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Rezensionen von nanu?!:

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Gemütlicher Weihnachtskrimi

Ein Mörder auf der Gästeliste - Ein Weihnachtskrimi: Cosy Crime in einem eingeschneiten Herrenhaus von Alexandra Fischer-Hunold

Lilly freut sich ungemein, Weihnachten mit ihrer besten Freundin Zelda und deren Familie zu verbringen.
Zeldas Familie lebt in einem Hotel, welches über die Feiertage geschlossen bleiben wird.
Doch kaum hat die Familie sich zum Singen und gemeinsam Anstoßen im Foyer versammelt, tauchen nach und nach unerwartete Hotelgäste auf.

Da sich ein Schneesturm ankündigt, bleibt der Familie nichts anderes übrig, als diese Gäste aufzunehmen.
Doch dann wird jemand ermordet und da das Hotel mittlerweile eingeschneit ist, kann es nur einer von ihnen gewesen sein.
Lilly und Zelda wollen in bester Agatha-Christie-Manier, den Mord aufklären und legen auch sofort los mit den Ermittlungen.

Was für ein herrlich gemütlicher Weihnachtskrimi!
Die Gemütlichkeit fängt schon mit der Beschreibung der Stimmung an: Der Weihnachtsbaum leuchtet verheißungsvoll, Lilly und Zelda sind voller Vorfreude auf ein ganz bestimmtes Weihnachtswunder, draußen rieselt leise der Schnee und drinnen geben die Weihnachtssänger ihr Bestes. Da rechnet erst niemand mit einem Mord.

Erzählt wird fast ausschließlich aus Lillys Sicht in der Ich-Form. Da der Leser immer genauso viel weiß wie Lilly gerade herausgefunden hat, kann er wunderbar selbst miträtseln.
Dieser Krimi wird Jugendlichen ab 12 Jahren empfohlen, aber ich finde, das Buch ist für alle Altersklassen geeignet.
Ich habe jedenfalls mit meinem Hauptverdächtigen bis zum Ende falsch gelegen.
Der Plot ist von vorne bis hinten gut durchdacht. Es werden ständig neue Hinweise eingestreut und falsche Fährten gelegt, um Lilly (und den Leser) auf eine falsche Spur zu lenken.
Logikfehler konnte ich keine finden, alle Fragen werden bis zum Ende aufgeklärt, was ja auch nicht immer selbstverständlich ist.
Interessant ist, dass wirklich jeder der sich im Haus befindet, ein gutes Mordmotiv hat. Das macht die ganze Sache noch spannender.

Ein netter Hingucker ist die Aufmachung des Buches. Auf der Innenklappe sind die Hotelpläne in Farbe abgebildet. Es gibt ein Personenregister und wunderschön geschmückte Kapitelanfänge.
Gelesen habe ich das Buch in einer Leserunde, und wir waren nicht nur alle begeistert, sondern auch der Meinung, dass dieses Buch unbedingt eine Fortsetzung braucht. Wir wollen für Lilly und Zelda ein neues spannendes Abenteuer.

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Gemütlicher Weihnachtskrimi
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Spannend und romantisch zugleich

Agency for Scandal von Laura Wood

Isobel "Izzy" Stanhope ist eine Frau voller Geheimnisse.
Sie muss nicht nur vor Londons besserer Gesellschaft verbergen, dass sie - Dank ihres Vaters - komplett pleite ist.
Auch ihr Doppelleben als Agentin des Finkennests, wo sie sich für die Rechte der Frauen einsetzt, muss unter allen Umständen geheim bleiben.

Eigentlich hat Izzy auch alles unter Kontrolle, nur mit dem Duke of Roxton gerät sie neuerdings ständig aneinander.
Und dann läuft plötzlich alles aus dem Ruder.

Von der Autorin Laura Wood kenne ich bereits "Ein Himmel aus Gold", welches mir auch schon so gut gefallen hatte.
Und auch in diesem neuen Buch, passt alles so gut zusammen.
"Agency of Scandal" ist eine gelungene Mischung aus gemütlichem Krimi und historischem Liebesroman, wobei man den historischen Aspekt nicht zu ernst nehmen sollte.

