Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Eher Familiensaga als Thriller
Meeresfriedhof von Aslak Nore
Ich liebe historische Romane und Spannungsromane und somit war ich sehr neugierig auf dieses in seinem Heimatland Norwegen so gefeiertes Buch. Wer hier einen megaspannenden Thriller erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein, aber ich habe mich einfach auf die Geschichte eingelassen und geschaut, was mich so erwartet und bin nicht enttäuscht worden.
Neben einer interessanten und abwechslungsreichen Geschichte konnte auch der Schreibstil von Aslak Nore punkten, so dass ich das lange Buch gerne gelesen habe und keine Langeweile aufkam.
Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeiten erzählt und es fühlt sich an wie ein großes Puzzle, das nach und nach wieder zusammen gesetzt werden muss, damit das Geheimnis gelüftet werden kann.
Eine reiche Reederfamilie mit ganz unterschiedlichen Familienmitgliedern und vielen persönlichen Zielen und Geheimnissen. Der Stammbaum zu Beginn des Buches war eine gute Orientierungshilfe.
Ein Raub
A Tempest of Tea von Hafsah Faizal
Bei diesem Buch war ich schon beim ersten Blick auf das Cover total neugierig. Zum Einen, weil es wunderschön aussieht und zum Anderen, weil ich eine große Tee-Liebhaberin bin. Aber das ist gar keine Voraussetzung für dieses Buch.
Hafsah Faizal hat einen komplexen und anspruchsvollen Fantasy-Roman geschrieben, den man nicht mal so eben nebenbei lesen kann.
Aber gerade das ist für mich ein großer Pluspunkt. Der Schreibstil ist einfach etwas Besonderes, auch wenn ich das nicht genau festmachen kann. Ich habe ihn geliebt und auch die vielschichtigen Charaktere.
Die Handlung ist immer wieder unvorhersehbar und man kommt als Leser*in nicht zur Ruhe, sondern muss immer aufmerksam dabei sein.
Arthie hat mir gut gefallen und aus ihrer Perspektive wird am meisten geschrieben, aber es gibt noch weitere. Ihr Teehaus war sehr interessant und vor allem der Wechsel von Tag und Nacht, wenn es zum Treffpunkt der Vampire wird. Das Teehaus wird allerdings bedroht und deswegen muss Arthie mit Jin und einem zusammen gewürfelten Team einen spektakulären Raub begehen. Ein ganz besonderer Vampir-Roman. Das Ende ist ganz gemein und ich hoffe, es geht bald weiter.
Mord in der Sauna
Tödliche Tide in St. Peter-(M)Ording (St. Peter-Mording-Reihe 3) St. Peter-Mording-Reihe von Tanja Janz
Ich habe letztes Jahr bereits den Vorgänger zu diesem Krimifall gehört und war nun gespannt auf den neuen Fall. Inzwischen bin ich auch besser vertraut mit den Beziehungen und Personen, so dass ich mich besser auf die Geschichte einlassen konnte.
Sankt Peter Ording ist immer wieder gut für einen Filmdreh, aber dieses Mal herrscht große Aufregung, denn einer der ganz großen deutschen Schauspieler hat hier seinen Auftritt.
Allerdings wird dieser kurze Zeit später tot in seinem Feriendomizil gefunden, verbrannt in der Sauna. Natürlich mischt Ilva bei den Ermittlungen wieder ordentlich mit, weil ihr Bruder mal wieder nicht den Mund halten kann. Dieses Mal ermittelt auch Freds Vater mit, pensionierter Kommissar aus dem Ruhrgebiet.
Neben den Ermittlungen gibt es wieder viel Lokalkolorit (ich war noch nie dort, aber für diejenigen, die den Ort kennen, ist es bestimmt etwas anderes, weil sie viel wieder erkennen), viel Essen und noch ein Theaterstück, das Ilva mit ihrer Freundin in der Schule probt.
So treten manchmal die Ermittlungen etwas in den Hintergrund und gehen gemächlich voran, dann wird das Tempo wieder angezogen. Insgesamt ein cozy crime mit vielen regionalen Komponenten, angenehm vorgelesen von der Sprecherin Irina Salkow.
