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Rezensionen von rewareni:

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Trauer und Leid

Die Stille vor Lilou von Astrid Korten

Der Lehrer Jules Lefevre ist glücklich mit seiner Frau Malin und seiner kleinen Tochter Lilou. Doch ein Burn Out zwingt ihn in die Knie und die lange Zeit zu Hause macht ihm immer mehr zu schaffen. Als ihm Paul Moreau, der Rektor seiner Schule, einen Besuch abstattet gerät seine Gedanken- und Gefühlswelt völlig außer Kontrolle.

Plötzlich misstraut er jedem und in seiner Wahnvorstellung passieren Dinge, die ein normales Denken nicht mehr möglich machen. Da schlägt das Schicksal zweifach zu und Jules hat nur ein Ziel, er will den vernichten, der in seinen Augen sein Leben zerstört hat.
Die Autorin Astrid Korten, die bekannt ist für ihre spannenden Psychothriller ist, hat mit dem Roman ,, Die Stille vor Lilou“ einen Roman der stillen Art geschrieben, der den Leser aber sofort in seinen Bann zieht.
Ihr Protagonist, der an Burn Out erkrankt ist, wird in einen Strudel an Wahnvorstellungen hineingezogen, wo der Leser selbst Stück für Stück darin verwickelt wird, wo es scheinbar kein Entkommen gibt. Man findet sich in Szenen wieder, wo man selbst nicht mehr entscheiden kann, ob Jules sich alles nur einbildet, oder ob es sich wirklich so abspielt. Gekonnt lässt die Autorin seine Gedanken und Gefühle durcheinander wirbeln, wo man erkennt, dass diese Krankheit nicht zu unterschätzen ist. Aber, dass es auch schwer für die Familie ist, damit um zugehen. Fiktion und Wirklichkeit vermischen sich und es entstehen Gedanken, die sogar gefährlich werden können. Astrid Korten zeigt auf beängstigende Art und Weise auf, wie sich ein Mensch dabei verändern kann und dass richtige Hilfe dabei von Nöten ist. Ihr Protagonist hat diese nicht und so entsteht ein bedrückender und spannender Roman, wo man in diversen Zeitsprüngen mitverfolgen kann, wie das Leben von Jules immer mehr aus den Fugen gerät. Man leidet mit ihm mit, man spürt, dass in seinem Inneren ein Kampf statt findet, den er nicht gewinnen kann. Die Schicksalsschläge sind berührend und intensiv beschrieben. Die Autorin zeigt auch, wie wichtig es ist professionelle Hilfe an zu nehmen, wenn man sie braucht und dass im Grunde jeder ein Burn Out bekommen kann. Da unser Alltag, sowohl beruflich als auch privat, immer stressiger und anstrengender wird. Die Protagonisten schweigen, anstatt zu reden und somit wird die Stille immer lauter. Das Cover passt auch wunderbar zu der Geschichte, da sie die Verletzlichkeit der menschlichen Seele mit dem kleinen Vogel in den geöffneten Händen gut darstellt. Ein berührender Roman von Astrid Korten, wo sie menschliche Schicksale wieder einmal intensiv und zu Herzen gehend erzählt.

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Trauer und Leid
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Menschen, wie du und ich

Über dem Cäcilienpark von Andreas van Hooven

In einer kleinen Großstadt im Nordwesten leben Menschen wie du und ich. Sie haben Ängste, Sorgen, aber auch Hoffnungen und Wünsche.
,,Über dem Cäcilienpark“ entführt der Andreas van Hooven den Leser in 12 Erzählungen in eine Welt von Protagonisten, die es überall geben könnte.
Es sind die kleinen Geschichten, die der Autor über diese Menschen berichtet.

