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Rezensionen von La Calavera Catrina:

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Humorvolle Silvester-Romantik

Fake Dates and Fireworks von Kyra Groh

Die 28-jährige Erzieherin Becca trifft sich seit der schicksalhaften Silvesternacht, vor beinahe zehn Jahren, mit Nils - jedoch nur an Silvester. Ansonsten texten sie und so lange niemand von ihnen eine ernsthafte Beziehung eingeht, haben sie Silvester ein Date. Diesmal hat sich Becca zum Jubiläum etwas besonders ausgedacht und einige Tage in einem Luxus Hotel gebucht, um Nils ihre Liebe zu gestehen.

Dort warten allerdings einige Überraschungen auf sie. Eine davon ist der unverschämte Raphael, der neuerdings mehrmal die Woche seinen Neffen aus dem Kindergarten abholt und Becca jedes Mal mit seiner Unpünktlichkeit verärgert.

Erzählt wird ausschließlich aus der Perspektive von Becca in der Ich-Form. Das passt hervorragend und ist nicht nur authentisch, sondern auch unterhaltsam.
Dazu gehören all ihre unsicheren Gedanken und Probleme, denn Becca steckt nicht nur in einer Co-Abhängigkeit fest, sondern bleibt stets auf der Strecke. Schließlich macht sie die Dinge für andere immer okay, nur für sich selbst nicht. Hinzukommen Rückblicke in vergangene Silvesternächte, welche die jahrelange dysfunktionale Beziehung zwischen Becca und Nils veranschaulichen.
Dass People Pleasing immer wieder aufgegriffen und benannt wird, hat mir gut gefallen. Dadurch wird man zum Nachdenken angeregt und es ist eine überraschende Ernsthaftigkeit, die hier mitschwingt, ohne dass es bedrückend wird. „Das echte Leben ist zu sehr Drama und zu wenig RomCom.“ Lediglich das Bild von Rapha war mir zu unglaubwürdig perfekt. Er ist das strahlende Licht und Nils die Dunkelheit. Hier hätte auch weniger Kontrast seinen Zweck erfüllt. Insgesamt macht das Buch Spaß und man fiebert mit, auch wenn man schon weiß, wo es hingeht. Ich kann das Buch auch jedem empfehlen, der sonst um das Genre eine Bogen macht. Diese RomCom ist wirklich gelungen.

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Humorvolle Silvester-Romantik
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Gelungener Einstieg

Die Kunst der Hexerei von Iris Panhans

«Die Kunst der Hexerei» greift die Faszination Hexerei auf und ist spannend für alle, die sich dafür interessieren und mehr erfahren möchten. Die Mischung aus Theorie und Praxis hat mir gut gefallen. Das Basiswissen ist kompakt, anschaulich und schließlich widmet sich das letzte Drittel und vierte Kapitel ausschließlich der Praxis, indem man beispielsweise lernt, das Kräuterwissen anzuwenden und Räuchermischungen zusammenstellen oder Räucherbündel herzustellen.

Die Autorin Iris Panhans bringt als Vollmondfüchsin Magie ins eigene Leben. Ihr Schreibstil ist einfühlsam und wertschätzend. Sie richtet sich auch ganz direkt an ihre Schüler und Schülerinnen. Das ist auch ein Grund, warum man gern weiterliest. Es ist interessant, ohne das es zu esoterisch wird. Zumal sie immer wieder ihre Erfahrungen mit einbringt. Dabei fällt besonders die moderne Aufmachung ins Auge, die ansprechend und übersichtlich ist, was dieses Buch von anderen Büchern, die ich in der Hand hatte, abhebt. Die Fotos sind atmosphärisch, inspirierend aber nie düster (außer beim inneren Schatten vielleicht). Begriffe werden erklärt, Hilfsmittel gezeigt und ich fand den starken Bezug zur Natur passend.

Ein gelungenes Handbuch für Neugierige und Einsteiger. Selbst ich habe interessiert reingelesen, aber die beschenkte Person hatte genau so ein Buch gesucht und war ganz begeistert von der übersichtlichen Aufteilung und den anschaulich erklärten Anleitungen.

