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Rezensionen von yellowdog:

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Ein Roman wie ein ausbrechender Vulkan

So forsch, so furchtlos von Andrea Abreu

Ein mutiger Roman um zwei Mädchen in Teneriffa. Dieser Schauplatz prägt die Geschichte mit. Wichtig ist die Erzählperspektive. Die Erzählerin ist eins der beiden Mädchen und aus ihrer Sicht entsteht ein Porträt ihrer Freundin Isora und ihrer engen Freundschaft.
Sie sind wirklich forsch, aber auch wild, frech und neugierig und der Roman zeigt den Übergang von Kindheit zu Pubertät.

Prägend ist auch der flinke Stil mit den sprachlichen Mittel von Dichtheit und Intensität. Die spanische Schriftstellerin Andrea Abrieu ist wirklich eine Entdeckung.

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Ein Roman wie ein ausbrechender Vulkan
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One by one the Guests arrive

Sieben Tage Sommer von Thommie Bayer

Dem Roman ist ein Zitat aus einem Leonard Cohen-Song vorangestellt: One by one the Guests arrive aus The Guests
Das passt natürlich inhaltlich, aber auch vom Sound her gibt es den Text auf gewisse weise wieder. Ruhig und eindringlich erhält auch der Text eine Melodie.

Es handelt sich übrigens unerwarteterweise um einen Briefroman.

Das bevorzugt zwar nicht jeder, aber hier ist es gut gemacht.E s ist ein E-Mail-wechsel zwischen Max, der in seiner Villa in Frankreich 5 ganz besondere Gäste empfangen will, und seiner Angestellten Anja, die diese Gäste betreuen soll
Zu Beginn wird die die Ausgangslage erläutert. Max ist sehr reich. Er wurde einmal überfallen und dann von 5 Menschen gerettet,. Sie sind es, die er jetzt erwartet.
Man lernt auch Max Gäste kennen: Jan, Danielle, Andre, Julia, Hans,
aber eine eigene Stimme bekommen sie nicht. Dadurch gewannen sie für mich nicht sehr an Profil.

Max selbst ist nicht anwesend, aber Anja berichtet Max detailliert.
Als Leser versucht man hinter Max Plan zu kommen. Was bezweckt er mit dem Versteckspiel.

Ich fand den Roman interessant, aber mit der Zeit war der E-Mail-Wechsel doch etwas ermüdend. Der Effekt wäre vermieden worden, wenn ein paar mehr Figuren beteiligt gewesen wären.
Dass Ende war aber doch gelungen, genau wie Thommie Bayers angenehmer Schreibstil und daher war ich mit dem Buch zufrieden.

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Schwestern

Morgen kann kommen von Ildikó von Kürthy

Morgen kann kommen von Idilko von Kürthy ist die Geschichte von 2 Schwester, die sich entzweit hatten.

Ruth Mann Karl will nach 15 Jahren Ehe eine Auszeit. Das nimmt Ruth fassungslos zur Kenntnis. Offenbar hat er auch eine Affäre.
Daraufhin sucht Ruth erstmals nach Jahren wieder Kontakt zu ihrer Schwester Maria, die sich jetzt Gloria nennt.

Die Autorin arbeitet gut heraus, dass Ruth eigentlich genau die Schwächen ihres Mannes kennt. Er ist ein eitler, selbstbezogener Schauspieler und Ruth musste sich immer klein machen, da Karl nicht auf Augenhöhe lieben kann.
Ruth ist sich dessen bewusst. Also liegt es vielleicht auch an ihr und möglicherweise ist ihr angeknacksten Selbstvertrauen auch ein Resultat aus der Kindheit

Überraschend finde ich, wie problemlos die Schwestern wieder zueinanderfinden. Man sollte denken, die lange Zeit ohne einander hätte mehr Spuren gelassen.
Für Ruth ist das die Chance wieder zu sich zu kommen, neue Freunde zu finden und selbstbestimmt leben.

Es gibt immer wieder glänzend gemachte Beschreibungen, die im Buch sogar durch Illustrationen unterstützt werden.

