Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Julia:
Eine eingeschworene Gemeinschaft mit vielen Geheimnissen
Home Story von Cleo Konrad
Beim Steingruberhof passiert ein schrecklicher Mord und natürlich gerät die dort lebende Gemeinschaft ins Visier der Polizei. Die Aussteiger, die dort leben, sind alle aus unterschiedlichen Gründen auf dem Hof gelandet und trotz ihrer sehr verschiedenen Charaktere halten sie fest zusammen. Und dennoch merkt man schnell, dass es auf dem Hof viele Geheimnisse gibt.
Genau diesen versucht Eva auf den Grund zu gehen. Sie ist die Tochter der Hofbesitzerin und mittlerweile Anwältin in München. Auch sie kennt die tote Journalistin, weshalb sie auf den Hof zurückkehrt und die Bewohner juristisch unterstützt. Dabei deckt sie selbst Dinge auf, die lieber im Verborgenen geblieben wären. Und auch innerhalb der Gemeinschaft beginnt es zu bröckeln.
Es beginnt ein spannendes Rennen gegen die Zeit und ein gelungenes Verwirrspiel der Autorin. Wem kann man trauen und wer steckt hinter dem Mord?
Die Kapitel werden aus der Sicht verschiedener Charaktere erzählt, sodass wir Einblicke in die Perspektiven von Eva, Wilma, Teddy und Toni bekommen. Ein cleverer Twist, der mich jedoch nicht zu 100 % überzeugen konnte, war vor allem der letzte Erzählwinkel. Denn Toni blickt mit ihren zehn Jahren ganz anders auf das Geschehen und spricht beispielsweise von den Monstern im Wald. Auch wenn mir als Lesende klar war, dass es sich hierbei um viel kindliche Fantasie handelt, konnte mich diese Erzählperspektive nicht ganz abholen.
Die anderen Perspektiven fand ich jedoch sehr gelungen. Der Schreibstil fängt die verschiedenen Blickwinkel wunderbar ein, ist fesselnd und schafft genau die Stimmung, die man sich beim Lesen des Klappentextes erhofft: ein abgelegener Hof, dessen Bewohner von außen wohl eher kritisch betrachtet werden.
Die Wendungen in der Geschichte kamen unerwartet und ich wurde mehr als einmal geschickt auf eine falsche Fährte gelockt. Am Ende setzten sich die Puzzleteile zu einem gelungenen Gesamtbild zusammen. Eine Geschichte, bei der die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt. Charaktere, die man immer mehr ins Herz schließt, auch wenn sie zunächst als Aussteiger natürlich etwas suspekt wirken. Und eine Atmosphäre, die auch nach dem Beenden des Buches noch nachwirkt.
Bis auf die kleinen Schwächen bei Tonis Sichtweise, die mir persönlich nicht ganz gefallen hat, aber durchaus zur Geschichte und ihrem Charakter passen, kann ich dieses Buch absolut weiterempfehlen.
Ein persönliches Highlight für mich war außerdem der Erzählort der Geschichte, da ich selbst aus der Gegend stamme und mir den Handlungsschauplatz dadurch besonders gut vorstellen konnte.
Ein absolut gelungener Debütroman
Wir waren Artisten von Evelyn Scala Schreiber
Wir kennen wohl alle den Zirkus und sicherlich ist auch vielen bewusst, dass die Artisten nicht immer das einfachste Leben haben. Aber wie war es vor über 100 Jahren, Teil eines Zirkus zu sein? Dem geht die Autorin auf die Spur, indem sie einen Teil ihrer eigenen Familiengeschichte erzählt.
Wir begleiten Bertha dabei, wie sie ihr bürgerliches Leben zurücklässt, um mit Baptiste und dem Zirkus weiterzureisen.
Für Baptiste und für die Liebe begibt sie sich in eine ihr völlig unbekannte Welt, die mit ihrem früheren, luxuriösen Leben nur wenig gemeinsam hat.