Immer wieder greift er am Rande auch das Thema Corona auf und man ist als Leser hautnah dabei, wenn es um einen Musiker geht, der seine Kunst zwar ausleben möchte, es aber nicht darf. Und sich dabei die Frage stellt, ob man nicht auch etwas Verbotenes machen darf, wenn das Feuer der Leidenschaft zur Musik stärker ist, als die Vorschriften. Aber auch familiäre Probleme wie Arbeitslosigkeit können der Auslöser sein für eine Kettenreaktion die letztendlich zeigt, dass viele Menschen nur das sehen, was sie sehen wollen ohne zu hinterfragen nach dem warum. Der Autor lässt dabei seine Protagonisten leiden und lachen, hoffen und verzweifeln und so manche Geschichte bleibt offen, sodass der Leser selbst die Möglichkeit sein eigenes Ende zu finden. Es sind viele unterschiedliche Kurzgeschichten, wo der Autor seine eigenen Gedanken zu Papier bringt, wo ich aber nicht immer den richtigen Zugang gefunden habe.
Der Autor versucht immer wieder seinen Figuren, egal wie schlecht es ihnen ergeht, immer noch einen kleinen positiven Lichtblick zu schenken, was mir gut gefallen hat. Selbst der Protagonist, der weiß, dass er bald sterben wird, gestaltet sein restliches Leben mit Freude und Spaß.
Aber auch alltägliche Themen wie politische Debatten unter Freunden und deren Wichtigkeit stellt er in den Raum. Es sind auch immer Geschichten dabei, die zum Nachdenken anregen und man selbst entscheiden kann, wie man selbst handeln würde.
Dass er auch einen feinen Humor besitzt zeigt er auch immer wieder wenn z.B sein Paketzusteller eine abenteuerliche Fahrt bestehen muss, nicht nur mit seinen Paketen, sondern auch mit einem kleinen ,,Anhängsel“ der besonderen Art.
,,Über dem Cäcilienpark“ ist also eine kleine Sammlung an Geschichten aus dem Alltag vieler Menschen, die unter uns leben und vielleicht an uns selbst erinnern oder an den Nachbarn von neben an.

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Menschen, wie du und ich
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Hass und Vergeltung

Zorn der Lämmer von Daniel Wehnhardt

Die Juden, die 1945 den Holocaust überlebt haben, haben im Grunde alles verloren. Keine Heimat mehr, viele Familien einfach ausgelöscht und keine Hoffnung auf ein besseres und neues Leben. Da beginnt sich ein Trupp aus hasserfüllten Menschen sich zusammen zu setzen und unter der Leitung des ukrainischen jüdischen Partisanen Abba Kovner beginnt in Wilna ein bewaffneter Widerstand gegen die Deutschen.

Doch die erhoffte Unterstützung der Ghettobewohner bleibt aus und so ziehen sie sich in die Wälder der Umgebung zurück um dort weiter zu kämpfen. Einzig seine engen Freunde wie die Frauen Vitka oder Ruzka oder Josef, der selbst vor einfachen Bauernfamilien nicht halt macht und diese kaltblütig tötet, stehen treu zu ihm. Mit der Zeit wird aber Abbas Rache und Hass auf die Deutschen immer größer und die jüdische Untergrundorganisation Nakam entsteht. Während immer mehr europäische Juden versuchen nach Palästina zu fliehen und sich dort ein neues Leben erhoffen, verfolgt Abba einen grausamen Plan, nämlich die Tötung von Millionen von Menschen, egal ob schuldig oder nicht. Denn sein Hass auf die deutsche Bevölkerung ist so groß, dass er einfach nur noch Rache will dafür, was man den Juden im Krieg angetan hat.
In dem zeitgeschichtlichen Roman ,, Zorn der Lämmer“ lässt der Autor Daniel Wenhardt ein spannendes und ziemlich unbekanntes Kapitel der deutsch- jüdischen Nachkriegsgeschichte emotional, brutal und erschütternd aufleben. Da der Autor sehr viel und intensiv recherchiert hat, wird man als Leser sofort in die Geschehnisse rund um Abba Kovner und seinem Rachefeldzug hinein katapultiert. Man bekommt dabei in unterschiedlichen und stets abwechselnden Kapiteln immer wieder die Möglichkeit die Beweggründe und Handlungen von verschiedenen Personen hautnah mit zu erleben. Manchmal sind es recht viele Namen, die dabei vorkommen, wo es nicht immer leicht war den richtigen Überblick zu behalten. Egal, ob es gerade die Partisanen sind, die sich durch Schlamm und Dreck durch den Wald schlagen, oder ob die Jüdische Brigade Jagd auf untergetauchte Deutsche Offiziere macht, die Beschreibungen sind dabei sehr bildhaft und intensiv. Der Schreibstil passt sich sehr gut an den Erlebnissen, Gedanken und Gefühlen der Menschen an und so manche Szene ist so bildhaft, dass man als Leser die Luft anhalten muss, weil man sich diese Grausamkeit gar nicht vorstellen mag. Ungeschönt und geschichtlich leider wahr werden Menschen Schicksale erzählt, die so vieles erleiden mussten. Dabei stellt sich dem Leser immer wieder die Frage, ob jemand wirklich das Recht hat Vergeltung zu üben an Menschen, die an den Kriegswirren gar nicht beteiligt waren. Abba Kovner ist von seinem Hass so zerfressen, dass es bei ihm nur Auge um Auge und Zahn um Zahn heißt. Es ist ein erschütternder Roman wo es der Autor geschafft hat nicht nur viele Protagonisten einzubauen, die es damals wirklich gegeben hat, sondern auch geschichtliche Ereignisse, die tatsächlich stattgefunden haben dem Leser anschaulich näher zu bringen.

