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Rezensionen von Tintenteufel:

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Schätze am Wegesrand finden

Wilde Pflanzen essen von Christine Rauch; Ernestine Donnerberg

Wilde Pflanzen essen – eine in Vergessenheit geratene Möglichkeit, sich mit den wertvollen Bitterstoffen zu versorgen, die aus unseren Obst- und Gemüsesorten herausgezüchtet wurden. Daher begrüße ich das Buch von Christine Rauch vom Instagram-Kanal Wildrausch! Ich stamme noch aus der Generation, die gerne mal ein Stück Sauerampfer kaut, Salate mit Gänseblümchen anreichert und die Felsenbirne nicht nur für einen dekorativen Gartenstrauch hält.

Dennoch kann ich in diesem Buch noch einiges dazu lernen!

Der (bemüht) witzige Plauderton trifft nicht so ganz meinen Geschmack, aber die übersichtliche Anordnung in krautige Pflanzen, Sträucher und Bäume sowie die Darstellung in doppelseitigen Porträts gefallen mir sehr gut. Mir haben es aber besonders die kleinen Steckbriefe am Seitenrand angetan, die den Leser über Standort und Geschmack, Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkungen informieren und erste Tipps zu Verarbeitung und Zubereitung in der Küche geben. Hierzu hätte ich gerne noch mehr gelesen, denn mit alltagstauglichen und leicht umsetzbaren Rezepten ständen die Chancen auf eine regelmäßige Anwendung des neuen Wissens einfach besser. Aber vielleicht erfüllt Christine Rauch alias Survival Siglinde meinen Wunsch ja noch und schreibt ergänzend einen praxisnahen Ratgeber zur Selbstversorgung mit Wildkräutern, in welchem leckere Rezepte samt Fotos zum gesunden Schmausen einladen.

Doch erst mal werde ich mich mit diesem Büchlein im praktischen Taschenformat und der unterstützenden Kosmos-Plus-App auf den Weg machen und die vielen Wildkräuter am Wegesrand mit ganz anderen Augen sehen! Danke!

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Schätze am Wegesrand finden
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Altes Heilwissen

52 wilde Fermente von Alexis Goertz; Jonas Grube

Alexis Goertz und Jonas Grube von Edible Alchemy lassen uns in ihrem Buch an ihrem reichen Schatz alten Wissens teilhaben: ihrer Kenntnis von Wildkräutern auf der einen und ihren Erfahrungen mit der Kunst der Fermentation auf der anderen Seite. Beides droht in der Zeit von ertragsorientierter Sortenzüchtung und durch Sterilisation haltbar gemachter Lebensmittel in Vergessenheit zu geraten.

So erklären sie zunächst die alte Kulturtechnik der Fermentation und ihre gesundheitliche Wirkung auf unser Darm-Mikrobiom. Sie geben eine Einleitung in die Herstellung von Fassbrause, Fruchtessig, Kombucha, Sauerteig und Kefir.
Danach begleiten sie uns durch die 52 Jahreszeiten und stellen uns verschiedene Schätze vor, die wir in der Natur finden und sammeln können: von den ersten Tannennadeln und Haselkätzchen im Frühjahr über die reiche Vielfalt an grünen Wildkräutern im Sommer bis zur Ernte der Schlehe nach den ersten Frösten. Sie erzählen uns en passant einiges über Botanik und Kulturgeschichte und verraten uns kleine Erntetricks und vieles mehr.

Ich bin begeistert, dass sie dieses Wissen unserer Großeltern nicht verloren gehen lassen, befürchte aber dennoch, mich als Anfängerin nicht allein mit diesem Buch zurechtfinden zu können. Bei der Pflanzenbestimmung werden mir die kleinen Zeichnungen am Ende des Buches nicht reichen, hier werde ich eine Bestimmungs-App zu Hilfe nehmen. Und bei meinen ersten Fermentationsversuchen würden mir ein paar Fotos von den zu erwartenden Zwischenschritten und Endergebnissen helfen, denn so weiß ich nicht so ganz, ob ich mich auf dem richtigen Weg befinde. Da finde ich die Reels auf dem Instagramm-Account der beiden doch um einiges anschaulicher, das hatte ich mir auch von ihrem Buch erhofft.