Izzy mochte ich als Hauptfigur sofort. Sie hat es nicht sehr leicht, denn gerade ist in London Ballsaison und als unverheiratete Frau, muss sie sich auf allerlei Festereien blicken lassen, um den Schein zu wahren. Sie ist sich klar darüber, dass sie als Ehefrau sowieso für niemanden in Frage kommt, denn erstens besitzt sie keine Mitgift, und zweitens wird sie als Mauerblümchen sowieso von allen übersehen.
Aber Izzy macht das Beste daraus, denn von allen übersehen zu werden macht sie zu einer besonders guten Agentin und außerdem ist sie eine Meisterin der Verkleidung. Als Kes legt sie nachts den Gaunern der Stadt das Handwerk.
Man könnte denken, dass der Plot Frau-verkleidet-sich-als-Mann längst verbraucht ist. Aber da hier sowieso nichts nach Plan verläuft, spielt das kaum eine Rolle. Die Autorin macht einfach ein spaßiges Abenteuer aus einem ausgelutschten Thema.

Natürlich ist diese Geschichte auch eine Liebesgeschichte, aber ich finde der spannendere Part überwiegt trotzdem. Einerseits kann man mit Izzy und den Frauen aus dem Finkennest mitfiebern. Zum anderen kriegt der Leser es mit Izzys chaotischer Gefühlswelt zu tun.
Die Dynamik zwischen dem Duke und ihr ist erfrischend. Zudem hat sie auch noch einen leichten Hang zur Selbstironie.
Für mich ein rundum gelungener Jugendroman, der Spaß macht und spannend und romantisch zugleich ist.

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Spannend und romantisch zugleich
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Viele Längen

Scandor von Ursula Poznanski

​Die beiden Hauptfiguren Philipp und Tessa kriegen unabhängig voneinander eine der Scandor-Teilnehmermünzen in die Finger.
Damit können sie bei einem geheimen Spiel mitmachen und haben so die Möglichkeit, fünf Millionen Euro Preisgeld abzusahnen.
Eigentlich klingt das Spiel ganz einfach. Die einzigen Regeln lauten: "Verrate niemanden was" und "Sag immer die Wahrheit".

Ich hatte ein bisschen meine Probleme mit dem Buch.
Den Anfang fand ich aber richtig spannend: Erst die Einführung der Figuren und was die beiden antreibt, bei dem Spiel mitzumachen, wobei ich Tessa dabei immer eine Spur interessanter fand als Philipp.
Dann das geheime Spiel und was wohl dahinter steckt.

Und dann gerät leider im Mittelteil irgendwie alles ins Stocken. Es geht nur noch darum wie die beiden versuchen, sich nicht zu verplappern und aus Versehen doch noch eine kleine Unwahrheit auszusprechen. Bis auf ein paar gemeine Challenges die das Spiel organisiert, ähneln sich die Spieltage in ihrem Aufbau doch sehr.
Nach und nach fliegen die Teilnehmer raus, aber bis es so weit ist, passiert im Grunde eigentlich immer nur das gleiche.
Die eingestreuten Erfahrungen einiger anderer Teilnehmer fand ich anfangs noch interessant, weil sie zeigen, bei welcher Lüge sie erwischt wurden, aber eigentlich sind sie nur eine ständige Wiederholung der immergleichen Geschichte.

Die Grundidee des Buches und der Gedanke dahinter, wie oft ein Mensch unbewusst zu einer Lüge greift, fand ich dagegen wirklich interessant. Angefangen bei den simpelsten Fragen wie "Wie geht es dir?", bis hin zu schwierigeren wie zum Beispiel "Wie steht mir diese Hose?". Jede salopp dahin gesagte Antwort kann schon zum Rauswurf von Scandor führen.
Wer schon mal was von der Autorin gelesen hat, weiß das hinter dem ganzen Spiel noch etwas viel größeres und geheimnisvolleres steckt, als es zu Beginn aussieht.
Die Auflösung konnte mich allerdings nicht überzeugen.

