Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anja:
gefühlvoll und leidenschaftlich
One Last Song von Nicole Böhm
Die 21-jährige Riley lebt seit 1,5 Jahren in New York und versucht dort, ihren Traum von der Musical-Karriere zu verfolgen. In einem halben Jahr läuft ihr Ultimatum aus, doch Riley hat viel zu viel damit zu tun, zu Jobben, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sodass sie kaum genug Zeit für Gesangsunterricht hat.
Bei einem dieser Jobs trifft sie auf die Mitglieder einer berühmten Band. Diese Begegnung wird ihr Leben verändern…
Das Buch hat mir total gut gefallen. Die Geschichte ist sehr gefühlvoll und insgesamt eher ruhig, überzeugt aber mit der ganzen Atmosphäre.
Es gibt auf der einen Seite Riley, die zwar für ihren Traum kämpft, aber so viele Rückschläge erleidet und zwischen all ihren Jobs kaum genug Zeit und Geld für intensives Training hat. Der Druck, Erfolgserlebnisse zu erlangen, schlägt sich natürlich auch auf ihre Leistung nieder…
Riley ist super sympathisch, freundlich und loyal. Durch Zufall gerät sie in Ereignisse, aus denen sie Profit schlagen könnte, doch sie bleibt sich selbst treu.
Auf der anderen Seite ist Julian, Gitarrist und Sänger einer bekannten Band, der ebenfalls unter starkem Druck steht. Die Band muss dringend wieder einen Hit landen, während die Medien sich auf jede Bewegung der Band stürzt. Zudem verfolgen Julian Ereignisse aus der Vergangenheit, die es ihm schwer machen, Menschen zu vertrauen.
Beide Figuren schildern die Erlebnisse und ihre Gefühle abwechselnd aus der Ich-Perspektive. Dank des gefühlvollen Schreibstils, ist es leicht, sich in sie hineinzuversetzen. Beide zeigen ganz unterschiedliche Facetten von sich, was sie zu interessanten, sympathischen Figuren macht.
Als Julian und Riley aufeinandertreffen, lässt es beide nicht kalt. Der Erwartungsdruck, der auf unterschiedliche Art auf beiden lastet, die wenige Freizeit, die ihre Jobs ihnen lässt, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und das Wissen um Zukunft bzw. Vergangenheit stehen zwischen ihnen.
Die langsame Annäherung, die von Fortschritten und Rückschlägen durchzogen ist, ist schön zu verfolgen. Die beiden sind sehr süß zusammen, beide profitieren auf unterschiedliche Art voneinander. Sie harmonieren gut, daher mochte ich die gemeinsamen Szenen besonders gern.
Wie es sich bei einer Rockband „gehört“, gibt es rund um die Stars einige Skandale, die für größeren und kleineren Ärger und Aufregung sorgen.
Der Handlungsverlauf ist nicht unbedingt überraschend, kleinere Wendungen gibt es aber schon.
Die Figuren sprühen vor Liebe und Leidenschaft zur Musik, was durch den Schreibstil übertragen wird. Songs spielen eine große Rolle – dementsprechend gibt es auch längere Passagen englischer Songtexte, denen ich mit meinem eingerosteten Englisch zwar halbwegs folgen konnte, sie irgendwann aber nur noch überflogen habe. Eine Übersetzung dazu gibt es nicht. Wer also kein Englisch beherrscht… In einer Rezension habe ich gelesen, dass das Hörbuch tatsächlich Songs beinhaltet. Die muss ich mir unbedingt noch anhören.
Auch viele der vielseitigen Nebencharaktere mochte ich super gern. Hier deuten sich auch einige schwierige Schicksale an. Jede/r hat auf ganz unterschiedliche Weise mit seinen Träumen und Enttäuschungen zu kämpfen. Ich freue mich daher bereits auf die weiteren Bände, in denen einige dieser Figuren ins Zentrum rücken.
Fazit
Eine Geschichte über Träume und Rückschläge, über Erwartungsdruck und harte Arbeit, um ans Ziel zu gelangen, über die Liebe zur Musik und Schattenseiten des Ruhms. Riley und Julian sind sympathische Charaktere, die gut miteinander harmonieren, obwohl es so viel gibt, was gegen eine nähere Bindung der beiden spricht. Die Geschichte schafft es, trotz nur kleiner Überraschungen und mit nur wenigen Minidramen einfach mit seiner angenehmen Atmosphäre und den leidenschaftlichen Figuren zu fesseln.
unfertig
Elchtage von Malin Klingenberg
Johanna geht nun in die siebte Klasse. Zu ihrer ehemals besten Freundin hat sie kaum noch Kontakt. Die hängt jetzt nämlich mit den „coolen Mädchen“ rum und interessiert sich neuerdings für Jungs. Johanna ist lieber im Wald unterwegs und beobachtet die Elche, die an ihrer kleinen Waldhütte vorbeikommen.
Langweilig wird ihr dort nicht, denn als Elchjäger auftauchen, steckt Johanna plötzlich in einem unerwarteten Abenteuer…
Ich mag Johanna, die sich nichts aus Klamotten und der Meinung der anderen macht. Sie ist natürlich und sich selbst treu. Sich für andere zu verändern, kommt für Johanna nicht infrage. Dass sie deswegen ihre beste Freundin verliert, trifft sie allerdings schon.
