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Rezensionen von April1985 :

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Herrliche Natur, Pferde und zweite Chancen

Golden Hill Touches von Nicole Böhm

Das Wochenende habe ich in Montana auf der Golden Hill Ranch verbracht und es war so unglaublich schön. Ich konnte mich nur schwer von der idyllischen Farm, dem verschlafenen Städtchen Boulder Creek und ganz besonders von den beiden Protagonisten Parker und Clay lösen.

'Golden Hill - Touches' war mein erstes Buch von Nicole Böhm und ich freue mich schon riesig noch viele weitere von ihr zu lesen.

Nicole Böhm schreibt sehr einfühlsam, mit der richtigen Dosis Humor, wahnsinnig atmosphärisch und sie hat wunderbare Bilder von der herrlichen, unberührten Natur und der Kleinstadt Boulder Creek mit seinen eingeschworenen Charakteren vor meinen Augen entstehen lassen.

Parker und Clay sind mir als Protagonisten sehr ans Herz gewachsen.  Besonders zu Parker konnte ich schnell eine Verbindung aufbauen. In Rückblenden lernen wir ihn als rebellischen Jugendlichen kennen, der nicht weiß, wie er mit seinen Gefühlen umgehen soll. Er fühlt sich oft unverstanden und ungeliebt, was ihn dazu bringt Dinge zu tun, die er später sehr bereut. Mit seinem Handeln hat er auch seine Jugendliebe Clay sehr verletzt. Als sich die beiden 11 Jahre später auf der Golden Hill Ranch wieder gegenüber stehen, kommen die alten Erinnerungen wieder hoch und verursachen ein Gefühlschaos. Clay ist noch immer verletzt und auch wütend, dass Parker sie ohne ein Wort zu verlieren verlassen hat, aber da ist auch noch immer diese Verliebtheit von damals.

Nicole Böhm hat die Gefühle, das ganze damit verbundene Chaos und die Gedanken der beiden unglaublich toll und authentisch beschrieben.  Ich konnte mich wie gesagt wahnsinnig gut in Parker und Clay hineinversetzen. Die Kapitel sind abwechselnd aus Parkers und Clays Sicht geschrieben, wodurch man zu beiden eine enge Verbindung aufbauen kann.

Besonders schön und spannend finde ich auch das Thema "Pferdetherapie". Nicole Böhm hat auch diesen Teil sehr gut umgesetzt. Parker möchte die alte Ranch seiner Großeltern wieder aufbauen und eine Pferdetherapiestätte einrichten.  Seine Schwester Sadie, die einen schweren Unfall hatte, hat eben aufgrund so einer Therapie wieder zurück ins Leben gefunden. Das ganze ist ein Herzensprojekt für Parker und seine Schwester. Doch die Leute in Boulder Creek sind eingeschworen und nachtragend und sie legen Parker eine Menge Steine in den Weg. Ich habe richtig mit Parker mitgefiebert,  mich mit ihm geärgert, ihn aber auch für seine innerliche Stärke bewundert. Ich wäre teilweise sicher nicht so ruhig geblieben.

Ich habe 'Golden Hill - Touches' als Hörbuch gehört und kann es dir sehr empfehlen. Die beiden Sprecher Polly Nolden und Konrad Krüger sind perfekt für die Geschichte ausgewählt worden und haben der sanften Liebesgeschichte Leben eingehaucht.

Fazit:

Nicole Böhm hat mit 'Golden Hill - Touches' einen wunderschönen, atmosphärischen und emotionalen Reihenauftakt geschrieben. Das Kleinstadtfeeling, die herrliche Natur und vorallem auch die Gefühlswelt der beiden Protagonisten kommen perfekt zur Geltung und auch das Thema "Pferdetherapie" fand ich interessant umgesetzt.

Ich kann dir die kurzweilige "Second Chances"-Geschichte sehr ans Herz legen.

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Herrliche Natur,  Pferde und zweite Chancen
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Episches High-Fantasy Spektakel

A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia von Roseanne A. Brown

Ich habe mich riesig gefreut als ich gesehen habe, dass Roseanne A. Browns Dilogie ins Deutsche übersetzt wird. Noch dazu in so einer wunderschönen Ausstattung. Als 'A Song of Wraiths and Ruin - Die Spiele von Solstasia' pünklich zum Erscheinungstermin bei mir eingezogen ist, habe ich auch gleich mit dem Lesen begonnen.

Die Ernüchterung kam dann schnell, denn Roseanne A. Browns Reihenauftakt ist nicht nur außergewöhnlich, sondern auch sehr anspruchsvoll.