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Ein echter Pageturner

Suddenly a Murder - Mord auf Ashwood Manor von Lauren Muñoz

Endlich ist der Abschluss geschafft! Um das gebührend zu feiern, begeben sich die sieben Freunde auf Ashwood Manor, einem alten Herrenhaus. Dort wollen sie eine Woche lang wie in den Zwanzigern leben und feiern, eine endlose Mottoparty also.
Doch die Freude ist nicht von langer Dauer, denn bald schon geschieht Grausiges.

Was für ein Pageturner! In meinen Augen hat das Buch alles, was so ein Spannungsroman für Jugendliche braucht.
Angefangen bei dem Schauplatz: Es eignet sich wohl kein besserer Ort als Ashwood Manor, um solch eine Geschichte entstehen zu lassen. Ashwood Manor ist nicht nur ein altes Herrenhaus, hier wurden in den Zwanzigern auch Filme gedreht. Perfekt also, um hier Kassidys Mottowoche zu feiern.
Anwesend sind nur Kassidy, ihre sechs Gäste und eine Handvoll Personal. Gebaut wurde das Haus auf einer kleinen Insel, wo sonst kaum etwas ist und die eigentlich ganz idyllisch ist.

Toll finde ich, wie die Autorin die Geschichte nur langsam aufbaut. Man weiß als Leser zwar, dass jemand bald sterben wird, aber man weiß nicht wer es sein wird und wann es passieren wird.
Erst wird sich die Zeit genommen, die Figuren einzuführen. Die Party ist längst im Gange als es losgeht.
Je mehr man von den Figuren erfährt, umso mehr merkt man dann auch, dass eigentlich jeder der Anwesenden ein Motiv hat.
Erzählt wird immer nur aus Izzys Sicht in der Ich-Form, wenn es um die Gegenwart geht. Aber nur weil man Izzy als Leser so besonders Nahe ist, heißt das nicht, dass man ihr vertrauen kann. Auch sie hält gewisse Informationen vor dem Leser verborgen.
Nach und nach werden auch noch Rückblenden eingestreut. Die sollen dabei helfen, den Mord am Ende aufzulösen und werden aus den Blickwinkeln der anderen Figuren erzählt. Diese Wechsel mochte ich sehr gerne und sorgten nicht nur für Abwechslung, sie helfen auch die anderen Personen besser einzuordnen.

Die Autorin schafft es, eine ganz besondere Atmosphäre aufzubauen. Erst diese losgelöste Stimmung, den Abschluss geschafft zu haben. Dann die goldenen Zwanziger, die wieder aufgelebt werden. Der allgemein große Schock nach der Tat und dann das Misstrauen als alle verstehen, dass der Mörder nur einer von ihnen sein kann.
Für mich war das ein rundherum gelungener, spannender Roman, der bestimmt auch über die Zielgruppe hinaus überzeugen wird.
Diese Autorin werde ich jedenfalls im Auge behalten.

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Ein echter Pageturner
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Enemies to lovers

An dir führt kein Weg vorbei von Lauren Forsythe

Marina hat genaue Vorstellungen von ihrer Zukunft: Mann, Kinder, cooler Job, und das alles am Besten bevor sie 30 ist.
Die Beförderung rückt schon mal in greifbare Nähe, doch dann droht Lucas, der neue nervige Kollege, ihr die Lorbeeren vor der Nase wegzuschnappen.
Das kann sie nicht zulassen und beschließt, für ihren Job aufs Ganze zu gehen.

