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Rezensionen von rewareni:

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Heimat

Jahresringe von Andreas Wagner

Ganz alleine flüchtet die 13 jährige Leonore aus Ostpreußen, als sie in einem kleinen Dorf beim kriegsversehrten Bäcker Hannes und seiner alten Mutter ein neues zu Hause findet. Selbst Jahre später wird sie immer noch von den Dorfbewohnern gemieden. Leonore genießt am liebsten ihre freie Zeit im Wald und der Natur, in der sie sich glücklich fühlt.

Die Zeit vergeht und sie ist mittlerweile Mutter des 12 jährigen Paul, als das Schicksal wieder zuschlägt. Der geliebte Wald und das Dorf sollen dem Braunkohle Tagebau weichen. Wieder einmal heißt es für Leonore, dass sie ihre Heimat verlassen muss. Viele Jahre vergehen und Paul ist selbst Vater zweier Kinder, die er mit seiner Mutter versorgt. Auch jetzt hat das Schicksal noch einiges vor und wichtige Entscheidungen müssen getroffen werden.

Der Autor Andreas Wagner erzählt in seinem Roman ,,Jahresringe“ eine Familiengeschichte, die sich über drei Generationen hin weg erstreckt. In Teil 1 zwischen 1946- 64 lernt der Leser Leonore kennen, die auf der Suche nach einer neuen Heimat ist. Dabei hat der Autor sehr einfühlsam und schön ihren Lebensweg beschrieben und dabei gezeigt, dass man da zu Hause ist, wo man sich wohlfühlt und man merkt, dass man akzeptiert wird. Aber er hat auch die andere Seite gezeigt, wie Menschen einem ,,Fremden“ gegenüber mit Vorurteilen und Abneigung, das Leben schwer machen können. Im zweiten Teil 1976- 86 erfährt der Leser, wie es Leonore geschafft hat ihren Jungen alleine groß zu ziehen und voller Schmerz erkennen muss, dass das Rad der Zeit nicht still steht und große Veränderungen auf sie zu kommen werden. Paul wird dabei vom Autor gut dargestellt, da er immer zu seiner Mutter hält und er instinktiv spürt, wie wichtig ihr ihre eigene Bäckerei ist und was das Dorf für sie bedeutet. Er ist charakterstark und unterstützt sie, wo er kann. In Teil drei 2017-18 hat Paul nun selbst zwei Kinder Sarah und Jan, die beide charakterlich ganz verschieden sind und es zwischen allen zu Spannungen kommt, die weitreichende Folgen haben. Der Roman wird in einer angenehmen Sprache erzählt und der Leser wird Zeuge vieler Vorurteile, kleiner Wunder und der Wunsch eine Heimat zu haben in der man für immer Leben möchte. Dass sich im Laufe der Jahre vieles, auch nicht immer zum besseren verändert, wird dabei emotional und intensiv beschrieben. Eine schöne Familiengeschichte die sich über drei Generationen erstreckt.

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Heimat
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Gauner und Ganoven

Ein abgezockter Sauhund von Roland Krause

Samson Simek, ein Kleinkrimineller, wie er im Buche steht. Er weiß, wie man sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt und wenn ihn Stani ein selbsternannter Unterweltenboss einen Job anbietet, ist Samson zur Stelle. Dumm ist dabei dieses Mal nur, dass Paul, den er für Stani aufspüren soll, bereits tot ist und plötzlich findet sich Samson in einem Kleinkrieg zwischen Gaunern und Ganoven wieder, die alle auf der Suche nach einer wertvollen Skizze sind und nicht davor zurückschrecken mit brutaler Gewalt gegeneinander zu kämpfen.

Doch Samson ist schlau und wenn er etwas von dem Gewinn abstauben möchte, dann muss er alle Seiten gegeneinander ausspielen, doch so leicht, wie er sich das vorstellt, wird es dann doch nicht.

