Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Unerledigte Herzensangelegenheiten
Alice und die Geister von nebenan von Jacqueline Davies
Schon wieder muss Alice mit ihren Eltern umziehen.
Sie lebt auf dem Campus des Colleges und die schicken Alices Familie von einer katastrophalen Behausung zur nächsten. Denn, was die vom College ganz sicher wissen und auch ausnutzen ist, die Potchniks sind unter anderem geniale Zimmerleute und zaubern aus jeder Bruchbude ein traumhaftes Zuhause.
Doch diesmal muss Alice feststellen dass das Nachbarhaus ihres neuen Hauses noch schlimmer dran ist, als das eigene. Also macht Alice sich auf und fängt mit der Renovierung des Nachbarhauses an, merkt aber bald, dass sie nicht alleine ist.
"Eine gar nicht so gruselige Geistergeschichte" steht hinten drauf, und genau das ist es auch. Von der ersten Seite an, habe ich mich in Alices Geschichte pudelwohl gefühlt.
Alice ist aber auch eine tolle Figur: Voller Zuversicht und mit viel Wagemut versucht sie, nicht nur das Haus wieder zu einem schönen Ort zu machen, sie kümmert sich auch um die Angelegenheiten der Geister, damit die weiterkönnen. Wohin auch immer man kommt, wenn man weiterdarf.
Die Geister sorgen nicht nur in Alice Alltag ordentlich für Abwechslung, man erfährt auch einiges aus deren Vergangenheit, was für sich genommen sehr interessant ist, denn sie alle sind seinerzeit in völlig verschiedene Epochen gestorben.
Die Sprache im Roman ist flüssig und für Kinder ab zehn angemessen. Nur wenn Alices Mutter, die Professorin am College ist, in eine ihrer berühmten Vorträge verfällt, wird es mit der Sprache ein kleines bisschen schwieriger. Sie benutzt nämlich gerne komplizierte Wörter.
Ansonsten ist das Buch spannend und humorvoll, Alice gerät so manches Mal in eine vertrackte Situation. Und durch die Geister lernt man auch noch ein paar lustige und gar nicht gemeine, neue Schimpfwörter kennen. Das ist ja wohl auch nicht zu verachten.
Lafers Lieblingsrezepte
L wie Lafer von Johann Lafer
Auf das neuste Kochbuch von Johann Lafer habe ich mich besonders gefreut. Und es ist genau das drin, was vorne draufsteht: 100 Gerichte die er als seine Lieblingsgerichte ansieht. Zum Teil sind da einige Klassiker dabei, denen er aber seinen ganz persönlichen Stempel aufdrückt.
Nur um ein paar Beispiele zu nennen, er serviert sein Leipziger Allerlei mit Flusskrebsen, das boeuf bourguignon wird zum Wildgericht umfunktioniert und sein Fischgeschnetzeltes Stroganoff habe ich auch anders in Erinnerung.
Aufgeteilt ist das Buch ganz praktisch in Gänge: Suppen, kleine Gerichte, Fisch, Fleisch, vegetarische Gerichte, Desserts und Gebäck.
Ob das Buch alltagstauglich ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Lafer arbeitet gerne mit hochwertigen Zutaten und so gibt es auch in diesem Buch einige Rezepte mit Lebensmitteln wie Wachteln, Wildfleisch, allerlei Meeresfrüchten und Fischen, Trüffeln, Morcheln und so weiter.
Preiswert sind diese Zutaten ja nicht gerade, andererseits erwarte ich solche Rezepte aber auch von einem Koch wie Lafer.
Es gibt aber auch eine ganze Reihe Gerichte mit einfachen Lebensmitteln die man gut im Alltag zubereiten kann, vor allem zu finden bei den Suppen und Vorspeisen und den vegetarischen Gerichten, was ja irgendwie auch logisch ist.
Die Auswahl der Gerichte selbst finde ich sehr gelungen.
Es gibt typisch klassisches wie Rheinischer Sauerbraten, Szegediner Gulasch oder Coq au Riesling.
Dann Gerichte die so fein wie im Restaurant sind wie Ceviche, Carpaccio vom Thunfisch oder Lachs-Tatar.
Es gibt auch eintopfartige Gerichte wie Steirische Bouillabaisse, Clam Chowder , Ratatouille, ...