Völlig klischeefrei ist das ganze nicht, aber insgesamt kann man sagen:
Wie schon mit ihrem Roman „Es wird Zeit“ hat Idilko von Kürthy wieder einen leichten Frauenroman mit anspruchsvollen Inhalt geschrieben.

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Schwestern
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Buch mit Atmosphäre

Ein französischer Sommer von Francesca Reece

Ein französischer Sommer. Titel und locken den Leser in Erwartung eines Sommerromans. Das trifft zwar bedingt sogar zu, aber das Buch ist mehr als das.

Die junge Britin Leah lebt mehr oder weniger ziellos in Paris und wird schließlich Assistentin des Schriftstellers Michael.Sie verbringt daher viel Zeit mit seiner Familie, freundet sich sogar mit der Tochter Clarissa an.

Und Leah erinnert Michael an seine lange zurückliegenden große Liebe Astrid.
Leah liest dann Michaels alte Tagebücher, die auf sie faszinieren wie verstörend wirken.

Der Roman hat viele gute Ansätze, aber mich störte ein wenig das sprunghafte. Das wird natürlich auch durch die wechselnden Erzählperspektiven verstärkt. Die Kapitel teilen sich abwechselnd zwischen Leah und Michael als Icherzähler auf. So lernt man aber auch ihre Gedanken kennen.
Mit beiden Protagonisten habe ich mich nicht leicht getan. Andererseits sind sie wirklich interessante Figuren, aber doch blieb ich immer auf Distanz zu ihnen.

Leider gibt es viel Abschweifungen und erhebliche Längen in der Handlung, wobei gerade zu ausgiebige Dialoge stören, die nur Gerede sind und wenig beitragen. Manche Passagen sind auch etwas verwirrend formuliert.

Der Debütroman von Francesca Reece hat vielversprechendes, aber auch noch Luft nach oben.

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Buch mit Atmosphäre
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Auf Orwells Spuren

Orwells Rosen von Rebecca Solnit

Die US-Amerikanische Schriftstellerin Rebecca Solnit ist eine hoch anerkannte Essayistin und Orwells Rosen ist ein gutes Beispiel dafür.
Bisher hatte ich mich nicht an ihre Bücher herangetraut, aber man merkt sofort, dass dieses Essayband hohes Niveau hat.
George Orwell ist bekannt durch Farm der Tiere und 1984.

Aber es gibt auch noch mehr und dieses Buch erzählt auch in erster Linie nicht nur von ihm. Es schwingt viel mit.
Es sind Themen aus Orwells Zeit vorhanden. Mal geht es um Kohleabbau und Karbon. Um Arbeiterbewegungen, um den spanischen Bürgerkrieg, über Gemälde und immer wieder über Rosen.
Orwell hat auch einige Essays geschrieben, die Solnit erwähnt.
Erstaunlicherweise baut sie in einmal sogar einen Abschnitt über die Schriftstellerin Jamaica Kinkaid ein.

Rebecca Solnit hat offensichtlich wirklich tiefgehend recherchiert und sich zu den Ergebnissen eigene Gedanken gemacht.

Es ist ein forderndes Buch, aber auch beeindruckend geschrieben.

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Beziehungen

Aus Freundlichkeit von Polly Samson

Ein sprachlich ansprechender Roman. Auffällig ist Polly Samsons Gespür für kleine Momente, die sie mit außerordentlicher Sensibilität darstellt.
Zur Qualität ihres Stils gehören detaillierte Beschreibungen, in denen sie selbst das Licht und Stimmungen einfängt. Das spürt man schon im Prolog, in den Julia ihren Habicht fliegen und jagen lässt und sie den 8 Jahre jüngeren Julian trifft.

Für ihn trennt sie sich von ihrem Mann. Sie werden ein Paar, bekommen ein Kind.
Samson lässt den Leser dieses Paar durch verschiedene, auch schwierige Stadien ihrer Beziehung begleiten.

Ich persönlich halte Aus Freundlichkeit (The Kindness) für ebenso gut wie Polly Samsons Erfolgsroman Sommer der Träumer und das bedeutet, es ist ein sehr gelungener Roman voller Tiefe und Feeling.

