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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

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Urlaub! Oder doch nicht?

Tod in Porto von Mario Lima

Ich freute mich riesig auf den zweiten Band der Fonseca-Serie! Da der Autor den ersten Band "Barco Negro" noch selbst veröffentlicht hat, war ich gespannt, wie die Zusammenarbeit mit dem Heyne Verlag gefruchtet hat.

Fonseca und sein Team freuen sich auf den bevorstehenden Urlaub oder zumindest auf einige ruhige Sommertage.

Doch daraus wird nichts, denn mitten in der Nacht wird ein Mann erschossen. Keine Zeugen, kein Motiv. Rui Pinto hat den Toten aber schon öfters gesehen in seinem Quartier, zusammen mit zwei weiteren Männern und einer verschüchterten hübschen Halbjapanerin. Bald stellt sich heraus, dass diese Männer allesamt Brasilianer sind - doch wieso weilen sie in Porto?

Die Polizei merkt schnell, dass die Arbeitskollegen und Bekannten des Toten es allesamt mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Das Team ermittelt in verschiedene Richtungen und kommt dem Grund des Verbrechens immer näher.

Ein verzwickter Fall, bei dem jeder Ermittlungserfolg schnell wieder getrübt wird oder sich andere Möglichkeiten eröffnen. Die Zusammenarbeit zwischen Fonseca, Pinto, Ana und Dinis wird immer besser. Ana ist mittlerweile vollständig integriert und muss sich keine Sticheleien mehr anhören. Ein tolles Team, von dem ich gerne mehr lesen würde.

Doch so richtig packen konnte mich der Krimi nicht. Das Hauptthema "Brasilianische Unterwelt" hat mich dafür viel zu wenig interessiert. Der Krimi könnte damit fast überall auf der Welt spielen, jedenfalls in den Teilen, in denen Portugiesisch gesprochen wird. Ich fand es sehr schade, dass kein näherer lokaler Bezug zu Porto hergestellt wurde wie im ersten Band "Barco Negro" - der mit Fado und Abstechern in die portugiesischer Geschichte herausragend war.

Keine Frage, "Tod in Porto" ist spannend und ausgeklügelt, aber gefällt mit den Übeltätern aus mafiösen Strukturen wohl eher Krimilesern und weniger den Leserinnen.

Fazit: Ein komplexer Fall für ein tolles Ermittlungsteam, bei dem mir im Gegenteil zum ersten Band das Lokalkolorit fehlt.
3.5 Punkte.

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Urlaub! Oder doch nicht?
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Weniger wäre mehr

Wild at Heart - Willkommen im Hotel der Herzen von Mario Lima

"Wild at Heart - Willkommen im Hotel der Herzen" ist der erste Band einer zweiteiligen Serie. Wie der Titel schon sagt, dreht sich hier alles um ein kleines Boutique-Hotel in Port Magdalen, einer kleinen fiktiven Insel in Cornwall. Gretchen führt nach dem Tod ihres Mannes das Hotel zusammen mit ihrem Schwiegervater Theo, und hat eine sechszehnjährige Tochter, Nettie.

Zum Hotel gehört ein Kater namens Sir James, ein Esel und ein Frettchen.

Nicht alle Gäste sind begeistert von den Tieren. Besonders der amerikanische Autor Harvey Hamilton mag sie nicht. Aber er mag auch sonst nichts. Weder das hübsche Zimmer noch die grössere Suite, noch die Hotelbesitzer. Blöd gelaufen, denn Nettie und ihr Freund Damien, der jedes Jahr mit seinen Vätern im Hotel zu Gast ist, wollen Gretchen mit Harvey Hamilton verkuppeln. Doch nichts läuft wie sie geplant haben.

Wenn sie wüssten, dass Gretchen ihre Gedanken ganz woanders hat - wenn nicht beim Hotelalltag, der oft mit vielen Katastrophen abläuft, dann bei Nicholas. Doch niemand darf davon wissen, noch nicht. Auch Theo hat ein paar Geheimnisse. Im Schuppen tüftelt er an seinen Erfindungen herum, wenn er sich nicht gerade mit seinem alten Freund Bruno fetzt oder seinen Charme bei den Gästen ausspielt.

