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Rezensionen von nanu?!:

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Unerwartet tiefgründig, aber auch humorvoll

Wedding People (deutsche Ausgabe) von Alison Espach

Eine Million Dollar soll die Hochzeit von Lila Lancaster kosten. Dafür hat sie das gesamte Luxushotel "Cornwall Inn" für eine Woche gemietet und sie hat vor, nichts dem Zufall zu überlassen.
Die Hochzeit soll perfekt werden!
Da passt ihr Phoebes plötzliches Auftauchen nicht wirklich in den Kram.

Phoebe ist der einzige Hotelgast, der nicht zur Hochzeitsgesellschaft gehört, aber Phoebe versucht Lila zu beruhigen: Sie ist nicht wegen der Hochzeit da, sie will ihrem Leben nur ein Ende setzen.

Mittlerweile gibt es ja schon eine ganze Reihe Meinungen über diesen Roman. Die Bewertungen fallen ziemlich zwiespältig aus. Ich gehöre zu denen, die das Buch richtig gut fanden. Ehrlich gesagt, hatte ich bei der Buchbeschreibung nicht mit so einer tiefgründigen, aber auch humorvollen Geschichte gerechnet.

Auf der einen Seite haben wir Phoebe, aus deren Sicht auch erzählt wird.
Regelmäßig eingestreute Rückblenden zeigen Phoebes Vergangenheit auf und wie es überhaupt zu ihrem dramatischen Entschluss, sich das Leben zu nehmen, kommen konnte.
Mit Phoebe konnte ich richtig Mitfiebern und ihre Geschichte hat mich in manchen Punkten ziemlich mitgenommen.
Auf der anderen Seiten ist da Lila und ihr scheinbar perfektes Leben.
Ihre größte Sorge scheint es zu sein, die absurd teure Hochzeit fehlerfrei über die Bühne zu bringen. Aber auch hier stellt man bald fest, das vieles nur reine Fassade ist und das Lilas Selbstsicherheit gar nicht so unerschütterlich ist, wie es auf den ersten Blick aussieht.

Dann kommen noch die vielen Hochzeitsgäste hinzu und deren Probleme. Dabei muss ich aber sagen, dass mir die eine oder andere Nebenfigur zu kurz kam.
Vielleicht gibt es ab und zu eine Länge - Phoebe verliert sich in so manchem Monolog - aber meistens hat es für mich super gepasst. Lila, die manchmal die verwöhnte Brautzilla raushängen lässt und Phoebe, die als, zunächst unbeteiligte, die Hochzeitsgesellschaft aus der Ferne beobachtet und eigene Schlüsse herauszieht.
Ich mochte den Humor, dass die Hauptfiguren eine Entwicklung durchmachen und nicht stehen bleiben, die dramatischen Szenen, die Dialoge und die traumhafte Kulisse.
Ich kann das Buch nur weiter empfehlen.

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Unerwartet tiefgründig, aber auch humorvoll
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Die Sonne auf dem Teller

Kaliméra von Alina Sawallisch; Susanne Sawallisch

Man könnte fast behaupten, das Schicksal habe die Familie Sawallisch in die Hafenstadt Kymi geschickt.
Es war nämlich eine Unwetterwarnung, die die Familie dazu zwang, von der geplanten Reiseroute abzuweichen.
Es kommt, wie es kommen musste: Sie verlieben sich prompt in den Ort, aus einer Übernachtung wurden ganz viele und sie beschlossen dann, für immer dort zu bleiben.

Das Haus mit dem Garten voller Obstbäume half natürlich bei der Entscheidung, für immer zu bleiben.
Und wenn man dann so durch das Kochbuch blättert, welches auch irgendwie ein bisschen was von einem Reiseführer hat, versteht man auch gleich, was die Familie dort so toll findet. Von jeder Seite leuchtet einem die Sonne entgegen. Nicht nur die Familienrezepte werden in den buntesten Farben präsentiert, sondern auch das Land und seine Leute. Da überkommt einem sofort das Fernweh.

