Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985 :
Kleine und große Einsätze in Hoppenstedt
Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten, Band 3 - Wer ist hier im Einsatz? von Inka Friese
Wieder einmal hat es Wieso? Weshalb? Warum? geschafft uns zu begeistern. Dieses Mal mit spannenden Kurzgeschichten über die Helfer in der Not - Einsatzkräfte in ihrem Alltag in Hoppelstedt.
Dieses Mal erleben die Freunde Toni, Abena, Kojo und Lenny was Polizei, Feuerwehr und Rettung für Aufgaben zu bewältigen haben und sie helfen auch selbst fleißig mit, wie es sich für einen Detektivclub gehört.
Uns haben die 15 in sich abgeschlossenen Geschichten richtig gut gefallen. Vorallem die Selbstverständlichkeit, dass z.B. auch Frauen bei der Feuerwehr tätig sein können. Diversität wird groß gelebt und geschrieben. Dazu kommen die liebevoll gestalteten Illustrationen, welche die Lesereise bereichern.
Mein Sohn wird im August 4 und ist begeistert von den Geschichten; wenn es darum geht Frösche umgesiedeln oder Feuer zu löschen. Er hat gerade das perfekte Alter für diese Art Geschichten erreicht.
Von uns gibt's auf jede Fall eine große Empfehlung!
Tanzende Spionin
A Dance of Lies von Brittney Arena
Wenn ‚A Dance of Lies‘ eines ist, dann detailreich. Brittney Arenas Schreibstil ist sehr ausschweifend. Die Autorin verliert sich in ihren Ausführungen über die Tänze und Darbietungen, die Kostüme und Dekorationen. Diese Detailverliebtheit muss man einfach mögen, um den Reiheauftakt in vollen Zügen genießen zu können.
Ich persönlich fand, dass die eigentlich sehr spannende Handlung dadurch ausgebremst wurde.
Es geht um Vasalie, einst angesehene Tänzerin am Hof von König Illian. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit der jungen Frau. Des Mordes bezichtigt und in Ungnade gefallen, fristet Vasalie ein Leben in Ketten im königlichen Kerker, nichts ahnend, dass Illian noch nicht mit seiner ehemaligen Lieblingstänzerin fertig ist. Nach zwei Jahren im Kerker bietet der Illian Vasalie einen Deal an. Vasalie soll als Tänzerin bei der Versammlung der sieben Königreiche anheuern und Informationen für Illian einholen. Erledigt sie die Aufgabe zu Illians Bedingungen, wird ihr im Gegenzug Freiheit gewährt.
Wir lernen Vasalie als gebrochenen Charakter kennen. Einst die beste Tänzerin an Illians Hof, ist ihr Körper geschunden und nach der Einkerkerung nachhaltig beeinträchtigt. Und auch ihre Seele gebrochen. Diese Aspekte ziehen sich quer durch die Geschichte. Doch genau diese Punkte haben es auch so unverständlich für mich gemacht, warum Vasalie Illian nach wie vor so hörig ist. Denn dieser verlangt im Laufe der Handlung immer grausamere, brutalere Dinge von Vasalie. Ich konnte viele ihrer Handlungen einfach nicht nachvollziehen. Vorallem nicht, warum sie sich nienanden anvertraut. Dabei wird ihr mit ihrem Tanzpartner Copelan, aber auch mit Anton, dem König des Ostens, jemand an die Seite gestellt, dem sie sich anvertrauen könnte. Doch Vasalie, naiv wie sie ist, trifft weiter eine falsche Entscheidung nach der anderen. Viel zu spät werden ihr die Augen geöffnet.
Positiv muss ich hervorheben, dass das im Klappentext angedeutete Liebesdreieck meines Erachtens keines war. Ich hab’s zumindest nicht gespürt. Es gibt Ansätze einer ‚Forbidden Love‘-Romance. Allerdings ist die Liebesgeschichte nicht im Fokus und fügt sich gut ein.
