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Rezensionen von Gavroche:

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Mordfestival

Der Cocktailmörderclub von Colleen Cambridge

Ich habe erst vor Kurzem den ersten Fall dieser Reihe gelesen und war somit noch gut im "Geschehen" und habe mich sehr auf den zweiten Fall für Phyllida gefreut.
Wir begleiten sie gleich zu Beginn zu den Vorbereitungen des Mordfestivals, zu dem der legendäre Detection Club eingeladen wurde, um den besten Krimi des Mordclubs auszuzeichnen.

Dem Gewinner oder der Gewinnerin ist dann eine Veröffentlichung in einem Verlag sicher. Der Pfarrer wurde mit dem Zusammenrechnen der Punkte beauftragt.
Phyllida als Hausdame von Agatha Christie organisiert mal wieder alles perfekt und achtet auf jedes Detail. So hat sie auch als Einzige für den Notfall ein zweites Paar Schuhe dabei. Doch auch sie schafft es nicht immer, perfekt vorbereitet zu sein. Vor allem dann, wenn der impertinente Chauffeur Bradford mit der unmöglichen Hündin Myrtle auftaucht. Phyllida ist eine Katzenfreundin und kann es gar nicht ausstehen, wenn der junge Hund immer so auf sie zurennt - diese Stellen zeugen mal wieder von einem herrlichen Humor.
Doch nun zum Fall: auf der Party stirbt der Pfarrer. Vergiftet. Aber war er wirklich das anvisierte Opfer? Denn der Cocktail, den er getrunken hat, war der Lieblingsdrink eines der Hobby-Autoren, der immer damit angab. Außerdem hat Phyllida ein verdächtiges Gespräch mit angehört. Der Arzt, Dr. Bhatt, gehört dieses Mal zu den Verdächtigen, denn auch eher hat einen Krimi eingereicht.
Es war ein schönes Wiedersehen und ein gelungener Krimi, der sich bei der Auflösung dann doch komplexer zeigte als gedacht. Tolle Personen, ein kniffliger Fall - ich freue mich schon auf den nächsten Band, um hoffentlich mehr über Phyllidas Vergangenheit zu erfahren.

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Mordfestival
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Wer ist John?

Deep Sleep, Band 1 - Codename: White Knight von Chris Morton

Schon das Cover weist auf einen actionlastiges Buch hin und passt perfekt zur Geschichte.
Ian bzw. John, denn unter diesem Namen lernen wir ihn besser kennen, lebt bei seinen Pflegeeltern, als er einen Anruf per Handy erreicht und dann zu einer gefährlichen Mission aufbricht, die er nur knapp überlebt.

Drei Monate später jobbt er auf einem Jahrmarkt und lebt bei dem Besitzer des Märchenkarussels, der früher als Polizist gearbeitet hat. John hat keinerlei Erinnerungen an seine Vergangenheit, alles ist ausgelöscht. Aber er ist wie eine geladene Waffe, die jederzeit aktiviert werden kann...
Neben der Perspektive des Jungen gibt es noch ein paar andere, die alle in Kursivschrift verfasst sind und zum Teil früher spielen. Ein Geheimprogramm mit Jugendlichen, das eigentlich gestoppt wurde, dann aber doch wieder reaktiviert wurde. Wer gehört zu den Guten, wer zu den Bösen?
Im Prinzip nicht schlecht, aber an manchen Stellen waren einige Ausdrücke zu vulgär. Außerdem erinnert der Aufbau etwas zu sehr an Alex Rider und Co.

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Wer ist John?
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Wie wird man ein Held?

Heldenhörnchen und Drachenfreund von Annika Scheffel

Auf dem Cover sieht man ein kleines Eichhörnchen, das auf dem Rücken eines Fabeltieres sitzt, das mich im ersten Augenblick eher an ein Einhorn als an einen Drachen erinnert hat. Aber im Laufe des Buches erfährt man, weshalb dieser Drache so bunt ist.
Das Buch ist schön herbstlich illustriert, bereits die Innenklappen sind eine wahre Augenweide.

Es gibt Seiten mit Illustrationen, großen und kleinen, aber auch Seiten ohne Illustration und deshalb ist es eher ein Buch zum Vorlesen, denn es bietet so viele Themen, die aufgegriffen werden können.
So lügt das Eichhörnchen ganz gerne mal und passt die Wahrheit an, allerdings kommt es damit eben auch nicht sehr weit.
Hier werden große Themen angesprochen wie Mut und Freundschaft, aber wir lernen auch einiges über den Herbst und auch den Winter.
Und jetzt weiß ich auch, warum Drachen keine Helden mögen - eigentlich logisch, oder?