,,Ein abgezockter Sauhund” ist ein Krimi aus der Münchner Unterwelt, in der der Autor Roland Krause seine Leser in einer stürmischen Achterbahnfahrt mitfahren lässt. Der ICH Erzähler Samson lässt kaum ein Klischee aus dem Ganoven Milieu aus, wo er seit seiner Kindheit lebt und sich damit abgefunden hat, dass ehrlich sein, nicht viel bringt. Man darf sich nicht wundern, dass dabei der Autor seinen Protagonisten keine lieblichen und freundlichen Worte in den Mund gelegt hat, sondern recht deftige und herbe Sprüche dabei zu lesen sind. Dabei findet man aber immer wieder Dialoge, die einen feinen und fast schon zynischen Humor aufweisen und zeigen, dass Samson genau weiß worauf es ankommt und er ein richtiger Schlawiner ist. Es gibt auch brutale und blutige Szenen, die der Handlung angepasst sind. Das Ende bietet dann noch eine Überraschung. Bis es aber so weit ist muss man sich durch ein Gewirr von Polen, Arabern oder auch einer gefährlichen thailändischen Killer Frau durchwühlen, wo ich mich manchmal nicht mehr wirklich ausgekannt habe, wer es nun auf wem abgesehen hat und wer im Besitz der wertvollen Skizze ist oder glaubt diese zu besitzen.Da war es mir ein wenig zu konfus das Ganze. Die Spannung besteht von Beginn weg und slapstickartige Szenen lockern den Roman immer wieder auf. Wer also eintauchen möchte in Samsons Welt, wo man niemanden trauen kann und wo man nicht unbedingt eine heile Welt präsentiert bekommt, der ist mit dem ,,Sauhund” gut bedient.

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Gauner und Ganoven
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Unheilvolle Dunkelheit

Dinner in the Dark (Kurzgeschichte, Spannung) von Frank Harnisch

Martin wollte eigentlich nur seine Ehe retten mit einem romantischen Dinner, dass dieses in völliger Dunkelheit statt findet, sollte das Ereignis noch spannender machen. Doch das besondere Ereignis, wird in einer Katastrophe enden.
Aus der booksnacks Kurzgeschichten-Reihe stammt die Geschichte ,,Dinner in the Dark“ von Frank Harnisch.

Der Autor bietet eine spannende und auch etwas gruselige Geschichte, wo man als Leser das Ende nicht unbedingt erwarten würde. Man weiß zwar, dass etwas passieren wird, aber man ahnt nicht was. Das Ende hätte ich mir noch ein wenig länger gewünscht, dann wäre die Spannung optimal gewesen. Trotzdem hat es Spaß gemacht in die ,,Dunkelheit“ einzutauchen.

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Unheilvolle Dunkelheit
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Corona

Das Corona-Ende von Matti Sund; Dorit Biel

Die Corona Krise hat die ganze Welt im Griff und mittendrin befinden sich Sebastian und Stefanie. In der Medizinforschung tätig, arbeitet Stefanie rund um die Uhr mit ihren Kollegen an einem wirksamen Medikament gegen Covid 19. Jeden Tag kommt sie erschöpft nach Hause, wo ihr Mann Sebastian als freiberuflicher Autor sich schon längere Zeit nicht mehr gesund fühlt und seine Krankheitssymptome jeden Tag stärker werden.

Um sich abzulenken schreibt Sebastian an einem Roman, der sowohl für ihn, als auch für Stefanie in den kommenden schweren Tagen eine willkommene Abwechslung sein wird.
Der Roman ,,Das Corona Ende“ ist ein besonderes Projekt der beiden Autoren Matti Sund und Dorit Biel. Beide haben den Roman in ihrer selbst verordneter 14- tägiger Corona – Quarantänezeit geschrieben, wo wahrscheinlich kaum ein anderer daran gedacht hätte sich in dieser Art und Weise mit dem Thema auseinander zu setzen. Weiters ist interessant, dass das Cover mit einem Schutzlack überzogen ist, das bakterien- und virenreduziert ist und nur mittels Licht und Sauerstoff wirkt. Interessant in dem Roman waren die vielen Dinge die während der Pandemie passiert sind und wo man manche Erlebnisse oder Ereignisse fast schon wieder vergessen hat, obwohl es nur ein paar Monate her ist. Wie der Hype ums Klopapier, Einkaufen mit Maske oder Verstöße gegen das Kontaktverbot. All diese Themen sind im Laufe der Geschichte immer wieder erwähnt worden. Womit ich aber meine Probleme hatte, waren die beiden Protagonisten Sebastian und Stefanie, mit denen ich überhaupt nicht warm werden konnte. Von Beginn weg war Sebastian ständig am jammern und sich selbst bemitleiden und wenn seine Frau ihn und seine Beschwerden nicht ernst genommen hat, war er schwer beleidigt und sein Tagesablauf hat im Grunde nur aus Essen, Trinken, Schlafen und Schreiben bestanden. Stefanie hingegen hat gut zwei Drittel des Romanes auch nicht viel getan außer nach Hause kommen, sich ärgern über Sebastian und wieder schlafen gehen. Ebenso waren mir ihre Dialoge zu steif und zu holprig. Gegen Ende hin ist einiges an schwermütiger Dramatik dazu gekommen, was fast schon ein wenig kitschig angemutet hat. Hingegen war der Roman im Roman, sprich, das was Sebastian immer wieder geschrieben hat, interessanter zu lesen und auch vom Schreibstil her und den Dialogen her, war es ganz anders. Er hat 5 ehemalige Freunde zusammen kommen lassen wo jeder Geschichten erzählt hat, wobei aber keiner wusste, ob es eine wahre war oder eine erfundene. Diese Nebenhandlungen haben mir vom Stil und dem Inhalt her sehr gut gefallen, obwohl sie im Grunde mit der Corona Geschichte nichts zu tun gehabt haben. Ein ungewöhnlicher Roman also, wo sich die beiden Autoren an ein sensibles Thema herangewagt haben, das uns leider noch lange beschäftigen wird. Es war auch mutig jetzt darüber zu schreiben, obwohl die Pandemie noch lange nicht beendet ist. Es sind viele Erinnerungen hoch gekommen und es sollte auch eine Warnung sein, dass jeder, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere eine Verantwortung trägt, damit das Corona Virus bald sein Ende findet.