Ganz schön viel los im Hotel der Herzen. Nicht nur für Gretchen ist der Hotelbetrieb samt sämtlichen persönlichen Befindlichkeiten eine Herausforderung, auch für die Leser. Irgendwie ist einfach immer viel zu viel los, so dass es kein Platz hat für tiefere Emotionen.

Die Figuren bleiben alle oberflächlich, obwohl viel Potential da wäre. Gretchen wirkt immer gehetzt, zu ihr konnte ich gar keine Verbindung aufbauen. Nettie ist okay, aber auch sie hätte irgendwann merken können, dass ihre Kuppelei keine gute Idee ist. Bei Theo war ich mir nicht sicher, ob er langsam dement wird oder einfach ein wenig zerstreut ist - und woher kann er eigentlich Yoga? Die Hotelangestellten fand ich interessant, aber auch bei ihnen blieb vieles oberflächlich und nicht zu Ende erzählt.

Genau wie im Rest des Romanes, wo zwischendurch und auch am Ende einiges offen bleibt. Zum Beispiel glaubt Harvey jemanden von früher zu kennen (nachdem er sich nicht an seine Romaninhalte und erst auch nicht an einen früheren Aufenthalt hier erinnern konnte - ein komischer Kauz) und macht ein Drama draus, denn die besagte Person will davon nichts wissen. Ich denke, dass es sich dabei um eine Verwechslung handelt und hätte gerne beim Ende des ersten Bandes gewusst, was tatsächlich dahinter steckt.

Für Leser ist es unbefriedigend, wenn derart vieles offen bleibt. Man weiss nicht, ob alles offen gebliebene im zweiten Teil aufgelöst wird, oder die Dinge bewusst so stehen gelassen werden. Vielleicht wäre es besser, man läse die beiden Teile direkt nacheinander, damit man die ganze Geschichte auf einmal bekommt und eventuelle Figurentwicklungen nachvollziehen kann.

Autorin Anne Sanders, die sonst tolle Romane schreibt, konnte mich mit "Wild at Heart" deshalb nicht begeistern. Von einem "Hotel der Herzen" hätte ich mehr Storys wie die von Polly und Robert erwartet. Ihre Geschichte geht total zu Herzen und so hoffe ich nun, dass im zweiten Band mehr davon aufwarten und alles - für alle - ein gutes Ende nimmt.

Fazit: "Weniger wäre mehr" - weniger Figuren, mehr Emotionen und mehr abgeschlossene Gästegeschichten und ich wäre glücklicher mit der Lektüre.
3.5 Punkte.

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Weniger wäre mehr
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Tryggves Cold Case

Das vergessene Haus von Marianne Cedervall

Endlich wurde der dritte Teil der Anki Karlsson-Serie übersetzt! Das rote Haus auf dem Cover sieht gemütlich aus, und gerne würde man das als Ferienhaus nutzen. Doch nach dem Lesen des Krimis würde man sich wohl erst genauer über das Haus informieren, bevor man seine Ferien dort verbringt.

Denn in "Das vergessene Haus" geht es um eine ehemalige Ferienlager-Siedlung für Mütter und Kinder, in der es leider nicht so idyllisch wie auf dem Cover aussah.

Kerstin Weström kam vor Jahren mit ihrer kleinen Tochter Ninni nach Smissarve. Für Ninni waren es schöne Tage, die abrupt endeten, da ihre Mutter mit ihr unverzüglich nach Hause fuhr. Was war damals geschehen?

Kerstin leidet mittlerweile an Demenz, zuckt aber bei Fotos aus Smissarve zusammen. Journalistin Ninni will wissen, was damals passierte und plant eine Reportage über die "Stiftung Mütterhaus" zu schreiben. Kurz nachdem sie vor Ort zu recherchieren beginnt, wird sie bedroht. Einige Tage nachdem Ninnis zweiter Artikel in der Zeitung gedruckt wird, verschwindet sie urplötzlich.