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Hass und Vergeltung
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Kampf ums Überleben

Countdown zum Untergang von Michael Hirtzy

Stephanie und ihr Team vom Technologiekonzern Fastlane können es noch immer nicht glauben, dass durch ihre Schuld tausende von Menschen am Flughafen Berlin gestorben sind. Alle waren sich sicher, dass sie ihr Nanotechnologie Produkt ,,Ancos“ unter Kontrolle haben, doch eine Fehlentscheidung hat gereicht, dass das Unglück seinen Lauf genommen hat und nun keiner weiß, was zu tun ist.

Nie hätten sie damit gerechnet, dass Ancos so lernfähig ist und er sich durch die Abschaltung des Rechenzentrums angegriffen fühlt und er schließlich selbst die Kontrolle über die Steuerung der Nanoroboter übernehmen würde. Für die Behörden gibt es scheinbar nur einen Ausweg aus dieser Katastrophe nämlich alle Computersysteme auszuschalten. Als ein Team in Wien damit beginnt, ihre Nano Service Netzwerke, das sie über Jahre aufgebaut haben abzuschalten, beginnt Ancos unerbittlich zurück zu schlagen.
,, Countdown zum Untergang“ ist der zweite Teil aus der spannenden Technothriller Reihe ,,Bilder der Apokalypse“ von Michael Hirtzy. Wer den ersten Teil nicht kennt wird sich schwer tun in die Geschichte und deren Protagonisten einzusteigen und ihnen zu folgen.
Wenn man mit dem Roman beginnt, fühlt man sich gleich wieder mitten im Geschehen, da er nahtlos an dem Ende aus Teil 1 anschließt. Man trifft alle Protagonisten wieder, die nach der Katastrophe seelisch mitgenommen sind. Dabei beschreibt der Autor gut ihre Gefühlslage die zumeist aus Verzweiflung und Selbstvorwürfen besteht. Die einzelnen Kapiteln wechseln immer wieder ab und man ist als stummer Beobachter an vorderster Front, wenn verschiedene Menschen versuchen das drohende Unheil ab zu wenden. Egal ob man bei dem Team in Wien ist, das versucht alle im Tunnel befindlichen Anlagen ab zu schalten oder ob Soldaten einem Feind gegenüber stehen, gegen den sie keine Chance haben, die Spannung steigert sich dabei von Minute zu Minute. Interessant in dem Roman sind dabei auch die ,,Randnotizen“ wo Politiker, Mitarbeiter von Fastlane oder andere Personen sich über das Unglück mit den vielen Toten ihre Gedanken gemacht haben. Aber auch die Kapitel in denen über Ancos berichtet wurde waren eine tolle Auflockerung. Da man hierbei Stück für Stück in die Gedankenwelt von ihm eintauchen konnte.
Die Geschichte wird spannend und interessant erzählt und die bildhaften Beschreibungen zeigen ein Szenario auf, das man lieber nicht miterleben möchte und so manche Szenen erzeugen dabei Gänsehaut Gefühl. Bis zum Schluss ist es ein bangen und hoffen und ein mieser Cliffhänger lässt den Leser auf eine baldige Fortsetzung hoffen.