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Die Apokalypse beginnt

Das Corona-Ende von Matti Sund; Dorit Biel

Was könnte es für einen Studenten schöneres geben, als an einem eigenen Projekt arbeiten zu dürfen. So ergeht es gleich 5 Studenten, die unverhofft die Möglichkeit erhalten, eine neu entwickelte Nanotechnologie auf ihre Marktreife zu prüfen. Voller Eifer und Einsatz stürzen sie sich in diese Arbeit, wo sie aber bald schon merken, dass das neue Produkt nicht so fehlerfrei arbeitet wie es eigentlich sollte.

Also beschließen sie heimlich eine bessere Variante heraus zu bringen und was niemand wirklich zu hoffen gewagt hat ist eingetroffen. Sie haben Erfolg und schließlich etabliert sich ihr Unternehmen und jahrelang geht die Kurve steil nach oben. Ihre Nanoroboter werden immer ausgereifter und die Selbstreplikation funktioniert ebenso. Doch mit der Zeit stellen sich Probleme ein, wo keiner die Ursache dafür findet und plötzlich ist das Leben nicht mehr so, wie vorher.

Mit dem Roman ,, Vor dem Abgrund - Bilder der Apokalypse – Teil 1“ startet der Autor Michael Hirtzy, seine mehrteilige Reihe rund um das spannende Thema der Nanotechnologie. Der Leser erlebt in dem Zeitraum zwischen 2029 bis 2042 in 4 Kapiteln ein Abenteuer, wo man am Ende überrascht wird und man die Entwicklung der Geschichte so nicht vorher gesehen hat. Der Autor fesselt mit seinem gut strukturierten Schreibstil seine Leser gleich von Beginn weg und man ist gleich in der Geschichte mitten drinnen. Die Studenten werden von ihm als begeisterungsfähig und klug dargestellt, die einen großen Erfolg erzielen ohne zu merken, dass sich über die Jahre hinweg ihre ,,Erfindung“ selbständig weiterentwickelt. Lebhaft dargestellt werden in dem Roman auch die externen Meldungen wie z.b Pressemeldungen oder Chatverläufe. Ebenso werden auch die Erinnerungen von Ralph, der als Student von Beginn weg an der Nanotechnologie mitgearbeitet hat in kursiver Schrift wieder gegeben. Es war spannend und auch interessant zu lesen, wie die Entwicklung voran schreitet und wie von der anfänglichen Euphorie immer mehr Zweifel aufgekommen sind, dass sie vielleicht etwas geschaffen haben, das sie letztendlich nicht mehr kontrollieren können. Zwei Handlungsorte, am Anfang Wien und am Ende der Berliner Flughafen, bilden den Spannungsbogen, wo es ein fulminantes Ende bildhaft und auch erschütternd dargestellt wird. Da mir persönlich gewisse Kenntnisse bezüglich Computertechnik und Informatik fehlen, haben mich die detaillierten Beschreibungen diesbezüglich immer wieder etwas überfordert, weshalb ich ,,nur“ 4 Sterne vergeben kann. Für Computerfreaks wird es wohl keine Probleme bereiten und sie werden sich in ihrem Element befinden. Trotzdem hat mir die Geschichte gut gefallen und es war interessant zu lesen, was mit diesen Nanorobotern alles möglich ist. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, auch wenn ich ein wenig ,,Angst“ davor habe wie sich die Dinge noch weiterentwickeln werden.

