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Rezensionen von rewareni:

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Eine abenteuerliche Reise beginnt

Wohin die Reise geht von Marlies Ferber

Vier Menschen begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, wo am Ende jeder sein Leben aus einer anderen Perspektive sehen wird. Eigentlich wollte der ehemalige Kaffeefabrikant Jakob für seinen Sohn Lukas, 1 Million Euro an Schwarzgeld in die Schweiz schmuggeln. Doch sein Freund Matthias, der Kriminalbeamter ist und zudem noch einen Wohnwagen besitzt, lädt sich kurz entschlossen selbst zu der Reise ein, ohne zunächst zu wissen, warum Jakob in die Schweiz möchte.

Es dauert nicht lange und schon treffen sie auf einer Raststätte die verwirrt erscheinende, ehemalige Opernsängerin Tilda und die junge und freche Alex. Schneller als gedacht, wird die Reise nun zu viert fortgesetzt und schon bald merken sie, dass anscheinend jeder ein Geheimnis hat und so manches Problem wird sich hoffentlich im Laufe der Reise mit Hilfe der vier unterschiedlichen Menschen auf seine eigene Art und Weise lösen lassen.
In dem Roman ,,Wohin die Reise geht“ lässt die Autorin Marlies Ferber ihre vier unterschiedlichen Protagonisten einiges erleben, wo es so manche Enttäuschung geben wird, aber auch die Chance für einen Neuanfang aufzeigt. Die Geschichte ist sehr herzlich und liebevoll erzählt, wo man jeden Charakter einfach mögen muss. Jeder Protagonist kommt in dem Roman zu Wort und man lernt jede Person sehr gut kennen. Es sind nicht nur fröhliche und schöne Momente die dabei erzählt werden, sondern durchaus auch traurige und erschütternde. Trotzdem besticht die Handlung immer wieder durch eine Leichtigkeit und manchmal auch durch humorvolle Szenen. Obwohl jede Person einen eigenen Charakter hat, passen sie letzt endlich doch zusammen, weil jeder für den anderen da sein möchte und spürt, wo Hilfe nötig ist. Die Geschichte wird dabei von der Autorin leicht und flüssig erzählt und man kann sich ihre beschriebenen Szenen gut vorstellen. ,,Wohin die Reise geht“ zeigt, dass es nie zu spät ist, sich auf ein neues Leben einzulassen, weil es immer wieder Überraschungen parat hat, mit denen man nie rechnen würde.

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Eine abenteuerliche Reise beginnt
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Die Kirche des heiligen Prozesses von Devon Wolters

Siem Kallason ist schon lange unglücklich, mit seiner Arbeit, mit seinem Leben und überhaupt bietet das Leben in der Stadt wenig an erfreulichen Dingen. Und so lässt er sich auf einen gefährlichen Deal ein. Ein geheimnisvoller Geist bietet ihm ein sorgenfreies Leben, wenn er als Spion in die Kirche des heiligen Prozesses eindringt und ihn mit Informationen versorgt.

Siem weiß zwar, dass die Kirche ihre Geheimnisse hat, aber worauf er sich wirklich einlässt wenn er ihr beitritt, ahnt er noch nicht. Doch schon bald muss Siem am eigenen Leib erfahren, wozu diese wirklich fähig ist und er spürt, dass seine Entscheidung als Spion zu arbeiten, sein Leben von Grund auf ändern wird.
Der Autor Devon Wolters hat mit seinem Roman ,, Die Kirche des heiligen Prozesses“ eine spannende und unheimliche Geschichte geschrieben. Das Genre ist eine Mischung aus Phantastik, Horror, Fantasy und Sience Fiction. Von Beginn weg leidet man mit Siem mit, der gefangen ist in einer besonderen Stadt, wo es anscheinend nur ein Gesetz gibt, nämlich das der Kirche und wer sich gegen sie stellt, wird es bereuen. Der Autor hat es geschafft mich sofort mit seiner Geschichte zu fesseln. Die Darstellung der Kirche ist dabei sehr gut gelungen, da sie sich zwar gönnerhaft und großzügig gegenüber ihrer Mitglieder zeigt, aber sie in Wirklichkeit kaltblütig und berechnend ist. Wer sich gegen sie stellt, wird gnadenlos bestraft. Es ist sogar ein wenig frustrierend wenn man den Roman liest, weil diese Stadt und die Kirche den Menschen nie wirklich die Möglichkeit lässt, selbst über sich und sein Leben entscheiden zu können. Da die Geschichte auch aus der Sicht von Siem erzählt wird, werden seine Gedanken und Gefühle noch besser und intensiver miterlebt. Das düstere und geheimnisvoll wirkende Cover passt sehr gut zu der Geschichte und ist wirklich gut gelungen. Ein toll geschriebener Roman, der Spannung und unheimliche Szenen bietet und wo man nie wirklich weiß, wem man trauen kann und wem nicht.

