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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

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Mimis Wurf

Die Magnolienkatzen von Noriko Morishita

Die Magnolienkatzen ist ein wunderbares Buch ganz und gar über Katzen. Im Mittelpunkt steht die Straßenkatze Mimi und ihre fünf jungen.
Diese Katzen hat die Autorin, die zusammen mit ihrer schon älteren Mutter lebt, aufgenommen und kümmert sich um sie. Noriko Morishita schildert ihre Erfahrungen.

Es ist mehr ein autobiografisches Buch als ein Roman,erzählerisch aber schon sehr gut gemacht.
Man erfährt so einiges über das Wesen der Katzen, aber auch, was es bedeutet, die kleine Katzen durchzubringen, die z.B. an einer Augenkrankheit leiden. Jede der Katzen hat seine Eigenarten, die sie ausmachen.
4 Kätzchen kann die Erzählerin schließlich in gute Hände weggeben. Doch Mimi bleibt bei ihr und auch Taro, eines ihrer Jungen.

Viele Details des Buches fand ich sehr interessant. Wer schon Katzen hat, kann dieses Buch auch lesen und dann sehen, ob die eigenen Katzen denen des Buches in manchen gleichen.

Von Noriko Morishita gibt es noch ein erfolgreiches Buch, das anscheinend nicht auf Deutsch übersetzt ist. Doch nach den Magnolienkatzen würde ich das auch gerne lesen.

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Mimis Wurf
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Standalone

Für immer von Maja Lunde

Mit Für immer hat die norwegische Schriftstellerin Maja Lunde nach ihrem Klimaquartett einen Standalone geschrieben.
Dieser Roman bietet ein Gedankenspiel. Was wäre, wenn niemand mehr sterben oder altern kann? Dieser Idee geht Maja Lunde anhand verschiedener Figuren, die in den Kapiteln wechseln, nach.

Der Stillstand kommt abrupt und für alle überraschend.

Es beginnt mit Jenny, Fotografin und Mutter von 2 Kindern, die todkrank ist. Doch durch den Stillstand wächst ihr Tumor nicht mehr.
Dann gibt es die Rentner Margo und Otto, die gerade aus ihrem Haus ausgezogen waren.
Jakob, der sich sorgen um sein ungeborenes Kind macht, das nach der 25.Schwangerschaftswoche nicht mehr wächst.
Anne, eine Krankenschwesterm die sich um Babys kümmern muss, die sich nicht weiterentwickeln.
Auch Menschen, die schwer verunglückt sind, sterben nicht.

Doch es bleibt die Hoffnung, dass der Stillstand enden wird und alles wieder normal wird.

Obwohl es in der Literatur schon ein paar Beispiele gibt, die diese Idee hatten, habe ich die Konsequenzen nie so beschrieben gesehen, wie von Maja Lunde. Dennoch bleibt es auch irgendwie ein Thesenroman.

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Standalone
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Feelgood-Buch

Der Duft von Kuchen und Meer von Anne Barns

Moin, dann starte ich mal mit der Rezi, denn wat mut, det mut.
Normalerweise gehören Bücher wie dieses nicht unbedingt zu meinem bevorzugten Genre, aber der einladende Titel Der Duft von Kuchen und Meer und vor allen der Schauplatz mit der Insel Amrum hatte mich gelockt. Ausserdem habe ich in die Autorin Anne Barns Vertrauen, dass sie eine gute Geschichte schreiben kann.

Die Figuren sind gleich sympathisch und das geerbte Haus auf Amrum wird von der jung verwitweten Maren und ihrer sechsjährige Tochter Leni bezogen.
Auf Amrum warten einige Geheimnisse. Die Leute auf der Insel sind eigenwillig, das fängt schon mit der friesischen Sprache Öömrang an.
Ein paar Kapitel sind Rückblicke ins Jahr 1946 und 1970.
In der Gegenwart leben sich Maren und Leni schnell ein.

Das Buch liest sich schnell weg und bietet die Entspannung die man manchmal einfach braucht.

