Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985 :
Ein Jugendroman über alte Maya-Mythen modern erzählt
Zane gegen die Götter, Band 1: Sturmläufer (Rick Riordan Presents: abenteuerliche Götter-Fantasy ab 12 Jahre) von J. C. Cervantes
Sturmläufer
Zane gegen die Götter
von J.C. Cervantes
⭐⭐⭐⭐⭐/5 Sternen
Rezension
[Werbung] Kein anderer als "Percy Jackson-Autor" Rick Riordan höchstpersönlich empfiehlt Zane gegen die Götter - Sturmläufer. Dieser Empfehlung kann ich mich zu 100 % anschließen.
Ein herzliches Dankenschön an dieser Stelle an Vorablesen.
de und den Ravensburger Verlag für die Bereitstellung dieses tollen Buches!
Das erwartet euch
Zane, ein Teenager mit Handicap, lebt mit seiner Mum und seinem Onkel Hondo in einem verschlafenen Nest in New Mexico. Seine beste Freundin ist die dreibeinige Hündin Rosie. Seine Freizeit verbringt das Duo am liebsten am hauseigenen Vulkan. Also eigentlich ist in Zanes Leben alles ganz normal, bis eines Tages Brooks auftaucht, im Gepäck eine unglaubliche Geschichte voller Mythen und Gefahren. Ich möchte gar nicht mehr verraten, da ich euch nicht spoilern will. Macht euch auf alle Fälle auf ein wahnsinnig rasantes, gefährliches und urkomisches Abenteuer gefasst und taucht mit Zane und seinen Freunden tief in die Welt der Maya-Götter ein.
Meine Meinung
zum Cover und zur Ausstattung
Das Buch kommt als Hardcover ohne Schutzumschlag daher und liegt mit seinen 512 Seiten recht schwer in der Hand. Aber keine Panik! Wenn es euch so wie mir geht, habt ihr es so schnell durchgesuchtet, dass ihr keinen Muskelkater bekommt.
Die Cover-Illustrationen von Jann Kerntke sind absolut passend und beflügeln die Fantasie. Ich glaube, man kann schon beim ersten Blick aufs Cover erahnen, dass Zane's Geschichte alles andere als langweilig wird und dem jungen Helden ein großer Kampf bevorsteht.
Besonders gut gefallen mir die kleinen Details, wie der Vulkan und der mit Blitzen aufgeladene Stock, aber auch der Panther und der Falke am Buchrücken - alles wesentliche Bestandteile des Abenteuers. Es ist tatsächlich so, dass ich diese Elemente jetzt nach Beendigung des Buches mit ganz anderen Augen wahrnehme. Die Aufmachung ist wirklich gelungen!
zum Schreibstil
Gelungen ist auch der Schreibstil von J.C. Cervantes. Die Autorin schreibt sehr bildhaft und detailreich. Sie schafft es, dass selbst die komplizierten Maya-Namen leicht von den Lippen gehen. Ich finde es richtig klasse, dass sie die Lautsprache in Klammern angegeben hat. Abgesehen von den auf den ersten Blick sehr ungewohnten Namen der Götter und Sagengestalten, schreibt J.C. Cervantes recht einfach und schnörkellos, sodass man beim Lesen gut im Fluss bleibt.
zur Handlung und den Charakteren
"Ein uralter Todesgott war in einen zaubermächtigen Gegenstand eingesperrt, von dem niemand wusste, wie er aussah. Der Gegenstand war in einem Vulkan hinter unserem Haus versteckt und ich war ausersehen, den Typen freizulassen. Kein Grund, Schiss zu haben."
(Zitat aus Zane gegen die Götter. Sturmläufer, Seite 79)
Die Handlung rund um Zane und seine Freunde fand ich von den ersten Seiten weg durchgehend rasant und spannend. Gleichzeitig brilliert das Buch durch jede Menge Humor und ist obendrein noch äußerst lehrreich. Wir erfahren beim Lesen sehr viel von der Mythologie der Mayas. Die Autorin, welche in San Diego nahe der Grenze zu Mexiko, aufgewachsen ist, hat genau dort ihre Wissbegierde für die Mythen und Legenden der Mayas und Azteken entdeckt. Ihre Faszination bzw. ihr Wissen hat sie in dieser sehr humorvollen Geschichte verpackt.
J. C. Cervantes nimmt uns mit auf einen rasanten Roadtrip durch die USA. Dabei begegnen wir skurrilen, teilweise irrwitzigen Charakteren und kommen an äußerst ungewöhnliche Schauplätze.
Die Gottheiten selbst sind derart bizarr und monströs dargestellt, dass das Kopfkino ordentlich was zu bieten bekommt.
Begeistert hat mich auch der Glossar am Ende des Buches, in dem nochmal alle wichtigen Begriffe, Gottheiten und Örtlichkeiten aufgezählt sind. Also falls ihr euch beim Lesen mal nicht sicher seit, wen ihr gerade vor euch habt, blättert ans Ende und schlagt es nach!
Und weil ich aus dem Schwärmen gerade nicht herauskomme, schreibe ich noch ein paar Worte zu den Protagonisten. Diese sind wirklich unglaublich detailliert beschrieben. Ich finde sie facettenreich und einzigartig und vorallem haben sie viel Wiedererkennungspotenzial. An alle Harry Potters und Percy Jacksons da draußen: Ihr bekommt ordentlich Konkurrenz von Zane dem Sturmläufer ;-)
Fazit
Zane gegen die Götter. Sturmläufer ist ein gelungener Auftakt einer Trilogie, welcher sich mit den Legenden und Mythen der Mayas befasst. J.C. Cervantes bringt ihren Lesern diese außergewöhnliche und exotische Welt mit viel Humor näher. Ich fand es faszinierend mit Zane seine Herkunft als Gottgeborener zu ergründen und in die Tiefen von Xib'alb'a (schie-bahl-BAH), der dunklen und schreckenerregenden Unterwelt der Mayas, einzutauchen. Außerdem vermittelt das Buch die wunderschöne Botschaft, dass Mut und Stärke in jeden von uns stecken und dass man alles schaffen kann, wenn man nur fest daran glaubt. Es kommt nicht auf die körperliche Stärke an. Wichtig sind einzig und allein die inneren Werte. Und wenn man wie Zane tolle Freunde und eine liebevolle Familie zur Seite hat, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen.