Das Buch punktet definitiv auch mit höfischen Intrigen, politischen Machtspielchen, Lügen und Verrat. Ein König ist gefühlt grausamer als der andere. Vasalie wird mitten in diese Schlangengrube geworfen und zur Schachfigur gemacht.
Das Buch hält auch einige Plottwists und Enthüllungen bereit, die neugierig auf die Fortsetzung machen. Zumal man das Ende so sicher nicht stehen lassen kann.
Fazit
Wer höfische Intrigen und politische Machtspielchen mag, wird hier definitiv fündig. Ich habe allerdings wenig Entwicklung bei der Protagonistin gesehen und viele Szenen waren einfach zu ausschweifend geschrieben. Auf die Fortsetzung bin ich nach den ganzen Enthüllungen dennoch gespannt.
Geheimwaffe Sprache
Die Sprache der Drachen von S. F. Williamson
Mit ,A Language of Dragons‘ hat S.F Williamson einen Reihenauftakt geschrieben, den ich wirklich sehr gerne gelesen habe. Nicht nur, dass Drachen eine große Rolle spielen, auch das Thema Sprache in all ihren Ausprägungen und Dialekten trägt wesentlich zur Handlung bei. Für mich eine ungewöhnliche Mischung, die mich allerdings total fasziniert hat
Die Handlung spielt in einem fiktiven London des Jahres 1923.
Die Menschen sind in verschiedene Klassen eingeteilt. Es ist ein ungerechtes Drei-Klassen-System, das angeblich den Frieden zwischen Menschen und Drachen wahren soll. Vivien Featherswallow und ihre Familie gehören zur zweiten Klasse. Vivien hat große Ziele im Leben. Sie ist bestrebt an der Akademie für Drachensprache zu studieren, auch um sicher zu stellen, dass sie und ihre Schwester nicht in die unterste Klasse abrutschen. Doch Viviens Träume enden jäh, als ihre Eltern der Rebellion bezichtigt und verhaftet werden. Auch Vivien wird in Gewahrsam genommen und ihr wird ein Ultimatum gestellt. In Bletchley Park soll Vivian gemeinsam mit anderen Jugendlichen den geheimen Drachencode knacken und die Sprache der Drachen entschlüsseln. Schafft sie es in der vorgegebenen Zeit, kann sie damit auch ihre Familie retten. Doch umso mehr Zeit Vivien in Bletchley Park verbringt, desto mehr beginnt sie am System und den ihr vorgegebenen „Wahrheiten“ zu zweifeln.
Zugeben, Vivien hat es mir nicht immer leicht gemacht sie zu mögen. Einige ihrer Handlung fand ich einfach nur unüberlegt, vorschnell, total eingennützig und dumm. Aber Vivien lässt sich auch von nichts und niemanden aufhalten. Ihr Wissensdurst und Bestreben ihre Familie zu retten, machen ihre Defizite nahezu weg. Vivien macht eine enorme Entwicklung durch und es war spannend sie auf diesem Weg zu begleiten.
Es gibt außerdem eine kleine Liebesgeschichte. Sehr sanft und sehr leise. Genauso wie Vivien muss sich diese auch noch entwickeln und entfalten. Mir hat das ruhige Tempo jedenfalls gefallen.
Dass die Autorin Bletchley Park als Handlungsort gewählt hat, finde ich ziemlich genial, bedenkt man den historischen Hintergrund. Einen passenderen Ort um den Drachencode zu knacken, gibt es glaube ich nicht.
Überhaupt fand ich das Thema Sprache – in diesem Fall Drachensprache – unglaublich spannend. Es geht nicht nur um Sprache an sich, sondern um die verschiedenen Ausprägungen, Dialekte innerhalb verschiedener Arten von Drachen. Aber auch um die Verständigung in Familien. Auch wenn man teilweise das Gefühl hat, die Handlung schreitet nicht voran, habe ich die Geschichte total fesselnd gefunden. Mich hat die Thematik einfach total fasziniert.
