Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Laszlo Zoltan:
Ewigkeit ohne Höhepunkt
Für die Ewigkeit von Helmut Krausser
Beim Lesen fühlte ich mich wie ein Badender am Meer, der auf der Luftmatratze übers Wasser schaukelt. Und am Ende geht der Matratze im kniehohen Wasser die Luft aus. Angenehm, aber ein bissl fad.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Laszlo ZoltanNeuzeitliche Geschichte, die unter die Haut geht
Ich bleibe hier von Marco Balzano
Marco Balzano, ein Mailänder, erzählt hier nach guter Recherche grandios eine Geschichte aus Südtirol. Beim Lesen tritt abrupt die Atmosphäre der Liebe, der Entscheidung, des Verlustes und des Kampfes gegen politische und ökonomische Ideen in den Raum. Tief beeindruckt wendet man Seite für Seite und sieht danach den bekannten Kirchturm, der aus dem Reschensee ragt, mit anderen Augen.
Zu schnell, zu kurz
Vom Land von Dominik Barta
In einem hohen Tempo und einer Vielzahl von Bildfolgen wird hier eine gegenwärtige Geschichte vom Land erzählt . Leider werden wesentliche Themen des Lebens, wie zum Beispiel fehlende Liebe, Ausländerhass, Sexualtrieb und Homosexualität nur angerissen, wodurch es an mehr Tiefe und Substanz mangelt.
Viele aktuelle Bücher haben zahllose Seiten zu viel, diesem Roman hingegen fehlen einige.
Emotionale Achterbahn
Rote Kreuze von Sasha Filipenko
Man möchte vergessen, was man nicht versteht. Egal, ob es sich dabei um die grausame systematische Struktur des Stalinismus oder die schicksalhaften Momente von Liebenden handelt. Es lohnt sich in hohem Maße, diesen Roman zu lesen, um nicht zu vergessen.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Laszlo ZoltanLangweilige Tischgespräche
Rate, wer zum Essen bleibt von Philipp Tingler
Bei zwei Abendessen, die für die Protagonistin von großer beruflicher Wichtigkeit sind, treffen Wahrheit gepaart mit Taktlosigkeit auf scheinbaren Intellekt mit zynischer Oberflächlichkeit. Zum Teil lassen die Phrasen und zeitgeistigen Aussprüche schmunzeln und trotzdem bleibt die Geschichte bis zum Schluss ermüdent.
Sprung ins Leben
Der Sprung von Simone Lappert
Eine Frau steht am Dach und gibt vor, zu springen. Nicht nur das Leben dieser Frau, sondern auch das Leben einiger Bewohner dieses Ortes scheint aus der Balance zu sein. Dies schildert die junge Autorin recht flach und geläufig, wobei sie auch über lange Strecken den Hauptpfad der Geschichte verlässt, sodass mich das Happyend nicht sonderlich tangierte.
Allerdings fordert der grandiose Schlusssatz, das Buch zu lesen!
Einfühlsam und schockierend
Der Riss von Simone Lappert
Eine einfühlsame und zugleich schockierende Geschichte über einen, dem sein eigenes Leben nicht mehr gehört und der vom Scheitern und der Vergeltung geplagt wird. Für Leser mit starken Nerven!
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Laszlo ZoltanDie Macht des geschriebenen Wortes
Der Stotterer von Charles Lewinsky
Am Anfang war das Wort und der Protagonist des Romans, Johannes Hosea Stärckle, bemächtigt sich unglaublich geschickt der Macht des geschriebenen Wortes. Für den Leser nicht fassbar schlüpft er gekonnt in die Rollen der unterschiedlichsten Verfasser von Texten, um somit sein Leben als Stotterer zu fristen.
Dass er dabei die Wahrheit immer wieder ins Hintertreffen geraten lässt, amüsiert den Leser und stellt ihn selbst zum Schluss zufrieden. Unterhaltung und Erzählkunst in mustergültiger Ausprägung.
Da fehlt was
Großmutters Haus von Thomas Sautner
Eine orientierungslose Enkelin bekommt von ihrer schrägen Großmutter Weisheiten fürs Glücklichsein, für die Erfüllung des Lebens, für die wahre Liebe. Alles basiert auf den Genuss von speziellen Joints mit phantasievollen Namen. Das soll alles sein? Am Ende des Buches verbleibt ein glücklicher, weil am Ende des Buches (!), aber ratloser Leser.
Zu viel von allem
Am Beispiel des Affen von Thomas Sautner
Von allem ein wenig ergibt nicht zwingend ein geglücktes Ganzes. Dieses Konglomerat aus Tagebucheintragungen, Arbeitsheftnotizen, Erinnerungen an Sex und der unbefriedigten Sehnsucht nach Liebe, sowie das für Kenner interessante, historische Ambiente des 20. Jahrhunderts von Indien und Amerika, lässt eines vermissen: einen zielführenden Inhalt.