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Gelungener Einstieg
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Der Zauber des Anfangs

Akikos stilles Glück von Jan-Philipp Sendker

»Du verbringst seit fast dreißig Jahren Zeit mit dir. Das bedeutet aber nicht, dass du dich kennst.«

Hauptfigur ist die neunundzwandzigjährige Akiko, die als Buchhalterin arbeitet und alleinstehend in einer Wohnung in Tokio lebt. Sie ist „entsetzlich schüchtern“ und einsam, seit ihre Mutter gestorben ist.

Als sie den geheimnisvollen Kento wiedersieht, beginnt sie, über ihr Leben nachzudenken. „Je mehr ich von ihm erfuhr, je mehr er von sich erzählte, umso rätselhafter wurde er mir.“ Seine Geheimnisse sind wie ein Spiegel. Kennt sie sich eigentlich richtig? Die Gedanken, die Akiko sich macht, reichen zurück in die Schulzeit und sie stellt sich beispielsweise vor, Teil einer Simulation zu sein, was sie das Mobbing ertragen lässt, dem sie während der Schulzeit ausgesetzt war. Sie möchte sich selbst heiraten, weil sie lieber allein ist und hadert mit dem Verlust ihrer alleinerziehenden Mutter, die sie belogen hat. Es sind die Gespräche mit Freunden wie Tomomi, deren Mann sie kaum noch bemerkt, oder Naoko, die als Solo-Braut inspiriert, und vor allem mit Kento, der ihrem Leben eine neue Wendung gibt, als sich ihr die Frage aufdrängt: Was wäre, wenn …

»Ich hatte mich verlaufen. Ich irrte durch die Tage und meinen Alltag und suchte vergeblich.«

Der Schreibstil ist schnörkelos, klar und treffend. Erst denkt man, es geht nur um die sich langsam entwickelnde Beziehung zu Kento, der als Hikikomori
isoliert und zurückgezogen von überstimulierendem Reizen lebt und seine Wohnung nur nachts verlässt. Akiko mag ihn schon seit der Junior High School, auch wenn sie kaum miteinander gesprochen haben. Sie bleiben seit dem Treffen in Verbindung und mit Geschichten „Aus K.s Welt“ und Haikus lässt Kento sie an seinem Leben teilhaben. Tatsächlich steht jedoch Akikos Entwicklung im Vordergrund, die mit Sorgfalt und Glaubhaftigkeit in leisen Tönen so intensiv dargestellt wird, dass es eine Freude ist, sich darin zu verlieren. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann das in diesem Roman viel zu viel Alkohol getrunken wird.

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Der Zauber des Anfangs
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Solider Detektiv-Thriller

Bis in alle Endlichkeit von James Kestrel

«Fünf Winter» hatte mich damals schon auf James Kestrels aufmerksam gemacht. Sein neuster Thriller überzeugt zudem mit solider Detektivarbeit, zunehmender Spannung, Unvorhersehbarkeit und Charakteren mit Potenzial.
San Francisco 2019: Einzelgänger und Privatdetektiv Lee Crowe gerät in eine Verschwörung als er, als erster am Tatort, die Leiche von Claire Gravesend fotografiert.

Ihre reiche und einflussreiche Mutter Olivia Gravesend beauftragt Crowe schließlich mit dem Fall, bei dem er selbst ins Kreuzfeuer gerät. Der Einstieg gibt detailreiche Einblicke in das Leben eines Privatdetektivs. Es braucht seine Zeit, bis die Handlung über den Klappentext hinausgeht. Das macht diesen Thriller nicht durchgehend spannend oder mitreißend, aber wenn es spannend wird, dann bleibt man gerne dran, zumal man mit überraschenden Wendungen belohnt wird. Diese Lesemomente mehren sich schließlich und ich schätze vor allem die konsequente Perspektive von Lee Crowe und seine sachliche Herangehensweise. Das Ende ist klasse und es könnte sich sogar eine Fortsetzung ankündigen, wie es scheint. Ich würde sie lesen. Mein Fazit: Nicht so herausragend wie «Fünf Winter», aber ein lesenswerter Thriller im Noir-Stil.