Ich hatte beim Lesen außerdem hin und wieder totale ‚Divine Rivals‘– und ‚Tribute von Panem‘-Vibes. Beides Reihen, die ich total geliebt habe. Ersteres liegt unter anderem am Setting bzw. dem Zeitalter. Das Klassensystem und die Ungerechtigkeiten dahinter, hat mich an Panem bzw. Dystopien im Allgemeinen erinnert.
So richtig viel passiert dann im letzten Drittel. Die Ereignisse überschlagen sich und plötzlich jagd gefühlt ein Plottwist den anderen. Das Ende hat mich total sprachlos zurück gelassen. Ich freue mich auf die Fortsetzung, die ganz dringend gelesen werden will.
Fazit
Ein faszinierendes Debüt, in dem nicht nur Drachen eine große Rolle spielen, sondern das sich auch mit dem Thema Sprache und der Macht, die hinter dieser steckt, beschäftigt. Absolute Leseempfehlung!
Schmerzhaft und herzzerreißend und zugleich wunderschön
Moments So Blue Like Our Love von Gabriella Santos de Lima
Ich muss gestehen, dass ich auf das Buch nicht vorbereitet war. Dass ich nicht mit den Ereignissen, die mich hier erwartet haben, gerechnet habe. Hätte ich die Triggerwarnungen im Vorfeld gelesen, hätte ich wahrscheinlich nicht zu dieser Geschichte gegriffen, da Themen behandelt werden, die mich emotional sehr mitnehmen.
Ich möchte nicht zu viel verraten. Es geht um eine unberechenbare Krankheit. Und ich weiß jetzt auch, was unter dem Trope „Ugly Cry“zu verstehen ist.
So poetisch wie der Titel ihrer ‚Blue-Eternity‘-Dilogie, so herzzerreißend und emotional ist die Geschichte. Es geht um Filmstudentin Emmi und Regisseur Sam, die sich im Rahmen eines Praktikums kennen lernen. Dabei ist das erste Aufeinandertreffen der beiden kein Gutes. Sam macht mehr als deutlich, was er von Emmi und ihren Talenten hält. Nämlich nicht viel. An der wunderschönen, pittoresken sardischen Küste kommen sich Emmi und Sam näher. Sie lernen sich besser kennen, öffnen sich füreinander. Aber man spürt trotz der Annäherung, dass ein Geheimnis in den Tiefen vergraben ist. Die große Enthüllung hat mich innerlich komplett zerissen. Ich musste das Buch dann auch pausieren und alles verarbeiten. Ein Abbruch kam aber nicht in Frage, weil ich Emmis und Sams Geschichte nicht unvollendet stehen lassen wollte.
Gabriella hat ein unglaublich tief gehendes Thema angeschnitten. Die Geschichte ist sehr intensiv, tragisch und schmerzhaft. Es gibt aber auch Sonnenschein. Auf Sardinien scheint die Welt in Ordnung. Ich habe vorallem die Szenen am Strand, beim Surfen und beim Filmdreh sehr genossen. Emmi und Sam sind mir auf Sardinien and Herz gewachsen. Umso mehr hat mich der weitere Verlauf erschüttert und mitgenommen, inklusive leise vergossener Tränen.
Fazit
Schmerzhaft und herzzerreißend und zugleich wunderschön. Emmis und Sams Geschichte ist keine leichte. Ich empfehle im Vorfeld die Triggerwarnungen zu lesen.
Tötliche Magie, Hexenzirkel und verfeindete Königreiche
The Serpent and the Wolf von Rebecca Robinson
Vollkommen überraschend und unerwartet hat mich Rebecca Robinson mit ihrem Fantasy-Auftakt ‚The Serpent and the Wolf“ aus einer beginnenden Leseflaute gerissen. Mich hat die Geschichte mitgerissen und in den Bann gezogen – ganz großartige Romantasy!
Aus Sicht von Protagonistin Vaasa durfte ich faszinierende Königreiche und ein beeindruckendes Magiesystem kennen lernen.