Roseanne A. Brown entführt uns in eine westafrikanisch inspirierte Welt überladen mit exotischer Magie, Mythen und Folklore. Meines Erachtens die größte Stärke, aber auch die größte Schwäche des Buches. Gerade am Anfang habe ich mir sehr schwer getan in die Welt einzutauchen. Es sind viele Informationen, die einem wie eine Flutwelle überrollen. Exotische Namen, deren Aussprache meinen Lesefluss immer wieder ausgebremst haben und fremdländische Begriffe, deren Bedeutung sich mir nicht immer gleich erschlossen hat. Man wird mit alten Bräuchen und Sitten konfrontiert und mit westafrikanischen Mythen, verborgener Magie, und Geschichten von Geistern überhäuft. Mir hat im wahrsten Sinne des Wortes der Kopf geschwirrt und ich habe bei weitem nicht alles verstanden. Und dennoch war und bin ich fasziniert von der bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Welt, in der wir einerseits auf Prinzessin Karina aus dem Königreich Sonande und andererseits auf den Kriegsflüchtling Malik aus dem unterdrückten Eshran treffen.

Karina und Malik konnten mich jeder auf seine ganz eigene Art für sich einnehmen. Karina ist sehr eigenwillig, teilweise stur und rebellisch. Doch dann verändert ein tragisches Ereignis einfach alles und die Kronprinzessin muss plötzlich den Platz ihrer Mutter, der Sultanin einnehmen. Doch Karina ist unsicher und sieht sich dieser Aufgabe nicht gewachsen, weshalb sie eine schwerwiegende Entscheidung trifft - ein Blutopfer für das Leben ihrer Mutter. Genauer gesagt das Leben ihres zukünftigen Ehemannes, sprich des Siegers der Solstasia-Spiele.

Im Gegensatz zu Karina entstammt Malik aus ärmlichen Verhältnissen. Voller Hoffnung im Gepäck reist der junge Mann gemeinsam mit seinen Schwestern Leila und Nadia, für die er alles tun würde nach Sonande, um den Feierlichkeiten rund um die Solstasia-Spiele beizuwohnen. Doch dann wird Nadia von einem rachsüchtigen Geist entführt und der Geist fordert nichts geringeres als das Leben von Kronprinzessin Karina. Kurzerhand beschließt Malik sich als Champion bei den Spielen aufstellen zu lassen, um an Karina heran zu kommen.

Was das Schicksal für Karina und Malik bereit hält müsst ihr natürlich selber herausfinden. Roseanne A. Brown erzählt ihre Geschichte im Wechsel aus Karinas und Maliks Perspektive und das sehr bild- und wortgewaltig, stellenweise überbordend. Auch wenn gerade der Anfang und die Einführung in die Welt und ihre spezielle Magie etwas länger dauert, ist doch von Beginn an eine gewisse Grundspannung vorhanden. Ab der Hälfte wird diese nach oben getrieben und erreicht dann im letzten Teil ihren Höhepunkt. Hier wird es dann richtig mitreißend, rasant und wendungsreich. Ich fand allerdings gerade den ruhigeren Start sehr gut, musste ich mich doch ohnehin schon sehr auf die neue und komplexe Welt konzentrieren.

Auch wenn das Buch kein ganz großes Highlight geworden ist, so freue ich mich doch schon sehr auf den Folgeband. Vorallem da ich noch einiges mehr zu dem besonderen, auf ghanaischer Folklore basierenden Magiesystem erfahren will. Jeder Wochentag ist einer bestimmten Schutzgottheit zugeordnet. Je nachdem, an welchem Tag man geboren wird, wird man einer Gottheit zugeordnet, die wiederum über die Magie entscheidet. Ich finde die Idee dahinter richtig genial, hoffe allerdings dass das Magiesystem in der Fortsetzung 'A Psalm of Storms and Silence - Die Magie von Solstasia' noch näher beleuchtet wird.


Fazit:

Düster, fesselnd, detailverliebt, bild- und wortgewaltig und einfach episch!

Roseanne A. Brown hat mit 'A Psalm of Wraiths and Ruin' einen epischen Reihenauftakt zu Papier gebracht, der westafrikanische Folklore, Traditionen, Geistergeschichten und göttliche Magie miteinander zu einem bildgewaltigen High-Fantasy-Spektakel verwebt.

