Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tintenteufel:
Für einen Start in ein gesünderes Leben
Die Bewegungs-Docs - Unser Programm für mehr Gesundheit und Leichtigkeit von Melanie Hümmelgen; Helge Riepenhof; Christian Sturm
Das neueste Buch der Bewegungs-Docs verspricht ein Programm für mehr Gesundheit und Leichtigkeit. Im ersten Drittel des Buches werden die theoretischen Grundlagen zur Bedeutung der Muskeln, zu Stressmanagement und Ausdauertraining, Atmung, gesunder Ernährung, ganzheitlicher Selbstfürsorge und gutem Schlaf erklärt.
Im praktischen Teil folgen komplett ausgearbeitete Pläne für drei Wochen mit den Schwerpunkten Basic-Fitness, Entspannung und Verhaltensmodifikation. In den anschließenden kleinen Übungseinheiten gibt es hilfreiche Tips für typische Problemfelder wie Diabetes, Bluthochdruck und Tinnitus sowie Knie-, Kopf- und Rückenschmerzen. Abschließend gibt es noch ein paar gesunde Rezepte on top.
Beim ersten Durchblättern war ich von diesem ‚Gemischtwarenladen‘ etwas enttäuscht. Ich konnte nur wenig Neues entdecken und mir ging das Buch nirgends genug in die Tiefe. Doch bei intensiverer Lektüre wurde mir klar: Da ich mich schon länger mit diesen Themen beschäftige, gehöre ich offenbar nicht zur Zielgruppe! Das Buch ist ein guter, kompakter Einstieg in die erste Beschäftigung mit der eigenen Gesundheit und bietet Neulingen in der Materie einen bunten Strauß von Anregungen aus den verschiedensten Bereichen.
Insbesondere das 3-Wochen-Programm ist eine gute Möglichkeit, ganz einfach ohne längeres Nachdenken und Recherchieren gleich ins Tun zu kommen und erste Erfahrungen mit einem besseren Körpergefühl zu machen. Also liegt der Fehler in meinen falschen Erwartungen, und ich lasse das Buch weiterziehen und bei einer lieben Freundin seine Wirkung entfalten.
Einkaufserlebnis für die Kleinsten
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 50 - Wir gehen einkaufen von Patricia Mennen
Die Ravensburger Reihe Wieso? Weshalb? Warum? junior ist für Kinder zwischen zwei und vier Jahren konzipiert. Jeder Band greift ein Thema aus dem kindlichen Alltag auf und erzählt viele kurze kindgerechte Geschichten in farbenfrohen Bildern und mit lustigen Details versteckt hinter kleinen Klapptüren.
Im 50. Band geht es um das Einkaufen, einen Höhepunkt im Alltag unserer Kleinsten! Jede Doppelseite steht unter einem Motto: Schuh- oder Bekleidungsgeschäft, Bäckerei, Supermarkt, Drogeriemarkt, Wochenmarkt und großes Einkaufszentrum.
So können die Kleinen verschiedene Warengruppen und Konsumbedürfnisse benennen, die Vorteile kleiner und großer Geschäfte kennen lernen und erkennen, dass sie ein Brot sowohl beim Bäcker, als auch auf dem Wochenmarkt und im Discounter kaufen können. Außerdem finden sich unzählige Details, um auch Obst- und Gemüsesorten, Gebäcke etc zu entdecken. Sogar ein Buchladen, ein Spielzeuggeschäft, eine Apotheke und ein Bankautomat haben einen Platz im Buch gefunden, obwohl diese Läden aus immer mehr Dörfern und Kleinstädten verschwinden.
Auf diese Weise gibt es unzählige Gesprächsanlässe, um unseren Kleinen das Einkaufserlebnis zu erklären und auch schon eine allererste Erziehung zum kritischen Konsumenten zu beginnen: Nach welchen Kriterien suche ich das Geschäft aus? Welche Lebensmittel sind gesund? Wann brauche ich neue Schuhe? Und wie bereite ich den Einkauf vor? Perfekt, beim nächsten Einkauf werden die Kinder viel aufmerksamer sein.
