Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Für Kinder witzig, aber mich hat es nicht überzeugt
Der kleine Ritter Kackebart von David Safier
Die Namen der beteiligten Personen sind wirklich witzig, hier wird mein infantiler Humor angesprochen.
Der junge Kackebart, der König Pipifax, das Einhorn Windelpups und der fürchterliche Drache Stinkerülps, hihi.
Aber dass die Familie Kackebart halt wirlich genau diese im Bart hat, das fand ich doch eklig.
Das Buch soll zeigen, dass es ganz und gar nicht schlimm ist, anders zu sein, ganz im Gegenteil.
Aber die Art, wie das hier umgesetzt wurde, naja.
Vielleicht ist es aber auch gerade sehr geschickt, dass die Kackebarts so dermaßen anders sind, weil man da eben mit seinen eigenen Vorbehalten konfrontiert wird.
Aber wie auch immer - auch die Handlung an sich fand ich etwas dürftig.
Es ist aber auch ein Bilderbuch ab drei Jahren, da darf sie natürlich auch nicht sehr komplex sein.
Trotzdem: mir haben zwar die lustigen Namen gut gefallen, ansonsten war ich aber nicht begeistert. Kleine Kinder sehen das aber vielleicht ganz anders.
Sehr abgefahren: abenteuerliches Alien-Abenteuer
Crater Lake: Schlaf NIEMALS ein (Crater Lake 1) von Jennifer Killick
Das Buch war ganz anders als ich es erwartet habe.
Ich dachte, Schulausflug, Abenteuer und irgendwas Mystisches, ja, klingt gut.
Aber bekommen habe ich Schulausflug, Abenteuer und völlig abgefahrene Story mit einer guten Portion Gruselfaktor und einer mindestens ebenso großen Portion Witz.
Anfangs habe ich mich noch etwas schwer getan, weil ich nicht genau wusste, wie ich das Buch einordnen sollte.
Doch irgendwann habe ich nicht mehr versucht, eine gedankliche Schublade zu finden, sondern habe einfach gelesen.
So ein schräges Buch für Kinder habe ich schon lange nicht mehr gehabt, ich fand es köstlich. Es hatte genau das gewisse Etwas, Zusammenhalt und Freundschaft, eine überhaupt nicht vorhersehbare Handlung (deshalb gehe ich hier auch nicht genauer darauf ein, man muss sie auf sich zukommen lassen), die richtige Dosis Durchgeknalltheit und schön ausgearbeitete Charaktere.
Man muss aber schräge Handlungen mögen und sich auf etwas Realitätsferne einlassen können. Dann aber ist das Buch einfach nur köstlich.
Jetzt kommt das aber: wir haben das Buch nacheinander gelesen, erst die Tochter, dann ich. Und die Dreizehnjährige konnte meine Euphorie nicht teilen, ihr war es definitiv too much. Sie fand es "seltsam".
Deshalb vier Sterne, fünf von mir, drei vom Tochterkind - macht einen Vier-Sterne-Durchschnitt.
Für Erwachsene anfangs amüsant, für Kinder zäh
Grüner wird's nicht von William Sutcliffe
Wir haben das Buch nacheinander gelesen, zuerst ich, dann die dreizehnjährige Tochter. Beim Austausch darüber konnte man anfangs meinen, wir hätten unterschiedliche Bücher gelesen.
Das Thema hat uns beide ja sofort angesprochen - ab dann gingen die Meinungen auseinander.
Ich fand das Spiel mit den Klischees zu Beginn witzig.
Die typischen Aussteigertypen, die im Protestcamp gegenüber wohnen. Dann der Vater, der sich in einer Sinnkrise befindet und Sky, die mich voll an das Kind aus einer Bausparwerbung erinnert und gerne spießig leben würde.
Aber was ich aus der Erwachsenensicht amüsant fand, kam beim Kind gar nicht gut an.
Die Geschichte ist langweilig, so das Kinder-Fazit. Die Charaktere mit Ausnahme von Sky und Luke sind völlig aus der Lebenswelt der heutigen Teenies. Für das Kind war nur die Themenwahl an sich gut, ansonsten ist das Buch durchgefallen.
Mir ging es beim Lesefortschritt zunehmend auch so - so richtig gefesselt hat es mich nicht mehr.
Und die jetzige Klimaprotestbewegung ist mit jugendlichen Aktivisten auch ganz anders gestrickt. Das war dann auch mir zu stereotyp dargestellt im Buch.
