Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985 :
Ein herrlich witziger und turbulenter finnischer Ferienspaß!
Flora Salmanteri und die Mini-Piraten Band 1 von Noora Kunnas
Mein Urlaub ist heuer ausgefallen. Naja, zumindest fast. Denn ich habe beschlossen meine Ferien gemeinsam mit Lilli und Mikko in Vammala in Finnland zu verbringen. Und was für einen riesigen Spaß ich dabei hatte. Es waren so ziemlich die genialsten Ferientage seit Langem!
Noora Kunnas hat mit Flora Salmanteri und die Mini-Piraten eine unglaublich lustige und abgedrehte Detektivgeschichte geschrieben, die durch ihre schrulligen und skurrilen Charaktere lebt.
Lilli und Mikko sind dazu verdonnert die Ferien bei ihrem schrecklichen Onkel Jim, der Kinder so überhaupt nicht leiden kann, zu verbringen. Dem kinderhassenden Onkel ist nichts recht. Am liebsten wäre es ihm, wenn die Kinder einfach gar nichts angreifen würden, weil sie ohnehin nur Dreck machen und Chaos stiften. Zum Glück lernen Lilli und Mikko aber schon am ersten Tag Jims Nachbarin Flora kennen. Die liebevolle und rüstige alte Dame lädt die Kinder kurzerhand zu sich nach Hause ein. Und schon werden aus den furchtbarsten Ferien die besten Ferien des Lebens!
Ich muss gestehen, dass ich schon lange kein so originelles und durchgeknalltes Kinderbuch mehr gelesen habe. Allein schon die Charaktere sind so richtig schön schräg. Nehmen wir als erstes gleich mal Flora Salmanteri unter die Lupe. Flora ist eine Oma, wie man sie sich nur wünschen kann. Sie ist unglaublich herzlich, liebevoll und außergewöhnlich. Ihr Frühstück ist die Wucht und im Keller hat die Oma einen 3D-Drucker stehen, mit welchem sie für ihren Freund Kapitän Holzbein-Vorsteen kleine Piraten herstellt. Außerdem lebt Oma Salmanteri mit einem sprechenden Hahn zusammen. Ja, richtig gelesen. Pedro ist ein richtiges Plappermaul. Er trägt Lederjacke und schillernde Boots, fährt Cadillac und ist ein riesiger Fan von Schlagerstar Monika. Und dann sind da noch die zahlreichen anderen Bewohner Vammalas, jeder für sich einzigartig.
Flora Salmanteri und die Mini-Piraten ist einfach ein Buch, dass durch seine facettenreichen Charaktere lebt. Aber auch die Geschichte an sich ist unglaublich gelungen. Ich verrate mal soviel, dass durch einen klitzekleinen Unfall im Keller die Mini-Piraten zum Leben erweckt werden und das beschauliche Städtchen Vammala ins Chaos gestürzt wird. Und ganz nebenbei treibt auch ein Juwelendieb sein Unwesen. Das alles und noch viel mehr passiert ausgerechnet, an dem Wochenende des berühmten Blumenwettbewerbes.
Ich kann euch sagen es ist ganz schön viel los in der finnischen Kleinstadt. Ich wusste beim Lesen gar nicht wo oben und unten ist, so viel ist passiert. Ich habe die detektivische Geschichte mit Spannung verfolgt und ziemlich viele Lachtränen vergossen. Noora Kunnas hat einen wahnsinnig humorvollen Schreibstil, der natürlich kindgerecht angepasst ist. Das ganze wird perfekt durch viele große und kleine schwarz-weiß Illustrationen von Teemu Juhani ergänzt. Einfach klasse!
Die Geschichte bildet übrigens den Start einer Reihe, was mich besonders freut. Sie ist aber auch ganz wunderbar als Einzelband lesbar.
Wenn ihr Lust auf ein kurzweiliges und ultra-witziges Abenteuer mit schrägen Charakeren und einer abgedrehten Geschichte habt, dass solltet ihr euch Flora Salmanteri und die Mini-Piraten auf keinen Fall durch die Finger gehen lassen.