Gekocht wird dann aber trotzdem irgendwann. Aufgeteilt sind die Kapitel praktischerweise nach den Früchten, die im Garten der Familie wachsen. Die bilden auch meist die Basis der jeweiligen Gerichte.
- So gibt es zum Beispiel im ZITRONENkapitel besonders erfrischende Gerichte. Hier kann ich die Halloumispieße mit der Zitronenmarinade empfehlen. Sehr gut fand ich auch die Hähnchenschenkel mit gegrillter Zitrone.
- Die ORANGEN werden von der Familie nach der Ernte nicht nur für Drinks und Desserts verwendet, sondern auch für eine Reihe erstaunlich deftiger Hauptgerichte.
Wie wäre es mit Süßkartoffeln mit Linsen-Orangen-Salat oder mit gegrillter Meerbrasse (Dorade) mit Orangen?
- Auf die hauseigenen GRANATÄPFEL könnte man glatt neidisch werden. Die kommen hier bei allerlei Salaten und Ofengemüse als besondere Farbtupfer zum Einsatz.
- WEINTRAUBEN haben die Sawallischs auch im Garten und wenn sie nach dem pflücken nicht sowieso direkt weggesnackt werden, landen sie im Weintraubensalat mit Fetakäse und Tomaten oder werden zum gebackenen Käse serviert. Ganz toll schmecken sie auch als Einlage in der Sahnesauce zum Schweinefilet.
- Dann gibt es noch das Kapitel mit den FEIGEN. Da gefällt mir vor allem das Feigenchutney, welches zum Käse gereicht wird. Und die überbackenen Feigen mit Ziegenkäse und Honig machen echt was her.
- Und zum Ende gibt es mein Lieblingskapitel mit den OLIVEN, mit dem Rezept für die leckerste Oliventapenade die ich je essen durfte. Und ans Herz legen möchte ich noch unbedingt den gebackenen Honig-Feta auf Kritharaki. Das Buch lohnt sich für mich schon alleine wegen dieses unheimlich leckeren Gerichts.

Insgesamt gibt es 50 Rezepte zu entdecken, von Drinks über Vor- und Hauptspeisen, bis hin zu Desserts und Dips.
Über die einzelnen vorgestellten Früchte gibt es nochmal extra wissenswerte Facts zum Nachlesen.
Zu jedem Gericht gibt es ein eigenes, schön in Szene gesetztes Foto, das sofort die Lust aufs Ausprobieren weckt.
Die Anleitungen sind leicht verständlich, keine Fragen bleiben offen.
Die Rezepte sind einfach nachzumachen, das Buch ist also auch für Anfänger geeignet.
Ganz selten gibt es griechische Zutaten, es wird aber immer eine Alternative genannt, sollte man diese nicht bekommen.
Das Buch gefällt mir wirklich gut, man merkt sofort mit wieviel Liebe es gestaltet wurde.
Einige Gerichte daraus, werde ich in mein Repertoire aufnehmen, denn sie schmecken wie Urlaub und den kann man ja öfter mal gebrauchen.

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Die Sonne auf dem Teller
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Authentisch Italienisch

Italia a casa von Natalie Bruno; Marisa Bruno

"Le Sorelle", das sind die beiden Schwestern Natalie und Marisa Bruno. Aufgewachsen sind sie vor allem in Deutschland, das Kochen haben sie aber bei ihren Großeltern in Italien gelernt.
Mittlerweile sind die beiden in München als Event-Köchinnen bekannt.
Dieses Kochbuch ist ein Herzensprojekt der Schwestern, denn alle Rezepte in diesem Buch stammen aus der Rezeptesammlung der Familie.

Das macht das Buch nicht nur authentisch italienisch, sondern auch noch besonders persönlich und warmherzig.