Daher komme ich für dieses Buch zu einer gemischten Beurteilung: einerseits sehr ambitioniert, kenntnisreich und vielfältig, andererseits für den interessierten Laien nicht immer verständlich und nachvollziehbar, Hier wäre – wie so oft – die Frage hilfreich gewesen: Was kann ich beim interessierten (Laien-) Leser voraussetzen und was sollte ich besser genauer erklären?

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Altes Heilwissen
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Ein bisschen (garten-)verrückt!

Blumen, Kohl & Rock'n'Roll von Anja Klein

Anja Kling ist ein bisschen (garten-)verrückt! Ihr Buch ist daher auch kein Ratgeber im gewohnten Sinn, sondern eine amüsante Reise durch ihren kleinen Horrorgarten, in welchem Pflanzen schon mal das Regiment übernehmen und die Gärtnerin sich entspannt zurücknimmt und ihre Pflegearbeiten auf das reduziert, was nötig und dem allgemeinen Gedeihen förderlich ist.

Wer hier handfeste Ratschläge zur Gestaltung des eigenen grünen Wohnzimmers und zur Organisation der Gartenarbeit sucht, wird hier enttäuscht. Das Buch ist vielmehr ein Loblied auf die Spontaneität und die ungezügelte Freude an allem, was da wächst und blüht, kriecht und summt. Mit viel Begeisterung und ebenso viel Humor erzählt Anna Klein von ihren zahlreichen Erlebnissen und ihren ganz persönlichen Lehren daraus. Dabei wird nicht alles idealisiert, sondern auch mal völlig ungeniert über den Hass auf Tauben erzählt, den ich nur allzu gut nachempfinden kann. Ganz nebenbei werden im Plauderton wertvolle Tipps aus jahrelanger Gartenerfahrung weitergegeben und auch Hinweise auf durchaus unbekannte Gemüsesorten wie die Spargelerbse, von der ich nach fast 30 Jahren Gartenbesitz noch nie etwas gehört habe.

So ist dieses Buch eine amüsante und zugleich lehrreiche Lektüre, bei welcher das herrliche Grüne des Gartens auch im dunklen Winter vor dem geistigen Auge strahlt und die Vorfreude auf die helle Jahresszeit weckt. Allerdings weiß ich nicht, ob ich das Buch ein zweites Mal in die Hand nehmen werde, nachdem ich mir die hilfreichen Anregungen in mein persönliches Gartenbüchlein übertragen habe. Dafür hat das Buch doch zu feuilletonistischen Charakter und zu wenige Informationsgehalt. Ich werde es wohl eher einer gartenbegeisterten Freundin schenken, damit sie auch im Winter vom Sommer träumen kann.

Eine Anmerkung sei noch zur Arbeit des Lektorats erlaubt: Ich bin eine Leserin, die gerne mal Querverweisen folgt, und wurde hier mehrfach in die Irre geführt, weil noch die Stellvertreter xy auf die Eintragung der Seitenzahlen warten (S. 122) oder aber der Hinweis auf die Seite schlichtweg falsch ist (S.79 : Auf Seite 122 finden sich keine Informationen zur Überdachung von Tomatenbeeten). Ich finde, dies darf angesichts der technischen Möglichkeiten der Gegenwart nicht mehr passieren.

