Kunden em pfehlungen
Rezensionen von BarbaraM:
Ein berührender, schöner und tiefgründiger Roman
„Zwei Wochen im Juni“ von Anne Müller ist 2020 im Penguin Verlag herausgebracht worden und umfasst in der gebundenen Ausgabe 240 Seiten.
Die zwei unterschiedlichen Schwestern Ada und Toni treffen sich in ihrem alten Elternhaus an der Ostsee. Die Mutter der beiden ist vor kurzem verstorben und nun wollen sie das Haus verkaufen und müssen es deshalb ausräumen.
In beiden steigen dabei Erinnerungen an die Kindheit auf, die sie nochmals teilen, aufarbeiten, mit der Gegenwart vergleichen und neue Entschlüsse fassen.
Anne Müller gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren flüssigen und ruhigen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Bei mir sind die Seiten einfach nur dahingeflogen und ich habe dieses Buch in einem „Rutsch“ gelesen. Ich fühlte ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen anbelangt mit und konnte mich gut in die beiden Protagonistinnen hineinversetzen und deren Gefühle und Gedanken nachvollziehen und teilen.
Gut gefallen hat mir auch, dass Anne Müller mithilfe von vielen Gegenstände im Haus die Erinnerungen an Geschehnisse in der Vergangenheit der beiden Schwestern festgemacht hat. Dies hat mich sehr an mich selbst erinnert, wenn mein Blick an vergangenen Dingen hängen bleibt oder ich Gerüche aufnehme, die Erinnerungen in mir aufsteigen lassen.
Fazit: Ein schöner, authentischer, feinfühliger und sehr lesenswerter Roman, der nicht nur an der Oberfläche bleibt und sich mit dem Thema „Abschiednehmen“ wunderschön auseinandersetzt. Man merkt dem Buch an, dass es mit ganz viel Herzblut verfasst wurde.
Es war für mich ein schönes Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Ada und Toni einzutauchen.
Ein wunderbares Buch über die Geschichte Tibets und zweier tibetischer Freunde
Der Kaufmann und der Rinpoche von Aljoscha Long; Ronald Schweppe
„Der Kaufmann und der Rinpoche: Leben, Sterben und Dazwischen“ von Aljoscha Long und Ronald Schweppe verfasst ist 2020 im Diederichs Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 240 Seiten.
Gleich zu Beginn möchte ich anmerken, dass es sich hier um ein wirklich sehr lesenswertes, tiefsinniges und berührendes Buch handelt, das ich schon jetzt zu meinen persönlichen Highlights 2020 wähle.
Dorjee Wanchuck und Sonam Tsering sind seit Kindesbeinen an wirkliche Freunde. Zwar haben sie sich immer einmal wieder aus den Augen verloren, aber niemals aus dem Herzen. Dorjee und Sonam sind ganz unterschiedliche Wege in ihrem Leben gegangen. Dorjee strebte nach Macht und Geld und wurde letztendlich ein wohlhabender tibetischer Kaufmann und Sonam entschied sich für den Weg eines tibetischen, buddhistischen Mönches und ein Leben im Kloster. Als der Kaufmann im Sterben liegt, bittet er seinen Freund um die Lesung des Tibetischen Totenbuches, den Bardo Thödol. Sonam erfüllt seinem Freund diesen letzten Wunsch und begleitet ihn auf seinem Weg durch die Zwischenwelt, den Bardo. Auch hier erweisen sich beide als tief verbundene Freunde. Eingebettet ist diese wunderbare Freundschaftsgeschichte in die historische Geschichte Tibets.
Aljoscha Long und Ronald Schweppe haben in ihrem Buch einen tollen Schreibstil gefunden: flüssig, locker, leicht, unterhaltsam, tiefsinnig, berührend… Ach, ich mag gar nicht aufhören, davon zu schwärmen, denn der Schreibstil hat mir einfach so sehr zugesagt und ich habe die ganze Geschichte einfach sehr genossen. Die Autoren haben es von der ersten Seite an geschafft, dass ich das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen wollte, ich war einfach so sehr in der Welt von Sonam und Dorjee gefangen und es hat mich wirklich tief berührt. Ich habe mitgefiebert, mitgelacht und mitgeweint und ich konnte mich wunderbar in die beiden gegnsätzlichen Protagonisten hineinversetzen.