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Kampf ums Überleben
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Unheimliche Geschichten

Verlorene Geschichten von Lucian Caligo

In der Kurzgeschichtensammlung ,, Verlorene Geschichten“ entführt der Autor Lucian Caligo den Leser in ein Reich der Fantasie, wo man nicht nur einem frechen Kobold, oder einer KI begegnet, die sich über ihre Arbeit Gedanken macht, sondern auch vielen anderen mehr oder weniger unheimlichen Gestalten.

Der Autor zeigt dabei eine große Bandbreite an verschiedenartigen Geschichten, wo man nicht nur ob des witzigen Humors und herrlichen Dialogen, die Protagonisten bei ihren Abenteuern begleiten darf, sondern auch emotionale Geschichten, wo man selbst mit einem Untoten mitleidet und hofft, dass seine arme Seele endlich Erlösung findet.
Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen und er weiß seine Pointen Punktgenau zu
setzen, was bei einigen seiner Geschichten eine herrliche Abwechslung ist. Aber ebenso schafft er es eine düstere Stimmung herauf zu beschwören und tragische und brutale Szenen gut zu beschreiben, dass man sich selbst mitten drin im Geschehen wieder findet.
Auffällig ist auch, dass es einige weibliche Heldinnen und Kämpferinnen gibt, die genau wissen was sie wollen.
In 10 verschieden langen Kurzgeschichten wird sicher jeder seine Lieblingsgeschichten heraus finden können da er SF, mystisches oder Fantasie bietet. Originelle Einfälle und viele sympathische Protagonisten machen die Geschichten zu einem Lesevergnügen. Egal ob Geisterwesen, Drachen, Kopfgeldjägerin, Ritter oder eine KI jeder und jede von ihnen entführt den Leser in eine andere Welt, wo das Ende nicht immer so ist, wie man vermuten würde.

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Das Klassentreffen

Verlorene Geschichten von Lucian Caligo

Ein Klassentreffen mit dem Motto der 80 er Jahre wirft die erfolgreiche Anwältin Ellen völlig aus der Bahn. Denn damals sind Dinge passiert, die für viele Menschen weitreichende Folgen hatte. Ihre Trennung von Sebastian war für sich furchtbar, als ihre Freundin Dorothea gestand, ein Verhältnis mit ihm zu haben.