Leider nicht so ganz unser Buch.
magisch schön
Luna und Sunny von Corinna Wieja
Luna darf zum Austausch nach England fahren. Zum Glück ist ihr bester Freund Liem mit dabei. Denn nicht nur, dass ihr Koffer verlorengeht und Liem ihr zumindest ein T-Shirt leihen kann - nein, auch so ist es gut, dass er nicht weit entfernt wohnt.
Denn Sunny, das Mädchen bei dem Luna wohnt, ist nicht sehr freundlich zu ihr.
Dann geschehen aber auf einmal merkwürdige Dinge!
Die Kombination aus Alltagsgeschehnissen (Koffer weg, die lustigen T-Shirts von Liem) und Magie ist schön. Dadurch wirkt es so real.
Überhaupt mag ich das die vier Kinder, um die es im Buch geht.
Mein absoluter Favorit ist aber Flum, ein magisches Tier!
Schön auch die Mischung zwischen lustigen Szenen (ich sage nur Sauerkrautbonbons) und Spannung. Das Böse lauert, aber es bleibt immer altersangepasst und ängstigt nicht.
Es wird nicht alles aufgelöst in diesem Band, da es schon bald einen Folgeband gibt. Aber mit dem Ende bin ich zufrieden - es ist kein übler Cliffhanger und macht trotzdem neugierig auf den zweiten Band.
Ich freue mich schon darauf!
Braucht lange, um Fahrt aufzunehmen
Silver & Poison, Band 1 - Das Elixier der Lügen von Anne Lück
Ich gestehe - ich bin Coverkäuferin.
Die Wahl zum schönsten Cover 2023 samt dem allerschönstem farbigen Motivbuchschnitt ist für mich schon so gut wie gelaufen, dabei haben wir gerade mal Februar.
Aber man soll sich nicht nur von Äußerlichkeiten leiten lassen.
Die Story fand ich leider nicht ganz so sensationell.
Die Grundidee gefällt mir gut, die Mischung aus Fantasy mit Magie, Lovestory und Krimielemente ist an sich super. Auch der Schauplatz New York passt gut.
Aber die Umsetzung war so schleppend. Es plätscherte vor sich hin und wirklich nah waren mir die Charaktere auch nicht.
Das hat sich gegen Ende des Buches dann schlagartig geändert. Auf einmal kam richtig Dynamik in das Geschehen, Avery war nicht mehr eine beliebige Buchfigur und dann...ein megafieser Cliffhanger!
Die letzten paar Kapitel haben bei mir das Ruder tatsächlich noch einmal herumgerissen, da hatte mich die Autorin plötzlich und jetzt will ich auch Teil 2 lesen.
Angesichts des für mich schleppenden Starts werden es nun im Durchschnitt solide drei Sterne - mit Potential nach oben bei Band 2.
Ideal zur Einstimmung auf die Leipziger Buchmesse
Die Bücher, der Junge und die Nacht von Kai Meyer
Das Buch ist spannend wie ein Krimi, es hat mich gefesselt und ich konnte völlig eintauchen in eine Zeitreise zwischen 1933 und jetzt.
Es beginnt 1933 in Leipzig. Jakob Steinfeld, ein meisterhafter Buchbinder, verliebt sich in Juli, Tochter aus reichem Haus. Unglücklicherweise liegt Jakob mit ihrem Vater im Streit.
Die Handlung springt dann in die Gegenwart zu Jakobs Sohn Robert, den man aber auch als kleinen Jungen kennenlernt.
Die ständigen Zeitsprünge schaden dem Lesefluss jedoch überhaupt nicht, ganz im Gegenteil, sie halten den Spannungsbogen hoch. Sie verwirren auch nicht, manchmal tue ich mich mit solchen Sprüngen schwer, hier war das gar kein Problem.
Ich fahre gerne zur Buchmesse nach Leipzig, habe mir aber bislang noch nie Gedanken gemacht, warum gerade Leipzig so eine grandiose Messe hat. Jetzt weiß ich es. Man erfährt viel über die alte Bücherstadt Leipzig und das sog. Graphische Viertel, das im Krieg völlig zerstört wurde.
Die Handlung ist oft sehr beklemmend, man verfolgt die Machtergreifung der Nazis und später wird auch kurz ein Besuch in der damaligen DDR skizziert.
Dabei ging mir das Erlebte der Charaktere sehr nahe, der Autor hat viel Nähe zu seinen Figuren aufbauen können.
