Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Manuela Meierhofer:
Pseudophilosophisch
Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani
Gleich vorweg - wer Coelho mag, wird dieses Buch lieben. Für mich ist es zu plakativ, zu vorhersehbar. Alles was ich über Personen, die am Rande der Gesellschaft leben weiß, kommt hier vor.
Die Geschichte von Blanche Peyron, der Gründerin des ersten Frauenhauses in Paris ist zwar interessant, aber für meinen Geschmack zu oberflächlich beschrieben.
Gerne hätte ich mehr über diese außergewöhnliche Frau erfahren.
Randfigur
Die Ladenhüterin von Sayaka Murata
Keiko ist glücklich mit ihrem Dasein und damit, wie sie sich ihr Leben gestaltet hat. Bis sie den Stimmen ihrer Familie und ihrer Freunde Glauben schenkt, etwas in ihrem Leben ändern zu müssen.
Beim Lesen dieses Buches habe ich mir oft die Frage gestellt, ob - und wenn ja, wie sehr - es wichtig ist, dass das eigene Leben dem entspricht, was gesellschaftlich vorgegeben ist.
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Nüchterner, asiatischer Stil. Wer diesen Schreibstil mag, wird das Buch lieben.
Interessante Romanbiografie
Vegetarianer von Felix Kucher
Karl Wilhelm Diefenbach möchte die Welt verändern. Er schart Bewunderer um sich, die seine Lebenseinstellungen teilen. Nämlich die, kein Fleisch zu essen, in der Sonne nackt zu baden und die der freien Liebe. Um sich dieses Leben leisten zu können, malt er.
Felix Kucher zeichnet ein genaues Bild dieses vielschichtigen Mannes, der nie die Überzeugung an der Richtigkeit seines Tuns verliert.
Sprachlich sehr gut an diese Zeit angepasst, ist es das reinste Vergnügen, dieses Buch zu lesen.
Leseempfehlung!
Kein Spionagethriller!
Die letzten Tage unserer Väter von Joël Dicker
Gleich vorweg - das Buch bekam ich geschenkt. Weder Titel noch Inhaltsangabe hätten mich dazu verleiten können, es zu kaufen. Eine Geschichte über Krieg, Verrat, den Geheimdienst!? Das ist doch nichts für mich!!!
Nun ja. Wenigstens reinschmökern könnte ich ja. Und ... schon nach wenigen Zeilen hat mich das Buch in seinen Bann gezogen.
Ich wollte wissen, wie es mit Pal und Laura weiterging. Und ich bin bald draufgekommen, dass es in diesem Buch nicht um eine Liebesgeschichte geht (zumindest nicht ausschließlich), sondern um viel mehr. Gemeinsame Erlebnisse, die einen zusammenschweißen. Die Liebe zu den Eltern. Wie viel es bedeutet, von anderen anerkannt zu werden, ... und natürlich um die Liebe!
Leseempfehlung!
Eine Familiengeschichte?
Dschinns von Fatma Aydemir
Schon lange nicht hat mich ein Buch so sehr berührt wie dieses.
Hüseyin, türkischer Immigrant in Deutschland, erfüllt sich seinen Lebenstraum und kauft sich eine Wohnung in Istanbul. Sowie er sie eingerichtet hat, stirbt er. Seine Frau und seine Kinder reisen in die Türkei um ihn zu beerdigen.
Großartig erzählt! Die Autorin gibt einen tiefen Einblick in die Menschen, die weder hier noch dort richtig dazugehören.
Sehr guter, leicht zu lesender Schreibstil der mich von der ersten Seite an gepackt hat.
Bitte lesen sie dieses Buch! Unbedingt!
Eine Familiengeschichte
Über Carl reden wir morgen von Judith W. Taschler
Ich lese Taschler sehr gerne. Sie schreibt tolle Geschichten, vor einem geschichtlichen Hintergrund, die sehr gut zu lesen sind. Auch bei diesem Buch ist dies so.