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Solider Detektiv-Thriller
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Drachen in allen Lebensgrößen

Ich fürchte, Ihr habt Drachen von Peter S. Beagle

Eine Königreich und seine Drachenplage. Dazu ein Held Widerwillen und eine verwöhnte Prinzessin. Das klingt schon märchenhaft, fantasievoll und sehr unterhaltsam. Peter S. Beagle schreibt bildlich, poetisch und mit amüsanter Ironie. Also eher ein Buch zum Genießen, statt schnellem Weglesen. Mühelos und unaufdringlich bringt er seine Weisheiten unter und kreiert herrlich überzeichnete Charakter.

Einige Sätze davon sind zitierwürdig. Mit steigender Seitenzahl ändert sich der Grundton ein bisschen, denn das gefährliche und düstere Abenteuer gibt nicht immer Anlass zur Freude. Es ist ein kurzweiliger Fantasy-Roman nach meinem Geschmack, mit einer guten Mischung aus Überraschungen und Vorhersehbarkeit. Roberts Entwicklung und das Zusammenraufen der drei Hauptfiguren war unterhaltsam, konnte jedoch nicht durchweg die Spannung halten. Das illustrierte Vor- und Nachsatzpapier wird jeden erfreuen, der Drachen mag, auch wenn mit ihnen hier nicht zimperlich umgegangen wird.

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Zog eindruckslos an mir vorüber

Neun Tage Wunder von Kristina Moninger

Dieser Roman erzähl von Anni aus Glückstadt, einer angehenden Liebesbeziehung vor zehn Jahren und ihrem gegenwärtigen Leben mit Ben.
«Neun Tage Wunder» ist für alle, die eine sehr leicht zu lesende Liebesgeschichte für Zwischendurch suchen, die tragisch, sehr romantisch und gefühlvoll ist. Es bereitet Vergnügen von all den Verstrickungen zu wissen, während sich Schriftsteller Ben ahnungslos mit Inspirationsquelle Lukas trifft, der ihr von Nika erzählt, und seine Anni nicht ahnt, dass ihr Freund unwissend ihre große Liebesgeschichte aufschreibt, die sie verheimlicht hat.

Bis Ben schließlich Zusammenhänge zwischen Anni und Nika erkennt und fürchtet, sie für immer zu verlieren. Denn „mit Fehlern aus der Vergangenheit ist es vermutlich so wie mit Postern, die zu lange an der Wand hängen. Selbst wenn man sie endlich beseitigt, bleibt ein Abdruck zurück.“ Das ergibt eine abgerundete Geschichte ohne Ecken und Kanten, zugunsten der Wohlfühlatmosphäre. Das war eins der Dinge, die diese Erzählung eindruckslos an mir vorüberziehen ließ. Mir fehlte der Humor, der die Tragik abschwächt, die sich einfach zu ernst nimmt. Deshalb gefiel mir auch die Perspektive von Ben noch am besten, während Gegenwarts-Anni und Vergangenheits-Anni zwei andere Erzählstränge bildeten. Eher eine Romanze in einer Romanze zum Abschalten, die sicher ihren Anklang findet.

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Himari und das kleine Café

Das kleine Café der zweiten Chancen von Shiori Ota

Hauptfigur ist Himari, die einst ein Wunderkind am Piano war, aber nach einem Unfall nicht mehr spielen kann. Die Enttäuschung ihrer Mutter ist groß. Sie setzt ihre Tochter unter Druck, ihr Talent nicht zu verschwenden und Himari fühlt sich Zuhause zunehmend unwohl. Auf ihrem Schulweg lernt Himari eine Frau kennen, die ihr Mut macht, am nächsten Tag jedoch verschwunden ist.

Stattdessen findet sie das erwähnte Café am Rand eines wunderschönen Parks und die Wächterin der Zeit und Besitzerin Frau Hayari. Sie ermöglicht allen eine kurze Reise in die Vergangenheit, die ihr Café besuchen und eine Entscheidung in ihrem Leben bereuen. Himari lernt verschiedene Menschen und ihre Geschichten kennen, lernt guten Kaffee zu schätzen und erhält einige Lektionen. Als sie die Zwillinge Tsukko udn Ryuta kennenlernt, verändert sich ihr Leben.