Sensorische Wahrnehmung fördern
Mein erstes Buggybuch: Fühl mal! Lieblingstiere von Ava-Barb Yaga
Das kleine Buggybuch „Fühl mal! Lieblingstiere“ ist bei ministeps im Ravensburger Verlag erschienen und perfekt auf die Bedürfnisse der Allerkleinsten abgestimmt: Es ist klein und leicht genug, um die kleinen Babyhände nicht zu überfordern, und stabil genug, um auch spitzen Zähnchen eine Zeit lang zu widerstehen.
Dank seines elastischen Stoffbandes bleibt es an Ort und Stelle und kann nicht in den Dreck fallen.
Wie der Titel schon verrät, geht es hier um die Lieblingstiere der allerkleinsten Leser: Auf jeder Doppelseite finden sich ein kindgerechtes Bild vertrauter Tiere und eine klitzekleine, leicht zu erfassende Geschichte. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen die verschiedenen Felle: vom weichen Fell des Hundes bis zum festeren Schwanz des Esels. So können haptische Eindrücke gesammelt und durch die Eltern benannt werden. Spielerisch werden die Entwicklung der sensorischen Wahrnehmung und ihre sprachlichen Benennung gefördert. Die Idee ist nicht neu, aber immer noch gut und hier sehr schön umgesetzt!
Süße Gartengeschichte
Judiths kleine Farm von Judith Rakers
Judith Rakers gelingt es im Buch 'Judiths kleine Farm', praktisches Gartenwissen und konkrete Anleitungen in eine ansprechende Gartengeschichte zu verpacken, welche nicht nur die 4-Jährigen garantiert begeistern wird: Die Protagonistin Judith kauft sich einen Garten und adoptiert Kater Jack aus dem Tierheim.
Mit viel Begeisterung und Liebe, aber noch relativ wenig Ahnung starten sie gemeinsam in das große Abenteuer Garten und Selbstversorgung! Daher haben die Kinder die einmalige Chance, in einer lustigen Geschichte mit einigen amüsanten Fehlern und lustigen Ideen ganz viel Anfänger-Gartenwissen zu erlernen! Ganz ohne pädagogischen Zeigefinder!
Und die tollen Zeichnungen von Julia Weinmann machen mindestens genauso viel Spaß, sie erinnern mich persönlich an die Pettersson-und-Findus-Bücher: Liebevoll gestaltet mit unendlich vielen witzigen Details, so dass die Kinder auch beim wiederholten Lesen bestimmt noch etwas Neues entdecken können. Und neben den Hauptfiguren Julia, Jack, Luzi und Lotti, Sazou und Charlie, Mone und Schimmel und nicht zuletzt dem stimmgewaltigen Hahn Pavarotti (ein Witz wohl mehr für die opernkundigen Eltern), die mit ihren eigenen Persönlichkeiten und ihrer Mimik einfach toll eingefangen sind, gibt es auch jede Menge kleiner Zaungäste, welche die turbulenten Szenen bevölkern. Die grünen Rüsselkäfer haben dabei noch eine besondere Funktion: Sie halten Tafeln mit Zahlen hoch, die den kleinen Noch-Nicht-Lesern helfen, sich in der zugehörigen Kosmos-App alle Texte von der Autorin vorlesen zu lassen, denn Mama und Papa haben ja leider nicht immer Zeit.
Ich bin begeistert von diesem Buch! Weil es unter dem Haupttitel ‚Judiths kleine Farm‘ noch den Untertitel ‚Kater Jack sucht einen Freund‘ trägt, besteht die Hoffnung, dass es Fortsetzungen geben wird mit neuen Abenteuern unserer liebgewonnenen Freunde!
Landfrust
Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart von Björn Vedder
Björn Vedder beschäftigt sich in seinem Essay mit dem Befinden auf dem Lande. Nach einer Kindheit auf einem Dorf lebte er lange in München, um schließlich mit seiner Familie an den Ammersee zu ziehen. Nach ein paar Jahren stellt er sich die Frage, wie sich dieser Umzug auf sein Leben und Denken auswirkt.
Er schlägt den Bogen von der neu erwachenden Landlust und der damit verbundenen romantisierenden Vorstellung von einer heilen Welt über die engeren sozialen Bindungen und die damit einhergehende größere soziale Kontrolle im Vergleich zur Anonymität der Großstadt und reisst später die Hypothese an, dass sich provinzielle und engstirniges Denken überall finden lässt.