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Die Konsulin

Die Diplomatin von Lucy Fricke

Die Diplomatin erzählt vom Leben einer Konsulin, zuerst in Montevideo, später in der Türkei.
Für das Hörbuch habe ich mich wegen der Sprecherin Bettina Hoppe und ihrer souveränen Stimme entschieden. Sie schlüpft ganz und gar in die Rolle der Hauptfigur, der Konsulin Fred. Man glaubt ihr diese Figur.

Die Handlung hat interessante Momente, aber so richtig Spannung erzeugt Lucy Fricke nicht. Das ändert sich eigentlich erst im Finale, dass ich ziemlich gelungen fand und das in Hamburg endet.

Das Hörbuch geht 5 Stunden. Das ist relativ kurz, dennoch zieht es sich ein wenig.

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Gehobenes Mittelmaß

Hotel Portofino von JP O'Connell

Das Genre des Hotel-Romans finde ich interessant und Hotel Portofino von JP O'Connell reiht sich da ein. Portofino liegt an der italienischen Riviera und es ist 1926. Der vom Verlag angebotene Vergleich zu Dowton Abbey ist nicht einmal schlecht, denn die Hotelbesitzer sind Brieten. Auch hier gibt es viele Figuren und man kann sich seine Lieblingsfiguren aussuchen.

Ich mag Lucian, der noch an den Erfahrungen aus dem ersten Weltkrieg leidet und besonders Constance, die als Kindermädchen ins Hotel zustößt.
Die Zeit ist eine wichtige Komponente in der Handlung und steuert auf einen schweren Abschnitt zu.

Mich störte ein wenig, dass nur das erwartbare passiert und dass es bei gehobenen Mittelmaß bleibt. Vielleicht ist in der Verfilmung als Serie eine optische Unterstützung hilfreich.
Fans des Genres werden aber bestimmt zufrieden sein.

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Das Haus unter den Klippen

Fishergirl's Luck von Sharon Gosling

Fishergirls Luck ist der Name eines kleinen Hauses in einer schottischen Küstenstadt. Nicht umsonst lautet der Originaltitel The House Beneath the Cliffs.
Hier wagt die 40jährige Köchin Anna nach einer zerbrochenen Beziehung einen Neuanfang.

Der Roman bietet das, was man bei diesem Buch aufgrund des Covers erwartet.

Es hat einen sanften Erzählton und viele schöne Beschreibungen der Umgebung.
Und natürlich gibt es sympathische wie knurrige Figuren dort.
Am wichtigsten sind für Anna neben den netten Nachbarspärrchen Pat und Frank vor allen der jung verwitwete Robert und sein Sohn. Es wird geschrieben, Robbie sähe aus wie ein Robert Redford in den vierziger, aber wegen der plotähnlichkeit zu „Message in the Bottle“ stelle ich ihn mir mehr wie Kevin Costner vor.
Dann gibt es aber auch no0ch den Neuseeländer Liam, der sich für Ann interessiert.

Neben dem Meer geht es auch viel über das Kochen und Essen, da Anna ein Restaurant etablieren möchte. Aber da gibt es einige Widerstände und der Roman nimmt sogar an Dramatik zu.

Sharon Gosling hat einen angenehm zu lesenden Roman für entspannte Lesestunden geschrieben.

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Besessenheit

Ambivalenz von Amélie Nothomb

Von Amelie Nothomb habe ich schon viele Bücher gelesen. Wie schon die vorherigen ist auch dieser Roman von geringen Umfang, originell und sehr gut lesbar. Einige Elemente erinnern mich an Nothombs früheren Roman „Klopf an dein Herz“, z.B. die Erkenntnis eines Kindes von einem Elternteil nicht geliebt zu werden.

Im Mittelpunkt steht der Unternehmer Claude, den nur die Rache an die Frau vorantreibt, die ihn verschmäht hatte. Das bestimmt sein Leben und schließlich auch das seiner Frau und Tochter.
Die Idee von Claudes Besessenheit ist vielleicht etwas weit hergeholt, doch es ist spannend gemacht und als Leser bleibt man lange am Stück am lesen.
Zum Ende gibt es noch eine unerwartete Überraschung, die für Nothomb so typisch ist.
Der Stil der Autorin ist unverändert direkt und frisch!
Nothomb-Fans werden auch von diesen Roman begeistert sein.

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Besessenheit