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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

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Das Schicksal des Hauses liegt in den Händen von Frauen

Wie bereits in "Liebe zwischen den Zeilen" ist auch "Ein Haus fürs Herz" in Peasebrook angesiedelt.

Ausserhalb dieser Ortschaft liegt das Anwesen der Familie Willoughby, das verkauft werden soll. Die jetzigen Besitzer Sally und Alex müssen aus gesundheitlichen Gründen umziehen.

Es fällt ihnen enorm schwer, das Haus loszulassen. Denn "Hunter's Moon" ist das Haus von Alex Familie. Hier ist er mit seinen beiden Schwestern Annie und Phoebe aufgewachsen und er hätte das Haus eigentlich gerne seinen Kindern vermacht.

Mit einer schönen, detaillierten Beschreibung von Hunter's Moon beginnt Veronica Henry ihren Roman in der Gegenwart.

Der zweite Erzählstrang spielt 1967, als Sally Haushälterin auf Hunter's Moon wird. Sie ist fasziniert von der Ungezwungenheit der Familie Willoughby und gibt dem chaotischen Haushalt und der Familie ein bisschen Struktur. Dafür wird sie von allen geliebt. Insbesondere von Alex.

Seine Mutter Margot ist eine berühmte Schriftstellerin und verdient das Geld in ihrer Familie. Sie ist extravagant, vergisst dabei aber ihren Mann Dai und verliert das reale Leben immer mehr aus den Augen.

50 Jahre später soll nun Belinda das erinnerungsträchtige Haus auf den Markt bringen. Belinda hat sich nach einer grossen Enttäuschung nicht unterkriegen lassen und ihr eigenes Maklerbüro in Peasebrook eröffnet. Belinda ist beliebt bei den Kunden und äusserlich stark, aber innerlich tief verletzt. Mit ihren zerplatzten Träumen kann sie deshalb Sally und Alex, aber auch deren Sohn Leo, besser verstehen, als diese ahnen.

"Ein Haus fürs Herz" schildert die Familiengeschichte der Willoughbys, und erzählt die Geschichten der drei Frauen eindrücklich. Mit Veronica Henrys spezieller liebevollen Art, ihre Figuren darzustellen, lernt man die Beteiligten schnell kennen und mögen. Wer ihre Bücher kennt, weiss, dass immer mehr hinter ihren Charakteren und dem Plot steckt, als auf den ersten Blick ersichtlich.

Veronica Henry ist nicht umsonst eine meiner Lieblingsautorinnen, sie begeisterte mich auch mit diesem Roman wieder.

Fazit: Eine wunderbare, emotionale Geschichte über ein Haus, dessen Schicksal in den Händen von Frauen liegt.
5 Punkte.

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Packender als der erste Teil

Letzte Spur Algarve von Carolina Conrad

In meiner Rezension des ersten Teils der Anabela-Silva-Reihe wünschte ich mir mehr Krimi und mehr Spannung für allfällige Nachfolgebände. Der zweite Teil ist gerade erschienen - meine Wünsche wurden erfüllt.

Die 42jährige Anabela wohnt seit nunmehr sechs Wochen wieder in Portugal im ehemaligen Haus ihrer Grosseltern und kann ihre Mutter bei der Pflege ihres an Alzheimer erkrankten Vaters unterstützen.

Da Anabela als Journalistin keinen festen Job findet, und ihr das Übersetzen bei der Polizei in ihrem ersten Fall Spass machte, absolviert sie gerade eine Online-Ausbildung zur Dolmetscherin.

Kommissar Almeida hat erneut Arbeit für Anabela, allerdings inoffiziell: eine Dänin wurde tot in ihrem Stall aufgefunden. Im Gegensatz zum Staatsanwalt glaubt Joao an einen Mord, aber der Fall wird eingestellt. Deshalb soll Anabela inkognito in einem Tierheim als Freiwillige mitarbeiten und für ihn die Ohren offen halten. Die Tote arbeitete im Tierheim mit und Joao hofft, durch Anabela an interne Informationen über Frau Steen ranzukommen.