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Die Abenteuer gehen weiter

Die Sache mit den Wünschen von Sabine Wälz

Die drei Schleiermeier-Schwestern  Vroni, Walburga und Gundi zieht es hinaus in die Welt, wo sie hoffen, interessante Abenteuer zu erleben. Vroni, die sich nach dem Tod ihrer Eltern in ein Kloster zurück gezogen hat, hätte nie gedacht, dass eine kleine Schwindelei so große Folgen haben würde. Nicht nur, dass die beschauliche Ruhe durch unzählige Pilger plötzlich gestört wird, macht sie auch noch die Bekanntschaft mit einem Vampir und dass das im Kloster nicht jedem gefällt, ist wohl zu verstehen.

Walburga hingegen ist froh, wenn sie auf ihrer Reise viele Abenteuer erleben kann, doch dass sie dabei die Meisterin eines Flaschengeistes werden würde, hätte sie auch nie vermutet. Gundi hingegen schwebt im siebenten Himmel, denn Prinz Balduin hat, wie es scheint ein Auge auf sie geworfen, was seiner boshaften Mutter Amaranta so gar nicht gefällt. Denn die einfältige Gundi passt wahrlich nicht zu ihrem geliebten Sohn.
,, Die Sache mit den Wünschen“ - Eine Geschichte aus den Chroniken der Bromwaldhauser,ist die gelungene Fortsetzung der Familie Schleiermeier, die die Autorin Sabine Wälz auf humorvolle Art und Weise erzählt hat. Das Cover sieht zwar etwas schräg aus, aber es passt zu der Geschichte wo man als Leser nicht nur seltsame Tiere und sonstige Lebewesen kennen lernt sondern auch die Abenteuer der drei Schwestern mitverfolgen kann. Die Autorin beweist dabei viel Fantasie und ihr Schreibstil ist witzig und humorvoll. Drei originelle Geschichten fügen sich am Ende zusammen und es hat wirklich Spaß gemacht von Vroni, Walburga und Gundi zu lesen und ich bin schon gespannt ob es eine Fortsetzung gibt, weil die Welt der Bromwaldauser wirklich eine besondere ist, wo ich gerne als Leserin eintauche und mich verzaubern lassen möchte.

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Kind 351

Aussortiert: Kind 351 von Anke Gebert

Frank wird bereits als Säugling in einem Kinderheim abgegeben, wo er fortan viele schreckliche Dinge erlebt. Aber er ist ein Kämpfer und sorgt sich auch später um den jüngeren Andi, der im Gegensatz zu ihm , seine Mutter gekannt hat und immer noch hofft, dass sie ihn eines Tages hier raus holt. Mittlerweile ist Frank erwachsen und hat seine eigene kleine Familie, einen Job, den er gerne macht und seine Erinnerungen an früher verblassen immer mehr.

