Kunden em pfehlungen
Rezensionen von BR:
Artenschutz
Die Spur der Aale von Florian Wacker
Mir hat diese Greta Vogelsang gefallen. Privat wird ihr Umfeld mit den älter werdenden Eltern und ihr Zusammenleben mit Freund Mika gut dargestellt. Ich finde die Ansiedlung des Falles im „Dezernat für Umweltverbrechen und Artenschutzdelikte“ recht interessant. Jenseits von Drogen-, Waffen-, Menschenhandel und Wirtschaftskriminalität gibt es noch viele Themen, die dem Krimileser nahegebracht werden können.
Die Staatsanwältin Greta hat ein ungutes Gefühl nach dem Tod des Zollbeamten Matthissen. Sie weiß dass dieser in letzter Zeit massiv ihre Aufmerksamkeit für seine Beobachtungen gesucht hat, sie diese aber nicht weiter ernst genommen hatte. Während die ermittelnden Stellen seinen Tod schnell als bedauerlichen Unfall ablegen wollen, macht sich Greta die Mühe, dessen gesammelte Informationen zu durchleuchten.
Mit diesem ersten Band ist ein Grundstein gelegt für weitere Fälle mit Greta Vogelsang. Einen Folgeband werde ich mir auf jeden Fall ansehen.
Veränderung
Gelegenheiten von Romy Schneider
Zu Beginn verlässt Karla ihren langjährigen Partner Marc. Alles was wir von dem aktuellen Leben der beiden erfahren zeigt, dass diese Beziehung tatsächlich nicht mehr die richtige für Karla ist. Marc strebt massiv nach Luxus und Erfolg und hat dabei kein Gefühl mehr dafür was Karla eigentlich will.
Sie kehrt kurzfristig wieder in ihr Elternhaus zurück und wir erleben ihre Zerrissenheit über das Scheitern der Beziehung und den Auszug.
Langsam fügen sich die Dinge so, dass Karla ihren Traum näherkommt, in der Provence zu leben und an einem Buch zu schreiben. Dieser Teil tendiert leicht in Richtung einer Heilen-Welt-Geschichte. Aber Karlas Begegnungen mit vielen Menschen und die schöne Beschreibung der Provence nehmen doch den Hauptpart ein.
Ich kenne den kopfreisen Verlag bisher nicht und mir gefällt die liebevollen Gestaltung des Buches ebenso wie die Playliste und die QR-Codes für weitere Informationen.
traurig-schön
22 Bahnen von Caroline Wahl
Dies ist eine grandios erzählte Geschichte von Tilda die sich aufopfernd um ihre kleine Schwester Ida kümmert. Alles wird aus Tildas Sicht erzählt und es gelingt ihren Alltag mit Nebenjob, Studium, Schwimmen und Zuhause stimmig darzustellen. Der besondere Erzählstil z.B. mit dem Ratespiel an der Kasse oder Tildas Beschreibung der „Abendbrottisch-Familie“ trägt seinen Teil dazu bei.
Die Darstellung der Situation zu Hause mit der alkoholkranken Mutter tut weh. Tilda versucht sich um Ida zu kümmern und sie gleichzeitig vor den Ausrastern und Vernachlässigungen der Mutter zu schützen.
Ich bin sehr beeindruckt wie man eine solche Geschichte schreiben kann. Neben den fast unerträglichen Herausforderungen an die beiden Mädchen versöhnt den Leser deren warmherzige und liebevolle Umgang miteinander. Es war schön, Tilda, Ida und auch Viktor kennenzulernen.
hat mich nicht überzeugt
Melody,7 Audio-CD von Martin Suter
Nach langjährigem Jurastudium ist Tom Elmer gezwungen sich eine gut bezahlte Anstellung zu suchen. Angebote von Top-Anwaltskanzleien blieben leider aus und so nimmt Tom eine Anstellung bei Dr. Peter Stotz an. Dieser hat eine politische und militärische Karriere gemacht und steht nun im Alter krankheitsbedingt vor dem Ende seines Lebens.
Toms Aufgabe wird es sein, eine gute Grundlage für die Dokumentation des Lebens seines Auftraggebers zu schaffen indem er unzählige Unterlagen sichtet, relevantes findet und unnützes aussortiert. Damit verbunden ist dass Tom ganz in die Villa einzieht und täglich mit Dr. Stotz die Mahlzeiten einnimmt und langwierige Gespräche führt. Das Hauptthema dieser Gespräche ist Melody, die auch in der ganzen Villa durch Portraits und sonstige Andenken präsent ist. Dr. Stotz wollte vor vielen Jahren Melody heiraten doch wenige Tage zuvor war Melody spurlos verschwunden. Seither versuchte er das Verschwinden seiner einzigen großen Liebe aufzuklären oder vielleicht Melody wiederzufinden.