Anki, die sich ebenfalls für die Geschichte von Smissarve interessiert, forscht nach Ninnis Verschwinden selbst nach und kann der Polizei einige Hinweise geben. Auch Tryggve hat ein grosses Interesse an der Story, denn er nahm damals eine Anzeige von Kerstin auf, doch der Fall blieb ungelöst.

Der Fall spielt sich in der kirchlichen Umgebung von Smissarve ab, ein wenig entfernt von Mullvald, dem Dorf, in dem Anki und Tryggve wohnen. Leider gab es kein Wiedersehen mit anderen Dorfbewohnern, was ich ein wenig bedauerte. Immerhin bekommt Anki Besuch von ihrer Enkelin Maja, die für einige Wochen bei ihr wohnt.

Das Thema ist (leider) immer wieder aktuell, eher bekannt aus dem irischen Raum und gibt dem Kriminalroman einen ernsten Touch. Einige Dinge waren mir zu wenig genau beschrieben, fast vernachlässigt worden - zum Beispiel als man nach Ninni suchte, hätte die Polizei ganz leicht herausfinden können, wann sie in Schweden eingereist ist.

Trotzdem konnte mich auch dieser Gotlandkrimi fesseln und ich hatte ihn in einem Tag ausgelesen.

Fazit: Solider und ruhiger Kriminalfall, in dem ein Cold Case nach Jahren endlich gelöst wird.
4 Punkte.

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Tryggves Cold Case
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NYC, die Hamptons und kulinarische Köstlichkeiten

Die kleine Bäckerei in Brooklyn von Julie Caplin

Foodjournalistin Sophie kennen die Leser des kleinen Café in Kopenhagen bereits. Im ersten Band der Serie war Sophie aber noch eine Foodbloggerin. Sie arbeitet bei einem Magazin und bekommt die Möglichkeit für ein halbes Jahr im Rahmen eines Jobtausches nach New York zu gehen, sagt aber erst mal ab.

Doch die Leser des ersten Bandes wissen auch, dass etwas nicht wirklich koscher ist in der Beziehung von Sophie und James. Auf den ersten Seiten von "Die kleine Bäckerei in Brooklyn" erfahren wir nun endlich den Grund für das komische Gefühl, das wir alle hatten, es hat uns nicht getäuscht. Sophie trennt sich sofort von James und fliegt kurzentschlossen nach New York.

Hier erwartet sie ein hübsches, aber leeres Appartement und die herzliche Vermieterin Bella, die unten im Haus ihr kleines Café führt. Bellas Cousin Todd arbeitet für dieselbe Zeitschrift wie Sophie und hat ihr die Wohnung verschafft.

Todd ist ein Traum von Mann und Gerüchten zufolge ein Womanizer. Sophie mag ihn gut, er hilft ihr wo er nur kann und möchte ihr auch die Stadt zeigen. Doch Sophie geht auf Abstand, was ihr je länger je schwerer fällt. Gut, wird sie von Paul, einem anderen Arbeitskollegen, umschwärmt und eingeladen. Doch es ist einfach nicht dasselbe, wie wenn Sophie mit Todd zusammen Zeit verbringt.

Bella hingegen hat ein Auge auf Wes geworfen, doch der will scheinbar nichts von ihr wissen. Bellas Backkünste sind gefragt, sie hat viel zu tun, aber zu wenig Zeit - Sophie hilft ihr, zusammen sind sie ein tolles Team, die Arbeit macht beiden Spass. Die sechs Monate vergehen wie im Flug, doch ans Heimkehren möchte Sophie lange noch nicht denken.

Es braucht ein wenig bis die schön erzählte Geschichte Fahrt aufnimmt, doch dann kann man sich in ihr versinken und mit Sophie und ihren Freunden New York, die Hamptons und kulinarische Köstlichkeiten entdecken und dabei Spass haben.