Ich kann dir das Buch empfehlen, wenn du gerne komplexe, anspruchsvolle und ausschweifende High Fantasy mit kleinem Romantikanteil liest und du dich gerne von fremden Kulturen bereichern und verzaubern lässt.

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Episches High-Fantasy Spektakel
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Rasant, spannend, viele kleine Cliffhanger und unvorhersehbare Wendungen

Frische Wunden von Kirsten Nähle

Kirsten Nähle war mir bislang kein Begriff, was ich nach dem Lesen oder besser gesagt dem Inhalieren dieses spannenden Krimis rund um das Ermittlerduo Victoria Stahl und Daniel Freund unbedingt ändern muss. Sowohl die Thematik rund um das Thema "Kinderwunsch", als auch der erfrischend unkomplizierte Schreibstil haben mir sehr gut gefallen.

Und darum geht's: Im Würzburger Stadtwald wird die übel zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Die unbekannte Tote ist mit einer Babydecke zugedeckt. Wie sich bei der späteren Obduktion herausstellt, hat sie zudem wenige Stunden vor der Tat ein Kind zur Welt gebracht. Von dem Baby fehlt jedoch jede Spur. Für die Kommissare Stahl & Freund beginnt nicht nur die Suche nach dem Mörder, sondern auch nach dem vermissten Baby. Und die Zeit drängt!

Kirsten Nähle hat mich in rasanten Tempo durch 'Frische Wunden' geführt, der Abschlussband einer Reihe rund um die Ermittler Victoria Stahl und Daniel Freund. Für mich war es ein Debüt, was allerdings überhaupt kein Problem dargestellt hat. Ich war sofort mitten im Geschehen und habe fieberhaft nach dem Motiv gerätselt.

Allein der Prolog ist schon so mitreißend geschrieben und wirft so viele Fragen auf, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will. Dazu kommt, dass 'Frische Wunden' aus mehreren Perspektiven geschrieben ist und gefühlt nach jedem Kapitel ein Cliffhanger lauert. Das zusammen mit den häufigen Perspektivenwechsel und den eher kurzen und knackigen Kapitel hat mir das Gefühl gegeben nur so durch die Seiten zu fliegen. Dazu kommt der erfrischend unkomplizierte Schreibstil von Kirsten Nähle, der sich aufs Wesentliche beschränkt und sich nicht in unnötigen Details verliert.

Die beiden Hauptkommissare Victoria und Daniel waren mir auch schnell sympathisch und ich habe sie als sehr authentisch wahrgenommen. Ganz besonders Daniel, dem der Fall aufgrund des eigenen überfüllten Kinderwunsches sehr nahe geht. Doch auch mit Jonas, der eine Beziehung mit dem Opfer hatte und der schnell in den Fokus der Ermittlungen rückt, konnte ich richtig mitfiebern.

Kirsten Nähle hat für einige unterhaltsame Stunden gesorgt und diese mit viel Spannung gefüllt. Vorallem weil man sich bis zum Schluss nicht sicher sein konnte, was wirklich hinter dem Ganzen steckt.

Fazit
Rasant, spannend, viele kleine Cliffhanger und unvorhersehbare Wendungen! Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt

'Frische Wunden' ist der Abschluss einer Trilogie, den man aber gut als Einzelband lesen kann.

Ich kann das Buch jedem Thriller- und Krimi-Fan empfehlen!

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Rasant,  spannend,  viele kleine Cliffhanger und unvorhersehbare Wendungen
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Unvorhersehbarer und spannender Jugendthriller mit Mysteryelementen

Ancora von Colin Hadler

'Ancora - Die Zeit ist gegen dich' war mein erstes Buch des österreichischen Autors Colin Hadler und es hat eingeschlagen wie eine Bombe. Colin Hadler weiß wie er seine Leser*innen an die Seiten fesselt. Spätestens nach dem unglaublich mitreißendem Prolog konnte ich das Buch schon nicht mehr aus der Hand legen.

Der Auror hält die Spannung im weiteren Verlauf der Handlung nicht nur dauerhaft hoch, sondern steigert diese sogar noch. Denn in Ancora ist nichts so wir es auf den ersten Blick scheint und ehe du dich versiehst, findest du dich in einer Prüfung auf Leben und Tod wieder. Traust du dich nach 'Ancora'?

