Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Manuela Meierhofer:
Wie ein lauter Aufschrei
Identitti von Mithu Sanyal
Was braucht es, um sich zugehörig zu fühlen? Dieselbe Herkunft? Dieselbe Hautfarbe? Dieselbe Sprache?
Ist eine hellhäutige, in Europa aufgewachsene Inderin weniger indisch als eine dunkelhäutige, die in Indien aufgewachsen ist?
Dieses Buch wirft viele Fragen auf, gibt viele Denkanstöße. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin für jüngere LeserInnen schreibt.
Sie bedient sich an vielen Ausdrücken, die von meiner Altersklasse nicht verwendet werden.
beschauliches Landleben
Alte Sorten von Ewald Arenz
Ein ruhiger Roman über zwei Frauen. Die eine schon fast erwachsen, die andere schon fast alt. Beide haben Probleme, mit ihrem Umfeld zurechtzukommen. Liss, die ältere Frau, kann sich sehr gut in die junge, rebellische Sally hineinversetzen. Aber kann sie ihr auch helfen?
Wie gesagt, ein ruhiger Roman, der vom ruhigen, beschaulichen Leben auf dem Land erzählt.
Großartiges Kopfkino
Tell von Joachim B. Schmidt
Wilhelm Tell - viel wusste ich ja nicht über ihn. Nur, dass sich die Geschichte in der Schweiz ereignete und, dass da irgendetwas mit einem Apfel und Pfeil und Bogen war.
Schmidt erzählt die Geschichte indem er sie von 20 verschiedenen Personen erzählen lässt. Klingt kompliziert - ist es überhaupt nicht.
Ich wurde von der Geschichte regelrecht aufgesogen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Fazit: spannend erzählte Geschichte die mir oft ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert hat, obwohl sehr viele sehr ernste Themen darin zur Sprache gekommen sind.
Absolute Leseempfehlung!
Mädchenträume
Liebesbrief an Unbekannt von Thomas Brezina
Schon lange wollte ich etwas von Thomas Brezina lesen. Immerhin "kenne" ich den Autor schon seit meiner Kindheit. Bis jetzt hat er ja meines Wissens nur Kinderbücher geschrieben. Ich stürze mich also in die Liebesgeschichte.
Emma hat eine unglückliche Ehe beendet und flüchtet nach Brighton (England).
Dort leckt sie ihre Wunden und will ihr Leben neu ordnen. Sie beginnt, Liebesbriefe an ihren zukünftigen, imaginären Partner zu schreiben und ist erstaunt, als sie plötzlich Antworten bekommt.
Nette, aber unrealistisch geschriebene Story, die ihre Zielgruppe wohl eher bei Teenagern oder ganz jungen Erwachsenen, denn in Menschen reiferen Alters finden wird.
Schräg :-)
Und andere Formen menschlichen Versagens von Lennardt Loß
Hier werden etliche unglaubliche Episoden zu einer Geschichte verwoben.
Witzig, kurzweilig, sehr guter Erzählstil. Ein Buch, das mir großen Lesegenuss bereitet hat.
Italienisch-deutsche Liebe
Via Torino von Aja Leuthner
Drei Frauen, drei Zeitebenen, drei (Liebes) Geschichten.
1969: Eleonora, die Großmutter, bricht ihr Studium ab und schließt sich in Turin den Arbeiterstreiks an.
1995: Rosalie, die Mutter, schafft es nicht, eine dauerhafte Beziehung zu führen und zieht ihre Tochter alleine groß.
2018: Milena, die Tochter, will endlich herausfinden, wer ihr Vater ist.
Ein wunderbar geschriebener, gut zu lesender Roman der die Liebe zu Italien hochleben lässt.
Leseempfehlung!
Verrückte Liebeleien!
Liebe in Zeiten des Hasses von Florian Illies
Was tut sich in Liebesdingen bei den Künstlern in der Zwischenkriegszeit? Ziemlich viel, meint Florian Illies. Er erzählt unzählige Liebesepisoden der meist nicht prüden Gesellschaft. Sehr viel Input, das es hierbei zu verarbeiten gibt! Großartig erzählt.
Sehr unterhaltsam, sehr amüsant geschrieben, leicht zu lesen.
Und ... enthält gaaanz viel unnützes Wissen ;-)
Klare Leseempfehlung!
Und am Ende wird doch alles gut, oder?
Fräulein Wunder von Gisa Pauly
Wo Gisa Pauly draufsteht, ist kurzweiliges Lesevergnügen drin.
Erzählt wird die Geschichte von Brit, die aus ihrem verklemmten, verlogenen Dorf ausbrechen will.
Ich wusste nicht, dass die 60er Jahre derart prüde waren.
Viel Herz-Schmerz, aber auch ganz viel Lokalkolorit dieser Zeit.
Für uns unvorstellbar!
Zukunftsmusik von Katerina Poladjan
Ein schmales, aber gewichtiges Büchlein. Die Autorin erzählt von einem Tag im Leben der Menschen, die gemeinsam in einer russischen Gemeinschaftswohnung leben. Aber diese russische Kommunalka ist nicht so, wie wir uns eine WG vorstellen.
Es sind die Schilderungen des Alltagslebens, die mich so betroffen gemacht haben.
Klare Leseempfehlung!
Unglaublich!
Eine Formalie in Kiew von Dmitrij Kapitelman
Dimitri möchte einen deutschen Pass. Immerhin lebt er seit 25 Jahren in Deutschland. Doch dafür fehlt ihm ein Dokument, das er in der Ukraine, seinem Herkunftsland, holen muss. Also reist er nach Kiew, in dieses korrupte Land, das von einem Komiker regiert wird. Er stellt sich nicht nur (gezwungenermaßen) seiner Vergangenheit, sondern überdenkt dabei auch die Beziehung zu seinen Eltern.
Ein schmales Büchlein mit gewichtigem Inhalt. Ein Leben in diesem Land stelle ich mir beschwerlich vor. Von Korruption haben wir ja alle schon gehört. Auch wissen wir alle, was dies heißt. Und doch ... wie gestaltet sich das Alltagsleben der Kiewer? Einen kleinen Einblick davon konnte mir dieses Buch vermitteln.
Gelungen fand ich auch die einfache, oft verquere Sprache.
Klare Leseempfehlung!