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Leben mit einem Soziopathen

Der tödliche Ausgang von Sportverletzungen von Milica Vuckovic

Hier gibt es eine interessante serbische Autorin erstmals auf Deutsch zu entdecken. Milica Vučković beschreibt eine toxische Beziehung.
Eva ist eine junge alleinerziehende Mutter, die den egozentrischen Viktor kennen lernt, der sie und das Baby mit nach Deutschland nimmt.
Schon bald erweist sich Viktor als Kontrollfreak, der Eva physisch und psychisch misshandelt.

Er hat soziopathische Züge und versteht es, Eva zu manipulieren.
Das Buch ist geprägt durch die Erzählperspektive mit Eva als Icherzählerin. Sie erzählt ruhig, manchmal fast gelassen, bis dann die eskalierenden Momente kommen. Trotz ein paar Versuche kann Eva sich nicht von Viktor lösen.

Das Thema der toxischen Beziehung ist weiterhin relevant und die Autorin schafft es sprachlich Ausdruck dafür zu finden.

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Innenarchitekt der Literatur

Air von Christian Kracht

Der Innenarchitekt Paul ist ein ambivalenter Typ. Zum Beispiel mag er keine Katzen, kümmert sich dann aber doch sehr um eine einäugige Katze, die ihm zugelaufen ist.
Kracht erzeugt mit seiner Sprache großartige Bilder auch aus dem Alltäglichen, z.B. wie Paul in Schottland sich auf dem Fahrrad den Weg hinaufkämpft und dann auf dem Rückweg die Fahrt mit den Füssen in der Luft geniest.

Es gibt einen realistische Plotanteil, und einen der mit fantastischen Elementen angereichert ist. Das wechselt sich kapitelweise ab, bis es gegen Ende geschickt zusammengeführt wird. Wirklich beeindruckend. Christian Kracht ist ein Innenarchitekt der Literatur.

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Das gedankliche Überschreiten des realen

Der etwa vierzigjährige Mann von Hartmut Lange

Hartmut Lange ist Spezialist für Erzählungen und auch dieses Buch besteht aus 3 Erzählungen.
Wie immer schreibt der inzwischen 87jährige Schriftsteller sehr sorgfältig und genau und von enormer Dichte.

Zur Titelgeschichte:
Ein Mann von etwa vierzig Jahren steht an der Elbe, in Gedanken versunken, als er plötzlich eine Zeitreise antritt.

Zunächst 2000 Jahre zurück. Dort ist er im Kolosseum, trifft später Seneca. Dann geht es Richtung Renaissance, die Zeit der Medici. Botticellis Kunst fasziniert ihn.
Dann das ausgehende 18 Jahrhundert in Weimar. Schließlich Versailles. Aber all das wird von Gewalt und Schrecken begleitet. Am Ende steht der schrecklichste Ort.
Doch der etwa vierzigjährige Mann sucht nach Kunst, nicht nach der Wirklichkeit.

Es folgt eine längere, sehr originelle Geschichte in Form eines Dramas und noch eine kürzere, sehr fein gemachte Story, in der ein philosophisches Gespräch geführt wird. Doch die Titelgeschichte hatte mich am meisten erreicht, da das gedankliche Überschreiten des realen faszinierend ist.

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Brooklyn Crime Novel

Der Fall Brooklyn von Jonathan Lethem

Jonathan Lethem ist ein amerikanischer Autor, den ich schon lange lese und der schon öfter über Brooklyn geschrieben hat. In seinem neuen Buch fasst er in zahlreichen Kürzestgeschichten kaleidoskopmäßig viele kleine Fragmente zu einem großen Ganzen zusammen und zeigt ein Gesellschaftsbild Brooklyns ab den 1960ziger Jahren bis in die Achtziger und wenige Male darüber hinaus.

Eine Reihe ungewöhnlicher Figuren bevölkert Lethems Buch und da er selbst in Brooklyn aufwuchs ist auch ein Stück von ihm selbst dabei.