Fazit:
Ziemlich durchgeknallt, super-witzig und herrlich schräg - das ist Flora Salmanteri und die Mini-Piraten. Noora Kunnas hat ein unglaublich originelles Kinderbuch mit skurillen und einzigartigen Charakteren und einer spannenden und lustigen Detektivgeschichte zu Papier gebracht. Ich hatte einen riesigen Spaß beim Lesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Absolute Leseempfehlung! Nicht nur für Kinder!
Der besondere Antiquitätenladen
Die Geister der Pandora Pickwick von Wolff Christina
Als ich auf Die Geister der Pandora Pickwick gestoßen bin, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich musste das Buch einfach lesen, allein schon wegen des tollen Covers. Denn sind wir uns mal ehrlich. Wir haben hier einen richtigen Eyecatcher. Und wie ich es vorhergesehen habe, konnte mich auch die Geschichte so richtig packen.
Es war einfach spuktastisch!
Wenn die Uhr Mitternacht schlägt, geht's rund im Pandoras Antiques. Bereits an ihrem ersten Ferientag, den Fanny bei ihrer Tante im Antiquitätenladen verbringt, bemerkt das junge Mädchen, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht. Erst piekst sie etwas beim Teetrinken in die Schulter, dann staubt die blitzeplank geputzte Truhe ihrer Tante wieder ein, in der Nacht poltert es im Laden, Fannys Süßigkeiten verschwinden und Tante Harriet verhält sich auch sehr merkwürdig. Fanny geht der Sache auf den Grund, denn sie ist sich sicher, dass sowohl ihre Tante, als auch ihre Adoptiveltern ihr etwas Bedeutendes verschweigen.
Das Geheimnis des Antiquitätenladens und was Fanny alles erlebt, müsst ihr natürlich selber herausfinden. Christina Wolff hat mich mit ihrem gespenstischen Abenteuer unglaublich an die Seiten gefesselt. Die Autorin hat den Antiquitätenladen in der Portobello Road mit viel Liebe zum Detail ausgestaltet und mich mit wundervollen London-Vibes verzaubert. Zudem schreibt sie sehr bildhaft, herrlich locker und humorvoll.
Fanny ist eine tolle Protagonistin - neugierig, wissbegierig und sehr mutig. Und das muss sie auch sein im Pandoras Antiques. Aber auch die zahlreichen weiteren Charaktere wurden mit unglaublich viel Herzblut gestaltet. Von der chaotischen Tante Harriet über den schrulligen Kunsthändler Mr. Pennyhold bis hin zum sehr von sich selber überzeugten Plagegeist Alastair, welcher übrigens einer meiner Favoriten im gespenstischen Ensemble ist. Jetzt hab ich aber wahrscheinlich schon zu viel verraten, wobei ja eigentlich der Titel schon verrät, dass es ziemlich übernatürlich wird.
Christina Wolff hat mich Seite um Seite ins Staunen versetzt. Die Richtung, in die sich die Geschichte entwickelt hat, habe ich so überhaupt nicht kommen sehen. Und so wurde ich immer wieder neu überrascht. Ein weiterer Nebeneffekt war, dass ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte, weil ich unbedingt alle Rätsel gelöst haben wollte. Da war die brennende Frage, wer Fannys leibliche Eltern wirklich sind und warum alle so ein Geheimnis daraus machen. Aber auch was der seltsame Kunsthändler Mr. Pennyhold im Schilde führt, der immer wieder in Harriets Laden auftaucht und ein beunruhigendes Interesse an der alten Truhe hat. Und was sind das für gefährliche Gestalten, die Fanny ständig vor dem Laden auflauern? Achja, ganz zu schweigen die Identität des Süßigkeitendiebes... Und was soll ich euch sagen! Die Auflösung hat mich einfach verblüfft. Dieses Ende habe ich nicht kommen sehen und ich bin einfach begeistert davon, weil es eben so unvorhersehbar ist. Bis es soweit ist, steht euch aber eine turbulente und mitreißende Geschichte bevor, die euch einmal quer durch London von der Tower Bridge, in den Buckingham Palace und andere faszinierende Orte führt. Am besten ihr überzeugt euch einfach selber von der Geschichte.
Fazit
Die Geister der Pandora Pickwick ist ein atmosphärisches, turbulentes, humorvolles und auch ein bisschen gruseliges Leseabenteuer mit London-Vibes. Ich hatte unglaublich viel Spaß mit Fanny, Alastair, Tante Harriet & Co. Christina Wolff hat eine spannende und gespenstische Geschichte mit vielen Wendungen und unvorhersehbaren Überraschungen zu Papier gebracht und mich unglaublich an die Seiten gefesselt.