Die Atmosphäre des Café ist wirklich gelungen. Frau Hayari ist wertschätzend und nachsichtig mit ihren Gästen, während Hund Mokka die Leute anzieht. Wenn man Kaffee liebt, dann werden die Beschreibungen richtig Lust auf die nächste Tasse machen. Die Geschichte war viel zu kurz und hörte leider abrupt auf. Zu einer Fortsetzung konnte ich jedoch nichts finden. Die eingebaute Bedeutung von Michael Endes Klassiker «Die unendliche Geschichte» fand ich richtig schön und auch Himaris Entwicklung, auch wenn die Vorstellung eines Kindes für mich an manchen Stellen nicht passte, profitiert von den Erfahrungen im Café. Hier fehlte mir allerdings ein passender Abschluss für Himari. Insgesamt blieb die Geschichte hinter meinen Erwartungen zurück. Die Idee und einige Details sind toll, aber die dramatische Umsetzung konnte mich gar nicht verzaubern.

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Himari und das kleine Café
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Spannender Krimi für die kalten Tage

Blutbuße von Viveca Sten

«Blutbuße» entführt in ein winterliches Bergdorf in Schweden, wo Hanna Ahlander und ihr Kollege Daniel Lindskog in einem Mordfall in einem Hochgebirgshotel ermitteln. Charlotte Wretlind wurde brutal getötet. Zurück bliebt ihr trauernder Sohn Filip und viele offene Fragen. Einige sind auch erleichtert, dass die unsympathische Immobilienentwicklerin mit ihren ambitionierten Plänen keine Unruhe mehr stiften kann.

Erzählerisch bekommt man viele Sichtweisen, wobei nicht bei allen klar ist, welche Rolle sie in dem Fall spielen. Es bleibt also mysteriös, unvorhersehbar und spannend, auch wenn sich erahnen lässt, in welche Richtung es gehen könnte. Da wäre beispielsweise Ida, die Lebensgefährtin von Daniel, die sich nicht mehr von ihm angezogen fühlt, Anton, der seine Homosexualität verheimlicht oder Aadas, die im Hotel arbeitet und der Polizei etwas verheimlicht, weil sie ihr nicht vertraut. In der Vergangenheit lernt man Monica kennen, die im Dezember 1973 stolz ihren neuen Job im Hochgebirgshotel in Storlien antritt. Mir hat gefallen, dass die Handlung vor dem Mord ansetzt und gleich zu Vermutungen einlädt. Das Finale ist hochspannend und zwischendurch gibt es immer wieder Ablenkungsmanöver.

Die gemütliche Winteratmosphäre, der schwedische Charme und die persönlichen Facetten der Hauptfiguren, machen den Krimi letztlich zu einer gelungenen Unterhaltung für die kalten Tage.

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Spannender Krimi für die kalten Tage
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Die Welt hat ein Loch- und Hirnkoboldproblem

The Hollow Places von T. Kingfisher

«The Hollow Places» war mein erstes Buch von T. Kingfisher alias Ursula Vernon, aber sicher nicht mein letztes. Es beginnt beinahe cozy und nimmt sich Zeit Kara und ihre neue Lebenssituationen vorzustellen, bevor das schaurige Szenario sich seinen Weg bahnt. Denn diese Geschichte überrascht mit einigen Horror-Elementen, die ich am Anfang so nicht vermutet hätte.

