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Rezensionen von nanu?!:

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Locker durch die Hose atmen

Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo

Die Beförderung zur Vorstandsvorsitzenden beim Aviola-Konzern, ist Marlene Buchholz so gut wie sicher.
Die Stelle bekommt sie aber nur, wenn sie vorher ein Achtsamkeitsseminar beim preisgekrönten Seelenflüsterer Alex Grow absolviert.
Der Aviola-Vorstand findet nämlich, Marlene hat in Sachen Menschlichkeit etwas Nachholbedarf.

Aber was, wenn der Seelen-Coach plötzlich selbst in einer Sinnkrise steckt?

Den Anfang fand ich wunderbar. Marlene als knallharte Geschäftsfrau die sich alles nimmt, was sie will und im Grunde, wie ein Geschäftsmann handelt.
Sie zeigt Alex Grow mit ihrem trockenen Humor und flotten Sprüchen, wohin er sich seine achtsamen Kalendersprüche stecken kann. Das hat Spaß gemacht.
Auf gewisse Weise sind beide Hauptfiguren voneinander angewiesen. Sie bekommt ihre Beförderung nicht, wenn sie Alex nicht zufriedenstellt. Und er könnte seine Akademie verlieren, wenn er Marlenes Boss nicht zufriedenstellt.
Beide Figuren machen auf wenigen Seiten eine große Entwicklung durch, aber ehrlich gesagt fand ich die nur bedingt glaubwürdig.
Niemand überdenkt so plötzlich sein ganzes Leben und findet nebenbei auch noch die Erleuchtung. Und das alles nach einem Waldspaziergang (überspitzt gesagt).
Wozu andere Jahre brauchen, um an sich selbst zu arbeiten, schaffen die beiden in wenigen Tagen.
Deswegen fand ich Marlene und wie sie sich letztendlich entscheidet, besonders enttäuschend.

Die Nebenhandlung mit dem Wald und den Aktivisten fand ich spannend und eine willkommene Abwechslung.
Dabei hat mir besonders die Teenagerin Conny gefallen. Die fand ich von allen Figuren am echtesten. Sie weiß was sie will, wofür sie einsteht und kämpft. Von ihr hätte ich am liebsten mehr erfahren und gelesen.

Vom Schreibstil her ist das Buch so, wie man es bereits gewohnt ist von Maxim Leo. Er schreibt flüssig, einnehmend und ruhig. Man wird sogleich in die Geschichte eingesaugt und man merkt gar nicht, wie schnell man voran kommt.
"Schreiend komisch" wie der Beschreibungstext verspricht, konnte ich die Geschichte nicht finden, aber es gibt eine gewisse Situationskomik, die mich zum schmunzeln brachte.
Insgesamt finde ich Maxim Leos neustes Werk solide, teilweise auch echt unterhaltsam, aber auch teilweise unbefriedigend.

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Locker durch die Hose atmen
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Feta neu entdecken

Feta von Natacha Comar

Für die Autorin Natacha Comar ist Feta eine Familienangelegenheit.
In ihrer Familie wurde Feta schon immer in großen Mengen gegessen.
In diesem Buch präsentiert sie ihre liebsten Gerichte mit Feta, wobei der Käse mal eine untergeordnete Rolle als Topping oder Beilage spielt, oder auch der Mittelpunkt auf dem Teller sein kann.

Die Gerichte selbst sind stark von der griechischen und allgemein aus der mediterranen Küche inspiriert.
Sie alle aber haben gemeinsam, dass sie komplett ohne Fisch und Fleisch auskommen.

Sortiert sind die Rezepte nach der Dauer ihrer Zubereitungszeit. So dauern Gerichte im ersten Kapitel "Express" weniger als 20 Minuten, dagegen im letzten Kapitel "Mit Muße" über eine Stunde. Insgesamt gibt es fünf Kapitel.
Ich besitze zwar schon einige Bücher mit mediterraner Küche, aber trotzdem sind die Rezepte in diesem Buch hier fast alle neu für mich.
Ich finde auch krass, wie vielseitig einsetzbar der Fetakäse eigentlich ist.
Man kann ihn komplett pur genießen, marinieren, pürieren, zerbröseln oder in in Saucen einarbeiten. Man kann ihn panieren, frittieren, grillen, braten und backen und was nicht alles.
Kein Wunder also, dass die vorgestellten Gerichte so abwechslungsreich sind und das meiste davon, finde ich auch familientauglich.
Es gibt bunte Salate, Fetadipps, Tartes, Quiche und Gemüsetaler. Gefüllte Süßkartoffeln, herzhafte Kuchen, Muffins oder Fladenbrot mit Feta im Teig. Lasagne, Auflauf und Suppen. Ich bin begeistert.