Brooke und Noah
Not Worth Saving von Marie Niebler
Brooke wollte eigentlich nicht nach Hause zurückkommen, sie hatte alles hinter sich gelassen und war regelrecht geflüchtet. Warum, das erfahren wir erst relativ spät in diesem Roman und wird deshalb von mir hier nicht verraten.
Aber ihr Vater ist ins Krankenhaus gekommen und somit musste Brooke zurück kommen.
Doch aufgrund der Probleme und Streitigkeiten mit ihrem Bruder fühlt sie sich hier nicht mehr willkommen. Nur bei Noah, doch der ist ausgerechnet der beste Freund ihres Bruders Greysen. Noah hingegen kann den Streit unter den Geschwistern nicht so recht nachvollziehen, denn er hat keine Familie und wäre froh, wenn er eine hätte.
Mir war die Geschichte insgesamt gesehen zu sehr problembelastet und um das Geheimnis, weswegen sich die Geschwister so sehr zerstritten habe, wurde viel zu lange "herumgeschlichen" und immer wieder wurde mir zu sehr dramatisiert. Schade, hier hatte ich mir etwas mehr erhofft.
Liebenswert
Willkommen bei den Grauses 1: Wer ist schon normal? von Sabine Bohlmann
Ottilie freut sich, dass endlich gegenüber neue Nachbarn einziehen, denn das Haus stand definitiv viel zu lange leer.
Aber sie hätte nie erwartet, was sie für Abenteuer mit den neuen Nachbarn erleben würde und was für eine besondere, nun ja, Familie, die Grauses sind. Denn die Mitglieder der Familie Grause sind keine Menschen.
Aber sie müssen sich eingliedern und dürfen auf keinen Fall auffallen, denn sonst werden ihnen Punkte abgezogen. Besonders Opa Grause tut sich schwer mit dem neuen Leben, denn der Waldschrat hat einfach ganz andere Vorlieben.
Ottilie nähert sich langsam an die Kinder an; denkt sich Spiele aus, bei denen die Kinder - sind es nun zwei oder doch drei? - drinnen bleiben können.
Ein sehr warmherziges Buch über das Anderssein, über Warmherzigkeit, Freundschaft, Akzeptanz, aber auch mit ganz viel Humor, bei dem man mit den Charakteren lachen kann - und nicht über sie.
Vielschichtig
Das Schweigen des Wassers von Susanne Tägder
In einem kleinen ostdeutschen Ort kurz nach der Wende. Kommissar Groth kehrt aus dem Westen zurück in seine Heimat, um zu vergessen und einen Neuanfang zu starten. Ein ungepflegter Mann, der trotz Kälte barfuß herumläuft, schnorrt bei ihm Zigaretten. Wenige Tage später ist Siegmar Eck tot. Ertrunken im See.
Allerdings weist vieles auf ein Fremdverschulden hin. Immer stärker kristallisiert sich heraus, dass dieser Fall mit einem ungelösten Mordfall zehn Jahre zuvor zusammenhängen muss. Damals wurde eine junge Schülerin ermordet. Die jüngere Schwester ist auch zurück gekehrt.
Vielschichtige Personen und Zusammenhänge, die sich erst nach und nach offenbaren. Immer wieder spielt die politische Gesamtsituation nach der Wende eine Rolle. Insgesamt eine sehr düstere Atmosphäre, ich habe bei dem Hörbuch immer wieder die Kälte gespürt.
Ein anspruchsvoller Krimi, mit viel Melancholie, aber gut "komponiert" und vorgetragen von Oliver Dupont.
Gefährliche Zeiten
Der Vertraute von Leigh Bardugo
Schon der erste Blick auf das Cover hat mich fasziniert, weil es so düster und gruselig ist und gleich viele Fragen zum Inhalt aufwirft. Und dann natürlich der Name der Autorin.
Leigh Bardugo ist eine begnadete Erzählerin und sowohl ihr Schreibstil als auch ihre Geschichten sind immer wieder etwas Besonderes.
Dieses Mal hat sie einen Roman verfasst, der sich an dem Spanien des Goldenen Zeitalters orientiert, aber natürlich spielt auch hier das Übersinnliche und Fantastische eine Rolle. Die Einbindung des fiktiven Fantasyromans in diese Zeit fand ich sehr gelungen.