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Ein bisschen (garten-)verrückt!
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Sehr gute Darstellung, mögliche Interpretation

Digitale Diagnosen von Laura Wiesböck

Laura Wiesböck beschäftigt sich in ihrem neuen Buch mit der Verfügbarkeit von digitalen Diagnosen, also von Erklärungsmustern für eigene psychische Probleme. Sie zeigt auf, wie psychische Erkrankungen nicht nur enttabuisiert, sondern auch regelrecht inszeniert werden. So werden Identifikationsmöglichkeiten geboten, welche entlastend und entschuldigend wirken können, aber auch die Gefahr bergen, die Bandbreite psychischer Befindlichkeiten nicht als normal zu akzeptieren und auszuhalten, sondern jede Abweichung gleich pathologisch zu begründen.

Diese inflationäre Nutzung von Begrifflichkeiten wie Tabu, Trigger u.ä. dient dabei nicht einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema, sondern führt in eine neue Normalität und Gesellschaftsfähigkeit psychischer Probleme, eine identitätsstiftende Rollenzuschreibung sowie vermeintliche Gesellschaft ebenfalls Betroffener in den sozialen Medien.
Parallel dazu zeigt sie auf, wie der Anspruch auf individuelles Wohlbefinden ebenso wächst wie die selbstverständliche Inanspruchnahme von Auszeiten und Freiheiten im eigentlich normalen Alltagsstress anstelle der Einübung von Stressbelastbarkeit und Resilienz.

Als Soziologin fokussiert sie sich naturgemäß auf die gesellschaftlichen Aspekte dieser Entwicklungen und weist z.B. die ökonomischen Interessen der Influencer im Dienst ihrer Kooperationspartner auf und argumentiert, dass die individuelle Wellness-Suche problematische Arbeitsbedingungen erträglich mache und so im Dienst eines neoliberalen Kapitalismus eine kritische Auseinandersetzung mit dem Wirtschaftssystem und seinen Anforderungen ausbremse.

Die gut recherchierten und in einen Kontext gesetzten Beobachtungen in den ersten zwei Dritteln ihres Buches haben mich sehr angesprochen. Im letzten Drittel des Buches ist ihr Background als feministische und politisch eher links angesiedelte Soziologin unverkennbar. Ihre Kapitalismus-Kritik ist meines Erachtens ein möglicher, aber nicht der einzige Deutungsansatz. Ohne auf das Instrumentarium von Nachbarwissenschaften wie etwa der Psychologie zurückzugreifen, wäre hier etwa im Sinne einer verstehenden Soziologie auch die Frage nach den gesellschaftlich bedingten Gründen möglich, weshalb das Individuum diese neuen Deutungsangebote bereitwillig annimmt statt an indivduellen Lösungen zu arbeiten. So etwa spielt vielleicht die mit der Individualisierung einhergehende Vereinsamung und fehlende soziale Einbindung und freundschaftlicher Austausch eine Rolle. Aus der Perspektive der Religionssoziologie ließe sich auch die Frage nach dem Wegbrechen gesamtgesellschaftlich anerkannter Institutionen und ihrer Deutungsangebote stellen. (Früher hätten die christlichen Kirchen etwa im leidenden Christus eine Identifikationsfigur angeboten). Kurz Laura Wiesböck spricht in diesem Büchlein ein topaktuelles Thema an, lässt aber einige Deutungsmöglichkeiten außer acht.

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Gesundheit ganzheitlich auf Zellebene denken

Good Energy von Casey Means

Dr Casey Means führt in ihrem Buch ‚Good Energy‘ den Großteil moderner Krankheiten auf ihre gemeinsame Ursache zurück: die fehlende Gesundheit der Zellen. Anhand zahlreicher moderner Forschungsergebnisse weist sie schlüssig nach, wie die unzureichende Stoffwechsellage der Zellen infolge falscher Ernährung mit hochverarbeiteter Nahrung zu verschiedensten Problemen im gesamten Körper führt.

