurch nur noch mehr Probleme zu erschaffen.

Ein schönes Bilderbuch, dass zum Kommunizieren animiert und auch den Kleinen eine Stimme gibt.

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Aufgepasst