Wir erleben mit ihr Höhen und Tiefen, erfahren, dass das Leben nicht jeden Tag nur Freiheit bedeutet, sondern oft auch ein Kampf ums Überleben ist. Und wir begleiten sie dabei, wie sie verschiedene Schicksalsschläge verkraften muss. Doch sie tut es für die Liebe zu Baptiste, auch wenn es nicht so leicht ist, Teil der eingeschworenen Zirkusfamilie zu werden. Denn für diese ist und bleibt sie zunächst eine Private, eine von außen.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und die Handlung wirkt realistisch, auch wenn wir nicht erfahren, was genau auf wahren Begebenheiten beruht und was ergänzt wurde. Ich mochte besonders die Tatsache, dass der Zirkus eben nicht nur als wunderbare, schillernde Welt dargestellt wurde, sondern auch die harten Zeiten ihren Platz bekommen haben. Denn das Zirkusleben war damals sicherlich nicht einfach. Zwar wurden die Vorstellungen gut besucht, aber dennoch waren Zirkusleute in der Bevölkerung nicht immer sonderlich beliebt.
Berthas Entwicklung ist der Autorin sehr gut gelungen, vor allem, da sie anfangs selbst nicht wirklich wusste, worauf sie sich einlässt, als sie mit Baptiste mitgereist ist. Und auch die Nebencharaktere waren super interessant, haben alle total unterschiedlich agiert und waren dennoch eine große Familie. Auch spannend fand ich die ganzen Verbindungen unter den einzelnen Zirkusen.
Die Geschichte selbst könnte im ersten Moment etwas schnell erzählt wirken, tatsächlich zieht sich die Handlung aber über mehrere Jahre. Und auch wenn der Band in sich ziemlich gut abgeschlossen ist, freue ich mich schon sehr auf die weiteren Teile und kann es kaum erwarten zu lesen, was aus Bertha und ihrer Familie geworden ist.
Gelungener Auftakt mit Potenzial für mehr
Tödliches Wien von Katja Wilhelm
Dieses Buch ist der erste Band einer Reihe und bietet einen soliden Einstieg in das Team der sogenannten Soko „Reha“. Die Einheit besteht aus drei Personen, die alle mehr oder weniger auf dem Abstellgleis gelandet sind, gleichzeitig aber so gut in ihrem Job sind, dass man auf ihre Fähigkeiten nicht verzichten möchte.
Die Charaktere sind teils etwas speziell und bringen alle ihre eigenen Ecken und Kanten mit. Gerade das macht sie jedoch interessant. Trotz ihrer Unterschiede ist der Zusammenhalt im Team stark ausgeprägt. Jeder kennt die Stärken der anderen, sodass die Zusammenarbeit wie ein gut eingespieltes Uhrwerk funktioniert. Besonders deutlich wird das, als Hilde unter Verdacht gerät und vom Dienst suspendiert wird. Erst dann merkt man, wie sehr ein einzelnes Zahnrad im Gefüge fehlt und welche Auswirkungen das auf das gesamte Team hat.
Die Geschichte ist spannend erzählt, und natürlich wollte ich unbedingt herausfinden, was hinter den Taten steckt. Nach und nach kristallisiert sich zwar heraus, wer möglicherweise dahinterstecken könnte, doch die Autorin setzt die einzelnen Puzzleteile mit viel Fingerspitzengefühl und Spannung zusammen. Dadurch bleibt die Neugier bis zum Schluss erhalten.
Das Ende schließt zwar einen Teil der Handlung zufriedenstellend ab, lässt aber gleichzeitig noch viele Fragen offen und bereitet den Boden für weitere Bände der Reihe.
Ein kleiner Kritikpunkt betrifft für mich das Setting. Die Geschichte hätte theoretisch an vielen Orten spielen können. Gerade weil ich mich auf Wien als Schauplatz gefreut hatte, hätte ich mir gewünscht, dass die Stadt stärker in die Handlung eingebunden wird. Immer wieder musste ich mich selbst daran erinnern, dass die Geschichte tatsächlich dort spielt und nicht in einer beliebigen anderen Großstadt.
