Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Düster
Trial of the Sun Queen von Nisha J. Tuli
Das Cover und auch der Farbschnitt sind künstlerisch gesehen ein echter Hingucker und auch die Farbwahl gefällt mir, weil sie eben etwas aus dem Rahmen fällt.
Aber viel wichtiger ist natürlich der Inhalt und diese Geschichte hat es wirklich in sich und ist viel düsterer, als ich nach dem Klappentext gedacht hatte.
Aber in sich ist sie total stimmig und auch der flüssige Schreibstil hat dazu beigetragen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Lor ist eine faszinierende Protagonistin, die sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Für mich hätten es nicht so viele direkte, spicy Szenen sein müssen, aber es war ok. Der Anfang hat bei mir viele Fragen aufploppen lassen, die meisten davon wurden jedoch im Verlaufe des Buches geklärt. Allerdings bleibt am Ende noch so viel offen und macht neugierig auf den Fortgang dieser düsteren Geschichte.
Die Welt von Ouranos wird gut und anschaulich beschrieben, so dass ich sie mir vorstellen konnte.
Genial
Mörderfinder – Stimme der Angst von Arno Strobel
Auch der vierte Teil mit dem Fallanalytiker Max Bischof hat mir gut gefallen. Allerdings kamen mir dieses Mal schon relativ früh Ideen zum Täter, die sich am Ende dann auch bestätigt haben. Das hat meiner Freude und der Spannung jedoch nicht geschadet.
Professor Bormann, der ehemalige Mentor von Max, ist gestorben und hat ihm ein Notizbuch hinterlassen, das erstaunliche Dinge enthält.
Auf der Beerdigung des Professor kann Max seinen Augen nicht trauen, denn er meint, dort Jenny zu sehen, seine ehemalige Freundin, die jedoch vor Jahren gestorben ist. Doch diese Frau ist nicht mit Jenny verwandt, aber Max ist dennoch zur Stelle, um ihr zu helfen.
Ich habe mich sehr über das Wiedersehen mit Marvin, dem Psychologen, gefreut. Ein toller Charakter! Das Ende deutet bereits auf eine Fortsetzung dieser Reihe hin, über die ich mich sehr freuen würde.
Wie immer ist der Schreibstil super und sehr anschaulich und die Geschichte verliert zu keinem Moment ihre Spannung.
Genial finde ich auch wieder die Lesung des Hörbuchsprechers Dietmar Wunder.
Kreative Farbenmagie
Cast in Firelight - Magie der Farben von Dana Swift
Eine kreative Farbmagie erwartet uns hier in diesem Buch. Zu Anfang musste ich ab und an noch in der Liste nachschauen, welche Farbe denn nun für welche Art der Magie zuständig ist, aber schon bald habe ich den Überblick gehabt, vor allem durch das "Regenbognen", bei dem nacheinander mit allen Farben der Magie gegeneinander gekämpft wird.
Immerhin neun Arten, wenn man sie denn alle beherrscht, was allerdings nur wenige können.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Adraa, der Thronfolgerin von Belwar, und Jatin, dem Prinzen von Naupure, erzählt. Schon als Kinder sind beide einander versprochen worden, aber nun haben sie sich viele Jahre nicht gesehen, denn Jatin wurde an der Akademie ausgebildet. Adraa hat sich inzwischen mit Jatins Vater, dem Maharadscha, angefreundet und kennt diesen viel besser als der Sohn seinen Vater.
Es kommt jedoch zu Anfang zu einer Verwechslung, so dass die beiden jeweils denken, jemand anderen vor sich zu haben. Dieses Spiel wird aber nicht klischeehaft ausgespielt. Überhaupt gibt es hier keine kitschige, vorhersehbare, konfliktbelastete Liebesgeschichte mit einem ewigen Hin und Her. Im Vordergrund steht der Kampf gegen die Feinde und für das Volk. Denn Adraa setzt sich sehr für das Volk ein und arbeitet auch im Untergrund dafür.
Eine sehr kreative Geschichte mit einem indisch/hinduistisch angehauchten Setting, aber doch einem ganz eigenen System. Mit viel Humor, so einigen Kämpfen und gegen Ende hin auch ein paar Überraschungen. Mir hat es sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den Folgeband.
Der Preis des Erfolgs
Die Influencerin von Rebecca Russ
Die bekannte Influencerin Sarah Rode hat von jetzt auf gleich ihren Account geschlossen und sich aus der Social Media Welt komplett zurück gezogen. Sie wird regelrecht angefeindet, für den Tod eines jungen Mädchens schuldig zu sein. Doch schon bald wird ein Fake-Account eröffnet mit Bildern von Sarah, deren Herkunft sie sich nicht erklären kann.