Anabela bittet Joao im Gegenzug, ihr Infos zu ihrem als Baby verschollenem Cousin zu besorgen, denn sie möchte den letzten Wunsch ihrer verstorbenen Tante erfüllen. Almeida findet eine Spur, der die beiden folgen.

Während Anabela oft - journalistisch und charakterlich geprägt - aufmüpfig und forsch Fragen stellt, ist Joao ganz der ruhige Kommissar, der sich mit undurchsichtiger Miene mit Zeugen unterhält. Beide sind sympathische Zeitgenossen und ergänzen sich prima. Dies sieht Paulo Pinto ein wenig anders, es wird erzählt, wieso Pinto die Deutsche nicht mag. Vielleicht ändert er seine Meinung im dritten Band ja noch...

Interessant ist das Setting der Serie. Während andere Portugalkrimis in Lissabon, Porto oder in Fuseta angesiedelt sind, spielt diese Reihe an der Ostalgarve, im Grenzland zu Spanien. Dieser geografische Begebenheit baut Carolina Conrad geschickt in ihre Krimis mit ein.

Der Autorin ist es in "Letzte Spur Algarve" perfekt gelungen, eine Symbiose zwischen journalistischem Stil und polizeilichen Ermittlungen zu schliessen. Somit ist der zweite Band schlüssiger und um einiges spannender als der erste Band. In den Fall um die tote Dänin hat Carolina Conrad diverse Themen eingepackt. Auch durch die unterschiedlichen Ermittlungsansätze kommt Pfupf in die Geschichte, so dass es Spass macht den Krimi zu lesen.

Fazit: Toller zweiter Band, um einiges packender und interessanter als der Vorgänger.
4 Punkte.

Wer sich für Spaniens geraubte Kinder interessiert, dem empfehle ich den Roman "Julias Geheimnis" von Juliet Hall, er behandelt die Thematik ausführlich.

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Abgeschnitten von der Umwelt

Letzte Spur Algarve von Carolina Conrad

Kommissar Avila lernte ich in "Mord in der Levada" kennen, später in "Madeiragrab" war seine Frau schwanger. Und nun, in seinem zweiten Fall ist Avila stolzer Vater eins fünf Monate alten Mädchens.

Nachdem seine Schwiegermutter über drei Wochen bei den Avilas zu Besuch war, steht der Besuch des Schwiegervaters bevor.

Avila graut es davor, er hätte einfach gerne wieder Ruhe. Als eine Wasserleiche gefunden wird, hofft er sich mit den Ermittlungen beschäftigen zu können. Aber diese werden eingestellt. Pech für Avila, nun muss er mit Frau, Kind, Schwiegervater und seinem Chef und dessen Frau für ein Wochenende in ein Hotel fahren. Eigentlich sollte es dort entspannter sein als zuhause, doch durch ein heftiges Unwetter werden sie von der Umwelt abgeschnitten. Und dann treibt auch noch eine Leiche im Pool.

Während Avila und sein Chef Lobo alles Mögliche versuchen, um herauszufinden, was mit der toten Person im Pool passierte, werden unten im Tal die Ermittlungen betreffend der Wasserleiche durch Vasconcellos, Baroso und die Gerichtsmedizinerin Souza wieder aufgenommen. Neu zum Team stösst Sargento Fonseca mit seinem Spürhund Galina.

Der Leser wird nun Zeuge davon, dass beide Fälle irgendwie zusammen hängen. Doch da die Teams nicht miteinander kommunizieren können, wissen sie selbst nichts davon. Die jeweils fehlenden Teile der Ermittlungen werden erst gegen Ende herausgefunden, als sie zumindest zeitweise wieder telefonieren können. Damit bleibt der Fall spannend bis zum Schluss.

Der Hotelteil erinnert an klassische Whodunit-Krimis - einer von den sich im Hotel aufhaltenden Personen muss etwas mit den Morden zu tun haben. Bloss wer? Motive hätten einige der Anwesenden. Avila arbeitet unter Hochdruck, Lobo ist keine grosse Hilfe. Und je näher sie der Lösung auf die Spur kommen, je stärker sind sie alle in Gefahr.

