Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Solstice:
Ein informatives und kritisches Buch
BERG 2023 - Alpenvereinsjahrbuch von Deutscher und Österreichischer Alpenverein
30 Meter trennen den zweithöchsten Berg Österreichs vom höchsten. Die 3.768 Meter hohe Wildspitze steht beim Alpenvereinsjahrbuch 2023 eindeutig im Vordergrund, nicht nur auf der Titelseite. Der Zustieg vom Bergsteigerdorf Vent aus wird dabei auch mithilfe vieler Bilder von der Erstbesteigung 1848 bis heute ausgiebig zelebriert, aber auch der Gletscherschwund aufgrund der Klimakrise ist Thema.
Übrigens ist es ein Irrglaube, dass das Besteigen von 3.000ern durch fehlendes Gletschereis leichter werden könnte - das Gegenteil ist der Fall, auch im Fall der Wildspitze. Das Mountainbike und seine Auswirkungen auf die Bergwelt steht im zweiten Teil des Buches ganz vorne. Vom urdemokratischen und umweltfreundlichen Bergtransportmittel bis zum Störfaktor in der Betriebs- und Produktionsstätte Forst reicht da die Palette der Betrachtungsweisen, die beschrieben werden. Unterm Strich schreibt das Alpenvereinsjahrbuch 2023 die Tradition des informativ-überblickend-kritischen Panoptikums der Alpen mehr als nur respektabel fort und bietet damit Nahrung für Geist, Auge und Seele für viele Abende.
Ein Fotoband über das Juwel der Alpen wird zum Schmuckstück
Osttirol von Bernd Lenzer
"Osttirol - Alpine Wildnis, zeitlose Schönheit" ist nicht nur vom Format her ein großes Buch. Autor Karl Seidl wohnt seit rund einem Jahrzehnt im Osttiroler Matrei und ist daher in der Lage, die spektakulären Schönheiten des "wilden" österreichischen Bundeslandes quasi als Einheimischer abzubilden.
Und das ist durchaus gelungen: Von Tieraufnahmen von der Gams bis zum Ziesel erstreckt sich dieser gewichtige Prachtband auch über Wasserfälle, Hochmoore, Waldflächen vom Frühling bis in den Winter, Sonnenauf- und -untergängen bis hin zu eindrucksvollen Flugaufnahmen von Adlern über dem Glocknermassiv. Generell kommt der höchste Berg Österreichs auf vielen der insgesamt mehr als 200 bunt bedruckten Seiten vor - zurecht, wird er doch vom Spiel von Sonne, Wind und Wetter quer durch alle Jahreszeiten zum strahlenden Monument der Alpen in Szene gesetzt. Unterm Strich ist Karl Seidl mit diesem Werk ein immer wieder lesenswertes "fotografisches Gedicht" gelungen, das nicht nur in Bücherregalen von Naturliebhabern, sondern auch von Bergsteigern, Kletterern, Schitourengehern oder Amateurfotografen zum gern in die Hand genommenen Schmuckstück wird.
Ein Buch wie ein Urlaub auf der Alm
Auf der Alm von Mathias Kautzky
Franz Klammer erzählt in einem der Kapitel, wo und wie er aufgewachsen ist. Bodo Hell ist der Protagonist einer anderen Geschichte, in der es darum geht, dass eine jener Ziegenherden, die er tatsächlich als Almsenner jedes Jahr im Sommer hütet, verschwunden ist. In den anderen Kapiteln unternimmt man eine wunderbare Reise über Almen zwischen Niederösterreich und der Hochsteiermark, wobei dem Siebenseegebiet im Hochschwabmassiv eine ganz besonders idyllische Erzählung gewidmet ist.
Roten Faden des Buches bilden die Lebenserinnerungen von Almsennerin Leni, die 50 Sommer auf der Schneealm verbracht - und dort einiges erlebe - hat. Kurzum - auf den 160 Seiten ist nicht nur für Bergliebhaber wirklich einiges dabei. Empfehlung!
Auf der Alm von Mathias Kautzky
Allessandra Sarti ist Tirolerin mit italienischen Wurzeln - gute Voraussetzungen, um die Schönheit des alpinen Bundeslandes fotografisch in einem Jahreskalender zu würdigen. Malerisch sind die jahreszeitlich abgestimmten Fotografien von idyllischen Orten unten im Tal oder hoch droben. Auch wer Tirol gut kennt, wird bei den 12 prachtvollen Kalenderblättern mit hoher Wahrscheinlichkeit Neues entdecken oder zumindest bereits bekannte Plätze unter völlig neuem Blickwinkel kennenlernen.