Insgesamt ist der Auftakt gelungen und bietet eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren und einem funktionierenden Spannungsbogen. Zwar sehe ich insbesondere beim Setting noch etwas Luft nach oben, dennoch hat mich das Buch neugierig auf die Fortsetzung gemacht, und ich freue mich darauf, das Team der Soko „Reha“ in weiteren Fällen zu begleiten.
Ein Buch, das Lust auf mehr Farbe macht
Dopamine Style von Rachel Verney
In diesem Buch erhält man viele Einblicke in die Grundlagen des Dopamine Decor. Das ist insgesamt sehr gut gelungen, man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass es sich tatsächlich um ein Grundlagenbuch handelt. Wer tiefgehende Tipps oder zahlreiche DIY-Anleitungen erwartet, wird diese hier nicht finden.
Das Buch ist wunderschön gestaltet und strahlt Dopamine Decor von vorne bis hinten aus. Die verschiedenen Wohnungsbeispiele zeigen, wie vielfältig dieser Einrichtungsstil sein kann. Immer wieder wird betont, wie wichtig Farben sind und dass diese – auch wenn ein bunter Look gewünscht ist – harmonisch zusammenpassen sollten. Für mich persönlich war das nichts Neues, weshalb ich die häufige Wiederholung dieses Aspekts stellenweise etwas überflüssig fand.
Ich hätte mir zudem ein paar mehr konkrete Tipps gewünscht, wo man Dekoartikel und ähnliche Dinge finden kann. Die wenigen Hinweise am Ende des Buches bezogen sich überwiegend auf Farben oder auf Unternehmen, die in England ansässig sind.
Ich möchte aber nicht, dass das zu negativ klingt. Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen, mochte die Gestaltung sehr und fand die zahlreichen Ideen inspirierend. Als Einführung in das Thema ist es definitiv gelungen, für konkrete Anleitungen oder detailliertere Tipps würde ich allerdings zusätzlich andere Quellen heranziehen.
Besonders die Bilder haben mir gefallen und bieten jede Menge Inspiration. Noch mehr Vorher-Nachher-Vergleiche hätte ich allerdings schön gefunden. Ganz am Anfang des Buches gab es beispielsweise ein solches Beispiel, das ich besonders gelungen fand. Auch die Gegenüberstellungen von Räumen mit unterschiedlicher Dekoration oder verschiedenen Teppichen fand ich spannend, da sie sehr anschaulich gezeigt haben, wie stark einzelne Elemente die Wirkung eines Raumes verändern können.
Man sollte dabei allerdings auch bedenken, dass nicht jeder über ausreichend Stauraum verfügt, um beispielsweise mehrere Teppiche zum Wechseln aufzubewahren. Gleiches gilt für manche andere Ideen oder Empfehlungen. Wer in einer Mietwohnung lebt, kann schließlich nicht jede Veränderung ohne Weiteres umsetzen.
Wer es bunt mag, erste Einblicke in das Thema Dopamine Decor gewinnen oder sich einfach inspirieren lassen möchte, macht mit diesem Buch nichts falsch. Außerdem lernt man einige Instagram-Accounts kennen, auf denen man sich weitere Ideen und Anregungen holen kann.
Zwischen Liebe, Verlust und Hoffnung
In the Likely Event - Bis wir uns wiedersehen von Rebecca Yarros
Was, wenn es nie den richtigen Zeitpunkt gibt und man sich stattdessen mitten in einem Kriegsgebiet wiedersieht? Genau das passiert Nate und Izzy. Bereits auf den ersten Seiten wird deutlich, dass zwischen den beiden noch immer ungelöste Gefühle und Spannungen bestehen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptcharaktere erzählt.
Dabei bewegt sie sich einerseits im Jahr 2021 in Afghanistan und greift andererseits immer wieder Rückblicke auf die Jahre seit ihrem Kennenlernen im Jahr 2011 auf. Nach und nach setzt sich so das Bild ihrer gemeinsamen Vergangenheit zusammen.