Insgesamt gibt es rund 60 Rezepte zu entdecken.
Die Gerichte selbst sind unkompliziert und das meiste auch für Anfänger geeignet.
Die Rezepte sind klar und deutlich beschrieben. Es sollten keine Fragen offen bleiben. Es gibt sogar welche mit bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
Auf den ersten Blick ist ersichtlich, wie lange genau die Zubereitung und die Garzeiten dauern.
Die Zutatenlisten sind übersichtlich. Die Lebensmittel sollte man in jeden größeren Supermarkt bekommen. Nur einmal habe ich in einem Rezept ein Lebensmittel gefunden (griechisches Paximadi-Trockenbrot), welches ich noch nie gesehen habe. Das ist zu verkraften.
Wer Feta liebt, sollte sich unbedingt dieses Kochbuch zulegen.

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Gemütlicher Krimi mit ganz viel Schottlandflair

Mord & Breakfast von Anne Gordon

Nach einer Intrige verliert die Londoner Journalistin Melody Moss von jetzt auf gleich ihren Job bei der Zeitung. Fast zeitgleich erhält sie aus Schottland die Nachricht, sie habe das Bed and Breakfast ihrer Tante geerbt.
Timing ist alles, so denkt sie sich, und macht sich sofort auf den Weg.

Auf das Cosy in diesen Krimi wird großen Wert gelegt, und genau das hat mir hier auch besonders gut gefallen.

Das Setting muss man einfach mögen.
Seagull Bay ist ein kleiner, bei den Touristen sehr beliebter Ort, direkt an Schottlands Küste gelegen.
Nach und nach lernt man dessen Bewohner kennen und Melody muss bald feststellen, sehr beliebt war Tante Mabel offenbar nicht. So manch einer scheint sie sogar richtig gehasst zu haben, sodass Melody sich ernsthaft fragen muss, ob Mabels Tod wirklich nur ein Unfall war.
Als gute Journalistin weiß sie aber, wie man sich beim Recherchieren am besten anstellt.

Nebenher begleitet der Leser Melody durch ihren Alltag. Dabei geht es um das B&B mit seinen Gästen und Mitarbeitern. Melody muss sich neu organisieren und weiß auch noch gar nicht, ob sie die kleine Pension überhaupt behalten will.
Bunt wird es durch die vielen Veranstaltungen im Dorf. Dann ist da noch der Pub mit seinem knurrigen Betreiber. Den gutaussehenden Gärtner, den Melody noch von früher kennt. Beschreibungen über Schottlands wunderschöne Landschaften dürfen natürlich nicht fehlen und überhaupt das Leben in einem Dorf, wo jeder jeden kennt.
Das alles, vermischt mit den Ermittlungen um Mabels Tod und die mysteriösen Machenschaften dahinter, ergeben einen richtig gemütlichen Krimi, der sich schnell nebenbei weglesen lässt. Knallharte Mörder oder Taten darf man hier jedoch nicht erwarten.
Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und ich freue mich wirklich sehr auf einen neuen Teil. In Seagull Bay wird es noch den ein oder anderen rätselhaften Fall zu lösen geben.

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Das Flussmädchen

Die Jagd nach den magischen Münzen von Jessie Burton

Bo ist, wie viele andere Kinder auch, eine Schlammschwalbe. Sie sucht im Schlamm der Themse nach Dingen, die sie verkaufen kann.
Eines Tages hilft der Fluss ihr dabei, im Schlamm eine besonders wertvolle Münze zu finden. Kurz darauf lernt sie Billy, einen Jungen vom anderen Flussufer kennen.
Sie weiß gleich, dass beides kein Zufall sein kann.

Von Jessie Burton weiß man bereits, dass sie atmosphärisch dichte und äußerst spannende Romane schreiben kann. Nicht umsonst wurde eines ihrer Bücher verfilmt. Nun versucht sie sich am Jugendbuchgenre und ich finde, auch hier kann Burton überzeugen.

