Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Lieselotte Fieber:
Sogwirkung
Eine Lawine aus Geständnissen, unvorstellbaren Tragödien, Gewalt und purem Wahnsinn stürzt einem aus diesem Roman entgegen. Geständnisse ist ein äußerst düsterer Roman, der wenig Optimistisches aufweist und auch mit keinem versöhnlichen Ende aufwarten kann. Auf die melancholisch-deprimierende Grundstimmung muss man sich einlassen können, was mir absolut nicht gelungen ist und es kam bei mir zu einer Sogwirkung, die mich total verstört hat.
Ein Festtag der Liebe
Ein Tag im März, der sich anfühlt, wie ein Tag im Mai. Jane, ein Dienstmädchen, trifft sich mit ihrer großen Liebe, einem Sohn aus gutem Hause. Eine Liebe, die nicht sein darf, schildert Graham Swift mit Worten, bei denen man das ganze Spektrum der Gefühle, Emotionen, Gerüche, Bilder, Sonnenstrahlen förmlich spürt und die auch noch nachklingen, wenn man das Buch schon lange aus der Hand gelegt hat.
Ein Sommer des Erwachsenwerdens
Strandbadrevolution von Kurt Palm
Das verrauchte Hinterzimmer im Wirtshaus, das Freibad als Zentrum der Sozialisation, kleine Konflikte mit der Obrigkeit, der erste Familienurlaub in Jugoslawien, mit einem alten Opel auf der Gastarbeiterstrecke. Der Roman hat jedoch auch noch eine zweite Sequenz: es wird ein gelegentlicher Blick in die Zukunft der Protagonisten geworfen und zerstört damit das Idyll der guten alten Zeit.
Erinnerungen an die Jugend der Siebzigerjahre werden geweckt und einige Situationen zaubern ein Lächeln ins Gesicht.
Was für eine furchtbare Geschichte!
Das Floß der Medusa von Franzobel
In dem fast 600 Seiten langen Roman erzählt Franzobel über eine schreckliche Schiffstragödie, die sich im Juli 1816 zugetragen hat. Die Medusa, eine französische Fregatte, mit 400 Personen an Bord, war auf eine Sandbank gelaufen und steckte fest. Die Rettungsversuche waren genauso dilettantisch, wie die ganze Schiffsreise.
Franzobel zeichnet eine erschütternde Studie menschlichen Verhaltens, ein Erfahrungsbericht über die Grenzen menschlicher Zivilisation. Was bedeutet Moral, Zivilisation, wenn es um nichts anderes, als ums Überleben geht?
Die Schilderung des Grausamen verleitete mich oft zum Weglegen des Buches und doch fesselte mich andererseits die Geschichte.
Ein ungewöhnliches Doppelleben
Das Floß der Medusa von Franzobel
Wie ist es, in vielerlei Hinsicht immer nur der Zweite zu sein und im Schatten zu stehen und dabei aus Anstand auf die große Liebe zu verzichten?
Der Autor schafft es mit einer Leichtigkeit, dazu die richtigen Worte zu finden, auf eine sehr spezielle Art und Weise. Es ist ein besonderes Buch, in dem es um ein bestimmtes Geheimnis geht, aber auch um Beziehungen, Sehnsüchte und vielem mehr.
Ein wunderbarer Roman und sehr zu empfehlen!
Doch kein Kochbuch
Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von Franzobel
Auf dem ersten Blick nahm ich an, es ist eines.
Es ist jedoch die Geschichte einer total abgefahren jungen Köchin und ihrer Mutter, einer Sommeliere, die ihr Kind verlassen hat und diesen Fehler wieder gut machen möchte.
Etwas verwirrend sind die Nebenschauplätze und die handelnden Personen. Am Ende fügt sich jedoch alles zusammen: wie bei einem gelungen, mehrgängigen Menü.
Eine leichte Sommerlektüre und anschließend kann man gleich einige Rezepte ausprobieren.
Langatmig
Das Geheimnis der verlorenen Zeit von John Wray
Leider, auch beim zweiten Versuch konnte ich keinen Zugang finden und bin dem Geheimnis nicht auf die Spur gekommen.
Schreibstil schön, aber viel zu langatmig.
Fesselnd!
Am Rand von Hans Platzgumer
Die Bilanz eines Lebens: Gelegenheitsarbeiten, geplatzte Träume und alles wird vom Tod geprägt. Ein erstaunlich packendes Buch, fesselnd bis zum Schluss, schildert der Ich-Erzähler die Ereignisse, die ihn schließlich auf den Berg und an den Rand des Felsens geführt haben.
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Am Rand von Hans Platzgumer
Die Geschichte spinnt sich fort und fort, leider verlor ich immer wieder den Faden, denn die Erzählung ufert aus und es kommen immer wieder andere Personen dazu, auch als die Geschichte sich bereits dem Ende nähert. Für mich ein Buch, von dem ich mir mehr erwartet habe, besonders da es auch um das Thema Alzheimer geht.
Zauberhaft
Der Trick von Hans Platzgumer
Wie so oft glauben Kinder, dass sie an der Scheidung der Eltern Schuld haben. Und wenn man noch wie Max, seinen Vater nach einem Konflikt wegwünscht, ist die Suche nach dem großen Zauberer, der alles ungeschehen machen soll, nachvollziehbar.
Wie oft wünschen wir uns, dass durch einen Zaubertrick alles Ungemach verschwinden möge?
Durch die beiden Handlungsstränge, einerseits dem Werdegang vom Rabbinersohn zum großen Zauberer und andererseits der Suche von Max nach eben jenem Zauberer, ist dem Autor ein zauberhafter Roman gelungen.







