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Rezensionen von yellowdog:

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Vom Leben und Altern

Fischgrätentage von Elke Laznia

Elke Laznia ist eine Salzburger Autorin. In diesem Buch behandelt sie Themen wie Altern, Krankheit, Pflegen und auch Sterben.
Den ersten Teil sehe ich als Langgedicht bestehend aus vielen, überaus eleganten Versen.
Es überzeugt der Rhythmus der Verse
Im zweiten Teil folgen weitere, mehrteilige Gedichte.

Nachkommen, Lavendellied, dein Hunger von hier, Blattwerk, Mutterkraut und andere.
Auffällig ist das durchgehend hohe Niveau!

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Vom Leben und Altern
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Im Handgelenk ein Vogel oder das lange Gedicht

Nachwasser von Frieda Paris

Überraschend und erfreulich, dass Lyrik für den Österreichischen Buchpreis nominiert wird.
Nachwasser ist ein Langgedicht, bei dem man als Leser dicht an der Entstehung des Textes dran ist.
Erste Themen sind Kindheit, Eltern und Geschwister, eine verlorenen Liebe, besonders aber das Schreiben selbst.

Es gibt Bezüge auf Literaten wie Ingeborg Bachmann, Cesar Aira, Hilde Domin, Elke Erb und vor allen Dingen Friederike Mayröcker.
Mit Mayröckers Gedichten treten die von Frieda Paris in einen Dialog.
Eine junge Stimme begegnet der 2021 verstorbenen großen Wortmutter, wie Frieda Paris sie nennt.
Was für ein Debüt!

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Im Handgelenk ein Vogel oder das lange Gedicht
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Lieferservice aus dem Himmel

Die Glückslieferanten von Sanaka Hiiragi

Wer das erste Buch Die Erinnerungsfotografen mochte, wird auch mit Die Glückslieferanten etwas anfangen können. Während sich das erste Buch den Verstorbenen widmete, geht es hier um die Überlebenden.
Wieder wird in Episoden erzählt. Eine Form, die man mögen muss, um das Buch zu genießen. Ein gewisser Reiz liegt auch darin, dass es japanische Literatur ist und die japanische Lebensweise des Alltags zeigt.

In der ersten Episode geht es um eine alte Frau, deren Freundinnen, mit denen sie zusammengelebt hatte, verstorben sind. Sie ist entsprechend deprimiert, doch dann bringt eine Lieferantin eine letzte Botschaft der verstorbenen Freundinnen.
Danach geht es um die junge Fumika, die sich mit ihrer störrischen Oma zerstritten hatte. Eine weitere Geschichte besteht sogar aus fünf Kapiteln und auch der Epilog ist lesenswert.

Es ist ein Buch mit positiven Botschaften.

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Lieferservice aus dem Himmel
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Mon mari

Mein Mann von Maud Ventura

Mein Mann, ist ein gediegenes, sehr französisches und originelles Buch über eine Frau, die ganz und gar auf ihren Mann fixiert ist. Ihre Perspektive ist bis auf den Epilog am Schluß führend. Man ist stets bei ihren Gedanken und Überlegungen. Das sie die Liebe ihres Mannes sich immerzu sichern will hat etwas obsessives.

Auch wenn sie ihn bestrafen will, wenn er auch nur bei Kleinigkeiten mal weniger liebenswert erscheint, ist fast zwanghaft.
Kein Zustand, den man jemand wünschen kann.
Vielleicht ist es aber auch ein Merkmal einer leicht gelangweilten, wohlhabenden Mittelschicht.
Mein Problem mit dem Buch ist, dass ich die Hauptfigur nicht glaubhaft finde. So einseitig denkt doch niemand. Ihre Gedankengänge sind zu schlicht.
Maud Ventura wird jetzt schon als französischer Shooting-Star gehandelt. So weit würde ich in meinen Urteil nicht gehen, obwohl ihr Debüt doch schon mal sehr interessant war.

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Warum die Demokratie furchtlose Debatten braucht

Lasst uns offen reden! von Constantin Schreiber

Der Tagesschausprecher und Schriftsteller Constantin Schreiber ist ein ausgezeichneter Journalist, der sich wiederholt mit dem Thema Islam beschäftigt hat. Trotz seiner Sachlichkeit wurde ihm von gewissen Kreisen das Etikett Islamkritiker angeheftet.

In diesem Buch schreibt er über das heikle Thema Meinungsfreiheit.

Dabei geht er auf verschiedene Aspekte ein und diskutiert die Diskurse über z.B. Flüchtlinge, Klimakrise, Corona etc.
Er betrachtet auch die Rolle der Medien und die der Universitäten.
Seine Argumentation empfinde ich als zwingend.
Er nutzt dabei eine Form, die den Leser erreicht. Es fühlt sich an wie ein Gespräch.

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Beim Anblick des Vulkans

Als mein Vater in den Straßen von Turin verschwand von Marta Barone

Marta Barones autobiografisches Buch fällt durch das spektakuläre Cover auf und natürlich durch den langen Titel: Als mein Vater in den Straßen von Turin verschwand.
Die Italienerin erzählt dabei die Lebensgeschichte ihre Vaters, von dessen linksradikaler Vergangenheit sie erst nach seinem Tod erfuhr.