Wir begleiten verschiedene Mitglieder der Familie Brugger durch ihr Leben. Dabei habe ich mir mit den vielen verschiedenen Namen oft schwer getan, den Überblick nicht zu verlieren.
Dennoch: es zahlt sich aus, dranzubleiben. Ich wurde mit einer großartigen Geschichte belohnt.
Klare Leseempfehlung!
Indien mit allen Sinnen
Bekenntnisse eines Betrügers von Rahul Raina
Rahul Raina schafft es, seine Leser in das typische indische Leben eintauchen zu lassen. Ich konnte beim Lesen die Hitze spüren. Hatte Lärm und das Verkehrschaos vor Augen bzw. in den Ohren. Konnte den Mief der Dalit (der Unberührbaren) riechen. Ein Buch, das mir das Leben Indiens fernab von Kastenwesen und Slums näher bringen konnte.
Das Buch überrascht mit einer Fülle von ernsten Themen. Dabei ist es niemals langweilig oder belehrend. Im Gegenteil. Ich musste sehr oft über die Vergleiche des Autors laut lachen.
Ein kurzweiliges, vergnügliches Leseabenteuer!
Anspruchsvoll
Der große Fehler von Jonathan Lee
Der Roman ist in zwei Erzählstränge geteilt. Einerseits wird die Geschichte der Ermordung von Andrew Green und die Aufklärung des Mordfalles erzählt. Der zweite Strang schildert das Aufwachsen und die Entwicklung von Andrew.
Mir ist es teilweise schwer gefallen, mich mit dieser Aufteilung zurechtzufinden.
Nicht immer wusste ich gleich, in welchem Teil der Geschichte ich mich gerade befand und so musste ich manches nochmals lesen, damit ich mich zurechtfand.
"Der große Fehler" ist kein Buch, das mal 'zwischendurch' zum Abschalten gelesen werden kann. Die Lektüre erfordert viel Konzentration beim Lesen. Ansonsten muss vieles doppelt gelesen werden. Folglich ist es auch kein Buch, aus dem man vor dem zu Bett gehen noch schnell ein paar Seiten liest.
Für mich war die Erzählung der Geschichte zu uninteressant um voll konzentriert dabeibleiben zu können. Ich hab mir definitiv schwer mit dem unüblichen Erzählstil getan. Lesen ist für mich vor allem Abschalten und Eintauchen in andere Welten. Das war mir bei diesem Buch nicht möglich.
Hommage an ein glückliches Leben
Die Schönheit des Himmels von Sarah Biasini
Sarah Biasini, die Tochter der berühmten Romy Schneider ist schwanger und will ihrer Tochter ein schriftliches Andenken hinterlassen.
Berührende Episoden und Gedanken über ihre eigene Mutter, über Begebenheiten in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Sie erzählt über das schwierige Vermächtnis, Tochter einer berühmten Mutter zu sein.
Über die Geborgenheit, in der sie in der Familie ihres Vaters aufwachsen konnte. Und auch von den Problemen, die sie in dieser Welt hatte und hat. Auch, wenn man vieles zwischen den Zeilen herauslesen muss.
Arktische Kälte
Die Schönheit des Himmels von Sarah Biasini
In diesem Abenteuerroman geht es um die arktische Insel Everland. Die Geschichte ist in zwei Erzählsträngen/Zeitebenen angesiedelt.
1. 1913: Das Schiff Kismet unternimmt eine Expedition in die Antarktis und schickt dabei drei Forscher auf die Insel Everland.
2. 2012: Ein dreiköpfiges Forscherteam kommt auf Everland um Feldforschung zu betreiben.
Hundert Jahre liegen dazwischen. Ausrüstungstechnisch hat sich in den letzten hundert Jahren viel getan. Dennoch bleiben die auftretenden Probleme vielfach dieselben. Die unbeugsame Natur, die Spannungen zwischen den Forschungsmitgliedern,...
Hunt ist ein solider, gut geschriebener, spannender Abenteuerroman gelungen.