In typisch amerikanischer Schreibweise und daher streckenweise etwas weitschweifigen Ausführungen zeigt sie gut verständlich den Zusammenhang von kohlenhydratreicher, omega6-lastiger und insgesamt zu kalorienreicher Ernährung mit einer Vielzahl weit verbreiteter Zivilisationskrankheiten auf, die interessanterweise bei (den genetisch fast identischen) Schimpansen kaum auftreten. Auch Themen wie Toxinbelastung, Bewegungsmangel und fehlende thermische Reize finden hier Beachtung.

Nach den ersten Kapiteln voller Informationen lässt uns Casey Means aber nicht etwa aufgeklärt, schockiert und überfordert zurück, sondern gibt uns mit einem Vier-Wochen-Plan gleich eine gute Hilfestellung, um in die Umsetzung ihrer Ratschläge zu starten: Aussagekräftige Fragebögen, praxisnahe Regeln und erste Rezepte sowie hilfreiche Tabellen zum Austausch problematischer durch bessere Lebensmittel begleiten uns in unseren Alltag und helfen bei der Einübung guter Gewohnheiten für mehr ‚good energy‘! Ich bin begeistert und mache mich voll Begeisterung auf den Weg!

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Gesundheit ganzheitlich auf Zellebene denken
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Anders als erwartet

Ordnung für immer von Gunda Borgeest; Petra Thorbrietz

Als ich das Buch von Gunda Borgeest aus dem Haus Stiftung von Warentest in die Hand nahm, erwartete ich einen praxisnahen Ratgeber, der mir hilft, Ordnung in meinen vier Wänden zu schaffen. Diese Erwartung wurde enttäuscht, aber dafür durfte ich viel Überraschendes entdecken.

Das Buch entfaltet ganz verschiedene Aspekte der Ordnung: von der Psychologie der Ordnung über Raumgestaltung bis zu hilfreichen Ordnungsroutinen.

Das Buch bietet kein festes Konzept, sondern vielmehr eine ganze Sammlung verschiedener Denkanstöße und lädt dazu ein, sich auf die Suche nach den ganz eigenen Ordnungshindernissen und -bedürfnissen zu machen. Dabei bleiben auch Fragen nach dem digitalen Datenchaos, den familiären Strukturen und Nachhaltigkeitsüberlegungen nicht unbeachtet.

Manches öffnete mir einen ganz neuen Blick auf das Problem, anderes fand ich banal und selbstverständlich. Gewiss wird jeder etwas anderes aus diesem Buch ziehen und sich dann an die Arbeit machen müssen, seine Vorstellung von Ordnung und die zu seinem Leben passende Organisation zu entwickeln. Die enthaltenen Arbeitsblätter sind so allgemein gehalten, dass sie zwar für jeden passen, aber dadurch schon wieder inhaltsleer sind. Außerdem hätte ich mir an einigen Stellen zumindest kurze Ausführungen zur möglichen Ausgestaltung der komplexen Alltags-Routinen gewünscht. Und wenn es nur Hinweise auf Fly Kondo und ähnliche Konzepte gewesen wären.

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Sensibel und empathisch

Wenn wir ins Gras beißen - Das Buch vom Tod für große und kleine Menschen von Eric Wrede

Obwohl der Titel zunächst etwas respektlos erscheint, hat mich das Buch dann doch begeistert: Es erzählt Kindern sensibel und empathisch vom Sterben und vom Tod sowie vom Abschiednehmen und In-Erinnerung-Behalten! Es thematisiert dabei alles, was mit diesen Themen in Zusammenhang steht und gibt offen und ehrlich Antwort auf alle Fragen: z.

B. zu den biologischen Prozessen beim Sterben und nach dem Tod, zu den Gefühlen in der Begleitung Sterbender und beim Umgang mit den Hinterbliebenen sowie zu den verschiedenen Formen der Bestattung. Insbesondere erzählt es auch von liebevollen Erinnerungen und der Bedeutung des Trauerns.