Sie verarbeitet das durch viel Recherche, z.B. Prozessakten, aber auch durch viele Gespräche mit Leuten, die ihren Vater kannten.
Sprachlich waren meine Eindrücke gemischt. Lange Passagen sind nicht sehr literarisch, doch bei einer Biografie muss man das auch nicht unbedingt erwarten. Dann gibt es aber auch viele Abschnitte, die gut verfasst sind.
Vor allen macht die Autorin ihre Gefühlslage deutlich. Sie hatte ein schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater und wusste vieles nicht von ihm. Es sind aber auch so einige liebevolle Erinnerungen dabei.

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Ein Ausflug nach Amerika

Iowa von Stefanie Sargnagel

Die Österreichische Schriftstellerin Stefanie Sargnagel schreibt unbeschwert und locker. Und ihr Stil ist von Ironie durchsetzt. Ihre Sprache spricht die Millennials unter den Lesern an.
Durchaus kann man etwas für den spöttischen Unterton Sargnagels übrig haben.
Diese Buch zeigt ihren Blick auf die USA und ihre Eindrücke von der Reise, die sie mit Christiane, einer Freundin, unternimmt.

Eigentlich kennen sie sich noch nicht ganz so gut, sind aber schnell, ein gutes Team.
Meistens sind sie mit sich selber beschäftigt. Manche Details haben aber das Zeug zum Allgemeingültigen und Sargnagel findet Themen, die relevant sind und das macht dann die Höhepunkte des Buches aus.

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Der Hase als Meister von allem

Hasenprosa von Maren Kames

Hasenprosa! Hier zählt weniger die Handlung als die Sprache und der Sprachwitz sowie Einfallsreichtum.
Die Protagonistin streift durch die Zeiten, dabei sind Erinnerungen, an die Mutter, an die Großmutter. Auch mit dem Bruder und dem herzlichen Großvater, der aber auch andere Züge hat, gibt es Passagen.

Familiengeschichte ist zentral im Buch. Es gibt aber auch viele Anspielungen auf Literatur und Musik.

Begleitet wird sie auf ihrer turbulenten Reise von einem Hasen, mit dem sie einige absurde Dialoge führt. Das hat oft Witz. Manchmal steht man als Leser aber auch ratlos davor.

Maren Kames experimentelles Buch ist vermutlich der ungewöhnlichste Text der dieses Jahr auf der Longlist des Deutschen Buchpreis steht.

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Spurensuche

Seinetwegen von Zora del Buono

Zora del Buonos Buch Seinetwegen ist bei C.H.Beck erschienen und sogar auf die Longlist des Deutschen Buchpreises gekommen.
Es handelt sich um ein autobiografisches Buch, das mit verschiedenen Stilmitteln versucht, den Unfalltod des Vaters zu erklären, Es ist das Buch einer Suche und damit einer Aufarbeitung.

Anfangs hat die Erzählerin nur die Kürzel des Mannes, der den Unfall 1963 verursacht hat, der ihrem Vater das Leben kosten soll, während sie selbst erst wenige Monate alt ist. Der Mann wurde nur zu zwei Monaten Gefängnis und 200 Franken Strafe verurteilt.
Als sie sechzig Jahre später den Namen herausfindet, versucht sie ihn ausfindig zu machen.
Einen großen Teil des Buches nehmen Diskussionen zwischen Zora und ihren Freunden ein. Daher beginnen Kapitel immer wieder mit den Titel „Im Kaffeehaus“. Dabei wird auch erläutert, was es heißt vaterlos aufzuwachsen. Was bei der Nachkriegsgeneration häufig vorkam. Auch von ihren Bekannten ging es manchen so.
Ergänzt wird das Buch von ein paar Fotos der Familie.

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Lindas Perspektive

Mein drittes Leben von Daniela Krien

Daniela Kriens bisherige Bücher waren schon großartig, aber Mein drites Leben ist vielleicht ihr bester Roman. Er ist so intensiv, weil man so dicht an den Gedanken und Emotionen der Protagonistin ist. Lindas Perspektive beherrscht das Buch ganz. Durch ihre Distanz erhält sie einen klaren Blick.
Sie hat ihre 17jährige Tochter Sonja durch Unfall verloren und zieht sich völlig in sich selbst zurück.

Sie zieht aufs Land, wo sie sich um einen Hof kümmert. Das führt schließlich zur Trennung von ihrem Mann Richard. Völlig allein, nur mit einem alten Hund, verbringt sie die Tage mit Einnahme von Medikamenten. Sie denkt sogar an Suizid.
Dennoch ist es kein trostloses oder hoffnungsloses Buch, denn die Frage, wie mit der Trauer weiterleben, öffnet auch Hoffnung.
Es gibt auch neue Freundschaften, zum Beispiel zu einer Frau mit einer behinderten Tochter, die Hilfe braucht. Auch ist ihre Beziehung zu Richard gefühlsmäßig noch nicht abgeschlossen.
Dennoch bleibt Linda weiter distanziert zu ihrer Umwelt.
Daniela Krien ist eine kluge Autorin, die jederzeit genau weiß, wie sie den Plot entwickeln kann. Von Anfang bis Ende besitzt der Roman eine soghafte Wirkung.

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Lindas Perspektive