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Rezensionen von yellowdog:

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Eine schwierige Beziehung

Unser wirkliches Leben von Imogen Crimp

Dieses Buch verwirrt mich, weil ich es schwer finde, es klar einem Genre zuzuordnen. Ein Roman über eine Liebe, bei der eine junge Frau vor einen reichen, arroganten Mann dahinschmilzt erwartet man eigentlich nicht beim Hanser-Verlag. Tatsächlich ist der Roman von Imogen Crimp auch ganz anders. Zum Beispiel ist interessant, dass die Protagonistin Anna Sängerin ist.

In Ausbildung zur Opernsängerin arbeitet sie manchmal im Club als Jazzsängerin. Dort trifft sie Max.

Schauplatz der Handlung ist London.Das prägt den Roman mit.

Man ist als Leser ständig dicht an Annas Gedanken und teilt ihre Emotionen und versteht ihre Träume. Sie ist sensibel.
Karriere und Liebe gleichzeitig, geht das?
Das Leben in London ist teuer und der Weg zum Erfolg ist ohne Unterstützung schwierig.
Auch die Freundschaft zu ihrer Mitbewohnerin Lorrie ist Anna wichtig, obwohl sie ziemlich einseitig ist. Auch ihre Beziehung zu den Eltern ist angespannt.

Imogen Crimp schreibt gute Dialoge, die tiefgängig sind, wobei die scharfe Ironie von Max häufig herablassend wirkt.
Da Anna und Max sehr unterschiedlich sind, wird ihre Beziehung nicht einfach, sie wird immer toxischer.
Imogen Crimp scheut ausführliche Beschreibungen nicht, aber überwiegend sind sie interessant genug. Und ihr gelingt es, die psychischen Belastungen einer schwierigen Beziehung deutlich zu zeigen.

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Eine schwierige Beziehung
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Zeitreisen

Bevor der Kaffee kalt wird von Toshikazu Kawaguchi

„Bevor der Kaffee kalt wird“ spielt in einem magischen Cafe in Tokio
Das Buch besteht aus 4 miteinander lose zusammenhängenden Geschichten.

Der Autor Toshikazu Kawaguchi ist Dramatiker und die Texte haben ihren Ursprung als Theateraufführungen und ein wenig spürt man das auch.

Der Untertitel „Der Blick zurück öffnet den Weg nach vorn“ gibt das Motto vor.

Die Protagonisten der Geschichten reisen für die Dauer eines Kaffees, bis er kalt wird, in die Zeit zurück oder auch vor. Aber sie können die Vergangenheit dabei nicht verändern.es geht nur um Erkenntnisgewinn, der dann das Leben für die Zukunft bereichern kann. Daraus kann sich auch eine Persönlichkeitsentwicklung ergeben. Streckenweise geht das hart an die Grenze zum Kitsch! Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Man muss sich ein wenig den Geschichten öffnen.
Sprachlich sind die Geschichten einfach gehalten, dafür haben sie aber Atmosphäre.

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Zeitreisen
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Die Stimmung einer Zeit

Die Gezeiten gehören uns von Vendela Vida

Vendela Vida beschreibt das Aufwachsen einiger Mädchen an einem besonderen Ort und Zeit: Der Stadtteil Sea Cliff in San Francisco in den Achtziger Jahren. Ihr Stil ist von einer Beschreibungswut durchdrungen. Das macht es manchmal ein wenig anstrengend, aber dann profitiert man als Leser auch von der Vielfalt an Beschreibungen.

Die Icherzählerin ist Eulabee. Sie wirkt in ihrer Haltung und ihrem eigentümlichen Humor manchmal ein wenig exzentrisch. Der schräge Wortwitz macht aber auch eine Qualität des Buches aus.

Eulabee erzählt oft von einem wir, damit meint sie sich und ihre Freundinnen, mit denen sie zusammen in eine Privatschule geht, auf jeden Fall aber ihre beste Freundin Maria Fabiola.
Ein Ereignis trennt sie dann aber und Maria Fabiola verschwindet plötzlich für einige Tage.