- Man merkt, dass Le Sorelle auch Kurse anbietet, denn der erste Teil des Buches zeigt, wie man das perfekte italienische Essen plant und organisiert. Nichts soll dabei dem Zufall überlassen werden.
Dann geht es auch schon los mit dem Kochen. Die Rezepte wurden nach den klassischen Gängen eines italienischen Menus unterteilt.
- Im Kapitel ANTIPASTI geht es um die Lieblingsvorspeisen der Schwestern. Sie sind der Meinung, das Vorspeisen nicht unnötig kompliziert sein sollten.
So finden sich hier Gerichte, die meistens schnell zuzubereiten sind. Verschieden belegte Crostini, Salat aus Tomaten und Mozzarella, knusprige Frittelle aus Zucchini, Auberginenbällchen, ...
- Das Kapitel PRIMI ist schon fast eine echte Lehrstunde in der Kochschule, denn hier lernt man wie man den perfekten Nudelteig herstellt. Vom Basis-Nudelteig über gefärbte Nudelteige, vom richtigen formen, trocknen und lagern und der richtigen Zubereitung der frischen Nudeln erfährt man alles.
Und wenn man schon dabei ist, gibt es gleich noch einige tolle Rezepte für Pastasaucen und Pesto und Auflaufgerichte wie Lasagne oder Cannelloni.
Dann folgt eine Lehrstunde in der Kartoffelgnocchi-Herstellung, samt Saucen.
Und nicht zu vergessen: Das perfekte Risotto! Wie wird es gekocht, wie am besten präsentiert, inklusive toller Rezeptvorschläge.
Das Primi-Kapitel ist wirklich umfangreich und voller wertvoller Tipps.
- Die Hauptgerichte im Kapitel SECONDI bestehen laut der Autorinnen alle nur aus Fleisch. Ganz einfach, weil die Familie nie Zugang zu wirklich frischen Fisch hatte.
Dieser Rezepteteil ist nicht so groß wie das vorherige Kapitel, aber ein paar Klassiker finden sich hier trotzdem. Polpette al sugo (Hackbällchen), Saltimbocca alla Romana (Kalbsschnitzel mit Schinken und Salbei) oder vielleicht Pollo alla cacciatora (Hähnchen nach Jägerart), nur um ein paar Beispiele zu nennen.
- Im Teil CONTORNI geht es um die Beilagen, die vor allem aus Gemüse bestehen. Die Schwestern haben Gemüsesorten aus allen Jahreszeiten verwendet, um jeden Monat abzudecken.
- DOLCI sagt es ja schon, hier geht es um Desserts. Sowohl Torten und Kuchen werden gezeigt, wie auch klassische Desserts zum Löffeln. Hier muss ich die Torta della nonna extra erwähnen, eine Tarte aus Mürbeteig, Vanillecreme und Pinienkernen, die ist einfach nur göttlich.

Die Anleitungen sind sehr praktisch, leicht verständlich und auch logisch beschrieben.
Jedes Rezept hat sein eigenes Foto, wenn auch nicht immer direkt auf der gegenüber liegenden Seite der Anleitung.
Für die italienische Küche ein wenig typisch sind die oft sehr kurzen Zutatenlisten. Viele Rezepte kommen mit auffallend wenigen Zutaten aus.
Ab und zu ist es schwierig, einen bestimmten italienischen Käse oder Schinken oder ähnliches zu bekommen. Oft werden aber Alternativen genannt.
Im großen und ganzen finde ich das Buch sehr gelungen. Bei zwei, drei Rezepten frage ich mich vielleicht, ob dafür wirklich ein Kochbuch nötig ist (Beispiel: Schinken mit Melone), aber die fallen kaum ins Gewicht wenn man bedenkt, wie viel anderes an Rezepten ich noch nicht kenne.
Von mir also eine Empfehlung für alle, die die authentische italienische Küche auf den heimischen Tisch bringen wollen.

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Alles andere als unerwünscht

Midwatch - Schule der unerwünschten Mädchen von Judith Rossell

Die Schwestern aus Maggie Fishbones Waisenhaus haben die Nase voll von Maggies Ungehorsam und stecken sie nun ohne Umschweife in das schlimmste aller Waisenhäuser: Das Midwatch-Institut, besser bekannt als die Schule für Waisen, Ausreißerinnen und unerwünschte Mädchen.
Aber kaum hat die schlechtgelaunte Nonne Maggie abgesetzt, kommt Midwatchs wahres Gesicht zum Vorschein.