Absolute Leseempfehlung!
Temporeiche High Fantasy mit tollen Protagonisten und einem genialen Magiesystem
Die Geister der Pandora Pickwick von Wolff Christina
Die Legende des Zauberers ist eines jener Bücher, die ziemlich durchwachsene Bewertungen haben. Umso neugieriger war ich darauf. Und was soll ich sagen, mir hat die Geschichte von Zauberer Cororan Gray und Tempelsklavin Brix sehr gut gefallen.
Breanna Teintze hat eine ganz tolle Art zu schreiben.
Temporeich, sehr unkompliziert, flüssig, mit viel Humor und Sarkasmus erzählt die amerikanische Autorin von Zauberer Cororan Gray, der seinen Großvater aus der Gefangenschaft der Magierinquisition retten will, da sich dieser angeblich mit verbotener Nekromantie beschäftigt hat. Wo sein Großvater festgehalten wird, weiß Corcoran allerdings nicht. Er hat nur wage Hinweise, die den jungen Zauberer über ein paar Umwege in den Tempel eines ziemlich rachsüchtigen Gottes führen. An Grays Seite ist Tempelsklavin Brix, die auf der Flucht ist und durch einen glücklichen Zufall auf den Zauberer stößt. Brix hält zwar nichts von Magiern, kann Grays Hilfe aber doch ganz gut gebraucht. Eine Hand wäscht so zu sagen die andere.
Mich hat die rasante Heldenreise unglaublich gut unterhalten. Die Legende des Zauberers ist High Fantasy, die durch ihre großartigen Protagonisten lebt. Gray ist einfach nur cool. Ich mag den Zauberer, der es mit dem Gesetz nicht ganz so genau nimmt total gerne. Er trägt sein Herz am rechten Fleck, ist selbst aber nicht frei von Fehlern. Sein Humor und seine sarkastische Ader haben mich oft laut und herzhaft lachen lassen. Mit Sklavin Brix liefert sich Gray eine hitzige Wortschlacht nach der anderen. Die beiden sind wie Katz und Maus. Zwischen den Zeilen spürt man aber auch die Anziehung der beiden zueinander. Ich mochte die Dynamik zwischen Gray und Brix unglaublich gerne.
Das Genialste an der Geschichte ist aber das außergewöhnliche Magiesystem. Dieses basiert auf Runen. Jeder Zauberspruch muss vor dem Aussprechen erst geschrieben werden. Zudem hat jeder gewirkte Zauber seinen Preis. Die Magie ist wie Gift für den Anwender, weshalb sich manche Zauberer Sklaven halten, an die sie das Gift weiterleiten können. Gray ist in dieser Hinsicht aber anders. Er erträgt die körperlichen Schmerzen selber, was ihn umso sympathischer und liebenswerter macht. Ich finde übrigens, dass Gray ein sehr talentierter Zauberer ist. Warum im Klappentext von "mäßig begabt" die Rede ist, kann ich so gar nicht nachvollziehen. Dieser Umstand sollte einem nicht vom Lesen dieses Buches abhalten.
Mich konnte Die Legende des Zauberers von Anfang an fesseln, wollte ich doch unbedingt wissen wie die eher zum Scheitern verurteilte Mission von Gray ausgeht. Ich kann das Buch jedem Freund von leichter und unkomplizierter High Fantasy ans Herz legen.
Fazit
Manche Bücher brauchen kein großartiges, detailliertes Worldbuilding um gut zu sein. Und auch die Protagonisten müssen nicht immer wahnsinnig tiefgängig sein, solange ich ihre Handlungen nachvollziehen kann und sie mich unterhalten. Beides trifft auf Die Legende des Zauberers zu. Breanna Teintze hat eine spannende Heldenreise mit sympathischen Protagonisten und einem genialen Magiesystem zu Papier gebracht. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und freue mich schon auf Band 2.
Absolute Leseempfehlung!
Zauberhafte Gute-Nacht-Geschichten. Pädagogisch wertvoll!