Und bevor ich es vergesse...von mir gibt es eine glasklare Leseempfehlung!
Wenn ihr so wie ich noch mehr von Zane lesen wollt, müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden. Im Frühjahr 2021 erscheint der zweite Teil Zane gegen die Götter - Feuerhüter.
Ivy & Asher
It was always you von Nikola Hotel
Das erwartet euch
"Meine Augen werden von ihm angezogen wie von einem Magneten, und selbst wenn ich wollte, könnte ich den Blick nicht von ihm lösen".
(Zitat aus It was always you von Nikola Hotel, Seite 263)
It was always you aus der Feder von Nikola Hotel ist im Kyss Verlag erschienen.
Es erzählt die Geschichte von Ivy Blakely, welche als 15-jährige in einer Nacht- und Nebelaktion ihr Elternhaus verlassen musste und in ein Internat nach New York verfrachtet wurde. Jetzt, 4 Jahre später, erhält sie eine Einladung, oder eher gesagt eine Vorladung, von ihrem Stiefvater. Ivy macht sich mit gemischten Gefühlen auf nach New Hampshire. Sie hat Angst, Angst davor endgültig aus der Familie verbannt zu werden, Angst vor einem Wiedersehen mit ihrem Stiefbruder Asher. Und tatsächlich stellt das Aufeinandertreffen mit Asher Ivy's Gefühlswelt so richtig auf den Kopf.
Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht zum Inhalt. Aber schnallt euch an, denn es erwartet euch eine Achterbahn der Gefühle. Und sitzt man einmal drinnen, steigt man so schnell nicht mehr aus. Ich hab das Buch an 2 Abenden hintereinander weggesuchtet. Ich denke, dass sagt schon so einiges aus.
Meine Meinung
zum Cover und zur Ausstattung
Schon beim Coverrelease dachte ich mir: Wow! So hübsch! Die Farbgebung und die geschwungenen, goldenen Buchstaben sind einfach nur wunderschön! Handlettering heißt hier das Zauberwort. Insgesamt finden sich im Buch 20 Stück davon und geben der Geschichte den letzten Feinschliff. Quasi die Kirsche auf der Sahnehaube. Gezaubert wurden die Handletterings von Carolin Magunia. Die Illustratorin hat wirklich magische Hände. Wer mehr vom ihr sehen möchte, sollte auf ihrer Homepage www.carolin-magunia.de vorbeischauen.
zum Schreibstil
Genauso magisch wie die Handletterings ist der Schreibstil von Nikola Hotel. Kurzum: ich liebe ihn! Dieser ist leicht und beschwingt und ich bin wirklich an ihren wunderschönen Worten geklebt. Ich habe ihr die Handlungen der Protagonisten, die Gefühle, die Landschaftsbeschreibungen, ja einfach alles abgenommen. Sie trifft genau das richtige Maß und triftet nicht zu sehr in Kitsch ab. Einfach perfekt!
Wie ich oben schon geschrieben habe, habe ich das Buch innerhalb von 24 Stunden ausgelesen. Daran ist vorallem Nikolas einnehmender Schreibstil "schuld", der einem nur so durch die Zeilen fliegen lässt.
zur Handlung und den Protagonisten
Zugegebenermaßen war ich anfangs etwas skeptisch, weil ich dachte "schon wieder ein 0-8-15" klischeebehafteter New-Adult-Roman. Tja, falsch gedacht. Natürlich ist alles in irgendeiner Form schon mal da gewesen, was bei der Masse an dieser Art Romanen auf dem Buchmarkt ja kein Wunder ist, aber trotzdem war alles anders und neu verpackt. Lasst euch also von ein paar Klischees nicht abschrecken, ihr verpasst sonst wirklich ein großartiges Buch.
Ich habe die Handlung vom ersten Kapitel an als spannend empfunden. Ich wollte unbedingt wissen was damals auf der Insel passiert ist und wieso Ivy so plötzlich aus der Familie herausgerissen wurde. Man ahnt es zwar irgendwann, aber die Autorin schafft es dennoch die Spannung bis zum Schluss zu halten.
Das Buch ist übrigens aus Sicht von Protagonistin Ivy geschrieben. Wir dringen als Leser tief in ihren Kopf bzw. ihre Gedankenwelt ein. Manchmal hätte ich Ivy so richtig gerne durchgeschüttelt, weil sie so verkorkste Gedanken hatte oder Dinge interpretiert hat, die gar nicht so gemeint waren. Vorallem zu Beginn des Buches hatte ich dieses Bedürfnis ganz stark ; ). Aber auch Ivy lernt und entwickelt sich. Ich fand diesen Prozess sehr glaubhaft dargestellt.
Da wir die ganze Geschichte ja aus der Sicht von Ivy lesen, kommen die Blakely Brüder Asher und Noah zunächst nicht ganz so gut rüber. Man hat zunächst den Eindruck, dass beide ziemlich versnobt und herablassend sind. Dieser erste Eindruck verfliegt aber relativ schnell. Asher ist mir relativ bald ans Herz gewachsen und man spürt regelrecht, dass er für Ivy eine Maske aufsetzt, um sie nicht zu sehr ins Herz zu schließen. Ich würde ihn als sehr familienbewusst, intelligent, sportlich und gefühlvoll beschreiben. Ganz im Gegensatz zu Noah, dem Spaßvogel der Familie. Was soll ich sagen? Ich habe mich relativ schnell in den Rotzbengel Noah verliebt. Er kifft, er trinkt, er zockt - mein heimlicher Held! Die Zankerein mit Ivy haben mir immer wieder aufs Neue Lachtränen in die Augen getrieben. Ich fand die Beziehung von Ivy und Noah einfach nur brutal ehrlich dargestellt, so wie Geschwister eben sind. Sie streiten sich viel, haben sich aber in Wahrheit einfach nur gerne! An dieser Stelle sei gesagt, dass ich mich schon wie irre auf den 2. Teil und Noah's Geschichte freue #deswiderspenstigenzähmung.