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Der letzte Weg

Immer noch wach von Fabian Neidhardt

Der 30 jährige Alex könnte eigentlich glücklich sein, gerade hat er mit seinem besten Freund Bene ein Cafe eröffnet und mit seiner Freundin Lisa plant er sein weiteres Leben , als er eine furchtbare Diagnose von seinem Arzt erhält. So wie sein Vater vor vielen Jahren, wird er an einem Magenkrebs sterben.

Deshalb beschließt er eine Liste anzufertigen mit all den Dingen die er noch tun möchte. Während Bene und Lisa versuchen für ihn da zu sein und die letzten Monate mit ihm gemeinsam verbringen möchten, fasst Alex einen Entschluss, den seine Freunde nicht verstehen können. Er möchte in ein Hospiz gehen, ohne dass Bene und Lisa wissen, wo er ist. Auch wenn seine Entscheidung bei beiden auf Unverständnis stößt, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als seinen Wunsch zu akzeptieren. Im Hospiz lernt Alex viele Menschen kennen, die alle noch einen Traum gehabt hätten, der sich aber leider nicht mehr erfüllen lässt. So wie der schwerkranke und kauzige Kasper der immer von einer Weltumsegelung geträumt hat. Doch eines Tages erhält Alex eine neue Diagnose seiner Krebserkrankung und plötzlich sieht er sein Leben in einem anderen Licht und er muss Entscheidungen treffen, die ihn vor eine große Herausforderung stellen.
Der Debütroman ,, Immer noch wach“ von Fabian Neidhardt, entführt den Leser in eine berührende und emotionale Welt von Menschen, die sich auf ihrem letzten Weg befinden. Der Protagonist Alex wird im Laufe des Romans alle Gefühlsregungen die ein Mensch haben kann durchleben. Von Hoffnung und Liebe bis zur Verzweiflung und Hass. Der Autor stellt Alex dabei auf eine harte Probe, wie er mit seinem Leben und seinen Mitmenschen umgehen kann. Man sieht dabei, wie schwer es nicht nur für ihn ist Entscheidungen zu treffen, die nicht nur ihn, sondern auch seine Freunde betreffen, sondern auch, wie es für andere ist, diese zu akzeptieren. Es ist ein berührendes und auch schwieriges Thema, das der Autor hier aufgreift. Es gibt im Grunde kein richtig oder falsch, wie sich jemand zu verhalten hat, wenn er eine niederschmetternde Diagnose bekommt. Es geht hierbei auch um Akzeptanz besonderer Wünsche, aber auch, ob oder wie weit man Freunde und Familie damit belasten kann. Da der Autor für eine Woche in einem Hospiz arbeiten durfte, konnte er noch intensiver und auch emotionaler diese Geschichte schreiben. Er hat dabei einen angenehmen Schreibstil, wo man nicht nur, trotz ernstem Thema immer wieder ein Schmunzeln auf den Lippen hat, sondern auch von vielen Szenen berührt ist die wirklich zu Herzen gehen. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, wo man als Leser auch immer wieder Erlebnisse aus der Vergangenheit miterleben kann. An sich mag ich solche Handlungen gerne, wenn sie chronologisch verlaufen. Hier hat aber der Autor beide Zeitebenen sehr wild durcheinander gewürfelt, wo es manchmal nicht gleich ersichtlich war, zu welcher Zeit die Handlung spielt. Trotzdem ist es ein wunderschöner Roman, wo man erkennt, dass man nie die Hoffnung aufgeben soll und das Leben noch viele Überraschungen parat hat.