Es lohnt sich, kann ich nur versichern, denn das Fernweh, das durch Allessandra Sartis Fotos zugleich ausgelöst, als auch gestillt wird, ist eigentlich unbezahlbar.
Bergidylle im eigenen Zuhause
Almen 2022 von Mathias Kautzky
Die Almen sind jene Orte, die in Post-Corona-Zeiten massiv an Bedeutung als Tourismusziele zugelegt haben. Grund genug, 12 davon als fotografische Auswahl in einen Jahreskalender zu packen. Schwer ist es bei der bekannten Schönheit der alpinen Almen ja nicht, sie mit der Kamera ins rechte Licht zu rücken, trotzdem ist hier ein sehenswertes Kunststück gelungen: Eine Alm ist schöner als die andere! Menschen und Tiere, vom Grauvieh bis zu Ziegen, sind auf den jahreszeitlich geordneten Kalenderblättern abgebildet und bringen ein Stück hochwillkommener Bergidylle in die eigenen vier Wände.
Spannend wie ein Bergsteiger-Magazin!
BERG 2022 - Alpenvereinsjahrbuch von Deutscher Alpenverein; Österreichischer Alpenverein; Alpenverein Südtirol; Axel Klemmer
Das Alpenvereinsjahrbuch 2022 dreht sich um den Ortler, jenen 3.905 Meter hohen steinernen Giganten im Südtiroler Vinschgau an der Grenze zur Schweiz. Dazu gibt es gleich auf den ersten Seiten ein "Werkstattgespräch" mit Bergführern über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des geführten Bergsteigens - unter den Experten ist auch Kurt Ortler, der mit rund 1.
500 Besteigungen mit hoher Wahrscheinlichkeit der Mensch mit den meisten Besteigungen ist und praktischerweise auch noch so heißt wie sein Lieblingsberg. Die Zukunft ist dann auch Thema eines Beitrags über die Berg-Mobilität, wenn es darum geht, dass die liebgewonnene Anfahrt zu alpinen Zielen mit dem Auto heute aus Klimaschutzgründen als unanständig gilt. Besucherlenkung im Naturpark Ammergauer Alpen wird dann gewürzt mit prächtigen Fotos besprochen, ist doch der regionale Tourismus in Post-Corona-Zeiten genauso massiv angestiegen wie die dadurch hervorgerufenen Probleme. Wo Massentourismus keinerlei Problem darstellt, ist die Antarktis - Thema eines Beitrags von Christoph Höbenreich, der sich auch mit den spektakulärsten Bergen des eisigen Kontinents in Dronning Maud Land beschäftigt. Persönlicher Höhepunkt des heurigen Alpenvereinsjahrbuches ist allerdings der Bericht über Margarete und Elsbeth Große, jene Frauen, die um 1910 (!) mit dem Heißluftballon die Alpen mehrmals überquerten. Kurzum: Wer ein Buch sucht, das zeitlos, aber um nichts weniger spannend ist, als diverse Bergsteiger-Magazine, ist beim Alpenvereinsjahrbuch 2022 ganz sicher goldrichtig.
Große Gipfel, großes Buch
Austria alpin von Robert Demmel
Vom Acherkogel bis zur Wilden Leck bleibt in Robert Demmels, Bernd Ritschels und Herbert Raffalts billiant durchfotografierten Prachtband über Österreichs größte Gipfel kein Wunsch unerfüllt: Dabei werden nicht nur die spezifischen Charakteristika von 52 Bergen aus 16 Gebirgszügen mit viel Poesie und großer Liebe zum Fels beschrieben, sondern auch vollständige Routenhinweise samt benötigtem Material, Auf- und Abstiegsmöglichkeiten und Hüttentipps gegeben.
Die malerischen Fotos bilden dabei eine unverzichtbare Draufgabe und lassen das Herz aller Bergliebhaberinnen und -liebhaber höherschlagen. Auf den 240 großformatigen Seiten wird ein solider Überblick sowohl über allseits bekannte Gipfelziele wie den Großglockner, aber auch Geheimtipps wie Hohe Geige oder Kuchenspitze geboten. Wie es sich für ein aktuelles Bergbuch gehört, bleiben auch kritische Kommentare über den immer schlechteren Zustand der Gletscher aufgrund der Klimakrise nicht ausgespart - gut so! Unterm Strich eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die sich über 3.000 Meter erst so richtig wohl fühlen und "Austria Alpin" nicht nur zur Vorfreude, sondern auch zum Staunen verwenden wollen.