Mit 'Ancora - Die Zeit ist gegen dich' hat Colin Hadler einen Mysterythriller geschrieben, der nicht nur Protagonistin Romy und ihre Freunde an ihre Grenzen bringt, sondern auch mir viele Gänsehautmomente beschert hat. Abgeschieden von der Außenwelt, mitten im Wald ohne Handyempfang, fließend Wasser und anderen technischen Schnickschnack liegt Ancora. Eine Kommune, in der die Menschen - so scheint es - im Einklang mit der Natur leben. Romy und ihre Freunde Aurel und Jannis wollen ihren Urlaub in Ancora verbringen; vom Alltag abschalten und die Seele baumeln lassen. Doch schon nach ihrer Ankunft häufen sich seltsame Ereignisse. Dinge verschwinden, ein Maskierter lauert Romy auf und ein altes Gedicht von Romys Mutter scheint plötzlich zur bösen Realität zu werden.

Colin Hadler ist mit diesem Einzelband ein unglaublich packender Jugendthriller gelungen, der nicht nur mit seinen sehr undurchschaubaren Charakteren bei mir gepunktet hat. Auch die Mysteryelemente haben sich perfekt in die Handlung eingefügt und mich vorallem gegen Ende ins Staunen versetzt. Ancora birgt viele Geheimnisse und Rätsel, hochspannende Szenen, aber auch ruhige Momente sowie eine kleine Liebesgeschichte, die sehr sanft eingebettet ist. Der Fokus liegt aber wie gesagt auf dem Mysteryteil und so habe ich mich durchwegs gefragt wer in Ancora welches Spiel spielt, wer Freund und wer Feind ist. Fast jeder in Ancora scheint verdächtig und hütet Geheimnisse. Einmal angefangen konnte ich das Buch einfach nicht mehr zur Seite legen, wollte ich doch unbedingt wissen wie Romys Wettlauf mit der Zeit endet.

Ich kann dir das Buch auf jeden Fall empfehlen, wenn du gerne Mysterythriller liest.

Fazit:

Kein Strom, kein fließendes Wasser, kein Handyempfang, eine Prüfung auf Leben und Tod! Willkommen in Ancora!

Colin Hadler hat mit 'Ancora - Die Zeit ist gegen dich' einen unglaublich tollen Pageturner geschrieben, der mit vielen Spannungsmomenten, unglaublichen Mysteryelementen und undurchschaubaren Charakteren zu fesseln weiß.

Wenn du gerne Mysterythriller liest, dann kann ich die 'Ancora' sehr empfehlen!

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Unvorhersehbarer und spannender Jugendthriller mit Mysteryelementen
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The Father of Greater New York

Der große Fehler von Jonathan Lee

Ein Spaziergang im Central Park, Lesestunden in der New York Public Library oder ein Besuch des Bronx Zoo. All diese Dinge haben wir dem New Yorker Anwalt und Stadtplaner Andrew Haswell Green zu verdanken. Autor Jonathan Lee hat seinen Roman dieser interessanten Persönlichkeit, deren Name leider in Vergessenheit geraten ist, gewidmet.

Es ist Freitag, der 13. November 1903, an dem der 83-jährige Andrew Haswell Green auf offener Straße erschossen wird. Der Schütze wird schnell gefasst, doch was ist das Motiv? Ein großer Fehler?

Ich habe mich wirklich sehr darauf gefreut, wieder einmal in einen historischen Kriminalroman abtauchen zu dürfen, der noch dazu auf einer wahren Begebenheit beruht. Leider konnte Jonathan Lee meine Erwartungen nicht erfüllen. Ausgehend vom Ableben des "Father of Greater New York" nimmt uns der Autor auf einen Streifzug durch Andrew Greens Leben mit. Dabei wechseln sich die Gegenwart,  sprich die laufenden Ermittlungen,  mit der Vergangenheit Greens ab. Eigentlich mag ich diese Art des Erzählens sehr gerne. In diesem Fall waren mir die Wechsel zwischen den einzelnen Episoden aber zu sprunghaft. Ich habe den sprichwörtlichen roten Faden sehr vermisst. Dazu kommt, dass ich den Schreibstil des Autors als sehr anstrengend zu lesen empfunden habe. Die Sätze sind teilweise sehr verschachtelt, was den Lesefluss enorm hemmt.

Leider fand ich auch die Handlung selbst größtenteils langatmig und zäh. Ich hätte mir mehr Spannung gewünscht und mehr Fokus auf die Ermittlungen. Das ist aber eindeutig nicht der Fall. So habe ich zwar einige interessante Fakten über Andrew Green erfahren, im Gesamten war mir der autobiographische Roman allerdings zu episodenhaft und teilweise zu ausschweifend in der Umsetzung. Schade!