Bo ist ein starkes Mädchen, dass sich durchzuschlagen weiß. Das ist auch bitter nötig, denn es ist das Jahr 1918 und das Leben ist für alle nicht ganz so einfach. Gerade wurde Bos Bruder eingezogen, die Mutter schuftet den ganzen Tag und so versucht Bo die Familie zu unterstützen, indem sie die Ufer der Themse nach Kostbarkeiten absucht.
Die Autorin verliert keine Zeit, kaum hat das Buch angefangen, beginnt auch schon Bos Abenteuer. Sie findet die Münze und merkt gleich, etwas Sonderbares und Magisches ist hier am Werk.
Bo muss bald Rätsel lösen, auf Schatzsuche gehen und lernen, Gut und Böse zu unterscheiden.
Hinter der ganzen Aufregung rund um die Münzen, steckt aber auch ein ernstes und trauriges Thema. Da Krieg herrscht, wird auch der tragische Verlust geliebter Menschen zum Thema gemacht. Ich finde, die Autorin ist damit ganz wunderbar umgegangen. Das Buch wurde für Kinder ab 10 Jahren geschrieben, aber auch auf mich hatte das Buch mit seiner wertvollen Botschaft eine tröstende Wirkung.

Manche Szenen sind für den erwachsenen Leser vielleicht ein bisschen vorhersehbar, trotzdem gab es auch für mich ein paar überraschende Wendungen.
Der Erzählstil hat ein gewisses Tempo, die Kapitel enden auch immer so, dass man gleich weiterlesen möchte. Längen konnte ich keine entdecken, immerzu geschieht etwas Neues.
Abgesehen davon ist dieses Buch, mit seinem bunten Farbschnitt und dem wunderschönen Cover, auch noch eine Zierde in jedem Bücherregal.
Ein tolles Abenteuer für alle Jungen und Mädchen ab 10.

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Das Flussmädchen
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Ärger im Weihnachtswunderland

Schneemanntod von Susanne Oswald

Im Weihnachtswunderland, einer Art Erlebniskaufhaus rund zum Thema Weihnachten, treibt ein Unhold fiese Streiche. Bisher hielten sich die Vorfälle in Grenzen, doch nach einem besonders gemein-gefährlichen Zwischenfall, kann der Hausdetektiv Poldi nicht anders, als seinen alten Kumpel Schorsch um Hilfe zu bitten.

Schon früher haben Poldi und Schorsch knifflige Fälle bei der Polizei gelöst.
Ob sie den Übeltäter des Winterwunderlands das Handwerk legen können, muss sich aber erst noch zeigen.

Das "cozy" im "cozy crime" nimmt die Autorin Susanne Oswald ziemlich genau, denn es dauert nicht lange, bis die winterliche Stimmung des Weihnachtswunderlands einen komplett einlullt. Das Buch bereitet den Leser also perfekt auf die Adventszeit vor.
Gleichzeitig kommt aber auch der "crime" nicht zu kurz. Zu brutal oder blutrünstig wird es aber trotzdem nie. Die Gemütlichkeit bleibt dem Leser stehts erhalten.

Die Vorfälle beginnen sich zu häufen, es geschieht natürlich auch ein Mord, einige Verdächtige gibt es auch. Für meinen Geschmack hätten es aber ruhig ein paar mehr mögliche Täter sein können. Ab einen gewissen Punkt kommt man ein wenig zu leicht auf die Lösung.
Etwas kniffliger hätte es also ruhig sein können, was aber trotzdem okay ist, denn meiner Meinung nach macht das die Geschichte mit seiner Weihnachtsstimmung die es verbreitet, wieder wett.
Ganz zum Schluss gibt es als Dreingabe noch Rezepte und Strickanleitungen, die im Buch schon Erwähnung finden und zusätzlich für Stimmung sorgen sollen.

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So kocht Brandenburg!

So schmeckt Brandenburg von Olaf Kosert

Für das rbb-Fernsehen besucht der Autor und Koch, Olaf Kosert, regelmäßig Brandenburger Bauernhöfe.
Er möchte aufzeigen, wie leidenschaftlich die Menschen in der Region sich um das kümmern, was bei uns auf den Tellern landet.
Etwa die Hälfte der im Buch vorgestellten Rezepte, hat er direkt mit deren Produkten auf den Höfen gekocht.

Regionaler, saisonaler und echter geht es kaum.
Vom Ergebnis seiner Bemühungen, herauszufinden, wie Brandenburg denn nun schmeckt, kann man sich jetzt selbst überzeugen.