Ich habe viel Neues erfahren. Okkultismus nimmt im Buch einiges an Raum ein - die Verbindung der Nazis dazu war mir neu.
Im Rückblick waren mir Teile der Handlung zwar etwas weit hergeholt, aber wer weiß, möglich ist alles.
Insgesamt ein Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde.
Informativ, eine historische Zeitreise und dabei unglaublich fesselnd.
Mit großer Sympathie für die Hautcharaktere und nur schwer aushaltbarer Schilderung der Gräuel. Dazu ganz viel Bücherliebe und Buchfanatismus.
Sehr empfehlenswert!
Starker Anfang, dann aber zieht es sich
Du bist mein Lieblingsgefühl von Kyra Groh
Das Cover hat mich hier überhaupt nicht angesprochen, weder die Farben noch das Motiv.
Aber ich habe die Leseprobe gelesen und danach stand fest: das Buch muss ich lesen.
Turbulent, witzig und kurzweilig war sie und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Genauso gut ging es weiter, ich flog nur so durch die Seiten.
Max und Nela verlieben sich auf den ersten Blick, dumm nur, dass es in einem Brautladen stattfindet und beide davon ausgehen, dass der jeweils andere bald heiratet.
Es wird abwechselnd aus Max und Nelas Sicht erzählt, das ist erfrischend und lässt die jeweilige Sicht noch besser nachvollziehen.
Ich mochte beide Charaktere sehr - aber auch den Freundeskreis der Zwei.
Dazu ein schöner Humor, ich musste oft grinsen.
Tiefe Gefühle gibt es auch, aber jetzt kommt das aber:
Leider passierte irgendwann so gar nichts mehr. Es zog sich und zog sich, die Zwei eierten umeinander herum und ich wurde immer ungeduldiger. Das Buch war dann schon fast ausgelesen, bis es - endlich - voran ging. Uff!
Deshalb leider - es tut mir schon ein bisschen weh - nicht mehr als drei Sterne. Trotz erfrischendem Schreibstil, der Handlungsfortgang war mir zu schleppend und zu wiederholend.
Zum Heulen schön
The Man I Never Met - Kann man lieben, ohne sich zu kennen? von Elle Cook
Wie die Überschrift verrät, musste ich hier nicht nur eine Träne verdrücken...
Es geht um Hannah und Davey, die sich zufällig am Telefon kennenlernen, weil Davey sich verwählt hat. Sie bleiben in Kontakt und obwohl sie auf unterschiedlichen Kontinenten leben, sind sie sich sehr nah.
Und bald ist ein Umzug von Davey geplant.
..
Ich hatte mir eine schöne Love-Story erwartet, doch das Buch hat einen unerwartet ernsten Unterton. Eigentlich ist das schon zu viel geschrieben, denn die unerwartete Wendung hat vermutlich auch dazu beigetragen, dass mir das Buch so gefallen hat. Tiefer in die Handlung kann ich hier nicht einsteigen, ohne zu spoilern.
Ich fand das Buch zum Heulen schön.
Dabei war es nicht nur die Liebesgeschichte, die mir so gefallen hat, sondern auch das Drumherum. Hannahs Freundeskreis und ihre Nachbarin, ihr Fitnesstrainer - alle Charaktere waren fein ausgearbeitet und haben einen großen Teil am Gesamtwerk.
Dazu dann noch persönliche Worte der Autorin zum Abschluss, die das Ganze gut abgerundet haben.
Für alle Fans von Liebesgeschichten, die auch ernster werden dürfen eine Empfehlung.
Und: Taschentücher bereithalten!
Gar nicht so lustig
Bissle Spätzle, Habibi? von Abla Alaoui
Bei dem Titel ist mir sofort "Maria, ihm schmeckt´s nicht" in den Sinn gekommen.
Und ich habe auch hier ein lustiges, harmloses Buch über Essen, unterschiedliche kulturelle Einstellungen, gepaart mit Klischees und eine schöne Love-Story erwartet.
Oder wie es das Buch sagt: "Hast du Lust auf eine zauberhafte Liebesgeschichte mit sprühendem Humor und feinfühligem Zeitgeist?"
Hm.
Das trifft für mich das Buch nicht.
Für mich war es mehr ein Einblick in die Zerrissenheit von Kindern und jungen Menschen, die den Erwartungen von Eltern und familiärem Umfeld gerecht werden wollen, aber dennoch für sich einen anderen, modifizierten Lebensentwurf haben.