Man merkt, dass Aljoscha Long und Ronald Schweppe viel Herzblut in ihr Buch gesteckt haben und jedes Wort sehr bewusst und voller Gefühl und dem nötigen Wissen geschrieben haben.
Ich habe durch dieses Buch viel über den Buddhismus erfahren und auch über die Geschichte Tibets. Dies hat mich sehr bereichert und dieses Buch wird sicherlich noch lange in mir nachwirken.
Fazit: Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter. Es hat mich wunderbar unterhalten, hat mich schmunzeln lassen, nachdenklich gestimmt und ich weiß nun ein bisschen mehr über die Grundgedanken des Buddhismus und die Geschichte Tibets.
Ein toller Roman, ein wunderbares Leseerlebnis. Vielen lieben Dank hierfür!
Hier wird Abenteuerlust geweckt
Das Museum der Welt von Kloeble Christopher
„Das Museum der Welt“ von Christopher Kloeble ist 2020 im dtv-Verlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 528 Seiten.
Bartholomäus, ein zwölfjähriger indischer Waisenjunge, begleitet die drei Brüder Schlagintweit auf ihrer Expedition durch das koloniale Indien und den Himalaya.
Dies ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass er ein Sprachtalent ist und als Übersetzer von den Brüdern „engagiert“ wird. Die Expedition findet im Jahr 1854 statt und wird von Alexander Humboldt unterstützt. Bartholomäus, der äußerst wissbegierig und talentiert ist, zeigt die Expedition aus ausschließlich seiner kindlichen Sicht auf und hat es sich zum Ziel gesetzt, das erste Museum Indiens zu gründen.
Christopher Kloeble gelingt es in seinem Roman den Leser durch seinen feinfühligen, luftigen und humorvollen Schreibstil in den Bann zu ziehen.
Sehr genossen habe ich es, so viele unterschiedliche Eigenschaften der Menschheit in einem Buch vorzufinden – von Liebe bis zum Hass, von Weiß bis Schwarz und dazwischen alle Grau-Schattierungen, - von westlicher Überheblichkeit, der Arroganz der Mächtigen im eigenen Land, von der Suche nach der Identität und Heimat, von Liebe, kindlicher Naivität, Neugierde, Forscherdrang…
Das war für mich absolut faszinierend, ebenso wie die Tatsache, dass es die Brüder Schlagintweit und ihre Expedition tatsächlich gegeben hat, der Junge Bartholomäus jedoch eine erfundene Gestalt von Christopher Kloeble ist. Christopher Kloeble verknüpft in seinem Buch absolut gekonnt wahre Begebenheiten und fiktive Elemente.
Fazit: Ein tiefgründiger und lesenswerter Abenteuerroman.
Es war für mich ein schönes Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Bartholomäus einzutauchen.
Immer wieder eine großartige Überraschung!
Wenn man vom Teufel spricht von Heinz R. Kunze
„Wenn man vom Teufel spricht“ von Heinz Rudolf Kunze ist 2020 im adeo-Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 320 Seiten.
Heinz Rudolf Kunze veröffentlicht in seinem Buch 200 seiner ganz mannigfaltigen Texte, die nach ihrem Entstehungsdatum geordnet sind. Er schreibt über das Alltagsleben, über die Liebe, über das politische Weltgeschehen, über das Alter und das Altern.
Er klagt mit seinen Texten an, bewundert und liebt, distanziert sich, albert herum, ironisiert, politisiert, überrascht, stimmt nachdenklich, freut sich, schaut zurück, verbindet sich und zeigt seine persönlichen Gedanken, Stimmungen und Haltungen auf.
Ich mag dieses Buch sehr, aber es an einem Stück zu lesen fällt mir schwer und ich denke, dass dies auch kein Muss ist.
Ich blättere gerne vor und zurück und bleibe an einer Geschichte hängen oder an einem Gedicht, einem Anstoß und das gefällt mir sehr gut. Mit manchen Texten kann ich mehr anfangen, mit anderen weniger. Manche regen mich zum Nachdenken an, zu manchen finde ich erst einmal keinen Zugang. Und genau das macht es für mich so reizvoll.
Für mich ist dieses Buch eine schöne Überraschungskiste und ich habe es immer wieder in der Hand.