Die endlosen Tage Toms in der Villa haben mich schnell ermüdet. Es gab viele Essens- und Getränkerituale mit ausführlicher Auflistung der Speisenfolge und der ausgewählten Getränke. Dann noch lange Monologe des Hausherrn bei den sogenannten Kamingesprächen.
Nach Dr. Stotz‘ Tod begibt sich Tom zusammen mit dessen Großnichte Laura auf die Suche. Denn was die beiden nun in Einzelheiten über Melody erfahren weicht gravierend von dem langjährig Erzählten ab. Diese Suche ist der Wendepunkt der Geschichte. Es ergeben sich einige Aha-Momente und Spannungen, aber trotzdem hat mich diese Geschichte nicht wirklich begeistert.
Findung
Straßenmusik von Markus Behr
Chiara und Jonas begegnen sich im Zug nach Amsterdam und treffen vor Ort wieder aufeinander weil Jonas Chiaras Gitarre gefunden und an sich genommen hatte. Thema ist dass zwei junge Menschen einiges in ihrem Alltags-/Familien-/Beziehungsleben überdenken und in Ordnung bringen wollen und dafür eine Auszeit nehmen.
Dafür und ebenso für die Straßenmusik ist Amsterdam als Hintergrund ideal.
Ich fand es für die Geschichte gut dass gleich klar war, dass Chiara sich nur für Frauen interessiert. Damit war die unterschwellige Erwartung weg, dass sich daraus eine Liebesgeschichte entwickelt. So stand im Vordergrund wie die beiden sich begegnen, miteinander umgehen und was sie aus ihrer Musik machen. Dass viel Englisch gesprochen wurde passt zum internationalen, jungen Publikum in Amsterdam. Ich selbst konnte das gut lesen, wer allerdings kein Englisch spricht hatte damit sicher seine Schwierigkeiten.
Mir hat Chiara und Jonas‘ Geschichte sehr gut gefallen. Dass die Musik einen großen Anteil einnahm hat für mich auch gut gepasst.
Sonnenblumen
Lichte Tage von Sarah Winman
Ein großes Thema dieser Geschichte und auf dem Cover abgebildet ist ein Sonnenblumen-Gemälde. Dora Judd bekommt diese Nachahmung im Stil von Vincent van Gogh als Tombolagewinn im Jahr 1950. Das Gemälde bedeutet ihr sehr viel und später ebenso ihrem Sohn Ellis. Ellis kann leider seine Sehnsucht nach Kunst nicht verwirklichen, sein Vater schickt ihn zum Arbeiten ins Autowerk.
Ich konnte von Anfang an die Faszination dieses Bildes auf Dora nachvollziehen: ich stand selbst vor einem Original in Amsterdam. Dieses Gelb, dieses Licht, diese Pinselstriche: ich kann gut verstehen, dass man dadurch inspiriert wird selbst nach Südfrankreich zu reisen und das alles auf sich wirken zu lassen.
Erzählt wird die Freundschaft und Zuneigung der beiden Jungen Ellis und Michael. Meist melancholisch und traurig wird aufgezeigt, was beim Erwachsenwerden der beiden Männer in dieser Zeit möglich war und wie vieles nicht möglich war.
Mir hat die Geschichte dieser Liebe gefallen. Besonders die Figur Michael. Neben seiner Liebe zu Ellis auch seine herzliche Zuneigung zu den drei Frauen: seine Tante Mabel, Elllis‘ Mutter Dora und Ellis‘ Frau Annie. Die vielen Zeitsprünge und Rückerinnerungen in den beiden Sichtweisen von Ellis und Michael haben es zeitweise recht schwer gemacht, die wahren Geschehnisse nachvollziehen zu können.
Neuausrichtung
Weite Sicht von Thorsten Pilz
Die erzählte Geschichte von Charlotte beginnt unmittelbar am Totenbett ihres Mannes Friedrich. Ihre beiden Kinder treffen bald ein und wir lernen auch Charlottes weiteres Umfeld mit Bruder, Schwester und zwei Freundinnen kennen. Ich hätte inhaltlich eher erwartet dass sich vieles um Verlust und die Trauer um den Ehemann handelt, aber beim Notar wird klar dass vieles anders war als es bisher im Alltag ausgesehen hat.