Bis zu dem Tag, als ein Brief vom Sozialamt ihn auffordert seine ihm unbekannte Mutter finanziell zu unterstützen. Mit Hilfe seiner Anwältin versucht er dagegen gerichtlich vorzugehen. Doch dass das nicht so einfach ist, muss Frank schmerzlich erfahren, denn dafür muss er alle Erinnerungen an seine Zeit im Heim wieder hervor holen und diese sind alles andere als schön.
,,Aussortiert: Kind 351“ ist der erschütternde, auf wahren Begebenheiten basierende Roman von Anke Gebert, die den echten Protagonisten kennen lernen durfte und seine unfassbare Geschichte erzählt hat. Nämlich die, dass Kinder für Eltern, die nicht ihren Lebensbedarf decken können, für ihren Unterhalt aufkommen müssen. Die Geschichte spielt auf zwei Handlungsebenen. Abwechselnd erfährt der Leser wie es Frank in den 60iger Jahren im katholischen Kinderheim ergangen ist und wie er 1995 gemeinsam mit seiner Anwältin versucht sich gegen das unglaubliche Urteil des Gerichtes zu wehren. Als Leser erlebt man viele negative Gefühle, ausgelöst von den unmenschlichen und brutalen Methoden, wie man mit den Heimkindern umgegangen ist. Sowohl auf körperlicher Ebene, wenn man die Kinder beim Schlafen auf ihren Betten fixiert hat, bis hin auf physischer, wenn man ihnen ihre Identität geraubt hat indem man sie statt ihres Namens mit einer Zahl gerufen hat. Die Autorin schafft es dabei eine Atmosphäre zu erzeugen, in der man sich als Leser total unwohl fühlt und froh ist, wenn man nur als Außenstehender an der Geschichte teil haben muss, anders als Frank, der nicht fliehen konnte. Eine mutige Geschichte also, wo es den Betroffenen sicher nicht leicht fällt, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Ebenso war es interessant, wie die Rechtslage ist, bezüglich der Unterstützung der Kinder an ihren Eltern. Wo man sich fragt, was bedeutet Recht und was ist Gerechtigkeit. Mit 147 Seiten ist das Buch schnell gelesen. Da die Geschichte so berührend und traurig ist und sie aber gleichzeitig auch wütend macht ob der brutalen Machtspiele der Erzieher gegenüber schutzloser Kinder, ist man direkt froh, wenn das Ende kommt. Ein Roman, den ich mit gutem Gewissen empfehlen kann.

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Ein neues Leben beginnt

Der unsichtbare Garten von Lambert Karine

Ein tragischer Schicksalsschlag ändert das Leben des jungen Vincent von einem Tag auf den anderen. Innerhalb weniger Wochen, wird er erblinden. All seine Träume, die Liebe zum Tennis und die Liebe zu seiner Freundin Emilie, zerplatzen wie Seifenblasen. Verzweifelt und ruhelos versucht er so viele Wünsche auf seiner Liste noch abzuarbeiten, bevor es zu spät ist.

Als er sich auf das Land zurückzieht und bei dem alten Häuschen, das seinem Großvater gehört hat den alten Garten entdeckt hat er ein Ziel, das von nun an sein weiteres Handeln bestimmt. Er möchte den Gemüsegarten wieder zum Leben erwecken, auch wenn er keine Ahnung hat, wie er das mit seiner ständig fortschreitenden Erblindung bewerkstelligen soll. Obwohl er sehr zurückgezogen lebt, schafft es seine Nachbarin Colin zu ihm durchzudringen und Vincent beginnt sein bisheriges und zukünftiges Leben mit anderen ,,Augen zu sehen“.
,,Der unsichtbare Garten“ ist ein wunderschöner, berührender und zu Herzen gehender Roman von Karine Lambert. Auffällig ist zuerst einmal der ,,milchig“ erscheinende Schutzumschlag, der, wenn man ihn abnimmt, farbenkräftige Blumen auf dem Cover versteckt hat. So ähnlich kann man sich wohl die Erblindung von Vincent vorstellen, der im Laufe der Geschichte immer mehr an Sehschärfe verliert. Als Leser wird man gleich mit diesem Schicksalsschlag konfrontiert und man leidet von Beginn weg gleich mit Vincent mit. Die Geschichte lässt manchmal kaum Luft zum Atmen, weil sie schnell erzählt wird und Vincent immer wieder an vergangenen Ereignisse denkt, die ihn verletzt, erfreut oder nachdenklich gemacht haben. Es war berührend zu lesen, welche Wünsche er noch gehabt hat, was er sich von seiner Zukunft erwartet hat und wie er nun sein Leben vollkommen umstellen musste. Schön waren dabei seine Notizen, die im Laufe des Romanes immer größer wurden und somit den Fortschritt seiner Erblindung auch optisch anzeigten. Mir haben die intensiven Beschreibungen gefallen, wenn Vincent seine Umgebung plötzlich mit allen anderen Sinnen, außer dem Sehen, eingesetzt hat und er nun viel intensiver alles wahrgenommen hat. Dass es auch gute Freunde für ihn gibt, die ihn unterstützen, hat die Autorin gut erzählt, aber auch, wie schwer es den Eltern gefallen ist, mit ihrem Sohn umzugehen, hat mir ebenfalls gefallen. Vincents Hartnäckigkeit, seinen Gemüsegarten auf Vordermann zu bringen ist sehr schön beschrieben worden und man hat dabei als Leser selbst das Gefühl gehabt, die Langsamkeit, die sich Vincent nun angewöhnt hat, selbst zu spüren. Ein schön geschriebener Roman, der zeigt, dass manchmal erst ein Unglück geschehen muss, damit man lernt, das Leben intensiver als bisher wahrzunehmen und dass jeder Tag ein Geschenk sein kann, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen und man versuchen sollte mir Ruhe und Gelassenheit sein Leben zu genießen.