Aufgeteilt sind die Gerichte in 8 Kapitel, insgesamt gibt es 80 Rezepte.
Die Auswahl der Speisen finde ich gelungen. Denn es gibt eine Reihe an altbekannten Klassikern wie Königsberger Klopse mit frittierten Kapern, Senfeier mit Kartoffel-Topinambur-Puree oder auch Schmorgurken.
Es finden sich aber auch Klassiker im neuen Gewand, wie zum Beispiel die Weiderind-Suppe nach vietnamesischer Art oder das Apfelgulasch (aus Rindfleisch) mit gelber Bete.
Manche Ideen finde ich einfach nur spannend und da frage ich mich, wieso man das nicht längst schon so macht? Wie die Glühwein-Rouladen oder Lammschnitzel? Wer paniert schon Lammfleisch? Gesehen habe ich das jedenfalls noch nie.
Es wird auch gerne mit Obst gekocht. Süß und herzhaft zu kombinieren halte ich sowieso für eine gute Idee und hier gibt es einiges mit Feigen, Datteln, Kirschen oder Pflaumen.
Die Quiche-Rezepte gefallen mir richtig gut, dafür gibt es gleich ein eigenes kleines Kapitel. Und Desserts und süße Kuchen dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Ganz zum Schluss werden dann nochmal alle Höfe mit Kontaktdaten, Angebote und zugehörigem Rezept gezeigt, damit man die tollen Produkte auch zuhause genießen kann.
Zu jedem Gericht gibt es ein Foto, so sieht man gleich, was man erwarten kann.
Die Rezepte sind immer entweder für zwei oder für vier Personen ausgerichtet.
Die Anleitungen sind kurz, aber präzise. Es bleiben keine Fragen offen.
Sehr gut gefallen mir die kleinen Texte mit den Extra-Infos, zu jedem Gericht weiß der Autor nämlich noch etwas zu sagen.
Ich mag die Ideen darin und von den Sachen, die ich bisher ausprobiert habe, kann ich behaupten, dass Brandenburg ganz lecker schmeckt.

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Lesen lernen mit Hund Floh

Leserabe 1. Lesestufe - Schulgeschichten mit Hund Floh von Judith Allert

Die Kinder sind sich einig, die 2B. ist die beste Klasse der Welt.
Denn die Klassenlehrerin, Frau Uhr, bringt jeden Tag ihren Hund Floh mit in die Schule.
Und mit Floh wird es nie langweilig!

Die Geschichten um Hund Floh sind perfekt für Leseanfänger geeignet:
Die Schrift ist recht groß gehalten und die Sätze kurz und einfach.

Insgesamt gibt es vier Kapitel in denen wir den Schul-Alltag der 2B. mit dem Hund Floh erleben.
In den Geschichten werden auch gute Werte vermittelt, wie zum Beispiel das Bücher bei der Integration helfen können.
Die Geschichten sind abwechslungsreich und die Kinder der 2B. erleben immer etwas spannendes.

Wie es sich für ein vernünftiges Erstlesebuch gehört, werden die Texte von vielen Bildern begleitet. Die Illustrationen sind passend, sehr schön und helfen beim Lesen und Verstehen des Textes.
Um den Erstleser zu motivieren dranzubleiben, gibt es bunte Sticker die nach jedem geschafften Kapitel ins Buch geklebt werden dürfen.
Zusätzlich gibt es am Ende auch noch ein kleines Fragequiz zu lösen. So kann man gleich feststellen, ob der Erstleser gut aufgepasst hat.
Es gibt auch noch die Möglichkeit, einen Preis zu gewinnen.

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Laber-Rhabarber

Die Einladung - Mord nur für geladene Gäste von Kelly Mullen

Die 76 jährige Rosemary, die von allen nur Mimi genannt wird, bekommt von ihrer reichen Nachbarin Jane eine Einladung zu einer Zwanziger-Jahre-Party, an der gleichzeitig auch eine Versteigerung stattfinden soll.
Der Einladung liegt aber auch ein Erpresserschreiben bei: Sollte sie auf der Party nicht erscheinen, wird ihr größtes und dunkelstes Geheimnis vor allen offenbart werden.

Mimi hat keine Wahl, aber sie bittet ihre Enkelin Addie, sie zu begleiten.

Mich hat dieser Krimi teilweise sehr enttäuscht.
Vielleicht sollte man mit so Versprechen, der Krimi sei wie ein Agatha-Christie-Roman, etwas vorsichtiger sein. Sowas erweckt nämlich hohe Erwartungen.
Dabei fand ich den Anfang noch ganz spannend: Eine Reihe von Figuren wird eingeführt und es dauert nicht lange bis ein Mord geschieht.
Dazu kommt das gelungene Setting, welches mir direkt gut gefallen hat. Eine riesige Villa, eingeschneit auf einer Insel, ohne Aussicht, diese die nächsten Stunden wieder verlassen zu können.
Mimi und Addie sehen sich bemüßigt, eigene Ermittlungen aufzunehmen und merken gleich, dass wirklich jeder der Anwesenden einen guten Grund zum Morden gehabt hätte.

