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Rezensionen von HEYN Leserunde Lieselotte Fieber:

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Provokanter Roman, der sehr viel Spaß macht!

Azime wird zum ersten weiblichen muslimischen Stand-Up-Comedian der Welt. Sie ist witzig, sie ist etwas Neues und ihr Kostüm ist einfach und genial: sie trägt eine Burka! Der überwiegende Teil des Publikums liebt sie. Und dann kommt ihre Familie dahinter, dass sie als Comedian auftritt und sie bekommt die ersten Morddrohungen?.

McCarten erzählt eine Geschichte, die ganz klare, gesellschaftskritische Töne anschlägt. Es geht um das Recht einer jungen Muslima, selbstbestimmt ihr Leben zu planen, sich in einer modernen, westlichen Kultur wohlzufühlen, ohne die eigenen Traditionen ablegen zu müssen.
Es ist ein Roman, der dem Leser, aber auch mir, die Chance gibt, eigene Muster zu überdenken und am Ende vielleicht etwas offener mit ?Andersartigem? umzugehen.

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Todtraurig, aber umwerfend komisch!

Was für ein Roman! Eine meistenteils traurige Liebesgeschichte, aber auch ein Roman über das Leben an sich. Einprägsame Figuren, die lange im Gedächtnis bleiben. Hier wird die unterschiedliche Lebens- und Liebesgeschichte von drei Paaren erzählt. Von Frauen, die schwanger werden, aber nicht von ihren Ehemännern.

Und von Ehemännern, die das nicht merken oder nichts merken wollen. Und das alles vor dem Hintergrund der Gründungsjahre Israels. Was diesen Roman so außergewöhnlich macht, ist unter anderem die Sprache. Es werden unheimlich poetische Worte verwendet. Gundar-Goshen greift zu einem Stilmittel einprägsamer Bilder, Vergleiche und Metaphern. Mit einem Wort ein Buch, das man nicht so schnell aus der Hand legt!

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Fortsetzung der TV-Arztserien in Buchform?

Wahn|Stories von Kessler Christof

Das Gehirn als Mysterium in Kurzgeschichten verpackt ist sehr interessant, aber auch sehr erschreckend. In zwölf Fallgeschichten beschreibt Kessler im angenehmen Plauderton die Auswirkungen verschiedener Hirnerkrankungen. Wie ironisch und unvorhersehbar das Schicksal zuschlägt, drückt Kessler vor allem durch die Wahl seiner Charaktere aus.

Eine Frau, die sich keine Gesichter merken kann ? nicht einmal das ihres Mannes; ein Automechaniker, der glaubt, einen Kampf gegen die Mafia zu führen; ein Mann, der auf einmal anfängt Frauen zu begrapschen usw. Leider wechseln sich Passagen, die sachlich fundiert beschrieben werden, mit romanhaften Fragmenten ab, die innerhalb der beschriebenen Themen wie Fremdkörper wirken. Hinzukommen Kapitel, die abrupt enden, vor denen man ratlos zurückbleibt. Aber trotzdem bleibt für mich als Resümee, dass neurologische Erkrankungen vor niemanden halt machen.

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Leider nein!

KNOI von Kessler Christof

Ich kann weder dem Stil, noch der Handlung ? gibt es überhaupt eine? - etwas abgewinnen. Die handelnden Personen werden für meine Begriffe zwanghaft skurril dargestellt.
Mir war es auch beim zweiten Versuch nicht möglich, in die Tiefe einzudringen bzw. einen Faden zu finden.

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Werden wir zu einem anderen Menschen, wenn unsere Vergangenheit gelöscht wird?

Der Mann, der seine Frau vergaß von Kessler Christof

Was passiert nach einem ultimativen Blackout? Der Titelheld, Jack Vaughan, hat vergessen wie er heißt, seinen Beruf, mit einem Wort: ALLES! Ohne Papiere oder andere Hinweise auf seine Identität sitzt er panisch in einer Londoner U-Bahn. Er sucht schließlich Zuflucht in einem Krankenhaus. Auch dort kehren seine Erinnerungen trotz zahlreicher Untersuchungen nicht zurück.

Durch Zufall kann er seinen alten Freund ausfindig machen und erfährt staunend, dass er kurz vor der Scheidung steht. Nach einer Begegnung mit seiner Frau verliebt er sich neu in sie und beschließt, um sie und seine Familie zu kämpfen.
Das Thema an sich fand ich äußerst interessant, vor allem die Frage: können wir ein ganz anderer Mensch werden, wenn unsere Vergangenheit gelöscht wird?
John O´Farrell hat einen unterhaltsamen Roman geschrieben, in dem manchmal der britische Witz aufblitzt, teilweise jedoch sehr langatmig erscheint.

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Der Roman macht wieder Lust auf Wien und das Stöbern in Antiquitätenläden….