Sophie und Todd sind gelungene Charaktere, beide haben ähnliche Familienhintergründe und sind doch sehr unterschiedlich aufgewachsen. Sophie glaubt an die wahre Liebe, auch noch nach der Enttäuschung mit James. Todd hingegen gibt sich ganz anders als er ist, und will von einer echten Beziehung nichts wissen, zu unglaubhaft wird es ihm zuhause vorgelebt. Sophie findet in den sechs Monaten zu sich und zurück ins eigene Leben, wird mutig und steht für ihre Überzeugung ein.

Das Thema Essen und Backen wird gross geschrieben, ist aber immer nur Nebensache in der Geschichte. Okay, ich bin aber auch kein Fan von Cupcakes und Torten und deshalb immun - ich schau mir die schön und aufwendig verzierten Backwaren lieber an, als dass ich sie esse. Von daher haben mir Bellas und Sophies Backkünste nicht den Mund wässrig gemacht.

Fazit: Eine nette Geschichte, nicht ganz so fetzig wie die Kopenhagen-Story, aber auf jeden Fall eine entspannende Sommerlektüre.
4 Punkte.

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NYC, die Hamptons und kulinarische Köstlichkeiten
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Spannend wie immer

Provenzalischer Rosenkrieg von Julie Caplin

Bereits als ich den Titel in der Vorschau fand, war ich verliebt in das tolle Cover. Nur der Titel schien auf den ersten Blick nicht zum "rosigen" Titel zu passen.

Auf den zweiten Blick passt der Blick aufs Meer aber sehr gut. Denn es stellt sich bald schon heraus, dass der Unfalltod von Parfümeur Lucien Aubert wohl kein Unfall war.

Kurz darauf wird der bekannte Parfümeur Hervé Bousquet ermordet. Seine Nachbarin Anouk Debris steht schnell unter Verdacht - nicht nur für Hervés, sondern auch fürs Luciens Tod Schuld zu sein. Sie hat in beiden Fälllen kein Alibi, obwohl sie vom Tode Hervés erst im Haus von Charlotte und Pierre unterrichtet wurde.

Pierre Durand soll ihr helfen und will sich einige freie Tage nehmen. Doch der neue Bürgermeister stellt sich quer. Mit Hilfe von Pierres Assistent Luc und der neuen Sekretärin Penelope kann er sich dann aber doch um Anouks Fall kümmern. Beide halten die Stellung und helfen ihm mit Recherche-Arbeiten.

Es ist ein undurchsichtiger Fall. Pierre weiss nicht, wem er trauen kann und wem nicht, denn viele haben ein Interesse an Hervés Vermächtnis. Bis am Ende ist nicht klar, wer der Täter ist. Ich wusste zwar bald, wer es sein könnte, aber trotzdem war alles offen, was mich manchmal an meiner Vermutung zweifeln liess - es blieb spannend bis zum Schluss.

In "Provenzalischer Rosenkrieg" taucht der Leser ein in die Welt der Parfümherstellung, ist beim Rosen pflücken mit dabei und lernt in Cléments Lefevres Fabrik einiges über die Vor- und Nachteile der synthetischen Düfte.

Mir machte es Spass mit Pierre durch Grasse zu streifen und einen Abstecher ans Meer zu machen und weit weg von Sainte-Valérie zu sein, denn der neue Bürgermeister Maurice Marechal ist noch unsympathischer als Arnaud Rozier. Doch Marechal hat auch Dreck am Stecken - ich nehme an, im nächsten Band erfahren wir mehr über ihn.

Fazit: Interessanter Hintergrund, viel Provence-Atmosphäre und spannend wie immer.
4 Punkte.

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Spannend wie immer
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Uferlose Ausschweifungen

Die Glocke von Whitechapel von Ben Aaronovitch

Es gibt Serien, die sind vom ersten bis zum letzten Teil durchwegs spannend. Dann gibt es solche, die man spätestens nach dem dritten Teil nicht mehr weiterliest oder andere die gut beginnen, aber nach dem fünften Band immer schlechter werden.

Die Peter-Grant-Serie gehört in eine andere Kategorie.