Mir passieren insgesamt zu viele Zufälle. Addie ist eine kleine Expertin in Sachen Escape Room, da sie eine Spieleentwicklerin ist, aber wie viele geheime Räume kann es schon in einer Villa geben? Na, jede Menge, wie sich herausstellt und die beiden finden einfach jeden in kürzester Zeit. Nach dem, ich weiß nicht wievielten Raum, konnte ich nur noch die Augen verdrehen. Richtig unglaubwürdig.
Dann die Dialoge. Es wird immerzu gelabert und gelabert und teilweise hatte ich das Gefühl, das Buch bestünde nur aus Dialogen.
Die meisten Nebenfiguren fand ich nicht ausreichend beschrieben. Sie alle haben zwar Geheimnisse, aber oft sehr weit hergeholte.
Der Fall und die Aufklärungen geschehen viel zu plump, ohne Raffinesse. Keine Ahnung wie man da den Vergleich zu Agatha Christie ziehen kann.
Ehrlicherweise habe ich schon wieder vergessen, wer der Mörder war, so sehr gejuckt hat mich diese Frage offenbar.
Trotzdem muss ich zwei Punkte geben, denn abgebrochen habe ich das Buch nicht, auch wenn ich oft die Lust dazu hatte. Und wie gesagt, das Setting und der Anfang waren zumindest nicht so verkehrt.

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Der rätselhafte Findling

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten von Davide Morosinotto

Es ist das Jahr 1829 und niemand geringeres, als der berühmte italienische Detektiv Doktor Grimaldi, wird nach Nürnberg gerufen um aufzuklären, wer Kaspar Hausers Leben bedroht.
Seine vierzehnjährige Tochter Greta wird ihn natürlich wie immer begleiten, denn er legt großen Wert auf Gretas Fähigkeiten, obwohl sie ein Mädchen ist.

Kaum hat das Vater-Tochter-Gespann sich im "Bayerischen Hof", der besten Adresse Nürnbergs, ausgebreitet, legen sie auch schon los mit den Ermittlungen.

Seit fast 200 Jahren fasziniert Kaspar Hauser uns mit seiner Geschichte.
Ein Junge, der plötzlich da ist und der kaum etwas kann, weder richtig sprechen noch richtig laufen.
Später behauptet er, er sei so lange er denken konnte ein Gefangener gewesen. In einem Verlies hätte er jahrelang leben müssen, ohne je eine Menschenseele zu sehen, nur mit Wasser und Brot.
Bald schon sind die Menschen, und vor allem die Zeitungen von Kaspar fasziniert, berichten jeden Tag über ihn und nennen ihn bald "das Kind Europas".
Davide Morosinotto greift dieses spannende Thema auf und verwebt Fiktion und historische Fakten gekonnt miteinander.
Bis heute nämlich, wurde Kaspar Hausers Herkunft und insbesondere die Umstände seines Todes nie aufgeklärt.
Perfektes Material also, für einen spannenden Roman, wie ich finde, und der Autor versucht hier einen neuen Ansatz um Kaspar zu finden.

Dr. Grimaldi ist keine Figur, die man unbedingt mögen muss. Er ist streng und wirkt sehr arrogant. Niemals sieht er einen Anlass, das Hotel zu verlassen. Lieber bestellt er die Menschen zu sich, egal ob es ein kleiner Bote oder der Bürgermeister höchstpersönlich ist.
Greta ist da ganz anders. Sie ist ihrer Zeit weit voraus. Sie ist gebildet und belesen, spricht mehrere Sprachen und hat keine Angst, auf eigene Faust Ermittlungen durchzuführen. Anders als ihr Vater, wandert sie mit offenen Augen und Ohren durch Nürnbergs Gassen.
Natürlich sind die Leute sehr irritiert, wenn Greta bei Befragungen und Besprechungen anwesend sein darf, immerhin ist sie nur ein Mädchen, und wie kann ein Mädchen überhaupt hilfreich sein?
Ja, die damaligen Gepflogenheiten kommen manchmal schon richtig gut zur Geltung.