Ich hatte so richtig Lust auf ein nettes Enemies-to-Lovers-Buch, aber wirklich überzeugen konnte mich diese Geschichte leider nicht.
Den Anfang fand ich aber richtig gut und unterhaltsam.
Marina traut ihren Augen kaum, als Lucas ab nun real in Person ihr Kollege werden soll. Bis dahin bestand ihre bisherige Zusammenarbeit nur aus E-Mails.
Marina kann Lucas wegen seiner Extrawünsche, die ihr ständig Überstunden bescheren, nicht leiden. Deswegen sind die Dialoge zwischen den beiden am Anfang auch spritzig und witzig.
Aber leider legt sich das ganze viel zu schnell. Bald lernt Marina Lucas' Anwesenheit zu schätzen und zu mögen. Ab da war für mich die Luft raus.
Die Arbeitseinsätze die die beiden nun regelmäßig haben, fand ich in ihrer Länge auch sehr ausschweifend. Die zogen sich schon ganz schön, diese Szenen.

Auch fehlte mir ein wenig das Drumherum. Es gibt erzählerisch gesehen nicht so viele Nebenschauplätze.
Marina lässt keine Gelegenheit auf ein Blind Date aus, und die verlaufen auch immer anders als erhofft und lockern die Geschichte auf, weil sie so witzig sind. Trotzdem hätte ich etwas mehr Aufregung gewünscht, mehr Tamtam in jegliche Richtung.
Schön fand ich das Ende, weil es nicht so 08/15 daher kommt.

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Enemies to lovers
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Gar nicht meins

Bella Italia von Hermann Ehmann

Die deutsche Polizistin Isabelle Martin wollte sich eigentlich nur vom Zustand ihres frisch geerbten Hauses ein Bild machen. Das Haus liegt praktischerweise im Urlaubsort Bibione an der Adria, das könnte man ja gleich mit einem Urlaub verbinden.
Ihr Lieblingskollege Siegfried soll auch bald vorbeikommen, der hilft ihr sich ein bisschen mit dem Haus.

Aber dann ist es mit der Urlaubsruhe schnell vorbei, als hinter ihrem Haus eine Leiche gefunden wird.
Natürlich will Isabelle selbst ermitteln.

Ich bin so ein Konsumopfer, das schöne Cover und der Rückentext haben mich dazu verleitet, den Krimi lesen zu wollen.
Aber jetzt habe ich ungefähr etwas mehr als die Hälfte gelesen, und muss das Buch abbrechen. Es gefällt mir kein bisschen.

Zuerst einmal, hierbei handelt es sich um den bereits zweiten Band mit den beiden Polizisten Isabelle und Siegfried. Für das Verständnis ist es aber nicht nötig, den Vorband zu kennen. Jedenfalls hatte ich beim Lesen nicht den Eindruck, mir fehle wichtiges Basiswissen.
Am meisten gestört, hat mich die Hauptfigur Isabelle. Sie denkt, wie ein Mann denkt, wie eine Frau denkt. Wenn ihr versteht, wie ich das meine.
Sie soll die supertaffe Kommissarin sein, die kein Wässerchen trüben kann, ist dann aber auf jede Frau eifersüchtig die sich nur mit ihrem Kollegen unterhält. Selber will sie aber nichts von ihm. Und im nächsten Moment denkt sie nur noch ans shoppen gehen. Oder an die Typen, die sie schon vernascht hat.
Ja, ich überspitze ein bisschen, aber genauso kommt diese Figur bei mir an.
Das ist das gleiche wie mit der Gerichtsmedizinerin. Die kommt zwar bis zur Hälfte nur in einer kleineren Szene vor, aber der Dialog der sich zwischen ihr und Siegfried entspinnt, könnte falscher und aufgesetzter nicht klingen, dass es richtig Eindruck macht.

Der Autor kennt sich vermutlich gut aus in der Gegend, denn sehr viel von der Umgebung wird beschrieben. Auch werden ständig italienische Wörter und auch ganze Sätze eingebaut. Die Übersetzung folgt zwar meistens prompt, aber es zieht die Handlung auch unnötig in die Länge. Ich vermute, sie sollen für eine italienische Sommerstimmung sorgen, aber eigentlich stolpert man nur über die fremde Sprache. Normalerweise stört mich sowas nicht, aber hier geschieht es einfach zu oft.