Da gibt es Bände, die super sind, und solche, die sterbenslangweilig sind. Nach der tollen Kurzgeschichte "Geister auf der Metropolitan Line" freute ich mich auf "Die Glocke von Whitechapel", doch leider erwies sich dieser Band als der langweiligste von allen sieben Bänden.

Das Folly sucht nach Martin Chorley und nach Lesley. Bald schon merken Peter Grant, Sarah Guleed und Nightingale, dass Chorley etwas im Schilde führt. Etwas, was vielleicht mit der Artus-Sage zu tun hat oder mit den Römern - dies herauszufinden ist Peters Aufgabe. Daneben wird Chorley gesucht und gejagt, doch jedesmal erwischt er der Polizei.

Die Handlung wird immer wieder durch uferlose Ausschweifungen und Wiederholungen unterbrochen. Peter - der übrigens zum Constable Inspector befördert wurde - spult beständig römische Geschichte und anderes Historisches runter, dies so, dass selbst mir, die Geschichte mag, langweilig wird dabei. Auch verliert er sich öfters seitenweise in Erinnerungen, nur um auf etwas zu kommen, das man auch in einem Satz erzählen könnte und ausserdem nichts zu der aktuellen Szene beiträgt. Wenn diese Dinge wenigstens etwas mit der Situation zu tun hätten, okay, aber das hatten sie nur sehr selten.

"Die Glocke von Whitechapel" war so ermüdend zu lesen, langatmig sondergleichen, so dass ich anstatt in ein bis zwei Tagen wie sonst, tagelang an diesem Band festhing und nicht vorwärts kam. Da war sogar die Navi CSI Folge im TV, die ich bereits dreimal sah, noch spannender.

Der Fall selbst überzeugte mich auch nicht, ebensowenig wie der Schluss - Spoiler: ich frage mich noch immer, was mit der Glück passierte. Ohne die ewigen Erklärungen und nur auf den tatsächlichen Fall bezogen wäre das Buch locker mit 200 Seiten oder weniger durchgekommen.

Deshalb freue ich mich auf die Kurzgeschichte "Der Oktoberman", die im September erscheint, da muss sich Ben Aaronovitch wieder aufs Wichtige konzentrieren - es könnte also wieder ein Highlight werden.

Trotz der Enttäuschung über diesen Band gibt es doch noch Positives zu berichten: zum einen wird die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Polizeiabteilungen immer besser, die Vorurteile gegen das Folly schwinden langsam. Zum anderen gefiel mir die Geschichte um Fingerhut sehr gut. Die Szenen, in denen Peter Fingerhut kennen lernte, waren weitaus die spannendsten im ganzen Buch.

Fazit: Nichtsdestotrotz ist der Band mit dem schönsten Cover, "Die Glocke von Whitechapel", leider der langweiligste Teil bisher.
2 Punkte.

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Uferlose Ausschweifungen
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Bezaubernd und romantisch

Die kleine Parfümerie der Liebe von Raisin Rebecca

Naivität und amerikanische Oberflächlichkeit - das waren meine Hauptkritikpunkte an den ersten zwei Bänden der "Paris in Love"-Serie. Deshalb war ich sehr gespannt auf den nun vorliegenden dritten Teil, in dem auch wieder eine Amerikanerin Paris erobern soll.

Es ist die knapp 30jährige Del, die für einen Parfüm-Wettbewerb nach Paris kommt.

Sie wurde zusammen mit fünf anderen Teilnehmern ausgewählt und darf sich in der traditionsreichen Parfümerie Leclère den Aufgaben stellen.

Del wurde von ihrer Grossmutter in die Welt des Duftes eingeweiht. Doch seit dem Tod von Nan will ihr nichts mehr recht gelingen. Auch ihr Traum, in New York eine Parfümerie zu eröffnen, mit ihrer Zwillingsschwester Jen an ihrer Seite, klappte nicht. Wenn sie diesen Wettbewerb gewinnen würde, hätte sie neues Kapital um sich diesen Traum zu erfüllen.

