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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Miriam Brandl:

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Klassiker in neuem Gewand

Wer die Nachtigall stört ... Graphic Novel von Harper Lee

„Wer die Nachtigall stört“ gehört zu den bedeutenden Klassikern der Weltliteratur. Die Autorin, Harper Lee, bekam dafür den Pulitzer-Preis und der Film erhielt zahlreiche Oscars.

Mich begleitet und fasziniert dieses Buch schon seit vielen Jahren (Ja! Es gibt Bücher, die MUSS man öfter lesen!).

Klassiker als Graphic Novels sind für mich fast schon eine Kunstform und natürlich musste ich dieses Buch zu mir holen.

Fred Fordham hält sich treu an den Text, strafft nur hin und wieder ein wenig. Mir hat das gut gefallen, denn ich liebe diesen witzigen und wirklich klugen Text.
Absolut stimmig sind auch die Zeichnungen und auch ihre Farbgebung (sie erinnern stark an den Film mit Gregory Peck). Auf alle Fälle spiegeln sie die Atmosphäre des Buches perfekt wieder.
Es ist eine zeitlose Geschichte mit einem leider noch immer aktuellen Thema in einer neuen Erzählform.

Für mich ist es eine tolle Variante eines großartigen Romans!

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Klassiker in neuem Gewand
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Aufschlussreiche Einblicke

Kunst und Rivalität von Sebastian Smee

Wer sich für Kunst/Künstler/Kunstgeschichte interessiert, der sollte dieses Buch von Sebastian Smee unbedingt lesen (und genießen!).

Der Autor entwickelt die These, dass Künstler, die befreundet sind, in dieser Freundschaft oft starke Konkurrenz erleben. Allerdings ist dies eine Konkurrenz, die immer wieder auch wichtige Impulse für die Entwicklung aller Beteiligten liefert.

Anhand von 4 Freundespaaren erzählt er von Partnerschaft und Solidarität genauso wie von Neid, Eifersucht und Rivalität – es menschelt…

Es sind faszinierende Porträts von großartigen Künstlern – spannend und mit sehr viel Verständnis für die außergewöhnlichen Charaktere geschrieben. Ganz nebenbei bekommt man einen guten Einblick in die künstlerische Entwicklung der Protagonisten und erfährt auch viele recht unbekannte Anekdoten aus deren Leben.

Alles zusammen ergibt informative Lektüre, die gleichzeitig extrem unterhaltsam ist!
Wirklich empfehlenswert!

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Aufschlussreiche Einblicke
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Recht? Gerechtigkeit? Rache?

Dunkle Momente von Elisa Hoven

Ferdinand von Schirach hat mit seinen Erzählbänden mein Interesse an juristischen Fallgeschichten geweckt – dadurch waren meine Erwartungen an „Dunkle Momente“ natürlich sehr hoch.
Um es gleich zu sagen: ich wurde nicht enttäuscht – ganz im Gegenteil! Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen!

Neun völlig unterschiedliche Fälle werden hier verhandelt, gemeinsam ist ihnen nur die Tatsache, dass es alles Grenzbereiche des Strafrechtes sind.

Es wird über Bestechung oder Brudermord geurteilt, ebenso wie über Kindersoldaten und Gruppenvergewaltigung ( ja… erinnert zumindest zu Beginn doch sehr an „Volksfest“).

Die juristische Expertise ist sicher korrekt, denn Elisa Hoven ist selbst Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof und außerdem Professorin für Strafrecht an der Uni Leipzig.

Die Autorin hat aber mit Eva Herbergen eine Protagonistin erschaffen, die als Strafverteidigerin, die Ambivalenz des Rechts immer wieder thematisiert. Die Frage nach Schuld ist nicht so einfach zu beantworten und gibt es überhaupt eine klare Grenze zwischen Recht und Unrecht?
Und darf man der Gerechtigkeit ein wenig „nachhelfen“?
Es sind auch die Gedanken zu diesen Themen und die Selbstzweifel, die die Protagonistin überzeugend wirken lassen und so sympathisch, dass ich hoffe, bald wieder von ihr lesen zu können.

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Recht? Gerechtigkeit? Rache?
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Niemand ist eine Insel

Vergiss mich von Alex Schulman

Alex Schulmann hat schon in mehreren Büchern seine Familiengeschichte thematisiert – alle diese Bücher waren interessant und spannend zu lesen. Diesmal ist es aber doch eine ganz besondere Geschichte, denn es geht um die Alkoholsucht seiner Mutter.

Der Autor erzählt von seiner Kindheit, die bereits geprägt ist von den alkoholbedingten Veränderungen seiner Mutter und dem Wunsch die „Mutter von früher“ wieder zu bekommen.