In Rezensionen liest man ja oft davon, wie flüssig und rund die Geschichte doch war und dass man quasi durch die Seiten geflutscht ist.
Hier war das genaue Gegenteil der Fall. Sehr oft blieb ich an seltsamen Formulierungen hängen, weil sie einfach nur unnatürlich, wie ausgedacht klangen. Mal wird stichwortartig berichtet, dann wieder salopp bis jugendlich. Ich weiß nicht, ob der Autor vielleicht ein paar Stile ausprobieren wollte, aber vieles passte für mich nicht zusammen. Es las sich eben weder flüssig noch rund.
Zudem bin ich oft über Rechtschreibefehler gestolpert die den Lesefluss wirklich gestört haben.
Für mich persönlich war dieses Buch der Flop des Jahres.

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Gar nicht meins
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Venedig einmal anders erleben

Tagebuch einer Wasserleiche aus dem Canale Grande von Tatjana Kruse

Nachdem Astrid ihren Lebensgefährten Hagen in flagranti mit der Nachbarin erwischt, will sie einfach nur noch weg und steigt in den nächstbesten Zug.
So landet sie mitten in der Saison in Venedig und nur mit sehr viel Glück, bekommt Astrid ein Fremdenzimmer bei der Familie Foscarelli. Doch seitdem Astrid dort abgestiegen ist, fühlt sie ​sich immerzu beobachtet.

Diese Anzugmänner bildet sie sich doch nicht ein? Irgendwas seltsames ist jedenfalls im Gange, da ist sich Astrid sicher.

Tatjana Kruse ist für ihre witzigen Krimikomödien bekannt. Von ihr kenne ich bereits "Es gibt ein Sterben nach dem Tod", das ich auch wirklich gut und lustig fand. Viel besser als dieses hier.
Diesmal waren es mir zu viele gewollte Zufälle, die Handlung kam mir etwas konstruiert vor.
Wobei ich den Humor der Autorin aber wieder sehr genial finde. Sie weiß wie man amüsante Szenen schreibt.
Sehr gut gefallen hat mir der Schauplatz, auch wenn Astrid Venedig von einer ganz anderen Seite kennenlernt, ein bisschen Fernweh löst die Stadt bei mir immer aus.

Es dauert nicht lange, bis viele seltsame Dinge in und um das Haus geschehen. Die Leiche aus dem Titel taucht auf, Polizisten interessieren sich besonders stark für Astrids Herbergsfamilie, und überall tauchen diese Anzugmänner auf. Da ist der schöne Nachbar von gegenüber, der morgens immer halbnackt seinen Kaffee auf dem Balkon trinkt, eine gern gesehene Abwechslung.
Jedenfalls ist schnell klar, das bei den Foscarellis einiges seltsam ist.
Die Geschichte hat ein sehr hohes Tempo. Auch wenn der Funke bei mir nicht voll überspringen wollte, langweilig wurde mir mit dem Buch trotzdem nie.
Das Ende fand ich zu überzogen, aber auch das ist Geschmackssache. Ich weiß nicht welches Ende ich für Astrid lieber gehabt hätte, aber Hagen hätte ruhig etwas leiden können, dieser Schuft.

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Venedig einmal anders erleben
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Hormone töten

Morden in der Menopause von Tine Dreyer

Livs Alltag könnte turbulenter nicht sein. Mit ihren drei pubertierenden Kindern, dem Ehemann, den pflegebedürftigen Schwiegereltern, dann noch der Halbtagsjob als Küchenplanerin mit der anstrengendsten Kundin seit Menschengedenken, wird es ihr jedenfalls nicht langweilig.
Und nun befinden sich ihre verflixten Hormone auch noch im Achterbahnmodus.

Aber selbst jetzt ist Liv noch über die Auswirkungen ihres Ausrasters verblüfft - und genervt - als hätte sie nicht schon genug an der Backe.