Von Tag zu Tag ist Del immer mehr von Paris begeistert. Sie erlaubt sich sogar den Gedanken, wie es wäre hier zu leben, vielleicht sogar an der Seite von Sébastien, den jungen Chef der Parfümerie. Während sie sich Tagträumen hingibt, aber immer wieder von ihrer Vernunft besiegt wird, konkurrenzieren sich einige ihrer Kollegen. Del ist vorsichtig, denn auch sie könnte Opfer von Ablenkungsversuchen werden. Dabei hätten sie doch alle Freunde sein können. Immerhin mit zwei anderen aus der Teilnehmergruppe freundet sie sich an - als Leser mag man alle drei und drückt ihnen allen den Daumen.

Die Autorin hat hier nicht nur die Atmosphäre in Paris richtig gut eingefangen, sondern auch die Protagonistin lebensecht charakterisiert. Man spaziert mit Del durch die Strassen und hofft, dass sie sich total fallen lassen und ihre Lebenspläne über den Haufen werfen kann.

Viele der anderen Figuren sind ebenso toll, zum Beispiel Lex, Aurélie und Lila. Man spürt ihre Sehnsucht, ihre Trauer und ihre Träume. Auch jene von Sébastien, der erst vor einem Jahr seinen Vater verloren hat und sich in der Rolle als Firmenchef erst finden muss.

Endlich hat sich Rebecca Raisin von der Oberflächlichkeit verabschiedet und tischt uns glaubwürdige Figuren auf. Zudem nimmt die Autorin uns mit in die Welt des Parfüms, und beschreibt alles so klar und schön, dass man sich die beschriebenen Düfte gut vorstellen kann. Es ist definitiv der schönste und beste Band der dreiteiligen Serie.

Leser der vorherigen Bänden werden sich an den kurzen Wiedersehen mit Océane und Anouk erfreuen. "Die kleine Parfümerie der Liebe" kann jedoch sehr gut ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Fazit: Bezaubernd und romantisch - wie ein Spaziergang durch Paris, bei dem man die Zeit vergisst.
5 Punkte.

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Bezaubernd und romantisch
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Pierre geht wandern

Provenzalische Schuld von Sophie Bonnet

Nicht nur Pierre Durand, auch wir Leser mögen den Bürgermeister Arnaud Rozier nicht wirklich. Es wundert also niemand, wieso seine Frau plötzlich verschwindet. Will sie sich vom Bürgermeister trennen, ist sie abgehauen oder ist ihr etwas passiert?

Zuerst nimmt man Nanettes Verschwinden nicht so ernst, aber als bekannt wird, dass in der Nähe zwei Frauen ermordet wurden, sind alle besorgt.

Da Charlotte kurzfristig mit einem Catering beschäftigt ist, cancelt Pierre den Urlaub mit ihr und macht sich auf die Suche nach der Vermissten.

Dieser fünfte Fall ist äusserst spannend und führt Pierre auf so manche Wanderung und bringt ihn in Lebensgefahr. Der Leser erfährt sehr viel über Pierres Vergangenheit, führt ihn aber auch in andere Dörfer, zu anderen Polizeistationen und oft muss er entscheiden, wem er trauen kann.

Regional werden die diversen Probleme der Bauern angesprochen, sei es industrieller Art oder zum Beispiel betreffend der Auswilderung von Wölfen, die oft Herdetiere reissen. Dazu eine Regierung, die die Bauern anscheinend zu wenig unterstützt und damit einhergehend viele Existenzen auf dem Spiel stehen.

Fazit: Überraschend, pausibel und fesselnd erzählter fünfter Fall für Pierre Durand, der uns in das provenzalische Gebirge mitnimmt.
5 Punkte.

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Zwischen Kultur, Politik und Pastis

Provenzalisches Feuer von Sophie Bonnet

Dieser vierte Fall für Pierre Durand taucht tief ein in die Geschichte der Provence. Ein provenzalisches Feuer wütet, still und leise in den Köpfen einiger Okzitanien-Fans. Doch geht es hier tatsächlich darum, dass einige Menschen sich eine eigenständige Kultur wünschen oder um etwas ganz anderes?