Doch als diese danach einen Selbstmordversuch beide Beine verlor, war für alle ein harter Schlag. Und nun soll es ein Wiedersehen mit allen bei diesem Klassentreffen geben, wo keiner weiß, was sie erwarten wird.
,,Titania“ von Bernhard Morlock beschreibt die emotionale und berührende Liebes- und Lebensgeschichte zweier Menschen, die einen langen und beschwerlichen Weg gehen mussten, um an ihr beider Ziel zu kommen. Der Autor lässt in dem Roman das Flair der 80er Jahre aufleben mit den Gedanken und politischen Strömungen der damaligen Zeit. Manche seiner Protagonisten scheinen in ihrer Vergangenheit stecken geblieben zu sein. Sei es, weil sie mit Dingen von damals nicht positiv abschließen konnten, oder weil sie hoffen, dass sie die Gefühle und Ansichten von früher einfach in die jetzige Zeit mitnehmen können. Der Grundtenor der Geschichte handelt von Schuldgefühlen, falschen Entscheidungen, aber auch von Hoffnung, dass sich doch noch alles zum Guten wenden lässt. Die Sprache und Ausdrucksweise des Autors ist gefühlvoll und lässt auch einen Hauch Nostalgie aufkommen, da sich seine Protagonisten stets gewählt und wohldurchdacht äußern. Es ist keine Hektik zu erkennen, sondern alles wird ruhig und gemächlich erzählt. Es
gibt immer wieder Rückblenden, wo die verschiedenen Protagonisten ihre Erlebnisse aus ihrer Sicht schildern. Die Reisen in die Vergangenheit zeigen Bilder auf, wo man als Leser direkt spürt, wie
viel Leid eine unbedachte Handlung auslösen kann und die darauf folgende Kettenreaktion an tragischen Ereignissen sich über viele Jahre hinweg zieht. Der Autor lässt seine Protagonisten zwar leiden, aber er bietet ihnen auch die Möglichkeit Fehler wieder gut zu machen. Selbstzweifel, Schuldgefühle und Enttäuschung stehen der Erkenntnis gegenüber, dass jeder für sein handeln und seine getroffenen Entscheidungen grade stehen muss. Ellen und Sebastian haben in ihrer Vergangenheit zwar Fehler gemacht und verletzte Gefühle waren noch nie ein guter Ratgeber, aber ein unsichtbares Band hat sie über die Jahre hinweg miteinander verbunden. Der Autor lässt nun bis zum Schluss den Leser mit fiebern ob es den beiden gelingt einen gemeinsamen Weg gehen zu
können, oder ob das Band ihrer damaligen Liebe für immer zerrissen ist.

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Unheimliche Geschichten
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Hoffnung

Kollateralschaden von Joseph Lemark

Major Dr. Josef Vierziger hätte nie gedacht, dass sein Leben und das seiner Freundin Conny sich von einem Moment auf den anderen so tragisch ändern könnte. Nach einer Geburtstagsfeier fallen plötzlich auf dem Heimweg Schüsse und Conny sinkt schwer verletzt zu Boden. Doch noch schlechter ergeht es dem Sportredakteur Guido Heidlinger, der ebenfalls als Passant getroffen wird und stirbt.

Für Vierziger und seine Kollegin Dr. Gaby Glück beginnt nun eine lange und schwierige Ermittlung. Keiner weiß so genau, wem der Anschlag eigentlich gegolten hat. Sollte der Anschlag ihm gegolten haben, da es einige ehemalige Verbrecher gibt, die ihm Rache geschworen haben? Oder ist der Journalist bei seinen Recherchen zu weit in die dubiosen Geschäfte so mancher Personen eingedrungen? Fragen über Fragen, wo es scheinbar keine Hinweise gibt. Während Vierziger weiterhin hofft, dass Conny endlich über den Berg ist, passieren weitere Morde und die Ermittlungen bringen dabei Dinge ans Tageslicht, wo selbst die Kommissare erschüttert sind.
,, Kollateralschaden“ ist bereits der 3. Roman aus der Reihe rund um Major Vierziger und seiner Kollegin Gaby Glück. Der Autor Joseph Lemark macht es dabei dem Leser leicht, auch ohne die Vorgänger Bände zu kennen, sich mit seinen Protagonisten an zu freunden. Die Geschichte beginnt gleich spannend und man findet sich schnell in den Ermittlungen der beiden zurecht. Der Autor bietet dabei eine bunte Mischung an emotionalen und tragischen Ereignissen an , sowie feinen und auch leicht zynischen Humor die die Geschichte schon wieder unterhaltsam macht. Joseph Lemark lässt seinen Major in vielen Richtungen ermitteln, wo es einige Verdächtige gibt. Sei es Doping im Sport, Veruntreuung von Spendengelder oder ob es sich um Finanzbetrug handelt, immer lässt dabei der Autor seinen Protagonisten emotional werden, wenn er trotz harter Arbeit immer wieder seine Freundin im Spital besucht. Das macht den Major noch menschlicher, da man stets einen Einblick in die Gefühlswelt von Vierziger erhält. Dass der Roman sogar als Vorbild einen echten nie geklärten Fall aus dem Jahre 1988 hat macht die Geschichte natürlich noch interessanter. Dass das Ende nicht so ist, wie man es sich als Leser erhofft hat, ist vom Autor ein mutiger Schritt gewesen. Ein interessanter Roman mit Spannung, Witz und sympathischen Ermittlern.