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Der letzte Weg
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Kurzgeschichten

Immer noch wach von Fabian Neidhardt

14 Short Stories findet man in dem Buch von Roland Spranger mit dem bezeichnenden Titel ,,A kind of blue“. Seine Protagonisten sind oftmals Opfer ihrer besonderen Lebensumstände oder sogar Täter, wenn sie meinen vom Leben ungerecht behandelt worden zu sein.
Die Geschichten haben sehr oft einen traurigen Hintergrund wenn es um Einsamkeit geht oder wenn eine Familie versucht mit dem Tod ihres Babys fertig zu werden.

Es gibt aber auch Kurzgeschichten, die einen humorvollen und bisweilen auch schon zynischen Ansatz aufweisen, wenn ein Pizzabote seine eigene Vorstellung davon hat, wie er seine Pizzen bei den Menschen ausliefern wird.
Bei manchen Geschichten kann man einfach nur Mitleid mit den Protagonisten haben, wenn sie mit ihrem Leben nicht mehr zurecht kommen. Der Autor beschreibt dabei immer wieder in einer berührenden Sprache die Gefühle und Gedanken der Personen.
Die Mischung der Kurzgeschichten ist vielfältig und es haben mich die meisten berührt oder nachdenklich gemacht. Aber es gibt auch Geschichten, mit denen ich leider überhaupt nichts anfangen konnte, wie z.B ob oder wie Kräne Sex haben. Manche Gedanken des Autors sind mir dabei unergründlich geblieben.
Wer Kurzgeschichten mag, wird sich hierbei sicher seine Favoriten herauspicken können und so manche bietet dann ein überraschendes Ende.

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Der letzte Weg
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Der Verrat

Der Ring des Herzogs von Ingeborg Menge

Obwohl als Grafen Sohn geboren, wächst der verkrüppelte und hässliche Rudolf bei der Dienerschaft auf, ohne zu wissen, wer er in Wirklichkeit ist. Aber es gibt Menschen, die in ihm ein Potenzial sehen und ihn fördern und erkennen, dass er alles andere als dumm und ungebildet ist. Damit das Herzogtum von Tours auf den Herzog Wolfram oder seine Söhne übergehen kann, missbraucht er dafür den scheinbar einfältigen Rudolf.

Dass dieser auch noch mit Wolframs Nichte Rosa zwangsverheiratet wird, ist Teil seines grausamen Planes. Doch keiner hat mit Rudolfs Ehrgeiz gerechnet, Rosa zu ihrem Recht zu verhelfen und gemeinsam mit seinem Freund Eduard, spielt er scheinbar das Spiel des Grafen mit. Es schlägt Rudolf viel Misstrauen entgegen und auch Rosa weiß nicht, was sie von ihrem einfältig wirkenden Mann halten soll, aber Rudolf ist bereit, alles dafür zu tun, damit die Gerechtigkeit siegt.
,,Der Ring des Herzogs“ wird von der Autorin Ingeborg Menge als ,, Eine Wintergeschichte“ betitelt. Es ist jetzt nicht so, dass der Roman im Winter spielt, sondern, dass es ein märchenhaftes Eintauchen in eine frühere Zeit ist, wo man sich gemütlich zurück lehnen kann und Zeuge wird, wo es Grafen, Soldaten und Diener gibt, die sich alle auf einem Schloss herum tummeln. Es ist eine fiktive Geschichte, die von der Autorin in einer eher einfachen Art und Weise erzählt wird, wo man leicht der Handlung folgen kann und wo man wie in einem Märchen den Kampf Gut gegen Böse miterlebt. Der Schreibstil ist leicht zu lesen und auch die Dialoge gestalten sich einfach und bieten jetzt keine besonderen Ausführungen. Die Geschichte an sich ist gut erzählt und zeigt, wie schnell Vorurteile gefällt sind und man sich oft nur vom Äußeren blenden lässt. Man findet in dem Roman Intrigen, echte Freundschaft und auch Liebe. Es gibt keine Kampfszenen oder sonstige brutale Handlungen. Es ist einfach ein Eintauchen in eine romantische und leichte Liebesgeschichte.