Ich bin sehr erstaunt dass ein Mann dieses Buch geschrieben hat. Dass es ihm gelungen ist, die Lebensinhalte und die Gefühlsleben der 4 Frauen darzustellen, die alle so um 70 Jahre alt sind.
Es gefällt mir sehr gut wie Charlotte ihr Leben nun ausrichtet. Sie ist keinem was schuldig, nicht ihrem verstorbenen Mann und nicht ihren Kindern. Der Schreibstil und die Kapitel haben es sehr angenehm gemacht an der Geschichte dranzubleiben.
Lebenswege
Das glückliche Geheimnis von Arno Geiger
Den Autor Arno Geiger kenne ich gar nicht; ich habe mich gefragt ob es interessant sein kann die Lebensgeschichte eines Autoren zu lesen, von dem ich noch gar nichts gelesen habe. Das Geheimnis von dem er erzählt ist, dass er seit seinen jungen Jahren in Wien frühmorgens mit dem Fahrrad die Stadt durchstreift und die Papiercontainer durchsucht.
Anfangs nutzt er die gefundenen Bücher um auf dem Flohmarkt ein bisschen Geld zu verdienen.
Er erzählt uns auch über seine Beziehung zu seiner Frau, mit der er schon früh zusammen war. Doch dies war eine sehr streitbare Zeit mit gegenseitigem Fremdgehen. Trotzdem sind die beiden heute noch zusammen. So privates hätte ich wahrscheinlich nicht preisgeben wollen. Die Bedeutung seiner Fundstücke begleiten seine Entwicklung als Autor. Die Erzählung seiner Lebensumstände erläutert er uns parallel zur Schaffenszeit seiner Bücher. Auch das Altwerden und Sterben seiner Eltern thematisiert er.
Zum Schluß hin merkt man wie er die Bedeutung seiner „Runden“ abwägt und wertschätzt und sich daraus das Bedürfnis entwickelt hat, dieses Geheimnis zum Inhalt eines ganzen Buches zu machen. Auch wenn der Schreibstil ansprechend war zog sich die Geschichte für mich ziemlich in die Länge. Es wäre wohl doch interessanter gewesen, ich würde den Autor und seine Bücher kennen.
großes Werk
Weber's Wintergrillbibel von Manuel Weyer
Ich muss zugeben, dass ich nicht direkt das Zielpublikum für dieses Buch bin: ich kenne kein Wintergrillen, besitze keinen Weber Grill. Und in meinem zwei Personen Haushalt hat sich Grillen auch noch nicht zu einer Passion entwickelt.
Aber unabhängig davon bin ich beeindruckt von diesem umfangreichen Werk.
Es überzeugt mich mit seiner ganzen Aufmachung, den Schritt-für-Schritt-Anleitungen, der Vielfältigkeit der Rezepte und den tollen Fotos. Wirklich passend zum Titel fand ich dass Produkte bzw. Gerichte wie Gans, Maronen, Wurzeln, Punsch und Lebkuchen zu finden waren.
Abschließend gibt es noch Informationen zu Fleisch- und Fischsorten und ein Saisonkalender informiert über den heimischen Anbau von Gemüse und Obst.
Bei der großen Schar an Weber-Grill Fans sind diese Grill-Bibeln wohl schon ein Muss. Ich denke, für diese Klientel ist dieses umfangreiche Werk bestimmt ein ideales Geschenk.
mühsam
Unsterblich sind nur die anderen von Simone Buchholz
Iva begleitet ihre Freundin Malin auf der Suche nach deren Freund Tarik, der vor einigen Wochen mit zwei Freunden nicht mehr von einer Reise zurückgekehrt ist. So begeben sich die beiden Frauen auf eine Fähre nach Island, von dieser Fähre aus gab es wohl das letzte Lebenszeichen der drei Männer.
Ich mag den Schreibstil von Simone Buchholz, habe fast die ganze Reihe um Cas Riley gelesen.
Beim Einstieg ins Buch fand ich die Hauptperson Iva interessant. Die Texte zum Schiff waren erst mal geheimnisvoll, vieles war unwirklich und sonderbar, besonders die Crew. Zwischen dem fließenden Text gab es viele geheimnisvolle Einfügungen, die sich mir meist nicht erschlossen haben. Dabei verlor sich dann langsam meine Aufmerksamkeit.
Im Verlauf gefielen mir immer wieder mal die Dialoge, die Ausdrucksweise. Aber als Fazit bleibt, dass ich diese Geschichte nicht wirklich verstanden habe und es mich einige Mühe gekostet hat das Buch zu Ende zu lesen.