Wer bereits Bücher von Rebecca Yarros gelesen hat, weiß, wie fesselnd ihr Schreibstil ist. Sie schafft es immer wieder, ihre Leserinnen und Leser emotional vollkommen mitzunehmen. Schon bevor ich mit dem Buch begonnen habe, war mir klar, dass ich vermutlich Taschentücher bereithalten sollte – und ich sollte Recht behalten.
Die Geschichte von Nate und Izzy ist geprägt von Höhen und Tiefen, von verpassten Chancen und schwierigen Entscheidungen. Dennoch ist auf jeder Seite diese tiefe Verbundenheit zwischen ihnen spürbar. Der Wunsch, den anderen beschützen zu wollen, die Angst vor einer Zurückweisung und die Frage, ob die eigenen Gefühle erwidert werden, verleihen der Geschichte eine besondere Intensität.
Während sich die beiden langsam wieder annähern, spitzt sich auch die Lage in Afghanistan immer weiter zu. Dadurch entsteht eine Spannung, die einen bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Man fiebert die ganze Zeit mit und hofft, dass für die beiden am Ende doch noch alles gut wird.
Für mich ist dieses Buch eine herzergreifende Geschichte über Liebe, Verlust, Hoffnung und zweite Chancen. Von mir gibt es daher eine absolute Lese- und Taschentuchempfehlung!
Atmosphärischer Auftakt mit viel Potenzial
Die weiße Nacht von Anne Stern
Die weiße Nacht bietet einen gelungenen Einstieg in eine Reihe, von der ich mir definitiv noch weitere Bände wünsche. Die Geschichte spielt zur Weihnachtszeit im Jahr 1946, als mitten im Schnee eine Leiche entdeckt wird. Lou findet den Toten und macht sofort einige Fotos, da ihr an der Platzierung der Leiche etwas merkwürdig erscheint.
Kurz darauf beginnt Kommissar König mit den Ermittlungen – oder versucht es zumindest.
Tatsächlich rückte die eigentliche Ermittlungsarbeit für meinen Geschmack stellenweise etwas zu sehr in den Hintergrund. Dennoch wurde die Geschichte dadurch keineswegs langweilig oder zäh. Ganz im Gegenteil: Ich wollte das Buch kaum aus der Hand legen, weil es unglaublich spannend war, die verschiedenen Charaktere dabei zu begleiten, wie sie ein Jahr nach dem Krieg noch immer ums Überleben kämpfen und versuchen, mit den Erlebnissen der Vergangenheit zurechtzukommen.
Einige Handlungsstränge haben sich mir erst nach und nach erschlossen, andere wurden in diesem Band vermutlich bewusst noch nicht vollständig aufgelöst. Gerade das macht jedoch neugierig auf mögliche Fortsetzungen.
Besonders gelungen fand ich die Charaktere. Jede Figur trägt ihre ganz eigenen Wunden aus der Kriegszeit mit sich, und obwohl man im Laufe der Geschichte immer wieder kleine Einblicke erhält, hatte ich das Gefühl, dass wir bisher nur an der Oberfläche gekratzt haben. Genau darin steckt großes Potenzial für weitere Bände. Auch die Zusammenhänge rund um die Morde werden nur Stück für Stück enthüllt, sodass sich das Gesamtbild erst langsam zusammensetzt. Gleichzeitig wird deutlich, wie schwierig Ermittlungen unter den Bedingungen der Nachkriegszeit überhaupt sind – ein kaum ausgestattetes Polizeirevier macht die Arbeit schließlich nicht einfacher.
Wer Geschichten rund um die Nachkriegszeit spannend findet und weniger Wert auf klassische, hochkomplexe Ermittlungsarbeit legt, wird an diesem Buch sicherlich Gefallen finden. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, und die winterliche Kulisse erzeugt eine kühle, bedrückende Atmosphäre, die perfekt zur Geschichte passt. Insgesamt ein atmosphärischer Reihenauftakt, der neugierig auf mehr macht.