Dabei gab es allerdings auch in Johannas Verhalten ein paar Unstimmigkeiten: Einerseits geht es ihr um Tierschutz und Tierwohl, andererseits möchte sie aber einen Elch „zähmen“, weil sie so gern auf ihm reiten würde. Auch eimerweise Popcorn in den Wald zu schleppen, um die Elche damit zu füttern, scheint mir recht eigenwillig…
In lockerer, leicht verständlicher Sprache nimmt Ich-Erzählerin Johanna die Leser/innen mit auf ihr Abenteuer.
Dabei passiert in der ersten Hälfte allerdings nicht allzu viel. Die Handlung plätschert so vor sich hin, während Johanna immer wieder erwähnt, wie es zum Bruch mit ihrer Freundin kam, weil diese sich plötzlich an die „beliebten“ Mädchen hängt.
Die angesprochenen Themen der Selbstfindung, sich verändernde Freundschaften, der Druck, anderen gefallen zu wollen und erste Schwärmereien für Jungs passen für die angegebene Altersgruppe ab 11 Jahren.
Leider bin ich am Ende des Buches dennoch etwas enttäuscht, denn die Geschichte wirkt auf mich unfertig.
Es werden zig Themen im Buch angeschnitten. Tausend Kleinigkeiten passieren. Aber nichts wird wirklich zuende geführt. Bei keinem der Themen weiß man letztlich, wie die Geschichte ausgegangen ist, ob es Konsequenzen für die Figuren hatte oder ob einzelne Charaktere sich nach den Ereignissen verändern werden. In meinen Augen bleibt absolut alles offen…
Was man daraus mitnehmen kann, ist Johannas Einstellung, von der sich jede/r eine Portion abschneiden kann: dass man gut so ist, wie man ist. Und wenn andere das nicht so sehen, ist es deren Problem…
Super süße Story, aber…
Girl At Heart von Kelly Oram
Cinder und Ella habe ich geliebt – so eine unglaublich emotionale und berührende Geschichte. V is for Virgin konnte mich hingegen nicht überzeugen. Nun waren meine Erwartungen an Girl at Heart wieder hoch.
Charlie ist eigentlich eine spannende Figur. Sie spielt Baseball – vor allem in Büchern, wenn es überhaupt vorkommt, ein Männersport.
Und auch an ihrer Schule ist sie damit ein Sonderling.
Doch leider hatte ich direkt zu Beginn genau deswegen auch meine Probleme mit Charlie. Sie beschließt nämlich, dass sie mädchenhafter werden will. Dabei gibt es immer wieder Formulierungen wie „normales Mädchen“ und „Mädchenkram“, was mich mit der Zeit gestört hat, weil dadurch sehr enge, stereotype Muster erzeugt werden, wie Mädchen und Jungen zu sein haben. Und ich fand es sehr schade, dass Charlie sich selbst in diese Schublade stecken möchte.
Ausgangspunkt ihrer persönlichen Krise ist, dass ihre Freunde – Jungs und Teamkameraden – sie nicht als Mädchen wahrnehmen, sondern als Kumpel. Die Vorstellung, dass Charlie „etwas mädchenhaftes“ tun oder anziehen könnte, sorgt für Stirnrunzeln oder Lacher.
Charlie ist dementsprechend verletzt, besonders da sie für einen der Jungen Gefühle hat. Eine Veränderung muss also her.
Es fällt mir schwer, spoilerfrei zu beschreiben, warum mir das Buch wir gefallen hat.
Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall mal wider Kelly Orams-Erzählstil. Dieser ist gewohnt flüssig und anschaulich. Charlie schildert ihre Erlebnisse aus der Ich-Perspektive und gibt dabei viele Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Allerdings wiederholt sie sich dabei leider etwas oft.
Es entwickelt sich eine super süße Geschichte über Freundschaft, Selbstfindung und Liebe, die mich letztlich definitiv in ihren Bann ziehen konnte, auch wenn ich immer wieder mit verschiedenen Begebenheiten gehadert habe.
Dabei stört mich vor allem diese Stereotypenzuweisung, die über das ganze Buch hinweg vollzogen wird. Obwohl Charlie immer wieder aus den Verhaltensweisen eines „typischen Mädchens“ ausbricht, wird mir ein zu enges Bild geschaffen, wie „normale Mädchen“ zu sein haben. Erst ganz am Ende relativiert Charlie selbst das geschaffene Bild ein wenig, in dem sie ihre Gefühle genauer bzw. einfach anders beschreibt. Hier hätten meiner Meinung nach im ganzen Buch etwas andere Formulierungen gewählt werden müssen.
Nichtsdestotrotz ist es ein tolles, am Ende auch berührendes Buch, das zwar nicht an Cinder & Ella herankommt, mich aber dennoch – trotz aller Kritik – gut unterhalten konnte.