Fazit
It was always you ist ein Buch mit Suchtgefahr. Fängt man einmal damit an kann man nicht mehr so schnell aufhören. Das Buch ist nicht nur ein Liebesroman, sondern auch eine gefühlvolle Familiengeschichte, die von Nikola zu Papier gebracht wurde. Es geht um Verluste und Trauer, Verdrängung und Vergessen und eine Vergangenheit, die es aufzuarbeiten gilt. Die Handletterings von Carolin Mangunia peppen die Story wunderbar auf. Ich habe die Geschichte von Ivy und Asher geliebt und freue mich jetzt schon wahnsinnig darauf Noah's Geschichte zu lesen.
Da ich ein weiteres Jahreshighlight entdeckt habe, kann ich eigentlich nur eine Leseempfehlung ausspechen!
Reihenauftakt über ein erschreckendes Endzeitszenario
Das Dorf (Finsterzeit 1) von Sandra Toth
Das erwartet euch
Das Dorf ist der erste Teil der Finsterzeit-Trilogie. Sandra Toth hat ein erschreckendes Szenario geschaffen - eine Welt, in der die Menschen plündern und morden, um zu überleben. Auch Thomas und Lara versuchen am Leben zu bleiben. Thomas Großvater Friedrich hat bereits vor Beginn der Finsterzeit vorgesorgt und eine Festung erbaut.
Genau diese Festung wollen die Beiden erreichen, erhoffen sie sich dort ein besseres Leben. Die Reise zur Festung ist allerdings mit vielen Gefahren verbunden, vorallem wenn man nicht mehr von Freund und Feind unterscheiden kann.
Viel mehr möchte ich gar nicht zur Handlung verraten. Den Rest müsst ihr selber lesen!
Meine Meinung
zum Cover
Als ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich: Das Buch muss ich lesen! Zu dem Zeitpunkt kannte ich noch nicht einmal den Klappentext. Das Cover hat mir aber schon alles gesagt, was ich wissen musste - nämlich, dass Das Dorf ein Buch ist, welches genau meinen Lesegeschmack trifft.
zum Schreibstil
Sandra Toth schreibt sehr einnehmend und erzeugt mit einfachen Worten ein wahnsinnig atmosphärisches Setting. Ich konnte mir die dem Untergang geweihte Welt sehr gut verbildlichen. Durch die doch eher kurzen Kapitel, welche übrigens aus verschiedenen Perspektiven geschrieben sind, kommt man beim Lesen gut voran. Ich war teilweise richtig getrieben, weil ich unbedingt wissen wollte wie es weiter geht. Dazu aber mehr im nächsten Punkt.
zur Handlung
Wie der Klappentext ja schon verrät, geht es in der Finsterzeit-Trilogie, um einen Energienotstand, welcher die Menschheit komplett spaltet. Es gibt die Mächtigen, wie Friedrich, und dann jene, die alles verloren haben und jeden Tag erneut ums Überleben kämpfen müssen. Das eigentlich erschreckende an diesem Szenario ist, dass es gar nicht soweit hergeholt ist. Wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, kann das alles durchaus so eintreten. Was passiert, wenn die Ressourcen auf der Erde knapp werden oder gar komplett ausgeschöpft sind? Genau das beschreibt Sandra Toth sehr ungeschönt.
Wie ich oben schon geschrieben habe, bekommen wir durch die verschiedenen Erzählperspektiven verschiedene Sichtweisen präsentiert. Das belebt die Story ungemein und trägt auch dazu bei die Spannung aufrecht zu erhalten. Ja, die Autorin weiß genau wie sie ihre Leserschaft zum Weiterlesen animiert :-) Allein das Ende ist so fies im Sinne von "Nein, es kann doch nicht schon aus sein!!!". Ich jedenfalls sehne die weiteren Teile, welche im August und September 2020 erscheinen herbei.
zu den Charakteren
Die Protagonisten sind sehr authentisch dargestellt. Ich konnte die Handlungen, insbesondere von Lara, sehr gut nachvollziehen. Ihre Entwicklung hat mich total überzeugt. Zu Beginn ist sie noch sehr ängstlich und pessimistisch eingestellt. Sie lernt jedoch ihre Stärken gekonnt einzusetzen, bleibt ihrem Charakter dabei aber treu. Thomas ist da schon ein etwas rätselhafterer Zeitgenosse und ich habe mich bei ihm die ganze Zeit gefragt, ob bzw. welches Geheimnis er wohl verbirgt. Er ist ein Beschützer durch und durch und schreit nach Testosteron. Seine plötzlichen Gefühlsausbrüche machen ihn aber auch irgendwie gefährlich.
Sehr viele Emotionen hat Friedrich in mir hervorgerufen. Seine ganze Ausstrahlung und auch seine Handlungen haben mich fassungslos zurück gelassen.
Auch die Nebencharaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Allerdings muss ich gestehen, dass mich die ganzen Namen am Anfang etwas verwirrt haben, da doch sehr viele Personen auf einmal auf einem zukommen.
Warum gibt's einen Stern Abzug? Weil es am Anfang tatsächlich etwas gedauert hat bis ich mich zurecht gefunden habe. Man bekommt eine zerrüttete Gesellschaft präsentiert und muss ich sich erst mal orientieren wer alle sind. Insbesondere bei den Personen aus dem Dorf hab ich etwas gebraucht. Hat man den roten Faden aber mal gefunden, flutscht die Story nur so dahin.
Fazit
Das Dorf - Finsterzeit 1 ist ein wahnsinnig einnehmender dystopischer Roman. Das erschreckende ist, dass das Szenario gar nicht so unrealistisch ist. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und wirbelt die Gefühlswelt der Leserschaft schon etwas auf. Ich bin schon sehr auf die beiden Fortsetzungen gespannt.