Die Atmosphäre oben im Hotel ist aufgrund des Unwetters sehr düster. Irgendwie wollte mir das nicht so recht passen, auch wenn mir klar ist, dass auf Madeira nicht immer die Sonne scheint. Leticia, Ines und ein paar andere Charaktere fand ich teilweise sehr blauäugig und naiv - das mussten sie zum Gelingen der Geschichte leider sein.

Die Zusammenarbeit im Tal-Team fand ich gelungen, Vasconcellos und Souza zeigen Eigeninitiative und nutzen ihre Kontakte. Insgesamt ein interessanter und fesselnder Krimi.

Fazit: Stimmiger und packender zweiter Fall für Commissario Avila!
4 Punkte.

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Rue Edgar-Charellier 18

Ein Tropfen vom Glück von Carolina Conrad

Drei Bewohner des Hauses an der Rue Edgar-Charellier 18 dürfen wir Leser in "Ein Tropfen vom Glück" auf einer kurzen Zeitreise erleben:

Zum einen ist da die junge Restauratorin Magalie, die ihren Laden im Erdgeschoss und ihre Wohnung im 6. Stock hat und von allen, an Anlehnung an die TV-Serie Navy CSI, nur Abby genannt wird.

Neben ihrem Geschäft wohnt Barmann Julien, der ein Auge auf Magalie geworfen hat. Hubert Larnaudie, der im dritten Stock zur Strassenseite wohnt, wohnt seit 1868 in der Nummer 18 - nicht ganz, aber seine Familie hat das Haus damals auf den Ruinen einer Abtei erbaut. Oben neben Magalie, wohnt Madame Merlino, die ihre Wohnung bei Airbnb vermietet.

Der Amerikaner Bob ist einer ihrer Gäste. Seine Frau liegt sterbenskrank im Spital, die zusammen lang ersehnte Reise nach Paris muss er alleine antreten. An seinem ersten Abend in Paris wird er zusammen mit Julien und Magalie auf ein Glas Wein in Huberts Wohnung eingeladen.

Diese Flasche Wein ist speziell - sie stammt vom Weingut in Charmally-les-Vignes, wurde 1954 gekeltert. Zu der Zeit sei ein Ufo über dem Weinberg gesichtet worden, erzählt Jules an diesem Abend den anderen. Und auch, dass 1978 sein Urgrossvater, kurz nachdem er den Ufo-Film von Spielberg gesehen hat, verschwand. Als die drei am Morgen drauf erwachen, weiss noch keiner, dass sie eine Reise in die Vergangenheit angetreten haben.

Alle erleben sie zuerst getrennt voneinander das alte Paris. Bob ist begeistert von der Stadt, bis er merkt, dass etwas nicht stimmt. Auch die anderen realisieren recht schnell, was Sache ist. Sie sind nicht in einer Historienveranstaltung gelandet, sondern im Paris anno 1954. So staunen sie über den Verkehr, über alte Geschäfte und finden Gefallen an zufälligen Begegnungen mit Künstlern wie Salvador Dali, Edith Piaf oder Audrey Hepburn.

Auch der Leser taucht ein in die Atmosphäre der 50er Jahre. Antoine Laurain baut zudem viel Wissenswertes zur damaligen Geschichte mit ein, so dass der Leser vor Augen hat, was sich alles verändert hat. Versuchen sie zum Beispiel im Jahre 1954 mit Euros zu zahlen! Der Autor hat die Probleme seiner Figuren in der Vergangenheit stimmig gelöst. Seine Charaktere sind allesamt sympathisch, so dass ich am Ende keine Lieblingsfigur hatte, sondern einfach nur glücklich über den bezaubernden Roman war.

Laurain erzählt wie bereits in seinen früheren Büchern beschwingt und leicht seine Geschichte, die immer wieder zum Schmunzeln verlockt.

Fazit: Wie gewohnt sehr charmante Geschichte, die den Leser mit ins Paris der 50er Jahre nimmt.
5 Punkte.

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Rue Edgar-Charellier 18
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Ideenreich und frech

Ein Tropfen vom Glück von Carolina Conrad

Antoine Laurain ist bekannt für seine besonders ideenreichen Geschichten. Der vorliegende Roman beweist es einmal mehr.