Auf den ersten Seiten macht es Spaß seinen Beobachtungen zu folgen, die er mit literarischen Beispielen und soziologischen Theorien noch weiter ausschmückt. Weil ich selbst die Hälfte meines Lebens in Städten verbracht habe und dann aufs Land gezogen bin, konnte ich viele Erfahrungen bestätigen.
Doch im Verlauf des Buches nimmt die Generalabrechnung mit den Gemeinheiten der länglichen Bevölkerung überhand. Das aktuelle Dorfleben tritt in den Hintergrund und die traumatischen Erfahrungen der Kindheit mit Amts- und Machtmissbrauch nehmen großen Raum ein. Die positiven Seiten des engeren Zusammenlebens auf dem Land werden ebenso vernachlässigt wie die nur angedeutete um sich greifende Provinzialität und Engstirnigkeit in den Städten und der digitalen Welt. Schade, denn dieser Aspekt wäre in einer interessanten Medienkritik gemündet und hätte bestimmt auch Erkenntnisse zu Populismus und aufkeimender Deglobalisierung erbracht.
Insgesamt nimmt der Autor eine relativ selbstgerechte und überhebliche Position ein, so dass es nicht besonders verwundert, dass er nicht im Dorf ankommen konnte, sondern auf deutliche Distanziertheit gestoßen ist. Soziologen sprechen in diesem Zusammenhang wohl von einer self fulfilling prophecy! Immerhin ist der Autor ehrlich genug, anzuerkennen, dass er sich auch in der Stadt nicht mehr heimisch fühlt, weil diese sich auch weiterentwickelt hat und er selbst älter geworden ist, so dass seine Vorstellung der geliebten Stadt auch nur noch eine verklärte Retrospektive ist. Höchste Zeit, zu erkennen, dass sich nicht nur soziale Gemeinschaften, sondern auch Individuen im Zeitablauf ändern und sich immer neu definieren und einen neuen Ort finden müssen, an dem sie sich heimisch fühlen können!
Daher bleibt ein gemischter Eindruck von diesem Buch: Vieles ist gut beobachtet und in interessante literarische und soziologische Kontexte gesetzt worden, zu Recht auch oft sehr pointiert und polarisierend. Aber letztlich kann sich der Autor nicht von seinen Enttäuschungen lösen, so dass unter dem Strich die Ausgewogenheit beim generalisierenden Großangriff gegen die ungeliebte Lebensform auf der Strecke bleibt.
Schade!
Gelungene Modernisierung
Bella und die Böllersum-Bande von Karin Gothe
Karin Gothes Buch „Bella und die Böllersum-Bande“ tritt in der Verlagsankündigung mit dem Anspruch an, ein würdiger Nachfolger der Bullerbü-Geschichten von Astrid Lindgren zu sein, und tatsächlich erinnert schon die Covergestaltung an das große Vorbild.
Aber der Reihe nach: Das Buch erzählt von der zehnjährigen Bella und den Kindern ihrer Räuberknotenbande, die im norddeutschen Dorf Böllersum eine sorglose Kindheit in einer intakten Dorfgemeinschaft verleben.
Die Szenen versprühen den gleichen chaotisch-dörflichen Charme wie ihr literarisches Vorbild. Schon in der Beschreibung der Beisetzung von Bellas Opa dominiert weniger die Trauer als die Beschreibung der vertrauten Gemeinschaft: die allen bekannte Zerstreutheit des Bürgermeisters Bruno, das von allen geliebte Trompetensolo von Timo und der allseits beliebte Butterkuchen beim anschließenden Kaffeetrinken. Eine perfekte Beschreibung der dörflichen Idylle, ein bisschen in Lustige gezogen durch die (Beinahe-)Prügelei während der Zeremonie.