Eine poetische Reise zu sich selbst
flüchtig von Hubert Achleitner
flüchtig
von Hubert Achleitner
⭐⭐⭐/5 Sternen
Das erwartet euch
In flüchtig begleiten wir Maria, welche vor ihrer Ehe mit Herwig, ja eigentlich ihrem ganzen Leben, wegläuft. Eine schicksalshafte SMS auf dem Handy ihres Mannes hat für Maria ausgereicht um endgültig die Zelte abzubrechen und sang- und klanglos zu verschwinden.
Ihre Reise führt sie von Österreich bis nach Griechenland. Dabei findet sie nicht nur sich selbst, sondern trifft auch einige interessante Weggefährten.
Natürlich wird auch Herwigs Leben "nach Maria" beleuchtet.
Wie es den beiden auf ihrer jeweiligen Reise geht, müsst ihr selber lesen. Es ist auf jeden Fall sehr poetisch, religiös und auch ein klein wenig politisch.
Meine Meinung
zum Cover
In erster Linie wollte ich das Buch des Autors wegen lesen. Spätestens bei diesem verträumten und wunderschönen Cover, hätte ich es mir aber so und so gekauft, auch wenn es jetzt nicht so wahnsinnig viel Aussagekraft hat.
zum Schreibstil
Was soll ich sagen? Hubert Achleitner kanns einfach! Sein Schreibstil ist ganz wunderbar leichtgängig. Teilweise wird der Autor sehr poetisch, dann driftet er wieder in eine derbe Sprache ab. Ich liebe vorallem den eingestreuten österreichischen Dialekt. Ich habe mich dadurch richtig heimisch beim Lesen gefühlt.
Hubert Achleitner geizt auch nicht mit Details. Seine Landschaftsbeschreibungen - seien es die österreichischen Alpen oder die Mönchsklöster Griechenlands - sind wahnsinnig einnehmend und bildhaft. Bei mir stellten sich beim Lesen recht schnell Urlaubsgefühle ein.
zur Handlung
Ich fand die Thematik unheimlich spannend - eine Frau, die einfach verschwindet ohne jemanden etwas zu sagen. Leider war die Umsetzung dann teilweise zäh. Wie ich oben schon erwähnt habe, ist Hubert Achleitner sehr detailverliebt. Er verliert sich aber auch in Erzählsträngen, die eigentlich gar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben. Großteils sind dies Gedanken zu Religion und Glaube, die der Autor sehr ausschweifend beschreibt. Das sollte man vor Beginn der Lektüre vielleicht wissen, da das einach nicht jedermanns Sache ist. Für mich ging durch diese philosophischen Ergüsse einfach die Spannung verloren, wobei Spannung wahrscheinlich ohnehin das falsche Wort für diesen Roman ist. Das Buch beschreibt einfach das Leben der Bankangestellten Maria und von Musiklehrer Herwig, der in gewisser Weise genauso vor seiner Ehe flüchtet wie seine Frau.
zu den Charakteren
Tja, die Protagonisten sind wirklich sehr speziell und sicher auf anhieb keine Sympathieträger. Ich kann auch nicht behaupten, dass ich deren Werte und Moralvorstellungen gutheiße. Ich finde allerdings, dass sich sowohl Maria, als auch Herwig zum positiven entwickeln. So wie sich die Geschichte Zeit lässt, lassen sich auch die Protagonisten Zeit ihre positiven Seiten hervor zu kehren. Und eines muss man Maria und Herwig auch lassen: Durch ihre unperfekte Art heben sich die Beiden von der Masse ab und bleiben einem im Gedächtnis!
Fazit
flüchtig ist ein sehr philosophischer und musikalischer Roman. Wen wunderts, ist der Autor niemand anderer als Hubert von Goisern.
Neben der Hauptgeschichte werden viele kleine Nebengeschichten aus der Vergangenheit der Haupt- aber auch der Nebencharaktere eingestreut. Trotz des wirklich schönen Schreibstils war mir das Buch dadurch an manchen Stellen zu langatmig. Die Hauptgeschichte selbst hat mir aber sehr gut gefallen. Wer gerne emotionale und tiefgründige Geschichten liest, ist mit dieser Lektüre sicher bestens bedient.
Humorvoller, leichter Frauenroman
Zu wahr, um schön zu sein von Gabriella Engelmann
Das erwartet euch:
Zu schön, um wahr zu sein ist ein super humorvoller Frauenroman, der mir einige schöne Lesestunden beschert hat. In dem Buch geht es um die Mittvierzigerin Caro, welche ihren Mann zur Silberhochzeit mit einer riesigen Party überraschen will. Überrascht wird dann allerdings Caro und das nicht positiv.
Ihr Göttergatte outet sich! Plötzlich auf sich allein gestellt, verliert Caro auch noch ihren Job und sie muss lernen ihr Leben komplett neu zu sortieren.
Was sich eigentlich ziemlich schlimm anhört, liest sich total lustig und glänzt durch viel Situationskomik. Schön finde ich auch, dass sich das ganze vor der Kulisse Hamburgs abspielt - so wird das Urlaubsfeeling gleich mitserviert.
Meine Meinung:
zum Cover
Das Cover schreit Sommer, Sonne und Gute-Laune. Die bunten Illustrationen sind richtig passend, da sie alle irgendwo in der Geschichte auftauchen - toll gemacht!
zum Schreibstil
Gabriella Engelmann holt ihre Leser von der ersten Seite an ab. Ihr Schreibstil ist sehr locker und leicht und voller Wortwitz. Ich liebe ihre Beschreibungen und so mancher Vergleich hat mir Lachtränen in die Augen getrieben.
zur Handlung
Ich würde die Handlung am ehesten als "wie das Leben so spielt" beschreiben. Natürlich ist alles sehr überzogen dargestellt, aber genau diese übertriebene Darstellung macht das Buch so unterhaltsam. Es ist eine Geschichte zum Abschalten; ohne viel Nachdenken zu müssen.