Die strenge Schule ist nur eine Fassade um davon abzulenken, dass die Mädchen hier zu Tipptopp-Agentinnen und Ermittlerinnen ausgebildet werden.
Maggie hat sich noch nie so Willkommen gefühlt wie hier und bald schon bekommt ihre Gruppe einen ersten Fall zugewiesen.

Dieses Buch steckt voller wundersame Dinge und Abenteuer und der Schauplatz könnte bunter nicht sein. Die Umgebung hat etwas vom viktorianischen Zeitalter und etwas Steampunkmäßiges. Der Himmel ist voller Zeppeline und der Untergrund von lauter geheimen Tunneln durchzogen. Kaum ein Haus kommt ohne Türmchen, Kuppel, Dachgarten oder eigener Anlegestelle für Luftschiffe zurecht.
Aber ich finde es schade, dass es keine richtige Hauptfigur gibt. Meistens drückt sich zwar Maggie in den Vordergrund, aber sie ist nie alleine. Sie und ihre neuen Freundinnen agieren als großes Ganzes als Gruppe und so erfährt man auch kaum persönliches über die einzelnen Mädchen. Auch wenn die ein oder andere besondere Aufgaben zugeteilt bekommt, wird nie tiefer auf diejenige eingegangen.

Die Handlung an sich ist dem Alter der Leser und Leserinnen angemessen. Es gibt aufregende Verfolgungsjagden, knifflige Rätsel zu lösen und gerissene Schurken zu entlarven. Zusätzlich zum Fall, den Maggies Gruppe lösen muss, schweift ein gruseliges Nachtmonster durch die Stadt und lässt Leute verschwinden.
Den fantastischen Ansatz hätte es für mich nicht gebraucht. Ich finde, der Roman hätte rein kriminalistisch bleiben sollen, das hätte besser gepasst und mir auch besser gefallen.
Besonders hervorheben möchte ich die wunderschöne Ausstattung des Buches. Überall finden sich hervorragend gelungene Illustrationen der Autorin selbst (wenn ich das richtig sehe). Es findet sich kaum eine Seite ohne ein besonderes Detail.
Nicht zu vergessen die wertvollen Tipps zwischen den Kapiteln für die jungen LeserInnen und angehende AgentenInnen. Darin lernt man zum Beispiel wie man einem Krokodil entkommt oder wie man beinahe unsichtbar wird. Sehr nützliche Tipps also.
Empfohlen wird das Buch allen Kindern ab 10. Auch wenn die Heldinnen in dieser Geschichte alles Mädchen sind, werden Jungs bestimmt auch ihre Freude mit dem Buch haben.

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Die fantastische Welt der Fermentation

fantastisch fermentiert von Alma Corina Blum

Dieses Buch ist wirklich fantastisch!
Ich liebe fermentiertes Gemüse, besonders Sauerkraut und Kimchi. Aber das Sauerkraut das man heutzutage kaufen kann, schmeckt mir viel zu mild und oft ist es sogar süß, und fertiges Kimchi ist nicht gerade preiswert.
Ich dachte, Fermentieren ist kompliziert und umständlich.

Dank dieses Buches weiß ich nun, dass das völliger Quatsch ist. Man muss nur ein paar wenige Punkte beachten und eigentlich kann man sofort loslegen, mit dem Einlegen.

Wenn man Lust drauf hat, kann man sich auf den ersten Seiten etwas tiefer in die Materie einlesen. Was passiert beim Fermentieren, wo kommt diese Technik eigentlich her und so weiter und überhaupt.
Diese ganze Chose mit den Mikroorganismen und Bakterien und Pilzen ist ein spannender Prozess und der Mensch profitiert nicht nur gesundheitlich von seinen Vorteilen. Ganz einfach kann man so überschüssiges Gemüse nicht nur haltbar machen, sondern es wird auch noch unfassbar lecker.
Im nächsten Kapitel wird dann noch kurz erklärt, welche Gläser und Schüsseln man noch so braucht, und eigentlich kann man mit dem ersten Rezept sofort anfangen.