Ein informatives, kreatives, inspirierendes und wunderschön bebildertes Garten-Erlebnis
Mein Wabi Sabi-Garten von Annette Lepple
„Mein Wabi Sabi-Garten: Respektvoll gestalten, achtsam genießen. Der Weg zum perfekt unperfekten Garten“ von Annette Lepple ist 2020 im Verlag Eugen Ulmer erschienen und umfasst 144 Seiten.
Das vorliegende Buch betrachtet das Thema Garten auf der einen Seite eher Philosophisch und ästhetisch, auf der anderen Seite gibt die Autorin aber auch viele praktische Gestaltungsideen und Tipps und begeistert das Auge des Lesers/Betrachters durch unglaublich schöne, inspirierende Fotos.
In einem ersten Kapitel bringt Annette Lepple dem Leser ganz allgemein nahe, was denn eigentlich Wabi Sabi ist, nämlich die Schönheit der Unvollkommenheit. Dieses ästhetische Konzept ist sehr eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden.
Im zweiten Kapitel wird dann die Verbindung des Wabi Sabi zum Garten hergestellt und die Autorin geht auf Themen wie Wasser, Asymmetrie, Pflanzenstil usw. ein.
Ein großes Augenmerk liegt dann in einem dritten Kapitel, das sich mit den Pflanzen im Wabi Sabi-Garten beschäftigt. Pflanzen werden in all ihren Stadien betrachtet, vom selbstständigen Aussäen bis zum Verwelken und schließlich zum Vergehen.
Der Autorin gelingt es mit ihrem angenehmen und informativen Schreibstil, dem Leser ihre Leidenschaft für das Konzept des Wabi Sabi nahe zu bringen. Ihr gelingt dies auf sehr positive, ruhige und anschauliche Art und Weise. Viele Tipps, Tabellen und wunderbare Fotos lassen das Buch zu einem absoluten Leseerlebnis werden.
Fazit: Ich nehme dieses Buch immer wieder gerne zur Hand. Es entschleunigt mich und meine Art des Umgangs mit meinem Garten auf eine positive Art und Weise. Liegt nicht gerade in der Unvollkommenheit die Vollkommenheit? Schluß mit der geplanten Perfektion! Wabi Sabi tut mir und meinem Garten sehr gut.
Ein wunderbares Sachbuch über Kleopatra, die mächtigste Frau der Antike
Kleopatra und der Mantel der Macht von Maria Regina Kaiser
„Kleopatra und der Mantel der Macht“ von der Autorin Maria Regina Kaiser und dem Illustrator Klaus Puth ist 2020 im Impian Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 152 Seiten.
Wir sind mittlerweile sehr große Fans dieser rundherum gelungenen Sachbücher von Regina Maria Kaiser.
Alle Bücher haben das tolle Konzept, dass historische Informationen zur Hauptfigur in eine spannende, „fiktive“ Geschichte eingebunden sind. Der Autorin gelingt es so, ihre eigene Begeisterung für geschichtliche Ereignisse und Persönlichkeiten auf den Leser zu übertragen. Zudem schreibt sie klar, leicht verständlich und eben auch sehr unterhaltsam. Ganz nebenbei werden Daten und Fakten übermittelt und dies alles auf kindgerechte Art und Weise.
In ihrem Buch über Kleopatra erzählt die Perlenstickerin Syris, die als Sklavin für 20 Jahre an Kleopatra gebunden ist, von ihrem Alltag mit der berühmten Persönlichkeit. So wird Kleopatra von vielen Seiten beleuchtet und der Leser kommt ihr Schritt für Schritt näher.
Viele Sachkapitel sorgen für zusätzliche Informationen, so zum Beispiel Cäsar in Ägypten und seine Beziehung zu Kleopatra, die Herkunft Kleopatras, die Schlacht von Actium, Ägypten nach der Zeit Kleopatras usw. Diese Informationen werden auch durch zahlreiche Fotos unterstützt.
Erwähnen möchte ich auch unbedingt die tollen Zeichnungen von Klaus Puth. Sie sind detailliert, passend und sehr liebevoll im Comicstil gezeichnet. Text und Zeichnung unterstützen sich in diesem Buch einfach wieder perfekt.