Vaasa ist eine starke, rebellische junge Frau, die mit einer großen Bürde lebt. Ich mochte ihren Charakter, vorallem ihren unterschiedlichen Kampfgeist, unglaublich gerne. Als Königstochter wird Vaasa von ihrem Bruder aus politischen Gründen an ein verfeindetes Königreich verkauft. Doch als sie ihren neuen Ehemann in der Hochzeitsnacht umbringen will, stellt sich dieser als überraschend charmant heraus. Reid bietet Vaasa einen Handel an. Wenn sie ihm hilft die bevorstehenden Wahlen zum Regenten zu gewinnen, hilft er ihr in Gegenzug dabei ihre unzähmbare, dunkle Magie zu kontrollieren.
Ich habe die Dynamik zwischen Vaasa und Reid geliebt. Reid ist einfach ein toller Charakter. Eine wandelnde Green Flag. Mein Herz hat er im Sturm erobert. Bei Vaasa hat es etwas gedauert, was aber auch nicht verwundert, da sie ja in die arrangierte Ehe gezwungen wurde. Die Lovestory ist im Übrigen Slow Burn, was ich total liebe. Fans von Spice kommen aber definitiv auch auf ihre Kosten.
Dazu muss sich Vaasa mit ihrem dunklen Erbe auseinander setzen. Vaasas Fähigkeit und das Magiesystem rund um die verschiedenen Hexenzirkel, hat mich neben den vielen politischen Intrigen und Geheimnissen, am meisten fasziniert.
Ich bin, nicht zuletzt aufgrund des flüssigen und unkomplizierten Schreibstils, durch die Seiten geflogen. Die Handlung hat mich mit ihren vielen Geheimnissen, Enthüllungen und Wendungen von Anfang bis Ende gefesselt und mitgerissen. Ich brauche jetzt ganz dringend Band 2! Ich muss wissen wie es weitergeht!
Fazit
Mit Enemies-to-Lovers, Fake Dating und Forced Proximity vereint „The Serpent and the Wolf“ einige meiner liebsten Tropes. Für mich ist das Buch ein richtiger Pageturner und ein Romantasy-Highlight!
Romance trifft in den italienischen Alpen auf Suspense
The First to Fall von Kristina Moninger
Nachdem mir ihre „Breaking Waves“-Reihe unglaublich gut gefallen hat, war klar, dass ich auch die neue Dilogie von Kristina Moninger lesen muss. Und es hat mir wieder richtig gut gefallen.
Mit „The First to Fall“ hat Kristina Moninger ein spannendes und mitreißendes Buch geschrieben.
Wir haben auch hier wieder eine Romance mit Suspense-Anteilen, was ich ja total liebe. Ich bin jedenfalls an den Seiten geklebt und wollte unbedingt wissen, was sich in den italienischen Bergen beim Felsenhimmel zugetragen hat. Auch Aurora die ein Leben im Van führt, will Antworten, welche Umstände zum Tod ihrer Schwester Emilia geführt haben. Ihre Nachforschungen führen Aurora zum Ort des Geschehens. Als sie im Alpenchalet auf Jakob trifft, ahnt sie nicht, wer er wirklich ist. Und auch Jakob, der aufgrund der laufenden Ermittlungen wegen des Todesfalls das Land aktuell nicht verlassen darf, hat keine Ahnung, dass Aurora Emis Schwester ist.
Ich mochte sowohl Aurora, als auch Jakob total gerne. Vorallem die hitzigen Dialoge der beiden. „Grumpy vs. Sunshine“ lässt grüßen. Man spürt gleich, dass sie beiden eine Verbindung zueinander haben. Gefühle, die sich aufbauen und die sie auch zulassen müssen. Gefühle, die sich in der Sauna überschlagen. Mehr sag ich dazu jetzt nicht, außer, dass es ziemlich heiß, „3 Chili-Schoten-heiß“, wird.