Die Protagonistin Luzia wird facettenreich dargestellt und hat auch ihre Probleme, ist nicht in allem gut und gerade das macht sie so authentisch. Luzia erleichtert sich ihren Alltag mit etwas Magie, was verboten ist und gerade in Zeiten der Inquisition auch gefährlich. Und so gerät sie in viel zu große und gefährliche Machtspiele und wird zum Spielball.
Man muss aufmerksam lesen, um den Überblick zu behalten und die komplizierten Gefüge zu durchblicken.
Verstrickungen
Wer zuerst lügt - Thriller von Ashley Elston
Nichts an Elvie Porter ist echt, denn sie ist eine Trickbetrügerin, die sich ein gutes Leben erschaffen hat, das aber jederzeit wie ein Kartenhaus zusammenbrechen kann, denn sie hat keinen einfachen "Arbeitgeber", der eben auch sein eigenes Spielchen spielt. Im Auftrag von Mr. Smith sucht sie nach brisanten Informationen.
Wenn sie allerdings nicht aufpasst, dann ist es Aus und Vorbei mit dem guten Leben. Na ja, eigentlich heißt sie ja auch Lucca Marino. Ihre Aufträge erhält sie erst in vollem Umfang, nachdem sie eine neue Persönlichkeit angenommen hat.
Der Roman wird aus der Sicht der Protagonistin erzählt und man erhält immer wieder neue "Häppchen" aus ihrer Vergangenheit, aber zu keinem Moment hat man den Überblick. Die Liebesgeschichte hätte für mich hier nicht sein müssen.
Rasant und spannend, ein gnadenloses Verwirrspiel, bei dem die Trickbetrügerin selbst betrogen wird.
Die Hörbuchversion wird von Michaela Gaertner spannend vorgelesen.
Nicht mein Buch
Season Sisters - Frühlingsgeheimnisse,2 Audio-CD, MP3 von Anna Helford
Eine neue Reihe über vier Schwestern, die wie die vier Jahreszeiten heißen und es beginnt mit dem Frühling, also mit Spring.
Der Klappentext hat mich auf die Geschichte neugierig gemacht und ich bin dann auch gut gestartet und habe der angenehmen Vorlesestimmt der Sprecherin Marion Dreiseitel zugehört.
Allerdings war mir die Geschichte insgesamt leider doch zu seicht und vor allem wurden hier viel zu viele Klischees angehäuft. Ein wenig mehr Anspruch wäre hier wünschenswert gewesen und vor allem auch so manch eine Überraschung und Abweichung vom Schema.
Für mich war dies leider eine zu seichte Unterhaltungsgeschichte, die allerdings bestimmt auch ihre Liebhaber*innen finden wird.
Ganz nett, aber eben nichts Besonderes, das aus der Menge heraussticht und dann trat die Geschichte leider auch so manches Mal zu sehr auf der Stelle.
Schade, für mich war es leider nicht das richtige Buch.
Meisterhaft
Astrids Vermächtnis - Roman (Schwesterglocken-Trilogie 3) von Lars Mytting
Nach "Die Glocke im See" und "Ein Rätsel auf blau-schwarzem Grund" dürfen wir mit "Astrids Vermächtnis" noch ein letztes Mal zu der Geschichte um die Hekne Schwestern und die Zwillingsglocken in das abseits gelegene norwegische Tal zurück kehren. Dieser Teil spielt von 1936 bis 1945 und Lars Mytting hat mich schon wieder ab den ersten Zeilen mit seinem wunderbaren Schreibstil für sich begeistern können.
Ich empfehle unbedingt, die beiden anderen Teile vorab zu lesen, denn nur so versteht man das große Ganze, worum es hier geht.
Bildgewaltig auch dieser Teil und es geht auch wieder um die Weberinnen des Teppichs. Pfarrer Schweigaard lebt immer noch und bereut zutiefst eine früh getroffene Entscheidung, nämlich den Verkauf der Stabkirche, die in Dresden wieder aufgebaut wurde und wohin auch eine der Glocken kam.
Es geht um die deutsche Besetzung, aber auch wieder viel um das Alltagsleben und um technische Neuerungen, die langsam auch nach Butangen kommen.
Im Mittelpunkt steht Astrid, die Tochter von Jehans und Kristine, aber auch ihr Zwillingsbruder Tarald.
Ein Buch, das tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hat und dem ich in meiner Rezension gar nicht gerecht werden kann.