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Der Verrat
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Wer ist der Mörder?

Die Toten vonne Ruhr von Ben Weber

13 Geschichten, die über Mord und andere Miseren berichten findet man von Ben Weber in dem Buch ,,Die Toten vonne Ruhr“. Egal ob es humorvolle, zynische, spannende oder emotionale sind, alle haben einen gemeinsamen Nenner, nämlich, das Ende kommt zumeist überraschend für den Leser.
Ich habe mich mit den Geschichten gut unterhalten gefühlt, weil es immer wieder spannend und interessant war, welche Überraschung der Autor für den Leser parat hat.

Selbst wenn ich dachte, ich ahne wie es ausgehen könnte, so war das Ende dann doch wieder anders als gedacht.
Stets waren seine Geschichten auch immer wieder verknüpft mit einem Hauch Ruhrpottcharme und nicht nur einmal war die Ruhr Zeuge eines Verbrechens.
Viele Geschichten regen zum Nachdenken an, wenn es z.b um Kindesmisshandlung geht oder um unerfüllte Liebe. Da viele seiner Geschichten autobiografische Züge aufweisen, hat der Autor viel an Herzblut hineingesteckt, was man als Leser auch spürt.
Die bunte Mischung zwischen Geschichten, die manchmal schon ein wenig Skurrilität aufweisen und die, die ein tragisches Menschen Schicksal aufweisen, machen das Lesen zu einem vergnüglichen und auch emotionalen Leseerlebnis. Für gute Unterhaltung ist also gesorgt.

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Auf der Flucht

The Backdoor Link von Roland Hebesberger

Sarah Beck hat es in ihrem bisherigen Leben nicht leicht gehabt. Als Jugendliche muss sie ihre Heimat verlassen und sie schlägt sich mehr schlecht als recht als illegaler Flüchtling bis nach Deutschland durch. Jahrelang versucht sie nun über die Runden zu kommen bis sie es schafft sich als Hackerin einen Namen zu machen.

Doch ihre Aktivitäten bleiben nicht unentdeckt und so wird sie verhaftet und verurteilt. Aber man bietet ihr einen Deal an und so arbeitet sie 15 Jahre lang unter strenger Bewachung für die IT Abteilung der Europol. Keiner weiß, wer sie wirklich ist, bis zu dem Tag, als sie bemerkt, dass jemand nach ihr sucht. Sie weiß nun, dass sie alles dafür unternehmen muss um ihre wahre Identität geheim zu halten, selbst wenn sie flüchten muss und dabei auf Menschen trifft, die ihr nicht immer wohlgesinnt sind. Wieder einmal ist Sarah auf der Flucht und was sie dabei erlebt, lässt sie oft bis an ihre Grenzen stoßen. Aber für ihre Freiheit ist sie bereit alles zu tun und wenn es sein muss, auch mit Gewalt.