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Wie wird man ein Held?
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Judy und Co ermitteln wieder

Mrs Potts' Mordclub und der tote Bräutigam von Robert Thorogood

Wie bereits der erste Teil dieser Reihe, hat mir auch diese Ermittlung wieder viel Freude bereitet. Ein gelungener cozy crime mit viel britischem Flair.
Seit dem ersten Fall haben sich die Mitglieder des Mordclubs allerdings dezent gelangweilt, denn es ist einfach nichts Spannendes passiert. Nun ja, jetzt gibt es immerhin eine Hochzeit zu feiern, was Abwechslung vom öden Alltagstrott verspricht.

Denn Judy Potts wird vom angehenden Bräutigam angerufen, da er sich bedroht fühlt. Sie wird zu einer exquisiten Party einen Tag vor der Hochzeit eingeladen, um ihm zu helfen. Aber dann stirbt er in seinem abgeschlossenen Arbeitszimmer - ein toller Ausgangspunkt für einen locked room Krimi.
Die Ermittlungen haben mir wieder gut gefallen und auch die so ungewöhnlichen und unterschiedlichen Mitglieder des Clubs waren wieder einmal genial. Die drei Frauen tüfteln und knobeln und man ist mittendrin.

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Judy und Co ermitteln wieder
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Nachkriegskrimi

Helle Tage, dunkle Schuld von Eva Völler

Eva Völler nimmt uns in ihrem historischen Kriminalroman mit auf die Reise ins Jahr 1948 nach Essen. Der Krieg ist erst seit knapp 3 Jahren vorbei, aber immer noch sind die Nachwirkungen zu spüren. Die Entnazifierung läuft nur schleppend voran, das Ruhrgebiet liegt in Trümmern, Not und Elend herrschen.

Aber es gibt auch Hoffnungsschimmer.
Carl Bruns ist Kriminalbeamter bei der Polizei Essen. Seit dem Ende des Krieges darf er diesen Beruf ausüben. Eine Frau fällt aus dem Fenster; doch schnell ist klar, dass es sich hierbei um Mord gehandelt hat. Ihr Sohn wird gesucht, da er als Mitglied der SS verantwortlich für viele Morde und Gräueltaten war, unter anderem für eine Massenerschießung.
Bei den Ermittlungen trifft Carl auch seine Jugendfreundin Anne wieder, die mittlerweile verwitwet ist.
Recht bald zeigt sich, dass es persönliche Verstrickungen in dem Fall gibt.
Sehr gut recherchiert, emotional und spannend geschrieben. Ein gutes Bild des Ruhrpotts der Nachkriegszeit, das verbunden wird mit einem spannenden Kriminalfall.

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Nachkriegskrimi
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Magisch

Threads of Power von V. E. Schwab

Das Cover mit dem Stadtplan von London in einem hellen Grauton im Hintergrund und mit den roten und goldenen Akzenten gefällt mir richtig gut.
Ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen, bevor ich dieses Buch lese, noch die Vorgängerreihe der "Shades of Magic Trilogie" zu lesen, habe es dann aber doch nicht geschafft, werde dies aber nun noch nachholen.

Man kann dieses Buch auch ohne die Vorkenntnisse lesen, aber wie es so oft ist, macht es einfach mehr Freude, wenn man schon gewisse Vorkenntnisse mitbringt, denn hier trifft man auf viele Charaktere, die weiter entwickelt wurden.
Wie immer hat mich der wunderbare Schreibstil von V.E. Schwab tief in die Geschichte eintauchen lassen und mich wieder einmal verzaubert. Durch die Multiperspektivität erhält man eine größere Bandbreite und die Welt ist konsequent durchdacht. Es gibt auch einiges an Actionszenen, allerdings lässt sich die Autorin auch viel Zeit beim Erzählen der Geschichte, was mir gut gefallen hat.
Die Protagonistin Lila Bard - das Cover passt hier richtig gut - ist gut und fascettenreich ausgearbeitet. Die unterschiedlichen Londons werden ebenso gut erläutert.
Eine tolle Geschichte, die motiviert, die "Shades of Magic" endlich zu lesen.

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Berührend

Die Kinder des Don Arrigo von Ivan Sciapeconi

Dieses Cover hat bei mir sofort die Gefühle von Einsamkeit, Verlassenheit und Traurigkeit hervorgerufen, obwohl es in einem anderen Kontext auch ganz anders gedeutet werden kann, aber da hatte sich bei mir bereits der Klappentext "eingebrannt". Ein wirklich gelungenes Cover, das so viel zeigt, ohne es direkt zu zeigen.