Der Staubleser von Josef Brainin

Alfred, ein Wiener Antiquitätenhändler, hat sich im Laufe seines Berufslebens die Fähigkeit angeeignet, aus den Resten dessen, was nach einem Menschenleben noch übrig bleibt, dieses zu rekonstruieren. Er ordnet und entsorgt die Hinterlassenschaft verstorbener Menschen und hat sich auch dadurch in der Wiener Bürgerlichkeit einen guten Ruf erworben.

Alfred ist ein gern gesehener und oft zu Rate gezogener Fachmann, nicht zuletzt durch seine Freundlichkeit, seine Zurückhaltung und seine Fachkenntnis, der als Antiquitätenhändler schöne Möbel und Bilder liebt und als Mann schöne Frauen.
Eines Tages beginnt er ein Verhältnis mit der Frau eines wohlhabenden und bestens in der Wiener Gesellschaft vernetzten Unternehmers. Als er jedoch auch deren Tochter Isabella kennenlernt und sich in diese verliebt, verbreitet die enttäuschte Geliebte - die Mutter - in der Wiener Gesellschaft die jüdische Abstammung Alfreds.
Isabella wendet sich daraufhin von Alfred ab und nichts ist mehr wie vorher. Der Besuch einer alten Dame aus Amerika und deren Wunsch bezüglich der Wiederbeschaffung eines Gemäldes, das anlässlich der Arisierung durch die Nationalsozialisten verschwunden ist, zwingt Alfred dazu, sich auch mit der eigenen Vergangenheit zu befassen.
Die Suche nach dem Gemälde wirbelt im wahrsten Sinn des Wortes Staub auf und vorbei ist es auch mit dem Wiener Charme, denn unter dem Mantel der Hochanständigkeit gären alte, für Alfred längst überwunden geglaubte Vorurteile und Ressentiments. Je näher Alfred dem Gemälde kommt, desto mehr wird man Zeuge seiner mentalen Veränderung. Aus dem stillen, eher zurückgezogen lebenden Alfred wird im Laufe der Suche einer, der Stellung bezieht und der es wagt, sich mit der honorigen Wienern Gesellschaft anzulegen.
Der Roman macht wieder Lust auf Wien, das Stöbern in Antiquitätenläden, den Besuch eines Wiener Lokals mit Kellnern, die die 'Speisekarten mit der Miene eines Lehrers verteilen, deren Klasse eben eine katastrophale Schularbeit geschrieben hatte'.
Facit: Lesevergnügen pur!

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Der Roman macht wieder Lust auf Wien und das Stöbern in Antiquitätenläden….
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'Meiner Meinung nach, ist dieses Buch von seiner sprachlichen Gewalt her ein Wucht und hat mich ganz schwer losgelassen.'

Elsa ungeheuer von Josef Brainin

Astrid Rosenfeld ist es gelungen, mit der Geschichte von Elsa, Karl und Lorenz bei mir ein Wechselbad der Gefühle auszulösen, denn Tragik und Komik liegen sehr eng beieinander.
Der Roman erzählt die Geschichte einer Kindheit, die geprägt ist von narbenübersäten Kinderseelen, einer tiefen Freundschaft und Familiengeheimnissen.

Im ersten Teil erleben Karl und Lorenz einen oft sehr skurrilen, verrückten, aber auch traurigen Alltag, in den Elsa wie ein Wirbelwind einbricht. Die Charaktere werden sehr plastisch und messerscharf beschrieben. Besonders Elsa, mit ihrer entschlossenen Art, den widerspenstigen Haaren und den mit Krawatten umwickelten Beinen, beeindruckt Karl enorm.
Im zweiten Teil, in dem Elsa nur mehr wie ein Geist über der Geschichte schwebt, schildert Astrid Rosenfeld den Werdegang von Lorenz und Karl in der Kunstszene und man erlebt die Zerreißproben und das systematische Zerstören von Menschen.
Meiner Meinung nach, ist dieses Buch von seiner sprachlichen Gewalt her ein Wucht und hat mich ganz schwer losgelassen. Astrid Rosenfeld hat mich auf eine Achterbahn der Gefühle mitgenommen.

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'Meiner Meinung nach, ist dieses Buch von seiner sprachlichen Gewalt her ein Wucht und hat mich ganz schwer losgelassen.'
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Ein leicht zu lesendes Buch für einen Urlaub am Strand…

Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan

Ein Buch, für den- oder diejenigen, die Spaß daran haben, in das Leben anderer Frauen einzutauchen, um festzustellen, dass es in jeder Familie solche Charaktere gibt oder dass das eigene Leben doch nicht so schlimm ist…..
Vier Frauen aus drei Generationen, die aus den unterschiedlichsten Gründen im Sommerhaus in Main aufeinander treffen, stellt Courtney Sullivan in den Mittelpunkt der Geschichte.

Die Dynamik zwischen den Frauen war faszinierend und das Suchen nach den eigenen Wegen sehr spannend. Die Charaktere wurden sehr plastisch dargestellt, der Spannungsbogen brach nicht ab, somit ein leicht zu lesendes Buch für einen Urlaub am Strand.

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Ein leicht zu lesendes Buch für einen Urlaub am Strand…