Fabrice Valantine sitzt im Gefängnis und erzählt den Lesern, wieso er wegen einer Zigarette zum Mörder geworden ist. Seine Geschichte beginnt eigentlich mit seiner ersten Zigarette, doch das Rauchen wird erst zum Problem, als ein blondes Model, das grauhaarige Anzugsträger nicht mag, das Rauchverbot in der Firma umsetzt.

Valantine ist ein Headhunter. Er und zwei Arbeitskollegen sind dem höchsten Boss der Firma unterstellt. Ihnen allen ist das allgemeine Rauchverbot total egal, sie rauchen in ihren Büros und in der Kantine. Als das Verbot auch bei ihnen in Kraft tritt, schickt seine Frau Sidonie ihn zum Hypnotiseur und siehe da - er raucht nicht mehr. Dies bringt neue Probleme mit sich, die ihn mit der Zeit zum Morden bewegen.

Man darf kein Krimi erwarten, Spannung kommt kaum auf. Da die Handlung bereits bekannt ist, werden nur die fehlenden Details erzählt. Und die haben es in sich. Teilweise bitterböse, aber immer mit einem satirischen Unterton. Die Geschichte mutet makaber an, dennoch finde ich die Idee originell. Den Autor mag man eh für seine besonderen Plots, die immer wieder überraschen.

Die Erzählung ist stellenweise aber ein wenig langatmig geworden, besonders wenn Forschungen zum Thema Rauchen herbei gezogen werden oder Valantine sich an Erinnerungen an die erste Zigarette ergeht. Hierbei merkt man, dass es eins der ersten Bücher des Autors ist, welches aber erst jetzt ins Deutsche übersetzt wurde.

Man muss sich vorurteilsfrei einlassen auf Valantines Geschichte. Valantine selbst ist eine Figur, der man nicht böse sein kann, die man irgendwie versteht und die einem am Ende fast leid tut, obwohl Valantine nicht auf Mitleid aus ist.

Fazit: Eine freche, zynische Erzählung - grau vor Rauch und schwarz vor Humor.
4 Punkte.

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Bezauberndes Setting

Ein Cottage für deinen Sommer von Carolina Conrad

Da mir mein erster Roman von Viola Shipman - ein Pseudonym für den amerikanischen Autor Waden Rouse - gut gefiel, griff ich auch gerne zu der neuesten Geschichte aus seiner Feder.

Adie Lou hat ihre Scheidungspapiere schon fast unterschrieben, als sie merkt, dass sie nicht einfach auf das Cottage ihrer Eltern verzichten kann, auch wenn ihr das viel Geld einbringen würde.

Von ihrem Grossvater gekauft, und von ihr und ihren Eltern geliebt, möchte sie zukünftig drin wohnen und es zu einem Bed & Breakfast auszubauen.

Dies kostet mehr als sie eigentlich hat, aber aufgeben kommt nicht in Frage - das steht ja bereits in den zehn Regeln des Cottages. Jedes Kapitel wird mit einer dieser Regeln überschrieben und man kann sicher sein, dass die jeweilige Regel sehr gut zum Inhalt des Kapitels passt.

Natürlich läuft nicht alles konfliktlos ab: einige schöne, aber leider auch viele negative Überraschungen erwarten Adie Lou beim Umbau. Sie trifft beispielsweise auf Scooter, ihren Freund aus Kindertagen, mit dem sie die Kettenfähre bediente; trifft auf Stadtoriginale und bekommt einen Antrittsbesuch der historischen Gesellschaft, allen voran die gefürchtete Drachenlady. Doch Adie wird von Tag zu Tag mutiger, kämpft mit ihrem Sohn Evan an ihrer Seite gegen das Unliebsame an und findet endlich ihren Platz im Leben.

Der Autor ist ein Garant für Wohlfühlbücher, so auch in "Ein Cottage für deinen Sommer". Vielleicht schreibt Rouse/Shipman ein wenig mit dem Blick durch eine rosarote Brille, aber das braucht es manchmal halt einfach auch. So wie man früher gezielt nach einem Buch von Nora Roberts griff, greift man heute zu Viola Shipman, weil die Romane einfach schön geschrieben sind.