Wer auf Spannung aus ist, wird hier allerdings nicht fündig werden. Das Buch ist zum Lachen und Seele baumeln lassen. Zudem kann man relativ bald erahnen, wie das Ganze enden wird m
zu den Charakteren
Eine gute Geschichte steht und fällt mit den Buchbewohnern. In diesem Fall hat Gabriella Engelmann alles richtig gemacht. Protagonistin Caro fand ich von Anfang an sehr sympathisch. Auch ihre teils naive Art hat mich in keinster Weise gestört, finde ich diese sogar irgendwie liebevoll. Mit ihrer besten Freundin Sylvia hat Caro die richtige Person zum Pferde stehlen an der Hand.
Gabriella Engelmann hat sowohl ihre Protagonisten, als auch die Nebenfiguren total lebendig dargestellt. Man sollte aber bedenken, dass sich das Übertriebene auch in den Charakteren widerspiegelt. Aber wir gesagt, mir hats so gefallen.
Fazit:
Wer ein Buch zum Abschalten sucht, mal wieder herzhaft lachen will und nicht alles ganznso erst nimmt, dem sei Zu wahr, um schön zu sein ans Herz gelegt. Von mir gibt's eine Leseempfehlung!
Trashiger und humorvoller Horror für Jugendliche
Bloom - Die Apokalypse beginnt in deinem Garten von Kenneth Oppel
Das erwartet euch:
Bloom ist definitiv anders. Ich würde es am ehesten in die Kategorie Sciene Fiction einordnen. Horrorelemente sind auch eingestreut.
Anders ist es auch weil die Helden im Buch klassische Antihelden sind. Genau genommen dreht sich alles um 3 Teenager, die schräger nicht sein könnten.
Anayas Schönheit versteckt sich hinter furchtbarer Akne und außerdem ist sie allergisch gegen so ziemlich alles. Ihre ehemals beste Freundin Petra leidet an einer seltenen Wasserallergie und Seth trägt seltsame Narben am Körper.
Als eines Tages saurer Regen auf die Erde fällt und seltsame, schwarze Pflanzen zu wachsen beginnen, scheinen die drei Außenseiter die einzigen zu sein, die gegen den Regen und das giftige Gras immun zu sein scheinen. Viel mehr noch entwickeln sie ungeahnte Kräfte. Es liegt an ihnen die Erde vor der drohenden Apokalypse zu retten.
Viel mehr will ich zur Story gar nicht verraten. Stellt euch aber schon mal auf ein trashiges Leseerlebnis mit viel schrägem Humor ein.
Meine Meinung:
zum Cover
Das Cover ist richtig gelungen und passt einfach zur Handlung. Live schaut es noch um ein vielfaches besser aus. Auf Fotos kommt es gar nicht so richtig zur Geltung. Die schwarzen Ranken sind übrigens auch im Buchinneren zu finden. Von mir gibts einen Daumen nach oben für die Illustration.
zum Schreibstil
Ich habe vorher leider noch nichts von Kenneth Oppel gelesen. Leider, weil mir sein Stil echt gut gefällt. Er schreibt sehr angenehm und flüssig, geizt allerdings auch nicht mit Fachausdrücken aus dem wissenschaftlichen Bereich bzw. der Pflanzenkunde. So konnte ich tatsächlich noch was lernen ;-)
Kenneth Oppel versteht es definitiv mit wenigen Worten eine spannende Atmosphäre zu versprühen. Gleichzeitig ist er aber auch sehr humorvoll. Ich liebe diese Mischung einfach.
zur Handlung
Die Handlung war so ganz anders als ich es erwartet habe, sprich es ging in eine ganz andere Richtung. Das hat mich wirklich (positiv) überrascht. Kenneth Oppel zäumt das Pferd von hinten auf - im Prolog befinden wir uns am Ende des Buches. Hier entstehen gleich mal eine Menge Fragezeichen und man will einfach weiter lesen. Mit der Auflösung müssen wir uns dann aber ein bisschen gedulden. Der Samen für ein spannendes Abenteuer wurde aber gesäht.
In etwa ab der Hälfte hatte ich dann zugegebenermaßen mal einen kleinen Hänger. Da ich aber wie gesagt unbedingt wissen wollte was das Ganze zu bedeuten hat, konnte ich diese kleinen Längen verzeihen. Der Schluss wird dann ziemlich rasant und so richtig herrlich trashig. Kennt ihr fleischfressende Pflanzen? Nein? Dann lest das Buch!!!
Vielleicht noch kurz dazu: Das Buch ist der Auftakt einer Trilogie. Man kann Bloom aber auch gut als Einzelband lesen. Klar bleiben dann vielleicht ein paar Fragen unbeantwortet - das ist aber wirlich nicht schlimm. Wer es genau wissen möchte, wird die Reihe ohnehin weiter verfolgen.
zu den Charakteren
Die Protagonisten sind so herrlich perfekt unperfekt. Wisst ihr was ich meine? Mit ihren ganzen Macken sind sie mir alle irgendwie ans Herz gewachsen. Auch wenn ich zum Beispiel bei Petra mit ihrer divenhaften Art etwas länger gebraucht habe.
Alle drei Helden wurden mit einer Menge Charaktereigenschaften ausgestattet, was ihnen einen schönen Tiefgang verliehen hat. Schön fand ich auch den einen und anderen Schwenk in die Vergangenheit, wodurch ich das eine oder andere Verhalten der Protagonisten noch besser nachvollziehen konnte.
Übrigens wechseln die Erzählperspektiven zwischen den Helden hin und her. Das belebt das Buch ungemein.
Fazit
Bloom - Die Apokalypse beginnt in deinem Garten ist ein Leseerlebnis "der anderen Art". Ich mochte den trashigen Stil, der mich an alte Horrorfilme im Stil von "Die Körperfresser kommen" sehr. Der Genremix ist hier auch sehr gelungen. Fans von Sci-Fi, Horror und Dystopien kommen voll auf ihre Kosten. Trotz einiger Längen habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt und kann euch das Buch wärmstens weiterempfehlen.
Ein Buch über Familie, Freundschaft und Liebe mit jeder Menge Zuckerguss
Crazy in Love von Emma Winter
Das erwartet euch:
Mit Crazy in Love legt Emma Winter einen zuckersüßen Reihenstart vor.
