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Rezensionen von La Calavera Catrina:

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Frauen sind toll?!

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben von Anika Decker

«Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben» erzählt die Geschichte von der bald fünfzigjährigen Nina, zweifache Mutter und geschiedene Ehefrau. Ihre Perspektive wird in der Ich-Form erzählt, während ihre Schwester Lena, und gelegentlich deren Mann Flori und Schwarm David, durch die dritte Person mit mehr Abstand auftreten.

Ninas seelische Verfassung ist seit der Scheidung gebeutelt. Kritisch sieht sie ihr Leben, ihr Älterwerden und erst recht die aufkeimenden Gefühle für einen jüngeren Mann. Zu groß ist das Gefühl der Scham über das eigene Scheitern und das Pflichtbewusstsein für ihre eigene Familie, insbesondere ihre plötzlich pflegebedürftige Mutter, und der noch immer schmerzende Verlust des Vaters. Ninas innere Dialoge lassen tief blicken, zeigen aber auch, wie reflektiert sie ist, was eine authentische Entwicklung zur Folge hat.

Anika Decker kritisiert selbstironisch unsere Gesellschaft. Ob Grunewald-Lebensentwürfe, Scheidung, Influencer, der Wahrheitsgehalt auf Social Media oder fehlende gegenseitige Unterstützung unter Frauen. Sie macht allgegenwärtige Ungerechtigkeit sichtbar und eröffnet mit MeToo und den Vorfällen bei den Dreharbeiten eine Nebenhandlung, die Nina und ihrer besten Freundin Zeynep eine Rolle verleihen, die mir ganz besonders gefallen hat. „… niemand darf mich wie einen Spielstein hin und her schieben.“ Es geht um Macht und Geld, aber auch um Hoffnung und die Botschaft, dass es sich immer lohnt, zu kämpfen. Herzergreifend, auflockernd komisch und eine wunderbare Mischung aus Unterhaltung und Inspiration. Dazu passt auch das vielleicht ein bisschen kitschige Ende, bei dem einem „feierlich zumute“ wird.

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Spannende Unterhaltung

Nachtflut von Stina Westerkamp

Der kleine Ort Bad Seeberg soll wegen einer Sturmflut evakuiert werden. Elisa schafft es nicht rechtzeitig und begegnet ihrer Nachbarin Vera und ihrem paranoidem Mann Joachim, die etwas verheimlichen und sie am liebsten abwimmeln würden, als sie bei ihnen Hilfe sucht. Doch Elisa hat seit dem schrecklichen Tag auf dem Segelboot ganz andere Probleme.

Währenddessen versucht Elisas Exmann Max zu ihr zu gelangen, nachdem in der JVA Häftlinge ausgebrochen sind und der geflohene Paul auf dem Weg zu Elisa ist. Neben den vier Perspektiven von Elisa, Nachbarin Vera, Max und Häftling Paul gibt es eine Perspektive aus der Vergangenheit, die sich erst später zuordnen lässt. Die Bedrohung ist allgegenwärtig, von innen und von außen. Es ist spannend geschrieben und auch das Ende überzeugt. Zudem gab es nervenaufreibende Momente, wo ich sehr mitgefiebert habe. Der flüssige Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich das Buch schnell und gern gelesen habe. Stina Westerkamp hat mit «Nachtflut» einen undurchsichtigen Thriller kreiert, der sich mit einer drohenden Naturkatastrophe aufbaut, in dessen apokalyptisches Szenario sich eine Tragödie offenbart, die Frauenhass, dunkle Geheimnisse und bedrohliche Charaktere zeigt, denen nicht zu trauen ist. Vor allem die Perspektive der ertrinkenden Schwester fand ich beeindruckend und kann diesen unterhaltsamen Thriller empfehlen.

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Spannende Unterhaltung
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Raffiniert erzählt

Wackelkontakt von Wolf Haas

«Wackelkontakt» von Wolf Haas konnte mich überzeugen, überraschen und unterhalten. Es ist eine raffiniert erzählte Geschichte, die sprachlich verwoben und in ihrer Handlung verstrickt ist, wie ich es selten gesehen habe. Auf ungewöhnliche und humorvolle Wiese springt die Handlung über das Lesen eines Buch in der Perspektive und läuft schließlich zu einer zusammen.