Dieser Account dient dazu, sie noch weiter runter zu machen. Wer hat diesen erstellt? Wer folgt ihr bis in ihr Haus? Greift in ihr Leben ein?
Schon zu Beginn des Buches erhalten wir Einblicke in die Psyche eines Stalkers. Und auch jedem Kapitel vorangestellt werden Hasszitate.
Ein Einblick in das Schein und Sein von Influencer*innen und eine Geschichte, die sich am Ende doch als komplexer erweist als zuerst gedacht, auch wenn einiges schon zu erahnen war.
Mir hat das Buch gut gefallen und Einblicke in das Leben erfolgreicher Influencer*innen gegeben. Die Hörbuchsprecherin Jasmin Shaudeen kannte ich noch nicht, hat das Buch aber gut präsentiert.
Cold Case Ermittlung mal anders
Die Influencerin von Rebecca Russ
Wer tötete Luke Ryder? Auch nach zwanzig Jahren wurde sein Mörder nicht gefasst und nun versucht sein Stiefsohn Guy, damals noch ein Kind, es mit einem TrueCrime Format, mit einer Serie - Infamous -, die ganz klassisch wie früher, erst nach und nach in sieben Teilen erscheinen wird. Das Buch enthält Mails, Zeitungsausschnitte, Bewerbungsunterlagen, Vorstellungen der Familienmitglieder, Regieanweisungen,.
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Interessant gemacht, manches spannend geschrieben, einiges eher nicht so. Ich habe ehrlich gesagt länger gebraucht, bis mich die Geschichte packen konnte, denn die Sammlung an Informationsschnippseln hat mir zu lange gebraucht, bis es dann wirklich spannend wurde. Insgesamt gesehen eine tolle Idee, aber meiner Meinung nach hätte gleich zu Beginn mehr Spannung aufgebaut werden müssen.
Ein Rätselraten, das sich meiner Meinung nach zu sehr in Details verliert. Ich fand es nicht schlecht, aber auch nicht überragend.
Spannender Auftakt
Kaltblütige Lügen von Karen Rose
Karen Rose war für mich immer ein Garant für Spannung auf hohem Niveau und somit war ich natürlich neugierig auf ihre neue Reihe. Schon das genial aufgemachte Cover baut Spannung auf - gerade weil es eben nicht in den klassischen Thriller-Farben gehalten ist. Aber die Handschellen deuten eben hintergründige Spannung an.
Mit Detective Kit McKittrick und dem Psychologen Sam Reeves ist der Autorin ein gutes Duo gelungen. Die Hintergrundgeschichte nimmt nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Raum ein.
Es geht um eine Mordserie an Frauen, um Handschellen und um Verdächtigungen gegen den Psychologen, um die Vergangenheit der Polizistin.
Der Schreibstil sowie die Ausgestaltung der Figuren ist überzeugend, die Geschichte schafft es über die ganze Länge zu unterhalten und der Spannungsaufbau gestaltet sich langsam und dann immer rasanter. Die Auflösung am Ende ist anders als ich gedacht hätte, aber logisch nachvollziehbar - genau so soll es sein.
Ein perfekter Reihenauftakt, der bereits neugierig auf weitere Fälle der San-Diego-Reihe macht.
Genial
James von Percival Everett
Ich liebe den Schreibstil und die Bücher von Percival Everett und somit war ich sehr neugierig auf seine Version/Adaption der Geschichte von Huckleberry Finn, Tom Sawyer und Jim, auf den wir hier eine ganz neue Sicht bekommt. Denn Jim erzählt seine Geschichte - die Percival Everett als Hommage an Mark Twain sieht, wie er im Nachwort schreibt.
Ich erinnere mich gut an die Originale, da ich als Kind diverse Hörspiele davon hatte. Und so gab es für mich immer wieder Aha-Momente und ich erinnerte mich daran, wie diese Szenen bei Mark Twain waren. Und bei diesem Buch hatte ich immer wieder das Gefühl, dass sie so doch viel überzeugender sind.
Jim und die anderen Sklaven sind überhaupt nicht dumm und sie können auch völlig akzentfrei sprechen, aber weil sie eben dem Bild entsprechen wollen und sich hinter den Rücken ihrer Besitzer über diese lustig machen, verhalten sie sich so klischeehaft. So tut Jim zu Beginn nur so, als würde er schlafen, als Tom und Huck ihm Streiche spielen.