Die Autorin schreibt, dass man im Grunde jedes Gemüse fermentieren kann.
Bei jedem Rezept wird genau beschrieben, wie lange genau das Ferment bei Zimmertemperatur stehen soll und wann man das luftdichte Glas zum ersten Mal öffnen darf.
Freuen darf man sich auf Radieschen in Salzlake, Sauerkraut, Curtido (ein beliebter Krautsalat aus El Salvador), Salzgurken, Blumenkohl-Kurkuma-Pickles, verschiedene Gemüsesalsas, die Auswahl ist riesengroß.
Es gibt ein ganzes Kapitel welches sich nur mit Kimchi befasst. Ich wusste gar nicht, dass es da so viele Varianten gibt. Man kann Kimchi aus allen möglichen Gemüsesorten herstellen: Kürbis, Gurke, Blumenkohl, Mangold, usw. Ich bin begeistert.
Dann kann man sogar süße Fermente aus Obst herstellen. Da aber Fermente alleine aus Obst zu langweilig wäre, kombiniert die Autorin die Früchte mit Essig, Salzigem, Schärfe oder Umami.
Das vorletzte Kapitel befasst sich mit Fermente aus Pilzen, Kräutern und Wurzeln.

Zum Schluss gibt es dann noch eine Reihe Rezepte mit Fermente als Basis.
Die klappen natürlich nur, wenn man das ein oder andere Ferment schon vorbereitet hat.
Es gibt Dressings für Salate, Bowls oder Pasta. Kimchi-Pancakes, Scharfe Umami Pasta, Sauerkraut-Spätzle, nur um ein paar Beispiele zu nennen.
Die Küche von Alma Corina Blum ist jedenfalls alles andere als langweilig.
Jetzt muss man sich nur noch trauen, loszulegen.

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Die fantastische Welt der Fermentation
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Wildbienen entdecken und bewahren

Unsere Wildbienen von Sarah Wyndham Lewis

Dieses Buchprojekt liegt der Autorin ganz besonders am Herzen. Schon ihr ganzes Leben beschäftigt sie sich mit den Wildbienen.
Mit diesem Buch möchte Sarah Wyndham Lewis aufklären, Fakten von Fiktion trennen, Aufmerksamkeit schaffen.
Das weltweite Insektensterben schreitet unaufhaltsam voran, was ungeheure Auswirkungen auf unser aller Leben haben wird.

Die Autorin zeigt hier unter anderem, wie jeder von uns mit einfachen Schritten, einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Wildbienen leisten kann.

Es gibt so viel Tolles über Wildbienen und Hummeln zu erfahren. Alles was man je über Bienen wissen wollte, wurde hier aufgegriffen.
Die ersten Kapitel sind zwar ziemlich theoretisch, aber trotzdem wahnsinnig spannend und unterhaltsam. Die Texte lassen sich gut lesen, sie sind überhaupt nicht zu trocken oder irgendwie belehrend. Durch den angenehmen Sprachstil, kann man so richtig in das Buch eintauchen und sich festlesen.

Danach folgt ein Kapitel mit den häufigsten Wildbienen und Hummeln. So kann der Beobachter sie leichter bestimmen und auseinander halten. Man glaubt gar nicht, wie unterschiedlich sie in ihrer Charakteristik sein können.
Nebenbei lernt man noch einiges über die Pflanzen, die die Wildbienen bevorzugen.
Die Autorin greift wirklich viele unterschiedliche Themen auf. Sie klärt beispielsweise über "Bee-Washing" auf oder ob Insektenhotels wirklich so sinnvoll sind, wie immer überall beworben wird.