Oder auch asiatisch inspirierte Gerichte wie Schweinefleisch süßsauer, Japanische Nudelsuppe, asiatischer Schweinebauch.
Die pure Abwechslung zieht sich also durch das ganze Buch und die kulinarische Langeweile hat hier keine Chance.
Das Buch selbst ist dick und robust und macht auf den ersten Blick schon Eindruck.
Jedes Gericht wurde durch Fotos sehr gekonnt in Szene gesetzt und machen auch wirklich Appetit.
Die Rezepte sind genaustens durch Schritt-für-Schritt-Anleitungen in einzelnen Bildern oder Texten beschrieben, wobei die Anleitungen in Bildern schon sehr übertrieben genau sind. Da dürfte beim Nachkochen wirklich nichts mehr schief gehen.
Miro und Pola auf Schurkenjagd
Die Schurkenschnapp-AG von Martin Muser
Miro und Pola sind beste Freunde und ganz aus dem Häuschen. Es geht auf Klassenfahrt und extra dafür haben sie an einem Schmuggelversteck für unerlaubte Süßigkeiten getüftelt.
Doch zum Einsatz kommt die geniale Erfindung leider nicht, denn die Klassenfahrt wird abgesagt. Der Grund: Linus, der Klassenstreber, ist plötzlich verschwunden und alle machen sich ganz große Sorgen.
Für Miro und Pola ist die Sache klar! Sie beide wollten schon immer große Detektive sein und werden Linus aufspüren.
Dieser Krimi zieht die Kinder von Anfang an in seinen Bann, denn er hat die perfekte Mischung aus Spannung, Humor und Abenteuer.
Dafür sorgen Miro und Pola mit ihren Ideen, denn die beiden haben es faustdick hinter den Ohren.
Sie sind gute Beobachter, tricksen die Erwachsenen gekonnt aus und schrecken vor keiner Gefahr zurück. Und witzig sind die beiden auch noch.
Der Kinderkrimi ist für alle Jungs und Mädchen ab 8 Jahren geeignet. Er ist in einer einfachen und leicht verständlichen Sprache geschrieben, kleine Leser werden gut damit zurechtkommen. Er eignet sich aber auch super zum Vorlesen, die Kapitel haben genau die richtige Länge.
Die Illustrationen begleiten den Text perfekt.
Gemütlicher Weihnachtskrimi
Ein Mörder auf der Gästeliste – Ein Weihnachtskrimi von Alexandra Fischer-Hunold
Lilly freut sich ungemein, Weihnachten mit ihrer besten Freundin Zelda und deren Familie zu verbringen.
Zeldas Familie lebt in einem Hotel, welches über die Feiertage geschlossen bleiben wird.
Doch kaum hat die Familie sich zum Singen und gemeinsam Anstoßen im Foyer versammelt, tauchen nach und nach unerwartete Hotelgäste auf.
Da sich ein Schneesturm ankündigt, bleibt der Familie nichts anderes übrig, als diese Gäste aufzunehmen.
Doch dann wird jemand ermordet und da das Hotel mittlerweile eingeschneit ist, kann es nur einer von ihnen gewesen sein.
Lilly und Zelda wollen in bester Agatha-Christie-Manier, den Mord aufklären und legen auch sofort los mit den Ermittlungen.
Was für ein herrlich gemütlicher Weihnachtskrimi!
Die Gemütlichkeit fängt schon mit der Beschreibung der Stimmung an: Der Weihnachtsbaum leuchtet verheißungsvoll, Lilly und Zelda sind voller Vorfreude auf ein ganz bestimmtes Weihnachtswunder, draußen rieselt leise der Schnee und drinnen geben die Weihnachtssänger ihr Bestes. Da rechnet erst niemand mit einem Mord.
Erzählt wird fast ausschließlich aus Lillys Sicht in der Ich-Form. Da der Leser immer genauso viel weiß wie Lilly gerade herausgefunden hat, kann er wunderbar selbst miträtseln.
Dieser Krimi wird Jugendlichen ab 12 Jahren empfohlen, aber ich finde, das Buch ist für alle Altersklassen geeignet.
Ich habe jedenfalls mit meinem Hauptverdächtigen bis zum Ende falsch gelegen.