Fazit

New York, Freitag der 13., ein Mord auf offener Straße und eine interessante historische Persönlichkeit! Andrew Haswell Greens Leben und Sterben bietet tollen Stoff für einen mitreißenden Kriminalroman. Leider konnte mich Jonathan Lees Umsetzung nicht überzeugen und auch mit dem Schreibstil, der sich durch viele verschachtelte Sätze auszeichnet,  bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden.

Leider kann ich keine Leseempfehlung aussprechen.

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Eine Geschichte von Knochen, Musik und Natur

Bone Music von David Almond

Eigentlich wollte ich Bone Music noch im April beenden. Doch überraschenderweise habe ich für die kurze Erzählung länger gebraucht als gedacht. Nicht weil mir das Buch nicht gefallen hat, sondern weil David Almond mich mit seinen ruhigen Worten nachdenklich gestimmt hat.

Die 15-jährige Sylvia verbringt die Ferien gemeinsam mit ihrer Mutter im ursprünglichen und wilden Northumberland.

Statt Handyempfang erwarten Sylvia viel Natur, Wälder, einsame Fjells und eine eindringliche Melodie, deren Klänge Sylvia sehr berühren. Und dann trifft Sylvia auf Gabriel, der sie auf seine Streifzüge durch die Wälder mitnimmt und ihr die tiefe Verwurzelung der Vergangenheit in der Natur näherbringt. Dabei entwickelt sich nicht nur eine tiefe Freundschaft, sondern es beginnt sich auch in Sylvia etwas zu verändern.

Bone Music war für mich kein leichtes Buch. Es ist eine sehr philosophische Erzählung, in der sich Traum und Realität manchmal vermischen. David Almond nimmt uns mit zu den Ursprüngen und greift die tiefe Verbindung unserer Ahnen mit der Natur auf. Dabei spielt auch die Musik und die Flöte, die Sylvia aus den Knochen eines Bussards herstellt eine große Rolle.

"《Der Bussard stirbt》, sagte sie, 《 und im Tod hilft er mit, Leben zu schenken.》"
(Zitat aus Bone Music, Seite 47 von 91)


In Gesprächen mit Gabriel lernt Sylvia aus der Vergangenheit für die Zukunft. Es geht um Umweltschutz, Klimawandel, Kriege und die Wertschätzung des Lebens.

"Wir. Wir sind die diejenigen, die die Welt verändern können. Wir, die verdrehte, leidenschaftliche, schwierige, liebende Jugend."
(Zitat aus Bone Music, Seite 46 von 91)


Dabei werden auch schwere Themen wie Selbstverletzung und Depressionen angesprochen.

Es sind wie gesagt keine leichten Themen und ich kann das Buch daher auch nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. 'Bone Music' ist definitiv besonders und außergewöhnlich, aber man sollte sich auf eine Geschichte einstellen, bei der man oftmals zwischen den Zeilen lesen muss, die nachdenklich stimmt und nachhallt.

Fazit:

In David Almonds kurzer Geschichte steckt sehr viel Ruhe, Natur, Musik und Vergangenheit. Bone Music ist sehr ruhig erzählt, regt zum Nach- und Umdenken an und hallt nach. Man sollte schon Zeit beim Lesen mitbringen.

Ich kann das Buch Leser*innen empfehlen, die gerne in poetische und philosophische Gedankenwelten abtauchen.

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Hart & Hertzlich

Düsterhof (Thriller) von Melisa Schwermer

Als eine junge Frau auf brutale Art und Weise aus dem Leben gerissen wird, gerät ihr Ex-Freund schnell unter Mordverdacht. Alles deutet auf eine Beziehungstat hin. Pflichtverteidigerin Annabelle Hart ist von der Unschuld ihres Mandanten überzeugt. Gemeinsam mit Privatdetektiv Felix Hertzlich, dessen autistische Schwester zufällig eine Pferdetherapie beim Verdächtigen macht und die ebenfalls an die Unschuld ihres Therapeuten glaubt, beginnt Annabelle zu recherchieren und sie erwirkt rasch die Freilassung ihres Mandanten aus der Untersuchungshaft.

Doch dann passiert ein weiterer Mord...

Melisa Schwermer ist mit "Düsterhof" ein spannender Thriller gelungen, der das Potenzial zum Reihenauftakt, allerdings auch kleinere Schwächen hat.