Nichtsdestotrotz darf man bei all dem Spaß nie vergessen, dass es um ernste Themen wie Rassismus, Menschenhandel, Sklaverei, Erniedrigung,... geht. Und dieser Spiegel wird uns immer wieder vorgehalten.
Natürlich kann man dieses Buch auch lesen, wenn man die Vorlage nicht kennt, aber ich denke, dann ist es nur halb so gut.
Für mich ist das Buch mein erstes Highlight in diesem Jahr.
Unterhaltsam
Das Mörderarchiv von Kristen Perrin
Die Hörbuchsprecherin Anne Düe kannte ich bisher noch nicht, aber ihre Arbeit hat mir gut gefallen. Gerne habe ich mir von ihr diesen interessanten Fall vorlesen lassen.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Annie, unterbrochen von Teilen aus dem Tagebuch der jungen Frances, so dass man nach und nach mehr über die Vorgeschichte erfährt.
Wie schon auf dem Cover zu erfahren ist, stirbt Tante Frances. Eigentlich Annies Großtante und sie hat sie nie kennen gelernt. Aber nun soll Annie den Mordfall an der Großtante aufklären und wenn sie schneller ist als der andere Kandidat, dann erbt sie alles. Annie hat gerade eh nichts zu tun und was gibt es besser für eine angehende Krimischriftstellerin als in einem realen Mordfall zu ermitteln, der nun wirklich äußerst bizarr ist.
Immer wieder werden neue Verdächtigungen ausgesprochen, Annie taucht immer tiefer in den Fall und das Dorfleben ein. Aber wird sie den Fall auflösen? Und droht vielleicht auch ihr Gefahr?
Ein äußerst unterhaltsamer Krimi mit einem etwas anderen Ansatz. Hat mir wirklich gut gefallen.
Ein bedeutender Fund
Das Lächeln der Königin von Stefanie Gerhold
Vorab ein Hinweis zum Klappentext: am besten nicht direkt vor der Lektüre des Buches lesen, denn er verrät einfach zu viel und greift zu weit vor.
Dieses Buch kam mir vor wie eine Mischung aus einem Roman und einem Sachbuch. Die Ausgrabungen in Ägypten, ein Rückschritt ins Jahr 1897, aber ansonsten spielt die Handlung ab 1912, dem Jahr, in dem die Büste der Nofretete von Borchardt entdeckt wurde.
Erzählt wird der Roman aus der Sicht des Industriellen James Simon, einem Mäzen und Förderer der Archäologie, der Kunst aber auch vieler sozialer Projekte.
Die Autorin erklärt im Nachwort, dass sie aus vielen Mosaikstücken von Quellen einen Roman geschrieben hat, der viele Lücken geschlossen hat mit schriftstellerischer Freiheit.
Auf mich wirkte der Roman oftmals wie eine Zusammenfassung, dann verharrte er wieder auf der Stelle. Nicht immer steht die Büste im Mittelpunkt, aber sie rutscht auch nie komplett in den Hintergrund.
Eine interessante Erzählweise mit vielen bekannten Persönlichkeiten der damaligen Zeit. Sogar der Kaiser erhält seinen Auftritt, aber auch die Reformbewegung, jüdisches Leben in Deutschland vor und nach dem Ersten Weltkrieg und vieles mehr.
Wieder genial
Oxen. Pilgrim von Jens Henrik Jensen
Ich liebe die "Oxen"-Reihe von Jens Henrik Jensen und auch in dem neuen Band ist es dem Autor wieder einmal gelungen, das Spannungsniveau auf allerhöchstem Niveau zu halten, über das ganze Buch hinweg. Deshalb empfehle ich auf jeden Fall, sich Zeit frei zu halten, wenn man dieses Buch beginnt, denn einmal angefangen, fällt es unheimlich schwer, es wieder zur Seite zu legen.
Man kann das Buch sicherlich auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber dann fehlt einem meiner Meinung nach zu viel Hintergrund und vor allem die Entwicklung von Oxen macht hier auch einen Großteil der Bücher aus.
Klar, es ist nicht alles glaubhaft, aber das spielt hier auch keine Rolle, denn so ist es einfach unglaublich spannend, rasant, auch wieder sehr politisch, komplex und immer wieder überraschend.
Jens Henrik Jensen hat eine facettenreiche Figur erschaffen und sein Schreibstil sowie sein Ideenreichtum sind mega. Mit leisem Bedauern habe ich die letzte Seite dieses Buches gelesen.