Der Plot ist von vorne bis hinten gut durchdacht. Es werden ständig neue Hinweise eingestreut und falsche Fährten gelegt, um Lilly (und den Leser) auf eine falsche Spur zu lenken.
Logikfehler konnte ich keine finden, alle Fragen werden bis zum Ende aufgeklärt, was ja auch nicht immer selbstverständlich ist.
Interessant ist, dass wirklich jeder der sich im Haus befindet, ein gutes Mordmotiv hat. Das macht die ganze Sache noch spannender.
Ein netter Hingucker ist die Aufmachung des Buches. Auf der Innenklappe sind die Hotelpläne in Farbe abgebildet. Es gibt ein Personenregister und wunderschön geschmückte Kapitelanfänge.
Gelesen habe ich das Buch in einer Leserunde, und wir waren nicht nur alle begeistert, sondern auch der Meinung, dass dieses Buch unbedingt eine Fortsetzung braucht. Wir wollen für Lilly und Zelda ein neues spannendes Abenteuer.
Spannend und romantisch zugleich
Agency for Scandal von Laura Wood
Isobel "Izzy" Stanhope ist eine Frau voller Geheimnisse.
Sie muss nicht nur vor Londons besserer Gesellschaft verbergen, dass sie - Dank ihres Vaters - komplett pleite ist.
Auch ihr Doppelleben als Agentin des Finkennests, wo sie sich für die Rechte der Frauen einsetzt, muss unter allen Umständen geheim bleiben.
Eigentlich hat Izzy auch alles unter Kontrolle, nur mit dem Duke of Roxton gerät sie neuerdings ständig aneinander.
Und dann läuft plötzlich alles aus dem Ruder.
Von der Autorin Laura Wood kenne ich bereits "Ein Himmel aus Gold", welches mir auch schon so gut gefallen hatte.
Und auch in diesem neuen Buch, passt alles so gut zusammen.
"Agency of Scandal" ist eine gelungene Mischung aus gemütlichem Krimi und historischem Liebesroman, wobei man den historischen Aspekt nicht zu ernst nehmen sollte.
Izzy mochte ich als Hauptfigur sofort. Sie hat es nicht sehr leicht, denn gerade ist in London Ballsaison und als unverheiratete Frau, muss sie sich auf allerlei Festereien blicken lassen, um den Schein zu wahren. Sie ist sich klar darüber, dass sie als Ehefrau sowieso für niemanden in Frage kommt, denn erstens besitzt sie keine Mitgift, und zweitens wird sie als Mauerblümchen sowieso von allen übersehen.
Aber Izzy macht das Beste daraus, denn von allen übersehen zu werden macht sie zu einer besonders guten Agentin und außerdem ist sie eine Meisterin der Verkleidung. Als Kes legt sie nachts den Gaunern der Stadt das Handwerk.
Man könnte denken, dass der Plot Frau-verkleidet-sich-als-Mann längst verbraucht ist. Aber da hier sowieso nichts nach Plan verläuft, spielt das kaum eine Rolle. Die Autorin macht einfach ein spaßiges Abenteuer aus einem ausgelutschten Thema.
Natürlich ist diese Geschichte auch eine Liebesgeschichte, aber ich finde der spannendere Part überwiegt trotzdem. Einerseits kann man mit Izzy und den Frauen aus dem Finkennest mitfiebern. Zum anderen kriegt der Leser es mit Izzys chaotischer Gefühlswelt zu tun.
Die Dynamik zwischen dem Duke und ihr ist erfrischend. Zudem hat sie auch noch einen leichten Hang zur Selbstironie.
Für mich ein rundum gelungener Jugendroman, der Spaß macht und spannend und romantisch zugleich ist.
Viele Längen
Scandor von Ursula Poznanski
Die beiden Hauptfiguren Philipp und Tessa kriegen unabhängig voneinander eine der Scandor-Teilnehmermünzen in die Finger.
Damit können sie bei einem geheimen Spiel mitmachen und haben so die Möglichkeit, fünf Millionen Euro Preisgeld abzusahnen.
Eigentlich klingt das Spiel ganz einfach. Die einzigen Regeln lauten: "Verrate niemanden was" und "Sag immer die Wahrheit".