Nach meiner Erfahrung gehen die Kleinen viel unbefangener mit dem Thema um und leiden oft erst unter der Sprachlosigkeit von uns Erwachsenen. Dieses tolle Buch kann eine große Hilfe sein, miteinander ins Gespräch über dieses Thema zu kommen, das zum Leben gehört! Es gibt auch eigens Tipps für Eltern und Begleitpersonen und hilft ihnen, in dieser schwierigen Situation neben ihrer Trauer auch noch den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden zu können und ihnen zu helfen, mit dieser existentiellen Erfahrung gut umzugehen!

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Nicht zielführend

Money Mindset. Finanzieller Erfolg beginnt im Kopf von Simon Schöbel

Simon Schöbel will mit Money Mindset zum klugen Umgang mit Geld und einer aktiven Auseinandersetzung mit Finanzen und Investments ermutigen. Er zielt wie mit seinem Instagramm-Account invest_science also auf ein junges Publikum, das erst damit beginnt, die (finanzielle) Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.

Als Babyboomer mit einigen Jahren Erfahrung an der Börse gehöre ich also definitiv nicht zu den Adressaten, bin aber immer gespannt, wie der heutigen jungen Generation Inhalte vermittelt werden, die uns infolge der Tabuisierung des Themas Geld vorenthalten wurden.

Simon Schoebel will ausdrücklich nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch das Money Mindset ändern und ein neues Bewusstsein schaffen. In diesem Spannungsfeld von Theorie und Praxis muss er sich also bewähren:
In Kapitel 1 stürzt er sich gleich in den anspruchsvollen erkenntnistheoretischen Themenkomplex der Heuristiken und kognitiven Wahrnehmungsverzerrungen statt seine jungen Leser in ihrem Alltag abzuholen: ein gewagtes Experiment! Im folgenden widmet er sich psychologischen Aspekten der Einstellung zum Geld und blockierenden Glaubenssätzen. In Kapitel 4 verspricht er Investieren leicht gemacht und macht einen Parforceritt durch die Anlageformen, der jeden Anfänger überfordert. Im Kapitel über den Zinseszins versäumt er die Möglichkeit, mit konkreten Zahlen die Wirkung über die Jahrzehnte eindrucksvoll und motivierend zu demonstrieren, schade! Kapitel 6 und 7 bieten eine kurze Einführung in die Vorzüge von passiven Index-Fonds, in 8 und 9 um die Gefahren einer ‚unruhigen Hand‘. Kapitel 10 und 11 widmen sich den alternativen Investments in Immobilien, Kryptowährungen, und anderen Gütern. In Kapitel 12 geht es um kognitive Verzerrungen, die einem langfristigen Investieren in Wege stehen. Kapitel 13 bietet Anregungen zur konkreten eigenen finanziellen Planung und Zielsetzung. Kapitel 14 bemüht sich um die Einordnung des finanziellen Erfolgs in andere Aspekte des persönlichen Lebensglücks. Das Schlusswort beleuchtet ein zweites mal die anfangs thematisierten Glaubenssätze.

Wie aus meiner Ultrakurz-Zusammenfassung hoffentlich erkennbar wird, springt Simon Schöbel zwischen konkreten wirtschaftlichen Erklärungen und sozialwissenschaftlicher Metaebene relativ oft hin und her. Ich hätte es sinnvoller gefunden, die jungen Leser in ihrem Alltag abzuholen und das Problemfeld erst langsam auf weitere abstraktere Aspekte zu erweitern.
Die konkreten Umsetzungsempfehlungen genügen leider auch nicht, um ins Handeln zu kommen. Das Quellenverzeichnis am Schluss bezieht sich im wesentlichen auf die Themen der Metaebene und sind m.E. für einen Anfänger wenig hilfreich. Über das ‚Black swan‘-Phänomen zu sinnieren, bevor überhaupt die Grundzüge des Wirtschaftsgeschehens und des Geldmarktes verstanden wurden, erscheint mir eher kontraproduktiv.