Definitiv ausbaufähig sind meine Erachtens die beiden Protagonisten Anna Hart und Felix Hertzlich, von denen wir im Grunde wenig bis gar nichts erfahren. Leider! Denn das bisschen, dass uns Melisa Schwermer an Informationen gibt, ist durchaus interessant. Sowohl Anna, als auch Felix haben ihre Päckchen zu tragen. Anna in Form ihres stalkenden Ex-Freundes und Felix, der sich liebevoll um seine autistische Schwester Natalie kümmert. Das ist aber auch schon alles was wir erfahren. Mir hat es leider an charakterlicher Tiefe und Emotionen gefehlt. Anna und Felix habe großes Potenzial als Ermittlerduo, nur leider sind die beiden bis zum Schluss ziemlich gesichts- und farblos geblieben.

Aber jetzt genug gemeckert, denn die Story an sich fand ich richtig fesselnd und toll zum Miträtseln und Mitermitteln. Melisa Schwermer hat mich an düstere Schauplätze geführt und mich bei grausamen Taten zusehen lassen. Nicht nur die Morde an den jungen Frauen haben mir Gänsehaut verursacht. Auch der Pferderipper, der seinen Namen nicht umsonst trägt, treibt sein Unwesen und vergeht sich an unschuldigen Tieren. Wie hängen die Taten zusammen? Was ist das Motiv des Mörders? Und ist Annas Mandant etwa gar nicht so unschuldig? Fragen, die man sich unweigerlich beim Lesen stellt und die ich schnellstmöglich beantwortet haben wollte.

Da Melisa Schwermer einen super unkomplizierten und leicht zu lesenden Schreibstil hat und die Kapitel kurz und knackig sind, hat die Auflösung auch nicht lange auf sich warten lassen. Im letzten Drittel weiß man dann auch schon was Sache ist, der Spannung hat dies allerdings keinen Abbruch getan. Denn auch hier hat die Autorin nochmal ordentlich für Zündstoff gesorgt und für eine gehörige Portion Nervenkitzel gesorgt. So mag ich das!

Fazit:

Grausam, spannend, rasant und mit Potenzial zum Reihenauftakt! 

Ich habe "Düsterhof" sehr gerne gelesen. Die Handlung ist spannend, sorgt für Nervenkitzel und ist wendungsreich. Melisa Schwermers Schreibstil ist herrlich unkompliziert und einfach zu lesen und das Ermittlerduo Hart und Hertzlich hat auf jeden Fall Potenzial. Leider hat mir hier noch charakterliche Tiefe und gefehlt.

Fans von schnell zu lesenden Thrillern kann ich "Düsterhof" aber auf jeden Fall empfehlen. Ein toller Lesesnack für Zwischendurch!

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Idyllischer Regionalkrimi mit Herz und Charme

Mord in Montagnola von Mascha Vassena

Als Moiras Vater einen Schlaganfall erleidet, kehrt die Übersetzerin in ihr ehemaliges Heimatdorf Montagnola im schweizerischen Tessin zurück, um diesem ein bisschen unter die Arme zu greifen. Ungefähr zur gleichen Zeit wird in einem alten Eiskeller im Umland Montagnolas die Leiche eines Mannes gefunden.

An den polizeilichen Ermittlungen ist auch Moiras ehemalige Jugendliebe, der leitende Rechtsmediziner Luca, beteiligt, welcher Moira bittet bei den anstehenden Befragungen der Zeugen als Dolmetscherin am Fall mitzuarbeiten. Moira sagt zu und kommt dabei nicht nur dem mittlerweile verheirateten Familienvater Luca wieder näher, sondern gerät auch ins Visier des Täters.

Mascha Vassena konnte mich schon mit ihren früheren Werken begeistern. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass endlich ein neues Buch aus ihrer Feder entsprungen ist; noch dazu der Auftakt einer Krimireihe. Mit ihren großartigen, sehr bildhaften und authentischen Beschreibungen von Land und Leuten, habe ich mich schnell im verschlafenen Nest Montagnola heimatlich gefühlt, mir gedanklich im Dorfgasthaus das eine und andere Gläschen Wein gegönnt und mit Moiras Vater Ambrogio Honig geerntet. Außerdem bin ich ein kleines bisschen auf Hermann Hesses Spuren gewandelt.