Ich hatte ein bisschen meine Probleme mit dem Buch.
Den Anfang fand ich aber richtig spannend: Erst die Einführung der Figuren und was die beiden antreibt, bei dem Spiel mitzumachen, wobei ich Tessa dabei immer eine Spur interessanter fand als Philipp.
Dann das geheime Spiel und was wohl dahinter steckt.
Und dann gerät leider im Mittelteil irgendwie alles ins Stocken. Es geht nur noch darum wie die beiden versuchen, sich nicht zu verplappern und aus Versehen doch noch eine kleine Unwahrheit auszusprechen. Bis auf ein paar gemeine Challenges die das Spiel organisiert, ähneln sich die Spieltage in ihrem Aufbau doch sehr.
Nach und nach fliegen die Teilnehmer raus, aber bis es so weit ist, passiert im Grunde eigentlich immer nur das gleiche.
Die eingestreuten Erfahrungen einiger anderer Teilnehmer fand ich anfangs noch interessant, weil sie zeigen, bei welcher Lüge sie erwischt wurden, aber eigentlich sind sie nur eine ständige Wiederholung der immergleichen Geschichte.
Die Grundidee des Buches und der Gedanke dahinter, wie oft ein Mensch unbewusst zu einer Lüge greift, fand ich dagegen wirklich interessant. Angefangen bei den simpelsten Fragen wie "Wie geht es dir?", bis hin zu schwierigeren wie zum Beispiel "Wie steht mir diese Hose?". Jede salopp dahin gesagte Antwort kann schon zum Rauswurf von Scandor führen.
Wer schon mal was von der Autorin gelesen hat, weiß das hinter dem ganzen Spiel noch etwas viel größeres und geheimnisvolleres steckt, als es zu Beginn aussieht.
Die Auflösung konnte mich allerdings nicht überzeugen.
Ein echter Pageturner
Suddenly a Murder - Mord auf Ashwood Manor von Lauren Muñoz
Endlich ist der Abschluss geschafft! Um das gebührend zu feiern, begeben sich die sieben Freunde auf Ashwood Manor, einem alten Herrenhaus. Dort wollen sie eine Woche lang wie in den Zwanzigern leben und feiern, eine endlose Mottoparty also.
Doch die Freude ist nicht von langer Dauer, denn bald schon geschieht Grausiges.
Was für ein Pageturner! In meinen Augen hat das Buch alles, was so ein Spannungsroman für Jugendliche braucht.
Angefangen bei dem Schauplatz: Es eignet sich wohl kein besserer Ort als Ashwood Manor, um solch eine Geschichte entstehen zu lassen. Ashwood Manor ist nicht nur ein altes Herrenhaus, hier wurden in den Zwanzigern auch Filme gedreht. Perfekt also, um hier Kassidys Mottowoche zu feiern.
Anwesend sind nur Kassidy, ihre sechs Gäste und eine Handvoll Personal. Gebaut wurde das Haus auf einer kleinen Insel, wo sonst kaum etwas ist und die eigentlich ganz idyllisch ist.
Toll finde ich, wie die Autorin die Geschichte nur langsam aufbaut. Man weiß als Leser zwar, dass jemand bald sterben wird, aber man weiß nicht wer es sein wird und wann es passieren wird.
Erst wird sich die Zeit genommen, die Figuren einzuführen. Die Party ist längst im Gange als es losgeht.
Je mehr man von den Figuren erfährt, umso mehr merkt man dann auch, dass eigentlich jeder der Anwesenden ein Motiv hat.
Erzählt wird immer nur aus Izzys Sicht in der Ich-Form, wenn es um die Gegenwart geht. Aber nur weil man Izzy als Leser so besonders Nahe ist, heißt das nicht, dass man ihr vertrauen kann. Auch sie hält gewisse Informationen vor dem Leser verborgen.
Nach und nach werden auch noch Rückblenden eingestreut. Die sollen dabei helfen, den Mord am Ende aufzulösen und werden aus den Blickwinkeln der anderen Figuren erzählt. Diese Wechsel mochte ich sehr gerne und sorgten nicht nur für Abwechslung, sie helfen auch die anderen Personen besser einzuordnen.