Anouk, die nachts auf Reisen geht (Anouk 1) von Hendrikje Balsmeyer; Peter Maffay
In letzter Zeit lese ich durch meine 2-jährige Tochter vermehrt Kinderbücher. Dabei achte ich vorallem auf pädagogisch wertvolle Inhalte, aber auch auf die optische Aufmachung. Als ich Anouk, die nachts auf Reisen geht das erste Mal in der Buchhandlung gesehen habe, war ich einfach hin und weg.
Das Gute-Nacht-Geschichten-Buch ist unglaublich liebevoll gestaltet und lädt zum Träumen und Abenteuer erleben ein. Da das Buch aber auch wahnsinnig stimmungsvoll von Nora Jokhosha vertont wurde, habe ich beschlossen es vorweg als Hörbuch zu hören. Ich kann nur sagen, so macht Schlafengehen Spaß!
Peter Maffay und seine Frau Hendrjike Balsmeyer haben für ihre Tochter ein ganz zauberhaftes Buch geschrieben und lassen uns zum Glück auch daran teilhaben. In sieben abgeschlossenen Geschichten erlebt die kleine Anouk nach dem Einschlafen aufregende Abenteuer. Sie träumt sich zu den Indiandern, den Eskimos, den Rittern und zu vielen weiteren spannenden Orten, wie den Zirkus oder den Bauernhof. Auf ihren nächtlichen Reisen schließt sie nicht nur tolle neue Freundschaften, sondern sie hilft auch den Kindern bei ihren unlösbar erscheinenden Aufgaben.
Anouk ist ein mutiges und selbstbewusstes junges Mädchen mit einem großen Herzen. Sie geht offen und ohne Vorurteile auf andere zu. Sie zeigt den anderen Kindern ihre Stärken auf, hilft dabei ihren Mut zu finden und beweist, dass man mit guten Freunden alles erreichen kann.
Diese wertvollen Botschaften vermittelt das Buch. Die einzelnen Geschichten verdeutlichen kindgerecht und in sehr bildhafter Sprache, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt und dass man nur an sich zu glauben braucht.
Anouk, die nachts auf Reisen geht ist ein zauberhaftes und einfühlsames Buch, dass die Fantasie der Kinder beflügelt und mit Anouk ein tolles Vorbild präsentiert.
Uns haben die Geschichten allesamt unglaublich gut gefallen. Und weil wir auf die liebevollen Illustrationen nicht verzichten wollen, wird neben dem Hörbuch demnächst auch die Printausgabe bei und einziehen.
Fazit:
Mut, Stärke, Selbstbewusstsein und Freundschaft sind wertvolle Botschaften, welche Anouk, die nachts auf Reisen geht vermittelt. Uns haben Anouks Traumreisen unglaublich gut gefallen. Daher gibt's auch eine absolute Lese- und Hörempfehlung!
Übersonnenwarm
Survivors - Die Flucht beginnt von Boris Pfeiffer
Klimawandel, Erderwärmung und Umweltschutz sind wichtige Themen, die man nicht früh genug seinen Kindern vermitteln kann. 'Survivors - Die Flucht beginnt' befasst sich mit dieser Thematik. Boris Pfeiffer erzählt in diesem Reihenauftakt sehr eindringlich, wirkungsvoll und nachhaltig die Geschichte von Leopard-Drückerfisch Zacky und seinen Freunden, die ohne große Vorwarnung aus ihrem Lebensraum flüchten müssen.
Der Autor schreibt sehr bildhaft, mit einer gehörigen Portion Action und in kindgerechter Sprache. Zahlreiche, sehr schöne Schwarz-Weiß-Illustrationen ergänzen die Geschichte wunderbar und machen das Buch so auch für jüngere Leser*innen attraktiv. Ich würde es ab ca. 10 Jahren empfehlen; nach oben hin gibt es keine Grenze. Es ist eines dieser Bücher, die man auch als Erwachsener noch gut lesen kann und deren Message zum Nach- und Umdenken bewegt.