War der Prolog noch sehr brutal und blutig und hat eher an einen Thriller erinnert, hat sich Mord in Montagnola im weiteren Verlauf zu einem ruhigen Regionalkrimi mit viel Lokalkolorit entwickelt, der den Fokus vorallem auf die Charaktere legt. Der Spannung hat dies aber keinen Abbruch getan. Im Gegenteil, ich fand es toll Moira bei "ihren Ermittlungen" zu begleiten. Teilweise war es zugegebenermaßen etwas unglaubwürdig, aber ich verzeihe solche Dinge gerne, wenn sie der Handlung dienlich sind und auch schlüssig erklärt werden. Und das ist Mascha Vassena definitiv gelungen. Und so durfte ich die alleinerziehende Mutter einer Tochter bei einigen nicht ganz so legalen Aktionen zur Beweiserbringung begleiten. Ich habe mit Moira gemeinsam über Theorien gebrütet, nur um diese dann wieder zu verwerfen und mich mit ihr gemeinsam in der einen und anderen Sackgasse verrannt.

Neben den sehr gemütlichen Ermittlungen lernen wir vorallem die weiteren Charaktere, wie z.B. den smarten Gerichtsmediziner Luca, Moiras sturen, aber sehr liebevollen Vater Ambrogio und auch ihre Mutter und Tochter, welche beide in Frankfurt zurück geblieben sind, kennen. Es ist eben nicht nur der Kriminalfall, der das Buch so interessant macht, sondern auch die privaten Einblicke und Verstrickungen. Und während der Mordfall nach einem nervenaufreibenden Showdown zufriedenstellend gelöst wurde und alle Puzzlestückchen ihren Platz gefunden haben, bleiben einige Dinge aus dem Privatleben der Charaktere offen. Da muss ich mich wohl in Geduld üben bis der zweite Band erscheint.

Fazit
Mord in Montagnola ist ein gemütlicher Regionalkrimi, der mich ins malerische Tessin entführt hat und den Auftakt einer Reihe bildet. Der Schreibstil ist toll, sehr unkompliziert und flüssig, der Kriminalfall spannend und die Figuren, welche eindeutig im Fokus stehen, sind sehr authentisch.

Ich freue ich schon auf ein Wiederlesen mit Moira, Luca, Ambrogio und Co. und kann dir diesen Reihenauftakt wirklich sehr empfehlen.

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Alte Feinde, neue Freunde

Keeper of the Lost Cities – Der Verrat (Keeper of the Lost Cities 4) von Shannon Messenger


Ein weiterer Band der Reihe ist beendet, ein weiteres Mal hat mich Shannon Messenger in ein Gefühlschaos gestürzt.
Liebe Shannon! Was tust du uns nur an? Ich weiß gerade nicht wohin mit mir und meinen Emotionen. Kann man ein Buch gleichzeitig hassen und lieben? Denn so geht es mir gerade.

Ich kann es nicht anders beschreiben.

'Der Verrat' ist bereits der 4. Band der Keeper of the Lost Cities-Reihe, welche vom Elfenmädchen Sophie handelt. Den Großteil ihrer Kindheit hat Sophie bei den Menschen gelebt, vollkommen ahnungslos, dass sie eigentlich von den Elfen abstammt. Bis zu dem Tag, an dem sie gefunden und über ihre wahre Abstammung aufgeklärt wird. Doch in der Elfenwelt ist ihr nicht jeder wohlgesonnen und der Friede hängt an einen seidenen Faden. So stürzt Sophie plötzlich von einem Abenteuer ins nächste, immerzu die Gefahr im Nacken.  Aber Sophie ist nicht allein. Sie findet schnell gute Freunde, die ihr zur Seite stehen.

Auch in diesem Teil der Reihe geht es richtig turbulent zu. Alte Feinde, neue Freunde, ziemlich brenzlige Situationen, Intrigen und Verrat! In diesem Teil werden endlich einige Geheimnisse von 'Black Swan' gelüftet und auch die 'Neverseen' sorgen für ordentlich Zündstoff. Außerdem lernen wir das Exillium kennen und gehen auf eine geheime Mission in die Stadt der Oger, Ravagog. Mehr verrate ich an dieser Stelle aber nicht.

Shannon Messenger steigert sich mit jedem Teil der Reihe. Es wird mit jedem Teil spannender, gefährlicher und erwachsener. Ihr könnt euch auf unglaubliche Plottwists und ziemlich überraschende Enthüllungen gefasst machen. Shannon Messenger hat mein Nervengerüst ordentlich ins Wanken gebracht. Und sei gewarnt und wiege dich nicht zu früh in Sicherheit, denn Shannon Messenger legt noch eine Schippe drauf. Am Ende wusste ich tatsächlich nicht wohin mit meinen Gefühlen. Einerseits ist 'Der Verrat' bislang mein liebster Teil der Reihe,  andererseits weiß ich nicht,  ob ich der Autorin manche Entwicklungen verzeihen kann. Umso gespannter bin ich jetzt natürlich auf Band 5 'Das Tor', welcher zum Glück schon bald erscheint.