Doch die Idylle ist bedroht: Die dorfeigene kleine Grundschule soll geschlossen werden, und das ruft die Kinder auf den Plan, die sich mit viel Fantasie und zivilem Ungehorsam dagegen zu wehren beginnen. Ohne Näheres spoilern zu wollen, sei verraten, dass sich hier Elemente aktueller Kindheit mit in die Szenerie mischen, ohne das schöne Setting zu zerstören. Und auch die Auflösung ist weder romantisierend noch extrem, sondern ein schlüssiges Konstrukt, wie sich Dorfleben in modernen Zeiten weiterentwickeln kann und muss, um jedem ein Gefühl von Heimat zu ermöglichen.
Alles ist in eine spannende Geschichte gebettet, in der auch typische Probleme wie Streit und Missverständnis sowie die ersten Unterschiede in den Lebensläufen ihren Platz finden. Eine perfekte Mischung und wirklich eine gelungene Modernisierung!
English for beginners
Sachen suchen - Englisch lernen von Bea Zorell
Die Wimmelbücher sind immer wieder ein voller Erfolg bei den Kindern. Sie verführen zum Schauen, Benennen und Geschichtenerzählen. Dieses Konzept baut nun auch eine Brücke zu den ersten englischen Begriffen, denn unter den deutschen Bezeichnungen finden sich hier auch die englischen Übersetzungen.
Es lässt sich bestimmt trefflich darüber streiten, ob schon in diesem sehr frühen Alter mit dem Englischlernen begonnen werden sollte. Vielleicht besteht sogar die Sorge, das Kind könne die Sprachen mischen, wenn die bilinguale Erziehung nicht sauber getrennt durch zwei verschiedensprachige Elternteile erfolgt. Aber andererseits ist die englische Sprache in unserem Alltag so omnipräsent, dass wir ihr ohnehin nicht gänzlich ausweichen können.
Daher ist es m.E. doch besser in diesem pädagogisch durchdachten literarischen Umfeld Begriffe aus dem kindlichen Alltag (Spielplatz, Bahnhof, Kindergarten, Baustelle) zu vermitteln als ungefiltert und unsortiert durch die diversen importierten TV-Serien und Werbeartikel, vor denen wir unsere Kinder spätestens ab dem Kindergartenalter kaum schützen können. Also nur Mut und viel Spaß beim allerersten spielerischen Englisch-Lernen!
Suchen und entdecken
Mein Sachen suchen Wimmelbuch: Auf dem Land von Susanne Gernhäuser
Dieses Buch ist quasi ein Wimmelbuch 2.0! Zusätzlich zu den vielen liebevollen Details, die es auf den Seiten zu suchen gibt, können die Kleinen auch noch etwas unter den Klappen entdecken!
Also können die Kleinen erst durch das Dorf „spazieren“ und den Bauernhof, das Naturschwimmbad und die Baumschule besuchen und dann noch in das Innere schauen.
Kinder lieben es, hinter verschlossene Türen zu schauen und hinter Klappen Neues zu entdecken, und so verwandeln sich die Bilder in kleine Erzählgeschichten: Wen hat die Bäuerin in ihrem Anhänger mitgebracht? Und was bringt der kleine Lieferwagen? Schnell ist die Neugier geweckt, und die die Kinder gehen auch allein auf Entdeckungstour.
Unsere Kinder haben die alten Mitgutsch-Wimmelbücher geliebt, die nun schon fast auseinanderfallen. Jetzt werden unsere Enkelkinder auch Freude an den neuen Wimmelbüchern von Ravensburger finden, und irgendwann bestimmt die Unterschiede entdecken: Denn hier finden sich auch aktuelle Entwicklungen wie das E-Postmobil, die Milchtankstelle oder das Lastenfahrrad und aktuelle Themen wie Inklusion, Gleichberechtigung und Diversität.
Die Lebensrealität entwickelt sich weiter, und mit ihr die Wimmelbücher. Doch sie bleiben weiterhin ein voller Erfolg!
Perfekt für die Allerkleinsten
ministeps Mein erstes Buggybuch: Guck mal! Erste Sachen - ab 6 Monate von Ava-Barb Yaga
Das kleine Buggybuch „Guck mal! Erste Sachen“ ist bei ministeps im Ravensburger Verlag erschienen und perfekt auf die Bedürfnisse der Allerkleinsten abgestimmt: Es ist so klein und leicht, dass es schon Babys ohne Probleme halten können, lässt sich mithilfe einer Aufhängung und flexiblem Band „verliersicher“ am Buggy befestigen, und es ist robust genug, dass es auch den ersten Zähnchen standhält.