Fazit: Ein wieder rundherum gelungenes Buch für Kinder ab 11 Jahren über Kleopatra und noch so vieles mehr aus ihrer Zeit.
Hier wird Geschichte kindgerecht vermittelt und das macht wirklich enorm viel Spaß!
Ein glücklich-machendes Kinderbuch
Unsere kleine Insel von Rüdiger Bertram
Die achtjährige Nele und ihre Familie ist vom Festland auf eine Hallig in der Nordsee gezogen. Das war anfangs ein bisschen schwierig, aber mittlerweile hat sie sich toll eingewöhnt – und eine liebe Freundin hat sie auch gefunden, nämlich Lisa. Zusammen macht alles einfach mehr Spaß: abends Taschenlampenzeichen austauschen, die Touristen beobachten, den Tieren beim Aufwachsen zusehen, Feste vorbereiten, in die Schule gehen, sich mit den anderen Hallig-Bewohnern austauschen…
Auf einer Hallig gibt es mehr zu erleben als man denkt und als Leser ist man mittendrin!
Mit seinem Buch „Unsere kleine Insel“ ist Rüdiger Bertram ein wunderbares und lesenswertes Abenteuer gelungen, das im Jahr 2020 beim Verlag dtv junior erschienen ist und 112 Seiten umfasst.
Das Buch ist 25 Kapitel gegliedert und in einfach gehaltener Sprache zu lesen. Also absolut für Kinder geeignet.
Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich nicht um ein Kinderbuch, das einen großen Spannungsbogen aufbaut und vor lauter Action nur so strotzt, nein, im Gegenteil, es entschleunigt, erzählt vom Alltag der Kinder auf einer Hallig inmitten der Natur umgeben von freundlich gesinnten Menschen.
Die Handlung ist in sich stimmig und lädt zum Mitfreuen und Glücklich-Sein ein.
Wir haben die einzelnen Charaktere und hier natürlich vor allem Nele und Lisa sofort ins Herz geschlossen und würden uns über weitere Geschichten von ihnen sehr freuen.
Passend zur Geschichte sind viele wunderschöne, klare und natürlich gehaltene Zeichnungen in Farbe von Karin Lindermann zu finden.
Fazit: Wir sprechen eine absolute Leseempfehlung aus für Jungen und Mädchen ab 6-7 Jahren, die ein herzliches Kinderbuch mit Nele und Lisa und den anderen Hallig-Bewohnern erleben wollen. Man merkt der Geschichte an, dass sie mit ganz viel Herzblut geschrieben wurde.
Lesespaß ist hier 100%ig garantiert.
Eine fesselnde und berührende autobiografische Erzählung
Der schmale Grat von Hubert Messner; Lenz Koppelstätter
„Der schmale Grat – Als Arzt und Abenteurer zwischen Leben und Tod“ von Hubert Messner und Lenz Koppelstätter ist 2020 im Ludwig Buchverlag erschienen. Es umfasst in der gebundenen Ausgabe 224 Seiten.
Das Buch ist ein autobiografisches Gemeinschaftsprojekt von Hubert Messner, dem international angesehenen Neonatologen und Bruder von Reinhold Messner und Lenz Koppelstätter, der im Buch aus der Sicht des Vaters seines frühgeborenen Sohnes Ilay erzählt.
Hubert Messner erzählt von seinen Erfahrungen als Neugeborenenmediziner und setzt sich mit den Fragen auseinander, wie weit hier die Medizin gehen darf und wie ist es um die jeweilige Lebensqualität bestellt. Darf/Muss Leben unter allen Umständen gerettet werden? Eine schwirige Gratwanderung. Diese Thematik stellte ihn immer wieder vor große Herausforderungen, ebenso wie seine vielen Abenteuer und Grenzerfahrungen in den Bergen, Grönland, usw., die er auch mit seinem Bruder Reinhold erlebte, und von denen er ebenso in seinem Buch erzählt.
Messner schreibt in seinem Buch authentisch, schonungslos und ohne Schnörkel. Er bringt die Dinge auf den Punkt und nimmt den Leser so mit in seine Welt der Neugeborenenmedizin, aber eben auch mit auf die Abenteuer in den Bergen.
Und Lenz Koppelstätter berichtet in Zwischenkapiteln aus der Sicht eines Vaters eines Frühgeborenen, von seinen Ängsten und Sorgen, seiner Hoffnung, seinem Ausgeliefertsein und gleichzeitig auch seinem Vertrauen zu den Ärzten und hier vor allem zu Hubert Messner.