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Recht und Gerechtigkeit

Der unsichtbare Garten von Lambert Karine

Der bekannte Professor Wittenburg verbringt nach der Ermordung an seiner Frau sein weiteres Leben in einer geschlossenen Anstalt, während seine Tochter Solveig um ihr Erbe kämpft, da der charismatische Politiker Uwe Lindholm sich bisher darum gekümmert hat. Als die junge Referendarin Katharina von Hardenberg, genannt Kathi, im Zuge ihres Praktikums mit diesem Fall konfrontiert wird, kann keiner ahnen, welch tragische Ereignisse wegen ihrer Hartnäckigkeit ob ihres Verdachtes, dass es damals in der Beweisführung Mängel und Widersprüchlichkeiten gegeben hat, sich noch ereignen werden.

Selbst ihr Partner und Mentor Hauptkommissar Alexander Knoblich, warnt sie, dass sie die Finger von dem Fall lassen soll. Aber Kathis Neugierde ist geweckt und schon bald merkt sie, dass sie anscheinend manchen Leuten gehörig auf die Füße getreten ist. Auch Uwe Lindholm, der mitten in einem Wahlkampf steckt ist beunruhigt, da Solveig beginnt Schwierigkeiten zu machen und das alles andere als förderlich ist. Schon bald weiß keiner mehr wirklich, wem er noch trauen kann. Die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge kann dabei keiner mehr ziehen und es wird gnadenlos über Leichen gegangen.
,,So oder so ist es Mord“, so lautet der Titel des Kriminalromans von Anja Gust. Das blutrünstige Cover hat mich zuerst an einen Horrorroman erinnert, da es einem als Leser gleich in die Augen springt. Auf knapp 550 Seiten wird man dabei mit mehreren Handlungssträngen konfrontiert. Angefangen mit Alex und Kathi, die gemeinsam mit dem Fall Wittenburg betreut werden. Sowohl Kathi, als auch Alex machen im Laufe der Geschichte eine Wandlung durch um 180°, wo ich diese am Ende nicht ganz nachvollziehen konnte. Kathi stammt aus reichen Hause, wo sie aber ziemlich bald rebelliert, Drogen nimmt, straffällig wird und im Grunde niemanden mag und eigentlich auch mit sich selbst Probleme hat. Sie ist aber eine Kämpferin und lässt sich nicht so leicht unterkriegen auch nicht von Alex, der von sich eingenommen ist, der nur seine Beförderung im Kopf hat und stets versucht den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Wie sich beide verändern, möchte ich nicht verraten, nur soviel, dass für mich beide nicht wirklich sympathisch waren. Es gibt sehr viele Personen in dem Roman, wo es nicht immer leicht war den Überblick zu bewahren. Was die Autorin immer gut macht ist ihre Recherche zu einem Thema, so wie hier über Politik oder die Polizeiarbeit. Dabei liefert sie viel Hintergrundwissen und man taucht als Leser tief in die Materie ein. Hautnah lässt sie einem teilhaben an den korrupten Machenschaften des Politikers, wo man von Betrug, Machtspielen oder Manipulationen nicht verschont wird. Meine Sympathie gehört in dem Roman eher den Randfiguren wie z.b Dirk Rebhuhn und seiner Frau Susanne. Obwohl die Szenen mit dem erhofften bahnbrechenden Chip, den Dirk erfunden hat , nämlich damit die Gefühle seines Gegenübers manipulieren zu können, für mich noch einen Höhepunkt mehr haben hätte können, war diese Geschichte gut erzählt. Dirk, ein Spinner, wie er im Buche steht. Da haben mir seine Hoffnungen, Wünsche und kindlichen Emotionen gefallen. So wie seine Frau Susanne, die ihre Gefühle offen und ehrlich zeigt und dabei Solveig noch mehr verwirrt, als diese bereits schon ist. Solveig wird in ihrer widersprüchlichen Art und Weise zu handeln, sehr gut dargestellt. Dabei lässt die Autorin ihre Protagonistin mit jeder Faser ihres Körpers und ihres Verstandes Dinge tun, die schon beängstigend sind, da sie zeigen, wozu der Mensch fähig sein kann, wenn die Wahrnehmung nicht mehr zwischen Recht und Gerechtigkeit unterscheiden kann. Wie immer ist auch der Schreibstil und die Ausdrucksweise von Anja Gust eine besondere, wo man sprachliche Schätze findet, die fast schon philosophisch anmuten und zeigen, dass sie ein Gespür für tiefe Gedanken hat.

