Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Manuela Meierhofer:
Wortmalerei
Zeit der Mutigen von Dimitré Dinev
Ich lese sehr viel. Kann mich aber nicht daran erinnern, wann ich zuletzt ein Buch in einer derart malerisch schönen Sprache gelesen habe.
Es ist schon eine Herausforderung, sich diesem Buch zu widmen. 1148 Seiten sind ja kein Klacks. Noch dazu ist jede Seite prall mit Wörtern gefüllt. Es gibt kaum Absätze oder leere Zeilen dazwischen.
Die Hände ermüden leicht, wenn man (wie ich) auf dem Rücken liegend, das Buch in der Hand, liest.
ABER: es hat sich gelohnt!
Eine pralle Geschichte in der es nur starke Persönlichkeiten gibt. Auch die Frauencharaktäre sind durchwegs stark. Alle ProtagonistInnen fallen aus dem Raster "normal" heraus. Geld scheint bei niemandem eine große Rolle zuspielen. Die einen haben es, die anderen brauchen es nicht. Einziger Wehmutstropfen: Gewalt regiert die Welt in dieser Geschichte. Alles wird mit Gewalt geregelt.
Große Empfehlung - alleine schon der Sprache wegen!
Mein Lieblingsthema
Die Rückkehr der Rentiere von Ann-Helén Laestadius
Ich bin bekennender Fan dieser Autorin. Dieses Buch jedoch konnte mich überhaupt nicht erreichen. Ich musste mich regelrecht durch das Buch hindurch quälen. Liegt es an der schlechten Übersetzung? Oder war es einfach eine falsche Geschichte zur falschen Zeit?
Unfassbar trauriges Thema
Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber
In der letzten Zeit passieren so viele Femizide. Muss da wirklich auch noch ein Buch darüber geschrieben werden?
Ja! Unbedingt! Allerdings ist dies kein Roman, der dezidiert beschreibt, was passiert war. Es wird auch kaum nach den Gründen, die zur Tat geführt hatten, gesucht. Vielmehr bleibt der Täter unscharf, nicht besonders gut beschrieben.
Sehr gut beschrieben sind die engsten Vertrauten der ermordeten Frau. Die Tochter, ihre Eltern, ihre beste Freundin. Es erzählt sehr gut die Nöte und Sorgen der Verbliebenen. Wie soll/darf man mit der Situation umgehen? Hätte die Tat verhindert werden können, wenn sie nur besser hingesehen hätten?
Ein Buch, das betroffen macht.
Große Empfehlung!
Pures Lesevergnügen
Eine wie Frankie von Graham Norton
Frankie, am Ende ihres Lebens angelangt, hält - angespornt von ihrem Pfleger - Rückschau über ihr bewegtes Leben. Interessante Geschichte, sehr fein zu lesen. Ich liebe solche Bücher!
Klare Leseempfehlung!
Ich entkomme mir nicht
No Way Home von T.C. Boyle
Wie die Figuren in diesem Roman handeln, lässt mich manchmal die Haare raufen. Sie bleiben sich selbst aber treu. Niemand lernt dazu, niemand entwickelt sich wirklich weiter. Boyle bleibt in meinen Augen ein Garant für großes Lesevergnügen.
Empfehlung!
Unverständlich
Prinzessin Alice von Irene Dische
Dische schreibt mit sehr viel Wortwitz, der mich oft laut auflachen ließ. Ansonsten konnte ich der Geschichte nicht wirklich folgen und deren Sinn blieb mir verborgen.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Manuela MeierhoferDas Licht ist hier viel heller von Mareike Fallwickl
In Klagenfurt wird dieser Roman als Theaterstück inszeniert. Folglich ist es für mich endlich an der Zeit, dieses Buch zu lesen.
Die Eltern haben sich getrennt, die beiden jugendlichen Kinder scheinen etwas orientierungslos zu sein. Alle Personen müssen sich erst wieder finden.
Großartig erzählt entwickelt diese Geschichte einen starken Sog, der mich nicht mehr loslässt.
Das Ende ist zwar etwas lau (ich hätte mir ein anderes gewünscht), schadet dem Lesevergnügen aber nicht. Zudem ein wichtiges Thema.
Leseempfehlung!
Hurenkind, Russensau, Bastard
Schattenschicksale von Monika Dittombée
Ich weiß nicht, warum ich immer wieder bei Büchern lande, die das Schicksal von Kindern zum Thema haben.
Dieses Buch sollte mir die Lebenswelten, Probleme, Stigmata von Kindern der Nachkriegszeit schildern, die aus sogenannten "verbotenen" bzw. "unerwünschten" Beziehungen entsprangen.
Leider es meine Erwartungen nicht erfüllen. Für mich war es zu wenig tiefgründig.
Zerrissen
Wo das Eis niemals schmilzt von Inkeri Markkula
Zwei junge Menschen auf der Suche nach ihren Wurzeln. Jon zerbricht beinahe daran, nicht zu wissen, wer seine Eltern sind. Unni wiederum kommt nicht damit zurecht, aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen zu werden.
Antworten darauf, warum es so wichtig ist, seine Wurzeln zu kennen, bietet dieses Buch nicht.
Es macht aber bewusst, wie viel Unrecht/Verbrechen an Kindern/Menschen von Randgruppen verübt wurden/werden.
Unglaublich!
Mama & Sam von Sarah Kuttner
In Deutschland hat eine über 70jährige Frau alles aufgegeben und ist mit Sack & Pack zu ihrer neuen großen Liebe, einem Schlagerstar nach Österreich gezogen. Erst als sie an seiner Wohnungstür stand realisierte sie langsam, dass sie auf einen Love Scammer hereingefallen war.
Ich war fassungslos und konnte mir nicht vorstellen, wie so etwas passieren kann.
Zeitgleich kam dieses Buch auf den Markt. Ich würde gerne verstehen ... also habe ich es gelesen.
Wie Kuttner schreibt, ist eine Wucht. Ich bin von Beginn an völlig reingefallen. Kann mir nun doch vorstellen, warum - vor allem aber WIE es dazu kommt, dass jemand auf so eine Betrugsmasche hereinfällt.
Wortgewaltig, bildreich, lehrreich, aufklärend. Und wäre es nicht so traurig, dass es sowas gibt - spannend zu lesen.
Unbedingte Leseempfehlung!