Ich habe bereits sehr viele Romane gelesen, die zur Zeit des Dritten Reiches spielen, auch welche, die in Italien spielen, aber keines davon hat es geschafft, mich so sehr zu berühren, wie dieses Buch.
Es ist immer wieder unglaublich, wieviel gute Menschen und wie viel Hoffnung es doch in dieser so "dunklen" Zeit gegeben hat und wie viele mutige Menschen - jeder auf seine Weise - Widerstand geleistet haben. Auch ganze Dörfer, die zusammen halten.
Eine überaus emotionale Geschichte, voller Traurigkeit, aber auch Hoffnung. Schweren Momenten und dann wieder kleinen Glücksmomenten.
Ein Roman, der lange nachhallen wird.

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Berührend
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Gefährliche Sendungen

Der Wald von Tibor Rode

An vielen Orten der Welt kommen Sendungen mit Samenpäckchen an, ohne Absender. Die bohnenförmigen Samen keimen schnell, wachsen noch schneller - und sind sehr invasiv und gefährlich für den Menschen.
Der Roman wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Die Hauptperspektive spielt im August 2023. Eine Sichtweise, die von Waverley Park, beginnt bereits 2026 und nähert sich im Laufe des Romans der Gegenwart an.

Marcus Holland ist Biologe, Förster und Sachbuchautor. Er setzt sich für die Pflanzenwelt ein und will ihnen eine "Stimme" geben. Auf einer Lesung in Portland wird er angegriffen und auf einmal ist er mitten im Geschehen, denn er wird als Experte hinzugezogen.
Vieles in der Geschichte entwickelt sich erst langsam und ist erschreckend nah an einer denkbaren Realität.
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und auch spannend ist.
Manche Unstimmigkeiten hätten nicht sein müssen und vor allem die hinzugefügte Liebesgeschichte war meiner Meinung nach hier überflüssig.
Insgesamt aber ein spannender Roman mit einem schlüssigen Ende und einem informativen Nachwort.

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Düsteres Grauen

Ein Fluss so rot und schwarz von Anthony Ryan

Ein Mann erwacht auf einem Boot, ohne eine Erinnerung. Auf seinem Arm findet sich die Tätowierung mit dem Schriftzug "Huxley". Heißt er so? Neben ihm sind noch 6 weitere Personen auf dem Schiff - darunter eine Leiche.
Ich habe schon einige Bücher von Anthony Ryan gelesen und war deshalb nicht weiter überrascht, dass auch dieser Roman übersinnliche Elemente verarbeitet.

Jedoch spielt er nicht in einer fremden Welt, sondern ist er in der Zukunft verankert, einer sehr düsteren Zukunft allerdings. Was haben die grauenhaften Schreie auf sich, die durch den Nebel dringen? Welche Gefahr droht? Was ist das Ziel?
Sehr beklemmend und düster, zum Teil in Richtung Horror. Als klassischen Thriller würde ich das Werk jedoch nicht verstehen, aber wie immer genial und spannend geschrieben - Ryan hat es einfach drauf, auch wenn dieses Buch für seine Verhältnisse überraschend kurz geraten ist.

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Düsteres Grauen
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La bête du Gévaudan

Ich träumte von einer Bestie von Nina Blazon

Ein ungewöhnliches Cover, das unter den zurzeit vorherrschenden Covern aus der Reihe fällt und damit auffällt. Bei mir reichte es, den Namen der Autorin zu lesen und ich war neugierig auf die Geschichte. Als Frankophile war mir die Geschichte der bête du Gévaudan bekannt und damit war ich noch neugieriger auf diese ungewöhnliche Neuerzählung.

Die Protagonistin lebt in der Welt des Internets und der Daten; das ist genau ihr Ding. Allerdings träumt sie auch von mysteriösen, sagenhaften Gestalten und so kommen die Geschichten zusammen. Fleur lebt in Deutschland, aber als ihr leiblicher Vater stirbt, reist sie nach Frankreich und geht somit der Familiengeschichte auf den Grund und kommt so der Geschichte um die bête du Gévaudan näher.
Eine faszinierende Vermischung unterschiedlicher Genre und Zeiten, eine ganz fantastische Geschichte mit einem gewohnt wunderbaren Schreibstil.

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La bête du Gévaudan