Der Spannungsfaktor ist hoch. Es gibt viele Geheimnisse. Richtig gelungen fand ich die mysteriösen Srachnachrichten, welche Aurora von ihrer Schwester erhält. Man ist einfach angehalten, immer weiter zu lesen, weil man unbedingt wissen will, was passiert ist. Allerdings stellt die Autorin sehr viele Konflikte in den Raum. Themen, die abseits von der Haupthandlung und dem tragischen Todesfall, spielen. Hier wäre etwas weniger vielleicht mehr gewesen. Leider wird auch nicht alles aufgelöst.
Unglaublich gut haben mir dafür das cozy Setting rund um das Châlet in den Alpen und der schöne, unkomplizierte Schreibstil der Autorin gefallen.
Das Ende hat mich im Übrigen sprachlos zurück gelassen. Ich brauche dringend die Fortsetzung, die zwar rund um ein anderes Liebespaar spielt, meine aufgeworfenen Fragen aber hoffentlich beantwortet.
Definitiv eine Empfehlung für Fans von Romantic Suspense.
Fazit
Ein tödliches Unglück in den italienischen Bergen. Ein Alpenchâlet vor dem Ruin und eine junge Frau, die nach Antworten sucht. Neben einem hohen Spannungsgrad ist auch die Liebesgeschichte sehr lesens- und erlebenswert. Ein toller Dilogie-Auftakt!
Geheimnisse verborgen im Wüstensand
Der Sternenstaubdieb von Chelsea Abdullah
Chelsea Abdullah hat mich in eine Welt voller Wunder, beeindruckender Djinnmagie, Wüstensand, aber auch voller Gefahren entführt. Der 'Sternenstaubdieb' liest sich wie ein Märchen aus 1001 Nacht, spannend und sehr einnehmend, aber auch unerwartet blutig und brutal.
Es geht um Mitternachtshändlerin Loulie al-Nazari, welche gemeinsam mit ihrem Djinn-Gefähren Qadir magische Relikte aufspürt und diese auf dem Nachtmarkt verkauft.
Mit ihren speziellen Fähigkeiten zieht Loulie auch die Aufmerksamkeit des Sultans auf sich. Dieser lässt Loulie verhaften, um sie für seine eigenen Zwecke einzusetzen. Loulie soll für ihn eine verschollene Lampe finden. Gemeinsam mit dem Sohn des Sultans, einem Djinnjäger und Anführer der berüchtigten 40 Räuber, und und dessen Bandenmitglied Aisha brechen Loulie und Qadir zu der gefährlichen Mission in die Wüste auf.
Und diese Reise hat es in sich. Nahezu überall lauern tötliche Gefahren und jeder der Reisegesellschaft scheint seine dunklen Geheimnisse zu hüten.
Chelsea Abdullahs Schreibstil hat mich durch die Geschichte getragen, die sich mit ihren vielen eingewobenen Märchen und Erzählungen wie ein Geschichte aus 1001 Nacht liest. Besonders faszinierend fand ich die Djinnmagie und die Relikte, welche den Menschen unglaubliche Fähigkeiten verleihen.
Im Mittelteil hat mich das Buch zwar kurzzeitig etwas verloren, und es ging etwas langsam voran, umso mehr haben mich die Enthüllungen und Wendungen vereinnahmt, durch die ich immer weiter lesen wollte. Und von dem Ende mag ich gar nicht erst reden. Ich brauche unbedingt Band 2!
Fazit:
Eine Geschichte entsprungen aus Sternenstaub und Djinn-Magie, mit einem tollen orientalischen Setting und einer gegensätzlichen Reisegruppe, die man nicht so schnell vergisst. Großartige Fantasy!
Dystopischer Krimi mit 'Locked Room'-Atmosphäre
Der letzte Mord am Ende der Welt von Stuart Turton
Mit seinem neuesten Krimi hat sich Stuart Turton wieder einmal selbst übertroffen. 'Der letzte Mord am Ende der Welt' hat mich von Anfang bis zum Schluss gefesselt.
Stuart Turton bewegt sich zwischen den Genres und so ist ein genialer Mix aus Krimi, Sci-Fi und Dystopie entstanden. Der Autor hat ein erschreckendes Zukunftsszenario erschaffen.