Die letzten Passagen des Romans setzen zeitlich viel später im Jahr 2019 an, als sich Eulabee und Maria Fabiola noch einmal wiedersehen. Ein überzeugender Schluss.

Die Gezeiten gehören uns ist ein Coming-of-Age-Roman der eigenwilligen Art und am Ende kann ich sagen, dass mir der Roman und Vendela Vidas Art zu schreiben gefallen haben.

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Der linke Veränderungswillen in den Vereinigten Staaten

Uprising von Lukas Hermsmeier

Uprising ist ein überraschend interessantes Buch, da in den letzten Jahren doch mehr über die amerikanische Rechte und Trump geschrieben wurde.
Lukas Hermsmeier zeigt jedoch eine andere Seite der USA, der er offenbar zukünftige noch mehr Bedeutung zutraut.
Er geht aus von Obama 2008 und die Occupy Wall Street 2011 sowie das Erbe dieser Bewegung.

Er zieht auch Vergleiche zur deutschen politischen Situation.

Besondere Ereignisse werden beleuchtet: Die Ermordung von George Floyd, Ferguseon, Standing Rock, MeToo, Klimabewegungen, Charlottesville.
Black Live Matters wird betrachtet. Bernie Sanders etc.
Trotz des umfassenden Ansatzes zerfasert das Buch nicht sondern stellt immer mehr Zusammenhänge her.
Es zeigt auch, linke Bewegungen in den USA sind vielfältig, aber nicht geschlossen.
Streckenweise ist das Buch wirklich packend.

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Innerer Monolog

Zusammenkunft von Natasha Brown

Die Erzählerin dieses kurzen, hochkonzentrierten Roman befindet sich in eine inneren Konflikt.
Die knappe Form, die die Autorin Natasha Brown für ihren erfolgreichen Debütroman wählt führt zur Verdichtung. Die Problematik eines nur vermeintlichen sozialen Aufstiegs als schwarze Frau im Londoner Hochfinanzmilieu wird sichtbar.

Außerdem bekommt die Protagonistin dann auch noch die Diagnose Krebs. Das verbreitet insgesamt schon eine gewisse Hoffnungslosigkeit.

Erwähnenswert ist auch, dass der Roman aus dem Englischen von Jackie Thomae übersetzt wurde.
Es ist ein relativ hartes Buch, das ich nicht ohne Beklemmung gelesen habe.
Da die Autorin selbst jahrelang im Londoner Finanzsektor gearbeitet hat, bekommt der Text eine hohe Glaubwürdigkeit.
Es ist kein schmeichelhaftes Porträt eines Landes wie England und es bleibt eine Ausweglosigkeit und Schwermut.

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Romanbiografie

Schatten der Erinnerung. Tulla Larsen und Edvard Munch von Lene Therese Teigen

Schatten der Erinnerung, dieser Titel ist gut gewählt.
Es handelt sich um eine Romanbiografie über Tulla Larsen, die um die Jahrhundertwende eine Beziehung zu dem norwegischen Maler Edvard Munch hatte. Es war eine leidenschaftliche Beziehung, die mit einem Schuss endete. Doch auch Jahrzehnte danach gehen Tullas Erinnerungen in die Zeit zurück.

Eine besondere Zeit, in die der Leser Einblick erhält und der Autorin Lene Therese Teigen gelingt es, der zum Teil verrufenen Figur Tulla Würde und Menschlichkeit zu geben. Ihren Respekt äußert die Autorin dann nochmals in einem Nachwort.

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geheimnisvoll

Angsttier von Lola Randl

Lola Randls Erfolgsbuch Der große Garten war ziemlich witzig und umwerfend. Ihr neuer Roman Angsttier ist etwas anders, aber deswegen nicht schlechter. Der Humor ist zu Gunsten des geheimnisvollen zurückgenommener, wenn auch die Ironie voll da ist.
Ein Paar, Friedel und Jakob, ziehen aufs Land. Für sie erst einmal ein anderes Leben und Friedel wird endlich schwanger, wie sie es sich lange geplant haben.