Mich hat die Geschichte der Survivors auf jeden Fall sehr berührt. Der Autor zeigt schonungslos auf was passiert, wenn der Mensch zuviel in die Natur eingreift und welche Folgen der Klimawandel und die Erwärmung der Erde auf die Meere und Ozeane hat. Was passiert wenn die Gewässer immer wärmer werden, die Korallenriffe absterben und die Tierwelt keine Nahrung mehr bekommt? Genau dieses schlimme Szenario spielt sich für Zacky und seine Freunde aus dem Riff ab. Nebenbei wird auch gezeigt wie wichtig Zusammenhalt und Zusammenarbeit besonders in Zeiten der Not ist, ganz egal wer man ist und wo man herkommt. Nur gemeinsam ist es möglich etwas zu bewegen.
Dabei ist dieser erste Teil erst der Beginn des Überlebenskampfes. Das Ende kommt ohne Vorwarnung, ist ziemlich offen und macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Ich für meinen Teil bin gespannt ob Zacky, Scir, Heuler, DonDon und Co. ihre Heimat wieder aufbauen können.
Fazit
'Survivors - Die Flucht beginnt' ist ein toll illustrierter Reihenauftakt, der sich mit dem Sterben der Korallenriffe und den Auswirkungen auf die Flora und Fauna der Meere beschäftigt. Boris Pfeiffer schreibt einfach und kindgerecht, verfehlt allerdings die nachhaltige Wirkung keinesfalls. Die Geschichte von Drückerfisch Zacky und seinen Freunden ist spannend erzählt und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Absolute Leseempfehlung!
Historische Fantasy mit Steampunk-Elementen und einer technikbegabten Protagonistin
Survivors - Die Flucht beginnt von Boris Pfeiffer
Zugegeben, Florance Bell und die Melodie der Maschinen musste ich in erster Linie wegen des grandiosen Covers lesen. Dieses schreit nach Streampunk und damit nach mir. Und ich habe das Buch auch wirklich gerne gelesen. Der erhoffte Wow-Effekt ist allerdings ausgeblieben.
Dabei habe ich mit ziemlich großer Begeisterung in die Geschichte gestartet.
Carsten Steenbergen hat nämlich ein wirklich spannendes Szenario geschaffen. Eine alternative Vergangenheit Anfang des 19. Jahrhunderts. Napoleon ist am Höhepunkt seiner Macht und hat England eingenommen Die Industrialisierung und der Maschinenbau werden immer bedeutungsvoller. Die 15-jährige Waise Florance ist ebenfalls sehr technikbegabt und verfolgt den großen Traum ein Technikstudium zu beginnen. Doch als Engländerin bleibt ihr dieser Wunsch versagt. Ihre Begeisterung und ihr Talent fürs Basteln und Schrauben kann Florance allerdings bei ihrem Gönner, dem Meistermechaniker Monsieur Pignon auf Birch Manor ausleben. Als eine Gruppe Rebellen das Anwesen stürmt und eine von Pignos Konstruktionen stiehlt, wird versehentlich auch Florance entführt, die gerade an der Maschine gearbeitet hat. Von einem Moment auf den nächsten ist Florance selbst Teil der Revolution.
Bis zu diesem Punkt konnte mich das Buch auch so richtig fesseln. Das historische Setting, die Steampunk-Elemente und ein junges Mädchen, dass sich gegen eine Bande Rebellen behaupten muss, bilden eine unglaublich gute Vorlage für ein rasantes und actionreiches Abenteuer. Leider hat sich allerdings nach und nach eher eine gewisse Langatmigkeit breit gemacht, die auch dazu geführt hat, dass ich den roten Faden hin und wieder verloren habe. Für meinen Geschmack hat der Autor einfach zuviel auf einmal gewollt, vorallem wenn man die Altersgruppe ab 12 Jahren bedenkt, ist die Geschichte doch sehr komplex konstruiert. Der politische Hintergrund und die gesellschaftskritische Message kommen zwar durchaus bei mir an, gingen aber zu sehr zu Lasten der Handlung, die mich dann doch teilweise sehr verwirrt hat.
Man muss auch tatsächlich eine gewisse Vorliebe für Technik mitbringen, um die Geschichte komplett genießen zu können. Der Autor blüht bei den durchaus anspruchsvollen Beschreibungen der Maschinen regelrecht auf. Dieses gewisse Etwas hat mir wieder den notwendigen Aufschwung verliehen am Ball zu bleiben. Und es hat sich für mich auch gelohnt.
Wirklich toll finde ich an dieser Stelle auch die Tatsache, dass mit Florance ein Mädchen ins Rennen geschickt wird, würde man als Maschinenbauer doch eher einen Jungen erwarten. Aber warum eigentlich? Auch Mädchen sollten sich für Technik begeistern dürfen!