Der Autor Roland Hebesberger schickt seine Protagonistin Sarah in dem Thriller ,,The Backdoor Link – Cyberella“ auf eine abenteuerliche Reise, wo man als Leser in ein actionreiches und manipulatives Geflecht aus Wahrheit und Lüge verstrickt wird. Beginnend mit einem interessanten Prolog erfährt man in drei Kapiteln , wovon das erste und das dritte in der Gegenwart spielt und das zweite in der Vergangenheit, wie Sarah zu der Hackerin
geworden ist, nach der viele so fieberhaft suchen. Der Schreibstil des Autors zieht einem sofort in seinem Bann und die Seiten fliegen nur so dahin. Sarah ist eine taffe und kluge Frau die zeigt, dass Aufgeben für sie keine Option ist. Ihre Lebensgeschichte wird dabei sehr spannend erzählt und dass sie ihren Gegnern zuweilen sogar sehr brutal gegenübertritt, würde man als Leser nicht gleich vermuten. Die Geschichte wird sehr spannend erzählt und das Eintauchen in die Computerszene ist dabei interessant und bietet sogar eine unerwartete Wendung. Sarahs Flucht aus ihrer Heimat erzählt der Autor recht emotional und man leidet mit ihr mit. Gekonnt baut Roland Hebesberger immer wieder Szenen ein, wo man im Grunde gar nicht damit gerechnet hätte. Ihre Gegenspieler kann man ebenso wenig einschätzen und man wird immer wieder überrascht, wenn etwas passiert, das man anderes erwartet hätte. Der Epilog schließt den Kreis der Geschichte, wobei das im Grunde nicht ganz richtig ist, denn der Autor lässt den Leser, genauso wie Sarah im Unklaren, wer immer noch nach ihr sucht. Also wird die spannende Geschichte von ,,Cyberella“ noch weitergehen und man darf sich schon darauf freuen, welche Abenteuer sie noch bestehen muss und ob es ihr irgendwann gelingt, endlich ein freies Leben führen zu können.

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Wer bin ich wirklich?

Salzgras & Lavendel von Gabriele Behrend

Für Douglas bricht eine Welt zusammen, als man ihn verhaftet, da er den Tod eines Menschen verursacht hat. Doch noch viel schlimmer ist, dass er sich daran nicht erinnern kann. Aber er bekommt eine Chance, wie er eine lebenslange Haft umgehen kann. Die revolutionäre Methode, sich ein Socket implantieren zu lassen, ermöglicht es ihm eine multiple Persönlichkeit zu besitzen, so wie bereits viele anderer Menschen in seinem Umfeld.

So kann er jederzeit auf jede Situation angemessen reagieren. Auch wenn der Eingriff nicht ungefährlich ist, lässt sich Douglas darauf ein und er ist froh, dass ihn die sympathische Kaynee, die ab nun seine Patin ist, dabei unterstützt. Doch bald schon muss er feststellen, dass die nachfolgende Therapie Risiken mit sich bringt und speziell Sanders, der Techniker, der für ihn sein Persönlichkeitsset einrichtet, offenbar eigene Pläne verfolgt. Aber auch die Professorin Claire Paulson, die ihm diese einmalige Chance geboten hat spürt, dass in ihrem Zentrum Dinge passieren, die ihren mühsam erarbeitet Erfolg gefährden könnten.
Die Autorin Gabriele Behrend nimmt in dem Science Fiction Roman ,,Salzgras und Lavendel“ nicht nur ihren Protagonisten Douglas auf eine abenteuerliche Reise in die Zukunft mit, sondern auch den Leser, der in einer Zeit landet, wo man nach dem Roman nicht unbedingt leben möchte. Die originelle Idee einer Persönlichkeitsaufspaltung, wo man die Möglichkeit hat viele Identitäten in sich vereinen zu können, hat mich zugegebener Maße zu Beginn sehr verwirrt und ich habe eine Zeit gebraucht mich ob der vielen Namen und Persönlichkeiten zurecht zu finden. Danach war es spannend zu lesen, wie die Menschen ständig wechseln zwischen ihrem Arbeits-Ich oder ihrem Privat- Ich. Gut dargestellt waren dabei die verschiedenen Persönlichkeiten die alle Paletten von Emotionen oder Eigenheit dabei ausgespielt haben. Egal ob sie seriös, verträumt oder wütend waren, jede Persönlichkeit ist dabei im Grunde aus einem Körper entsprungen. Dabei hat die Autorin gewisse technische Spielereien eingesetzt wo man als Leser immer wieder staunen konnte, ob ihres Einfallsreichtums. Auf der einen Seite klingt es für den Menschen gut, wenn er sich in sich selbst zurück ziehen kann, wenn er einer Situation nicht gewachsen ist oder er einmal Ruhe haben möchte, aber wie man in dem Roman erfährt, gibt es in dieser hoch technologischen Zeit, sehr wohl Risiken, die man besser verschweigt. Hierbei zeigt Gabriele Behrend auch auf, dass es wie so oft eine Zweiklassen Gesellschaft gibt, wo die Reichen sich die beste Wartung ihrer Hardware leisten können und die anderen eben nicht und dass es dann zu schweren Problemen der Socket kommen kann, wird am besten Verschwiegen. Ihre Protagonisten sind durchwegs sympathisch und besitzen sogar auch Empathie, wo man es gar nicht vermuten würde. Es ist ein ständiges Hoffen und Bangen, ob es für Douglas und Kaynee zu einem guten Ende kommt. So wie die Autorin dann das Ende herbei geführt hat, war es eine Überraschung. Ob man sich wohl fühlen würde in einer Welt, wo alle Gefühle steuerbar sind und im Grunde jeder gleich weiß, wie der andere reagiert, ist zu bezweifeln. Wer sich also in das Land wo ,,Salzgras und Lavendel“ wächst hinein traut, wird es am Ende selbst erkennen.