Die 34-jährige Kara ist frisch geschieden, finanziell knapp bei Kasse und zieht bei ihrem Onkel Earl ins Wundermuseum ein. Nebenan verwöhnt sie der exzentrische Barista Simon mit gutem Kaffee und beide freunden sich an. Ihre humorvollen Dialoge schaffen eine Distanzierung zu schaurigen Momenten, die gerade denen hilft, denen es schnell zu gruselig wird. Dieser witzige und sehr flüssige Schreibstil, hat mich richtig mitgezogen, wenn es gruselig oder actionreich wurde. Manchmal war es nicht so leicht, dem, mitunter temporeichen Geschehen, zu folgen, aber Kingfischer ist es gelungen, ihren Figuren echtes Leben auf den Leib zu schreiben und eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen, die mir immer noch Schauer über den Rücken jagt. Deshalb mochte ich auch die ruhigen Passagen, weil im Hintergrund immer etwas Unheimliches war.
Die offenen Fragen, die schlussendlich bleiben, können unbefriedigend sein oder die eigene Fantasie beflügeln. Letztlich passt es sehr gut zum mysteriösen Ton des Buches. In jedem Fall hat mich das Finale gefesselt und berührt. War ich doch zeitweise etwas ahnungslos, in welche Richtung die Story möchte, als vorübergehend die Spannung dem Mysteriösen weichen musste. Das spricht sehr für die Unvorhersehbarkeit der Geschichte - wenn auch eine Sache die ganze Zeit klar schien. Kara wirkt nahbar und durchläuft ohne große Skills dieses Abenteuer. Sie beweist viel Stärke und geht auch mit den großen Veränderungen ihres Lebens anschließend selbstbewusster um. Es gab zwar Momente, wo ich Karas Entscheidungen nicht nachvollziehen konnte, aber im Ganzen ist sie eine zutiefst menschliche Figur mit Entwicklungspotenzial. Zudem stellt sie in ihrer Gedankenwelt viele Fragen und versucht (mitunter verrückte und sarkastische) Antworten auf alles zu finden. Wer Spaß am Spekulieren und popkulturellen Bezügen hat, ist hier genau richtig. Es gab ein paar Punkte, die hätte ich mir anders gewünscht, aber ich kann damit leben, dass Kingfisher hier ihren eigenen Vorstellungen gefolgt ist, die dieses Buch besonders machen. Dazu gehört auch, dass man hier vergebens nach Romantik sucht, was ich sehr erfrischend fand.

Ich habe als Nervenbündel mitgefiebert, gruselte mich vor dieser verstörend rätselhaften Welt und erfreute mich an dem herrlich absurden Zusammenspiel von Kara und Simon, von dem ich mir gern noch mehr gewünscht hätte. Ich kann nur empfehlen, dieses Buch möglichst erwartungsfrei zu lesen und sich einfach mitziehen zu lassen. Es hat mich wirklich gut unterhalten und noch immer nicht ganz losgelassen.

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Die Welt hat ein Loch- und Hirnkoboldproblem
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Schatzjägerin & Superheldin

Amanda Black - Die Mission beginnt von Juan Gómez-Jurado; Bárbara Montes

Das Buch beginnt mit einem extrem dramatischen ersten Kapitel, indem die zwölfjährige Amanda Black aus einem 180. Stock in den Abgrund stürzt und mit der Offenbarung schockiert, wer ihr Seil durchgeschnitten hat. Eine vielversprechende Aussicht. Danach geht das Tempo erstmal runter, denn bis es dazu kommt, ist einiges passiert.

Amanda ist ein Waisenkind und lebt bei ihrer Tante Paula. Ihr Leben ist von Armut geprägt, denn das Geld reicht kaum, weshalb Amanda ein verlockendes Angebot wahrnimmt und ihr Erbe in der Black Villa antritt. Allerdings hat das Angebot seinen Preis und könnte ihr Leben kosten. Ihre Tante bildet sie zur Diebin aus und Amanda lernt an ihre neuen Schule Erik, ihren ersten besten Freund, kennen.

Dieser Reihenauftakt ist vor allem am Ende richtig spannend, aber die vielen neuen Eindrücke auf Amanda, packen trotzdem, weil man von Anfang an dabei ist. Ob das stimmungsvolle Entdecken der renovierungsbedürftigen Villa oder die Pläne für die erste Mission und die Galerie der Geheimnisse. Die Heldin verfügt nämlich auch über Superkräfte, die sich erst zeigen, als sie ihr Vermächtnis antritt. Das macht die Hauptfigur noch interessanter, abgesehen, von dem komplizierten Leben, das sie schultern muss. Geschrieben ist das Buch aus der Ich-Perspektive von Amanda, aber es gibt auch ein paar wenige Ausnahmen, die andere Sichtweisen einbringen. Zum Schluss offenbart sich, dass es noch richtig spannend werden könnte. Was ideal ist: die Fortsetzung ist schon erschienen und man kann direkt weiterlesen.

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Schatzjägerin & Superheldin