Fazit: Ein unglaublich schönes und lesenswertes Buch, das nicht nur an der Oberfläche bleibt, sondern sich tiefgründig und ehrlich mit Gratwanderungen im Leben auseinandersetzt.
Hubert Messner plädiert dafür, intensiv zu leben und sich den Herausforderungen im Leben zu stellen.
Es war für mich ein Genuss, dieses Buch zu lesen.
Ein wirklich informativer, kreativer und inspirierender Wildpflanzen-Glücksgriff!
Zwölf ungezähmte Pflanzen fürs Leben von Engelmann Monika; Riedmair Hildegard; Langguth Jeanette; Kainz Ulrike; Maier Angela; Demmel Rita; Schwarzenberger Aki; Plank Brigitte
„Zwölf ungezähmte Pflanzen fürs Leben: Wie die Brennnessel und ihre Freunde auszogen, um zu zeigen, was in ihnen steckt!“ ist 2020 im Löwenzahn Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 200 Seiten. Verfasst wurde diese Buch vom sogenannten “Kräuterkollektiv“. Hierbei handelt es sich um die acht kompetente Kräuterfrauen Monika Engelmann, Rita Demmel, Ulrike Kainz, Jeanette Langguth, Angela Maier, Brigitte Plank, Hildegard Riedmair und Astrid Schwarzenberger.
Dieses Buch macht so unglaublich viel Lust, sofort mit dem Kennenlernen, Entdecken, Sammeln und Verarbeiten von Wildkräutern und -pflanzen anzufangen. Ich habe so viele Informationen und tolle Ideen erhalten und ich bin mir sicher, dass ich dieses Buch noch unzählige Male in Händen halten werde.
Das Buch ist nach folgendem Schema aufgebaut:
Jede der Autorinnen hat sich einer oder zweier Wildpflanzen angenommen und stellt diese immer nach der gleichen Art und Weise zunächst in Form eines Pflanzenportraits, dann mit feinen Verarbeitungsvorschlägen und zum Schluss einigen Seiten zum Thema „Heilkraft“ vor. Auch die Autorinnen werden jeweils portraitiert.
Die Kapitelüberschriften lauten wie folgt:
1. „Große Brennnessel – Feurige Aphrodite“ von Aki Schwarzberger
2. „Frauenmantel – Der umhüllende Beschützer“ von Angela Maier
3. „Giersch – Wilder Frechdachs“ von Brigitte Plank
4. „Gundermann – Just magic!“ und
5. „Schwarzer Holunder – Hüter der Schwelle“ von Hildegard Riedmair
6. „Kornelkirsche – Die Dirndelkönigin, eine herbe Schönheit“ und
7. „Löwenzahn – Der Sonnyboy“ von Jeanette Langguth
8. „Rose – Im Gleichgewicht sein“ und
9. „Schafgarbe – Tausendblättrige Gesundmacherin“ von Monika Engelmann
10. „Schlehe – Die beschützende Fee“ und
11. „Spitzwegerich – Hilfreicher Kumpan für unterwegs“ von Rita Demmel
12. „Vogelmiere – Lass mich dein Glücksbringer sein!“ von Ulrike Kainz
Ein zusätzliches Kapitel ist mit dem Namen „Hamstergeheimnisse“ betitelt. Hier findet der Leser wichtige allgemeine Hinweise zur Ernte, zum Trocknen und Aufbewahren.
Den Autorinnen gelingt es mit ihrem persönlichen und dabei unglaublich informativen Schreibstil, dem Leser ihre Leidenschaft für die unterschiedlichen Wildpflanzen nahe zu bringen. Ihnen gelingt dies auf sehr angenehme, lebendige, praxisnahe und anschauliche Art und Weise. Viele Tipps, Tricks und Rezept- und Kreativideen lassen das Buch zu einem absoluten Leseerlebnis werden. So geht es beispielweise von der Männermarmelade mit Brennnesseln, über eine Frauenmanteltortilla und einem frischen Gundermann-Wiesenschluck zum Holunderbeeren-Chutney und Kornelkirsch-Plätzchen, vom Holunder-Erkältungstrunk, Schlehenkern-Kissen, heilenden Vogelmieren-Auflagen über Rosenblüten-Hautöl, erfrischendem Holunder-Fußbad, Badesalz mit Gundermann zur Frauenmantel-Tinktur und zur aktivierenden Brennnessel-Haarkur.