Fazit:

Alte Feine, neue Freunde!

Der 4. Band der Reihe ist turbulent, hochspannend, brandgefährlich und unglaublich wendungsreich. Und es wird ziemlich emotional. Manche Enthüllungen haben mir einfach den Boden unter den Füßen weggerissen.

Von mir gibt's natürlich auch für diesen Teil eine absolute Leseempfehlung. Solltest du die Reihe noch nicht begonnen haben, dann wird es spätestens jetzt Zeit dafür.

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Das Paradies als Trugbild

Zum Paradies von Hanya Yanagihara

"Und dann gehe ich los...an denselben Ort, an den Du hoffentlich gegangen bist, und ich werde nicht stehen bleiben, ich werde nicht rasten müssen, nicht ehe ich nicht den ganzen Weg gegangen bin...den ganzen Weg zum Paradies."

(Zitat aus Zum Paradies,  Pos. 6298)

Zum Paradies war mein erstes Buch von Hanya Yanagihara, eine Autorin, die ich mir auf jeden Fall merken werde.

Hanya Yanagihara erzählt in 3 Episoden über Liebe, Familie, Krankheit, Verlust, Hoffnung und der Suche nach dem irdischen Paradies. Diese Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte epochale Werk und doch sind die 3 Geschichten nur sehr vage miteinander verknüpft. Mehrfach habe ich während des Lesens versucht die Zusammenhänge zu erfassen, habe auf den großen Aha-Effekt gehofft und dass mich die Erkenntnis einholt. Das war aber leider nicht der Fall, was auch mein größter Kritikpunkt ist. Und dennoch konnte ich das Buch nur schwer zur Seite legen.

Hanya Yanagihara hat mich mit ihrem unglaublich intensiven, sehr einnehmenden Schreibstil gefesselt.  Sie schreibt sehr ausschweifend und detailliert und sie lässt sich viel Zeit. Ihre Kunst ist es selbst belanglose Dinge und Ereignisse so zu beschreiben,  dass sie beim Lesen wichtig und spannend erscheinen.

Die Autorin nimmt uns auf eine Reise mit, die 3 Jahrhunderte umfasst; in die Jahre 1893, 1993 und 2043 bzw. 2093. Auf dieser Reise lernen wir David, Charles, Peter und Edward kennen, deren Leben in einem Haus aus Washington Square zusammenlaufen. Die Namen wiederholen sich in jedem Jahrhundert, es sind allerdings immer andere Persönlichkeiten bzw. Schicksale die dahinter stehen. Hier hätte ich mir eine eindeutiger erkennbare Verbindung gewünscht und nicht nur Namen, die sich überschneiden.

Mich hat besonders der erste Abschnitt beeindruckt. Es ist das Jahr 1893 und man hat natürlich eine gewisse Vorstellung davon. Doch schnell wird klar, dass Hanya Yanagiharas 1893 anders ist. Ein unabhängiger Teil der USA hat sich zum Freistaat ernannt. Ein scheinbares Paradies, in dem gleichgeschlechtliche Ehen vollkommen natürlich sind. Dieses Bild der alternativen Realität hat mich fasziniert. Es hat aber auch zum Nachdenken angeregt.

Leider konnte die zweite Geschichte hier nicht mithalten, da sie für meinen Geschmack dann doch zu viele Längen aufgewiesen hat.

Die dritte Geschichte hat mich wieder richtig begeistert, angesichts ihrer erschreckenden Aktualität. Es ist hier ein dystopisches Szenario, das Hanya Yanagihara zeichnet. Amerika ist unter staatlicher Kontrolle und schlittert von einer Pandemie in die nächste. Von dem scheinbaren Paradies zu Beginn ist nichts mehr übrig. Eine Erkenntnis macht sich breit: Die Suche nach dem irdischen Paradies ist vergeblich.

Fazit

Liebe, Familie, Sehnsucht, Hoffnung, Krankheit, Verlust und Trugbilder!

Zum Paradies hat mich beeindruckt, auch wenn mir nicht alles gefallen hat. Ich hätte mir insbesondere eine stärkere Verbindung zwischen den drei großen Abschnitten gewünscht. Die Motive und Themen kehren zwar in allen drei Geschichten wieder, der große Aha-Effekt ist aber ausgeblieben.

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Das Paradies als Trugbild