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Erinnerungen

Und was ist mit Rosemarie? von D.G. Ambronn

In einem Waldstück wird die Leiche von Viktor Bleßmann gefunden, erschlagen und versteckt im Kofferraum seines eigenen Wagens.
Die Kommissare Kühl und Jörgensen begeben sich nun auf Mördersuche, die sich nicht als ganz leicht gestaltet. Warum wurde Bleßmann getötet und sein Geld hat man aber nicht mitgenommen? Bleßmanns Frau Ines, die zugibt einen Liebhaber zu haben und auch ihre vorlaute Tochter Monika, zählen schon bald zu den Verdächtigen.

Doch bald taucht ein weiterer Name auf, wo anscheinend keiner so recht weiß wer das eigentlich ist. Wer ist diese geheimnisvolle Rosemarie und ist vielleicht doch der Liebhaber von Ines mehr in den Mordfall involviert als er zugibt?
Der Roman ,, Und was ist mit Rosemarie“ ist ein 2020 zufällig wieder entdeckter Kriminalroman von D.G.Ambronn, den er bereits 1984 geschrieben hat. Man landet also in einer Zeit, als es als Zahlungsmittel noch die D- Mark gegeben hat und das ganze Flair an alte Krimi Ermittlungen der damaligen Fernsehserien erinnert. Der Name Kühl für den Kommissar scheint dabei gut gewählt zu sein. Er ermittelt scheinbar so, wie er möchte, ohne Respekt den Verdächtigen gegenüber aber auch seinen jungen Mitarbeiter Jörgensen behandelt er immer wieder gönnerhaft von oben herab. Ich weiß, dass es immer wieder unsympathische Figuren in einem Roman gibt, aber diesen Kommissar fand ich durchgehend als überheblich und auch unprofessionell. Die weiblichen Figuren waren teilweise so, dass sie unselbständig und unterwürfig gewirkt haben wo man gemerkt hat, dass die Männer damals noch das Sagen hatten. Die Tochter hingegen war einfach nur peinlich, wie sie mit ihrer Mutter umgesprungen ist und auch sonst den Erwachsenen gegenüber sehr frech und aufsässig war. Der junge Kommissar war so, wie man sich einen guten Ermittler vorstellt, empathisch, bemüht den Fall zu lösen, selbst wenn er im Dienst sich verführen lässt und Alkohol trinkt.
Die Geschichte war spannend und hat gezeigt welch weitreichende Folgen Erlebnisse aus der Vergangenheit für die Gegenwart haben können und Erinnerungen von früher oftmals in einer großen Enttäuschung enden können, wenn man versucht diese wieder aufleben zu lassen. Der Epilog war für mich ein interessanter Abschluss der zum Nachdenken angeregt hat.

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Wo bist du?

Searching Lucy von Christina Stein

Für die 17 jährige Amber bricht eine Welt zusammen als nach ihrem Vater nun auch ihre Zwillingsschwester Lucy spurlos verschwindet. Die Polizei ist zwar bemüht, aber bisher ist es noch nicht gelungen einen Hinweis zu finden, wo die beiden sind oder ob sie überhaupt noch am Leben sind. Also beschließt Amber sich selbst auf die Suche zu machen und das mit nicht legalen Mitteln.