Alles beginnt mit Puzzlefan Franz Escher. Er liest ein Buch über über den Mafia-Kronzeugen Elio Russo, während er auf den Elektriker wartet. Grund dafür ist ein Wackelkontakt in der Steckdose. Hauptfigur Elio befindet sich im Zeugenschutzprogramm und soll als Marko Steiner zukünftig in Deutschland leben. Um seine Sprachkenntnisse zu verbessern, liest er ebenfalls ein Buch, welches sich wie der Anfang von «Wackelkontakt» liest, weil Franz Escher auf den Elektriker wartet. Das macht natürlich neugierig, wie es weitergehen mag. Schlussendlich erzählt «Wackelkontakt» zunehmend temporeicher auf humorvolle und philosophische Weise vom Leben und seinen Schattenseiten. Eine interessante Lesereise, die ich nur empfehlen kann.

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Raffiniert erzählt
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Ideal zum Einstieg in die Grundlagen

21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest - Kapitalanlage, Versicherungen & Altersvorsorge von Matthias Kowalski

Wie der Titel schon vermuten lässt, werden in diesem Finanzratgeber die Grundlagen vermittelt, die man wissen sollte. Das macht es für Einsteiger zu einem nützlichen Helfer für die eigene Finanzplanung. Ob bei der Suche nach einem geeignet Girokonto, die Auswahl der Versicherung oder den Vermögensaufbau - alles wird anschaulich und kompakt in 21 Kapitel erklärt.

Dabei lohnt sich der unabhängige Ratgeber von Stiftung Warentest besonders, wenn man es kurz und knapp mag und gute Übersichten schätzt, die wirklich informativ und kompetent sind. Die Schreibweise ist locker und eingängig, während die Erklärungen unkompliziert ermutigen, bei einem Thema, das vermutlich im ersten Moment abschreckend wirkt, aber jeden angeht. Hier fand ich lediglich die Beträge, die als Rechenbeispiele gelten sollten, etwas übermotiviert, denn es wird immer wieder ersichtlich, dass sich dieses Sachbuch vorwiegend an eine jüngere Zielgruppe richtet. Wenn man sich in seinem schon mal mit Finanzen beschäftigen musste, dann lernt man viele der genannten Dinge nebenbei. Trotzdem ist es auch ein gutes Nachschlagewerk. Man kann es querbeet lesen, je nachdem, was einen gerade am meisten interessiert und die Kapiteleinteilung ist so aufgebaut, dass schon ein paar Minuten reinlesen reichen, wenn man es lieber in kleinen Schritten angehen möchte. Deswegen würde ich es vor allem Jugendlichen empfehlen, die einen geeigneten Einstieg suchen.

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Niedlich, spannend und abwechslungsreich

Der Fuchs und der kleine Tanuki 1 von Mi Tagawa

«Der Fuchs und der kleine Tanuki» ist ein Manga-Auftakt, der die japanische Mythologie aufgreift und von einem schwarzen Fuchsgeist erzählt, der an einen kleinen Tanukijungen namens Manpachi gebunden ist, den er zu einem Götterboten erziehen soll. So lautet der Befehl der Sonnengöttin, die dem schwarzen Fuchs noch eine Chance geben will.

Wenn er sich nicht daran hält oder etwas Böses tut, dann erleidet er Schmerzen. Senzou ergibt sich nur wiederwillig seinem Schicksal und findet sich in einem Familien-Idyll wieder, welches überhaupt nicht mehr zu seinem bösen Gemüt passen will. Zudem muss er sich mit zwei Hunde-Aufpassern rumschlagen und Manpachis unschuldiges Gemüt erweist sich als größte Herausforderung für den Bösewicht, dessen Herz allmählich weicher wird.

Die kurze Story ist amüsant und spielt in einem Raum zwischen der Unterwelt und der irdischen Welt. Das eingestreute Bakemono Lexikon stellt die Tierwesen vor, um die es gerade geht. Leider endet der Manga mit einem fiesen Cliffhanger und ich muss mich bis zum April gedulden, um weiterlesen zu können. Man möchte noch mehr erfahren und tiefer in die Mythologie eintauchen. Es hat definitiv Suchpotential. Für sensible Kinder ab 8 Jahren finde ich es stellenweise ein bisschen gruselig, obwohl die Zeichnungen niedlich und aussagekräftig sind. Der Text in den Sprechblasen lässt sich gut lesen und die Story ist witzig, spannend und abwechslungsreich. Ich freu mich auf mehr davon.