Fazit
Dass Charlie beschließt, mädchenhafter werden zu wollen, erzeugt in der Geschichte für mich leider sehr enge, stereotype Bilder, wie Mädchen und Jungen zu sein haben, die ich sehr unglücklich beschrieben finde. Zum Glück findet Charlie einen Weg, sich selbst nicht in diese engen Schubladen zu stecken, die sie entwirft. Und so ist die Geschichte von Charlies Selbstfindung und Veränderung dennoch toll zu lesen, was sowohl an dem anschaulichen Schreibstil als auch an den sympathischen Figuren liegt. Auch die Problematik, wie schwer es Frauen in einem männerdominierten Sport haben können, schwingt durchweg mit. Die ganze Situation ist recht gefühlsgeladen und so wird das Buch zum Schluss sogar noch sehr berührend.
skurrile, deprimierende Geschichte mit fragwürdiger Moralvermittlung
Super reich von Polly Horvath
Ich bin nach der Lektüre dieser Geschichte ziemlich ratlos. Offensichtlich habe ich das Buch nicht verstanden. Zumindest kann ich ihm nichts Positives abgewinnen und empfinde es keinesfalls als schönes Kinderbuch mit weihnachtlicher Stimmung.
Es geht um den zehnjährigen Rupert. Rupert lebt mit seinen Eltern und seinen zahlreichen Geschwistern am Stadtrand.
Die Familie ist arm, sie besitzen nicht genug Betten, keine warmen Sachen und die Mahlzeiten, die aus dem Müll anderer Leute bestehen, reichen nie, um auch nur halbwegs satt zu werden. Auf dem Weg zur Schule kommt Rupert an den Villen der Reichen vorbei. Durch einen (un-?)glücklichen Zufall gerät Rupert am Weihnachtstag ins Haus der Familie Rivers, eine der reichsten Familien der Stadt. Er isst mit ihnen und kann sich richtig vollstopfen. Danach wird er dazu eingeladen, mit der Familie um eine Vielzahl an Geschenken zu spielen. Rupert ist zunächst unsicher, schöpft aber mehr und mehr Hoffnung, er könnte das Haus vielleicht mit warmen Stiefeln oder gar einem Spielzeug für seine Geschwister verlassen. Letztlich verliert Rupert und geht mit leeren Händen. Keine Ausnahme möglich. So sind einfach die Regeln…
In den folgenden Wochen und Monaten kommen einige der Familienmitglieder auf ihn zu und verwickeln ihn in aufregende Abenteuer.
Nun hätte sich eine interessante, herzliche Geschichte entwickeln können, in der Rupert allerlei Gutes hätte wiederfahren können.
Aber das komplette Gegenteil ist der Fall. Unter dem Vorwand, ein schlechtes Gewissen wegen der Weihnachtsspiele zu haben, kommen die Familienmitglieder auf ihn zu und nehmen ihn zu einem Ausflug mit – schnappen ihn auf dem Weg von der Schule oder wecken ihn mitten in der Nacht -, aber keinesfalls um wirklich etwas für ihn zu tun. Letztlich geht es jedem einzelnen darum, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und dabei wird Rupert teilweise noch als Handlanger ausgenutzt. Und jedes Mal geht es irgendwie um Essen. Rupert ist von Essen umgeben oder ihm wird eine Mahlzeit versprochen – doch immer wieder geht er leer aus. Unter den unglücklichsten Umständen kehrt Rupert jedes Mal hungrig heim. Soll es witzig sein, wie das hungernde Kind jedes Mal anderen beim Essen zuschauen muss, immer wieder Hoffnung auf eine Mahlzeit schöpfen darf und immer wieder aufgrund skurriler Ereignisse enttäuscht wird…?
Schräge Ereignisse gibt es nämlich einige. Die Geschichte bekommt etliche fantastische Elemente. Ich empfand das Geschehen allerdings insgesamt als zu überdreht und oft auch einfach absurd. Ausflug reiht sich an Ausflug, während dazwischen die Zeit verstricht und sich in Ruperts Leben nichts verändert. Dabei empfand ich die Geschichte streckenweise nicht nur als wirr, sondern auch zäh. Auch den Schreibstil empfand ich, für ein Kinderbuch, das ab 9 Jahren empfohlen wird, nicht leichtgängig genug.
Und dann ist da auch noch Ruperts Familiensituation, welche ganz nüchtern als absolut grausam beschrieben wird – was ich für ein Kinderbuch schon sehr extrem fand. Als wäre es normal und ok, dass Kinder so aufwachsen. Zum Hunger und der fehlenden winterfesten Kleidung kommen auch noch regelmäßige Schläge und seelische Quälereien. So ist der Geburtstag der Kinder eine der wenigen Gelegenheiten, wo die Mutter etwas „besonderes“ kauft – Bonbons, die nur sie allein mag. Diese schenkt sie den Kindern jedes Jahr aufs Neue in dem Wissen, dass sie die Bonbons am Ende zurückbekommt und selbst essen darf.
Während die Mutter einem schlecht bezahlten Job nachgeht, sitzt der Vater den ganzen Tag nur auf dem Sofa. In einer Art Rückblende wird sie als absolutes Dummchen dargestellt, welches einen Blender anhimmelt, der nur Nichtigkeiten von sich gibt.
Ähnlich rückständig ist auch das Familienbild, welches in der Familie Rivers skizziert wird, in der die Frauen ihren Berufstraum höchstens heimlich nachgehen können, weil die Frauen an der Seite der erfolgreichen Geschäftsmänner nicht zu arbeiten haben.