Die Menschheit ist nahezu ausgerottet. Nur eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern hat es geschafft auf einer griechischen Insel eine Zuflucht vor dem giftigem, tötlichen Nebel zu schaffen. Die Ältesten, wie sie sich nennen, sorgen für Sicherheit auf der Insel. Die wenigen Dorfbewohner sorgen für Nahrung, kümmern sich um die Tiere und bewirtschaften Felder. Jeder einzelne hat seine Aufgabe; der Tagesablauf verläuft nach den Regeln der Ältesten, bis einer von ihnen ermordet wird und die Sicherheitsschranken, welche den tötlichen Nebel von der Insel abschirmen, hochgefahren werden. Um die letzten Überlebenden zu retten, muss der Mörder entlarvt werden, andernfalls wird die Menschheit endgültig aussterben. Dorfbewohnerin Emory stellt sich der nahezu unmöglichen Aufgabe. Mit ihrer Neugier und ihrer rebellischen Art , die sie grundlegend von den anderen Dorfbewohner unterscheidet, beginnt sie Fragen zu stellen. Was ist in der Nacht des Mordes passiert? Warum wurde Niema getötet und wieso kann sich niemand erinnern?
Schnell ist klar, dass auf der Insel etwas nicht mit rechten Dingen zu geht. Ich fand es so spannend die vielen Geheimnisse ans Licht zu zerren, tief in die dunklen Abgründe der Menschen zu blicken und Rätsel um Rätsel zu entschlüsseln. Genial fand ich gerade zu Beginn den geheimnisvollen Ich-Erzähler, dessen Identität zwar relativ schnell gelüftet wird, der aber auch später für viele Überraschungen sorgt. Überhaupt steckt das Buch voller unvorhersehbarer Wendungen und Plotttwists, welche den Spannungsgrad hoch halten. Und ich habe die 'Locked Room'-Atmosphäre geliebt.
Fazit:
Ein großartiger Krimi aus der Feder von Stuart Turton, mit einem erschreckenden Zukunftsszenario, dunklen Geheimnissen und überraschenden Wendungen und Enthüllungen. Ein Highlight!
Verbundene Seelen
Our Infinite Fates von Laura Steven
"Our Infinite Fates" hat mich mit seiner Einzigartigkeit und einr außergewöhnlichen Handlung sehr überrascht.
Es geht um Evelyn und Arden auf denen ein grausamer Fluch liegt. Seit Jahrhunderten sind die beiden dazu verdammt sich zu verlieben und vor ihrem 18. Geburtstag zu töten.
Während der Hauptstrang in der Gegenwart spielt, tauchen wir kapitelweise in die vergangenen Leben von Evelyn und Arden ein.
Das Besondere daran ist, dass die Geschlechter der beiden nicht in jedem Leben gleich sind. Mal ist Evelyn ein Junge, Arden eine Frau und in einigen Jahrhunderten haben die beiden auch das gleiche Geschlecht. Nur eines ist in jedem Leben gewiss. Egal wo sie geboren sind und leben. Sie finden immer zueinander und es endet immer mit dem unausweichlichen Tod.
Die Verteilung der Rollen hat mir richtig gut gefallen , ist es der Autorin gelungen zu zeigen, dass man sich in den Menschen verliebt und nicht in das Geschlecht.
Und auch die eigentliche Handlung in der Gegenwart, ist richtig spannend. Man fiebert mit Evelyn mit, hofft , dass Arden sie nicht findet, bevor sie ihre Schwester retten kann. Außerdem hat mich die Frage nach dem Warum, die ganze Zeit begleitet. Was steckt hinter dem Fluch? Warum müssen sie vor ihrem 18. Geburtstag sterben und dann wiedergeboren zu werden? Kann Evelyn den Fluch brechen?