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Hingabe

Hingabe von Bénédicte Belpois

Als eines Tages in einem kleinen spanischen Dorf eine junge Frau namens Suiza auftaucht, wird das Leben von dem eigenbrötlerischen Großbauern Tomás gehörig auf den Kopf gestellt. Suiza, die kein Wort Spanisch spricht löst in ihm eine Wildheit aus wo er unbedingt dieses zarte Wesen besitzen möchte.

Mit brutaler Gewalt nimmt er sie auf seinen Hof mit und Suiza fügt sich scheinbar willenlos. Für ihn ist Suiza ein Geschenk, denn nicht nur körperlich erfüllt sie ihm jeden Wunsch, sondern sie beginnt auch Haus und Hof nach ihren Vorstellungen zu verändern. Das erste Mal in seinem Leben spürt Tomás, so etwas wie Liebe und Hingabe und auch Suiza beginnt sich langsam zu verändern. Aus dem scheinbar einfältigen Mädchen wird eine junge Frau die ihre eigenen kleinen Wünsche beginnt umzusetzen. Immer öfters wird Tomás bewusst, dass Suiza das Beste ist, das ihm passieren konnte, doch er weiß, dass ihr Glück nicht von Dauer ist und so nimmt das Schicksal ihren gnadenlosen Lauf.
Die Autorin Bénédicte Belpois zeigt in ihrem Debütroman ,,Hingabe“ ein Bild zweier Menschen, die sowohl vom Stand her als auch von ihrem Intellekt her grundverschieden sind und trotzdem auf eine besondere Art und Weise zusammen finden. In dem Roman wird man als Leser zum Nachdenken angeregt, wenn es um den Begriff Hingabe geht. Man findet in der Beziehung zwischen Tomás und Suiza kaum ein liebevolles Wort oder zärtliche Streicheleinheiten. Was man findet ist mitunter eine brutale Art der sexuellen Handlungen, die manchmal schon einer Vergewaltigung gleich kommen. Trotzdem ist es überraschend, wie Suiza mit einer besonderen Hingabe sich auf Tomás einlässt und man als Leser das Gefühl hat, dass sie ihm immer das gibt, was er möchte. Es ist eine interessante Geschichte, da man nie so genau weiß, wie man zu Tomás stehen soll, da er nie wirklich zu lieben gelernt hat und nach einem schweren Schicksalsschlag, sich sein Leben von einem Moment ändert. Die Autorin beschönigt kaum etwas in ihrer Geschichte und so wird Suiza, die ein herzensguter, aber kindlich naiver Mensch ist, als dumm und einfältig bezeichnet und selbst Tomás sieht sie als seinen persönlichen Besitz an, den er wie einen Hund sprichwörtlich an der Kette hält. Im Laufe der Geschichte ,,erblüht“ Suiza und plötzlich ist das Leben von Tomás nicht mehr trostlos und er erkennt, dass dieses Geschöpf ein Geschenk des Himmels ist. Es gibt einige sympathische Protagonisten, die in ihrer Nebenrolle gut hineingepasst haben und den Roman bereichert haben. Es ist eine sehr aufwühlende Geschichte, wo man sich als Leser entweder gut darin zurecht findet, oder sie abstoßend und brutal findet. Die Gewaltszenen, waren mir persönlich stellenweise schon etwas zu heftig und es ist interessant, dass die Autorin, die als Hebamme arbeitet, diese urtümliche Gewalt immer wieder hervor gebracht hat. Die Hingabe von Suiza ist eine besondere, die man als Leser sicher nicht leicht verstehen kann. Trotzdem war die Geschichte auf ihre eigene Art interessant und auch sehr emotional.