Und auch darüber hinaus steckt der Buch voller Vorurteile, Stereotype und Sticheleien – vor allem von „den Reichen“ gegenüber „den Armen“.
Eigentlich nehmen die Rivers sowohl Ruperts optischen Zustand (kaputte dünne Kleidung, ausgehungertes Kind) als auch seine Familiensituation wahr (ein River beobachtet 2 Tage sein Haus, bevor es auf den Ausflug geht), und dennoch scheinen sie die Wahrheit nicht sehen zu können oder schlichtweg nicht sehen zu wollen. Statt ihm etwas Nützliches zukommen zu lassen, ihm etwas zu essen zu geben oder warme Kleidung, bekommt er beispielsweise einen völlig nutzlosen dünnen Anzug.
Was ich letztlich von der Geschichte mitnehme:
– reiche Leute sind Idioten
– als reicher Mensch kannst du machen, was du willst, es hat keine Konsequenzen
– wenn du den ganzen Tag faul auf dem Sofa sitzt, fällt dir vielleicht irgendwann zufällig doch ein netter Job zu
– vielleicht hast du irgendwann durch Zufall Glück – Hilfe von anderen musst du zumindest nicht erwarten
Einen positiven Punkt gibt es dann aber doch, denn zumindest wird schon auch vermittelt, dass Geld allein nicht glücklich macht. Alle Rivers lassen Rupert an ihren Sorgen und Wünschen teilhaben. Zudem kommt immer mal wieder der Gedanke auf, dass sie Rupert ein anderes Leben aufzwängen möchten, doch er hält an seinem eigenen fest. Auch wenn dies keineswegs rosig ist, sehnt er sich nach seinem zuhause und besonders einer Schwester zurück. Weil das eigene Leben einzigartig ist.
Fazit
Für mich handelt es sich bei „Super reich“ nicht um ein besinnliches positives Kinderbuch. Stattdessen reihen sich immer neue Grausamkeiten aneinander, in denen Rupert (der unter katastrophalen, lieblosen Umständen aufwächst) immer wieder Hoffnung schöpfen darf, um dann doch hungernd und frierend zurückzubleiben.
Erstaunlich dabei ist eigentlich nur, wie der Junge alles wegsteckt. Obwohl er von den Rivers auf gewisse Weise immer wieder entführt wird, ist er hilfsbereit und neugierig, wie ihre Pläne weitergehen. Nur dass sich hinterher, bis auf eine Ausnahme, niemand mehr für ihn interessiert. Sie haben mit ihrem Ausflug schließlich ihr Gewissen beruhigt und ihre Schuldigkeit getan.
Ich empfinde die Geschichte insgesamt als sehr deprimierend mit eigenwilligen Werten, die hier vermittelt werden.
interessante Geschichte voller Überraschungen (4,5)
The Last Goddess, Band 1: A Fate Darker Than Love (Nordische-Mythologie-Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Bianca Iosivoni) von Bianca Iosivoni
Blairs Mutter ist eine Valkyre – eine der Nachfahrinnen der großen Götter, deren Aufgabe es ist, die Seelen von gefallenen Helden nach Valhalla zu bringen, um sie dort bis zum drohenden Weltuntergang als Kämpfer um sich zu scharen. Blairs Schwester wird dazu ausbildet, eines Tages diese Kräfte zu übernehmen.
Als beide bei einem Unfall sterben, ist Blair plötzlich allein. Nur ihr bester Freund Ryan ist ihr noch geblieben – und jede Menge fragen. Denn eigentlich sind Valkyren unsterblich. Blair begibt sich auf die Suche nach Antworten, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen werden…
Blair ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. Auf anschauliche Art schildert sie die Erlebnisse sowie ihre Gefühlswelt. Der schwere Schicksalsschlag hat ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt, ihre Trauer und innere Zerrissenheit bei den nachfolgenden Entscheidungen sind gut nachfühlbar.
Zusätzlich gibt es mehrere kurze Passagen aus der Sicht ihres Freundes Ryan.
Die Geschichte ist von Beginn an interessant und liest sich dank des flüssigen, bildlichen Schreibstils sehr gut. Auch die erste Spannung kommt aufgrund der zweiten Perspektive, welche Einblicke liefert, die Blair noch verborgen bleiben, schnell auf.
Es entwickelt sich eine abwechslungsreiche Geschichte voller Magie und Mythologie.
Die Welt der Götter und Legenden wird allerdings sehr selbstverständlich benutzt. Es wird mit zig Namen, Figuren und Zusammenhängen hantiert, zu denen ich mir teilweise mehr Erklärungen oder Hintergrundinfos gewünscht hätte. Dass ich im letzten Jahr eine Göttergeschichte gelesen habe, in der Fenrir, Loki und co ebenfalls vorkamen, kam mir auf jeden Fall zugute, da mir die Zusammenhänge um Ragnarök dadurch ein wenig vertraut waren. Ein Glossar mit einer Götterübersicht oder einer Kurzdarstellung der einzelnen Legenden hätte mir dennoch geholfen.
Nachdem es innerhalb der Handlung schon einige dramatische und actionreiche Momente gibt, kommt das Ende dann gleich mit mehreren aufregenden Wendungen und Überraschungen daher, die in einem unerwarteten Cliffhanger gipfeln.