Das letzte Kapitel gefällt mit besonders. Da gibt es nämlich viele Tipps zum eigenen bienenfreundlichen Garten und welche Pflanzen man pflanzen sollte. Denn jede Wildbienenart ist Spezialistin für eine andere Pflanze. Je diverser gepflanzt wird, umso artenreicher ist danach der Garten, was ja nicht nur den Bienen am Ende zugute kommt.
Und ich muss noch unbedingt erwähnen, wie schön das Buch geworden ist. Es gibt viele Fotos und Illustrationen zu den Bienen und Blumen. Man merkt wirklich, wie viel Liebe in das Buch geflossen ist.

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Salate für jede Gelegenheit

Hauptsache Salat von Aicha Bouhlou

Ein großer Teil von Aicha Bouhlous Familie stammt aus Marokko. Dort ist es üblich, vor der Hauptmalzeit verschiedene Salate zu servieren, ähnlich, wie die Antipasti in Italien.
Wenn Gäste kommen, können bis zu zwölf Salate auf einmal aufgetischt werden, je nachdem wie hoch die Gäste vom Gastgeber geschätzt werden.

Da ist es natürlich wichtig, eine gewisse Abwechslung in seine Salatkompositionen zu bringen, sonst wird das Festmahl schnell langweilig.

Ich besitze einige Kochbücher mit dem Thema "Salat", allerdings war noch nie eins dabei, welches mich so überzeugt hat, wie dieses hier.​
Die Salate die hier vorgestellt werden, könnten bunter und abwechslungsreicher nicht sein. Es gibt welche aus gekochtem, gebratenem, gedünstetem oder püriertem Gemüse. Klassische Blattsalate sind ebenso vertreten, wie welche mit süßen Früchten, Nüssen oder Hülsenfrüchte.
Es gibt Salate als Beilage und welche zum Sattessen. Bis auf die letzten beiden Kapitel, die Salate mit Fisch oder Fleisch beinhalten, ist der größte Teil der Rezepte sogar für Veganer, zumindest für Vegetarier, geeignet.
Die Saucen bestehen nämlich oft aus einer Basis aus Olivenöl und Essig oder Zitronensaft, und der Salat selbst sonst nur aus pflanzlichen Produkten. Ganz toll also auch für alle, die sich etwas gesünder ernähren wollen.

Insgesamt gibt es acht verschiedene Kapitel. Zuerst wird erläutert, worauf es beim perfekten Salat ankommt. Salatsorten werden erklärt und welche Sorte wofür am besten geeignet ist.
Dann folgen Dressings, Vinaigrettes und verschiedene Toppings.
Die folgenden Rezepte sind so ein bisschen nach Gefühl sortiert, habe ich den Eindruck. Es gibt unter anderem ein Kapitel mit den Rezepten aus Aicha Bouhlous Kindheit, ein anderes befasst sich mit besonders fantasievollen Kompostitionen. Ich finde das sehr sympathisch. Am besten blättert man sich einmal komplett von vorne bis hinten durch, um die besten Rezepte zu markieren. Mein Buch ist jetzt schon voller Zettelchen.
Am Ende sorgt aber ein Zutatenregister für eine gewisse Ordnung.

Ich persönlich kann das Buch wegen seiner Vielfalt nur empfehlen. Der ein oder andere wird sich vielleicht fragen, ob ein Kochbuch für Salat wirklich notwendig ist. Ich finde schon, denn ich habe ein paar ganz tolle Geschmackskombinationen, Salatdressings mit asiatischem Touch und neue Gewürzmischungen kennengelernt, die ich vorher noch nicht kannte. Und ein bisschen neue Inspiration kann doch jeder mal gebrauchen.

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Easy Feierabendküche

Fast & Tasty von Achim Oecal

Mit seinen alltagstauglichen Rezepten begeistert Achim Oecal unter dem Namen "Kitchenachim", ein breites Publikum. Fast 2.000.000 Menschen folgen ihm bereits auf Social Media, weshalb es daher Zeit für ein neues Kochbuch wurde.
Seine Fans kennen das Konzept schon: Es geht um schnelle, schmackhafte Gerichte, für die man nicht stundenlang in der Küche stehen muss und dennoch selbst gekocht sind.