Liebevoll wird von der Kraft der Frauen und einem Neuanfang berichtet, zeigt auf wie wichtig es ist, Traditionen aufrecht zu erhalten und das Familienerbe zu pflegen. Die Location am Michigansee bezaubert, gerne würde man Adie Lou in ihrem Bed & Breakfast Cottage besuchen und den Roman gleich an Ort und Stelle lesen.

Fazit: Manchmal braucht es nicht mal Wunderkerzen, sondern nur einen Wohlfühlroman wie "Ein Cottage für deinen Sommer" um es sich gut gehen zu lassen.
5 Punkte.

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Bezauberndes Setting
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Positiv überrascht

Komme, was Wolle von Steffi Hochfellner

Das sehr pinke Cover wird der Geschichte um Franzi und der Neueröffnung der Wunderkiste nicht gerecht. Das Cover ist zwar auffällig, aber stellt euch eine Reihe Fachwerkhäuser vor, die im Erdgeschoss Geschäfte beherbergen. Vor dem Haus mit dem Kurzwarenladen steht eine einladende Bank, auf dem sich Protagonistin Franzi oft mit Jan, dem Coiffeur von nebenan, hinsetzt und den Arbeitstag ausklingen lässt.

So das Setting in diesem netten Roman.

Das Haus, das Franzi von ihrer Grosstante Gerlinde erbte, liegt eine Strassenzeile hinter der Einkaufsstrasse von Westersum. Mit der Bäckerin versteht Franzi sich gut, nur nicht mit der Besitzerin des altmodischen Herrenausstatters. Ob diese Hinrichsen wohl etwas mit den Farbanschlägen und den aufgeschlitzten Autopneus zu tun hat?

Wer etwas gegen Franzis Einzug hat, ist nicht klar; auch auf die Lauer legen bringt keine Erkenntnisse. Schade, denn bis auf die Geldsorgen gefällt es Franzi immer mehr in Westersum. Sie wird unterstützt von Jan, von Gerlindes Freunden und findet selbst welche in Joost und Rieke, die ihr beim Umbau helfen. Mit Sönke, der im Auftrag seiner Firma das Haus kaufen wollte, trifft sie sich gerne privat zum Auswärts essen zu gehen oder Ausflüge zu unternehmen.

Es ist ein Abenteuer, auf dass sich Franzi einlässt - fast täglich sieht sie sich neuen Überraschungen und Herausforderungen ausgesetzt. Und genau deshalb ist "Komme, was wolle" nicht nur ein sehr passender Titel, sondern auch viel mehr als nur ein "Häkelroman".

Vielfältige und originelle Figuren, wie etwa der griesgrämige Onno mit seinen Eseln, warten in diesem Roman auf. Sie tragen viel zum Gelingen der Geschichte bei, dessen Ende mir fast ein wenig zu abrupt kam.

Am Schluss warten einige Ideen auf die bastelwütigen Leser, auf die auch am Ende eines jeden Kapitel hingewiesen wird. Mich störten diese Hinweise im eBook, sie passten nicht zu den spannenden Kapitelenden. Bei Stellen wie "Sie wollte gerade zum Auto laufen, als eine knochige Hand sie kräftig an der Schulter packte und zurückriss" wollte ich nur weiterlesen und nicht nach zwei Zeilenumbrüchen mit "Flip-Flops kann man nicht genug haben. Im Anleitungsteil des Buches erfahren sie, wie...." aufgehalten werden.

Besonders in der ersten Hälfte störten mich auch die vielen "selbstgemacht"-Hinweise im laufenden Text, sie wirkten aufgesetzt, zu betont DIY. Auch gehe ich davon aus, dass ein "Müesli mit frischem Obst" zubereitet wird. Interessanter wäre die konkrete Bezeichnung ihrer Fruchtwahl gewesen: "sie machte sich ein Müesli und schnitt einen Apfel mit rein" hätte sich normaler angehört. Nach der Hälfte passen die Hinweise viel besser, da sie mit der Ladengestaltung oder mit dem Laden zu tun haben.