Fazit
Spannende Geschichte mit einer sympathischen Protagonisten, deren Unsicherheit und Zerrissenheit ich gut nachvollziehen konnte. Der Schreibstil gefällt mir gut und die Handlung konnte mich immer wieder überraschen. Nur die Welt der Götter mit ihren zahlreichen erwähnten und agierenden Charakteren hätte für mich ein klein wenig mehr erklärt werden dürfen.
spannend, aber auch extrem brutal und grausam
Raum der Angst von Marc Meller
Eigentlich sollte es ein geheimes, wissenschaftliches Experiment sein: sieben Personen mit bestimmten Charakterzügen und knifflige Escape-Room-Aufgaben. Doch relativ schnell müssen die Teilnehmer feststellen, dass das Experiment viel extremer abläuft, als sie erwartet haben. Als der erste stirbt, wird aus Spaß Ernst…
Die Idee eines Escape-Room-Thrillers fand ich sehr spannend und der Einstieg in die Geschichte konnte mich durchaus begeistern.
Sieben Personen, die für das geheime Experiment in die versteckten Räumlichkeiten geführt werden und beginnen, die ersten Lösungen zu finden. Ein entführtes Mädchen, dass plötzlich zu dieser Gruppe dazustößt. Und ein Professor, der vergeblich auf die Teilnehmer seines Experimentes wartet. Diese sind nämlich nie am Zielort angekommen. Doch in welchen Räumen stecken sie stattdessen und wer hat sie dorthin gebracht?
Die Geschichte wechselt zwischen den Erlebnissen der vermeintlichen Versuchsteilnehmer und den Ermittlungen der Polizei. Beide Handlungsstränge fand ich insgesamt spannend. Die Ermittlungen bringen immer neue Fragen ans Licht und machen es möglich, über die Zusammenhänge mitzurätseln.
Die Teilnehmer hingegen stecken bereits in Lebensgefahr und müssen schwierige Aufgaben bewältigen. Je weiter das „Experiment“ voranschreitet, desto brutaler, blutiger und grausamer werden die Ereignisse – und auch die Beschreibungen. Nichts für schwache Nerven.
Die Charaktere bleiben teilweise recht blass. Einige überleben auch einfach nicht lange genug, um mehr über sie zu erfahren. Gestört haben mich die Klischees, die bedient werden: So verhalten sich beispielsweise einige der Männer extrem sexistisch, während die Frauen sich mehr oder weniger bereitwillig in die Rolle des „schwächeren Geschlechts“ einfügen.
Die Ermittlungsarbeit konnte mich immer wieder überraschen, viele Zusammenhänge habe ich nicht kommen sehen. Teilweise empfand ich sie aber auch als etwas wirr und weit hergeholt. Hier und da bleiben Fragen offen.
Die Ereignisse im „Escape-Room“ kommen auch mit einigen Überraschungen daher, je länger die Geschichte dauert, desto vorhersehbarer werden allerdings einige Begebenheiten. Bis zum sehr dramatischen, wendungsreichen Finale.
Allerdings wirkt das Ende, als wäre hier Platz für eine Fortsetzung gelassen. Ganz abgeschlossen ist die Geschichte zumindest nicht.
Probleme bereitet hat mir teilweise der Schreibstil. Diesen empfand ich nicht immer ganz flüssig. Die Beschreibungen der Räume waren sehr anschaulich und bildhaft. In den ekligen Sequenzen fast schon zu bildhaft…
Fazit
Extrem brutal, blutig und grausam. Das Buch entwickelt sich zu einem Gemetzel wie in einem blutigen Horror-Film. Da ich die Zusammenhänge aber nicht habe kommen sehen, konnte mich die Story, trotz teils unsympathischer Figuren und einiger wirrer Verstrickungen, durchaus fesseln und mehrfach überraschen.
lesenswerte Abenteuer-Geschichte mit spannendem Handlungsort
Tatacoa von Thomas Zeller
lesenswerte Abenteuer-Geschichte mit spannendem Handlungsort
Im Auftrag seines Onkels, der ein Planetarium in der Wüste besitzt, soll der 19-jährige Daniel eine Reisegruppe durch die Tatacoa-Wüste führen. Dabei verschwinden mehrere Menschen. Wie sich herausstellt, sind sie nicht die ersten, die vermisst werden.
Daniel und der Rest der Gruppe begeben sich auf die Suche, bei der sie auf ein unterirdisches Bergwerk stoßen, in dem sie eine kriminelle Bande und etliche Gefahren erwarten…
Das Setting der kolumbianischen Tatacoa-Wüste finde ich sehr spannend. Bildhafte Beschreibungen der rauen Landschaft erleichtern es, sich die karge Gegend mit ihren Canyons und schroffen Felsen vorzustellen.
Die Kombination mit dem vergessenen unterirdischen Bergwerk, in dem Gauner ihr Unwesen trieben, und alten Mythen, die doch ein Körnchen (oder in diesem Fall eher einen Brocken) Wahrheit enthalten, sorgen für eine vielversprechende Ausgangssituation.