Amaya ist ein junge Frau, die es allen recht machen will. Als Muslimin in einen Atheisten verliebt, noch dazu einen Schwaben und ständig der Druck der Eltern, doch einen passenden Schwiegersohn zu präsentieren. Schließlich ist inzwischen sogar schon die jüngere Schwester verheiratet! Und im Laufe des Buches reitet sie sich immer weiter in eine Lügengeschichte, die nicht gut gehen kann...
Ab und an gab es witzige Stellen, aber im Grunde fand ich den Grundklang des Buches eher ernst.
Ausführlich wurde auch die Kindheit Amayas beschrieben, die auch von Ausgrenzung geprägt war.
Bei der Love-Story fand ich die Geduld und das Verständnis ihres Freundes irgendwann unglaubwürdig - aber gut, es soll ja ein Liebes-Roman sein.
Gut hat mir gefallen, dass ich mich schon in Amaya hineinversetzten konnte. Auch wenn klar war, dass ihre Aktionen keine gute Ideen waren, so habe ich schon nachvollziehen können, warum sie so handelt. Es war für mich nicht komplett realitätsfern, ich kann aber überhaupt nicht beurteilen, wie es sich tatsächlich anfühlt, mit so vielen Erwartungen aufwachsen und leben zu müssen.
Ach ja - was mir an dem Buch auch gut gefallen hat: dass es noch einen Charakter gab, der sich ebenfalls verleugnet hat, um elterlichen Erwartungen gerecht zu werden - aus ganz anderen Gründen. Das hat die Thematik geöffnet und nicht reduziert auf Zuwanderungsgeschichte.
Insgesamt fand ich die Charaktere schön ausformuliert, besonders gut haben mir Amayas Geschwister und ihre beste Freundin gefallen.
Ein Fazit fällt mir relativ schwer, weil ich mit ganz anderen Erwartungen an das Buch herangegangen bin. 3,5 Sterne, gerundet auf 4.
Beschwerte Liebe über Vierzig
Die Liebe an miesen Tagen von Ewald Arenz
Ein Buch über die große Liebe jenseits der Teenie-Zeit.
Clara und Elias, sie ein wenig älter als er und beide Ü40, verlieben sich ineinander.
Doch im Gegensatz zur Jugend ist die Liebe nicht unbeschwert und unbelastet, beide Personen haben ihre Geschichte und stecken in einem Leben, das eben keine völlige Konzentration auf die junge Liebe zulässt.
Elias hat eine Tochter und Clara ist arbeitslos und hat eine demente Mutter.
Dementsprechend realistisch geht es zu - und dementsprechend mies bzw. beschwerlich verlaufen auch manche Verabredungen, zumindest im ersten Moment. Auch die Charaktere können trotz rosaroter Schmetterlinge die Realität nicht ausblenden und agieren nicht durch die rosarote Brille. Ganz im Gegenteil.
Genau das mochte ich am Buch sehr. Die Komplexität einer späteren Liebe.
Noch mehr aber die Schilderungen, die mich tief eintauchen ließen in das Buch. Meine Lieblingsszene waren ein nächtlicher Spaziergang durch die Stadt, eine durchgemachte Nacht, als die Beiden sich gerade frisch kennengelernt haben und noch kein Paar waren. Die Gefühle und die erwartungsvolle Stimmung, das Knistern und die Neugier aufeinander - das war so real und katapultierte bestimmt nicht nur mich in schöne Erinnerungen zurück.
Den Einstieg ins Buch fand ich sperrig, ich habe etwas Zeit gebraucht, bis ich mich orientieren konnte, konnte anfangs die Charaktere und Geschehnisse nicht zuordnen.
Die Sprache war mir streckenweise dann doch etwas zu poetisch, zu umschreibend und eine Entwicklung in der Handlung viel zu dramatisch.
Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist "Alte Sorten" und das mag auch ein kleiner Fluch für den Autor sein, da ich automatisch vergleiche. Relativ gesehen kommt es für mich nicht an "Alte Sorten" heran, absolut betrachtet ist es für mich aber trotzdem ein fünf Sterne Buch.
Warum? Die Kennenlernphase war grandios, ebenso die Weiterentwicklung der Liebesgeschichte mit den Widrigkeiten einer nicht völlig unbeschwerten Liebe.
Die Kunst, dass man sich fühlt, als wäre man nicht nur Beobachter, sondern kennt die Charaktere wirklich, das macht es für mich aus.