Die junge Sasha bekommt wahrlich nichts geschenkt. Sie verliert schon früh ihren Vater und wächst allein bei ihrer Mutter auf. Die Familie ihres Vaters, welche in der High Society Bostons lebt, hat sie nie kennen gelernt.
Offenbar kam es durch die Ehe ihres Vaters mit Sashas unkonventioneller Mutter zum Bruch. Sashas Mütter wurde als nicht standesgemäß erachtet.
Die ehrgeizige Sasha ist fest entschlossen wie ihr Vater Medizin in Yale zu studieren und dessen Forschungen weiter zu führen. Sie nimmt also Kontakt zur Bostoner Verwandtschaft auf und beschließt ihr letztes Schuljahr dort zu verbringen und ein heißbegehrtes Stipendium für Yale zu ergattern.
Leider ist ihr in der Familie nicht jeder wohlgesonnen. Einen guten Draht findet sie nur zu ihrer Tante Linda. Auch auf der neuen Schule hat Sasha keinen leichten Start. Sie wird wie eine Außenseiterin behandelt und bekommt zu spüren, dass sie nicht in die Yvi League gehört. Und dann ist da noch Mitschüler Ben, ein Frauenschwarm mir meergrünen Augen, der ihr so richtig den Kopf verdreht. Und das obwohl Ben noch nicht mal besonders nett zu Sasha ist. Auch er kommt aus besten Kreisen und soll einmal in die Fußstapfen seines Vaters steigen. Ein Snob durch und durch, bis seine Fassade zu bröckeln beginnt.
Euch erwartet eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen, die beide ihren eigenen Weg finden wollen. Mit dabei sind jede Menge Zankereien, Herzschmerz, Kaffee und viele zuckersüße Cupcakes für jede Lebenslage.
Meine Meinung:
zum Cover
Mir gefällt das Cover sehr gut, auch wenn es rosa ist. Es erweckt bei mir irgendwie den Eindruck von Zuckerguss und Backwerk, was mega passend ist. Sasha ist nämlich eine leidenschaftliche Cupcake-Bäckerin. Am besten ihr stellt euch vor dem Lesen schon mal was Süßes bereit ; ihr werdet es brauchen.
zum Schreibstil
Emma Winter hat einen sehr lockeren und leichten Schreibstil. Man fliegt nur so durch die Zeilen. Ich war tatsächlich sehr schnell durch mit dem Buch.
Die kurzen Kapitel sind auch sehr angenehm. Ein paar Tippfehler haben sich eingeschlichen. Macht aber nix. Darüber kann ich hinwegsehen.
zur Handlung
Emma Winter hat das Rad jetzt nicht neu erfunden. Im Prinzip war alles schon mal da. Dennoch oder vielleicht auch deswegen habe ich mich wohlgefühlt beim Lesen. Es war ein bisschen wie heimkommen.
Die Kapitel wechseln zwischen Sasha und Ben hin in her. So lernen wir beide recht gut kennen und erleben ihre Gefühle jeweils aus erster Hand. Und davon sind wirklich jede Menge vorhanden. Die ganze Geschichte ist ein emotionales Auf und Ab und sie endet mit einem fiesen Cliffhanger, den ich allerdings wenn ihr ehrlich bin erwartet habe. Es ist daher auch nicht so, dass ich unbedingt gleich weiter lesen muss, da ich irgendwie schon eine Vorahnung habe, was mich im nächsten Band erwartet.
zu den Charakteren
Man sollte sich beim Lesen immer vor Augen halten, dass die Protagonisten Sasha und Ben beide noch sehr jung sind und entsprechend agieren. Manchmal hätte ich die beiden gerne geschüttelt und ihnen gesagt sie sollen doch mal miteinander reden; so verhalten sich doch keine Erwachsenen. Auch diese Geheimniskrämerei fand ich sehr kindisch. Aber wie gesagt, die beiden sind jung und es sei ihnen verziehen.
Eine Entwicklung konnte ich auch (noch) nicht so wirklich feststellen. Ich gehe davon aus, dass diese erst in dem Folgenbänden vonstatten geht.
Sasha und Ben sind auf jeden Fall zwei starke Protagonisten, die für ihre Sache kämpfen. Man merkt wie wichtig Sasha das Medizinstudium ist und sie lässt sich wirklich nicht beirren.
Bei Ben spürt man die Leidenschaft sogar noch einen Tick mehr. Ich finde es großartig, dass er sich nicht auf den Namen seiner Familie ausruht. Und er scheut sich auch nicht davor sich die Finger schmutzig zu machen. Auch ihm vergönne ich den heiß ersehnten Studienplatz in Yale.
Fazit:
Crazy in Love ist kein Meisterwerk, aber eine nette Unterhaltungslektüre für Zwischendurch. Es geht um Familie, Freundschaft, die Liebe und die Leidenschaft für seine Träume zu kämpfen. Trotz einiger kleiner Kritikpunkte habe ich es gerne gelesen und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen!
Liebe & Drama inmitten des Puderkrieges der 20er Jahre
Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung von Bomann Corina
Das erwartet euch
Sophias Hoffnung ist der Auftakt einer Trilogie, welche in den goldenen 20er Jahren angesiedelt ist. Euch erwartet eine Geschichte über eine mutige Frau, die für die Verwirklichung ihrer Träume quer über den Globus reist. Schicksalsschläge und Dramen bleiben nicht aus. Es ist aber auch ein Buch über die Leidenschaft einer Frau zu ihrer Arbeit - dem Herstellen von Kosmetika.
Sophia erhält eine Stelle bei der berühmten Schönheitspionierin Helena Rubinstein und folgt ihr dafür nach New York. Dort findet sie nach der harten Zeit in Berlin und Paris endlich ihr Glück und die Liebe. Sie gerät aber auch zwischen die Fronten des "Puderkrieges", der zwischen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden tobt.
Der Zeitgeist der 20er Jahre ist beim Lesen bzw. Hören die ganze Zeit spürbar. Corina Bomann lädt uns in Flüsterkneipen auf einen illegalen Champagner ein, warnt vor der Mafia und nächtlichen Schusswechseln und gibt schillernde Bälle zu denen die High Society geladen ist.