Der Start der Geschichte hat mir gut gefallen. Daniel soll für eine Gruppe die Führung in der Wüste übernehmen. Plötzlich verschwinden einige der Teilnehmer spurlos, mysteriöse Ereignisse häufen sich. Doch die Polizei zeigt wenig Interesse, die Gesuchten wiederzufinden, sodass Daniel und seine neuen Freunde sich selbst auf die Suche machen müssen.
Sie stoßen auf eine kriminelle Bande, die scheinbar Unmögliches von ihnen erwartet, und müssen sich den Gefahren der unterirdischen Anlage stellen.
Im Mittelteil zog sich die Handlung für mich etwas. Es gibt zwar einige Probleme zu bewältigen, teilweise sind den Charakteren aber auch einfach die Hände gebunden. Extrem detaillierte Beschreibungen der Tunnelanlage und spezieller technischer Gerätschaften, die sie dort vorfinden, bremsen die Spannung zusätzlich aus.
Im letzten Drittel konnte mich das Buch dann allerdings komplett fesseln. Die Figuren müssen sich im Wettlauf gegen die Zeit beweisen, denn verschiedene Gefahren und skrupellose Gegner sitzen ihnen im Nacken. Dabei kommt es zu einigen dramatischen Ereignissen in schier aussichtslosen Situationen, die an den Nerven der Charaktere zerren und auch manche die Nerven verlieren lassen – was in ihrer Lage nur allzu verständlich ist.
Allerdings fiel es mir hierbei auch manchmal nicht ganz leicht, mir das Geschehen wirklich vorzustellen: Daniel und seine Freunde bewegen sich in diesem verschachtelten Bergwerk. Zusätzlich zu den vorhandenen Gängen graben sie neue Verbindungen. Trotz diverser Beschreibungen verschiedener physikalischer Vorgänge und der technischen Gerätschaften fand ich die Begebenheiten teilweise unübersichtlich. Welche Gänge und Höhlen wie zueinander liegen, spielt ebenso wie die Beschaffenheit der Gesteinsschichten keine unerhebliche Rolle für den Fortgang der Ereignisse. Doch gerade bei manchen der unterirdischen Szenen, in denen die Figuren sich plötzlich in verborgenen Kammern und vergessenen Tunneln wiederfinden, fiel es mir schwer, mir den genauen Ablauf der Ereignisse vorzustellen.
Insgesamt empfand ich die Figuren für ihr junges Alter zwischen 16 und 19 Jahren etwas zu abgeklärt und kontrolliert. Sie meistern die Situationen unter extremen Bedingungen mit nur wenigen Panikattacken, obwohl sie diverse Verluste und Rückschläge erleiden müssen. Sie denken sehr strategisch und entwickeln komplexe Pläne.
Und nebenbei entwickeln sie teilweise auch noch Gefühle füreinander – wobei diese Gefühlsentwicklung für mich zu schnell und nicht ganz nachvollziehbar war. Dies ist wohl auch ein Stück weit dem Erzählstil geschuldet. Denn obwohl Daniel der Ich-Erzähler der Geschichte ist, habe ich seine Ausführungen als eher distanziert und auch oft emotionslos empfunden. So bekommt auch der Tod wichtiger Menschen nicht genug Raum, bevor die Figuren ihren Weg auch schon fortsetzen, sodass die Gefühle insgesamt etwas auf der Strecke bleiben.
Fazit
Alles in allem eine lesenswerte Abenteuer-Geschichte in einem spannenden Setting: Das unterirdische Bergwerk birgt jede Menge Geheimnisse und Gefahren – nicht nur in Form der Verbrecher, die Daniel und seine Freunde dort gefangen halten. Gleichzeitig hat der Handlungsort mich aber auch an die Grenzen meiner Vorstellungskraft gebracht, denn nicht immer konnte ich die Begebenheiten, wie welche Gänge aufeinandertreffen und welche Auswirkungen dies für Luft und Gestein so weit unter der Erde hat, komplett nachvollziehen. Teilweise gibt es zu ausschweifende technische Erklärungen, die das Tempo ausbremsen. So hatte die Story im Mittelteil für mich einige Längen, das Ende ist allerdings sehr spannend und dramatisch.
Vorsicht mit der Altersempfehlung
Adresse unbekannt - Nominiert zum Deutschen Jugendliteraturpreis von Susin Nielsen
Der fast 13-jährige Felix wohnt mit seiner Mutter in einem kleinen Bus. Vorrübergehend. Bis es im Job wieder besser läuft. Natürlich sollte möglichst niemand von Felix’ Wohnsituation erfahren. Das ist aber gar nicht so einfach, weil Felix nie Freunde zu sich nach Hause einladen kann. Letztlich sucht Felix nach einem Plan, wie er Geld verdienen kann, damit sie sich wieder eine Wohnung leisten können…
Ich habe das Buch über Vorablesen erhalten, wo als Altersempfehlung „ab 10 Jahre“ angegeben ist.
Auf der Verlagsseite ist es ab 11 Jahren eingruppiert.
Beides halte ich für zu früh. Natürlich sind Kinder unterschiedlich reif, aber pauschal finde ich diese Einstufung wirklich schwierig. Die Gründe folgen:
Mit „spannend und voller Situationskomik“ wird das Buch beworben, die Geschichte als „abenteuerliches Versteckspiel“ bezeichnet. Dies weckt bei mir völlig andere Erwartungen.