Er erzählt von Traumata und tiefer Traurigkeit, von Ängsten und Momenten des Verloren-seins. Keine sorgenfreie Kindheit, denn der Alltag verwandelt sich in ein Minenfeld: alles wird beobachtet, interpretiert, oft angezweifelt. Sprachlosigkeit und Schweigen werden zu Überlebensmechanismen für jedes einzelne Familienmitglied. Ein Schweigen, das gleichzeitig beschützt und zerstört.
Eine Suchterkrankung betrifft nie nur eine einzelne Person, es leidet immer die gesamte Familie. Oft über Generationen hinweg.

Aber Alex Schulman verurteilt nicht, er erzählt empathisch, schnörkellos, ohne Pathos und vor allem ohne Selbstmitleid. Er beschreibt seine Gefühle so klar und intensiv, dass ich nicht anders konnte als mitzufühlen – und zwar mit dem Sohn ebenso sehr wie mit der Mutter!

Ein unglaublicher Roman, den man schnell gelesen hat, der aber lange, lange nachwirkt!

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Niemand ist eine Insel
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Liebe... Drama... Wahnsinn

Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall

Es ist klar, dass jede Autorin, jeder Autor wirklich Herzblut in sein Werk legt. Ebenso klar ist, dass jedes Buch von manchen Leserinnen begeistert aufgenommen wird und von anderen, ebenso begeistert, abgelehnt wird.

In diesem Fall gehöre ich zur 2. Gruppe: mich konnte dieses Buch absolut nicht erreichen!
Die Autorin hat in ihrem Versuch, eine spannende Geschichte zu schreiben maßlos übertrieben und ist daran gescheitert: gaaannnz große Liebe, gaaannnz großes Drama, zu viel Kitsch und alles zusammen mit Klischees überfrachtet.

Für mich ist es ein Groschenroman, der auf 397 Seiten aufgeblasen wurde. Wäre es nicht das Leserundenbuch (wer ist auf diese Idee gekommen?), ich hätte es nach spätestens 70 Seiten weggelegt.
Es ist also kein Buch, das ich empfehlen kann!

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Liebe... Drama... Wahnsinn
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Hinter verschlossenen Türen

Konklave von Robert Harris

Dieses Buch lag nun mindestens 3 Jahre lang in meinem „sollte-ich-eventuell-doch-mal-lesen“-Regal, Jetzt habe ich es – natürlich aus aktuellem Anlass! – tatsächlich gelesen.

Erwartet habe ich einen soliden Thriller. Aber dieses Buch ist ein klein wenig anders: wenig Action, fast keine Gewalt.

.. und trotzdem spannend. Die Handlung beschränkt sich ausschließlich auf das Konklave selbst. 8 immer gleiche Wahlgänge werden beschrieben und die Zeit dazwischen natürlich auch. Es ist Harris Erzählkunst geschuldet, dass man weiterliest.

Abwechslungsreich ist es ja trotzdem, denn die Leserin erfährt interessante Details über seltsame Zeremonien, alte Gesetze, klerikale Hierarchien und aus der Zeit gefallene Traditionen. Ich staunte in dieses wunderliche Universum.

Der Autor thematisiert durchaus auch aktuelle Fragen und Strömungen innerhalb der katholischen Kirche. Nicht plakativ, sondern ganz nebenher im Rahmen der Diskussionen der Kardinäle.

Aber sogar diese höchsten katholischen Würdenträger sind nur Menschen und so entspinnt sich ein handfester Machtkampf mit zahlreichen Intrigen und Skandalen. Sogar der Erleuchtung durch den Hl. Geist wird durch finanzielle Transaktionen nachgeholfen. Alles zusammen recht profan, aber vermutlich lebensnah. Selbstverständlich ist jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen und tatsächlichen Vorkommnissen völlig unabsichtlich und rein zufällig. Logisch!

Eine außergewöhnlich gute und informative Geschichte. Eigentlich.
Leider gibt Harris dem Roman am Ende noch eine Wendung, die für meinen Geschmack zu unglaubwürdig und zu gewollt ist. Vielleicht habe ich den tieferen Sinn dieses Twists auch nur nicht verstanden. Aber er hat zur Folge, dass ich nach guten Lesestunden im Endeffekt buchunzufrieden zurückbleibe.

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Oh wie trügerisch sind Menschenherzen...

Wut und Liebe von Martin Suter

Mit vielen literarischen Mojitos und noch mehr Champagner lotst Martin Suter die Leserin durch ein klug gesponnenes Netz aus Lügen und Intrigen.
Zentrales Thema ist der trügerische Schein in seinen unterschiedlichsten Variationen: Geldwäsche (Stichwort: Panama papers), Parallelleben, Betrug im Geschäft mit der Kunst, Heuchelei in der Liebe.