Das Buch habe ich geschenkt bekommen und ehrlich gesagt, hatte ich nach dem Klappentext gar nicht so viel erwartet.
Aber was für ein Lesespaß war das denn, ich hatte ja keine Ahnung.

"Hormone töten, und zwar andere", treffender könnte man es in Livs Situation nicht besser beschreiben.
Wie es zum ersten Mord kommt, will ich gar nicht verraten. Nur das Liv jetzt ein echtes Problem am Hals hat, denn jetzt muss sie eine Leiche beseitigen.
Unfreiwillig wird Livs Problem immer größer (und geruchsintensiver) und bringt sie so manches Mal in plötzlicher Erklärungsnot. Wie erklärt man dem Ehemann Blutflecken auf der Kleidung, oder die vielen nächtlichen Ausflüge? Livs Ausreden sind auf jeden Fall oskarreif. Herrlich, da kann man noch was lernen.

Von der Art her, hatte der Roman was von "Achtsam morden" von Karsten Dusse. Beide Hauptfiguren müssen plötzlich kriminell werden um sich einen Haufen Ärger vom Hals zu schaffen. Doch jedes gelöste Problem scheint noch mehr Schwierigkeiten anzuziehen.
Nur dass Liv nicht gerade Achtsam oder mit Bedacht handelt, sie benimmt sich eher wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Das Ergebnis von beiden Romanen ist am Ende aber das gleiche: Wohin mit der Leiche?
Und Liv hat ja auch noch ihre üblichen Baustellen im Leben. Besonders die Kinder und die Schwiegereltern halten sie auf Trab.

Regelmäßig wird der Leser direkt von Liv angesprochen. Richtig mit einbezogen wird man in ihre Geschichte, die sich bald wie eine Beichte liest.
Und nebenbei erfährt man auch noch einiges über die Wechseljahre und was das hormonell für die Frau bedeutet. Richtig informativ war das.
Tine Dreyers Schreibstil ist flüssig und fesselnd. Das Buch hatte ich in kürzester Zeit ausgelesen, weil es einfach so mitreißend war. Ja, manchmal wird es auch ein bisschen absurd, aber auf die gute Art. Und morbide wird es auch, aber so dass man sich eher darüber amüsiert.
Ein Buch welches man nicht zu Ernst nehmen sollte und das einfach nur unterhalten soll.
Ich empfehle es gerne weiter.

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Hormone töten
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Saisonale und regionale Küche

Das Lebensfreude-Kochbuch von GRÄFE UND UNZER Verlag

Das Buch habe ich geschenkt bekommen, und bei dem Titel hatte ich ein wenig die Befürchtung, das Ganze ginge in die esoterische Richtung, womit ich überhaupt nichts anfangen kann.
Aber meine Vermutung war total unbegründet, dieses Kochbuch ist toll und hat eine Menge moderne, saisonale und abwechslungsreiche Rezepte zu bieten.

Aufgeteilt sind die Rezepte nach Jahreszeiten. Pro Kapitel wird mit den saisonal typischsten Grundzutaten der aktuellen Jahreszeit gearbeitet. So kann man nebenbei auch noch regional und immer frisch einkaufen, was heutzutage nicht unwichtig ist.
- Im Frühling sind die Hauptdarsteller Spargel, Bärlauch, Rhabarber, Kartoffeln und Erdbeeren. Daraus entstehen unter anderem:
Farinata (ein Teig aus Kichererbsen) mit Frühlingsgemüse, All-in-one-Curry, Zuckerschotensalat mit Jakobsmuscheln (ab und zu geht es hier echt edel zu), Frühlingshafte Frühlingsrollen, ...
- Im Sommer gibt es dann Rezepte mit Tomaten, grüne Bohnen, Auberginen, Gurken und Wassermelonen.
Mir gefällt dieses Kapitel besonders gut, weil hier besonders frisch und leicht gekocht wird. Bunte Salate, Pasta mit ordentlich Gemüse, Quiche oder Tarte, Gemüse satt ist im Sommer die Devise.
- Kürbis, Pilze, Nüsse, Mangold und Quitten sind die fünf Stars im Herbst.
Man merkt gleich, dass die Gerichte hier wieder etwas gehaltvoller werden: Safran-Gnocchi mit Steinpilzen, Flammkuchen mit Apfel und Lauch, Lammtopf mit Kürbis und Quitten, sind hier nur meine Favoriten. Sehr schön finde ich auch das Kürbisbrot mit Apfel-Senf-Butter und die Gewürzquitten-Tarte-Tatin.
- Deftig wird es im Winter mit Rote Bete, Rosenkohl, Knollensellerie, Blumenkohl und Zitrusfrüchte.
Suppen mit ordentlich Einlage, Eintopfgerichte, gehaltvolle Salate und das Walnussparfait mit Schoko-Chili-Sauce am Ende sieht einfach nur köstlich aus.