Nach einer kurzen Vorstellung und einer Einleitung geht es auch schon los mit den Rezepten.
Aufgeteilt sind die Gerichte in sechs praktische Kapitel. Es gibt Fingerfood, Salate, vegetarische Hauptgerichte und welche mit Fleisch oder Fisch, Nudelgerichte und Desserts.
Achim Oecals Küche ist modern und bunt. Es wird besonders viel wert auf frisches Gemüse gelegt. Schwere Fleischgerichte sucht man hier vergebens, und selbst bei einigen der Fleischgerichte würde es kaum auffallen, wenn man einfach das Fleisch weglassen würde.
Obst, frische Kräuter, Käse und Nüsse kommen ebenfalls gerne zum Einsatz.
Kleine Küchenhelfer wie fertigen Blätterteig, Bohnen oder Mais aus der Dose oder auch Brühe werden nicht verschmäht. Warum auch, sind sie doch in der schnellen Küche sehr praktisch.
Die Rezepte selbst sind kinderleicht nachzukochen, Anfänger werden gut zurechtkommen.
Die Anleitungen sind sehr kurz gehalten, aber leicht verständlich.
Auf den Zutatenlisten stehen keine exotischen Dinge drauf. Jedenfalls habe ich noch nichts gesehen, was man nicht auch ganz leicht in jeden gut sortierten Supermarkt finden könnte.

Was kann der Leser hier für Gerichte erwarten? Es gibt Minipizzen mit Honigtomaten, Linsensalat mit Feta und Mango, Süßkartoffel-Frittata, Zucchini-Lasagne, Kartoffeltarte, ...
Ganz besonders lecker fand ich bisher das Ofengemüse mit Burrata, die Knödelwaffeln mit Brokkoli und Schinken und das das griechische Zitronenhähnchen.
Die ganze Woche koche ich schon die Rezepte nach und es wird nicht langweilig.
Auch die Zeiten die angegeben sind, stimmen meist überein. Die Vorbereitungen dauern fast nie länger als 15 Minuten, der Rest erledigt der Herd oder der Ofen. Kochmuffel kommen also auch auf ihre Kosten.
Trotzdem vergebe ich nur vier von fünf Punkten, denn bei all der Schnelligkeit kommen Dinge wie Röstaromen zu kurz, die nur entstehen, wenn man sich beim Kochen Zeit lässt. Aber die fehlen am Ende manchmal im Geschmack, aber das ist ja nur meine persönliche Meinung.
In jedem Fall steht am Ende ein tolles, selbst gekochtes und schnelles Essen auf dem Tisch, das alle genießen werden.

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Vergessener Mordfall

Tod im Samtmantel von Sarah Wynne

Die 13-jährige Grace findet in einem Second-Hand-Laden einen wunderschönen Samtmantel aus den sechziger Jahren.
Seitdem sie ihn trägt, wird sie regelmäßig von Visionen heimgesucht, in denen sie immer die vorherige Besitzerin des Samtmantels sieht.
In der letzten Vision geschieht etwas Furchtbares, und Grace ist nun die Zeugin eines Mordes, der hinterher nie aufgeklärt wurde.

Grace beschließt, dass diese schreckliche Tat nicht ungesühnt bleiben darf, und macht sich zusammen mit ihrer besten Freundin Suzy auf die Suche nach dem Mörder.

Eigentlich liebe ich ja all die Geschichten rund um junge Ermittler. Sei es nun Flavia de Luce, Myrtle Hardcastle, Enola Holmes oder wie sie alle heißen.
Grace und Suzy müssten sich also theoretisch gut in die Liste ebendieser Spürnasen einfügen lassen. Aber leider wollte der berühmte Funken nicht überspringen.