Die Autorin schafft es, eine ganz besondere Atmosphäre aufzubauen. Erst diese losgelöste Stimmung, den Abschluss geschafft zu haben. Dann die goldenen Zwanziger, die wieder aufgelebt werden. Der allgemein große Schock nach der Tat und dann das Misstrauen als alle verstehen, dass der Mörder nur einer von ihnen sein kann.
Für mich war das ein rundherum gelungener, spannender Roman, der bestimmt auch über die Zielgruppe hinaus überzeugen wird.
Diese Autorin werde ich jedenfalls im Auge behalten.
Enemies to lovers
An dir führt kein Weg vorbei von Lauren Forsythe
Marina hat genaue Vorstellungen von ihrer Zukunft: Mann, Kinder, cooler Job, und das alles am Besten bevor sie 30 ist.
Die Beförderung rückt schon mal in greifbare Nähe, doch dann droht Lucas, der neue nervige Kollege, ihr die Lorbeeren vor der Nase wegzuschnappen.
Das kann sie nicht zulassen und beschließt, für ihren Job aufs Ganze zu gehen.
Ich hatte so richtig Lust auf ein nettes Enemies-to-Lovers-Buch, aber wirklich überzeugen konnte mich diese Geschichte leider nicht.
Den Anfang fand ich aber richtig gut und unterhaltsam.
Marina traut ihren Augen kaum, als Lucas ab nun real in Person ihr Kollege werden soll. Bis dahin bestand ihre bisherige Zusammenarbeit nur aus E-Mails.
Marina kann Lucas wegen seiner Extrawünsche, die ihr ständig Überstunden bescheren, nicht leiden. Deswegen sind die Dialoge zwischen den beiden am Anfang auch spritzig und witzig.
Aber leider legt sich das ganze viel zu schnell. Bald lernt Marina Lucas' Anwesenheit zu schätzen und zu mögen. Ab da war für mich die Luft raus.
Die Arbeitseinsätze die die beiden nun regelmäßig haben, fand ich in ihrer Länge auch sehr ausschweifend. Die zogen sich schon ganz schön, diese Szenen.
Auch fehlte mir ein wenig das Drumherum. Es gibt erzählerisch gesehen nicht so viele Nebenschauplätze.
Marina lässt keine Gelegenheit auf ein Blind Date aus, und die verlaufen auch immer anders als erhofft und lockern die Geschichte auf, weil sie so witzig sind. Trotzdem hätte ich etwas mehr Aufregung gewünscht, mehr Tamtam in jegliche Richtung.
Schön fand ich das Ende, weil es nicht so 08/15 daher kommt.
Gar nicht meins
Bella Italia von Hermann Ehmann
Die deutsche Polizistin Isabelle Martin wollte sich eigentlich nur vom Zustand ihres frisch geerbten Hauses ein Bild machen. Das Haus liegt praktischerweise im Urlaubsort Bibione an der Adria, das könnte man ja gleich mit einem Urlaub verbinden.
Ihr Lieblingskollege Siegfried soll auch bald vorbeikommen, der hilft ihr sich ein bisschen mit dem Haus.
Aber dann ist es mit der Urlaubsruhe schnell vorbei, als hinter ihrem Haus eine Leiche gefunden wird.
Natürlich will Isabelle selbst ermitteln.
Ich bin so ein Konsumopfer, das schöne Cover und der Rückentext haben mich dazu verleitet, den Krimi lesen zu wollen.
Aber jetzt habe ich ungefähr etwas mehr als die Hälfte gelesen, und muss das Buch abbrechen. Es gefällt mir kein bisschen.
Zuerst einmal, hierbei handelt es sich um den bereits zweiten Band mit den beiden Polizisten Isabelle und Siegfried. Für das Verständnis ist es aber nicht nötig, den Vorband zu kennen. Jedenfalls hatte ich beim Lesen nicht den Eindruck, mir fehle wichtiges Basiswissen.
Am meisten gestört, hat mich die Hauptfigur Isabelle. Sie denkt, wie ein Mann denkt, wie eine Frau denkt. Wenn ihr versteht, wie ich das meine.
Sie soll die supertaffe Kommissarin sein, die kein Wässerchen trüben kann, ist dann aber auf jede Frau eifersüchtig die sich nur mit ihrem Kollegen unterhält. Selber will sie aber nichts von ihm. Und im nächsten Moment denkt sie nur noch ans shoppen gehen. Oder an die Typen, die sie schon vernascht hat.