Meine Meinung
Bevor ich auf die einzelnen Punkte eingehe, möchte ich anmerken, dass das Buch meine Erwartungen mehr als erfüllt hat. Das Buch gibt so viel mehr her als der Klappentext verrät!
zum Cover
Das Cover macht einen sehr verspielten Eindruck auf mich. Von den kräftigen Farben, vor allem dem Rosatönen habe ich mich zunächst etwas erschlagen gefühlt. Da es im Buch um die Kosmetikindustrie geht, finde ich es aber wiederum total passend.
zum Schreibstil
Ich liebe den Schreibstil von Corina Bomann. Sie legt viel Wert auf Details und ihre Beschreibungen sind dadurch sehr lebendig und bildhaft. Gleichzeitig schafft sie es schnörkellos zu bleiben, sodass ich ein richtig angenehmes Hörerlebnis hatte, dem ich leicht folgen konnte.
zur Handlung
Am Anfang hatte das Buch ein paar Längen, welche auch der Grund waren auf das Hörbuch zu wechseln. Die Entscheidung war goldrichtig, sonst wäre mir wahrscheinlich eine spannende, authentische Geschichte entgangen.
Ich finde es super wie Corina Bomann Fakt und Fiktion miteinander verwebt. Der "Puderkrieg" zwischen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden war mir bisher unbekannt und ich fand es wahnsinnig spannend davon zu erfahren.
Überhaupt war Sophia's Werdegang sehr authentisch dargestellt und und ich bin ihr mit Faszination gefolgt.
Ein paar Längen hatte die Handlung, aber über diese konnte ich beim Hören hinwegsehen. Ab der zweiten Hälfte des Buches wird es ohnehin spannender und im letzten Drittel überschlagen sich die Ereignisse. Das Ende kam dann mit einer wahnsinnigen Überraschung daher, die mich auf einen spannungsgeladenen zweiten Band hoffen lässt.
zu den Charakteren
Corina Bomann schafft es selbst den kleinsten Nebencharakter so zu beschreiben, dass er im Gedächtnis bleibt. Ihre Figuren haben Tiefgang und sind authentisch.
Protagonistin Sophia ist eine warmherzige, sympathische junge Frau, die mit Leidenschaft ihrem Studium der Chemie nachgeht. Leider kann sie dieses nicht abschließen, was aber nicht heißt, dass sie sich von diesem Umstand abhalten lässt zu tun was sie will - Kosmetik herstellen. Ich bewundere Sophia's Mut und Stärke, steht sie doch zu Beginn ganz alleine auf weiter Flur. Sophia ist als wunderbares Vorbild dargestellt. Sie ist aber auch nicht frei von Fehlern, was sie noch natürlicher und realistischer erscheinen lässt. Sophia ist mir genauso wie ihre quirlige Freundin, die Soireetänzerin Henny ans Herz gewachsen. Bei Henny war so wahnsinnig viel Lebensfreude spürbar, das habe ich so richtig genossen.
Die beiden historischen Persönlichkeiten Helena Rubinstein und Elizabeth Arden wirken beide gleichermaßen faszinierend. Die zwei Frauen sind sich sehr ähnlich - stur und darauf bedacht ihr Imperium an die Spitze zu führen. Als Sympathieträgerinnen würde ich die zwei jedoch nicht bezeichnen.
zum Hörbuch
Das Hörbuch aus dem Hörbuch Hamburg Verlag wird von Karoline Mask von Oppen gesprochen. Ich mochte die Stimmfarbe der Sprecherin wahnsinnig gerne. Sie hat den Charakteren noch viel mehr Tiefgang verliehen, den ich beim Lesen sicher nicht so wahrgenommen hätte. Außerdem fand ich es faszinierend, dass sie auch die männlichen Parts sehr gut rüber bringt. Karoline Mask von Oppen hat mich die fast 17 Stunden, die das Hörbuch dauert gut unterhalten.
Fazit
Sophias Hoffnung ist ein vielversprechender Reihenauftakt. Corina Bomann beschreibt mit viel Gefühl und Drama den Zeitgeist der 1920er Jahre. Neben Sophias persönlicher Geschichte erhalten wir als Leser auch einen umfassenden Einblick in den "Puderkrieg" der Konkurrentinnen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden.
Ich bin froh das Buch gehört zu haben. Die Sprecherin Katharina Mask von Oppen überzeugt und die Längen, die die Geschichte aufweist merkt man nicht so stark wie es beim Lesen gewesen wäre.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass Corina Bomann eine großartige Geschichte geschrieben hat, für die ich 4 Sterne vergebe und eine klare Lese- und/oder Hörempfehlung ausspreche!
Das Leben von Madame Nan
Wie uns die Liebe fand von Stihlé Claire
Wie uns die Liebe fand von Claire Stihlé aus dem Droemer Verlag wurde mir über Lovelybooks als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Leider hat es meine Erwartungen nicht erfüllen können.
Ich bin aufgrund des Klappentextes von einer witzigen Liebesgeschichte ausgegangen. Das Buch ist allerdings eher eine Familiengeschichte.
Die Geschichte wird aus Sicht der 92-jährigen Madame Nanon erzählt, die schon früh verwitwet und ihre 4 Töchter - allesamt im Teenageralter - alleine großziehen muss. Sie übernimmt einen kleinen Lebensmittelladen, in welchem sie, einer Erfindung ihrer Töchter sei dank, "Liebesbomben" anbietet. Diese sorgen in dem kleinen Dorf bald für mächtig Gesprächsstoff. Madame Nan, wie sie liebevoll genannt wird, lässt ihr Leben Revue passieren, dabei bekommen wir die eine und andere witzige Anekdote präsentiert. Die meiste Zeit fühlte ich mich allerdings leider gelangweilt und ich konnte der Geschichte dadurch nicht mehr so richtig folgen.
Den Schreibstil selbst habe ich jetzt auch nicht als außergewöhnlich empfunden. Meines Erachtens gab es einfach zu viele unnötige Längen, die das Leseerlebnis getrübt haben.
Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich auch die Tatsache, dass das Buch keine Kapitel beinhaltet. Mir persönlich hat dies das Lesen nochmals erschwert, da ich irgendwie kein Ende - und sei es nur ein Kapitelende - vor Augen hatte. Ab einem gewissen Punkt habe ich das Lesen nur mehr als zäh und anstrengend empfunden. Da konnte Madame Nan's liebe- und humorvolle Art auch nichts mehr retten.
Zwei Sternchen vergebe ich dennoch. Das erste gibt es für die wirklich schöne Buchgestaltung. Das Buch ist ein Klappbroschur und wirkt sehr edel. Die dezenten Blütenblätter auf dem Buchdeckel sind geprägt und teilweise erhaben. Man hat ein gutes Gefühl, wenn man das Buch in in die Hand nimmt.
Den zweiten Stern gibt es für die Rezepte am Ende des Buches. Ich finde dies wirklich eine gelungene Idee, die einem die Geschichte näher bringt.
Fazit:
Wie uns die Liebe fand ist keine klassische Liebesgeschichte. Ich würde es eher als die Biographie von Madame Nanon beschreiben. Es ist ein Buch über ihre Familie und das Dorfleben und beleuchtet auch Politik und Geschichte. Trotz witziger Stellen war mir das Gelesene im Gesamten zu wenig spannend und zu langatmig. Ich kann daher leider keine Empfehlung aussprechen.
Ein Buch über eine wunderbare Vater-Sohn-Beziehung, Freundschaft und gemeinsamer Trauerbewältigung
Pandatage Roman. Gebunden. von Gould-Bourn James
Meine Meinung:
Wäre ich nicht bei Vorablesen.de über das Buch gestolpert, hätte ich es wahrscheinlich gar nicht so wahrgenommen. Zum Glück kam es aber anders, denn sonst wäre mir ein richtig tolles Highlight entgangen. James Gould-Bourn hat einen wahnsinnig einnehmbaren Schreibstil. Dieser ist sehr einfach und leicht zu lesen und sehr humorvoll.
Man fliegt nur so durch die Zeilen und fühlt sich beim Lesen richtig wohl.
Die Handlung selbst punktet - wie der Klappentext ja schon vermuten lässt - mit viel Situationskomik. Ich habe wirklich oft und herzhaft gelacht beim Schmökern und dabei den einen und anderen Seitenblick von meinem Mann geerntet. Dabei geht es eigentlich um ein tragisches Thema. Der kleine Will hat nämlich seine Mutter bei einem Verkehrsunfall verloren und leidet seitdem an selektivem Mutismus. Das trifft vorallem seinem Vater Danny sehr, welcher seinem Sohn gerne näher wäre, aber nicht so richtig weiß wie er an ihn herankommen kann. Neben diesem harten Schicksal verliert Danny auch noch seine Stelle als Bauarbeiter und ihm droht die Kündigung seiner Wohnung. Außerdem möchte sein Vermieter ihm wortwörtlich alle Knochen brechen, sollte Danny seine Mietrückstände nicht binnen einem Monat begleichen. Es muss also wirklich dringend ein neuer Job her. Während der scheinbar aussichtslosen Suche kommt Danny im Park die Idee sich als Straßenkünstler zu verdienen - in einem billigen und miefigen Pandakostüm, welches er durch Zufall in einem Kostümladen zu einen Spottpreis erwerben kann. Natürlich beginnt alles als riesiges Desaster. Danny wird bestohlen, von Kindern vermöbelt und ausgelacht und im Bus von Pole-Tänzerin Krystal so richtig gemein beleidigt. Umso kurioser ist es, dass ausgerechnet Krystal Danny's Retterin in der Not sein wird - sie lässt sich nämlich tatsächlich überreden Danny Tanzunterricht zu geben.
Die ganze Handlung und vorallem die Charaktere sind natürlich sehr überzogen dargestellt, aber genau das macht die Geschichte so einzigartig, witzig und geistreich. Das Buch lebt in meinen Augen von seinen skurillen Bewohnern. Einer meiner Lieblinge ist Danny's bester Freund Ivan. Der aus der Ukraine stammende Bauarbeiter tritt mit seinen vermeintlichen Knasttätowierungen als harter und bedrohlicher Kerl auf, nur um dann daheim in der Küche Kuchen zu backen. Er war so gut dargestellt, dass ich beim Lesen sogar seinen Akzent herausgehört habe. Genauso hat es sich mit Krysal verhalten. In meinem Kopf hat sie sich als Superzicke und Tussi manifestiert...ein Glitter- und Glamourgirl, dass Beleidigungen am Fliesband austeilt. Im Herzen ist sie allerdings eine gute Fee, würde sich das jedoch nie und nimmer eingestehen. Auch mit ihr hatte ich so richtig viele Lachmomente. Weitere Weggefährten waren dann noch Kevin alias El Magnifico, der von sich selbst behauptet allein durch seine Gedanken Dinge in Brand stecken zu können und der smarte, studierte Straßensänger Tim mit seiner Katze. Einfach herrlich was sich James Gould-Bourn hat einfallen lassen. Ich fühlte mich in keiner Sekunde gelangweilt.
Nebenbei vermittelt das Buch noch eine schöne Botschaft. Egal was für schwere Zeiten auf einen zukommen, gemeinsam kann man alles überstehen und schaffen. Ich fand es auch total schön zu erleben wie sich die Vater-Sohn-Beziehung von Will und Danny entwickelt. Beide haben voneinander gelernt und letztendlich wieder zueinandergefunden. Die Beziehung der beiden war sehr authentisch dargestellt.
Fazit:
Pandatage ist ein großartiges, humorvolles Buch über das Leben und das Schicksal in all seinen Facetten. Trauerbewältigung spielt eine große Rolle. Trotz einiger tragischer Situationen hat man beim Lesen aber immer ein positives Gefühl. Die meisten Szenen sind ohnehin grandios humorvoll und auch etwas überzogen. Wer mal wieder so richtig laut und herzhaft lachen will, sollte sich die Geschichte des Tanzbären nicht entgehen lassen. Von mir bekommt das Buch eine klare Leseempfehlung!