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Ein langer Weg

Das perfekte Grau Gebunden. von Jamal Salih

Die Geschichte beginnt in einem Hotel, in dem sich vier Menschen treffen von verschiedener Herkunft, Alter und Geschlecht. Obwohl sie scheinbar nichts gemeinsam haben, verbindet Ante, Mimi, Rofu und Novelle doch etwas, nämlich der Wunsch nach einer langen Reise endlich an einem Ort anzukommen, wo man zu Hause ist.

Die vier müssen plötzlich verschwinden, als die Polizei auftaucht und Mimi befürchtet verhaftet zu werden. Es wird eine abenteuerliche Reise, bei der alle vier viel über sich, aber auch über ihre Mitreisenden erfahren werden. Was sie zu erzählen haben ist nicht immer schön, aber sie spüren, dass sie es gemeinsam schaffen können.
,, Das perfekte Grau“ von Salih Jamal lässt den Leser eintauchen in eine Welt, in der Hass, Verzweiflung, Selbstzerstörung und Angst auf der Suche nach Glück, Hoffnung, Freundschaft und Zuversicht sind. Jeder der vier Protagonisten hat einen mehr oder weniger schweren Weg hinter sich, den er nun verlassen möchte. Der ICH Erzähler Dante ist im Grunde der einzige, der mit seinem Leben zufrieden sein könnte, was er aber leider nicht ist. Im Laufe der Geschichte wird ihm das aber klar. Hierbei wird schön beschrieben, wie der Mensch immer nach etwas neuem und besseren streben möchte und gar nicht erkennt, dass er das was er bereits hat, wertvoll ist. Und man oft etwas verlieren muss, um das zu begreifen. Mit Rofu hat der Autor einen herzensguten und lebensbejahenden Menschen gezeichnet, der trotz schwerer Schicksalsschläge immer ein Licht am Ende des Tunnels sieht. Mimi, die mütterlich wirkende und zu Beginn recht schweigsame Protagonistin hat ein schweres Verbrechen begangen, das sie seit Jahren fliehen lässt. Dabei schildert der Autor in ergreifenden Worten ihre Qual, wenn sie stets Angst hat entdeckt zu werden und nie zur Ruhe kommt. Die jüngste im Bunde ist Novelle, eine junge Frau, die von ihren Schatten der Vergangenheit grausam verfolgt wird und mit Alkohol versucht sie zu vertreiben. Ihre Stimmung schwankt stets von Himmelhoch jauchzend, bis Tode betrübt, was es für ihre drei Freunde nicht immer leicht macht, mit ihr zurecht zu kommen. Jede Figur ist charakterlich gut dargestellt und man leidet und hofft, dass sie das finden, was sie suchen. Der Roman ist ein Schatzkästchen, wenn man es öffnet, findet man wunderbare Dinge darin. Berührende Menschenschicksale, emotionale Momente, feinen Humor, echte Freundschaft und eine geschliffene Sprache, wo der Autor schöne und auch schon philosophische Sätze so zu Papier bringt, dass man als Leser darin eintauchen möchte. Das Leben und die Umwelt sind voller Farben, aber manche sehen in einem perfekten Grau all das, was für sie Glück und Zufriedenheit bedeutet. Dem Autor ist ein wunderschöner Roman gelungen, wo vier Suchende, jeder auf seine eigene Art und Weise ein Ziel erreicht haben. Dass man dabei nicht immer einen geraden und einfachen Weg gehen kann, sondern auch einmal über Steine steigen muss, haben alle am Ende ihrer Reise erkannt.

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