Nun, spannend ist ein dehnbarer Begriff. Ein paar witzige Szenen gibt es durchaus, meist sind es eher skurrile Situationen, die für die Beteiligten eher unangenehm oder peinlich sind.
Ich fand das Buch vor allem sehr bedrückend. Und auch streckenweise hoffnungslos.
Felix kommt im Großen und Ganzen mit seiner Situation zurecht. Er liebt seine Mutter. Er will ihr glauben, dass die Situation bald besser wird. Und dann wird wieder alles „normal“. Doch die Monate ziehen ins Land, und es wird eben nicht besser. Stattdessen gerät Felix in allerlei komische, für ihn in der Regel aber wenig witzige, Situationen.
Astrid, Felix’ Mutter, lügt. Sie stiehlt. Sie betrügt. Felix will nicht lügen. Aber was bleibt ihm anderes übrig, wenn seine Freunde ihn besuchen wollen. Er will nicht stehlen. Aber er hat dauerhaft Hunger. Und er traut sich nicht, sich jemandem anzuvertrauen, da er Angst hat, von seiner Mutter getrennt und in eine Pflegefamilie gesteckt zu werden. Diese Sorge wird von seiner Mutter stetig geschürt, sodass Felix jedes Mal der Mut verlässt, wenn er sich eigentlich Hilfe suchen möchte.
Das ganze Thema der Wohnungslosigkeit – dafür zu sensibilisieren, dass Obdachlosigkeit nicht immer sofort ersichtlich ist – finde ich als Thema für ein Kinderbuch total interessant.
Eindrucksvoll und anschaulich wird dargestellt, mit welchen Tricks Felix arbeitet, um morgens frisch und sauber in der Schule zu erscheinen, aber auch welche Schwierigkeiten die Abwesenheit von Wasser oder einer Toilette ihm bereiten können. Und wie problematisch es ist, aus diesem Kreislauf wieder herauszukommen, da Vermieter einen Jobnachweis wollen, während Arbeitgeber eine Adresse benötigen.
Als wäre dieser Aspekt aber nicht schon genug schwere Kost, schwingen noch ganz viele andere ernste Themen in der Geschichte mit:
Depressionen, Prostitution, Trauer und Verlust… nicht alles wird explizit angesprochen, aber hier werden extrem viele Themen angedeutet, die dann kaum weiter bearbeitet werden.
[Ab hier einige Spoiler]
So erinnert sich Felix, wie er einst einen Anwalt zuhause angetroffen hat, während seine Mutter für diesen Geschäftstermin nur mit einem Bademantel bekleidet war. Diesen Anwalt erpresst Astrid später.
Felix schläft in der Bibliothek. Als er aufwacht, wird er von einem Mann beobachtet, der „sein Teil rausgeholt“ hatte.
Astrids Bruder wird mit 16 zuhause rausgeworfen, nachdem er sich geoutet hat. Um Geld zu verdienen, muss er Dinge tun, die er nicht möchte. Letztlich stirbt er an einer Überdosis.
Eines nachts rütteln betrunkene Männer am Bus, weil sie mit Astrid eine Party feiern wollen, um … ja was wollen sie wohl…
Als wäre die Situation der Wohnungslosigkeit und Astrids psychischer Zustand, der es ihr so schwer macht, wieder auf die Füße zu kommen, nicht schon genug, werden hier unglaublich viele kleine andere Themen am Rande angeschnitten und machen Felix’ ganze Lebenssituation umso brenzliger. Sicher mag hier auch ein Stück weit die Realität abgebildet werden. Astrid scheint in ihrem Umfeld und ihrer Vergangenheit allerdings ausnahmslos jedes Übel mitgenommen zu haben, das nur geht. Viele der Themen werden nur in kurzen Absätzen oder Nebensätzen erwähnt und finden dann keinerlei Beachtung mehr. Und die kleinen Leser/innen müssen dann mit diesen Infos, Andeutungen und Schrecken allein zurechtkommen.
Aber natürlich – oder zum Glück – ist in der Geschichte nicht alles negativ. Es geht auch um Freundschaft und Zusammenhalt. Um Nächstenliebe und Hoffnung. Und so hat die Geschichte, in der es einige Wendungen und noch andere kleine Dramen gibt, ein schönes Ende, das einen positiven Abschluss schafft.
Ich sehe das Buch eher als Jugendbuch ab 13/14 statt als Kinderbuch. Dafür spricht auch die regelmäßige Verwendung von Fremdwörtern (Antrophologie, Pseudojournalismus, investigativ…) sowie die teils komplexen Satzstrukturen. Hinzu kommen durch Felix’ schwedische Abstammung ein paar schwedische Ausdrücke, die zwar erklärt werden, sich aber dann auch durch die Geschichte ziehen, sodass das Buch nicht schwierig, aber eben auch nicht so ganz leicht zu lesen ist.
Zudem sind die 280 Seiten für ein Kinderbuch auch vergleichsweise klein bedruckt.
Fazit
Falls das bis hierhin nicht so geklungen haben mag: ich fand das Buch gut.