Ohne die von mir kritisierten Stellen ist der Roman schnell, fliessend und spannend zu lesen. Steffi Hochfellners erster Roman gefällt und unterhält.

Fazit: Lustig und packend erzählte Geschichte um eine Ladenrenovierung, die mich positiv überrascht hat.
4 Punkte.

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Positiv überrascht
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Sorgt für Fernweh

Rückkehr nach Mandalay von Juliet Hall

Ich liebe die Romane von Juliet Hall - der Name ist übrigens ein Pseudonym der englischen Autorin Rosanna Ley ist, welcher anscheinend aber nur im deutschsprachigen Raum verwendet wird. Ihre ersten Bücher sind in Italien angesiedelt, eins in Kuba und zwei in Asien, wie der vorliegende Roman, der hauptsächlich im faszinierenden Land Burma (Myanmar) spielt.

In "Rückkehr nach Mandalay" soll Eva anstelle ihrer Chefin nach Myanmar reisen und dort die Antiquitätengeschäfte überprüfen, die ihre Bristoler Firma mit einheimischen Unternehmen abschliesst. Evas Grossvater bittet sie eine kleine Statue, einen Chinthe, mitzunehmen, und sie einer bestimmtem Familie zurückzubringen. Der Chinthe birgt ein Geheimnis, und Grossvater Lawrance ebenso.

Lawrence und Mayas Geschichte wird in einem zweiten Erzählstrang erzählt und erklärt die wichtige Bedeutung des Chinthes. Es liest sich wie eine Reise in Burmas Vergangenheit, die kurz vor dem zweiten Weltkrieg beginnt.

Mit Eva erlebt der Leser das aktuelle Geschehen in Myanmar mit, macht Sightseeing mit Eva und Mayas Neffen Ramon und erhält Einblicke in die reiche burmesische Kultur und dem leider damit verbundenen Schmuggel einheimischer Kulturgüter. Eva weiss oft nicht, wem sie wirklich trauen kann und gibt sich in grosse Gefahr.

Es ist eigentlich eine sehr schön und liebevoll erzählte Geschichte. Doch zwischendurch passiert lange nicht viel, ein bisschen Geplänkel hier und da. Wahrscheinlich wollte die Autorin die Leser damit noch ein wenig auf die Folter spannen, aber es bewirkte bei mir das Gegenteil: es zog sich in die Länge und ich wartete sehnsüchtig auf das Finale.

Trotzdem überzeugte mich die facettenreiche und geheimnisvolle Familiengeschichte über Traditionen, Lebensentscheidungen und Schicksalsschlägen. Der wunderschöne Schauplatz im Land der Edelsteine und des Teak-Holzes ist Exotik pur.

Fazit: "Rückkehr nach Mandalay" ist trotz Langatmigkeit im zweiten Drittel spannend und lässt den Leser mit Fernweh zurück.
4 Punkte.

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Sorgt für Fernweh
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Aus dem Leben gegriffen

Spätsommerliebe von Petra Durst-Benning

Ganz so gemütlich ist es gerade nicht mehr im Geniesserdorf Maierhofen. Während die Besucher nach wie vor begeistert sind, schlägt der Alltag bei den bereits bekannten Paaren aus den ersten drei Bänden gnadenlos zu.

Bei Magdalena und Apostoles läuft es nicht rund. Es kommt soweit, dass Magdalena ihn aus der Wohnung schmeisst, was sie schon am nächsten Morgen bereut, aber den ersten Schritt tun? Fehlanzeige.

Auch Apostoles wagt es nicht, doch dann hat er eine Idee, wie er Magdalena zurück gewinnen könnte.

Vincent bekommt Post von seiner Ex-Freundin aus Kanada, ein gemeinsames Grundstück kann endlich verkauft werden. Doch dazu muss er nach Kanada fliegen um die Verträge zu unterschreiben. Greta ist eifersüchtig.

Michelle, eine neue Figur, nimmt sich eine Auszeit um einen Roman zu schreiben. So einfach wie sie denkt, ist das nicht. Michelle wohnt bei Christine, die ihre Zeit mit der Pension, der Betreuung einer älteren Nachbarin und Reinhard aufteilen muss und an den Anschlag kommt. Reinhards Hilfe will sie nicht annehmen.