So beginnt sie systematisch in die Häuser ihrer Nachbarn und Mitschüler einzubrechen mit der Hoffnung etwas zu finden. Zuerst ist sie dabei auf sich alleine angewiesen, doch sie bekommt Hilfe von einer unerwarteten Seite. Amber gibt die Hoffnung nicht auf ihre Schwester zu finden und ihre Verzweiflung wird dabei von Tag zu Tag größer. Aber sie weiß, dass sie stark sein muss, denn ihr kleiner Bruder Tom ist von ihrer Fürsorge abhängig, da es ihre Mutter nur mehr mit Alkohol schafft so halbwegs über die Runden zu kommen. Also versucht Amber immer wieder ihr Glück bei einem Einbruch, bis sie eines Tages etwas erfährt, das vielleicht der rettende Hinweis ist.
,,Searching Lucy“ ist der spannende und oft auch sehr aufwühlende Jugend Thriller von der Autorin Christina Stein. Die Sprache ist dabei recht häufig an die der Jugendlichen angepasst, wo man sich vielleicht als Erwachsener nicht immer ganz wohl fühlt. Aber zu dem Gefühlschaos der Protagonistin und ihren jugendlichen Mitstreitern passt es wohl dazu. Es ist eine spannende Geschichte, wo man selbst mit fiebert, ob es Amber gelingt ihren Vater und Lucy wieder zu finden. Es werden dabei viele Einbrüche beschrieben, wo es immer wieder vor kommt, dass sie dabei fast erwischt wird, da hat sie vielleicht schon ein wenig zu viel an Glück gehabt. Sehr tragisch beschreibt die Autorin die Familiensituation zu Hause, wo sich mancher Leser vielleicht schwer tut, wie sehr der kleine Bruder verwahrlost, weil seine Mutter ständig betrunken ist und ihr eigenes Leben nicht mehr in den Griff bekommt. Da bürdet Christina Stein
ihrer Protagonistin viel auf und man spürt dabei sehr gut die Verzweiflung und Hilflosigkeit, die Amber in diesen Szenen ausgesetzt ist. Der Roman erzählt von Freundschaft, von seelischen Qualen aber auch die Hoffnung, dass man mit einem starken Willen vieles erreichen kann. ,,Searching Lucy“ ist keine leichte Kost und selbst als Erwachsener wird man dabei mit Szenen konfrontiert die unter die Haut gehen. Das Ende ist relativ offen, wo für den einen oder den anderen sicher noch ein paar Fragen offen sind. Spannung bis zum Schluss ist aber garantiert.

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Schuldig oder nicht?

Lebenslänglich von Brigitte van Hattem

Kriminelle Kurzgeschichten, die manchmal mit einem Augenzwinkern zu lesen sind, aber immer gut unterhalten, präsentiert dem Leser die Autorin Brigitte van Hattem in dem Kurzgeschichten Band ,,Lebenslänglich“. Der Leser kann sich auf 8 verschiedenartige Geschichten freuen, wo man nicht immer mit dem Ende rechnen würde, den sich die Autorin dabei ausgedacht hat.

Das spannende und interessante daran ist, dass es eine schöne Abwechslung ist von humorvollen, witzigen, aber auch von tragischen und emotionalen Geschichten. In manchen Szenen wird man sich vielleicht selbst erkennen oder hat schon einmal ähnliche Gedanken gehabt, wie die Protagonisten.
Die Autorin schreibt spannend, einfühlsam und bringt dabei ihre Botschaften auf den Punkt. Gerade am Ende so mancher Geschichte ist man als Leser gefragt selbst zu entscheiden, ob man ebenfalls so gehandelt oder gedacht hätte, wie der Protagonist.
Es stellt sich somit immer wieder die Frage, ob es einen wirklich schuldigen gibt, oder ob es einfach ein dummer Zufall war, der ein Verbrechen oder ein tragisches Unglück herauf beschworen hat.
So wird sich mancher Katzenbesitzer in der humorvollen Geschichte ,, Der König bittet um Hilfe“ sich und seinen Vierbeiner wieder erkennen können oder in der tragischen Geschichte ,,Tod eines Diabetikers“ erfahren, dass es immer gut ist, wenn man die richtige Süßigkeit parat hat.
,,Lebenslänglich“ ist für alle zu empfehlen die eine bunte Mischung an Kurzgeschichten mögen und dabei auch immer wieder zum Nachdenken angeregt werden.

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Schuldig oder nicht?