Viele Rezepte sind auch für Vegetarier geeignet, denn oft kommen die Gerichte ohne Fisch oder Fleisch aus.
Die Zutaten an sich sind unkompliziert und leicht zu bekommen.
Die Rezepte sind fast immer für zwei Personen ausgelegt, das vereinfacht das hochrechnen.
Jedes Rezept hat sein eigenes Foto gekriegt und die finde ich wirklich gelungen, weil die Gerichte nicht so übertrieben gekünstelt drauf wirken.
Die angekündigten Lebensimpulse sind nette kleine Sprüche die überall im Buch verteilt sind, aber sich dezent im Hintergrund halten. Sie fallen kaum auf.
Dieses Buch empfehle ich gerne weiter an alle, die frische und gesunde Küche mit viel Obst und Gemüse mögen.

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Nostalgisch

Ostkind von Arne Kohlweyer

Wir schreiben das Jahr 1992, der Fall der Mauer ist noch nicht so lange her. Alles hat sich verändert und doch irgendwie auch nicht.
Marko lebt mit seiner Familie in Ost-Berlin in Hohenschönhausen, erst gerade ist er neun Jahre alt geworden und findet, dass es nun höchste Zeit ist, erwachsen zu werden.

Dafür erstellt er eine Liste mit Punkten zum abhaken. Unter anderem Kaffee trinken, Zigaretten rauchen, den Walfang stoppen, komplizierte Erwachsenenbücher lesen, die Liste ist ein Klacks und kann quasi schon als erledigt betrachtet werden.
Schwieriger ist da das Leben um ihn herum. Warum der Vater seines besten Kumpels und sein eigener Vater sich plötzlich nicht mehr verstehen zum Beispiel. Wörter wie Ewiggestriger und Opportunist sind gefallen, Wörter die Marko nicht versteht.
Und ständig verschwinden Kinder aus seiner Klasse, weil die plötzlich mit ihren Familien in den Westen ziehen.
Aber neu hinzugezogen ist Anna. Anna kommt aus Köln und Marko gleich hin und weg.

Diese kleine Geschichte hat wirklich Nostalgiecharakter, auch wenn ich selbst aus einer ganz anderen Ecke stamme und mit der DDR nun gar nichts zu tun hatte. Trotzdem habe ich eine Menge Details aus dem Buch wieder erkannt, besonders diese Anfang-Neunziger-Atmosphäre die dieses Buch verbreitet.
Marko ist ein lieber Junge der versucht mit den Schwierigkeiten des Lebens zurechtzukommen.
Genau zwei Wochen darf der Leser mit ihm verbringen, erzählt wird aus Markos Perspektive.
Marko kommt auf viele lustige Ideen die er auch ausprobiert, und manchmal wird es auch richtig traurig.
Außerdem wird etwas vor Marko verheimlicht, was er auch ahnt, schließlich ist er nicht dumm und setzt alles daran, die Wahrheit herauszufinden.
Nebenbei will er noch die Umwelt retten und Anna aus Köln heiraten. Er hat also einiges vor.

Ostkind ist eine schöne, unaufgeregte Geschichte über das Erwachsenwerden in einer Zeit, in der alles anders wurde.

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