Die meiste Zeit sind es Jakobs Gedanken, denen der Leser folgt. In einer Nacht wird Jakob von einem Tier in die Hand gebissen.
Er steigert sich immer mehr in einen merkwürdigen Zustand hinein. Die Situation spitzt sich zu.
Zusätzlich gibt es einige bemerkenswerte Naturbeschreibungen.
Es ist ein Roman mit viel düsterer Atmosphäre.

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Die Knochenflöte

Bone Music von David Almond

Der vielfach preisgekrönte britischer Schriftsteller David Almond schreibt Jugendliteratur, die sehr atmosphärisch ist.
Er hat einen eigenen, manchmal eigenwilligen Stil. Seine Schreibe hat Musikalität und auch Mythisches.
Bone Music ist in Northumberland in England angelegt.
Daher sind auch Naturbeschreibungen und wie die Wälder auf die junge Protagonistin Sylvia wirkt, von Bedeutung.

Die fünfzehnjährige Sylvia ist mit ihrer Mutter in deren frühere Heimat gekommen. Erst ist sie nicht begeistert, doch mit der Zeit beginnt sie sich zu interessieren, vor allen nachdem sie Gabriel getroffen hat.
Sie ist eine nachdenkliche Figur.
Zuletzt sei noch das geheimnisvolle Cover erwähnt, dass sehr ansprechend ist.

Fazit: Bone Music ist ein Jugendroman, auf den man sich wegen den mythische Elementen einlassen muss. Wenn das passiert wird sich ein Zauber der Worte entfalten.

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Eine Zeit der Veränderung

Die Ungeduldigen von Véronique Olmi

Dieser neue Roman von Veronique Olmi ist etwas besonderes, nicht nur wegen ihrer Sprache mit dem hohen Ton, den ich sehr schätze. Es ist vor allen die Zeit, die Olmi so gut beschreibt. Sie ist 1962 geboren und kennt die siebziger Jahre gut. Sie kann sie glaubhaft und direkt vermitteln, so dass man als Leser meint, tatsächlich in dieser Zeit angekommen zu sein.

Es spiel in Frankreich und im Mittelpunkt sind drei Schwestern, die sehr direkt den wandel der zeit empfinden, das schließt auch politische Umbrüche, den Kulturwandel und die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft der Eltern ein.
Dabei sind die Schwestern Sabine, Helene und Mariette doch unterschiedlich. Jede von ihnen wird gut als Figur herausgearbeitet.
Man folgt ihnen durch einige Jahre durch Kindheit und als junge Erwachsene.

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Eine Zeit der Veränderung
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Japan heute

Butter von Asako Yuzuki

Butter ist ein japanischer Roman, der bei Aufbau-Verlag bzw. Blumenbar in der Übersetzung von Ursula Gräfe erschien.

Die Handlung ist raffiniert gestaltet.
Eine Journalistin,die eine Mörderin im Gefängnis besucht, um sie zu interviewen. Das klingt nach Psychothriller, doch Butter ist ein Roman, der in erster Linie ein Bild des modernen Japans und seiner Gesellschaft zeigt.

Es geht vor allen um die Rolle der Frau und die eigene Entwicklung.

Das Lebensgefühl von Rika Machida, der Journalistin in Tokio wird erfahrbar. In einem männerdominierten Beruf muss sie sich durchsetzen. Sie hat einen Freund, lebt aber nicht mit ihm zusammen. Wie schon in anderen zeitgenössischen, japanischen Romanen meine ich das Thema Einsamkeit deutlich zu spüren.
Von der wegen Mordverdachts im Gefängnis sitzenden Bloggerin Manako Kajii ist Rika zunächst fasziniert und sie folgt den kulinarischen Tipps dieser Frau. Das ändert ihr Leben.

Die vom Verlag angebotene Vergleiche zu Han Kang und mehr noch zu Sayaka Murata sind nicht schlecht und auch bei Butter entwickelt sich die Handlung ungewöhnlich.

Asako Yuzuki ist eine Entdeckung und ich hoffe, auf weitere Bücher von ihr.

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Japan heute