Florance ist die wirklich toughe, kluge und mutige Heldin der Geschichte. Sie verfolgt zielstrebig ihre Träume, lernt mit den Ereignissen, denkt nach und wächst über sich hinaus. Leider wurde mit Florance auch der einzige Charakter geschaffen, der mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Der Autor hat ihr sämtliche Authentizität verliehen und hatte für die restlichen Charaktere dann keine mehr übrig. Zumindest wirken die weiteren Protagonisten ziemlich blass neben Florance.
Die zum Teil fehlende Charakterstärke hat mich aber nicht wirklich gestört. Das Buch lebt einfach durch Florance und die tolle Steampunk-Atmosphäre.
Fazit
Florance Bell und die Melodie der Maschinen kann mit einer interessanten alternativen Vergangenheit, einer tollen Steampunk-Atmosphäre und einer toughen Heldin punkten. Die Handlung selbst ist doch sehr anspruchsvoll und leider teilweise auch verwirrend. Zudem zieht sie sich zwischendurch immer wieder mal in die Länge. Nichts desto trotz habe ich das Buch sehr gerne gelesen.
Leseempfehlung gibt's allerdings dieses Mal nur eingeschränkt. Man sollte nämlich schon eine gewisse Technikvorliebe mitbringen.
Lass uns schlafen gehen kleiner Bär
Dreh hin - Dreh her 1: Gute Nacht, kleiner Bär! von Sylvia Tress
Nachdem uns 'Aufgewacht, kleiner Bär' schon begeistert hat, durfte nun auch 'Gute Nacht, kleiner Bär' bei uns einziehen. Dieses Mal müssen wir dem kleinen Bären bei seiner Einschlafroutine helfen.
Den Schlafanzug anziehen, noch schnell etwas trinken, den Teddy suchen, und einen Gute-Nacht-Kuss geben.
Zieht man am Bändchen dreht sich die Scheibe und schon haben wir dem kleinen Bären geholfen.
Auch dieser Band der 'Dreh hin - Dreh her'-Reihe überzeugt uns mit seiner stabilen Aufmachung und ganz besonders den zauberhaften Illustrationen, die passend zur Geschichte gestaltet wurden. Die Bilder sind schön kuschelig und vermitteln eine heimelige Abendszenerie. Richtig toll!
Der Text selber ist sehr einfach und kurz gehalten, um die Aufmerksamkeit der lieben Kleinen nicht überzustrapazieren. Ich muss allerdings sagen, dass das Highlight für meine Tochter noch immer die Drehscheiben sind.
Fazit:
Ein interaktiver Lesespaß und toller Begleiter zum Erlernen einer Abendroutine. Wir lieben die Bücher mit dem Drehsystem und es macht Spaß von einer Szene in die nächste zu wechseln.
Die Illustrationen sind wieder einmal zuckersüß und die Geschichte einfach und kindgerecht. Absolute Empfehlung!
Ein toller Begleiter zur Erweiterung des Wortschatzes
ministeps Mein erstes großes Wörterbuch - ab 12 Monate von Hannelore Dierks
Ministeps Bücher sind einfach toll! Wir haben schon einige im Regal stehen und mit 'Mein erstes großes Wörterbuch' wieder Zuwachs bekommen. Das bunte und lehrreiche Pappbilderbuch durfte in unserer Sammlung einfach nicht fehlen.
Auf 36 stabilen Seiten lernen Kinder die ersten 250 wichtigsten Wörter.
Welche Spielsachen gibt's im Kinderzimmer, was findet sich in jedem Haushalt, welches Obst kaufen wir heute ein oder welche Tiere leben am Bauernhof? Es findet sich vom ersten Wort bis ins Kindergartenalter ein aufs Alter abgestimmter Themenbereich, sodass die lieben Kleinen auch länger eine Freude daran haben. Meine Tochter ist 2 Jahre alt und ihr Wortschatz schon entsprechend groß und trotzdem ist sie begeistert von ihrem neuen Büchlein. Und auch der kleine Bruder darf mit seinen 3 Wochen schon mitschauen. Da das Buch auch recht robust wirkt, denke ich, dass wir auch länger eine Freude damit haben werden.