Das Thema der Wohnungslosigkeit ist interessant umgesetzt. Das Buch sensibilisiert für die verschiedenen Formen der Obdachlosigkeit und zeigt die kleinen Hinweise, die nicht sofort ins Auge springen, sowie die zahlreichen Schwierigkeiten und Notlügen, die die Situation für die Betroffenen mit sich bringt.
Ich habe oft mit Felix mitgelitten und mitgehofft, dass seine Situation sich bessert. Diesen Aspekt finde ich auch halbwegs kindgerecht, auch wenn ich Felix’ Lebensumstände insgesamt als recht bedrückend empfunden habe und auch in den vermeintlich witzigen Momenten Mitleid mit ihm hatte. Weil die Situationen auch für ihn eben in den wenigsten Momenten tatsächlich spaßig ist.
Meine Hauptkritik gilt vor allem der Altersempfehlung, die ich aufgrund zu vieler ernster Themen, die zwar teilweise nur angedeutet werden, aber dennoch mitschwingen, zu niedrig angesetzt finde.
Dafür ist das Buch allerdings auch für Erwachsene definitiv lesenswert.
zauberhafte Optik aus Waldfotos und kindgerechten Illustrationen
Lotta entdeckt die Welt: Im Wald von Sandra Grimm
Die Aufmachung des Buches ist ganz zauberhaft. In Fotografien des Waldes sind Zeichnungen von Lotta, ihrem Opa und verschiedenen Waldbewohnern besetzt. Die Waldfotos überzeugen mit schönen Farben und Lichtreflexen. Die beigefügten Zeichnungen sind farbenfroh und kindgerecht.
Auf jeder Seite befindet sich nur wenig Text, der optisch an verschiedenen Stellen auch noch hervorgehoben wird.
So sind beispielsweise die Wörter klein oder leise kleingedruckt, andere Lautmalereien hingegen größer. Eine nette Spielerei, die das Vorlesen unterstützen kann.
Bei ihrer Walderkundung entdeckt Lotta verschiedene Waldbewohner, findet Mini-Bäume und klettert auf Baumstämmen.
Auf jeder Seite entdeckt oder erlebt Lotta etwas neues, wobei vielleicht etwas hohe kindliche Erwartungen an den Waldbesuch geweckt werden. Denn wie oft trifft man schon auf Rehe, während ein Kind und ein Hund durch die Gegend springen...
buntes Elfenabenteuer mit lehrreicher Aussage
Lotta entdeckt die Welt: Im Wald von Sandra Grimm
Beim Hockeytraining verletzt sich die 11-jährige Lia – und hat plötzlich Halluzinationen. Zumindest glaubt sie dies, bis sie feststellt, dass sie tatsächlich in einem falschen Körper steckt. Nämlich in dem einer Elfenprinzessin. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als den Platz der Luftprinzessin am Elfeninternat einzunehmen, um dort nach einem Rückweg zu suchen.
Dabei hat Lia keine Vorstellung davon, was sie an der Schule alles erwartet.
Die Geschichte steckt voller Magie. Die ganze Elfenwelt ist sehr detailliert ausgearbeitet. Es gibt zig verschiedene Arten von Elfen, die alle unterschiedliche optische Besonderheiten und spezielle Fähigkeiten haben. Zudem nutzen die Elfen allerlei Begriffe und Redewendungen, die ihrer Art angepasst sind, sodass es auch sprachlich sehr atmosphärisch ausgearbeitet ist – allerdings empfand ich den Schreibstil dabei dennoch immer wieder als etwas holprig. Nicht zuletzt, da einige der erfundenen Begrifflichkeiten sehr sperrig sind.
Luftelfe Asalia ist schräg und selbstsüchtig. Sie wünscht sich, die Welt der Menschen zu erkunden – Instagram nutzen, Donuts essen… Über die Folgen ihres Handelns macht sie sich dabei wenig Gedanken. Anders hingegen Lia, die in diese fremde Situation hineingeworfen wird und versucht, sich in der Elfenwelt zurechtzufinden und nicht aufzufallen, damit niemand Ärger bekommt. Allerdings beginnt auch sie einige der Vorzüge des Elfenlebens zu genießen und findet sogar Freundinnen. Wenn da nur nicht die Mitschülerinnen wären, die sie aufgrund ihrer Herkunft verachten.
Es entwickelt sich eine kunterbunte Geschichte mit vielen chaotischen Ereignissen, die letztlich einen anderen Verlauf nimmt, als vermutet. Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt, unabhängig von Herkunft und Aussehen. Um das Ablegen von Vorurteilen und veralteten Werten. Und um jede Menge Spaß und Magie.
Fazit
Die Story an sich – auch mit den Werten, die am Ende vermittelt werden – hat mir gefallen. Auch die liebevoll ausgestaltete, vielseitige Elfenwelt mochte ich grundsätzlich. Teilweise war es mir aber etwas zu viel – zu chaotisch, zu viele verschiedene Elfenarten und Eigenheiten und Unstimmigkeiten zwischen einzelnen Arten, sodass man die ganze Vielfalt der Elfenvölker gar nicht überblicken kann. Zudem empfand ich ein paar Begebenheiten als unlogisch oder einfach unrund.
Dennoch kann ich mir gut vorstellen, auch den zweiten Band der Reihe zu lesen.