Seite 35: Wie oft lassen wir uns in unseren Urteilen von althergebrachten Zwängen und Glaubenssätzen leiten.
Seite 43: Wenn interessiert schon die Wahrheit, so lange sie nicht die allgemeine Bequemlichkeit stört.
Da ich für ehrliche Kritik bin, vergebe ich für den Roman ,,nur“ drei Sterne, die aber von Herzen kommen. Für mich hätte auch die Anzahl der Seiten weniger sein können, damit die vielen Handlungen nicht so sehr in die Länge gehen. ,,So oder so ist es Mord“ ist ein Krimi, der sicher jeden Leser zum Nachdenken bringen wird und das ist es doch, was man sich als Autorin wünscht.

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Charlotte und ihr Schüttelwein

Tod in Perchtoldsdorf von Christian Schleifer

Eigentlich sollten die Sommerspiele im Heurigenort Perchtoldsdorf für alle ein Vergnügen sein, doch keiner hat damit gerechnet, dass während der Aufführung der Hauptdarsteller plötzlich verstirbt. Gut dass die ehemalige Polizistin Charlotte Nöhrer zur Stelle ist, die zwar als Neu- Winzerin ihren Wein dem Publikum näher bringen wollte, aber so wittert sie schon bald, dass es vielleicht doch Mord sein könnte und sie beginnt zu ,,ermitteln“.

Charlotte wird bald hin und her gerissen zwischen Zweifel, ob die Witwe Renate Obermayer, mit der sie sich ziemlich schnell anfreundet, nicht doch etwas mit dem Mord zu hat und der Hoffnung, dass es doch noch andere Verdächtige gibt. Auch gibt es im elterlichen Betrieb einiges das sie fordert, da ihre Ideen für einen innovativen Weinbaubetrieb nicht bei jedem gut ankommt. Bald schon findet sich Charlotte in einem Gewirr aus Lügen und Betrügen wieder und sie kommt dem Mörder immer näher.
In dem Debütkrimi "Tod in Perchtoldsdorf" von Christian Schleifer wird der Leser entführt in einen ungewöhnlichen Krimi, den der Autor selbst als ,,tragisches Kriminallustspiel in fünf Aufzügen“, bezeichnet. In fünf,,Aufzügen“ wird man nicht nur mit viel Lokalkolorit belohnt, sondern auch mit einer Mischung aus Spannung und Humor. Gewöhnungsbedürftig ist vor allem, dass vor jedem Namen ein Artikel steht. Doch im Laufe der Geschichte fällt das gar nicht mehr auf und ich habe es als eine besondere Note empfunden. Der Humor nimmt einen großen Teil des Krimis ein, der nicht nur handlungstechnisch auftritt, sondern sehr oft auch in den Dialogen, wo es ein Genuss war die Dialekt gefärbten Ausdrücken zu lesen. Der Autor lässt die sympathische Charlotte ,,ermitteln“, wo sie tatkräftig von ihrer Lebensgefährtin Andrea unterstützt wird. Christian Schleifer greift in seinem Roman auch ernste Themen auf, wo es um Erpressung, Eifersucht und auch um Menschen geht, die nicht immer das große Los gezogen haben. Es gibt einige liebenswerte Charaktere, wo vor allem, der Zusammenhalt innerhalb der Familie groß geschrieben wird. Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil, wo er gerne auch manche Szenen ein wenig in die Länge zieht. Man wird als Leser gut unterhalten, weil man selber auch mit rätseln kann wer der Mörder sein könnte. Ein guter und solider Krimi also, wo man schon gespannt sein darf, wie es mit Charlotte und ihrem kriminalistischen Spürsinn weitergeht.

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