Gelungener Abschluss
The Darlington - Logan & Rose von Laura Kneidl
Logan & Rose bildet den dritten und letzten Band der Darlington-Reihe. Wer die ersten beiden Teile bereits gelesen hat, wird vermutlich ohnehin nicht mehr überzeugt werden müssen, auch dieses Buch zu lesen. Für alle anderen empfiehlt es sich jedoch definitiv, mit dem ersten Band der Reihe zu starten.
Zwar stehen hier vor allem Rose und Logan im Mittelpunkt, dennoch spielen auch viele bekannte Charaktere aus den vorherigen Büchern wieder eine wichtige Rolle. Zusätzlich werden die Gerichtsverhandlungen rund um Logans Vater Richard weitergeführt, weshalb Vorwissen aus den ersten beiden Bänden das Leseerlebnis deutlich bereichert.
Der Schreibstil ist gleichzeitig sanft und fesselnd, sodass man sich schnell wieder in der Geschichte verliert. Besonders die Entwicklung der Beziehung zwischen Logan und Rose verfolgt man mit großer Freude. Neben dem Knistern zwischen den beiden kämpft Rose jedoch auch mit ihren ganz eigenen Problemen und Träumen. Ohne zu viel vorwegzunehmen lässt sich sagen, dass sie ein unglaublich starker und vielschichtiger Charakter ist.
Die Geschichte von Logan und Rose bildet für mich einen rundum passenden Abschluss der Reihe. Auch wenn ich traurig bin, mich nun von den liebgewonnenen Charakteren verabschieden zu müssen, hätte ich mir kaum ein stimmigeres Ende wünschen können. Dieser finale Band schafft es noch einmal, alle Gefühle einzufangen, die die Reihe so besonders gemacht haben.
Wer die ersten beiden Teile bereits mochte, wird auch diesen Band lieben. Und allen, die die Reihe noch nicht kennen, kann ich nur empfehlen, sie unbedingt zu lesen – aber wirklich am besten direkt mit Band 1 zu starten.
Düster, intensiv und lange nachhallend
Der Fährmann von Regina Denk
Der Fährmann ist ein Buch, das sich deutlich von vielen anderen abhebt – und genau das macht für mich seinen besonderen Reiz aus. Der Schreibstil ist zu Beginn noch etwas gewöhnungsbedürftig, doch je weiter man liest, desto mehr entfaltet er seine Wirkung. Mit der Zeit habe ich ihn nicht nur akzeptiert, sondern wirklich zu schätzen gelernt.
Die Geschichte selbst ist düster und atmosphärisch dicht erzählt. Sie beschönigt nichts, sondern zeigt die harte Realität der damaligen Zeit in all ihren Facetten. Themen wie Gewalt, Untreue und die Auswirkungen des Krieges werden offen dargestellt und tragen zur eindringlichen Wirkung der Handlung bei.
Angesiedelt ist die Geschichte an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich, was sich auch in den Dialogen widerspiegelt. Der eingesetzte Dialekt verleiht dem Ganzen zusätzliche Authentizität und unterstreicht die besondere Atmosphäre des Settings.
Erzählt wird aus den Perspektiven von Hannes, Josef, Elisabeth und Annemarie. Sie alle verbindet ihre Heimat und ein enges Geflecht an Beziehungen, und doch könnten ihre Lebenswege und Entwicklungen kaum unterschiedlicher sein. Gerade diese Vielschichtigkeit macht die Geschichte besonders spannend.
Dieses Buch ist sicherlich keine leichte Kost und auch nicht darauf ausgelegt, eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen oder die Vergangenheit zu romantisieren. Stattdessen überzeugt es durch seine schonungslose Ehrlichkeit und emotionale Tiefe. Für mich ein gelungenes und eindringliches Werk, das noch lange nachwirkt und das ich definitiv weiterempfehlen kann.
Wenn zwei Welten aufeinander treffen
Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick von Bente van der Meer
Was passiert, wenn man das Leben in der Münchner High Society gewohnt ist – und plötzlich vor dem Nichts steht? Genau das erleben Isabell, Clara und Lucas, als ihr Vater wegen Steuerbetrugs verhaftet wird und sämtliche Konten eingefroren werden. Der einzige Ausweg scheint ein Umzug zu Stine nach Deerhusen zu sein.