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Brutal, rasant, tödlich - Lady Killer

Sing mir vom Tod von Ivy Pochoda

»Sing mir vom Tod« war eine ungewöhnliche Geschichte, die auch außergewöhnlich geschrieben ist. Es geht um Frauen, die töten und die Schwierigkeit, die manche haben, sich das vorzustellen vergeht schnell: Frauen, Wut und Gewalt. Ivy Pochoda schreibt in der dritten Person. Ihr Stil ist eindringlich, furchtlos, gewalttätig und grausam - mit dem entsprechendem Jargon.

Besonders die Anfangsszene mit der Gabel werde ich so schnell nicht vergessen. Dabei konzentriert sie sich aber vorwiegend auf Florence, die aufgrund ihres Aussehens im Knast „Florida“ genannt wird, und die aufgrund der Pandemie auf Bewährung entlassen wird und sich auf den Weg in ihre Heimat Los Angeles macht, um ihren Jaguar abzuholen, obwohl sie Arizona eigentlich nicht verlassen darf. Es braucht etwas, bis man sich in die Erzählweise (dritte Person) eingelesen hat und die Zwischentöne von Kase, die im selben Gefängnis einsitzt, und Florence Zellengenossin Dios einordnen kann. Dadurch bekommt man einen düsteren Einblick in die Zeit im Frauengefängnis und manchmal hätte ich so gern gewusst, was sich in Florence Kopf abspielt. Dios ist besessen von Florida, weil sie ihr die selbe mörderische Natur zuschreibt, die sie selbst besitzt, und nach einem unglücklichen Ereignis verfolgt Detective Lobos ihre Spuren von Arizona in die verlassenen Straßen von Los Angeles. Ich fühlte mich beim Lesen manchmal an die Serie „Orange Is the New Black“ erinnert, aufgrund des rauen Tons und der ausschließlich weiblichen Charaktere. Der Showdown in der verwüstetet Stadt Los Angeles liest sich packend und die Rückblenden verleihen Florence und Lobos mehr Tiefe, was die Hintergründe aufdeckt. Pochada überlässt ihrer Leserschaft bezüglich der Neigung zu Gewalt hier ganz eigene Interpretationen.
Eine brutale und spannende Unterhaltung, die ungewöhnlich ist.

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Highlight

In einem Zug von Daniel Glattauer

Der Autor Eduard Brünhofer fährt mit dem Zug von Wien nach München. Im Zugabteil entwickelt sich unfreiwillig ein Gespräch mit der neugierigen und klugen Mitreisenden Catrin Meyr, die es zunehmend schafft, den verhaltenen Eduard aus der Reserve zu locken. Daraus entsteht ein brillanter Dialog und eine Geschichte über die Liebe, wie sie nur Daniel Glattauer schreiben konnte.

Es ist ein amüsantes Kammerspiel mit hoher Frequenz, geschrieben in einer gut lesbaren Leichtigkeit und mit gewohntem Wortwitz. Ich habe es sehr genossen und fand es zu keiner Zeit langweilig, obwohl sich die gesamte Zeit im Zug abspielt und die Rahmenhandlung schnell zusammengefasst ist. Die Gespräche und Gedanken lassen Raum zum Nachdenken und das, was zwischen den Zeilen steht, ist noch viel interessanter. Ich fühlte mich beim Lesen sehr an „Gut gegen Nordwind“ erinnert. Für mich war „In einem Zug“ ein großes Lesevergnügen, weil es vieles vereint, was ich an großartigen Romanen schätze. Sehr empfehlenswert.

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Eine inspirierende Wohlfühlgeschichte mit schöner Gestaltung

Ein Ohrensessel, zwölf Fragen und eine Reise zu dir selbst von Tanja Köhler

Es ist die Geschichte einer namenlosen Protagonistin, die man auf ihrer persönlichen Suche nach einem Wohlfühlort begleitet. Ihr Weg richtet auch den Blick auf das eigene Leben und bietet eine unterhaltsame Mischung aus Ratgeber und Erzählung. Nicht zufällig erinnern die zwölf Fragen an die zwölf Raunächte und begleiten durch das ganze Jahr.