Auf den kindgerecht gestalteten bunten Doppel-Seiten finden Themen aus dem Babyalltag Platz: Anziehen, Spielen, Baden und Essen. Kurze Texte laden dazu ein, die Bilder genauer zu betrachten und vor allem auf der rechten Seite zu entdecken, was sich unter einem Stück Stoff versteckt. So können die Kleinen ihre Feinmotorik trainieren. Die Stoffklappen sind leichter zu greifen als die Pappklappen spätere Bilderbücher und fest genug, um den Experimenten standzuhalten. Und so wie sie selbst am liebsten Verstecken spielen, können die Kinder hier niedliche Details entdecken und wieder verstecken. Hierbei ist auch ein wenig Spaß im Spiel, wenn z.B. der Elefant auf der letzten Seite lieber einen Keks statt seines Breis isst.
Kurzum, das Büchlein ist ein rundum gelungenes Gesamtpaket zum Lesen, Fühlen und Lachen!
Eine Liebeserklärung
Einfach gärtnern! Naturnah und nachhaltig von Horst Mager
Horst Magers Buch „Einfach gärtnern“ ist eine Liebeserklärung an seinen Garten: Er beschreibt seine Beziehung zu seinem Schrebergarten in Berlin vom Kennenlernen und der ersten zaghaften Annäherung über das Ausloten der Chancen und Möglichkeiten bis zur Umsetzung und Gestaltung!
Und dies ist das Besondere, was sein Werk von anderen Gartenbüchern unterscheidet: Der Garten hat eine gleichberechtigte Stellung neben seinem Besitzer.
Beide entwickeln sich im Dialog weiter. Hier wird nichts am Schreibtisch geplant und in einem großen Kraftakt umgesetzt, sondern es ist eine Strategie der kleinen Schritte. Horst Mager beobachtet, welche Möglichkeiten ihm sein Garten bietet, wo Sonne oder Schatten dominieren, welche Wege sich im Alltag bewähren und vor allem welche Pflanzen sich wohlfühlen und freudig wachsen und welche kümmern und viel Pflegeaufwand benötigen. Und daraus wächst seine Gartengestaltung. Indem er auf die natürlichen Bedingungen Rücksicht nimmt, reduziert er seinen Arbeitsaufwand. Naturnahes Gärtnern bedeutet so zugleich entspanntes Arbeiten und Freude am nachhaltigen Ergebnis. Keine Pflanze muss sich dem Gestaltungswillen des Gartenbesitzer unterwerfen, sondern kann ihre artgerechte Form entfalten und der Gärtner wiederum kann sich auf wenige Maßnahmen beschränken, statt ständig korrigierend einzugreifen.
Zugleich erzählt er ganz viel von der Entdeckung seiner Lieblinge, die bei ihm einziehen durften und ihn durch die Jahreszeiten begleiten. Dies geschieht in einem geschlossenen Text ähnlich einem Liebesroman und wird illustriert durch wenige großformatige und sehr stimmungsvolle Aufnahmen. Die Beschreibung der Pflanzen enthält dann durchaus auch Formulierungen wie „berühren mein Herz“ oder „Wenn man sie erst mal entdeckt hat, dann kann man sich ihrem Zauber nicht mehr entziehen“. Wer sich auf diesen Stil einlässt, wird viel Freude an diesem besonderen Gartenbuch finden.
Allerdings konzentriert sich Horst Mager auf die Pflanzen seiner Wahl. Angaben zu möglichen Alternativen fallen eher sparsam aus. Ebenso fehlen zu vielen Pflanzen die Fotos, so dass man ergänzend das Internet bemühen muss. Auch konkretere Angaben zur Organisation der Gartenarbeit durch das Jahr und ähnliches, sucht der Leser vergebens. Der Instagram-Kanal und die rbb-Gartenzeit-Sendung des Autors werden hier konkreter und bieten mehr praktische Hilfe. Größere Anteile dieses Gartenwissens hatte ich mir von diesem Buch erhofft.