Ein großes Plus gibt's auch für die liebevoll gestalteten Bilder. Diese bestechen durch ihre Einfachheit und Klarheit. Die Bilder beschränken sich auf das Wesentliche und sind damit perfekt für kleine Kinder geeignet. Absolut top!
Fazit:
'Mein erstes großes Wörterbuch' ist ein toller Begleiter vom ersten gesprochenen Wort bis ins Kindergartenalter. Die Kinder können anhand der liebevollen Bilder ihren Wortschatz zu einer Vielzahl an Themen, z.B. Haushalt,
Bauernhof, Fahrzeuge und Einkaufen, erweitern.
Die Aufmachung wirkt sehr robust und das Buch liegt gut in Kinderhänden. Top!
Welche Rolle spielst du?
ministeps Mein erstes großes Wörterbuch - ab 12 Monate von Hannelore Dierks
Auf der Suche nach wertvollen Kinderbüchern sind meine Tochter und ich auf 'Spielst du mit, kleines Schaf?' gestoßen. Während Töchterchen vorallem die tollen Tierzeichnungen feiert und sie ihre eigenen kleinen Geschichten anhand der Bilder kreiert, bin ich vorallem von der Botschaft zwischen den Zeilen begeistert.
Das Kinderbuch erzählt anhand eines sehr einfach gehaltenen und kurzen Textes die Geschichte vom kleinen Schaf, das beim Spielen eine ganz besondere Rolle einnimmt. Die Tierkinder treffen sich alle auf der Wiese zum Spielen. Da jeder etwas anderes gut kann, beschließen sie Zirkus zu spielen. Das kleine Schaf beobachtet fasziniert was seine Freunde alles machen, möchte selber aber nichts vorführen. Da die anderen Tiere dem Schaf erklären, dass es so nicht mitspielen kann, schleicht es sich traurig davon. Schnell bemerken die Kinder jedoch, dass Zirkus spielen ohne Zuschauer einfach keinen Spaß macht. Und so suchen alle das kleine Schaf...
Ich finde es einfach toll wie man mit einfachen und wenigen Worten gleich mehrere wichtige Botschaften aussenden kann. In erster Linie geht es um Selbstbestimmung und den Mut auch einmal 'Nein' zu sagen, wenn man etwas nicht möchte. Jeder Mensch hat andere Talente und Interessen. Der eine spielt gerne Fußball, der andere tanzt gerne Ballett. Manche stehen gerne im Mittelpunkt, die anderen sind lieber die Zuschauer am Rande. Die Tierkinder zeigen, dass man, egal in welcher Position man ist, gemeinsam Spaß haben kann und dass jeder eine wichtige Rolle in der Gemeinschaft einnimmt.
Und auch die Bilder transportieren die Geschichte sehr gut. Wie der Text sind diese ebenfalls recht einfach gestaltet und nicht überladen, damit die Kinderaugen nicht überreizt werden.
Von uns gibt's eine klare Leseempfehlung!
Fazit:
'Spielst du mit, kleines Schaf?' ist ein wundervolles Kinderbuch mit tollen Illustrationen und wertvoller Botschaft. Es geht um Zugehörigkeit, Selbstbestimmung, Freundschaft und den Mut 'Nein' zu sagen.
Meine Tochter und ich sind begeistert und daher gibt's auch eine absolute Leseempfehlung!
Eine Geschichte, die voller Überraschungen und Wendungen steckt. Mitreißend!
Die Stadt ohne Wind 1 - Arkas Reise von Éléonore Devillepoix
Es gibt einfach Verlage, bei denen man schon im Vorfeld weiß, dass sie ganz außergewöhnliche Geschichten für uns Leser bereitstellen. Der Insel Verlag gehört definitiv dazu. Allein schon beim ersten Blick auf das Cover habe ich gespürt, dass dem Buch eine ganz besondere Magie innewohnt.
Ja, dass eine ganz besondere Geschichte darauf wartet von mir gelesen und geliebt zu werden. Und wie ich es vorhergesehen habe, bin ich bereits nach den ersten Seiten aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen und habe mich in dem faszinierenden Debüt von Éléonore Devillepoix verloren. Ein grandioses Worldbuilding,
außergewöhnliche Charaktere, ein sehr spezielles Magiesystem, Weissagungen, tötliche Flüche und politische Intrigen machen Die Stadt ohne Wind - Arkas Reise zu einem mitreißenden Pageturner.