... etc.
Wer also - wie die Protagonisten (und ich auch:-)) ein gewisses Maß an moralischer Flexibilität mitbringt, wird dieser Geschichte mit großem Genuss folgen.

Über Suters Erzählstil muss man nicht mehr viel sagen: gewohnt eloquent, souverän und treffend erzählt er von menschlichen Abgründen und größeren und kleineren Irrtümern.
Es mag vielleicht nicht sein bester Roman sein, aber auch ein mittelguter Suter garantiert immer großes Lesevergnügen.

Fazit: süffig zu lesen, überaus unterhaltsam und zwischendurch auch ein wenig philosophisch!
Lesenswert!

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Liebe und Erwartungen

Halbinsel von Kristine Bilkau

Ein Buch mit gerade mal 221 Seiten, aber die sind besonders! Immerhin ist das eines der ausgezeichneten Bücher der Leipziger Buchmesse 2025.
Kristine Bilkau beleuchtet die verschiedenen Dimensionen einer Mutter-Tochter-Beziehung. Denn der Zusammenbruch der Tochter, zwingt die Mutter zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, Gegenwart und auch Zukunft.

Im Fokus steht tatsächlich das Erleben aus der Sicht der Mutter (auch der Literaturbetrieb hat erkannt, dass es Frauen um und über 50 gibt ;-)!)

Sensibel, aber durchaus kritisch werden essentielle Fragen verhandelt: wie wichtig ist das Funktionieren der Tochter für das Wohlbefinden der Mutter? Oder: wie sehr behindert die gut gemeinte Fürsorge der Mutter der Entwicklung des Kindes?

Der Roman beschränkt sich aber keineswegs auf diese rein privaten Themen, die Diskussionen der beiden Frauen klammern auch gesellschaftspolitisch Relevantes nicht aus: welche Zukunft bleibt, wenn Ressourcen gedankenlos verschwendet werden und „Klimagewissen“ zu einem Geschäftsmodell verkommt?

Kristine Bilkau wollte viel in dieses kleine Buch packen - vielleicht ein wenig zu viel. Aber auch die Art, wie sie es gemacht hat, ist bemerkenswert schön! Der Stil ist eindringlich, aber völlig unaufgeregt. Die Autorin kommt ohne literarische Kniffe und Schnörkel aus. Sie setzt Metaphern aus der Natur oder nordische Mythen gekonnt ein, um Stimmungen und Zwischenmenschliches zu verdeutlichen. Wirklich gelungen! Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und – weil diese Krise für die Protagonistinnen auch Chancen birgt – positive Stimmung erlaubt.
Lesenswert!

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Liebe und Erwartungen
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Geheimnisse aus Vergangenheit und Gegenwart

Der Gott des Waldes von Liz Moore

Eine wohlhabende Familie, zwei vermisste Kinder, ein Feriencamp – das sind (zu vereinfacht gesagt) die Zutaten dieses Buches.

Krimi? Thriller? Komplexe Familiengeschichte? Sittengemälde?
Die Grenzen der einzelnen Genres verschwimmen und genau darin liegt für mich die Faszination dieses Buches, denn wenn man zu lesen beginnt, eröffnet sich einem eine ungewöhnlich spannende und vielschichtige Welt.

Dass sich dieses Buch so spannend liest, liegt aber auch am Stil der Autorin (und natürlich an der gelungenen Übersetzung von Cornelius Hartz): prägnant und psychologisch klug entwickelt sie Charaktere und Handlungen.
In wechselnden Perspektiven und Zeiten erzählt sie die Ereignisse von den 1950er Jahren bis 1975. Dies geschieht aber nicht verwirrend: eine Zeitleiste und die Kapitelüberschriften sorgen für Klarheit.

So puzzelt sich der Leser durch verschiedene Zeitebenen und Perspektiven, erhält immer wieder neue Informationen und Gewissheiten, die schon entstanden sind, werden nach 50 Seiten wieder in Frage gestellt oder gleich komplett verworfen. Erst mit der Zeit erkennt man die Zusammenhänge, die verschiedenen geheimen und offenen Verbindungen und entwirrt das Netz schmerzlich fataler Beziehungen.

Fazit: eine spannende und oft überraschende Geschichte, die fesselt – ich konnte und wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen! Wirklich empfehlenswert


PS. Warum es allerdings „Der Gott des Waldes“ heißt, ist mir auch nach der Lektüre von knapp 590 Seiten nicht wirklich klar.
Jeder hat halt so seine Schwächen ;-)

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Geheimnisse aus Vergangenheit und Gegenwart
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Ein wundervollbesonderes Buch!

Meine Lieder von Erika Pluhar

Manche Bücher sind Geschenke und "Meine Lieder" ist ganz eindeutig so eines!
In diesem Sinne: herzlichen Dank, Frau Pluhar!

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Ein wundervollbesonderes Buch!