Zuerst einmal hat der Schreibstil mir nicht so zugesagt. Das Buch wird hier auch allen Jugendlichen ab 12 empfohlen, trotzdem finde ich die Sprache viel kindlicher und einfacher, als bei den anderen dieses Genres.
Die Ermittlungen die die beiden Mädchen anstellen, laufen mir viel zu glatt ab. Nie gibt es eine falsche Fährte oder Fehlschläge oder falsche Verdächtigungen. Die beiden finden immer alles direkt heraus.
Dadurch dass man als Leser zusammen mit Grace den Mörder bei der Tat beobachtet, weiß man auch hier viel zu viel schon im voraus.
Überhaupt ist vieles zu sehr voraussehbar.
Mir fehlte auch das Drumherum, das eine Geschichte erst rund macht und Figuren authentisch. Alltägliches Leben, Ausschmückungen, Probleme oder lustige Augenblicke, irgendwas anderes als der Mordfall.
Spannend jedoch, fand ich die kleinen Zwischenkapitel die vom Täter handeln und seinen Bemühungen, die Mädchen in ihren Recherchen aufzuhalten. Die sorgten für eine gewisse Abwechslung und ein bisschen Nervenkitzel.

Ich wollte das Buch so gerne mögen, aber für diese beiden Heldinnen bin ich definitiv nicht mehr im richtigen Alter. Die Altersangabe würde ich vielleicht noch ein bisschen runterschrauben, denn für Kinder ab 10 oder 11 ist diese Geschichte bestimmt aufregend. Schlimme Details der Tat werden nicht offenbart oder so, keine Sorge.

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Wunderbar zynisch

Geht so von Beatriz Serrano

Marisa hat Kunst studiert, landet aber in einer Werbeagentur, die eigentlich nur eine vorübergehende Lösung sein sollte. Jetzt steckt sie nach Jahren immer noch in diesen Job, und Marisa hasst die Sinnlosigkeit ihrer Arbeit und den ewigen Alltagstrott, den er mit sich bringt.
Das schlimmste aller Szenarien steht ihr aber noch bevor: Bald steht ein verpflichtendes Teambuilding-Wochenende an, und Marisa hat vergessen sich rechtzeitig um eine glaubhafte Ausrede zu kümmern.

Das übersteht sie niemals ohne "Hilfe".

Dieses Buch finde ich grandios und ist für mich jetzt schon ein echtes Jahres-Highlight.
Dabei mochte ich die Hauptfigur Marisa noch nicht mal besonders. Jeden Morgen schleppt sie sich zum Büro, übersteht den Tag nur mit der Hilfe ihrer Tabletten gegen Angstzustände.
Auf der Arbeit selbst tut sie nur das Allernötigste. Sie ist sehr gut darin, ihre Arbeit auf andere Mitarbeiter abzuwälzen und wundert sich oft selbst, wie sie mit dem minimalen Aufwand den sie betreibt, es so weit schaffen konnte.
Sie lügt ohne rot zu werden und nutzt Menschen aus.
Aber Marisa hat auch einen wunderbar schwarzen Humor. Aus ihrer Perspektive wird in der Ich-Form erzählt, und so kriegt man als Leser all ihre Gedanken ungeschönt präsentiert. Und die haben es manchmal echt in sich.
Sie stellt sich den grundlegenden Fragen des Lebens, hinterfragt Lebensmodelle, besonders die der Frauen.
Es geht um gesellschaftliche Anerkennung, um Wirtschaftskritik und Feminismus.

An vielen Stellen erkennt man sich selbst oder gewisse Situationen vielleicht wieder. Dieses Aufgesetzte mancher Kollege, die Falschheit der einen oder die ehrliche Übermotiviertheit der anderen. Den Büroalltag in all seinen Facetten. Bis auf eine Situation vielleicht die Marisa tut, die war schon etwas sehr krass aus der Realität gedacht, dafür aber nicht weniger unterhaltsam.
Und obwohl ich mich oft über Marisas Erkenntnisse amüsiert habe, gibt es doch viele Stellen die zum Nachdenken anregen. Denn letztens ist Marisa auch einfach nur einsam und ändern will sie im Grunde von sich aus ja doch nichts an ihrer Situation.

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