Autorin Tanja Köhler möchte auch außerhalb der Raunächte zur Selbstreflexion anregen und lenkt mit passenden Fragen immer wieder in die Klarheit, eingebunden in eine Geschichte, die einladend und inspirierend zugleich ist. Das Gestaltungskonzept ist minimalistisch und verträumt - mit einem einfühlsamen Schreibstil, der zusätzlich Wohlfühlstimmung verbreitet. Die vierzehn Kapitel sind kurz und laden zum Innehalten ein. Beim Lesen kann man abschalten, blättern und die Illustrationen und Fragen auf sich wirken lassen. Einige Zitate nehmen ganze Seiten ein und sorgen auch optisch für eine klare Struktur. Nicht nur die Themen brauchen Raum, auch das Buch nimmt sich den Raum. Dazu hätte ich mir eine größere Schrift gewünscht. Ansonsten finde ich es gut, dass es nicht überladen ist, denn die Erzählung ist bereits kraftvoll und tiefgründig. Auch die harmonische Umschlaggestaltung, das cozy Cover und das kleine Format machen das Buch zu einem schönen Geschenk für andere oder sich selbst.

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Hörbuch-Empfehlung

Dirty Diana: Das Erwachen von Jen Besser; Shana Feste

Diana ist unglücklich in ihrer langjährigen Ehe mit Oliver. Ein Liebesleben gibt es schon lange nicht mehr und Oliver ist der einzige, der sich bemüht, daran etwas zu ändern, bis er Diana die Wahrheit sagt. Doch aufgeben wollen sie nicht. Diese Grundlange bringt man nicht unbedingt mit den zahlreichen Erotikszenen, prickelnd und kunstvoll geschrieben, in Verbindung.

Hier hält die Geschichte also noch Überraschungen und eine Reise in die Vergangenheit bereit, die mir besonders gefallen hat. Obwohl ich insgesamt vor allem ehrliche Kommunikation und Tiefe vermisst habe, ist Diana eine interessante und vielschichtige Frau und Mutter mit dem Wunsch der Selbstfindung und kunstvollen Verwirklichung, der Nora Schulte, die das Hörbuch spricht, eine sinnliche Stimme verleiht. Dabei ist sie gar nicht „Dirty“, sondern verleiht ihren Sehnsüchten und Wünschen Ausdruck. Ein kurzweiliges Hörbuch, welches mich gut unterhalten hat, aber mich konnte es letztlich nicht so packen, dass ich die Fortsetzungen lesen oder hören möchte.

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Hörbuch-Empfehlung
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Langweilige Romantasy

Burning Crown von Marie Niehoff

«Burning Crown» ist der Auftakt einer eher ungewöhnlichen Romantasy-Idee. Captain Yessa Hayes kämpft als Drachenreiterin für die Armee von Eldey und trifft auf den Drachenwandler Cassim, der eigentlich auf der Flucht ist, ihr nun aber zugeteilt wird. Die beiden Hauptfiguren geben abwechselnd Einblick in ihre Gedanken und Gefühle, um die es sich hauptsächlich dreht - dazu gehören auch erotische Visionen.

Insgesamt sind die Figuren einfach gehalten: Yessa trauert um ihren Verlust und verfolgt, ebenso wie Cassim, ihre eigenen Ziele. Dieser hält seine Abwehrhaltung aufrecht, ist misstrauisch und befürchtete aufzufliegen. Ihre überforderten Herzen tauen erst zum Ende hin allmählich auf.
Es ist vor allem ein düsteres und bedrückendes Drama, das zwar nicht ins Detail geht, sich aber immer wieder Zerstörung und grausame Unbarmherzigkeit abzeichnen. „Was richtig und was falsch ist, bestimmt in der Armee schon lange nicht mehr die eigene Moral, sondern einzig und allein der König.“
Es fehlte mir leider völlig an Fantasy, an Worldbuilding und schließlich auch an Spannung und Abwechslung, denn der Romantasy Anteil ist emotional überladen und voller Wiederholungen. Die Mischung ist unausgewogenen und der Schreibstil war mir oft zu einfach und erzeugt keine Stimmung. Die Sogwirkung blieb damit für mich aus und selbst der Überraschungseffekt am Ende und der Cliffhanger überzeugen mich nicht, die Fortsetzung zu lesen.

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Langweilige Romantasy