Ja, ich überspitze ein bisschen, aber genauso kommt diese Figur bei mir an.
Das ist das gleiche wie mit der Gerichtsmedizinerin. Die kommt zwar bis zur Hälfte nur in einer kleineren Szene vor, aber der Dialog der sich zwischen ihr und Siegfried entspinnt, könnte falscher und aufgesetzter nicht klingen, dass es richtig Eindruck macht.
Der Autor kennt sich vermutlich gut aus in der Gegend, denn sehr viel von der Umgebung wird beschrieben. Auch werden ständig italienische Wörter und auch ganze Sätze eingebaut. Die Übersetzung folgt zwar meistens prompt, aber es zieht die Handlung auch unnötig in die Länge. Ich vermute, sie sollen für eine italienische Sommerstimmung sorgen, aber eigentlich stolpert man nur über die fremde Sprache. Normalerweise stört mich sowas nicht, aber hier geschieht es einfach zu oft.
In Rezensionen liest man ja oft davon, wie flüssig und rund die Geschichte doch war und dass man quasi durch die Seiten geflutscht ist.
Hier war das genaue Gegenteil der Fall. Sehr oft blieb ich an seltsamen Formulierungen hängen, weil sie einfach nur unnatürlich, wie ausgedacht klangen. Mal wird stichwortartig berichtet, dann wieder salopp bis jugendlich. Ich weiß nicht, ob der Autor vielleicht ein paar Stile ausprobieren wollte, aber vieles passte für mich nicht zusammen. Es las sich eben weder flüssig noch rund.
Zudem bin ich oft über Rechtschreibefehler gestolpert die den Lesefluss wirklich gestört haben.
Für mich persönlich war dieses Buch der Flop des Jahres.
Venedig einmal anders erleben
Tagebuch einer Wasserleiche aus dem Canale Grande von Tatjana Kruse
Nachdem Astrid ihren Lebensgefährten Hagen in flagranti mit der Nachbarin erwischt, will sie einfach nur noch weg und steigt in den nächstbesten Zug.
So landet sie mitten in der Saison in Venedig und nur mit sehr viel Glück, bekommt Astrid ein Fremdenzimmer bei der Familie Foscarelli. Doch seitdem Astrid dort abgestiegen ist, fühlt sie sich immerzu beobachtet.
Diese Anzugmänner bildet sie sich doch nicht ein? Irgendwas seltsames ist jedenfalls im Gange, da ist sich Astrid sicher.
Tatjana Kruse ist für ihre witzigen Krimikomödien bekannt. Von ihr kenne ich bereits "Es gibt ein Sterben nach dem Tod", das ich auch wirklich gut und lustig fand. Viel besser als dieses hier.
Diesmal waren es mir zu viele gewollte Zufälle, die Handlung kam mir etwas konstruiert vor.
Wobei ich den Humor der Autorin aber wieder sehr genial finde. Sie weiß wie man amüsante Szenen schreibt.
Sehr gut gefallen hat mir der Schauplatz, auch wenn Astrid Venedig von einer ganz anderen Seite kennenlernt, ein bisschen Fernweh löst die Stadt bei mir immer aus.
Es dauert nicht lange, bis viele seltsame Dinge in und um das Haus geschehen. Die Leiche aus dem Titel taucht auf, Polizisten interessieren sich besonders stark für Astrids Herbergsfamilie, und überall tauchen diese Anzugmänner auf. Da ist der schöne Nachbar von gegenüber, der morgens immer halbnackt seinen Kaffee auf dem Balkon trinkt, eine gern gesehene Abwechslung.
Jedenfalls ist schnell klar, das bei den Foscarellis einiges seltsam ist.
Die Geschichte hat ein sehr hohes Tempo. Auch wenn der Funke bei mir nicht voll überspringen wollte, langweilig wurde mir mit dem Buch trotzdem nie.
Das Ende fand ich zu überzogen, aber auch das ist Geschmackssache. Ich weiß nicht welches Ende ich für Astrid lieber gehabt hätte, aber Hagen hätte ruhig etwas leiden können, dieser Schuft.