Doch das bringt gleich mehrere Probleme mit sich: Stine und Isabell hatten seit 30 Jahren keinen Kontakt mehr, und Deerhusen liegt am anderen Ende Deutschlands – weit entfernt von ihrem bisherigen Leben.
Entsprechend holprig gestaltet sich der Start in die neue Realität, und auch das Zusammenleben ist alles andere als einfach. Nach und nach beginnen die drei jedoch, sich mit den veränderten Umständen zu arrangieren – wobei dieser Prozess nicht für alle gleich schnell oder leicht verläuft. Erzählt wird die Geschichte aus den wechselnden Ich-Perspektiven der vier Hauptcharaktere, was spannende Einblicke in ihre Gedanken und Entwicklungen ermöglicht.
Deerhusen selbst bedient dabei viele Klischees eines norddeutschen Dorfes – allerdings auf eine charmante und humorvolle Weise. Die Geschichte ist durchzogen von witzigen Momenten, schafft es aber gleichzeitig, auch nachdenkliche Töne anzuschlagen.
Der Schreibstil ist angenehm leicht und lebendig, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Lediglich das Erzähltempo empfand ich als etwas unausgewogen: Während sich die Geschichte zu Beginn noch etwas Zeit lässt, wirkt das Ende vergleichsweise gerafft. Gerade dort hätte ich mir weniger Zeitsprünge und dafür etwas mehr Raum gewünscht.
Nichtsdestotrotz ist es eine rundum gelungene Geschichte, die mich zum Lachen gebracht hat und durch ihre Mischung aus Humor und Emotionen überzeugt. Ein Buch, das man nur ungern aus der Hand legt.
Inspirierende Impulse für ein bewussteres Wohnen
Besser wohnen - gesünder leben von Manuela Stengl
Dieses Buch wirbt damit, das einzige zu sein, das man zum Thema Wohnen lesen muss. Einerseits mag das durchaus zutreffen, andererseits wird im Buch selbst auch auf viele weitere spannende Werke verwiesen, die zur Vertiefung einladen.
Inhaltlich ist das Buch klar und sinnvoll aufgebaut. Schritt für Schritt wird man durch einen Prozess geführt, der dabei hilft, das eigene Wohnumfeld bewusster wahrzunehmen, Details genauer zu betrachten und mögliche Verbesserungen zu erkennen.
Dabei wird schnell deutlich: Große Veränderungen passieren nicht von heute auf morgen – und genau das vermittelt das Buch sehr realistisch und angenehm. Neben kleineren Impulsen, die sich direkt umsetzen lassen, werden auch langfristige Prozesse aufgezeigt, die Zeit brauchen dürfen. Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass der Ton dabei nie belehrend wirkt, sondern vielmehr unterstützend und motivierend – eher eine helfende Hand als ein erhobener Zeigefinger.
Für mich persönlich war es spannend zu entdecken, wie viele Faktoren unser Wohnen und Wohlbefinden tatsächlich beeinflussen – und wie viel sich davon oft schon mit kleinen Anpassungen verändern lässt. Nicht alle Ansätze werde ich für mich umsetzen, aber viele Denkanstöße nehme ich definitiv mit. Vor allem hat das Buch mein Bewusstsein dafür geschärft, was ich bereits habe und was ich an meiner aktuellen Wohnsituation wertschätzen kann.
Auch der Blick in die Zukunft hat mir gut gefallen: Das Buch regt dazu an, sich frühzeitig mit möglichen Veränderungen der eigenen Lebensumstände auseinanderzusetzen und zu überlegen, welche Anforderungen das Wohnen dann mit sich bringen könnte – anstatt sich erst im Nachhinein damit zu beschäftigen.
Insgesamt ein inspirierendes und gut strukturiertes Buch, das mit vielen hilfreichen Impulsen zu einem bewussteren Umgang mit dem eigenen Wohnraum anregt.