Besonders gut gefallen hat mir Morosinottos Blick fürs Detail. Er beschreibt Nürnbergs Stadtbild mit seiner Burg, den schmutzigen Gassen und lauten Gasthäusern, dem vollen Markt, den Kutschen und Sänften auf den Straßen sehr lebendig und bildhaft. Man kann sich die Stadt so richtig schön vorstellen.
Zum Ende hin schleichen sich aber leider ein paar Längen in die Geschichte. Die Auflösung um Kaspar Hausers Bedroher war zwar schlüssig, aber für meinen Geschmack nicht zufriedenstellend.
Von Kaspar Hauser selbst hätte ich noch gerne einiges mehr erfahren, er kam mir definitiv zu kurz.
Wirklich toll ist die Aufmachung des Buches, die ist nämlich mit Illustrationen bestückt die unter anderem die historischen Briefe und diverse Dokumente über Kaspar zeigen.
Ich kann das Buch nur weiter empfehlen denn trotz allem habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.
PS: "Die Mississippi-Bande" vom selben Autor kann ich ebenfalls nur wärmstens weiter empfehlen, das fand ich sogar noch ein bisschen besser.

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Unnötig grausam

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad von Kristina Ohlsson

Nur im Sommer ist etwas los in Hovenäset, einem 200-Seelen-Dorf in Schweden. Denn dann kommen die vielen Touristen und der Campingplatz im Ort ist rappelvoll.
Heidi und ihre besten Freunde Harry und Alva wohnen aber immer hier. Sie sind ganz aus dem Häuschen als sie hören, dass diesen Sommer ein Riesenrad auf dem Campingplatz aufgestellt werden soll.

Und Bill, der Riesenradbetreiber, fragt ausgerechnet bei Heidis Vater nach einem freien Zimmer, welches er auch noch bekommt.
Natürlich hoffen die drei nun auf eine Menge Freikarten für das Rad. Vielleicht wird der Sommer doch nicht so öde wie befürchtet.
Doch die Stimmung ist trotzdem getrübt, denn immer öfter geschehen seltsame Dinge, die nur Heidi wahrzunehmen scheint.

So eine deprimierende Geschichte habe ich ja schon lange nicht mehr gelesen. Und dabei meine ich noch nicht einmal die gruseligen Elemente, obwohl ich die für das empfohlene Lesealter echt schon heftig finde. Dabei plädiere ich immer dafür, Kinder ernst zu nehmen und ihnen auch etwas zuzutrauen.
Zuerst mal gehe ich auf die gespenstischen Aspekte ein. Die Autorin weiß auf jeden Fall, wie sie eine grausige Stimmung heraufbeschwört. Schritte und Geknarze, obwohl niemand da ist, Dinge die plötzlich woanders sind oder ganz verschwinden, böse Prophezeiungen die sich bewahrheiten und jede Nacht dieser Sturm der wütet und den Strom ausfallen lässt.
Das was die Kinder herausfinden fand ich schon grenzwertig. Ich finde nicht, dass so junge Kinder unbedingt so etwas lesen sollten. Besonders weil es keine richtige zufriedenstellende Antworten auf das ganze gibt. Da muss man wohl auf Band zwei warten.

Aber viel schlimmer fand ich Heidi und wie die Erwachsenen mit ihren Sorgen umgehen, wenn sie sie überhaupt bemerken. Die Scheidung der Eltern, die neue Stiefmutter die auch noch ein Baby erwartet, die Schulden des Vaters, das Gefühl, nur noch die zweite Geige spielen zu dürfen und dann geht es auch noch der Oma sehr schlecht. Heidi wird mit einem riesigen Haufen Probleme überhäuft und ständig ist sie von einer Wolke aus Traurigkeit umgeben.
Diese ständig düstere und freudlose Atmosphäre hat mich manchmal richtig runtergezogen.
Es ist so, als ob Heidi niemals einen Grund zur Freude hat.
Das abenteuerliche und unbeschwerte einer Kindergeschichte hat mir so richtig gefehlt.
Wenigstens kann sich Heidi auf ihre beiden Freunde verlassen, auch wenn die ihr erst nicht glauben und relativ spät richtig aktiv werden und die Geschichte zum positiven verändern.

Ob ich das Buch Kindern zum lesen geben würde? Wahrscheinlich eher nicht, dafür drückt es zu sehr auf die Stimmung und von Babys, die in ihren Wiegen verbrennen, muss man meiner Meinung nach nicht lesen.

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Unnötig grausam