Evelyn hat in der Gegenwart genau das vor. Ihre Schwester ist an Leukämie erkrankt und benötigt dringend eine Knochenmarkspende. Evelyn kommt als einzige Spenderin in Frage, aber das Schicksal ist grausam. Evelyns Schwester kann die Knochenmarktransplantation aufgrund ihres angeschlagenen Immunsystems nicht machen und der Evelyns 18. Geburtstag rückt immer näher. Dabei möchte Evelyn nichts anderes als ihre Schwester, ihre liebgewonnene Familie retten.
Ich fand die Geschichte größtenteils richtig fesselnd; der Schreibstil der Autorin ist unkompliziert und einfach.
Allerdings hat sich die Handlung auch etwas in die Länge gezogen; insbesondere durch die zahlreichen Zeitsprünge in die vergangenen Leben . Und auch die Auflösung fand ich dann ein bisschen flach. Die ganze Geschichte hat eine gewisse Poesie und ich finde einfach, dass die Enthüllungen am Ende genau diese Poesie irgendwie zerstört haben.
Nichtsdestotrotz ist 'Our Infinite Fates' ein tolles Buch. Außergewöhnlich und einzigartig, mit starken Protagonisten und einem spannenden Plot. Definitiv lesenswert!
Fazit
Für Fans von außergewöhnlichen Geschichten über verbundene Seelen, die sich über Jahrtausende hinweg immer wieder finden, über Liebende, die das Schicksal verbunden und mit einem grausamen Fluch belegt hat. Große Empfehlung!
Eigenwilliger Stil, außergewöhnliche Erzählung
HEN NA E - Seltsame Bilder von Uketsu
‚HEN NA E – Seltsame Bilder‘ war für mich ein überraschendes Hilight. Ein Buch, das rätselhaft beginnt und dessen Handlung sich nach und nach, mit jedem Kapitel, offenbart. Anfangs war ich etwas irritiert darüber, da das erste Kapitel so plötzlich zu Ende war und dann scheinbar eine andere Geschichte weiter erzählt wurde.
Dann hat sich aber alles gefügt und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen und zu rätseln. Daher auch eine kleine Warnung mit Augenzwinkern: Das Buch wird dich fesseln und nicht mehr loslassen. Du wirst es nicht mehr aus der Hand legen können, bis du das Geheimnis der Bilder gelüftet und den Fall gelöst hast.
Uketso präsentiert hier eine wirklich außergewöhnliche Erzählung, die mindestens genauso spannend und rätselhaft ist wie der Autor selbst. Danke an dieser Stelle auch an Heike Patzschke, die wirklich großartige Übersetzungsarbeit geleistet hat.
Der ganze Stil und Aufbau des Kriminalromanes mit den Zeichnungen, bildhaften Erklärungen und fettgedruckten Passagen ist ungewöhnlich, anders und besonders. Der Schreibstil und die Figuren unglaublich einnehmend. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal so ein erzählerisch außergewöhnliches Buch gelesen zu haben. Es hebt sich durch die Zeichnungen und den eigenwilligen Stil definitiv von der breiten Masse ab
Sprachlich ist das Buch einfach gehalten. Nüchtern erzählt und auf den Punkt gebracht. Man fliegt gefühlt durch die Seiten und wird dabei zum miträtseln und mitermitteln eingeladen. Es hat einfach Spaß gemacht, auch wenn ich relativ bald erahnen konnte wer hinter den Morden steckt. Es gab ja trotzdem noch genügend Überraschungen und ziemlich heftige Enthüllungen und Gänsehautmomente. Mich haben einige Ereignisse auch nachdenklich gestimmt.
Ein paar Dinge bzw. Entwicklungen fand ich zwar etwas zu sehr dem Zufall überlassen bzw. einfach zu unrealistisch. Aber sei es drum. Ich hatte Spaß und kann ganz gut über diese Dinge hinwegsehen.
Fazit
Ein ziemlich genialer, mysteriöser Kriminalroman, der sich durch seinen sehr eigenwilligen, außergewöhnlichen Stil von der breiten Masse abhebt. Ein Highlight!