Es ist wirklich unglaublich, wie viele tolle Informationen und Anregungen dieses Buch enthält.
Besonders hervorzuheben sind auch die wunderschönen, natürlich gehaltenen, bunten Zeichnungen und die vielen anschaulichen Fotos. Die ganze Gestaltung und das Layout sind qualitativ hochwertig und gut durchdacht und man merkt als Leserin, dass in der Umsetzung sehr viel Herzblut steckt und es sich vielerlei Gedanken darum gemacht wurden.
Außerdem möchte ich noch positiv anmerken, dass das vorliegende Buch auf höchstem ökologischen Standard gedruckt wurde, ausschließlich mit Substanzen, die wieder in den biologischen Kreislauf rückgeführt werden können.
Fazit: Hier handelt es sich um einen umfassenden Ratgeber zu den Wildpflanzen Große Brennnessel, Frauenmantel, Giersch, Gundermann, Schwarzer Holunder, Kornelkirsche, Löwenzahn, Rose, Schafgarbe, Schlehe, Spitzwegerich und Vogelmiere der Laien einen tollen Einblick gibt, aber auch erfahrenere Profis können von diesem Buch, den Tipps, Tricks und enormen weitergegebenen Wissen profitieren.
Dieses Wildkräuter-Abenteuer hat mich absolut überzeugt und gefällt mir außerordentlich gut.
Schee war’s <3!
Die ungewöhnlichen Glasschwestern
Zwölf ungezähmte Pflanzen fürs Leben von Engelmann Monika; Riedmair Hildegard; Langguth Jeanette; Kainz Ulrike; Maier Angela; Demmel Rita; Schwarzenberger Aki; Plank Brigitte
Bei dem Buch „Die Glasschwestern“ handelt es sich um einen Familienroman von Franziska Hauser, der im Jahr 2020 im Eichborn Verlag erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 432 Seiten umfasst.
Die Geschichte startet unmittelbar mit der Situation, dass die Männer der beiden Zwillingsschwestern Dunja und Saphie zeitgleich verstorben sind.
Dunja und Saphie, die sehr verschiedenen von ihrem Charakter her sind und deren Leben auch bisher ganz ungleich verlaufen sind, gehen verständlicherweise auch mit ihrer Trauer und der ganzen Situation unterschiedlich um.
Dunja, die mit Winne verheiratet war und von ihm zwei Kinder hat, führte bisher ein eher konventionelles Leben. Saphie hingegen ist kinderlos geblieben und liebte schon immer das etwas Außergewöhnliche. Sie ist auch die Besitzerin eines Hotels.
Mit dem Tod ihrer Männer stehen die beiden „Glasschwestern“, wie sie in ihrem Heimatdorf aufgrund des Berufes ihres Vaters als Glasbläser genannt werden, vor einem Neubeginn.
Dunja beschließt im Hotel ihrer Schwester einzusteigen und Saphie steht zunehmend der Weg offen, sich von diesem abzunabeln.
Das Buch „Die Glasschwestern“ hat in meinen Augen Höhen und Tiefen. Als eine tolle Höhe sind sicherlich die beiden Schwestern und ihre Darstellung im Buch zu nennen. Ich konnte mir beide sehr gut vorstellen und die Entwicklung von beiden sehr gut nachvollziehen. Sie waren für mich stets greifbar und vor allem ab der Mitte des Buches wurden mir beide immer sympathischer.
Erwartet man von dem Roman viel Handlung und einen hohen Spannungsbogen, so wird man als Leser eher enttäuscht. Alles geht sehr langsam vonstatten und manchmal bringen die vielen Sprünge in den Gedanken der Personen und die Rückblicke zur Klärung der Gegenwart oftmals etwas Verwirrung in die Geschichte und stoppen den Lesefluss.
Fazit: Ein Roman der viel mehr Potential gehabt hätte, mich leider nicht sehr gepackt hat, aber dennoch nett zu lesen war.
Ich vergebe drei von fünf Sternen.