Weil ich selbst wirtschafts- und sozialwissenschaftlich interessiert bin, finde ich Schoebels Denkansatz durchaus berechtigt, aber leider für die avisierte Zielgruppe ungeeignet. Meine erwachsenen Kinder haben eher ungeduldig und genervt darauf reagiert. Sie fanden z.B. das Buch von Thomas Kehl zielführender.

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Nicht zielführend
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Sach-Bilderbuch für Tierfreunde

Kuscheln von Angelika Huber-Janisch


Angelika Huber-Janisch und Maria Over haben ein Sach-Bilderbuch für Kinder geschrieben, welches in elf Kapiteln verschiedene Tierarten vorstellt. Im Mittelpunkt steht dabei immer das Kuscheln: Warum, mit wem und auf welche Weise kuscheln die verschiedenen Tiere, und wie gibt es ihnen ein Gefühl von Geborgenheit, Zugehörigkeit, Vertrautheit und Bindung.

Gleichzeitig vermittelt das Buch in kleinen Textfeldern jeweils Wissen über die jeweilige Tierart.

Diese Idee, Sachgeschichten aus der Sicht der Tierkinder zu erzählen und dabei den Fokus auf das kindgerechte Thema Kuscheln zu legen, ist wirklich originell und gefällt mir sehr gut. Die Zeichnungen dazu halten eine gute Balance zwischen Naturalismus und emotional ansprechender Niedlichkeit. Spätestens die abschließenden Seiten zum Kuscheln bei uns Menschen sprechen die kleinen Leser auch ganz persönlich an.

Schwierig finde ich persönlich die große Spannweite der verschiedenen Ebenen des Buches: Während das wunderschön gestaltete kuschelige Fühlelement auf dem Cover eher ein Fühlbuch für die Kleinsten erwarten lässt, dürften die sehr knapp gehaltenen geografischen Einordnungen der Tierarten selbst ein Grundschulkind noch (über-)fordern, eine kleine Weltkarte wäre hier hilfreich gewesen.

Aber dieses Buch bietet auf alle Fälle einen ganz ungewöhnlichen und gut gelungenen Zugang zum Thema Tierwelt und wird bestimmt neugierig auf mehr machen! Und ein willkommener Anlass, sich zu einer schönen Vorlesestunde gemeinsam auf dem Sofa einzukuscheln, ist es ohnehin!

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Sach-Bilderbuch für Tierfreunde
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Faszinierende Weltraumreise

Ab ins All! von Anne-Dorette Ziems

Anne-Dorette Ziems lässt uns in ihrem Buch teilhaben an den Überlegungen zu einer Reise ins All zwecks Entdeckung und Bevölkerung eines bewohnbaren Planeten. Wie zu erwarten ist die Komplexität der Vorbereitungen ganz geringfügig höher als bei einer Reise auf der Erde.

Doch ich muss gestehen, dass ich dennoch überrascht wurde von der Vielzahl und Multidimensionalität der zu lösenden Aufgaben.

Daher ist es hilfreich, dass uns die Autorin schrittweise durch das Projekt führt: von der Auswahl des richtigen Planeten über den Bau des Raumschiffs bis zur Versorgung der Crew auf der Reise und am Zielort. Alle Erläuterungen sind auch für einen Laien gut verständlich und mit einer Prise Humor gewürzt, so dass die Lektüre durchgehend Spaß macht.
Ihr gelingt auch ein angenehmer Wechsel zwischen amüsanten Anekdoten aus dem bereits bekannten besonderen Alltag der Astronauten und weitergehenden Überlegungen aus aktuellen Studien und Forschungsprojekten. Im abschließenden Quellenverzeichnis findet der besonders interessierte Leser zusätzlich noch genügend Lesestoff zur Vertiefung der Thematik.

Mir hat dieses kurzweilige und unterhaltsame Sachbuch über die Raumfahrt genügend Einblicke in die Thematik gegeben, um der Weltraumforschung zukünftig mit noch mehr Respekt zu begegnen!

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Faszinierende Weltraumreise