Die französische Autorin öffnet uns die Tore zu einer wirklich außergewöhnlichen Welt. Éléonore Devillepoix hat einfach großartiges geschaffen. Eine faszinierende Welt, die die Grenzen der Physik auslotet und die Naturgesetze außer Kraft setzt. Eine Welt mit einem komplexen politischen und gesellschaftlichen System. Eine Welt in der die Magie eng mit den Elementen der Erde verknüpft ist. Es ist einfach alles wahnsinnig gut durchdacht und perfekt ausgearbeitet. Und durch die bildhaften und sehr detaillierten Beschreibungen ist eine fantastische Landschaft vor meinen Augen entstanden.
Inmitten des rauen, eisigen und von Wind gepeitschten Ryphäengebirges liegt die von einer Kuppel geschützte Stadt Hyperborea. Erbaut auf sieben Ebenen ist die Stadt ohne Wind die letzte Stadt der Welt, in der Magie noch erlaubt ist. Genau dorthin zieht es die 13-jährige Arka auf ihrem Pony Zwerg. Denn Arka möchte endlich ihren Vater, einen Magier, finden und dafür muss sie es von den Slums der ersten Ebene in die siebente Ebene, wo die mächtigsten Magier leben, schaffen. Dank Arkas Verbissenheit, ihren Ideenreichtum und einer gehörigen Portion Glück wird sie sogar als Elevin an der Magierschule aufgenommen und findet in ihren Mentoren Lastyanax einen Verbündeten. Oder sagen wir mal so, Lastyanax schickt Arka wenigstens nicht gleich zum Teufel. Der ehrgeizige und im Ministerrat oft belächelte Magier hat nämlich eigentlich gar keine Zeit für seine nervige Schülerin. Er ist nämlich auf der Suche nach dem Mörder seines Mentors.
Arka und Lastyanax sind zwei großartige Protagonisten, die ich beide trotz ihrer Eigenheiten ins Herz geschlossen habe. Die beiden sind wie Feuer und Wasser. Auf der einen Seite steht der strebsame und leicht aus der Fassung zu bringende Lastyanax, auf der anderen Seite die quirlige, mutige und hitzköpfige Arka. Die beiden sind ein ungleiches Duo, dass erst lernen muss miteinander zu arbeiten und die nach und nach immer mehr zusammenwachsen, wenngleich sie auch immer wie Katz und Maus bleiben. Ich hatte furchtbar viel Spaß mit den beiden und wie sie sich gegenseitig auf die Palme bringen.
So herrlich witzig manche Dialoge auch sind, so spannend ist auch die Handlung. Ich hatte zahlreiche Gänsehautmomente bei der Jagd nach dem Mörder, der Arka und Lastyanax gefährlich nahe kommt. Éléonore Devillepoix überrascht mit einer Wendung nach der anderen, und erzeugt damit eine unglaubliche Sogkraft. Es ist wie ein wilder Ritt auf Arkas Pony mit zahlreichen Hürden, die es zu überwinden gilt. Und mit jeder Hürde treten neue Erkenntnisse zu Tage und es werden neue Wahrheiten aufgedeckt. Fein gesponnene Intrigen, Verräter in den hohen Kreisen, Bauernopfer, Marionetten, totbringende Flüche, die Geister der Vergangenheit und vieles mehr! Ein nervenaufreibender Pageturner, der unglaublich Lust auf die Fortsetzung macht.
Fazit
Die Stadt ohne Wind - Arkas Reise ist das großartige Debüt von Éléonore Devillepoix. Die Autorin hat ein High Fantasy Abenteuer mit unglaublicher Sogwirkung zu Papier gebracht, das besonders durch das grandiose Worldbuilding glänzt. Dazu gesellen sich spezielle und außergewöhnliche Charaktere, ein Magiesystem, das die Gesetze der Physik aushebelt, totbringe Flüche, Intrigen und Verrat in politischen Kreisen und eine mitreißende Mörderjagd.
Mich konnte das Buch absolut begeistern und ich fiebere jetzt schon der Fortsetzung entgegen. Leseempfehlung!