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Drawing Hands

Wackelkontakt von Wolf Haas

Wolf Haas ist bekannt für seine Ironie und Originalität seiner Bücher und das gilt für Wackelkontakt im ganz besonderen.
Das Buch hat Leichtigkeit und eine anspruchsvolle Konstruktion gleichzeitig. Es ist sehr gut lesbar und überrascht den Leser vielfach.

Es gibt zwei gleichwertige Hauptfiguren, die im Plot des Romans eng miteinander verbunden sind.

Franz Escher ist Trauerredner und begeisterter Puzzler sowie Leser von Mafia-Bücher.
In einem seiner Bücher kommt jemand vor, der im Zeugenschutz ist, da er gegen die Mafia aussagte.
Dieser Mann wiederum liest ein Buch, in dem ein Franz Escher wegen einem Wackelkontakt auf einen Elektriker wartet.
Der Roman hat zwei Teile, betitelt ON und OFF.
Beide Handlungsebenen werden stark miteinander verquickt und nähern sich immer näher aneinander an. Die Spannung steigt.
Die Romankonstruktion erinnert an M.C.Eschers bekanntes Werk Drawing hands, indem zwei Hände sich gegenseitig zeichnen. Ein solcher ausgeklügelter, raffinierter Plot ist selten.
Ein grandioses Lesevergnügen.

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Clash of cultures

Hundert Wörter für Schnee von Franzobel

Hundert Wörter für Schnee ist kein konventioneller historischer Roman, obwohl Franzobel Ereignisse 1893 bei einer Expedition nach Grönland erzählt. Er benutzt einen modernen Erzählstil und findet schnell einen Ton für den Roman, der auch einiges mit dem Figuren zu tun hat. Hauptfigur ist Robert E.

Peary, ein Egozentriker, der zusammen mit seiner Frau Josephine eine Reise nach Grönland macht und dort die Inughuit trifft. Da ist Minik eine zentrale Figur, der ab seiner Geburt gezeigt wird und später Peary auf die Rückreise in die USA begleitet. Für beide Seiten wird es ein Clash of cultures und Franzobel arbeitet das sehr feinfühlig und mit einer Portion Ironie heraus.
Minik wird nachdem er Grönland als Junge verlassen musste, sich stets als Heimatloser fühlen.

Peary ist kein Sympathieträger, aber doch so eine interessante Figur, dass er den Roman tragen kann.

Franzobel findet viele Details, die er in die Handlung einbringt. Dennoch hat man als Leser nie das Gefühl, dass es überfrachtet wird. Das Buch macht wirklich Spaß!

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Bauernleben

Aus gleichem Holz von Marion Fayolle

Vom gleichen Holz ist ein poetischer Text über das traditionelle Bauernleben.
Die Autorin beschreibt, was sie kennt. Sie entstammt einer Bauernfamilie.
Obwohl es eine junge Autorin ist, wird der Text stellenweise konservativ, zum Beispiel darin, dass allen Mitgliedern der Bauernfamilie ihre Rollen zugewiesen werden und dass das Unausweichliche daran zu wenig in Frage gestellt wird.

Das zeigt sich auch daran, dass die Figuren keine Namen haben, Außer Opa, Omama, Schwager etc. Das ist doch ziemlich unpersönlich.

Nur die halb große Kleine ist da in ihrer Eigenwilligkeit anders. Sie belebt den Text.
Und als sie größer wird und selbst ein Kind bekommt, zählen die Werte der Familie. Die Passagen zwischen ihr und dem kleinen Sohn gehören zu den schönsten im Buch.

Der Text hat sprachliche Qualität, ohne dabei darauf zu verzichten, das Landleben ein Stück weit unnötig zu verherrlichen. Sie zeigt aber auch deutlich das Verschwinden des Bauernhofs mit allem, was das Leben ausmachte, da der Hof unwirtschaftlich wurde. Da ist die Autorin realistisch und konsequent.

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Bauernleben