Vielleicht hätte Journalist Maxim Sachet mehr gewusst, doch beim jährlichen Saint-Jean-Fest wird Maxim ermordet und da stellt sich natürlich die Frage, an welcher Geschichte er dran war.

Hat sein Tod etwas mit der okzitanischen Musikszene zu tun oder dem angeblichen Selbstmord eines Schriftstellers vor über vier Jahren?

Dieser wollte Bücher über das Leben in Sainte-Valérie schreiben. Für die einen hätte das mehr Tourismus und mehr Geld bedeutet, für die anderen mehr Tourismus und das Verlieren des dörflichen Lebens. Die meisten wollten nicht, dass über sie geschrieben wird und vielleicht sogar ihre Geheimnisse öffentlich werden. Die Dorfbewohner schweigen, auch der alte Polizist, dessen Stelle Pierre Durand übernahm.

Es ist ein verzwickter Fall für Pierre Durand und seine Kollegen. Zwischen Kultur, Politik und Pastis geht er gründlich jeder Spur nach, muss sich sogar von Madame Duprais chauffieren lassen, aber am Ende löst er das fast perfekte Verbrechen.

Fazit: Spannender vierter Fall für Pierre Durand, bei dem man einiges über die okzitanische Kultur erfährt.
5 Punkte.

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Nur zu 1/4 im Musée d'Orsay

Die Frau im Musée d'Orsay von Sophie Bonnet

Ich liebe das Musée d'Orsay, besonders wegen den Bildern der Impressionisten. Auch mag ich Bücher mit speziellen Charakteren. Laut Klappentext erwartet mich im neuen Roman von David Foenkinos so eine interessante Figur.

Interessant war dann leider bloss das erste Viertel, in dem wir Antoine Duris im Musée d'Orsay begegnen.

Im zweiten Viertel erfährt man Antoines Geschichte, bis zu dem Punkt, als Camille in seinem Kurs auftaucht. Ihre Story, die zwar erschütternd ist, aber trotzdem nicht berührt, erfahren wir in den nächsten 40% und die restlichen 10% blieben dann noch für den Abschluss der Geschichte mit Antoine.

Leider habe ich mich vom Cover, vom Titel und vom Klappentext in die Irre führen lassen. Es ist so gar keine schöne französische Geschichte, wie man sie zum Beispiel von Jean-Paul Didierlaurent geboten bekommt. Mir fehlten Emotionen, Charme, ebenso die Glaubwürdigkeit betreffend Camilles Leben.

Auch sprachlich kann "Die Frau im Musée d'Orsay" überhaupt nicht mithalten. Im noch interessanten ersten Teil beginnt gefühlt jeder zweite Satz mit "Er ...", später werden die Satzanfänge zwar abwechslungsreicher, aber der Schreibstil und der Inhalt sind eintönig.

Dazu fragte ich mich, warum der Autor einen Vornamen bei einem Roman, bei der gerade mal eine Handvoll Figuren wichtig sind und eine weitere Handvoll daneben mal kurz auftauchen, doppelt vergeben muss. Auch wenn der zweite Name nicht wichtig für den Verlauf ist und quasi nur aufgezählt wurde, gibt es dennoch mehr als nur zehn französische Frauen-Vornamen.

Überzeugt hat mich einzig der erste Teil, der im Musée d'Orsay spielt. Die Geschichte geht danach aber in eine ganz andere Richtung, weder Manet, Monet noch Modigliani spielen noch eine Rolle.

Obwohl seit längerem zwei andere Titel vom Autor auf meiner Merkliste stehen, wird dies mein erster und letzter Foenkinos-Roman bleiben. "Die Frau im Musée d'Orsay" verspricht mehr, als man schlussendlich zu lesen bekommt. Zukünftig bleibe ich bei französischen Autoren, dir mir den versprochenen französischen Charme auch wirklich bieten.

Fazit: Banale Geschichte, die leider nur zu einem Viertel im Musée d'Orsay spielt.
2 Punkte.

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Nur zu 1/4 im Musée d'Orsay