101 Touren vom Arlberg bis ins Walsertal
Das große Vorarlberger Gipfelbuch von Heike Bechtold
Vorarlberg ist anders, seine Berge auch - dieser Leitsatz kommt im "Großen Vorarlberger Gipfelbuch" deutlich zum Tragen, geben seine zahlreichen hochaufgelösten Fotos doch einen repräsentativen Überblick über die Berge des "Ländles", die den Schweizer Alpen schon deutlich näher sind als der Rest des österreichischen Alpenraums.
Dabei ist jede einzelne der 101 beschriebenen Touren mit praktischen Details wie Einkehrmöglichkeiten und den "Gut-zu-wissen"-Tipps ausgestattet: So werden etwa Möglichkeiten angegeben, wie man die Wanderungen einfach verlängern kann, oder auch Gefahren wie Steinschlag kundgemacht. Dass Autorin Heike Bechtold alle Touren intensiv selber abgegangen ist, merkt man dabei zwischen den Zeilen ganz deutlich - ebenso, wie ihre große Liebe zu Bergen und Tälern. Kurzum: Wer einen zuverlässigen Bergführer gleich für mehrere Jahre sucht, kann unbesorgt zu diesem Buch greifen - wenn man sich den Kaufpreis auf die 101 Touren hinunterrechnet, kommt man nirgendwo günstiger und vor allem lohnender weg.
Perfekt für Bergliebhaber
Das große Zillertaler Wanderbuch von Sektion Zillertal des Österr. Alpenvereins
Wichtig sind bei Wanderbüchern aller Art nicht nur schöne Fotos, ein guter Überblick und Touren-Geheimtipps, sondern auch die leichte Lesbarkeit und Übersichtlichkeit aller Infos. Das ist den Autoren vom "Zillertaler Wanderbuch" mehr als nur gut gelungen: Alle wichtigen Detailinfos zu den wunderbaren Touren durch das romantische Zillertal sind auf den ersten Blick einfach zu erfassen.
Aber auch die Streckenführung ist detailliert ("...beim ersten Gatter entlang des Zauns die Markierung suchen...") und noch dazu mit historischen Fakten aufgewertet - man bekommt so nicht nur wertvolle Wandertipps, sondern gleichsam eine geführte Tour durch die Perle Tirols! Dazu flechten die Autoren immer wieder interessante Nebeninfos in die Texte ein, wie etwa die drohende Zerstörung von Rauenkopf und Kreuzjoch durch geplante Schipisten der Seilbahnwirtschaft. Unterm Strich ein höchst empfehlenswertes Tourenbuch in bewährter Tyrolia-Qualität, der in keinem Tiroler Wandersommer fehlen sollte!
Wenn der Nationalpark spricht
Nationalpark Hohe Tauern von Susanne Schaber
Mehr als 1.800 Quadratkilometer unter Schutz gestellt Natur, aufgeteilt auf Kärnten, Salzburg und Tirol: Der Nationalpark Hohe Tauern mit seinen rund 20.000 Tier- und 3.500 Pflanzenarten, 342 Gletschern, 279 Bächen, 26 Wasserfällen, 551 Seen und rund 300 Dreitausendern wird mit Susanne Schabers und Herbert Raffalts Pracht-Bildband ein literarisches Denkmal.
Als Ort der Sehnsucht, des (Gipfel-)Siegs und des Scheiterns hat er sich das längst verdient, stand seine Rettung vor ökonomischen Interessen doch nicht immer unter gutem Stern: Autorin Schaber und Fotograf Raffalt widmen sich auf den rund 190 Seiten nicht nur den landschaftlichen und kulturellen Schönheiten des Nationalparks, sondern auch der Geschichte und den Geschichten seiner Entstehung. Da kommt Künstler Bodo Hell genauso vor wie die Dichterin Susanne Fritz, die beide die Rauriser Literaturtage mit ihren Werken tief geprägt haben. Raffalts oft spektakuläre Fotos ergänzen Schabers detailkundige und sensible Texte dabei stets kongenial und der gewohnten professionell-harmonischen Zusammenarbeit entsprechend - ist der vorliegende Überblick über Berge, Täler und Menschen doch nicht das erste gemeinsame gedruckte Werk. Kurzum: "Naturparadies im Herz der Alpen" ist sowohl für jene, die sich gern durch visuelle Eindrücke beeindrucken lassen, als auch für Liebhaber kultureller Einzigartigkeiten und geschichtlicher Hintergründe unbedingt empfehlenswert! Aber auch routinierte Bergsteiger werden sich auf der einen oder anderen Seite durchaus zu bisher noch ungekannten Touren inspirieren lassen. Insgesamt ein Buch, das (deutlich!) mehr ist, als nur die Summer seiner Seiten!