Die Autorin wollte mit diesem vierten Band aufzeigen, dass das Leben auch nach einem Happyend weitergeht und es weit mehr Arbeit ist, dass die Liebe im Alltag überlebt. Leider scheitert es oft an Kleinigkeiten - aus Liebe wird schnell Kleinkrieg.

Mir kamen die Differenzen zwischen den Paaren zu rasch. Ich verstehe aber den Ansatz, diese zeitlich ziemlich unmittelbar nach dem dritten Band anzusetzen und mag auch die "Der-Alltag-holt-die-Liebe-ein"-Idee. Dennoch habe ich die Charaktere, nach allem was sie schon durchgemacht haben und wie sie in den ersten drei Büchern dargestellt wurden, anders eingeschätzt: bewusster, einsichtiger, nicht so stur - sodass es eben gar nicht so weit gekommen wäre oder zumindest noch nicht so schnell.

Abgesehen davon ist es Petra Durst-Benning gut gelungen, auf wenigen Seiten verschiedene Beziehungskiller anzusprechen. Toll ist, dass die Autorin es trotz den vielen Streitigkeiten schafft, eine heitere Atmosphäre zu bewahren.

Der Roman ist relativ kurz gehalten, dafür gibt es am Ende ganz viele Rezepte.

Fazit: Aus dem Leben gegriffen - ein netter und unterhaltender Abschluss der Maierhofen-Serie.
4 Punkte.

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Tolle Charaktere

Honigduft und Meeresbrise von Petra Durst-Benning

Als Honigliebhaberin war ich beim Lesen des Titels zunächst ein wenig skeptisch, doch als ich hörte, dass tatsächlich geimkert wird, musste ich das Buch lesen. Mit Bienen beginnt der gemütliche Roman auch gleich.

Schon mit den ersten Sätzen war ich mittendrin in der Geschichte, beobachtete wie Oma Johanna und Anna Honig ernten und war Zeuge, als Postbote Achim ihnen einen achtzig Jahre alten Brief überreicht, der Johannas Mutter Martha nie erreichte.

Sein Inhalt stellt die Familiengeschichte der beiden Frauen auf den Kopf. Die Nachforschungen über den Briefschreiber lenken Anna von ihren eigentlichen Problemen ab. Vor einem halben Jahr hat Anna ihre beste Freundin Mona verloren und fühlt sich schuldig, muss die Freundschaft zu ihr überdenken, die Beziehung mit Jens ist am Scheitern und dann steht auch noch Peggy, ihre Freundin vor Mona mit eigenem Kummer vor der Türe.

Herrlich leicht zu lesen ist "Honigduft und "Meeresbriste" mit dem flüssigen Schreibstil der Autorin. Es ist der erste Roman, den ich von Anne Barns (alias Andrea Russo) gelesen habe - und sicher nicht mein letzter!

Ihre Figuren geben viel her. Anna zum Beispiel, die ihre Liebe zur Malerei wieder entdeckt und Peggy, die trotz eigenem Kummer nicht nachtragend ist und generell dem Leben positiv entgegenblickt. Johanna mochte ich ebenso, wie auch die aufgestellten Damen in Arenshoop, die mich zum Schmunzeln brachten.

Mir gefiel zudem die unaufgeregte Verbindung der beiden Schauplätze in Lüdinghausen auf dem Land und Ahrenshoop an der Ostsee. Zu gerne wäre ich aber noch mit der Familie nach Jersey gereist, um Grace und ihre Bienen kennen zu lernen.

Es ist ein wunderbar behagliche Geschichte, die Anne Barns uns zum Lesen anbietet und die sich innert ein paar Stunden wie von alleine wegliest.

Am Ende warten einige Rezepte von Leckereien, die im Buch gegessen oder getrunken werden, aufs Nachmachen. Einen Honigschnaps werde ich mir diese Woche nach ansetzen!

Fazit: Ein herzerwärmender, wohliger Roman über Liebe und Freundschaft, den ich sehr gerne weiter empfehle.
5 Punkte.

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Tolle Charaktere